1868.. 88. ut Dienstag den 28. Juli. 5 5. u Anzeiger für Oberhessen enn 5 9 . 9 5 Deht. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Antelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnersiag und Samsiag. 9 Ut, 5 1 0s Amtlicher Theil. 8 Betreffend: Das Ktelsersatzzeschäft in dem Keeis Friedberg für 1868. Friedberg den 28. Juli 1868. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. 2 Sie erhalten unter Couvert für die Militärpflichtigen Ihrer Ersatzgeschäfte den Aushebungsbezirk wechseln, indem sie nach§. 20 der S rung Gemeinden, über welche bei dem diesjährigen Kreisersatzgeschäft ein Militär-Ersatz⸗Instruction gestellungspflichtig sind; wenn also nament⸗ lartt en Beschluß gefaßt worden ist, die durch. 85 der Militär-Ersatz⸗ ich Leute, die von der Kreis⸗Ersatz⸗Commission gemustert worden sind, eder. Instruction vorgeschriebenen Loosungs- und Gestellungs-Atteste, welche[in einem andern Kreise oder in einem andern Aushebungsbezirke des 5 Sie sofort den darin genannten Militärpflichtigen zustellen und jedem[Norddeutschen Bundes sich zum diesjährigen Kreisersatzgeschäft gestellt 2 derselben dabei bemerken werden, daß der Schein sorgfältig aufzur haben, in ihren Gemeinden in Arbeit treten, so haben Sie uns von bewahren ist, und daß, wenn derselbe verloren gehen, oder unbrauchbar jedem solchen Falle unverzüglich die Anzeige zu machen und zwar in seßle werden sollte, so lange er noch erforderlich ist, der betreffende Militär- dem letzteren Falle unter Anschluß des von den Militärpflichtigen zu erhebenden Loosungs⸗ und Gestellungs-Attestes. Diese Leute haben die Meldung nach§. 59 pos 2 der Militär⸗Ersatz⸗Instruction binnen 3 Tagen zu bewirken. 3) Die auf 1 Jahr zurückgestellten, sowie die für brauchbar und einstellungsfähig erklärten Leute, welche bis dahin nicht zur Truppen ⸗Ergaͤnzung verwendet werden sollten, haben sich auch im nächsten Jahre zur Stammrolle anzumelden und vor der Kreis-Ersatz⸗ Commission zu stellen. Wir beauftragen Sie, die Militärpflichtigen Ihrer Gemeinden auf die vorstehend bezeichneten Obliegenheiten aufmerksam zu machen und Nichts zu unterlassen, was die Verbreitung der Kenntniß dieser neuen Vorschrift fördern kann, da die Unterlassung der vorgeschriebenen pflichtige die Ausfertigung eines Duplikats gegen Bezahlung von 17½ kr. erwirken müsse. Hierbei machen wir Sie weiter auf folgende Vorschriften der Militär⸗Ersatz⸗Instruction aufmerksam: 7 1 Die bei dem diesjährigen Kreisersatzgeschäft erschienenen Militärpflichtigen, mögen sie für dauernd unbrauchbar erklärt, oder zur Ersatzreserve designirt, oder für brauchbar und einstellungs fähig erklärt worden sein, müssen im Herdsie dieses Jahres nochmals er— scheinen, um der Departements-Ersatz⸗Commission vorgestellt zu werden. Die Einladung hierzu wird demnächst in ähnlicher Weise wie zu dem Kreisersatzgeschäft erfolgen. Nur die für augenscheinlich unbrauchbar erklärten und die auf 1 Jahr zurückgestellten Leute haben vor der . dn Tag, deest gt · Departements⸗Ersatz Commission nicht zu erscheinen. 2) Wenn Mllitärpfiichtige, welche der M vorzustellen sind, in der Zeit zwischen dem Kreis- und Departements⸗ Betreffend: Dle Herausgabe eines Handbuchs über Dasselbe Das vom Großherzoglichen Obersteuerrath Baur in Heidelberg erschienene Handbuch über das directe Steuerwesen ilitar⸗Ersatz Cemmission das directe Steuerwesen im Großherzogthum. ieee Anmeldungen und Gestellungen gegen die fehlenden Militärpflichtigen mit den im F. 176 der Militär ⸗Ersatz⸗Instruktion bezeichneten Nach⸗ theilen geahndet werden wird. Trapp. Friedberg den 25. Juli 1868. 2 n. Darmstadt verfaßte, vor Kurzem in der Emmetling'schen Buchhandlung in im Großherzogthum, I. Band, kann als eine werthvolle Sammlung der im ttt an directen Steuerwesen bestehenden Vorschriften angesehen werden, und dürfte deshalb auch namentlich den Localbehörden als Anleitung bei der * Führung der ihnen im Steuerwesen obliegenden Geschäfte von großem Nutzen sein. Wir machen Sie daher im Auftrag Großherzoglichen * Ministeriums des Innern vom 20. l. M. zu Nr. M. d. J. 7079 hierauf aufmerksam. Trapp. 1 Betreffend: Forsistrafen vom 1. Quartal 1868. Friedberg den 24. Juli 1868. Dassel be an dies ttb be n. Unter Mittheilung des Verzeichnisses über die Forststrafantheile Ihrer Gemeinden vom 1. Quartal 1868 in nachstehendem Abdruck, 1 tragen wir Ihnen auf, die Beträge den Gemeinde⸗Einnehmern in Einnahme zu decretiren und controliren zu lassen. e Kritz ler, Kreisassessor. 15 Auszug aus dem Verzeichniß über Forststeafen. —— Vom 1. Quartal 1868. Bönftadt 5 kr., Nieder⸗Florstadt 4 fl. 22½ kr., Ober⸗Florstatt 2 fl. 39 kr.,] Pfarzei Steinfurth 12 kr., Wohnbach 37 te., Ober-Rosbach 24 kr., Naubeim 16 kr., ö Pobl-Göns 48 kr., Butzbach 10 kt., Nieder Weisel 50 kr., Kirch-Göns 1 fl. 34 kr., Oder⸗Mörlen 1 fl. 26 kr., Nieder Mörlen 7 kr. ten Sfthelm 30 k., Maibach 9 kr., Fauerbach 5 kr., Mark Griedel 51 k., Södel 36 kr., 70 Das Großherzogliche Rentamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. — Die Feldstrafen III. Periode 1868 löͤnnen vom 1. bis 15. August d. J. an den hierzu bestimmten Zahltagen Dienstag und Donner⸗ stag an das hiesige Rentamt be zahlt werden. gen Als besonderen Erhebungstag für den Landgerichtsbezirk Butzbach bestimmen wir Freitag den 31. Juli 1868, von — Morgens 8 bis 11 Uhr, bei Herrn Gastwirth Joutz zu Butzbach. N Ki · Wir ersuchen die Großh. Bürgermeistereien dieses im Interesse ihrer Ortsangehöͤrigen mit dem Bemerken alsbald bekannt machen u Dau. zu lassen, daß nach dem 15. August die Mahnung erfolgt. 10 Friedberg den 24. Juli 1808. Lin deck. 5. * II. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am des Innern, die Erhebung der Eichgebühren betr. Nach Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 39 enthält: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Acußern, die Abhaltung der ordentlichen Session der Rheinschifffahrts-Central⸗ Commission im Jahre 1868 betressend. Die Central⸗ Commission für die Rheinschifssahrt wird am 17. August I. J. zu ihrer außerordentlichen Session in Mannheim zusammentreien, jedoch nur so lange vereinigt bleiben, als die ihr vorliegenden Geschäfte es erfordern. Es wird dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, Laß etwaige an die Central⸗Commission zu stellende Anträge bei derselben schon vor oder gleich nach ihrem Zusammentritt einzureichen find, falls auf deren Erledigung im Laufe dieser Session Werth gelegt wird. 7. Juni l. J siel die 19 jährige Tochter des Häfners Philipp Nikosai 1I. zu Roßdorf, im Kreise Darmstadt, beim Wasserziehen in einen 35 Fuß liefen Brunnen und war bereits dem Ertrinken nahe, als der Leinweber Chrisioph Haas zu Roßdorf herbeieilte, in den Lücken der Brunnenmauer mit Gefährdung seines eigenen Lebens bis zum Wasserspiegel hinabstieg, das Mädchen erfaßte und dasselbe unter Beihülfe einiger an Ort und Seelle An⸗ wesender unverletzt aus dem Brunnen herauszog. Zufolge Allerhächster Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs wird dieses in Anerkennung des menschen⸗ freundlichen und muthvollen Benehmens des Christoph Haas, neben der an denselben erfolgten Verleihung einer Geldprämie, zur öffentlichen Kennimiß gebracht. III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministersums §. 9 der Verordnung vom 8. Januar 1819, die Verfer⸗ ügung, Stempelung und den Gebrauch der neuen Maße und Gewichte betressend, sind die Eichgebühren nicht an das Eichpersonal, sondern an die Distriets-Einnehmer zu entrichten. Zur Beseizigung der für das Publikum hier⸗ aus verbundenen Belänigungen ist nunmehr die Anordnung getrossen worden, daß künftig das Eichpersonal die Eich⸗ gebühren selbst erheben soll. Die Eichmeister erhalten zu diesem Behufe zweitheilige Eichscheine, wovon der eine Theil, von dem Eigenthümer der geeichten Gegenstände bescheinigt, durch den Eichmeister auszubewahren und der andere Theil von dem Eichmeister quiitirt, an den Eigen⸗ thümer der geeichten Gegenstände abzugeben ist. Diese neue Einrichtung tritt mit dem 1. October d. J. in Wirksamkeit. . —— IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Einführung verschiedener Verordnungen 2 in den in Folge des Friedensvertrags vom 3. Sept. 1866 neu erworbenen Gebietstheilen betreffend. Es werden hiernach die Medicinalordnung, die Medicinaltaxe und die Regulalive über die Aufnahme und Entlassung der Pfleglinge in der Gr. Landesirrenanstalt und dem Gr. Landeshospital, mit Wirkung vom 1. August 1868 an, auf die fraglichen Gebietstheile ausgedehnt. V. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministrriums des Innern, das Octroi der Stadt Mainz, insbesondere Ein und Ausfuhr von oclroipflichtigem Vieh betr. VI. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Einführung verschiedener auf das Polizei⸗ strafgesetz bezüglicher Verordnungen und Bestimmungen in den neuerworbenen Landestheilen betreffend. VII. Bekanntmachung der Großh. Ministerien des Innern und der Finanzen, die Ausdehnung der Instruktionen sür Forstwarte und für Feldschützen auf die neuerworbenen Gebietsiheile betreffend; gleichfalls mit Wirksamkeit vom 1. k. M. ab. VIII. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Einziehung der im Jahre 1855 aus⸗ gegebenen Herzoglich Anhaltischen Staalskassenscheine in Stücken von 10 Thalern betreffend. IX. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Lindenfels, die nachträgliche Erhebung von Umlagen in der Gemeinde Mörlenbach, Kreises Lindenfels, betreffend. X. Vekanntmachung Gr. Kreisamts Offenbach, den Steuerausschlag zur Bezahlung des Gehalts des Rabbinen zu Offenbach für das Jahr 1868 betreffend. XI. Ermächtigung zur Annahme fremder Orden. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 6. Juli dem Secretär des Lutherdenkmal-Vereins zu Worms Edelmann die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Se. Maj. dem Könige von Preußen verlzehenen Königlichen Kronen-Ordens vierter Klasse— und am 16. Juli dem Ober⸗Consistorial⸗Präsidenten Rink Frhrn. von Starck die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Se. Maj. dem Könige von Preußen verliehenen rothen Adler⸗Ordens zweiter Klasse mit dem Stern zu ertheilen. XII. Namensveränderung. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 10. Juli der Eva Trapp zu Friedberg zu gestatten, statt ihres bisherigen Familiennamens Trapp in Zukunft den Familiennamen Oberböfer zu führen. XIII. Concurrenzeröffnung. Erledigt ist: die zweite evangelische Schulstelle zu Hahn mit einem Gehalte von 300 Gulden. Friedberg. Das Schützenfest in Wien ist nunmehr in vollem Zuge. Wir haben niemals in den Jubel derer einstimmen können, die von den mit großem Gepränge in Scene ge— setzten Sänger, Turn- und Schützenfesten das Heil Deutschlands, die Freiheit in der Einheit oder die Einheit in der Freiheit, erwarteten; aber wir vermochten doch auch nicht unsere Meinung darüber bis zu dem wegwerfenden Achselzucken derer herabzustimmen, die darin nur eine Gelegen- heit erblicken wollten zu lächerlich bombastischen Reden sogenannter Volksmänner und Vaterlands— retter, zu kindisch, unschuldigen Festzügen und Fahnenparaden und zu den der deutschen Jugend absonderlich behagenden Freuden großartiger Bier— gelage oder obligater Festbälle. Ohne Zweifel, man war auf Abwege gerathen, der Feste wurden zu viel gefeiert, der Ernst und die Einfachheit, die denselben erst die rechte Weihe geben, gingen verloren, und der hehre Zweck, der dadurch er— reicht werden sollte, trat zurück vor Zweckessen und Festmusiken. Aber abgesehen davon, daß sie dieses Unglück mit manchen andern Versammlungen theilen, haben auch sie ibrerseits mitgeholfen, eine große Mission zu erfüllen. Wie traurig stand es mit dem Nationalgefühl der Deutschen noch am Anfang dicses Jahrhunderts! Und als in Zeiten größter Noth die Liebe zum Vaterland mächtig aufloderte und mit riesiger Kraftanstrengung das fremde Joch abschüttelte und den fremden Ge— walthaber zu Boden schleuderte, wie war bald wieder Alles darnach angethan, jenes Gefühl einzuschläfern und jene Thaten mit ihren großen Zielen vergessen zu machen! Daß dies nicht so gekommen ist, vaß auch der gemeine Mann, der im Kittel wie der im Soldakenrock, sein Vater— land ehren und lieben gelernt hat und ihm die Schamröthe im Gesicht brennt bei dem Andenken z. B. an die Rheinbundsschmach, die damals nur erst von den Besten des Volks empfunden wurde, — dazu haben auch die nationalen Feste ihr Scherflein redlich beigetragen.— Mittlerweile haben die Geschicke Deutschlands eine unerwartete ener— gische Wendung genommen. Eine neue Ordnung der Dinge ist eingekehrt, Vielen zur Freude, Manchem noch zum Schmerz. Welche Stellung der Einzelne ihr gegenüber aber einnehmen möge, das müssen Alle zugeben, die eigentliche Volks- bewegungen spielen heutzutage eine sehr unterge— ordnete Rolle. Was soll uns unter solchen Umständen ein Schützenfest in Wien? Soll es etwa blos ein Wettgang auf den Schießphlätzen sein, um zu erfahren, wo die sichersten Augen und die festesten Arme zu finden seien, ähnlich dem neulichen Rangschießen zwischen den beiden Häusern des engtischen Parlaments? Dem alten kindlich heiteren Wien wäre so etwas zuzutrauen gewesen, das heutige Wien hat zu ernste Dinge erlebt, um zu solchen Veranstaltungen die Hand zu bieten. Nein, kein kindlich Spiel treibt die Tausende von Männern deutscher Zunge nach Wien; es gilt einen großen Zweck. Am 3. Juli 1856 wurde eine blutige Schlacht geschlagen, die eine deutsche Großmacht ersten Ranges begründete, zugleich aber einen deutschen. Volksstamm von ächtem Schrot und Korn lostrennte von dem politischen Zusammenhang mit den Bruderstämmen. Soll er uns entfremdet Herden, soll er inmitten der fremden Völkerwogen, die ihn umbrausen, sein deutsches Sein und Wesen verlieren und seinen deutschen Beruf vergessen? Der deutsche Volks körper müßte sich, wenn das geschähe, als eines seiner edelsten Glieder beraubt erachten. Dieser Vollsstamm, das geistige Salz in einem äugerst schwierigen Siaatsleben, hat nach großem Unglück, das dieses betroffen, sich aufgerafft, mit verzwei⸗ felter Kraft ringt er nach besseren Zuständen. Er trachtet nicht nach Rache, nicht nach Wiedergewinn einer verloren gegangenen Position, nur alte Schäden heilen, sich in deutschem Geist regeneriren will er. Daß dies Werk gelinge, dazu fühlt er die Noth⸗ wendigkeit, daß fort und fort die Fülle deutschen Geistes ihn durchdringe, und darum bangt ihm vor Isolirung, darum wünscht er Wiederknüpfung der nationalen Bande. Sollen wir ihm ob sol⸗ chen Strebens unsere Bewunderung versagen, sollen wir die dargebotene Hand des Bruders, der in Folge ernsten Haders aus dem Vaterhause ausgeschieden, nun doch der Familienbande nicht vergißt, schnöde von uns weisen? Das Schützen⸗ fest in Wien ist darauf die Antwort. Aus allen deutschen Gauen zog man hin, Geschenke von zum Theil großem Werth mitbringend, daß das Fest ein würdiges, glanzvolles werde, und mit unend— lichem Jubel wurden die Gäste in der alten Kaiserstadt aufgenommen. Dieser Jubel ist kein gewöhnlicher Festjubel; ein Kind augenblicklicher, rasch vorübergehender Erregung; er ist der Aus- druck der tief empfundenen Freude beim Beginn eines großen nationalen Wiedervereinigungs-, eines Versöhnungsfestes.— Wenn je ein Fest seine Be⸗ rechtigung hatte, so ist es dieses. Wünschen wir ihm den besten Verlauf. Hoffen wir,„daß die lang entbehrte Berührung mit dem deutschen Geist belebend und kräftigend wirke im deutschen Oesterreich und daß das, was da zusammenklingt aus ganz Deutschland, lange, lange nachhalle in ganz Deutschland.“ — Die Tagespresse bringt die Mittheilung, Preußen beabsichtige bei der Delagoa⸗Bai an der Ostküste Afrika's eine Niederlassung zu gründen. Die„Hess. Landesz.“ zieht eine Parallele zwischen dieser künftigen preußischen Besitzung und dem französischen Cayenne an der Ostküste Südamerika's. Natürlich denkt sie sich dabei eine ähnliche Be⸗ stimmung vieser neuen Erwerbung, gegen welche Cayenne noch ein Paradies genannt werden müßte. Das wäre denn doch eine böse Perspective.(7) Gießen. Auch die biesige theologische Fa— kultät wird nach der von der Leipziger Fakultät ausgegangenen Anregung am 21. November, dem 100jährigen Geburtstage Schleiermachers, dessen Verdienst durch eine besondere Feier ehren. Mainz. Der Ausmarsch der zum Bundes- schießen abgereisten Schützen, 86 an der Zahl, erfolgte am 22. d., Abends gegen 10 Uhr unter Begleitung des Musikcorps der Feuerwehr bis zum Bahnhofe, was eine große Menge Zuschauer herbeigelockt hatte. Bei der Abfahrt des Zuges zeigte die Masse eine demonstrative Haltung, dit soceupirte die Gegend und die Wirthshäuser um den Bahnhof bis gegen Mitternacht, als sechs preuß. Soldaten des Weges kamen. Bei deren Anblick wiederholten sich die Rufe und es folgten Aus- schreitungen der Masse, aus der Einzelne den Anfang mit dem Aufreißen des Stratzenpflasters machten. Steine wurden in der That auch gegen die bedrängten Soldaten und die zu ihrem Schutz berbeigeeille Nachtwache geschleuderk. Dieß dauerte fort, bis eine Militärpatrouille anrückte und schließ⸗ lich mit gefälltem Bayonnet vordrang. Man hat die Verhaftung einiger Rädelsführer dorgenommen. — Am Abend desselben Tages, zwischen 11 und 12 Uhr, wurden auf der Holzgasse ein Eisenbahn⸗ arbeiter von hier und ein Schuhmacher von Seligenstadt von königlich preuß. Artilleristen niedergehauen. Der erstere erhielt einen Hieb über den Hinterkopf, welcher einen höchst gefähr- lichen Schädelbruch verursachte, der letztere kam mit einem Hieb über die Stirne, welcher den ganzen Knochen bloslegte, davon. Welcher Anlaß die„Herren“ Soldaten zu den glorreichen Thaten veranlaßte, wisser wir noch nicht, aber das wissen wir, daß es Pflicht der Presse ist, aus Anlaß so trauriger Vorkommnisse immer und immer wieder darauf hinzuweisen, daß dem Säbeliragen außer Dienst endlich einmal ein Ende gemacht werde. Preußen. Berlin. Der„Staatsanzeiger“ enthält die Anzeige, daß dem Baron Adolph Reinach zu Frankfurt und dessen Sohn Albert das Excquatur als belgischer Generalconsul, resp. Viceconsul beim norddeutschen Bunde verliehen worden ist.— Ein Erlaß vom 20. Juli bestimmt die Einsetzung einer einheitlichen königl. Direktion der Main- Weserbahn zu Kassel, deren Wirksamkeit am 1. August beginnen soll. Frankfurt. Der letzte Antrag des Magi⸗ strats geht dahin, den Erwerb des Bürgerrechts an die Erlegung von 25 fl. zu knäpfen. Militär- personen, Lehrer und Geistliche überhaupt alle Staatsbeamten sind frei von dieser Abgabe. Aber„jeder selbständige Einwohner, und zwar derjenige, welcher neu anzieht, als auch derjenige, welcher der Gemeinde bereits angehört, ist zur Er— legung des Bürgerrechtsgeldes verpflichtet, sobald er nach§. 13 des Gemeindeverfassangsgesetzes das Bärgerrecht erwirkt.“ Was nun die milden Stif⸗ tungen anlangt, so bleibt der Zuschuß zu denselben einer Convention mit denselben vorbehalten. Es steht, wie es scheint, eine Reerganisation in der oberen Leitung unserer Stiftungen in Aussicht. — Die Mittheilungen der Vorsetzenden der Einschätzungscommissionen an die Steuerpflichtigen für die seit den 1. d. M. im Großherzogthum Hessen eingeführte Einkomntensteuer erregen ebenso in dem letzteren wie in unserer Stadt ein gewisses Aufsehen. Das Doppelbürgerrecht nämlich zwischen Großherzogthum Hessen und der vormaligen freien Stadt Frankfurt war früher durchaus nicht selten und stieß in der Praxis wenigstens auf keine Schwierigleiten. Das neue Gesetz über Einführung einer Einkommensteuer in Hessen vom 11. April d. J. verordnet in dem ersten Artikel, raß alle Inländer, welche selbständig ein jährliches Ein⸗ kommen von wenigstens 800 fl. beziehen, der Einkommensteuer unterworfen und daß nur das Einkommen aus im Ausland belegenem Grund- eigenthum hierbei nicht in Betracht kommt, soweit dasselbe dort schon mit einer gleichartigen Steuer belegt ist. Hiernach muß also ein solcher Deppel⸗ bürger sein in Hypotheken, Werthpapieren ꝛc. be⸗ stehendes Vermögen nicht nur an das Königreich Preußen und an die Commune Frankfurt, sondern auch an das Großherzogthum Hessen mit einer Einkommensteuer versteuern. Wiesbaden. Das am 24. d. stattgehabte Geburtsfest des Herzogs Adolph wurde in engeren Kreisen durch ein Diner auf der Platte, wo auch Abends vorher ein Feuerwerk abgebrannt wurde, gefeiert.— Im Park zu Biebrich sind neue Plakate des herzoglich-nassauischen Hausamts an— gebracht worden, welche an erster Stelle das Tabaksrauchen untersagen. Dagegen wurde der sich namentlich in allerlei Rufen kundgab. Ein größtentheils aus Arbeitern bestehender Resi herzogliche Gartendiener für die dem türkischen Gesandten ertheilten Obrfeigen von dem Kreis- gericht Wiesbaden mit 4 Wochen Gefängniß bedacht. 2** Vubr amer'f schluss stadt a mit der der a chem zu 9 vom! daß Curt Die auch d bentide er bei Mio gan dal Hand und Sachsen. Gotha. Dr. Petermann hat Nachrichten von der deutschen Nordpolexpedition erhalten, die bis zum 20. Juni reichen. Hier— nach hatte dieselbe die Breite von 75½ Grad erreicht. Grönland war schon in Sicht gekommen. Schiff und Mannschaft hatten sich ausgezeichnet bewährt. Weimar. Der deutsche Turntag war aus allen Theilen Deutschlands sehr zahlreich besucht. Die Verhandlungen nahmen zwei Tage in An— spruch. Sie bezogen sich hauptsächlich auf ein neues Statut mit Geschäftsordnung für den ge⸗ sammten deutschen Turnverband und auf die Frage wegen Abhaltung des nächsten allgemeinen deutschen Turnfestes. Von besonderem Juteresse war ein Jugendturnen, welches von 200 Knaben aus Apolda unter Leitung ihrer Lehrer ausge— führt wurde. Baden. Karlsruhe. Außer dem nord— deutschen Bunde, Bayern und Württemberg hat nun auch Baden einen Naturalisations-Vertrag mit den vereinigten Staaten von Nordamerika ab— geschlossen. Nach demselben soll ein in die Heimath zurückgekehrter ehemaliger Badenser, insofern er denkt und davon spricht. Geschick eines Menschen! bei ibm zur fixen Idee geworden, die ihn danken an die Tücke seiner Feinde. vertrag ist nicht zu Stande gekommen. Dem freien Belgien schien doch die Sache etwas be— denklich. Sein Verdienst ist es wohl, daß die fein angelegte Geschichte an die Oeffentlichkeit kam und die Aufmerksamkeit der Garantiemächte wach wurde. Zuerst Handelsvertrag, darauf Militärvertrag, darauf vielleicht noch etwas mehr, der Weg ist nicht nach dem Geschmack der belgi⸗ schen Regierung. — Der„Moniteur“ vom 25. d. sagt in seiner Rundschau: Es scheinen neue Versuche in der Absicht gemacht worden zu sein, um be— waffnete bulgarische Banden zu provociren, die Donau auf cinigen Punkten zwischen der Dobrutscha das amerikanische Bürgerrecht erworben hat, nur dann wegen Nichterfüllung der Wehrpflicht zur Rechenschast und Strafe gezogen werden, wenn die Auswanderung stattgesunden, nachdem er bei der Aushebung der Wehrpflichtigen bereits als Rekrut zum Dienste im stehenden Heere heran⸗ gezogen war; ferner, wenn er schon im Dienst und unter den Fahnen stand, oder auf bestimmte Zeit beurlaubt war; endlich, wenn er als auf unbestimmte Zeit Beurlaubter oder als Reservist oder als Landwehrmann ausgewandert ist, nach— dem er bereits eine Einberufungsordre erhalten, oder nachdem bereits eine öffentliche Aufforderung zur Stellung erlassen oder der Krieg ausgebrochen war. Der Vertrag wegen Auslieferung flüchtiger Verbrecher wird unverändert fortbestehen.— Der amer'kanische Gesandte ist zum Zwecke des Ab⸗ schlusses eines ähnlichen Vertrag bereits in Darm— stadt eingetroffen. Oesterreich. Pest. Arthur Görgey ist mit 4000 fl. jährlichen Gehaltes zum Direktor der Drasche'schen Ziegelei bestellt worden, nach der an ihn ergangenen Aufforderung,„sein reiches chemisches Wissen im Interesse der Unternehmung zu verwerthen“. Frankreich. Paris. Der„Abend⸗Moniteur“ vom 24. d. führt in seiner politischen Wechenschau an, daß die meisten gesetzgebenden Versammlungen in Europa ihre Sessionen nunmehr geschlossen haben. Die französischen, englischen und italienischen Kammern werden in einigen Tagen schließen. Auf keiner Tribüne, bezeugt das officielle Organ, kam es zu aufreizenden Discussienen über die führen aus, daß General Lamarmora mit seiner und Widdin zu überschreiten, und hatten in Folge dessen mehrere Gefechte bei Rustschuk stattgefunden. Die ottomanische Regierung hat dem Mithard Pascha Befehl ertheilt, sich mit einigen Bataillonen an die Donau zu begeben, um die Ordnung wieder herzustellen. Großbritannien. London. Die„Mor⸗ ning-Post“ hält es für wahrscheinlich, daß die internationale Commission, welche in Petersburg zur Berathung über die Explostonsgeschosse zu⸗ sammentritt, auch eine Vereinbarung bezüglich partieller Entwaffnung discutjren werde. Die frühere officielle Ablehnung der Congreß-⸗Vorschläge des Kaisers der Frarzosen sei nicht die Antwort des britischen Volkes gewesen; hoffentlich werde Napoleon III. mit dem russischen Kaiser zur Ver⸗ wirklichung seiner wohlwollenden Absichten zu⸗ sammenwirken. — Montague theilt am 24. d. im Unterhause mit, die Regierung habe Nachricht von dem Aus— bruch der Rinderpest in Egypten und Volhynien erhalten. Spanien. Nach einer im Londoner Par— lament stattgehabten Erörterung ist ein spanischer Lehrer, Julian da Vargas, in seiner Heimath als Verbrecher eingekerkert und mit 17 Monat Gefängniß bedroht, weil er in seinem Hause cine spanische Bibel, sowie einige franz. protestantische Bücher gehabt, und man ihn der Verbreitung protestantischer Lehren bescheldigt. Das ist in der That ächt spanisch! Italien. Florenz. Die hiesigen Journale Seltsames, wunderbares Dieser Thron war der Traum seines Lebens, der Gedanke daran war in Straßburg und Boulogne fast lächerlich werden ließ, und jetzt, nachdem er sein Ziel erreicht, in- mitten alles irdischen Glanzes und Ruhmes, sitzt er da, niedergebeugt, geknickt fast von dem Ge— — Der französischniederländische Handels— auswärtige Politik. sich überall zu Gunsten der Ideen der Mäßigung ausgesprochen, und hat die Regierung in der fried— lichen Aufgabe, welche das Ziel ihrer gegenseitigen Bemühungen ist, unterstützt. — Auf den weichen Polstern des französischen Thrones ruht sich's wohl nicht süß. Napoleon hat auf seiner Zurückgezogenheit in Fontainebleau Muße und Veranlassung gehabt, über die Wandel— barkeit menschlicher Geschicke nachzudenken, und auch der Geringste unter uns würde ihn nicht beneiden um die Stimmung, aus welcher heraus er bei Gelegenheit der Ermordung dis Fürsten Milosch jene Worte sprach, die nun ihren Rund— Zang durch die Zeitungen gemacht haben. Er denkt allen Ernstes an die Möglichkeit, unter der Dand eines Meuchelmörders sterben zu müssen, und spricht von den Folgen, die sein Tod in iesem Fall nach sich ziehen würde. Nach ihm würde derselbe nur zur Befestigung seiner Dynastie 160»ienen. Die unvermeidliche Strafe für das Ver— rechen sei immer die, daß die Folgen desselben »as Gegentheil von dem seien, was erstrebt wor— »en. Das ist gewiß wahr, wenn auch nicht ganz n dem Sinn, wie es Napoleon meint; das Wichtigste bei der Sache wird aber mit uns Uanchem Leser nicht das sein, was Napoleon über „fnen solchen Fall denkt, sondern daß er über— ö haupt und zwar so ernstlich und eingehend daran ——— ——— —J—J— 2 Die öffentliche Meinung hat Veröffentlichung und Interpellation die gulen Be— ziehungen zwischen Italien und Preußen habe stören wollen, daß er damit aber die entgegen- gesetzte Wirkung hervorgebracht habe; nichtsdesto— weniger bestehen die Journale darauf, daß die Angelegenheit einer eingehenden Untersuchung unter⸗ zogen werde. Amerika. New⸗Nork. Es ist jedenfalls fürden Weltfrieden von großer Bedeutung, welche Stellung England und Amerika zu einander haben. In dieser Beziehung sind die Abschiedsworte Reverty Johnsons, des neuen amerikanischen Ge— sandten in London, womit er seinen Sitz im Senat verließ, nicht unwichtig. Mögen auch, sagte er, zur Zeit noch Differenzpunkte zwischen uns und England vorhanden sein, so zweifle ich dennoch nicht, daß sie verschwinden werden; die Interessen beider Nationen drängen zu sehr nach einem gegenseitigen freundlichen Einvernehmen.— Der Congreß ist nunmehr vertagt.— Seit 10 Tagen herrscht glühende Hitze, 40 Todesfälle durch Sonnenstich werden gemeldet. Frankfurt. Die Königin Augusta ven Preußen hat für 300 Gulden Loose von der Dom haulotterie an— kaufen lassen. Es ist dabei hervorzuheben, daß die Monarchin um ihre Theilnahme nicht besonders gebeten worden ist, und der Enischluß, die Dombaulollerie in dieser Weise zu unterstützen, lediglich aus eigenem An triebe erfolgt ist. Von der Dombaulotterie selbst ist nur Frankfurt. Im hiesigen„Beobachter“ wirb von privater Seile der Vorschlag gemacht, die profectirten Wintergärten nicht auf die Bockenheimer Chaussce, sondern in den ehemalig kurfürstlichen Garten am Untermain zu egen. Dieser Vorschlag verdient eine kräftige Unterstützung. Vorausgesetzt, daß die Möglichkeit gegeben ist, von der hessischen Ludwigsbahn Gesellschaft das Terrain kauf⸗ oder pachiweise zu erwerben, findet sich unbedingt kein günstigeret Platz für das Project. Frankfurt. Vor einigen Tagen brannte ein Haus mit Stall und Scheune in Harheim ab. Bei dieser Ge⸗ legenheit kamen die Burschen aus den benachbarten Ort⸗ schaften, welche zu Hülse geeilt waren, in Collision, wobei ste mit ben Spritzen aufeinander seuerten, da jedoch diese Thällichkeiten spätec zu weiteren Handgreiflichkeiten über⸗ gingen und die Gendarmen insultirt, d. b. durchgeprügelt wurden, so fanden gestern in den hessischen Orischaften viele Verhaftungen, in Eschbach allein 17, statt. Die Del'quenten wurden sämmllich nach Vilbel trans portirt. Darmstadt. An den Bahnhöfen, sogar in den Zügen tleiben sich Subjecte herum, welche dem Publikum goldene Uhren Ninge u. s. w. zu verkaufen suchen und zwar„wegen Mangel an Raum.“ G yt J'mand in die Falle und läßt sich durch den sehr billigen Preis verlocken, so darf er sicher sein, statt Goldes wecrthloses, höchstens stark vergoldeles Zeug über den zehnfachen Werth bezahlt zu baben. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, um diesem Schwindelunwesen ein Ende zu machen. Darmstidt. Die neuesten Mittheilungen der Gr. Hess. Centralstelle für Landesstatistik(Nr 67) gibt eine Uebersicht der ortsanwesenden Bevölkerung des Groß⸗ herzogthums nach den drei letzten Volkezählungen vom 3. December 1861, 1864 und 1867. Wir enlnehmen derselben, daß die Einwohnerzahl des Großherzogihums im Jahre 1861 84677 Scclen betrug, daß sie 1864 auf 853,316 stieg, aber durch Gebietsverlust auf 816.926 sank, dagegen sich bis 1867 auf 823,800 bob. Die Zunahme von 1861 auf 1861 betrug daher 11,639, bie von 1864 auf 1867 nur 6,874, nicht viel mehr als die Hälfte der vorhergegangenen drei Jahre. Diese Vermehrung kommt allein auf Starkenburg, wo nur in den Kreisen Bensheim und Dieburg kein Zuwachs stattfand, Oberhessen schließt — abgesehen von dem Mangel in Folge von Gebletsver⸗ lusten— mit einem Verlust von 675, Rheinhessen mit einem Verlust ven 810 Einwohnern ab. Es sind die Kreise Alsfeld, Grünberg, Friedberg, Nidda, Schotten, Alzey und Oppenheim, wolche diese Abnahme zeigen. Darmstadt. Zur Etörterung der Frage, ob im Anschluß an die Einkommensteuer auch für das Ein⸗ kommen unter 800 fl. eine andere Besteuerung an der Stelle der damaligen Personalsteuer einzuführen sein wird, hat Gr. Ministerium der Finanzen die alsbaldige Vor— nahme von Probeabschätzungen für die ganzen Steuer- commissariate Michelstadt, Hungen, Lauterbach, Oppenheim, sowie die Slädle Darmstadt, Offenbach, Gießen und Mainz angeordnet. Die resp. Bürgermeister werden durch die Kieidämter angewiesen, den Steuercommissären bei den fraglichen Vorarbeiten in geeigneter Weise an die Hand zu gehen.— Minden. Am 19. Juli entlud sich in dem Dorse Todtenhausen, eine Stunde von hier, ein schweres Ge⸗ wiiter, während gerade eine Hochzeit gefeiert wurde. Bei dem plotzlich enlstehenden Sturmwinde wird ein Birnbaum so stark geschültelt, daß die Früchte zur Erde fallen, zwei kleine Mädchen und ein Junge laufen aus dem Hause, um die Birnen zu sammeln, da— ein Schlag— und die beiden Mädchen sind Leichen, der junge fühlt nur eine Lähmung am Fuße. Eines der beiden Mädchen ist die einzige Tochter eines Colonen, die andere Tochter des Lehrers. Wie leicht entzündlich und feuerfangend bei der herrschenden großen Hitze Alles geworden ist, davon haben wir bel dem vor einigen Tagen stattgehabten Brande in der Vorstadt ein zu vermehrter Vorsicht mahnendes Beispiel erlebt und nur den energischen Anstrengungen unserer wackeren Feuerwehr im Verein mit den zur Hilfe und Rettung Herbeigeeilten gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken und größeces Unglück zu verhüten. Gleichwohl konnte nicht verhindert werden, daß von dem weithin strömenden Funkenregen und der glühenden Hitze das trockene Gras an der jenseits der brennenden Hof⸗ raithe hinziehenden Straßenboͤschung Feuer fing und, ebne weiteren Schaden zu thun verbrannte; ebenso leicht konnte sich ein anderer ähnlicher leicht brennender Gegenstand enizünden, und ebenso leicht kann dies aus anderen Ur⸗ sachen, aus dem abfliegenden Funken einer Cigarre ꝛc. ge— schehen. Darum ist Vorsicht, Vorsicht mit dem Feuer, 1 6t doppelt von Nöthen, denn— das Unglück schreitet schuell! Eine gewiß nicht überflüfsige Vorsicht mochte aber unter andern sein, die Dampfdreschmaschinen aus den Hof⸗ raiihen und Orten zu verbannen und hinaus, auf das freie Feld zu verweisen— denken wir uns die Dresch⸗ maschine mit der Funken sprühenden Lokomodile in einem der mitten in unserer Stadt gelegenen Hofraithen und—! Eingesandt. Wie wir hören werden am Mittwoch den 29. Juli die Opernsänger Tenorist Pfeiffer und Bassist Rechtmann ein Concert auf der Windeckerschen Felsenkeller veranstalten. Die genannten Herren hatten sich in mehreren großen Städten, wo sie Concerte gaben der größten Anerkennung zu erfreuen, so daß wir überzeugt sind, daß dem geehrten Publikum von bier und der Umgegend ein genußreicher Günstiges zu brrichten. Abend ebenfalls bereitet wird. ——— Oeffentliche Aufforderung. 1788 Die in der öffentlichen Aufforderung unter Ins. 1440 in Nr. 68 des Anzeigers für Oberhessen aufgeführten Personen oder ihre Erben wollen die bei ihren Namen angegebenen und auf solche in den Flur⸗ oder Grundbüchern oder Steuerkatastern ein getragenen Immobilien veräußern, ohne ihr Eigenthum daran urkundlich nachweisen zu können. Auf Anstehen derselben werden Alle, wel Mittwoch den 2 che aus irgend einem Grunde Tenoristen Louis Pfeiffer von der deutschen Jean Bechtmann vom Stadttheater Windecker's Felsenkeller. 9. Juli 1868 Großes Concert, gegeben von dem Oper zu Amsterdam und dem Bassisten zu Düsseldorf. Eigenthums⸗ oder, sonstige Ansprüche an diese Immo⸗ bilien bilden Wen 109 1 e aufgefordert, diese so gewiß binnen drei Monaten bei unterzeichneter 0* Gerichtsstelle geltend zu machen, als sonst ohne Rück P r o 8 r a m 11: s sicht darauf den Veräußerungs⸗ Urkunden die gerichtliche 1) Abschied vom Tannen wald, Lied von Esser. 6) Der lustige Wiener Poftillion, Lied mit Jodler. Oper„der Waffenschmied“. 7) Der schlesische Zecher und der Teufel v. Reisiger. Bestätigung ertbeilt und der Eintrag des Erwerbtitels in das Mutations⸗Verzeichniß verfügt werden wird. 2) Lied aus der 3) Lied aus der Oper»der Postillion“ v. Lonjume au. 4) Die Macht der Liebe, 5) Duett aus der Oper„Belisar“. Lied von Müller. 8) Seid einig. 9) Arie aus der Over„Die Zauberflöte“(Baß⸗Arik.) 10) Duett aus der Oper„Martha.“ Anfang: 8 Ubr Abends.— Entrée: Herren 9 kr., Damen 6 kr. Lied von Raphael. Naubeim und Butzbach am 25. Mai 1868. Gioßberzogliches Landgericht Nauheim: Butzbach: Ulrich, Dr. Gil mer, Landrichier. Landrichter. Bekanntmachung. 1787 Vom 1. k. M. ab wird die Personenposi II. von Nidda nach Gießen um 1 Uhr 50 Minuten Nachmittags aus Nidda abgefertigt. Darmstadt den 24. Juli 1808. Der Ober⸗Post-Dircktor Vahl. Mobiliar⸗Versteigerung. 1790 Mitiwoch den 29. Jult l. J., Vormittage 9 Uhr, 2 Ce C e e F n 9 1299 Aecht englische Dunggabeln und N 0 5 maschinen, Schrotmüblen, Rübenschneidmasch inen; Häufelpflüge, Erndte⸗ Weißzeugmangen. Waschmaschinen, pflüge, Strohmesser, Radreife und Sensen, alle sonstigen vorräthig bei „zur Reichskrone“ Fr . Eiseun-aaren zu den billigsten Louis Marburg& Söhne. er er eee eee eee Heugabeln(von Ertzstahl) Häcksel⸗ Wringmaschinen, vorzügliche Achsen, stählerne Pflugschaare und Preisen stets in großer Auswahl DeeDee iedbergergasse 7 in Frankfurt a. M. e e e E ee eee * wird in dem vormals Ko ch'schen Hause, nächst dem Phülppi's Felsenkeller, 1 Commode, 1 Tisch, Stühle, Weißgerͤthe, Herrenkleider und sonstige Gegenstände oͤffenlich meifibietend versteigert. Juli 1868. 1 Kelterschrauben, 687 vorrä' hig und nach Maas bei bester Ausführung Bad Nauheim. 1789 Am Freudentag der Israellten, Samstag den Nachmittags 4 Uhr an Friedd d 4. Friedberg den 2 In Auftrag zu billigen Preisen, liefert die Maschinenfabrik von 1. August, findet von Großberzogliches Ortsgericht Friedberg leyer& 9 eck a Fouc at. in Darmstadt. statt freundlichst einladet Werkholz⸗Versteigerung. 8 5 e Fri e en eg b nende] Als Setzerlehrling Fritz. r, werden in der Gaftwirthschaft des Georg kann ein mit den erforderlichen Schulkenntnissen ver⸗ Fleisch bauer bier öffentlich versteigert: sehener junger Mensch in unsere Buchdruckerei eintreten J. 1 Stamm Nuß daumbolz, buchen und eichen Bohlen, 3 i Schi f* gobmnen in Mobagoiie and Kußbarm. 1 aba Bindernagel& Schimpff. a auer D 77 gontblock, verschledenes Polz, für Wagner geeignet. Dit Herren Dürgermeister des Krtises Reiche lsheim 1 Hobelbank und verschiedenes dandwerksgeschirr für Schreiner. Nauheim am 25. Juli 1868. Der Stadtschreiber Schutt. Hofraithe⸗Versteigerung. 1796 Freitag den 31. d. M., Vormittags 11 Uhr, wird die dem Gastwirtb Georg Fleischhauer hier zuftebende Hofraithe: PMB. 172—25. Rih. an der Eck der Burg⸗ D und Parkstraße, mit Kegel. 75 5 172—12.8„ bahn und Trinkballe, anf hiefigem Rathpause nochmals an den Meistbietenden versleigert. Naubeim am 25. Juli 1868. Groß zerzogliches Ortsgericht Nauheim K Der dienställeste Gerichtomann Gebringer. Bekanntmachung. 1799 Donnerstag den 30. Jult l. J., Vormittags um 11 Uhr, sollen nachbenannte dem Kugelhausfonds ge; höͤrige Gegenstände öffentlich gegen gleich baare Zahlung verfleigert werden, als: 1) Braukessel von 7 bis 8 Ohm, eirca 160 Pfund schwer, 2) 1 kleinerer ditto von 132 Maas, circa 40 Pfund schwer, 9) 1 Malzdörre und 4 1 Kähischiff nebst Zubehör, sämmtliche Gegenstände noch wenig gebraucht. Butzbach am 23. Jult 1868. Großherzogliches Ortsgericht Butzbach Küche l. Zwei gute Fahrpferde 1767 stehen erb vertheilungshalber unter vortheilhaften Bedingungen zu verkaufen bei Conrad Jehner in Röogen. 1778 Auf vielseitiges Verlangen Ball für Israeliten den 1. Au gu st. Altenstadt den 23. Juli 1868. Heinrich Ludwig Eckel. daß die zum Departement Ersaͤtz Geschäft erforderlichen, wie sämmtliche nach ganisation erforderliche Formularten jeder · zeit von uns bezogen 1785 erlauben wir uns darauf aufmerksam zu machen, der neuen Militär⸗Or⸗ werden können. C. F. Winter sche Bucht ruckeret in Darmstadt. Ein Logis, welches sogleich bezogen we den kann, bat zu F. Waas, Megaer. 1795 vermiethen Ein gutes Zugpferd 1784 hat zu verkaufen Franz Dietz III. Nieder ⸗Mörlen. Zum weißen Reß. Ein Zapfjunge 1791 wird gesucht von Ph. Windecker. 1798 Vielseitigem Wunsche enisprechend Sabbath⸗Nachmo⸗Ball, wozu höflichst einladet Conrad. Eine kleine Wohnung 1733 für eine stille Familie habe ich zu vermiethen. Jos. Hoffmann. Das Lutherfest zu Worms mit besonderer Rücksicht auf die Bonifaciusfeier zu Mainz im Jahre 1855. Ein freies Wort an den Bischof von Mainz. Von Arthur Müller. F Ditlen und Latten, 1794 Sandplatten, Kubkrippen, Schweintröge, Treppen; tritte, Kanalrinnen, Gossensteine sowie Schleissteine von 1 dis 5 Fuß Höhe in großer Aus wahl billigst bei Ph. Dan. Kümmich. 1792 Im 3. Stock einer Wohnung auf der breiten Straße sind 2 in⸗ einander gehende sehr freundliche Zimmer zu vermiethen und werden dieselben zusammen oder auch getrennt, am liebsten an ledige Leute, abge⸗ 9 Zu erfragen bei der Exped. Bel Bindernagel e Schimpf in Friedberg und Nauheim ist vorrätbig: Neuster Caschen-Fahrplan l Sommer- 2 N. 2 3000 Gulden 1700 werden in hlesiger Stadt gegen hypothekarische für die Mittel Rhein gegend, Sicherheit zu leiten gesucht. bei der Exped. d. Bl. . Näheres unter Nr. 1700 Preis: 12 kr. Vorräthig bel Binder nagel& Schimpff in Frledberg und Naubeim. 1694 Filet-Decken, 1725 die neuften und schönsten Muster, verkauft zu sehr billigen Preisen K. Friedrich, neben der Post in Friedberg. chen buchsauszügt. Evangelische Gemeinde. Getraute: Gustav Friedrich Schwarz, hiefiger Bürger und Kaufmann, Sohn des Bürgers und Fabrikanten Karl Ferdinand Schwarz zu Echzell, und Anna Gossi, Tochter des verstordenen Bürgers und Fabrikanten Jean Gossi zu Groß⸗Linden. g Beerdigte: 5 19. Juli. Karoline Sopbte Henriette Schmidt, Tochter des verftorbenen Großh. Landgerichtsassessors Friedrich Schmidt zu Groß ⸗ Karben, 29 Jahre weniger 1 Tag alt, 1 den 16. Juli zu Soden. 21. Jult. Heinrich Kart Kehr, Sohn des verstorbenen hiesigen Bürgers und Gasiwirihs Johann Adam Kehr, 31 Jahre, 5 Monaie, 16 Tage alt, T den 20. Juli. Kir 21. Juli. Verantw. Red.: Hermann Schimpff Hessen, Nassau, Frankfurt, Rhein⸗Preußen. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. 80 tre