Donnerstag den 30. Januar. M13. 4 zeiger * für Oberhessen. 1 5 thält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. — Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samflag. Bestellungen auf den„Anzeiger für Oberhessen“ werden noch fortwährend von allen Posistellen und der Verlagsexpedition für das erste Halbjahr angenommen — Betreffend: Die Elo richtung der Nachtwache in den Amtlicher Theil. Gemeinden des Kreises Friedberg. Frredberg den 26. Januar 1868. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und den Großherzogl. Polizeicommissär zu Wickstadt. Im Interesse der offentlichen Sicherheit und Ordnung, um Personen und Eigenthum vor möglicher Verlezung zu bewahren, ist der fünktliche Vollzug der in den Orten unseres Kreises eingeführten Nachtwache dringend geboten. Veranlaßt durch die mehrfach von uns machte Wahrnehmung, daß die Nachtwache in einzelnen Orten nicht ordnungsmäßig abgewartet, ja sogar öfters ganz unterlassen werde, eben wir Ihnen auf, den Nachtwächtern Ihres Ortes bei Meidung von Geldstrafen und in Wiederholungsfällen bei Die nstentlassung den zunktlichsten Vollzug ihrer Dienstobliegenheiten einzuschärfen. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 22. Januar 1864(Intell. Blatt Nr. 8) werden Sie übrigens die Nachtwächter iber die Erfüllung ihrer Dienstpflichten genau controliren resp. controliren lassen und die Contravenienten sofort uns zur Anzeige brin zen. NAA Hessen. Darmstadt. Des Großberzoge F. H. hat der hiesigen freiwilligen Turnerfeuerwehr fur ihre Unterstützungskasse für verunglückte Feuer— pehrleute 300 fl. aus dem Fonds für öffentliche ind gemeinnützige Zwecke bewilligt. — Die erste Kammer beschloß in ihrer Sitzung dom 27. d., bei den Wahlen fürs Zollparlament die Wahlfähigkeit auf hessische Bürger zu be— schränken. Der vorgelegte Gesetzentwurf über die Militärdienstpflicht in den neu erworbenen Landes- beilen wurde vom Ministerium zurückgezogen, da eine Vorlage nach den Bestimmungen des für den norddeutschen Bund geltenden Militärgesetzes dem- nächst ersolgen soll. — Zu dem nculichen Berichte über den Bau der Riedbahn ist ergänzend zu bemerken, daß nun auch die Gemeinde Groß-Rohrheim den ihr angesonnenen Beitrag zu den Kosten der Ried- dahn mit 10,000 fl. verwilligt hat. — Der zum Abgeordneten für das Zoll- parlament vorgeschlagene frühere Direktor der hessischen Ludwigsbahn ⸗Gesellschaft, Commerzien⸗ tath Kempf, hat die ihm angetragene Candidatur abgelehnt. L Unter dem Titel:„Offener Brief an die Abgeordneten der zweiten Kammer der Stände des Großherzogthums“ ist eine Broschare erschienen, welche die Bedeutung der höheren Gewerbeschule der früheren Zeit, und die Unzulänglichkeit der jetzigen technischen Schule beleuchtet. Es wird darin nachzuweisen gesucht, daß die höhere Gewerbeschule nur wegen mangelnder Unterstützung sich nicht zu einem Polptechnikum emporschwingen konnte, daß es aber ein schwerwiegender Tag in der Geschichte Hessens sein würde, an welchem die Stände des Landes, entgegen der Vorlage der Regierung, die Vernichtung des Instituts beschließen würden. — Einer uns zukommenden Nachricht zufolge, deren Richtigkeit uns jedoch noch nicht hinlänglich verbürgt erscheint, und die wir daher nur unter allem Vorbehalt mittheilen können, ist der Verkauf der Offenbach Frankfurter Bahn an Preußen, wogegen dieses den Bau der Offenbach Hanauer Bahn vornimmt, abgeschlossen, und sehlen nur noch die gegenseitigen Ratisikationen. So berichtet dit„H. Losztg.“ in ihrer neuesten Nummer. Preußen. Berlin, 27. Jan. Abgeord- netenhaus. Der Präasident zeigte der Kammer den gestern erfolgten Tod des Abg. Reichenheim au. Ein Antrag Virchow's, betressend die Or- ganfsation der Medicinalbehörden im ganzen Laude und Erweiterung des Geschäftskreises der Pro- vinzial-Medicinalcollegien, Von der Lahn. Der„Rh. K.“ meldet, wurde angenommen daß der Bau der nassauischen Eisenbahnen und ebenso auch die Position für Landes-Trian-⸗ Limburg-Hadamar und Diez-Hahnstätten so rasch in Angriff genommen werden soll, als es die — Das Kammergericht cassirt in seiner heutigen nöthigen Vorarbeiten zulassen. gulatios genehmigt. Sitzung die Verurtheilung Twesten's zu 2 jährigem Bayern. München. Die Reichsraths⸗ Sefingeif and erkannte auf 300 Thlr. Gele buße, kammer faßte den Beschluß, die von ihr befür⸗ eventuell 4 Monat Gefängniß, indem der Gerichtshof wortete Concessionspflicht des Buchhandels und gleichzeitig erklärte, daß er bei seiner früheren Auf- die vierjährige Dienstzeit der Cavallerie fallen fassung des Artikels 84 beharre und nur in Folge des zu lassen. Es ist somit zwischen beiden Kammern Ausspruchs des Obertribunals anders erkennen müsse. bezüglich des Wehrgesetzes und Gewerbegesetzes — Wie die„Kreuzzeitung“ mittheilt, haben eine Uebereinstimmung ersolgt. die in der Frage der Spielbanken von den Ministern ausgesprochenen Grundsätze die königl.! Genehmigung erhalten. Auf Grund derselben werden weitere Verhandlungen mit den Spielbank— Ge sellschaften angeknüpft, welche mit Rücksicht auf eventuelle Schließung der Banken durch ein noch in dieser Session festzustellendes Gesetz möglichst beschleunigt werden sollen. Geheimerath Wohlers wurde in dieser Angelegenheit als Regierungs- commissär nach Wiesbaden gesandt. — Abgeordnetenhaus. Zu dem Etat der direkten Steuern beantragen: Bassenge Auf- hebung des Zeitungsstempels, Hennig Aufhebung der Mennonitensteuer. Der Regierungscommissär erklärt, die Mennonitensteuer werde im nächsten Etat auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht im Bunde wegfallen. — Wie aus Insterburg in Ostpreußen gemeldet wird, hat in Heydekrug ein großer Arbeiter-Crawall statigefunden. Etwa 150 Arbeiter wollten vom Baurath beim Chausseebau beschäftigt werden, da sie auf die betreffende Bekanntmachung zum Theil Meilen weit herbeigekommen. Die Zahl der zu beschäftigenden Arbeiter war aber schon complet und deßhalb Arbeit nicht zu beschaffen. Nach sehr tumultuarischen Auftritten gelang es dem Landrath die aufgebrachten Arbeiter durch Austheilung von Brod- und Suppenmarken und das Versprechen Arbeit zu verschaffen, zu be— schwichtigen. — Der„Königsb. n. Ztg.“ wird aus einem aus dem Ragniter Kreise eingegangenen Privat. briefe folgende Thatsache mitgetheilt:„Zwei noch schulpflichtige Kinder, Bruder und Schwester, wurden von ihrer pflichtvergessenen Mutter bei einer Kalte von 15 Graden zum Betteln aus- geschickt. Am Morgen darauf wurden die beiden Kinder an der Landstraße liegend todt gefunden. Sie hatten sich sest umschlungen. Hunger und Kälte hatten sie getödtet.“ — Abgeordnetenhaus. Der Handelsminister legte einen Gesetzentwurf über das neue Eisen— bahnnetz vor. Dasselbe soll eine Bahnlänge von 290 Stunden umfassen und einen Kostenaufwand von 146 Millionen erfordern, wovon 60 Millionen zunächst zum Bau zu verwenden wären. Frankreich. Paris. Die wegen uner- laubter Berichterstattung über Verhandlungen des gesetzgebenden Körpers vor Gericht gestellten zehn Journale wurden zu je 1000 Fr. Geldstrafe und den Kosten verurtheilt. Die telegraphische Nach richt, daß außer dieser Geldstrafe auch auf eine Gefängnißstrafe von sechs Monaten erkannt sei, wurde alsbald widerrufen. — Der Finanzbericht von Magne sagt in Bezug auf die militärischen Ausgaben von 187 Millionen für 1868 bis 1870; Die Umwandlung des Kriegsmaterials und der Marine ist ein pa— triotisches Werk. Se. Majestät hat gedacht, daß das Interesse und die Vertheidigung des Landes, sowie die Ehre der Nation nicht gestatteten, das begonnene Werk auf halbem Wege stehen zu lassen. Macht ist in der That eine relative Sache; wenn alle Nationen einer neuen und mächtigen Militärerganisation entgegengehen, dann würde die, welche nicht fortschritte, zurückgehen; das Gleichgewicht würde zu ihrem Nachtheil gestört sein. Wir unterziehen urs dahte einer zwar drückenden, aber gebieterischen Nothwendigkeit. Es läge kein Vortheil darin, die Dringlichkeit und die Tragweite dieser Lage für die Finanzen zu verheimlichen. Es wäre eine Illuston, wenn wan hoffen würde, daß mit einem Aufwande von 187 Millionen alles beendigt sein werde. Ein großes Land, wie Frankreich, verzichtet nie auf Verbesserungen, die seine Wohlfahrt und seine Stärke vermehren können. Für die Bewaffnung wird jedoch die Hauptsache gethan sein. Die Completirung derselben, die für weniger dringend * nothwendig zu halten ist, könnte sich nach dem Maße der neuen Hilfsquellen anrelhen. Nußland. Zeitungsberichte besagen, daß die Zustände in den Gegenden des russischen Polens unmittelbar an der preußischen Gränze noch entsetzlicher als in den Nothstandsbezirken Ostpreußens sind. Das Land macht bei einer Durchreise den Eindruck, als ob es nur von zer⸗ lumpten Bettlern bewohnt werde. Aus Mangel an Brod Getreide backen die Bauern allerlei Baumknospen und Wurzelwerk mit dem Mehl zusammen, so daß das Brod wie schwarzer Torf aussieht und selbst für einen nicht verwöhnten Gaumen fast ungenießbar ist. Die Gutsbesitzer leiden ebenso. Während in Preußen alle Orte mit einander wetteifern, der Noth zu steuern, geschieht in Rußland Nichts dafür. Frankfurt. Die einzelnen Comites für den Früb⸗ jahrs⸗ Pferdemarkt sind in voller Thätigkeit. Der Markt wird in gewohnter Weise mit einer Prämiirung eroͤffnet und dauert drei Tage. Die Besiellungen von Stallungen sind schon massendaft eingelaufen. Unter den angemeldeten Pferden befinden sich viele feine Reit- und und Wagenpfecde. Nach den bis jetzt vorliegenden An⸗ meldungen darf man mit Gewißheit annehmen, daß der Frühjahrsmarkt von 1300 Pferden befahren sein wird. Mainz. Großes Aussehen machen dahier die kürzlich an den Tag gekommenen, mit großer Keckbeit und Beharr— lichkeit ausgeführten Veruntreuungen einiger Ladenjungsern. Selbst am Sonntage wurden Haussuchungen und Ver— haftungen dahier vorgenommen und zwar in einigen bis jetzt eines guten Namens sich erfreuenden Familien. Die Veruntreuungen sollen dis auf 13 Jahre zurückgeben. „% Raffinirter Diebstahl. Man schreibt der „Weser⸗Ztg.“ aus Köln vom 19. Jan.:„Soeben wurde hier folgender raffinirte und frech: Diebstahl ausgeführt. Als heute Vormittag der Eisenbahnzug von Verviers an⸗ gekommen war, wurden wie üblich die für Köln bestimmten Briefe und Packete in den bekannten Postbeuteln einem Postconducteur übergeben, welcher dieselben auf einem Postwagen nach dem Postburtau in der Glockengasse zu geleiten hat. Als der Conducteur nach diesem Burcau unterwegs begriffen ist, kommt ein in Postuniform als Wagenmeister gekleideter Mann in heftigster Eile dem Wagen nachgelaufen und holt diesen deim Museum wieder ein, hält ihn dort an und ruft dem Conducteur zu, er habe doch den verkehrten, nach Deutz bestimmten Leutel mit Werthpapieren mitgenommen, hier sei der richtige, man möge ihm den verkehrten dafür aushändigen, es sei große Eile vorhanden, da der Zug nicht länger mehr warte. Der Conducteur, über diese angebliche Verwechselung destürzt, händigt den verlangten Beutel aus und nimmt den angebotenen dafür in Empfang. Als er beim Post⸗ amte in der Slockengasse angekommen ist und der ihm üdergebene Beutel geöffnet wird, finden sich in demselben Lumpen und einige Gewichtstücke vor. Jetzt erst sieht der Tonducteur ein, daß er betrogen worden und erfährt nun aus den Postkarten zu seinem großen Schrecken, daß der abgegebene Polbeutel einen Inhalt von Sendungen im beclarirten Werthe von über 10,000 Thlr. gehabt hat. Den ftechen Betrüger zu entdecken ist die hiesige Polizei augenblicklich sehr thätig. Vorläufig ist auch der Post⸗ conducteur in Gewahrsam genemmen.“ „ Im Frankfurter Parlament saßen auf der äußersten Linken(Partei des Donnersbergs) brei durch innige Freundschaft und Gemeinsamkeit der politischen Ueber⸗ zeugungen verbundene Männer, Wilhelm Adolph von Trützschler aus Dresden, Ludwig Simon aus Trier und Johann Nep. Berger aus Wien. Trützschler wurde am 24. Jannar 1849 zu Mannheim von den Preußen, die der jetzige König befehligte, erschossen; Simon lebt als Verbannter in Paris und darf trotz aller Amnestien noch beute nicht in sein Vaterland zurückkehren; Berger ist Minister des Kaisers Franz Joseph. „, Die Staatsschulden Europas schätzt man, wie das„Br. Holsbl.“ mittheilt, auf 66 Milltarden, 13 Millionen und 11,000 Fres., deren Zinsen auf 2 Milliarden, 438 Millionen und 963,000 Fres. An der Schuld participiren: England mit 18,665,270,000 Fres, Frankreich mit 12 315,946,000 Fres., Oesterreich mit 7,078.0 28,000 Fres., Rußland mit 6,883, 280,000 Fres., Italien mit 5,288,000,000 Fr., Spanien mit 4,705, 370,000 Fres., Niederlande mit 2,100,387,000 Fres., Preußen mit 1,6 26,624,000 Fres., Deutschland mit 1,884,514,000 Fres., Türkei mit 1, 238,000,000 Fr., Portugal mit 1.069,852,000 Fres., Dänemark mit 747,737,000 Fres., Belgien mit 655,486,000 Fres., Griechenland mit 452,672,000 Fres., Schweden mit 419 225.000 Fres., Rom mit 336,891,000 Frcs., Norwegen mit 46,230,000 Fres. „ Die neueste Nummer der„Gartenlaube“ enthält Folgendes: Eine Mahnung, keine Bitte! Vor fünfundfünfzig Jahren wand sich ganz Deutschland unter dem furchtbaren Druck der Napoleonischen Gewalt— herrschaft. Alle deulschen Fürsten beugten sich dem noch Ueber mächtigen und ihre Völker bluteten noch in seinen Schlachten, selbst als die Flammen von Moskau und die Wogen der Berezina eine neue Zeit verkündeten. Da wagten es zwei Männer und ein Volk, die Kette zu zerreißen, die sie an Frankteichs Joch festhielr: Mork und Stein und das Volk der Ostpreußen waren es, an deren helllodernder Begeisterung der Muth der übrigen deutschen Stämme sich entzündete; dort war die Geburtsstätte der Landwehr, des Volks in Waffen, dessen Treue und Tapferkeit das Vaterland den ersten kühnen Schritt zu seiner Befreiung verdankt. Und beute, nach fünfundfünfzig Jahren, erliegen die Enkel jener Helden von 1813 der gemeinten Noth: dem Hunger! Landsleute in Süd und Nord! das deutsche Herz schreckt weder Oesterreichs Schlagbaum zurück, noch kennt es eine Mainlinie, läßt es doch selbst durch das Meer sich keine Trennung gebieten, sondern folgt allezeit dem Rufe der Volksehre und Menschenliebe, die ihm Dankbarkeit zur Pflicht und Hülfe zur Schuldigkeit machen. Und in diesem Geiste bitten wir nicht, sondern ermahnen Alle, die sich Deutsche nennen, zu rascher That für die Reitung der ostpreußischen Brüder. Daß wir dies anscheinend so spät thun, entschuldigen unsere Freunde, welche wissen, daß Das, was sie heute lesen, schon vor drei Wochen, der kürzesten Herstellungsfrist der Gartenlaube, zum Druck abgegeben worden ist. Die jüngste Zeit war nur allzu reich an deutschem Unglück, und wie alle öffentlichen Organe, hat auch die Gartenlaube die Pochherzigkeit ihrer Leser stark in Anspruch genommen; wo aber die Noth so laut und eine solche Noth ruft, wäre jede Entschuldigung, daß wir den Jam⸗ mertuf weiter tragen, Sünde. Unser Opferstock ist bereit; Gott lenke die Herzen und Hände! Die Redaktion der Gartenlaube Telegraphischer Bericht. Mittetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent. Das Hamburger Pestbampfschiff„Hammonia“, Capt. Ehlers, welches von New⸗York am 14. Januar abging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen glücklichen Reise von 10 Tagen 2 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmlen Passaglere und Posten gelandet, Dasselbe bringt 76 Passagiere 1200 Tons Ladung 4 58 Briessäcke. Das Hamburger Postdampfschiff„Bavaria“, Capt. Meier, welches am 31. Dezember von Hamburg via Southampton abging, ist nach einer schnellen glückliche n ö Reise von 20 Tagen wohlbehalten in New-Orleans angekommen. 2 Die unvollkommene Bereitung und Reinigung des Gases. Friedberg. Es ist in diesen Blättern mehrfach gerügt worden, daß das Leuchtgas der hiesigen Gasfabrik in keiner Weise, weder in Bezug auf Leuchtkraft noch auf seine sonstige Reinheit, den bescheidensten Anforderungen der Consumenten entspreche und es ist in der That auffallend, daß von keiner Seite, weder von der Fabrik selbst, noch von Seiten der Stadtbehörde eine dauernde Abhülfe geschaffen wird. Es unter⸗ liegt keinem Zweifel, daß das Gas unvollständig 4 gereinigt wird; es bleiben hierdurch Gase, namenk⸗ lich Kohlensäure, Schwefelammonium und Schwefel ⸗ wasserstoff dem verbrennenden Leuchtgas beigemischt und beeinträchtigen ebensowohl die Leuchtkraft auf Kosten der Consumenten, so wie ste auch die Luft der beleuchteten Räume verderben und verpesten. Für die Gesundheit ganz besonders nachtheilig ist es, wenn schwefelhaltige Gase mit ausströmen; diese verbrennen nämlich bei Luftzutritt unter Bildung von schwefliger Säure, welche die Augen und Athmungsorgane belästigt und reizt und besonders für Brustschwache höchst empfindlich ist; es ist dies dasselbe Gas, welches sich beim An- zünden der Schwefelhölzer bildet und gewiß hat Jeder schon hierbei die Erfahrung gemacht, wie unangenehm es ist, wenn das sich entwickelnde schwefligsaure Gas in Augen oder Lunge kommt, Dies Gas ist es, welches in den letzten Wochen dem hiesigen Leuchtgas in nicht unbedeutender Menge beigemischt ist, obgleich es sich durch einigermaßen aufmerksame und sachverständige Reinigung(entweder durch öftere Erneuerung des Waschwassers oder frischt Füllung der trockenen Reiniger) sehr leicht vermeiden läßt. Im Interesse der biesigen Einwohnerschaft halten wir es deshalb für durchaus geboten, daß von den vorgesetzten Behörden strengstens für die Folge darauf zu sehen sei, daß diesem Uebelstand abgeholfen werde. Der Preis des Gases ist zuden so hoch, daß man recht gut ein reines Gas ver⸗ langen kann. Gelingt es dem Vorstand der Gasanstalt nicht, das Gas vollkommen zu reinigen, so befrage er sich bei Chemikern oder sonstigen Technikern, damit die Fabrikation je nach den verarbeiteten Kohlen it. zweckentsprechend abgeändert werde. O Zur Geschichte des Zeitungswesens. Der„Frankf. Stenograph. Ztg.“ entnehmen wir darüber nachstehende Notizen: Im Zeitungs⸗ unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. wesen ging Deutschland dem Auslande voran, und Die Packetboote nach Amerika. Von Dr. Curtman. Was menschliche Kraft in Verbindung mit Thieren und mit Na- schinen aller Art vermochte, das ist jetzt alles weit überboten durch den Dampf, welchen der Engländer Watt der menschlichen Einsicht dienstbar machte. Schon Jahrhunderte lang ist Amerika entdeckt, und wurde von Goldsuchern und Handelsleuten besucht und durchforscht. Allein man brauchte Monate und Wochen nur um an die Küste zu gelangen. Bon Bequemlichkeit der Reisenden war gar nicht die Rede. Man war froh, wenn man mit dem Leben davon kam. Das besserte sich zwar in der neueren Zeit, aber es wurde doch noch als ein Wunder betrachtet, als ein nordamerikanisches Schiff einmal in 4 Wochen den Ocean durch⸗ schnitten hatte. Denn Dampfschiffe für die Fahrt zu verwenden, bielt man für unthunlich, weil man das Fahrzeug zu schwer mit Kohlen beladen müßte. In der nenesten Zeit hat man auch dieses Hemmniß überwunden, theils dadurch, daß man Segelausstattung mit Dampfkrast verbindet, theils daß man leichteres Brennmaterial anwendet als gewöhn⸗ liche Steinkohlen. So ist es denn dahin gekommen, daß ein Packetboot neuester Bauart und Aus rüstung in 11 Tagen von Europa nach Amerika und in ebenso viel Zeit zurückfährt. Nehmen wir als Beispiel das eiserne Dampf-Paketboot Cimbria, welches die Fahrten von Hamburg aus macht. Es ist ein eisernes Dampfschiff, zugleich mit Segeln versehen, von 3000 Tonnen Gehalt(Tonne 2000 Pfund) und von 2500 Pferde⸗ Das Schiff ist schlank gebaut, 330 Fuß lang, 40 breit, mit einem kraft. Tiefgang von 24 Fuf; die regelmäßige Geschwindigkeit desselben beträgt 14 Kneten in der Stunde(4 Knoten eine Meile). Bei einer seiner Fahrten hatte die erste Cafüte 68, die zweite 120 Passagiere, das Zwischendeck 600 Die Zahl der Osstziere betrug 4, ebenso viele In⸗ genieure, 1 Arzt und 1 Apotheker; die bedienende Mannschaft belief sich auf 120 Mann. In den Cajüten waren zahlreiche Verzierungen, Bilder mit vergoldeten Rahmen und dergleichen. Die Schlafzimmer hatten alle Bequenlichkeiten wie in großen Gasthöfen. Auch die zweite Cajüte war mit reichlichen Bequemlichkeiten versehen. Ein besonderes Rauchzimmer war vorbehalten, daneben eine Apotheke. Zu der Verköstigung kam auch täglich frisches Brod. Doch konnten nur wenige Gebrauch von all diesem Luxus machen, weil die Seekrankheit sie unfähig dazu machte. Denn die Fahrt war vorbei, ehe man sich ganz an das Schaukeln gewöhnt hatte. Diesem ähnlich ist jetzt eine große Anzahl Paketboote ausgerüstet. Einige Worte über Empfehlungsbriefe. Um die Mitglieder des New⸗Norker deutschen Handelsstandes vor mannigfachen Unannehmlichkeiten und Verlegenheiten zu wahren, richtet die„New⸗Jorker Handels⸗Zeitung“ an ihre auswärtigen Leser eine drin⸗ zende Bitte:„Mehr als zuvor scheint man in neuester Zeit in Deutsch⸗ land sich der ungerathenen Söhne durch Aussendung nach New ⸗ Vork zu entledigen und die unglücklichen Väter oder sonstigen Verwandten, wenn sie nicht selbst Freunde oder Bekannte hier haben, an welche sie ihre 5 1 1 bach 2 müngt, * 91. 12 Ot darin. e im 19. f tun f 1 bringt n von Of die jetzt purden f so ungern vor, daß, tin Hals den Wor hat, sob nicht ach Oeg von den 5 4* 8 n Deutschland war es Frankfurt, wo das eigent lde Zeitungswesen seinen Ursprung nahm. Im . Jahrhundert, zur Zeit der Türkenkriege, halte nedig seine„Schriftliche Notizen über die Be enheiten des Krieges“, und von einer Silber- Gazetta, für welche dieselben verkauft warden, baben verschiedene Sprachen das Wort fir„Zeitung“ erhalten. Dieses, das deutsche Bort, ist abzuleiten von„Teiding“, d. b. Tag⸗ dug, Tagverbandlung, und nur mißverständlich 0„Zeit“ angelehnt. Holland hatte Bülletine ir seine Gesandten, das Welthaus Fugger in gsburg, deßgleichen für seine Correspondenzen. Epäter begannen die Almanache Uebersichten über de Weltbegebenbeiten zu bringen leine solche tebersicht wurde oft Postreiter genannt), noch äter seit 1612 batte man Aviso's, Relationen her Zeitungen, die numerirt, aber nicht periodisch escheinend die Weltbegebenheiten brachten. Frank- ert erreichte die Priorität mit den eigentlichen zeitungen. Als Ursache erscheinen das blü⸗ Inde Buchdruckerwesen und der ausgebreitete kuchhandel, die bedeutenden Messen und die tinstige Lage Frankfurts als Mittelpunkt des zostverkehrs. Die milde Censur der Reichsstädte förderte den Ausschwung. 1615 erhielt E. Emmel vm Rath die Bewilligung zur Herausgabe einer nuen Zeitung, des jetzt noch bestehenden Frankf. wurnals. 1616 wurde die Postzeitung gegründet. die ältesten Nummern davon, die auf der Stadt- bliothek aufbewahrt werden, sind von 1658. Deder Annoncen noch Lokalnotizen finden sich urin. Spät erst wird der Druck genannt, erst m 19. Jahrhundert der Redakteur. Die Post⸗ itung trug oft Sprüche an der Spitze. So B. 1680:„Ich eile durch die Welt und einge neue Mähr“, so wahrhaft als ich kann, on Ost und Westen her.“— Die Nachrichten, ge jetzt die öffentlichen Anzeigeblätter bringen, rurden früher von der Kanzel bekannt gemacht, ungern die Geistlichen es thaten. So kam es wr, daß, als einmal eine Magd in der Fahrgasse münze, blätter; die Postzeitung kostete 4 fl., das Journal 3 fl. 30 kr. 1796 wurde ein Redakteur, dessen Blatt die Nachricht gebracht hatte, General Wurmser habe die Franzosen geschlagen, bei Nacht aus dem Bette geholt, auf die Wache geführt und sollte, trotzdem er sich darauf berief, der französische Sekretär habe sein„vu“ oder „bon“ darunter geschrieben, nach Mantua gebracht werden, um sich von der Falschheit der Nachricht selbst zu überzeugen. Zum Glück füc ibn bestätigte sich die Meldung dennoch. Für die Nothleidenden in Ostpreußen sind weiter eingegangen: Achte Liste: Bei Director Steinberger: Aus Münzenberg, ge⸗ sammelt durch Herin Lehrer Köhler von 23 dortigen Ein⸗ wohnern zusammen nach Abzug von 6½ kr. Porto 13 fl. 50, von Herrn Apotheker Görtz 2 fl.— In Summa 15 fl. 50. Im Ganzen bis jetzt eingegangen: 709 fl. 359 kr. Besten Dank sagend, bitten wir um weitere Gaben. Friedberg, den 29. Januar 1868. Im Auftrag des Hülfsvereins-Vorstandes Steinberger. Bei der Unterzeichneten gingen zu den in voriger Nummer bescheinigten Gaben weiter ein: Von Revterförster Kirchner in Ziegenberg 2 fl. 30, bei Spazierentragen eines Naußdeimer Katzenjammers weiblichen Geschlechtes ge ⸗ sammelt 45, durch Pfarrer Heßler in Assenheim von Frl. Friedrich das. 30, von Herrn Pfarrer Becker in Bruchen⸗ drücken 3 fl 30, von Lehrer Loos in Södel 1 fl. 20 und durch denselben in der ersten Schule daselbst gesammelt 2 fl. 41. Zusammen 11 fl. 16 kr. In Summa bis jetzt bei uns eingegangen: 388 fl. 22 kr. Mit berzlichstem Dank bittet um weilere Gaben Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen. Die Illustrirte Dorfzeitung des Lahrer Hinkenden Boten für 1868, Erstes Heft, welches so eben in neuer Auflage erschien, liegt uns vor und bietet einen reichen, sowohl unterhaltenden als auch belehrenden Inhalt. An Erzählungen finden wir zunächst eine Kriminalgeschichte von Temme,„Das Kreuz“, mit wahrbaft künstlertschen Illustrationen. Es schließt sich daran eine edenso spannende wie glänzend geschrie ⸗ bene größere Novelle,„Laura oder das lebende Vermächt⸗ en Halstuch verloren hatte, der Pfarrer dies mlt den Worten bekannt machte:„Wer es gefunden niß“, von Gustav Hocker. Die Ausstattung dieses ächten Famillenblattes ißt ausgezeichnet, und die außerordentliche lat, soll es behalten, warum gibt die Schlamp Verbreitung aus Inhalt und Ausstattung leicht zu erklären. ncht acht.“ Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erschienen — Tausende von Heften gehen allmonatlich über das Meer und wo in Dautschland der Kalender des Labrer Hinkenden Boten Aufnahme gefunden har(nach einer wn den Hauptzeitungen wöchentlich 4 Quart geschäftlichen Mittheilung des Verlegers in einer halben Million und 15,000 Exemplaren) bahin ist ihm auch die Illustrirte Dorfzeitung gcsolgt. Die Expebltion dieses Blattes empfängt monallsch ein Hest und ist bereit, die erschienenen Heste zur Ansicht vor zulegen und Bestellungen anzunehmen. Preis monatlich nur 12 kr. (D. 3.) Die heilsame Wirkung des Honigs war schon den Alten bekannt. Schon Aeschylus erzählt uns von ber guten Wirkung des Honigs bei Husten un? allen katarrhalischen Anfällen. Hufcland nennt den ge⸗ reinigten Honig das köstlichste Medikament aus dem Thierreich und sagt:„Der Honig ist der unentbehrlichste Hausarzt jeder desorgten Mutter und der Universalarzt gegen viele Krankheiten.“ Allein für sich und in größeren oder öfteren Gaben genossen, wirkt jedoch der Honig zu sehr anregend ober überreizend, auch selbst in ganz ge⸗ läutertem Zustande. Ungeachtet dessen, hatte es doch bis auf die neuste Zeit Niemand versucht, dieses vorzügliche Naturerzeugniß in leicht zu applicirender und nicht über⸗ reizender Beschaffenbeit dem Publikum darzureichen, bis vor einer Reihe von Jahren Herr L. W. Egers in Breslau auf diese glückliche Idee kam. Er griff zum Honig, läuterte ihn von allen ungehörigen Beimischungen auf das Rationellste, vermischte ihn mit verschiedenen vegetabilischen Stoffen, unter diesen auch mit den Extractiv⸗Stossen der Fenchelpflanze und gelangte so im Jahre 1859 zu der Erfindung tines heilsamen und an⸗ genehmen Mittels, dem ex zu Folge seiner Haupibestand⸗ thelle die Bezeichnung:„Schlesischer Fenchel⸗Honig⸗ Extract“ beilegte. Da hierdurch einem allgemein ge ⸗ fühlten Bebürfniß, ein Radikal⸗Hausmittel gegen Husten, Heiserkeit, Katarrh, Verschleimung ꝛc. zu besitzen, genügt wurde, so konnte es nicht ausbleiben, daß ihm bald von Nah und Fern Aufträge darauf zugingen. Wir enthalten uns jeder weiteren Lobeserhebung di ses Fabrikats, da es durch seine heilbringenden Wirkungen und den Weltruf, welchen es bereits erworben, genügend für sich selbst spricht. Nur darauf wollen wir aufmerksam machen, daß auch in die Bereitung dieses allgemein bekannten Schlesischen Fenchel⸗Honig⸗Extracts“) von L. W. Eger s in Breslau die lukrative Spekulation ihre pfuschende Hand sireckt, und aufmerksam gemacht durch dessen weltver⸗ breiteten Absatz es Einzelne gewagt haben, eine stümper⸗ hafte Nachahmung mit dem prunkvollen Aushängeschild: „Eigene Erfindung“ auf marktschreierischer Weise anzubteten. Wir halten es für unsere Pflicht, das Publikum vor derartigen Nachpfuschungen ernstlich zu warnen. Man wolle sehr genau darauf achten, daß jede Flasche des ächten Schlesischen Fenchel⸗Ponig⸗Extracts die eingebrannte Firma von L. W. Egers in Breslau trage, sowie mit seinem Siegel und auf dem Etiquette mit seinem Facsimile versehen sein muß. (Alle geehrten Zeitungs⸗Redaktionen werden gebeten dieses Reserat im Interesse des Pudlikums in ihre Spalten aufzunehmen.) e) Die aulorisirte Niederlage des Schlesischen Fenchel⸗ Honig⸗Extracis von L. W. Eger s in Breslau is nur dei Jos. Hoffmann in Friedberg. 225 Faselochs⸗ Versteigerung. 20 Freitag den 31. d. N., Vormittags 11 Uhr, soll t dem Gemeindehaus ein der Gemeinde gehöriger, zn Schlachten geeigneter Faselochs öffent ich meist · drtend versteigert werden. Nleder⸗Florstadt am 27. Jannat 1868. Großherzogliche Bürgermeißeret Nleder⸗Florstadt NN Oer Beigeordnete Schaubach. Ein braver kräftiger Jursche 24 wird zu zwel Pferden gesucht. Näßderes zu er ngen bel der Exper. d. Bl. unter Nr. 224. Bei G. G. Lange in Darmstadt fich. 80. gey 54 kr. ist wohl ist erschienen und in der Buchhandlung von Bindernagel& Schimpff in Friedberg zu haben: Supp, Gemüs und Aeisch. Ein Kochbuch für bürgerliche Haushaltungen oder leicht verständliche Anweisung alle Arten von Speisen und Backwerk billig und gut zuzubereiten.— Nebst ernem 11 Anhang vom Einmachen der Früchte.— 14. unveränderte Auflage mit 1 Stahl⸗ 5 Dasselbe fein geb. in englische Leinwand 1 fl. 12 kr. Der Verkauf von 66,000 Ezemplaren seit kurzer Zeit der beste Beweis seiner anerkannten Brauchbarkeit. Vaugenichtse adressiren können, geben Handelssirm u Verbindung stehen, um Empfehlungsbriefe an hittsteller, ganz besonders, wenn ditse in guten ure Empfodlenen keine petunlären Opfer fordern oder befürchten lassen, ud wohl in den meisten Fällen Ursache einer leichtfertigen Gewährung salcher Bitte, und so kommen denn mit fast jedem Dampfer aus Deutsch⸗ lund neben vielen achtbaren jungen Männern, auch manche hier an, die rit einem kleineren oder größeren Accreditiv an hiesige Häuser auch warme, Ser unverdiente Empfehlungen präsentiren. Ist man so glücklich, solchen Kurschen eine Stelle zu verschaffen, so erntet man gewöhnlich in kürzester zeit Schimpf und Schande; gelingt es nicht, den Empfohlenen zu placiren, e hat dieser in der Regel das erhobene Geld schnell durchgebracht, und jeht man sich gelegentlich nach ihm um, so findet man ihn, wenn ihn Schwindeleien nicht schon in ein Gefängniß geführt haben, oft zänzlich f 1 urlommen in irtzend einer verrufenen Spelun Hospital. Ist man nun auch durch bittert Erfahrungen hier bereits so wrsichtig geworden, daß ohne Garantie für den guten Charakter des mpfohlenen diesem der Familienkreis verschlossen bleibt, so sind doch, betunfärt Opfer gar nicht gerechnet, die Una enug, um alle Empfehlungen, wenn sie nicht von erprebten Freunden ausgestellt sind, mit Mißtrauen entgegen zu nehmen. Anteresse unserer deutschen Kaufleute, wie zum Besten braver junger Leute, ue New-Nork zum Domicil wählen, an unsere fremden Leser die dringende Sitte, Empfeblungsbriese nur solchen Leuten auszustellen, von deren red⸗ en, die mit New Nork . Rücksichten gegen die Verhältuissen sind, für zugestehen, ke oder auch in einem unehmlichkeiten zahlreich Es ergeht nun im gehalten in der Stadl. bekommen zu Alzey, seine lichem Charakter sie vollständig überzeugt sind, und damit ibren hiesigen Freunden Verdruß und Verlegenheiten zu ersparen. daß mancher junge Mann, der sich durch irgend einen Fehltritt oder durch leichtsinnigen Lebenswandel drüben unmöglich gemacht dat, bier ein nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft werden kann, solchen Leuten ist jedoch mit Empfehlungen wenig oder gar nicht gedient; mit möglichst geringen Geldmitteln versehen, auf sich selbst angewiesen, werden sie bald gezwungen, sich mittels körperlicher Arbeit zu ernähren, und das ist für leichtsinnige Personen der sicherste Weg zu einer achtbaren Stellung.“ — r. Alte Geschichten, so heiter zu lesen. 1624 den 19. Februar hat ein Juden Metzgers Sohn, Juwen, genannt zum Garten wohnend, in die Uß wollen reiten; dieweil aber das Wasser mit Eis gangen, ist ein Eisschelgen kommen und wieder das Pferd gestoßen, daß es umgefallen. und der Jud ersaufen müssen, das Pferd aber davon kommen. gesucht, aber nicht finden können. Bis nach 8 Tagen hat ein Soldat fischen wollen bei Fauerbach und hat den Juden alda gefunden. Soldaten zwei Thaler gegeben. Den 25. Febr. auf Matthiastag baben die Jungen aus der lateinischen Schule in die Kirche in der Burg gehen wollen, aber die Soldaten haben es ihn verwehret. Endlich ist M. Johann Patibenius zum Rittmeister gangen, da bat er es erlaube. nachdem sie 1 Stunde vor der Burg gestanden baben. Es ist auch ein Begrabniß gewesen und ist wieder zurück ⸗ gangen. Die Ursach ist gewesen: es hat ein Leutinant bier gelegen, der sein Quartier Wir wollen gern Man hat den Juden Da hat des Juden Vater dem Man hat auch die Thore zu Frau aber noch eine Weile bier gelassen, endlich soll die Frau auch nach Alzey, so will sie Niemand binführen(fahren) derowegen haben sie die Thore nicht aufgethan, so lang bis man sie binweggeführt hat. (Prodatum ost.) Faselochs-Versteigerung. 214 Freitag den 31. Januar d. J., Vormittags 11 Ubr, soll in biesigem Faselstall ein zum Sprunge untauglich gewordener, ader sebr schwerer. zum Schlachten ge⸗ eigneter Faselochs, welcher dei der Versteligerung am 24. d. Mis. nicht genehmigt worden ist, nochmals oͤffenelsch meiftbietend verstelgert werden. Friedberg am 27. Januar 1868. f Großherzogliche Bürgermeisterel Friedberg. J. B. d. B. Der Großberzogliche Beigeordnete Fou car. Bekanntmachnng. 219 Für dle biesige Saline sollen auf dem Summissions⸗ wege angekauft werden: 2 Boden 6. en 3 8. ö 3„ 10. Lieferungsanerdietungen find längstens bis zum 11. gebruar o. bei der unterzeichneten Stelle, verflegelt, mit der Ausschrift„Holzlieferung für de Saline Nauheim betreffend,“ versehen adzugeden und konnen daselbdn auch die Lie serungsbedingungen eingesehen werden. 0 Nauhstm den 25. Januar 1868. Oroßherzogltes Salinenamt Nauheim F. Schreider. Weiß. 5 Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 216 Künftigen Montag den 3 Februar, Morgens 9 Ubr, sollen im Oistrikt Langberg, zunächst dem Mäbl⸗ sachser Hof am Nonnenrötber Feld: 1196 schöne Fichten. Baufämme von 5— 12“ Durchmesser und 50— 907 Länge,= 25233 Cudiksuß, versteigert werden. Lich am 7. Januar 1868. Fürstliche Obersörsterel Lich Eigenbrodt. Holz ⸗Versteigerung. 223 Freitag den 21. Februar, Vormittags 11 Uhr, werden in dem Königl. Domantalwalde, Oberförsteerei Brandoberndorf, Gemarkung Espa: 0 1. Distrikt Trieb achs he?. 8025 Stück gemischte Laubholz⸗Plänterwellen. 2. Distrikt Triebachshek d. 1 Stück Nadelholz-Dopfenstangen von 175 Cubik⸗ 5 Floßbolz. 1* Bobnenstangen fuß, 150„ gemischte Wellen, 100„ Nadelbolz⸗ Wellen, öffentlich versteigett. Mit der Bersteigerung wird im Otstrict Triebachs⸗ del 2. begonnen. Zusammenkunft auf dem Vieinalwege von Clesberg nach Espa, an der Abthetlungsschneise. Cleeberg am 26 Januar 1868. Der Königliche Oberfoͤrster Fer ger 176 Ich bin beauftragt anzustellen tüchtige Agenten für die Lebens-, Feuer- und Hagel Branche und nehme hauptsächlich auf solche Bewerber aus dem Handels⸗, Lehrer⸗, Beamten⸗ oder Landwirth⸗ Stande Nückficht, deren Bildung und Ledensstellung sie zum unde fangenen Verkehr in ihrem Krelse befähigt. Bewerber wollen ihren Auerbietungen Referenzen beisugen, wo man sich Auskunft erholen kann, und find die Eingaben sofort an den Unterzeichneten zu richten. Die befähigtsten Bewerber erhalten den Vorzug und können auf lohnende Beschäftigung zählen. Carl Gaulé in Darmstadt. Kopftücher 164 Ich beehre mich hierdurch anzuzeigen, daß mir eine Special von dem General- Agenten Ed. Humann in Mainz, zur Beförderung von Reisenden und nach Amerika, Canada und Australien über die Seehäfen von Bremen, Hamburg, Havre& Liverpool übertragen worden ist und empfehle zum Abschluß von Ueberfahrtsanträgen zu den billigsten Preisen Wechsel auf alle Plätze von Amerika.* Friedberg den 7. November 1867. Agentur Auswanderern Ludwig Weis, Firma: C. C. Weis. Ga a s. 221 Diegnn voriger Nummer ausgesprochenen Klagen über das unreine Gas find nur zu gerechtfertigt. Seit einigec Zeit schon ist nämlich das Gas so schlecht ge⸗ reinigt, daß es bedeutende Mengen von böͤchst übel⸗ riechendem Schwefelwasser⸗ und Schweselkohlenstoff mit sich führt, beides Körper, die beim Verbrennen die der Gesundheit sehr nachtbeilige schweflige Säure dilden, welch letztere durch ihren stechenden Geruch den Auf— enthalt in mit Oas erleuchteten Räumen bald un; erträglich macht. Rasche Abhülfe dieses höchst wider⸗ wärtigen Uebelstandes und strenge Ueberwachung, damit solche Fälle ir Zukunft nicht mehr vorkommen, find deßdalb dringend gebsten. Die Unterzeichneten erlauben sich auf ihre Leihbibliathek aufmerksam zu machen, welche 3400 Bände in deutscher⸗ franzöfischer und englischer Sprache umfaßt und die vor“ züglichsten neuesten Erscheinungen enthält, u. A.: Breier, Rosenkreuzer. Schwartz, Mar. Soph. Gerstäcker, Im Busch. Sämmtliche Werke. Grey, Herrin von Gold- Spielhagen Romane. rauen. Grimm, unüberwindliche Gustav v. See, Gräfin und] Mächte. Marquise. Gutzkow, Hohenschwangau. Höfer, das alte Fräulein— Die Ritter der Industrie. Mühlbach, Deutschland in Stifft, Modernes Leiden. Sturm und Drang. Galen, Jane die Jüdin. Pitawall, Maria Stuart.— Die Tochter des Diplo⸗ Retcliffe, Villafranca. maten. Retcliffe, Puebla. Marlitt, Goldelse. 2c. c. Lesegebühren pr. Tag 2 kr., pr. Monat 30 kr. Abonnements können zu jeder Zeit angetreten werden. Friedberg. Bindernagel& Schimpff. Versteigerung. 217 Mittwoch den 5. Februar d. J., Vormittags 10 Uhr, will Wilbelm Weiffert Witwe zu Meldach, in ihrer Behansung vachstehende Gegenftände ver⸗ sleigern lassen: 2 Pferde, jedes 7 Jahre alt, 3 Kühe, 2 Kluder, 1 trächtiges Matterschwein, 2 vollständige Wagen, mehrere Pflage, 2 Eggen, 1 Walze, 1 Fruchifeg⸗ mühle, 1 Pfuhlfaß, ein Reitzeug und sonstige Occonomiegeräthschaften, sowie eine Quantität Kar⸗ toffeln und Dickwurz. Die Lungenschwindsucht N 222 wird naturgemäß, ohne tnnerliche Medlea⸗ mente gehellt Adresse: Dr. H. Rottmann in Han- deim.(Gegenseitig franco) ele, Futtererbsen 23 del 15 Unterleibs⸗ Bruchsalbe betreffend. Aerztliches Zeugniß. 218 Ich erlaube mir hiermit um ein Töpfchen Ihren ausgezeichneten Bruchsalbe zu biiten, da ich bereste Wunder deren Wirksamkeit beobachtet habe, und dahn dieselbe wärmstens als einzige Hülfe ohne der mindesten Beläßtigung der leidenden Menschhelt gewissenhaft an. empfehle. Olese meine medleinische Anerkennung wollen Sie nach Belieben veröffentlichen. pPawlowltz bei Prerau, Mähren, Oesterreich, den 20. August 1867. Med. Dr. Franz Prziwanek. Obige Salbe ist sowohl direct vom Erfinder Gottlieb Sturzenegger in Herisau, Cantos Appenzell(Schweiz) zu deziehen, als auch durch Perm G. Bleicher, grosberzogl. hessischer Dofbandagist in Mainz u. dr. Apotb. J. B. Lindt ia Frankfurt a. M., S8 58. Preis pr. Topf 3 fl.— gegen Einsendung des Betrags. Heilung, ohne Entzündung, in weitaus den meisten Fällen sicher. Sebrauchsanweisung nebl welteren Zeugnissen gratis. Reichhaltiges Lagen in Bruchbändern. Fruchtpreise. Per Malter. 65 Friedberg, W. Januar. Waizen 16 fl. 45 Kors 12 fl. 50 kr.; Gerste 9 fl. 15 kr.; Hafer 5 fl. 20 Frankfurt, 27. Januar. Waizen 17 fl. 20 Norn 14 fl. 40 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 9 fl. 3 Grünberg, 25. Januar. Waizen 17 fl. 1 Korn 13 fl. 51 kr.; Gerste 9 fl. 36 kr.; Hafer 5 fl. 43 fr.; Molter 12 fl. 30 kr.; Erbsen 11 fl. 35 ki.; Linsen* — tr.; Saamen u. Lein 13 fl.— kr.; Kartoffeln— fl.— kr. Mainz, 24. Januar. Waizen 16 fl. 43 kr.; Ketn. 13 fl. 37 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 5 fl. 58 kr. 3 122 3 fl. 48 kr.; Neggeustroh per 100 Gebuns 0 fl— kr.* Verantw. Red.: Hermann Schimpf. Druck und Verlag von Binder nagel& Schimpf. E E * EFA r Mitgetkeilt von 8. Lindheimer. Frankfurter Cours. Osst. 250 fl. b. R. 1839 „ 200„„ 185461 6. 29. Januar 1868. Cours der Staatspapiere. Oesterr. 5% Met. 1859 1. Lst. 60 P. 1 5% Kat.-Anl. 1854 53% d. 8 5% steuerfreie Oblg. 48½ G. Freussen 4½% Obligat. b. Rth. 97 P. 3 4% 44. 4. 89 6. Bayern 5% Obligation. 101 0 5 4½% ½ jähr. b. Kth. 94 G. l 40% d. de 88½ 6 ren. 4½% Obl.. ktb. 93% 6 5 4% de 4. 2 1. 14½% Obligat. 93 6. 5 4% Obligat.—— Gr. Hess. 40% Obligat. 90¼ P. 3 3½% Obligation.—— Massa 4½0% Obl. b. kh. 94% 0. 5 50 de do 86 ¼ P. Kurhess. 4% Obl. b. R. à 10590 FP. Frankf. 3½j% Obligat. 82 ½ 0 5 0 0 do 72½ 0. Russland 50% Obl. I. L. à fl. 12 4 d. Tinnland 4½% Prdbr. i. k. 10581 0. S.hweden 4½% O. 1. K. à 105 85½½ G. — 4½0% Pfb. 1 R. a 195 9 N.-Amer. 6%, St. I. E. 1882 75% 76 Voll einbezahlte Eisenbahn- Actien und Prioritäten. 4½% Bayr. Ostbahn % Pfandbr. d. Frkf. Hyp.-B. 8 Oesterr. St.-Elsenb.-Prior. 52 6. 6% Oest. Züd. St. u. Lomb. E. B. 91 F 8% Ot. BZüd. St. u. Lomb. E. B. 42 6. 119% 0. 30% Liv. C. D.& D/. fr. à 28 kr. 28½ P. 5% Tose. Centr.-Eisenb.-Pr. 41% 6. 50% Elisabethbahn-Prior. 6% 75 ½ P. 5% de. neueste EMiss. /% 73 P. 4½% Hess. Lud wiged.-Prior. 94% 6. Wiener Wechsel- Cours 98% Fru A- und Verkauf aller Werthpapiere enpfielilt sich bestens unter Zusicherung reeller Bedienung und ertheilt gerne jode gewünschte 14 Auskunft über Verlosungen, Coupons- Zahlungen d. 6. 1 2 * 1„ 100 Pr. L. 1858 f 128 4. 8„ 500 v. 1860% 71 C6. „ 100 Pr. v 180 78,6. 3 Schwed. Thlr. 10-. 10¼ P Bad. 35 fl. Lese 51½ P I Kurh. 40 Thl.-L. b. kx. 53% P. 2 dr. Hes. 50 fl. L. b. k. 143 ½ 0. 8 5 ini 2 Nass. 25 fl. L. b. KR. 38 P 4 Sard. 36 Fr. L. b. B.— Pistolen. 9 49—51 0 8 Deppelte„ 9 50—52 2 Preuss. Friedrd'or„ 9 57—58 Holl. n. 10 Stake„ 9 54—56 2 Rand- Ducaten» 5 37-30 20 Franes- Stücke„ 9 29—39 E Eusl. Sovereigus.„ 11 54—58 2 I Russ. Imperiales„ 9 50—52 old pr. Zoll- P. — Hehh. Silb. pr. Z. Pf. 2 8 Preuss. Kassensch.„ 1 44%% Dollars in Gs„ 227—23 W. Lind heimer in Friedberg Gebrüder Löb. dn, 7 8 best. hessen. i Hießhe bilden die ung und been zur, Alpatlamt u dussel Suutsbürge gung auf el dennäe slgeudt, t. Hestinmun; sanloment unbescholte vide de einem der theilt des 9 Den geschlosser d. Perse Curalel] Contuts worden Concur welche oder der W J) A zum und si Person der Ve zogen tingest Berech Vorne Das zu wi Perso Lebene daher ntistere Vie ö Regen