Samstag den 2. October. 115. us Oberhessischer Anzeiger. Friedberger Intelligenzblalt. ö thält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. —— Abonnements⸗ Einladung. Mit dem 1. October beginnt ein neues Abonnement auf den„Oberhessischen Anzeiger“, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Tienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. Das Abonnement beträgt dei den Poststellen vierteljährlich 38 kr., mit Bestellgeld 47 kr.— Bei der Verlags⸗Expedition kostet das Blatt für die Monate Oetober, November und Dezember 30 kr. Auswärtige Abonnenten sind gebeten ihre Bestellungen bei den Poststellen oder Postboten baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintritt und vollzählige Exemplare geliefert werden können. Die Expedition. m. 10 dei Binder ragen 5 a zem b Amtlicher Theil. 9 f Ger a n n t m aich u n. * a ch. Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß unter dem Rindvieh des Caspar Petersohn zu Soͤdel die Maul- und Klauenseuche ss gebrochen und deßhalb Stallsperre angeordnet worden ist.. Friedberg den 1. October 1869. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. In Beurlaubung des Kreis raths: Haas, Kreis⸗Assessor. — ö Hessen. Darmstadt. Der hiesige Corre- wondent des„Fr. Journals“ hält seine, von an— erer Seite als unbegründet erklärte, Mittheilung, aß dit zweite Kammer im Laufe des nächsten Nonates ihre Berathungen wieder aufnehmen verde, aufrecht. In Folge der Aufhebung der hersonalsteuer, an deren Stelle demnächst außer her Einkommensteuer für minder bemittelte Pflichtige de Klassensteuer treten wird, ist für unser Com- nunalsteuerwesen eine Reform unvermeidlich ge norden. In den Ministerien des Innern und er Finanzen ist man zur Zeit mit Ausarbeitung —— er deßfallsigen Vorlagen beschäftigt und soll sich 'r der Regitrung und den Kammern gestellte Lufgabe als eine ziemlich schwierige erweisen, da ine einfache Substituirung der neuen Steuer mrmen an die Stelle der in Wegfall kommenden 1 zunal in den ländlichen Gemeinden zu Ungleich⸗ hiten und zu eclatanten Ueberbelastungen führen äßte. Der Gegenstand wird daher demnächst mer eingehenden Behandlung durch die ständischen Zusschüsfe und alsdann durch das Plenum der fammern erforderlich machen. Diese Berathungen züssen, wenn die durch die Localbehörden vorzu⸗ ahmenden Vorarbeiten noch vor Beginn des amen Steuerjahres beendigt werden sollen, in den at üchsten Wochen vorgenommen werden. — Nach dem„Fr. J.“ wird Prinz Ludwig zu Hessen zu der Eröffnungsfeier des Suezcanals uch dem Orient reisen und hat auch einen mehr- allt ägigen Aufenthalt in Konstantinopel in Aussicht mommen. u Preußen. Berlin. Die„Prov. Corr.“ teldet: Der Kronprinz reist am 3. Oktober nach aden⸗Baden und dann nach Wien zum Besuche es kaiserlichen Hofes ab, woselbst er in Folge eserlicher Einladung in der Wiener Hofburg üisstleigen wird. Er wird, bevor er nach Aegypten icht, einen mehrtägigen Besuch in Konstantinopel Ainchen, und von da den Weg über Kleinasien „ hoch Palästina nehmen.— Graf Bismarck wird „r Landtagssession noch nicht nach Berlin zurück „ ren.— Die Cartellconvention zwischen Ruß end und Preußen erlischt am 2. October, da sie icht erneuert worden ist. — Der Abg. Harkort folgt, wie man der ee,„Zresl. Zig.“ schreibt, insofern dem Beispiele hören,“ fährt genanntes Blatt fort,„find auch andere Abgeordnete der Fortschrittspartei entschlossen, kein Mandat mehr anzunehmen, darunter auch jene, welche den schlesischen Wählern nahe stehen. Auch unter den rheinischen und westphälischen Abgeordneten der Fortschrittspartei tritt eine sicht- liche Ermüdung ein und die liberale Partei wird gut thun, ihre Organisation für die nächsten Wahlen bei Zeiten zu beginnen.“ Köln. Der Leser wird sich noch des Mordes erinnern, welcher vor einigen Monaten in Horch⸗ heim von dem Premier-Lieutenant Igel an einem Bahnbeamten begangen wurde. Man erfuhr da— mals zwar, daß der Verbrecher verhaftet worden, von dem weiteren Verlaufe der Sache kam indeß nichts mehr in das Publikum. Jetzt liest man in rheinischen Blättern, daß Igel von Koblenz, wo er gefangen gehalten worden, nach seinem frühern Garnisonsorte gebracht worden sei. Zu welchem Zwecke, verlautet nicht; eben so wenig erfährt man dis jetzt Etwas darüber, wie es mit dem Bruder des Verbrechers, dem Handlungscommis Igel, steht, welcher vor der Thür Wache hielt, hinter welcher das Verbrechen vollführt wurde. Frankfurt. Der demokratische Wahlverein stellte in seiner letzten Sitzung, auf Antrag Dr. Cnyrim's, den Redakteur der Zukunft, Guido Weiß, als Candidaten für das Abgeordneten⸗ haus auf. Fulda. Ein Güterzug ist bei Flieden ent⸗ gleist. 3 Wagen sind zertrümmert, 2 stark be⸗ schädigt. Das Personal ist unverletzt. Bayern München. Zwei vom verstor⸗ benen König Ludwig I. hinterlassene Schreiben, welche nach einer Bestimmung seines Testaments jetzt erst eröffnet werden durften, enthalten die Erklärung, daß vom König„alle diejenigen Gegen- stände und Beträge, welche ihm bei Lebzeiten auf unredliche Weise entfremdet und bis zur Oeffnung der vorliegenden beiden Schreiben noch nicht zurückerstattet oder zurückverlangt worden seien, den betreffenden Personen oder ihren Erben nach- gelassen und geschenkt sein sollten, damit sich Nie- mand mehr deswegen in seinem Gewissen etwa gedrückt fühle.“ — Aus München wird über einen gar selt- samen Anlaß zu einer Kammerauflösung, welche für wahrscheinlich gehalten wird, berichtet. Die lich“ und„elerical“— halten sich so sehr die Wage, daß bei der nun schon viermal vorgenom- menen Präsidentenwahl auf jeden der gegenüber stehenden Candidaten 71 Stimmen fielen. Da die Kammer nicht ohne Präsidenten sein kann, die Regierung ihn nicht ernennen darf und beide Parteien hartnäckig bleiben, so wird die Auflösung der Kammer erfolgen müssen, wenn nicht noch in letzter Stunde eine Einigung über den Präsidenten⸗ stuhl stattfindet. Oesterreich. Ein Seitenstück zu der Affaire Igel am Rhein hat sich in Brünn ereignet. Wie die„N. fr. Pr.“ schreibt, gerieth ein dortiger Bürger, der Wollhändler Müller, wegen einer geringfügigen Ursache mit dem gewesenen Ulanen⸗ Offizier Grafen Hompesch in Streit. Den Anlaß zum Streit gab das kleine Kind des Müller, welches dem Grafen zwischen die Beine lief. Der Graf schlug das Kind mit der Reitgerte in das Gesicht. Nach heftigem Wortwechsel soll Müller dem Grafen eine Ohrfeige gegeben haben, worauf dieser einen Revolver aus der Tasche zog und auf Müller abschoß. Die Kugel drang nächst dem Auge in den Kopf ein. Müller wurde ohn⸗ mächtig, erbrach sich, kam aber später wieder zur Besinnung. Graf Hompesch flüchtete sich in das nahe Hotel Neuhauser, wurde aber später in einem Zimmer aufgefunden und zur Polizei gebracht. Die Wuth des Volkes ist nicht zu beschreiben; man riß dem Grafen die Kleider vom Leibe und Alles hieb mit Fäusten und Stöcken auf ihn ein. Graf Hompesch gab bei der Polizei an, daß er von Müller angegriffen und geschlagen worden sei. Der Revolver wurde in der Rocktasche des Grafen noch vorgefunden. Der Vorfall hatte die ganze Bevölkerung in Alarm gebracht. Graf Hompesch wurde noch in der Nacht dem Criminalgerichte übergeben. Wollhändler Müller scheint außer Lebensgefahr zu sein. Wien. Von bier wird gemeldet, daß zum Empfang des preußischen Kronprinzen glänzende Vorbereitungen getroffen werden. Das gesammte diplomatische Corps und die politischen Notabilitäten werden dem hohen Gaste vorgestellt werden. Linz. Bei der Restaurixung der sogenannten Colleg-Kaserne(ehemaliges Jesuitenkloster) wurde in einem Sarge die Leiche eines Jesuiten auf⸗ gefunden, welcher allem Anscheine nach durch die Folter seinen Tod gefunden haben muß, da die 0 —— — — ä—————————ß——ů—— 3 0 Waldecks, als er nach Schluß der Legislaturperiode — an Mandat den Bürgern zurückgibt.„Wie wir beiden Parteien in der Kammer—„fortschritt⸗ — . ——— —— — 9 — — — Beine gebrochen, der Sarg in gutem Zustande und die Hände kreuzweise mit einem elsernen Ber- bande aufgefunden wurden. Frankreich. Parle. Gegenüber der von mehreren französischen Blättern gebrachten Mit- thellung über den angeblich bevorstehenden Eln⸗ trlit Badens in den Nordbund läßt die Reglerung durch ihre Journale offszibs erklären, daß dies Gericht unbegründet scheine; auch habe dle kalser⸗ liche Reglerung keine hierauf bezügliche Note weder nach Berlin noch nach Karlsruhe gesandt. — Der„Agence Havas“ wird aus Madrid gemeldet: Die Soclalisten bereiten eine revolu-⸗ lonäre Bewegung in Kexes und an anderen Punkten der Halbinsel vor. Die Reglerung, die von dem Unternehmen in Kenntniß gesetzt ist, ist entschlossen, dieselbe energisch zu unterdrücken. — Auf ein zum Widerruse mahnendes Schrei— ben des Bischofs von Orleans an Pater Hyacinthe hat letzterer geantwortet:„Monseigreur! Ich bin sehr gerührt von dem Gefühle, welches Ihnen den Brief eingegeben hat, den Sie mir dle Ehre er⸗ weisen, an mich zu schreiben, und ich bin sehr dankbar für die Gebete, welche Sie für mich ütigst verrichten wollen; aber ich kann weder die Vorwürse, noch die Rathschläge annebmen, die Ste an mich richten. Was Sie einen großen Fehler nennen, den ich begangen hätte, nenne ich eine große Pflicht, die ich erfüllt habe. Geneh— migen Sie, Monseigneur, die Darbringung der ehrsurchtsvollen Gefühle, mit welchen ich verbleibe, in Jesu Christo und in seiner Kirche, Ihr sehr ergebener und gehorsamer Diener. Parts, 26. Sept. 1869. Bruder Hyacinthe.“ — Die minklsteriellen Journale enthalten Artikel, in denen gesagt wird, die Regierung sei entschlossen, den heftigen Drohungen jener Blätter, die eine Berufung der Kammer bis zum 26. Oktober ver- langen, nicht nachzugeben. Die Berufung des gesetgebenden Körpers werde nicht im October, sondern wahrscheinlich im Laufe des November stattfinden. Unterdessen bereite man wichtige Ent- würse vor, dle der Kammer vorzulegen seien. — Der„Agence Havas“ wird aus Suez vom 28. Sept. gemeldet:„Die Dämme der Bitterseen sind durchstochen. Der Dampfer„Lesseps“ machte die direkte Ueberfahrt von Port Said (Mittelmcerhafen) nach Suez(rothe Meerhafen) in 15 Stunden.“ — Der„Public“ meldet, die Kaiserin werde am 30. Sept. über Susa nach Venedig abreisen. Sie werde gegen den 13. Oktober in Konstan⸗ tinopel sein. Bordeaux. Am 28. d. wüthete hier in Folge einer Petrolkum-Explosion eine große Feuers brunst. Im Hafen verbrannten 25 Seeschlsse. Alle deutschen Schiffe(14) sind gerettet. Grosibritannien. London. Die„Times“ theilt mit, daß die Regierung von Peru an deutsche und französische Häuser 2 Mill. Tonnen Guano verkauft hat. Spanien. Madrid. Der Ministerrath und der Regent haben übereinstimmend den Ent, schluß gefaßft, den Cortes die Candidatur des Herzogs von Genua vorzuschlagen. Prim wird diese Entscheidung den Fraktionen der Unkonisten, Progressisten und Demokraten mittheilen.— Aus Catalonten wird gemeldet, daß sich republikanische Banden in der Umgegend von Cyracia und Ma- dressa angesammelt haben. Es sind Truppen zu ihrer Verfolgung abgesandt. Man befürchtet Stö— rungen der öffentlichen Ordnung durch Republi— kaner in Andaluslen und auch in Madrid werden republikanische Kundgebungen erwartet, wie die „Agence Havas“ erfährt. Italien. Auf dem Aetna fand, wie man aus Catania telegraphirt, ein vulkantscher Aus- bruch statt; im Osten des Berges stärzen zwei prachtvolle Lavaströme gegen Valle del Buecturin. Amerika. Zwischen der Regierung der Vereinigten Staaten und der spanischen Regierung fand ein Meinungsgustausch bezüglich der euba— — Ein Telegramm aus Havanna meldet, daß auf St. Thomas am 17. und 18. Sept. Erdstöße ohne Schaden anzurichten stastfanden. »Frledberg. Von unterrichteter Seite wird uns bie sprechen könnten, daß vielmehr alle Umstände einen Selbst⸗ mord außer Zweifel lassen. Frankfürt. Der eiserne Steg wurde am 30. Sept. dem öffentlichen Verkehr übergeben. Das Publikum hatte sich massenhaft eingefunden, und als mit dem Glocken⸗ schlag das letzte Hinderniß flel, da ergoß sich ber Strom der Neuglerigen, nachdem sie ihren Tribut, bestehend in einem Kreuzer, bezahlt, auf den Steg. Den ganzen Tag über promenirte die Meuge auf der Brücke und sollen, wie man vernimmt, 4500 Personen sich das Vergnügen bereitet haben, am ersten Tag über den elsernen Steg gewandelt zu seln.— Vor mehreren Abenden legte sich ein Engländer in dem Weserbahnhof auf das Geleise, als eben der Homburger Zug kinsuhr. Er hatte sich so un- geschickt gelegt, daß er seinen Zweck, todt gefahren zu werden, nicht erreichte, wohl aber wurde ihm ein Bein abgesahren. Niederrad. Bei dem Ausgraben einer Grube sließ man in dem Garten eines Bäckers in einer Tiese von zwet Fuß auf einen Menschenschädel und Armknochen. Die nach Ankunft der Gerichtspersonen sortgesetzte Nach grabung brachte noch einen verstümmelten und in Ver; wesung übergegangenen Rumpf zu Tage. Die Lage der Ueberreste und die Verletzungen am Schädel lassen auf eine gewaltsame Tödtung schließen. Man glaubt damit die Leiche eines älteren Niederräder Ortoangehörigen auf⸗ gefunden zu haben, der selt zwei Jahren vermißt wird, ohne daß über sein Verbleiben irgend eine Spur zu inden gewesen isl. Die gefundenen Ueberreste sind von dem Gerichte zur weiteren Untersuchung in Verwahrung genommen worden. Darmstadt. Am Abend des 29. wurden auf dem hiesigen Bahnhof drei elegant gekleidete Persönlichkelten, welche der noblen Zunft der„Hochstapler“ angehörten, verhaftet. Sie hatten Jemanden auf dem Chausseehaus im falschen Spiel 30 fl. abgenommen. Einer der Ver⸗ ehe ein Breslauer, machte einen mißlungenen Flucht- versuch. Mainz. Hier sind von Neuem falsche Badische Ein⸗ halb-Guldenstücke vom Jahre 1856 und mii der Umschrift: Friedrich, Prinz und Regent von Baden, aufgetaucht. Hiese Falsisteate sind sehr gut ausgeführt und können leicht für echt angenommen werden. Sie kenn eichnen sich hauptsächlich durch schlechten Klang, leichtes Gewicht und die dunkle Bleifarbe. 4 Wtainz. Die Behörde ist einem großartigen Schwindel auf die Spur gekommen. Ein dahler arretirtes Indivi⸗ duum hatte sich nämlich belgehen lassen, die Unkerschrift eines Gerichtövollziehers und eines Zeugen nachzumachen und mittelst dieses Schriftstücks eine Pfändung abzuhalten. Worms. Zuverlässigen Nachrichten zufolge können wir berichten, daß die beben seiner Zeit wegen Falsch⸗ münzerel dahler Verhafteten dieses Verbrechens überführt sind und im nächsten Quartal der Assisen zur Aburtheilung kommen werben. Herrieden. Die letzten Aequatortalstürme haden uns warme Luft von den Tropengegenden übermittelt, wodurch wir jetzt schöͤne Nachsommertage erhalten. Das europͤische Lustmeer ist bedeutend ruhiger geworden. Stockholm hatte am 21. das in Schweden Überhaupt und besonders um diese Jahreszelt seltene Schauspiel elnes hesligen Gewitters, dem am 22. ein prachtvolles Nordlicht solgte. Auch Nordamerika hat ein ruhigeres Lufimeer, wobel der Himmel nur mäßig bewölkt war. Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent. Das Hamburger Post-Dampfschiff„Saxonia“, Capitän Meyer, ging, expedirt von Orn. August Bolten, William Miller's Nachf., am 25. September von Hamburg via Havre und Havanna nach New Orleans ab. Außer der Ladung und Brief- und Packetpost hatte dasselbe 39 Passa⸗ giere in der Cajüte und 237 Passagiere im Zwischendeck. Das Hamburg Newyorker Post Dampsschisf„Eimbrla“, Capilän Haack, welches am 8. Sept. von Hamburg und am 11. von Havre abgegangen, ist am 24. Morgens 1 Uor wohlbehalten in Newyork angekommen. Dag Damburg' Newyorker Post e„Holsatia“, Gapitän Ghylers, am 14. Sept. von Newyork abgegangen, ist nach einer Relse von 9 Tagen 17 Stunden am. Abends 7 Uhr in Plymouth angekommen, und hat, nach⸗ dem es daselbst die Vereinigte Staaten Post, sowie die für England bestimmten Passagtere gelandet, um 9 Uhr die Reise via Eberbourg nach Hamburg sortgesetzt. Dasselbe überbringt 166 Passagiere, 80 Briessäcke. 1200 Tons Ladung. 50,000 Dollars Contanten. 5 Sagen aus der Wetterau. Bon Helurich Heusler. 2, Von Lindheim. Zur Zeit der Kreuzzüge nach dem gelobten nischen Angelegenheiten statt. Die Erstere erklärte, daß slesnie die Absicht einer Vermittlung gehabt e habe und zu den stattgefundenen Verhandlungen lediglich durch Humauftätsprinzipten veranlaßt worden sei. Lande, um den Ungläubigen das heilige Grab zu genommen hatte. chlo in der Nähe von Lindheim, das man die alte Burg hieß. f Leben lang und er starb nach vielen Jahren o 1 Erben zu hinterlassen und ohne daß er etwas von gelegt. zwar mit Beten, Er bezog sein ererbtes Sch Diese Schätze hütete er sein ga heute noch und es ist ein großer Stein darauf kann sie aber nur wenn der Wintex Nacht auf St. Thomas beben und Man anfängt in der ohne Fluch. Es ist dieses noch Niemanden gelungen! 3 Von dem bekannten„Hexenthurm“ bei Lindhein (Vergl. die Schreckensjahre von Lindheim von R. Oeser 34, 108, 116, 119) schwimmt un Mitternacht ein Schwein in dem Bache bis zus Mühle, ein schwarzer Hund mit großen Feuer, augen, der eine Kette nach sich schleppt, geht umher und ein Haase, der ein zerschlagenes Bein hinter sich herschleift, zieht ihm nach. So geht die Sage, Es sollen dies die verwünschten bösen Leute sein, durch welche viele Lindheimer unschuldig als Hexen verurtheilt und verbrannt wurden. Zum Morde von Pantin. Die Nachforschungen auf dem Feld von Pantin haben kein weiteres Resultat geliefert. Man glaubd jetzt, daß Johann Kinck schon im Elsaß ermordel wurde, wohin er sich bekanntlich von Roubas begehen wollte. Da er in Guebwiller nicht ge⸗ sehen wurde, so nimmt man an, daß er sich direl auf das kleine Gut, welches er in der Nähe vdieses Ortes gekauft, begeben hatle, und er dor in der Nähe von Traupmann ermordet und ein · gescharrt wurde. Was aber besonders für die Annahme spricht, daß Traupmann Kink im Elsaß umbrachte, sind die Aussagen sesnes eigenen Vaters. Seine Aussagen lassen sich folgender Maßen zusammenfassen. Sein Sohn(der Mörder) hal ungefähr seit einem Jahre Cernay, wahrscheinlich im Monat November, verlassen. Vor etwa einem Monate kam er nach dieser Stadt zurück und wohnte bei selnem Vater. Er sagte demselben, daß, wenn er 1500 Franken hätte, er eine Affair organisiren und viel Geld gewinnen würde. Eines Tages reiste er ab, wie er sagte nach Mühlhausen. Er kam erst spät nach Hause zurück. Seine Mutter sagte ihm:„Aber es ist nicht die Zeit, wo die Eisenbahn ankommt: du warst nicht in Mühlhausen.„Nein!“— meinte er—„ich traf die Person in Guebwiller und ich bringe Geld mit.“ Wir wollten den Namen der Person. wissen, aber er wollte ihn nicht sagen; es seien zu wichtige Angelegenhelten, als daß er sie enthüllen; könne. Er bot seiner Mutter 20 Franken an, die sie aber zurückwies, da sie nicht wußte, woher sie genommen. Später war Traupmann, und zwar gleich nach dem Empfang des Geldes, von Cernah. abgereist, und hatte dann später von Paris, wohin er sich begeben, fünf Briefe(sie tragen das Datum: des 1., 10, 16., 18. und 20. Sept.) an seinen. Vater geschrieben, der sie ihm auch poste restanten beantwortete. Das letzte Schreiben ist also vom Tage, an dem er selnen fünffachen Mord beging, datirt. Aus dem Poststempel ersieht man, daß er eg zwischen 10 und 12 Uhr Morgens aufgab, also kurse Zeit vor dem Beginne seiner letzten Vorbereitungen. Dieses Schreiben lautet:„Paris, 20. September: 1869. Meine lieben Eltern! Ich habe Euren Brief geholt und ich ersehe daraus, daß J.. glaubt, ich verzweifelte an meinem Unternehmal Ihr irrt Euch, denn ich bin viel zu eigensinnsg um so schnell zu verzweifeln; meine Sachen stehen gut; sie ziehen sich nur in die Länge. Diesel lengweilt Euch, wie mich, aber man kann nicht immer so schnell handeln wie man es wünscht; dis Leute wollen sich die Sache von allen Seiten an ich werde Ihr schreibt mir zurückzukommen; aufgeben, thun, aber ich kann meine Sachen nicht wenn sie beinahe beendet sind. Geld mehr; ich verlangte heute welches. erhielt 300 Franken, von welchen ich euch 100 sende, denn Ihr müßt dessen benöthigt sein. sende es an die Adresse der Franeisca. J . lehrte der Ritter Ronrad v. Buches zurück und brachte große Schätze mit, die er den Türken nach harten, jahrelangen Kämpfen ab— arme Euch. Euer Sohn J. 1 Miithellung gemacht, daß bei dem kürzlich een denselben genommen und verbraucht hatte.— Erhängten sich durchaus keine Thatsachen ergeben, haben, 5 175 welche für hahn eines an ihm vollführten Verbrechens In einem der Eckthürmchen liegen diese Schätzz schauen, ehe sie es riskiren, ihr Geld zu verliere, Ich hatte kein B. Traupmaun“ n die vier anderen Briefe spielen ebenfalls auf das] Guebwiller zwischen dem 1. und 3. September brechens gelegene Canal trocken gelegt werden soll, bn 4 Heschäst an, das er unternommen hat, nämlich umgebracht worden sein muß, und zwar am Tage, weil man Grund habe zu vermuthen, daß er die ahn, die Niedermetzelung der ganzen Familie. Merk- wo er seiner Mutter 20 Franken geben wollte. Leiche Kinck's des Vaters oder ein viereckiges d würdig ist noch das Schreiben vom 16. Sept., Daß Traupmann Mitschuldige hatte, scheint außer Instrument berge, welches der Obduction zufolge haut. 6 lautet: Liebe Eltern! Ich bin heute aus London Zweifel zu sein. dem Mörder gedient hat und auf dem Felde von det 8g urück. Meine Geschäfte gehen gut. Dorthin Es geht das Gerücht, daß ein Mitschuldiger[Pantin nicht gesunden worden ist. Wie das Stein* gegangen, habe ich beute noch einige Briefe ge- Troppmann's sich am 29. d. der Behörde frei-„Journal des Debats“ meldet, ist Traupman noch 1 der Nin chrieben, auf welche ich die Antwort erwarte; willig gestellt und seine Theilnahme an dem mit keinen Zeugen confrontirt worden, auch nicht i beben, obald ich im Besitze derselben bin, komme ich Verbrechen von Pantin bekannt hatte. Auf dersmit der Schwester der ermordeten Frau Kinck, dienen, vieder nach Cernay. Von den Antworten auf anderen Seite vernimmt die„Liberté“, daß am welche wieder nach Lille abgereist ist. Die„Debats“ meine Briefe hängen jetzt meine Geschäfte ab. 29. d. früh zwei Verhaftungen, die mit dieser glauben nach der ganzen Haltung, welche der dei ki, Euer Sohn J. B. Traupmann. Aus allem diesem Angelegenheit zusammenhingen, von dem Polizei- Angeschuldigte während der letzten Tage beobachtet, Liuchein muß geschlossen werden, daß, wenn Gustav Kinck commissär Bérillon vorgenommen wären. Es ist hoffen zu dürfen, daß derselbe nun noch ernstliche dd 8 dei Pantin ermordet wurde, Johann Kinck bei davon die Nede, daß der bei dem Schauplatz des Ver- Gtständnisse ablegen wird. 8 2738 Die Sprechstunde für Kranke im PU F F EEE 25 EI Fer Hospital ist für 1 5 60 4. October 13 ard 87 a. um 16. desselben Monats(beidemale inclus. 7 5 1 7 e eee uhr rien Nur während A Tagen in Friedberg, Len rie es den 1. i nächsten Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag den 4., 5., 6., 7. October. 8 doe 2736 ente Abend Derkaufslokal — S p si usa im Hause des Herrn Georg Schäfer(Breitestraße vis-à-vis der Post. Parterre). 4 intin. N „ Ng bei G. Steinbäuser. Ausverkauf 8 Asaß ern N a trag. ˖ i Koll Doch 1 55 fag e a eines großen Lagers in ler nich ang nicht das Leben;— 7 1 2 55 8 e he find fromm wie ein Lamm, Leinen 5 und Halbleinen 5 Waaren,— 1 Drum kommt nur,'s wird gemüthlich, in's— Wirthche.— 8 12 4 2— m 41 Helveticus Vorhangstosfen, Shirtings, Chiffons, Pique, etc. elt. n Wir jucden einen 5 Eingetretener Verhältnisse wegen, sollen 15 Kisten Leinen⸗, Halbleinen⸗ det L 1 h* l 1 9 und Baumwollen-Waaren in schwersten und besten Qualitäten durch& Lin! Jr un duggen dena. Vermittlung des Kaufmanns und Agenten 2 119 indernage impff. 2* 6 1 Reis⸗Skärke! Jonas Schloß aus Frankfurt a. M. 8 41 5 0 1 61 in 4 Tagen zu Geld gemacht werden. 2 * 2569 in ganz vorzüglicher Qualität, empfehle allen Um dieses zu erzielen werden reelle gediegene Waaren zu außergewöhnlich billigen— 1 Paussrauen bestens. Wilh. Fertsch. Preisen abgegeben. 5 1 M 2744 40 Dutzend Glacé-Handschuhe in allen Farben à 27 kr. das Paar. 1 ff Militärhandschuhe Stubenhandtücher per Elle 8, 10, 12 und 18 kr., abgepaßte per ½ Dutzend 2 fl.,. — 6. f 5 2½ fl. und höher. Küchenhandtücher à 5, 6 und 9 kr. die Elle. Hausmacher⸗ 3 1194 von 36 kr. an bie zu den feinsten Sorten dei leinen, von Landleuten bearbeitet, mit etwas Baumwolle gemischt, das Stück 6, 7 und 8. 1 K. Friedrich neden der Poft. 9 fl. Hanfleinen mit etwas Baumwolle, ein durables starkes Gewebe, das Stück 7½ L und 8 fl. 100 Dutzend leinene Theeservietten, das halbe Dutzend 1 fl. 12 kr. Ein Stück 8. ohnungsveränderung. Leinwand 1 1 3 15 und 18 fl. Brabanter Zwirnleinen zu. Ober- ark 8 hemden 17½, 19, 21 bis 35 fl. Holländische Leinen mit rundem, egalem Faden, sehr. 1 9 Ganwiti) 9 wohn ich i Harde des weißer, diesjähriger Naturbleiche, zu den feinsten Oberhemden von 20 dis 50 fl. Hanf⸗ 2 10 g Ulrich an der Eisenbahn. l 8. 0 30 Friedberg. Dr. Schäfer leinen, aus Rigaer Hanf gesponnen, achtes Hanfgespinnst, eignet sich besonders zu Bett- 20 N g 8 5 wäsche, von vorzüglicher Dauerhaftigkeit, das Stück von 17½½ bis 30 fl. Feinste Brüsseler 2 Zwei Kühlschiffe Hausleinen für Damenhemden und Kinderwäsche von 14 bis 21 fl. Hanfleinwand mit g. Baumwolle, das Stück 14, 16 bis 18 fl. Tischzeuge in Damast und Drell. 1 Ge⸗ tar 2737 für Branntweinbrenner oder kleinere Brauerelen, deck mit 6 dazu passenden Servietten, reines Leinen, 4 fl., in elegantem feinem Damast bitt, be, fledes ca. 7 Ohm haltend, 90%. verkaufen in den schönsten und reichsten Dessins, 7 fl. Rein Leinen-Handgespinnst, Damastatlas, n 15, ud fg. 5 Steinhauser. Tischzeuge, glänzend wie Seide, in den neuesten Dessins für 12, 18 und 24 Personen, 8. 16 Ein i ust id von 15 bis 60 fl. Rein leinene Tischtücher ohne Naht, zu 6, 8 und 12 Personen paris b ma chen, in den neusten Mustern, das Stück von 1 fl. 30 kr. und höher. Rein leinenes Stuben ⸗ l M das 1 2740 welches gleich eingehen kann, wird gesucht. Wo? handtücherztug, Hausmachergespinnst aus Glanzgarn und Atlasstreifen, in Stücken und im an En— bit 05 Dutzend. Ebenso Atlas⸗Damast⸗ Handtücher abgepaßt, zu auffallend billigen Preisen. Graue, 8. te rest 9 weiße und chamois rein leinene Tischdecken in den schönsten Damastblumendessins, das so bob 2. irtes Zimmer Stück von 1 fl. 45 kr. an, wie auch Dessertservietten. 800 Dutzend weiß rein g. apt r Kaufmann St leinene Taschentücher für Herren und Damen, das halbe Dutzend 1 fl. 30 kr.,. 8— amm. 1 fl. 45 kr., 2 fl. bis 5 fl. Für Schnupfer. Farbige Taschentücher das halb Dad. 1 Durchsichtige Glycerinfeife! 1 fl. 12 kr., 1½ Dzd. 2 fl. und höher. Imitirte weiße Taschentücher, große Sorten, 1 ½ Dzd. 54 kr., 1 fl. 12 kr. Halbleine Taschentücher für Kinder das halbe Dzd. 30, Seen 1789. zur Verschönerung der 36, 48 kr. Englischer Shirting per Elle 8 bis 12 kr. 15 „% au, i in Sue. ih. 10. 12. 18 kr. Französische batistleinene Taschentücher mit eleganten, breiten Bordüren, 8 14, daß 77 3 ilh. Fertsch. das halbe Dutzend 2 bis 7 fl. Leinene Einsätze zu Herrenhemden in ½/ Dutzend, nh Garantie für reine Cacao und Zucker. das Stück von 36 kr. 1¼ breite Betttücher Leinen ohne Naht.* 1 51 Lager der vorzüglichen, Chocoladen des Hauses Außer diesen hier oben genannten Waaren befindet sich hier noch eine Parthie halb- 85 0 Franz Stollwerck 8 Söhne in Köln unterhalten: leinener Artikel in schwerster und vorzüglicher Qualität, welche zu folgenden Preisen fort- 2 Un. Wilh. ene Sele. A gegeben werden: Tischtücher zu spottbilligen Preisen, Servietten das halbe Dutzend 1 fl. 12 kr. fn 163. 1 i— 2 bis 2 fl. Ein Gedeck mit 6 Servietten 3 fl. Eine Parthie Halbleinen, für Kinder- 8 7 a und Bettwäsche sich eignend, das Stück 6 fl. 30 kr. bis 7 fl. 251 + 5 Emser Pastillen a Vorhangstoffe per Elle 9, 10, 12, 18 kr. und höber. Große Vorhaͤnge f K r 05 0 0 per Fenster fl. 2., 2½., 3½. und höher. Cachemir Tisch- und Commodedecken 8 1 Emser Mineralwassers bereitet, bekannt durch ihre vor, fl. 1. 30, fl. 2. und höher. N 85 K gaglichen Wirkungen gegen pale und Bruf in Nur während 4 Tagen von nächstem Montag bis Donnerstag Abend. 2, eee du be def dene bet f Verkaufslokal * 5* 4 1 1 C. Wahl, in Nauheim bei Herrn Ph. J. Weiß. 1 W 0 l a 1¹. 0 N 8 Herr Feara Schäfer 15 1 00 Die Passillen werden nur in eilkettirten Schachteln Breitestraße vis-A-vis der Post(Parterre) im Hause des Herrn Georg Schäfer. versand:. Königliche Prunnenoerwaltung zu Bad⸗ Ems. nene eee ee nnr N* a Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich von heu 1 ab das Manufacturwaarengeschäft des Herrn J. Nußbaum, Hoflieferan in Bad⸗Nauheim käuflich übernommen habe und werde solches unte der Firma b N 52 8 28 cb„ vormals J. Nusß baum, Hoflieferant 17 5 in gleicher Weise fortführen. 52 Zugleich mache ich darauf aufmerksam, daß ich noch eine 1 Herren- Garderobe ⸗Fabri. Damen⸗Confeetion 4 A bakrädken e in damit verbunden habe und versichere bei sehr großer Leistung di 5 reellste und billigste Bedienung. 5 5 Den von meinem Vorgänger übernommenen Waarenrest verkauf ich, um damit zu räumen, unterm Fabrikpreis. 1 Bad Nauheim den 1. October 1869. 1 Achtungsvoll 10 langt 1 1 ö N 1 1 1 f N 0 17 ö 10 di 1 1 seliche 165 1 1 10 1 . ö haben 1 35. 5 1 35 1 1 schulden 5„ ir Fing 0 schlieg aßlich eculd N dec TB. Wiederverkäufer von Artikeln aus meing Herren⸗Garderobe⸗Fabrik erhalten entsprechenden Rabat und „ N (Hierzu Unterhaltungs⸗Blatt Nr. 40 und eine Beilage.) 10