1868. Donnerstag den 28. Mai. M 63. 1 eutagt, dr gag. II N. zeiger für O berhessen. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. N Sriedberger Jutelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. a Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden: . Nr. XII. Nr. 95. Poflvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und Dänemark. Vom 1. April 1868.— Nr. 96 und 97. Die Ecnennung von Consuln 8 fur und beim Norddeutschen Bunde. Aus. Nr. XIII. Nr. 98. Freundschafts-, Pandels⸗ und Schifffahrtsvertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und der Republik Liberta. Vom 31. October 1867. woch den Hessen. Darmstadt. Die bisherigen Oberfeldwebel der Infanterie, der Pionniere und die Oberfeuerwerker der Fußartillerie haben künftig die Benennung:„Feldwebel“ zu führen; die Oberwachtmeister von der Reiterei und dem Train ind der Oberfeuerwerker der reitenden Batterie ie Benennung:„Wachtmeister“, und die seitherigen feldwebel, Wachtmeister und Feuerwerker die Henennung:„Sergeanten“. Die Gefreiten der Artillerie werden„Obergefreite“ und die Ober- ind Oberfahrkanoniere„Gefreiter“ genannt. die Obergefreite erhalten zwei rothe Striche als 8. Hradabzeichen. Veitzel.— Die„Darmst. Zig.“ erklärt officiös, durch innahme des Antrags von Bamberger habe das zollparlament seine Competenz überschritten, indem zach dem Zollvertrag das System der Besteuerung dr Landesgesetzgebung überlassen sei. — Das russische Kaiserpaar wird im Laufe dis Juli zu einem längeren Besuche des Großh. kofes hier eintreffen und zunächst auf Schloß feiligenberg bei Jugenheim, dem Prinzen Alexander en görig, Wohnung nehmen. Preußen. Berlin. Nachdem das Zoll- igler U. hrlament nunmehr geschlossen ist, wird der im wichstag noch im Laufe dieser Woche seine E tzungen wieder aufnehmen, und zwar am Ritwoch; doch wird man in dieser Woche nur nich das Gesetz wegen Aufhebung der Schuldhaft und die bekannte Petition A. Bernsteins wegen Arsrüstung einer Expedition zur Beobachtung der Sonnenfinsterniß am 18. August erledigen und se dann über das Fest hinaus, resp. bis zum lde liegen, werden nicht zurückgezogen, sondern bleiben eben unerledigt liegen, um beim Beginne der nächsten Reichstagssession sofort wieder eingebracht zu werden. Kassel. Die„Hess. Morgenztg.“ schreibt: „Nach der vom Wohnungsausschuß gemachten genaueren Zusammenstellung der angemeldeten Theilnehmer der bevorstehenden Lehrerversammlung haben sich im Ganzen nahezu 1900 Personen an⸗ gemeldet. Von 200 ist die Anmeldung nicht innerhalb der festgesetzten Frist eingelaufen, auf sie wird also bei dem notorischen Mangel an Quartieren Rücksicht wohl nicht genommen werden können. 1700 müssen indessen untergebracht werden, da eine theilweise Zurückweisung geradezu ausgeschlossen ist. Bis zum 23. Mai standen dem Wohnungsausschuß, einschließlich der Massen— Quartiere, sowie der Logis auf nahe gelegenen Dörfern, 1500 Wohnungen zur Verfügung.“ Oesterreich. Wien. Gelegentlich der Petition des Oberstlieutenants von Bartels, der wegen Preßvergehen vor einem Militärgericht in Untersuchung steht, erklärte der Reichstagsab- geordnete Dr. Hanisch:„Es herrscht in der Militär⸗ Gerichtsbarkeit die größte Willkür; will das Militärgericht einen Fall verheimlichen, so wirft es die Akten einfach ins Feuer, und ich behaupte, daß der Fall, der neulich so großes Aufsehen machte, in Oesterreich nie und nimmer zur Verhandlung gekommen wäre, wenn man nicht so klug gewesen, den Angeklagten in München gefangen zu nehmen. Offenbar ist der Prozeß Ebergenyi-Chorinsky gemeint und nun begreift man, warum Chorinsky in seinen Briefen das verdammte München und Diejenigen anklagt, die ihm gerathen haben, dorthin zu gehen. — Die Abendblätter bringen die traurige Nachricht von dem in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf seinem Sommeraufenthalte zu Alexander Meyerle v. Mühlfeld im 58. Lebens- jahre in Folge eines längeren Leidens an einem Lungenemphysem und einer daraus entspringenden Herzerweiterung nebst gefährlichen Herzkrämpfen. Das Abgeordnetenhaus ehrte in seiner Sitzung vom 25. d. sein Andenken durch Erhebung von den Sitzen, nachdem Präsident v. Kaiserfeld dem Entschlasenen einige warm empfundene Worte in die Gruft nachgerufen. Die hiesigen Journale widmen ihm einen ehrenvollen Nachruf, worin seiner als eines der begabtesten Mitglieder des Abgeordnetenhauses und eines der schlagfertigsten Anwälte des Wiener Barreaus gedacht wird. Vor zwei Decennien vertrat er Wien auf dem Frankfurter Parlamente, seit sieben Jahren die innere Stadt auf dem niederösterreichischen Land- tage, wo er in den Reichsrath gewählt ward. In dem letztern galt Mühlfeld als einer der scharfsinnigsten und durchschlagendsten Redner, welchem die volle Aufmerksamkeit des Hauses ge- sichert war, sobald er die Tribüne bestieg. Sein tiefes Wissen und seine unermüdliche Arbeitskraft, seine Energie und Consequenz waren gleich wertb— volle Eigenschaften für den Rechtsanwalt wie für den Volksvertreter. — Der Kaiser hat das Schul-, Ehe- und interconfessionelle Gesetz santtionirt. Dem Ver- nehmen nach steht die Publication in der amtlichen „Wiener Zeitung“ und in dem Abgeordneten- hause bevor. — Die„Wiener Zeitung“ vom 25. d. M. publicirt die kaiserliche Santtion des Ehe-, Schul⸗ und interconfessionellen Gesetzes. — Die„N. Fr. Pr.“ meldet: Der Minister- rath stellte im Einverständniß mit dem ungarischen Ministerium den Wehrgesetzentwurf fest, welcher vierjährige Dienstpflicht für die Linie und drei— jährige für die Reserve bestimmt. Frankreich. Paris. Der„Constitutionnel“ Hietzing erfolgten Tod des Abgeordneten Dr. Eugen findet, daß die Rede des Königs von Preußen b vn pol 4. Juni, vertagen. Das Budget dürfte auch — nich im Laufe dieser Woche eingebracht werden 5 und glaubt man dessen Erledigung bis gegen den er 2 Juni entgegensehen zu dürfen. Sobald das Gläser u.) Didget erledigt ist, erfolgt der Schluß des Reichs ⸗ tas sofort. Die bis dahin nicht erledigten impf Getzentwürfe, welche dem Reichstage noch vor— 1 zig. Die Gründüngung. Von H. Schallas. Die Gründüngung, welche schon in uralter Zeit bei den Be— toynern Südeuropas im Schwunge war, ist überall da zu empfehlen, 1 das Klima ein schnelles Wachsthum der Pflanzen begünstigt, ferner zmallen weit entlegenen oder ungünstig gelegenen Feldern, wo Tüngerfuhren zu beschwerlich und zu wenig lohnend sind, auf Berg— ewereien, welche man vom Thal aus zu bewirthschaften hat, sodann Uebernahme einer Wirthschaft mit geringem Viehstand, Mangel in Futter und Streu, bei Düngermangel, auf allen armen, trockenen Seundstücken, leichtem Sandboden, schwerem Thonboden, überhaupt üfallen Bodenarten in Verbindung mit geeignetem Beidünger. Die älteren Landwirthe glaubten, daß man durch Gründüngung Un Stallmist ersetzen könne, weil man durch sie im Stande ist, so wl Nährstoffe im Boden löslich zu machen, daß eine Halmfrucht ine Hülsenfrucht recht gut nach ihr gedeiht. Allein dieß ist eine Fuschung. Die Gründüngang führt dem Boden durchaus keine Aanralischen Pflanzenstoffe zu, sondern nur solche Bestandtheile, noche sie aus der Atmosphäre angezogen hat und dieß sind Kohlen— ef. Wasserstoff und Stickstoff in Form von Kohlensäure und Apmoniak. Weit mehr Stickstoff erhalten jedoch die Pflanzen durch di Berdunstung des Wassers aus Boden und Pflanzen, wobei, wie bielseder Wasserverdunstung, salpetrig-saures Ammoniak gebildet wird. Anders dagegen gestaltet sich die Sache, wenn man mit der Gründüngung eine Düngung mit Beidünger verbindet, welche die der Gründüngung mangelnden mineralischen Pflanzennährstoffe dem Boden zuführt z. B. wenn man zur Gründüngung noch Knochen— mehl, Asche und Gyps, oder Superphosphat und Holzasche oder Knochenmehl und Staßfurther Abraum- oder Kalisalz beigibt. Eine solche Duͤngung dürfte allerdings im Stande sein, den Stallmist vollständig zu ersetzen und sie ist daher allen Wirthschaften, welche Mangel an Dünger haben, oder weit gelegene, schwer zugängliche Außenfelder besitzen, bestens zu empfehlen. Man unterscheidet drei Arten der Gründüngung: 1) Die Untersaat-Gründüngung. 2) Die Brach-Gründungung. 3) Die Stoppel-Gründüngung. Unter Untersaat-Gründüngung versteht man die An— saat von Gründungpflanzen in bestellte Getreidefelder, einerlei ob unter Winter- oder Sommergetreide. Sie muß aus solchen Pflanzen bestehen, welche nach der Getreideernte noch ein rasches Wachsthum entwickeln können, um vor Eintritt des Winters noch eine lohnende Gründüngungsmasse zum Unterpflügen zu liefern. Für bindigen Boden eignet sich Rothklee und Melilotenklee, welche man im Monat April recht dick aussät. Man erhält dann bei günstiger Witterung bis Eintritt des Frostes noch bis 50 Ctr. Gründüngungsmasse pro beim Schluß des Zollparlaments von einem Geiste beseelt sei, der sich hoch über die im Parlament zu Tag getretene Engherzigkeit erhebe. Das offiziöse Blatt fügt bei:„Diese Rede ist die erste offizielle Kundgebung, welche dem Geist der Prager Verträge vollkommen entspricht. Alle auf⸗ richtigen Friedensfreunde, alle wahrhaft politisch denkenden Köpfe müssen diese Rede billigen.“ — Dem Vernehmen nach wird Prinz Napoleon auf seiner bevorstehenden Reise über Stuttgart und München nach Wien gehen und auf dem Wege nach Konstantinopel Bukarest berühren. In Konstantinopel wird ihn seine Nacht erwarten, um Befehle für die weitere Reiseroute entgegen- zunehmen. — Der„Armee⸗Moniteur“ veröffentlicht einen Bericht des Kriegsministers Niel vom 20. Mai, worin derselbe die Vortrefflichkeit der Cbassepot⸗ gewehre constatirt und sagt, ihre unvergleichlichen Eigenschaften sichern ihnen den ersten Rang unter den heute angewandten Kriegswaffen. Die Her- stellung derselben wird lebhaft fortgesetzt. Wie aus dem Berichte hervorgeht, ist nunmehr die gesammte französische Infanterie mit Chassepot⸗ gewehren versehen. — Der„Moniteur“ meldet, daß am 25. d. der päpstliche Nuntius vom Kaiser und von der Kaiserin und der italienische Gesandte vom Kaiser empfangen worden ist. Herr Nigra überreichte Napoleon III. die Notification der Vermählung des Prinzen Humbert mit der Prinzessin Margarethe; was in der Audienz des päpstlichen Nuntius geschah, verschweigt das amtliche Blatt. Ein Gerücht will wissen, der Nuntius habe den Kaiser und zwar mit Erfolg von der Nothwendigkeit unterhalten, die Besetzung des Kirchenstaats durch französische Truppen auf unbestimmte Zeit zu verlängern. — Nach Pariser Blättern wurde dem Grafen v. d. Goltz von den ausgewanderten, der Welfen⸗ legion angehörenden Hannoveranern eine Erklärung übergeben, welche 707 Unterschristen trägt. Die⸗ selben erklären, daß sie von der von König Wilhelm ihnen angebotenen Amnestie keinen Ge⸗ brauch machen wollen und daher den König bitten, daß er die Summen, welche seine Agenten zweck⸗ los dazu ausgeben, um sie zur Rückkehr in ihr Vaterland zu bestimmen, zur Erleichterung der Steuern, welche schwer auf ihren Landsleuten lasteten, verwenden möge. Italien. Die piemontesische Zeitung schreibt: „Die Unzufriedenheit, welche sich seit einiger Zeit in verschiedenen Kreisen Siciliens kundgibt, hat neuerdings einen bedrohlicheren Charakter angenommen, namentlich da, wo die Eisenbahn⸗ bauten unterbrochen worden sind und darum viele Arbeiter entlassen werden mußten. Die Regierung dringt lebhaft in die calabrisch⸗siciliauische Eisen⸗ bahn ⸗Gesellschaft, die begonnenen Arbeiten aller Orten zu beschleunigen.“ Frankfurt. Wie gemeldet wird, konnten in Nieder⸗ rad zu Ostern keine Kinder in die Schule aufgenommen werden. Die untere Classe mußte diesmal wegfallen, weil es dort an den nothwendigen Lehrkräften fehlt. Früher waren fünf Lehrer an der Niederräder Schule thätig, jetzt nur noch drei. Früher zahlte der Staat Frankfurt die Lehrer, jetzt soll diese Ausgabe der Gemeinde zur Last fallen. Da nun aber die Steuern jetzt um Vieles ver⸗ mehrt sind, die Gemeinde Niederrad aber nicht zu den wohlhabendsten gehört, so wird die Schule und der Unterricht darunter leiden müssen. Frankfurt. Am 20 d. M. ist Dr. S. Fr. Stiebel im 77. Lebensjahre gestorben. Derselbe hatte in seiner Jugend im Lützow'schen Freicorps gedient, wirkte viele Jahrzehnte als unermüdlicher tüchtiger Arzt in seiner Vaterstadt und hat auch in der Wissenschaft sich mancherlei Verdienste erworben. Frankfurt. Dieser Tage traf ein Pole mit Frau und' drei Kindern hier ein und stieg in einem kleinen Hotel ab. Dort gab er an, mit seinem Weibe Mehreres in der Stadt besorgen zu müssen und entfernte sich mit derselben, ohne bis heute wiederzukehren. Die drei Kin⸗ der, welche kein Wort deulsch sprechen, fallen vorerst der Commune zu Last. Darmstadt. Das Programm der vom landwirth⸗ schaftlichen Verein für die Provinz Starkenburg auf den 24. bis 27. September anberaumten Ausstellung ist er⸗ schienen. Landwirthschaftliche Producte, Handelsdünger und Maschinen werden von Bewohnern des ganzen Groß⸗ herzogthums zugelassen, Vieh jedoch nur von Landwirthen aus der Provinz Starkenburg. Betreffs Ausstellung käuf⸗ licher Düngemittel sollen übrigens an größere Etablisse⸗ ments in den Nachbarstaaten besondere Einladungen er⸗ gehen. Die Frist zur Anmeldung läuft am 1. August d. J. ab und hat solche nach den zur Disposition ge⸗ stellten Formularen zu erfolgen. Als Geldprämien wer⸗ den 2000 fl. in 80 Geldpreisen ausgeworfen. Producte des Ackerbaues oder der Viehzucht werden durch Medail⸗ len u. s. w. prämirt. Biebrich. Bei der dahier stattgefundenen Verstei⸗ gerung der s. Z. nach Straßburg geflüchteten und vor Kurzem wieder hierher gesandten feinen Cabinet⸗Weine des Herzogs von Nassau wurden fabelhafte Preise erzielt. Von den zur Versteigerung gebrachten 62 Nummern 1865er und 8 Nummern 1862er Weinen wurde das beste Halb— stück 1805er vom Hause M. A. Wolff in Frankfurt a. M. zu 2405 fl. und das beste Halbstück 1862er von Marix in Eltville zu 5125 fl. gekauft. München. Die schwurgerichtliche Verhandlung gegen den Grafen Gustav Chorinsky, welche am 17. Juni be⸗ ginnen sollte, muß wegen des Umstandes, daß die nöthigen massenhaften Vorarbeiten(es sollen mehr als 60 Zeugen vernommen werden) nicht rechtzeitig bewältigt werden konnten, auf einen späteren erst noch zu bestimmenden Termin verlegt werden. Hannover. In der letzten Nummer des Anzeigers zum„Amtsbl. für Hann.“ erläßt das Amtsgericht Elze einen Steckbrief gegen den wegen Verdachts mehrerer Unterschlagungen in Untersuchung befindlichen, übrigens aber flüchtigen Kaufmann, zuletzt Kalkfabrikanten Moses Stern aus Elze, in welchem zum Schluß als„besonderes Kennzeichen“ Folgendes angegeben ist:„Das Aeußere desselben macht den Eindruck eines arabischen Häuptlings, mit Ausnahme seiner Beleibtheit, wodurch er zur äußeren Erscheinung eines Pascha hinneigt.“ Lüneburg. Ein entsetzliches Unglück ereignete sich am 3. d. Abends in einer auf dem Marktplatze auf⸗ gestellten Menagerie. In den Zwinger eines braunen Bären begaben sich der Besitzer nepst dessen 5—6jährigem Töchterchen, um Produktionen mit dem Thiere vorzu⸗ nehmen. Während der Vater schon einen anderen Käfig bestiegen hatte, befand sich das Töchterchen noch eine Weile allein bei dem Bären, um diesem, wie so oft, aus einer Düte Bonbons zu verabreichen. In dem Augen⸗ blicke, als das Mädchen eben die Düte öffnete, sprang die Bestie plötzlich auf dasselde los, packte das Kind mit der Tatze bei der Kehle und in das Geficht und hätte dem Leben der Kleinen jedenfalls sofort ein Ende gemacht, wenn nicht der Besitzer, sowie dessen Frau in der fürch⸗ terlichsten Angsi in den Käfig geeilt wären und das Kind der Bestie entrissen hätten. Dem Kind ist ein großes Stück aus der Backe gerissen und soll leider wenig Aus⸗ sicht vorhanden sein, dasselbe am Leben zu erhalten. (Warum erlaubt die in vielen anderen Beziehungen so besorgte Polizei derartige lebensgefährliche Produktionen?) Wien. Nach dem publicirten Erkenntniß des Ober⸗ gerichts im Proceß Ebergenyi ist das gegen die An⸗ geklagte gefällte Strafurtheil lediglich bestätigt worden. Aargau. Der„Schweizerbote“ berichtet aus den aargauischen Regierungsverhandlungen: Die Liquidations⸗ Commission der Jugendwehr von Frankfurt a. M. hat, nachdem die Jugendwehr der politischen Verhältnisse wegen sich aufgelöst, die ihr angehörigen Bewaffnungs⸗ und Ausrüstungsgegenstände als ein Zeichen dankbarer Erinne⸗ rung an genossene Freundschaft der Militär⸗Direction als Geschenk für den Canton übermittelt. Diese Waffen und Ausrüstungsgegenstände werden nun dem Cadettencorps der Gemeinde Aargau, deren specielle Gastsreundschaft die Frankfurter Jugendwehr bei ihrem Besuch im Jahre 1863 genossen, und von welchem sie auch zur Erinnerung an diesen Besuch eine Fahne erhalten, zum Geschenk gemacht. 4˙ Drittes deutsches Bun desschießen. Das Festprogramm wurde in nachfolgenden allgemeinen Um⸗ rissen definitiv festgesetzt: 24. und 25. Juli festlicher Empfang der corporativ ankommenden Gäste an den betreffenden Stationsplätzen; Abends gesellige Vereinigung an den noch näher zu bestimmenden Orten. 26. Juli, Festzug. Ausstellung 7 Uhr Früh auf der Ringstraße vom Park bis zum Burgring; Abmarsch des Zuges Schlag 9 Uhr Früh durch die Burg, über den Kohlmarkt, Graben, auf den Stephansplatz. Daselbst Begrüßung der Festgäste Namens der Stadt Wien durch den Bürgermeister und Gemeinderath, feierliche Uebergabe der Bundesfahne an den Bürgermeister, sodann Fortsetzung des Zuges durch die Rothenthurmstraße über die Aspern⸗ brücke durch die Jägerzeile zum Praterstern und von da durch die Hauptallee des Praters auf den Festplaßz.— Um 2 Uhr Bankett in der Festhalle. Nachmittags gesellige Unterhaltung, Abends Musikproduktion und großes Feuer⸗ werk.— Montag den 27. Juli: 6 Uhr Früh beginnt das Schießen und wird täglich innerhalb der schießordnungs⸗ mäßigen Zeit forigesetzt. Täglich findet Mittags halb 1 Uhr das Festbankekt statt.— Montag den 27. Juli Abends Fest⸗ Liedertafel des Niederösterreichischen Sänger⸗ bundes in der Festhalle.— An den weileren Festtagen täglich Abends Musikproduktion, Feuerwerk, Ball in den hiezu hergerichteten Räumlichkeiten. Ferner werden an den noch erst näher zu bestimmenden Tagen Festausflüge auf den Kahlenberg, in die Dreher'sche Brauerei in Schwechat und auf den Semmering veranstaltet werden und an verschiedenen Abenden Festvorstellungen in mehreren hiesigen Theatern.— Am letzten Festtage feierliche Ber⸗ theilung der Haupt⸗ und Ehrenpreise. % Ein weiblicher Kaspar Hauser. In dem Dorfe Heinzendorf bei Neusalz in Schlesien fiel es bei dem Bauer Eigner längst der Magd auf, daß sich die Hausfrau nach dem Essen mit einem Theil desselben entfernte. Ein⸗ mal allein, von Unruhe gequält, spürte sie dem Gange nach und kam an ein festes Gewölbe, in das sie sich den Eingang zu verschaffen wußte. Hier fand sie einen Ort voller Koh und eine Kiste, aus der ihr ein Grunzen ent⸗ gegentönte. In dieser Kiste war ein weibliches Wesen— die Stieftochter der Eigner.— Diese Tochter war seit 19 Jahren verschwunden und der Vergessenheit anheim⸗ gefallen. Als ganz verkrüppelt ist sie dem hiesigen Johan⸗ niter⸗Krankenhause übergeben. Der Grund zu dieser gräßlichen Behandlung soll in der Absicht liegen, das auf dem Gute ruhende Erbtheil dieses unglücklichen Wesens ihr zu entwenden. Morgen. Die Untersaat⸗Grundüngung ist die am wenigsten gebräuch⸗ liche Gründüngungsart und für leichten und kleefähigen Boden nicht anzuwenden. Die Brach-Gründüngung besteht in der Bestellung der Brache mit einer Gründüngungspflanze und ist die älteste Art der Grün⸗ düngung. Sie paßt aber nicht fur Böden, welche mit einer gewöhn⸗ 9 zu können; Menge Kohlensäure und Ammoniak aus der Atmosphäre aufnehmen 3) billig im Ankaufe ihres Saatgutes sind; 4) welche viel pflanzennährende Stoffe besitzen. Unter allen Pflanzen dürften sich wohl am besten hierzu die ülsenfrüchte oder Leguminosen eignen wie Erbsen, Lupinen, Acker⸗ lichen Düngung eine mäßige Ernte zu erzeugen vermögen, weil sie bohnen, Wicken; auch der Klee wäre vorzüglich, wenn er nicht zu durch den Ausfall einer Ernte zu kostspielig wird. Am besten eignen sich zur Brach⸗Gründüngung wohl Lupinen und Buchweizen, welche man Ende Mai oder Anfangs Juni aussät. oder noch früher so bald die Pflanzen in vollem Wachsthume stehen und zu blühen beginnen, müssen dieselben Sollten sie zu üppig stehen, so mäht man sie ab, breitet sie aus und pflügt sie unter. Bei der Stoppel-Gründüngung endlich werden die Getreidestoppeln oder die Stoppeln von Oelgewächsen und Hülsen⸗ früchten umgeackert und mit Samen von Gründüngungspflanzen besät. Zu ihr empfehlen sich alle schnellwüchsigen, blattreichen Pflanzen, und kann dann in günstigem Klima noch Winterfrucht, in weniger günstigem aber Sommerfrucht auf sie folgen. Zur Gründüngung eignen sich alle Pflanzen, welche 1) rasch wachsen und somit das Feld nicht zu lange einnehmen; 2) einen großen Blattreichthum besitzen um eine recht große Mitte August untergepflügt werden. Bodenarten wohl 30 bis 50 Etr. gesät 50 bis 70 Etr. lange stehen müßte bis man ihn umpflügen kann. Ferner Spörgel, Raps, Röbsen, Buchweizen. Für leichten, armen Sandboden ist eine Gründüngung mit Lupinen ganz vorzüglich, sie liefert, wenn die Lupinen in die Brache gesät werden im grünen Zustande 120 bis 140 Ctr. pro Normalmorgen. Der Spörgel ist für Sandboden und alle leichten die beste Gründüngungspflanze. Er wächst schnell, kann also in die Stoppeln gesät werden und gibt dann Die Erbsen eignen sich für Mittelboden und strengen Thon⸗ boden und geben einen Ertrag von 70 bis 90 Ctr. Die Wicken werden hauptsächlich auf feuchtem, schwerem Thonboden als Gründungung angewandt und liefern in die Stoppeln Der Raps und Rübsen passen hauptsächlich fur schweren etztere 0a Balu Gert — Ichuurgt 9 U) Peter 2 Karl Hob Habicht, Bran Hund, Oeton. Hlerbrauer in with in Mel 0 peinrich 90 Johannes 10 Georg J. Rudolph Leu Cwald IV., gandwirth in in Melbach,! ketg, 16) E Gebern, 17) Votsdorf, 18 89, 0 J deim, Kreis? Jründerg, 2 S0 40 Oleßen, 2B) ) Georg 15 Heiwich Gemmet I. Tuler V., Wiler, E Köhler, M Bürgermes 5 1300 Df 9 br, w. daͤuserhof dolzart: Buchen Eschen 60 St 9 enth Die Zu daͤuse — und mit bis 120 2 „ Ein Abenteuer der Kaiserin Eugenie. Ein Pariser Correspondent der„N. Fr. Presse“, der sich nichts Pikantes entgehen läßt, auch wenn es noch so übel riecht, schreibt: Es ist viel die Rede von einem unan⸗ genebmen Abenteuer, welches der Kaiserin Eugenie zu Orleans begegnete, als sie das ausgestellte Vieh besichtigte. Eine schlecht erzogene Kuh fand es für anständig, gerade in dem Augenblicke, wo die Kaiserin hinter ihr vorüber⸗ ging.... Nein! ich kann Ihnen dieses Abenteuer nicht erzählen; ich muß mich darauf beschränken, Ihnen zu sagen, daß Ihre Majestät eiligst vollständig Toilette wechseln mußte. % Ein Berliner Photograph wandte sich kürzlich an einen Geschäftsfreund in Wien mit der Bitte, ihm das Bildniß der Giftmischerin Julie Edergenyi zum Copiren zu übersenden. Der Bitte wurde alsbald entsprochen und machte der Berliner Photograph ein recht gutes Geschäfst, dis sich herausgestellt, daß das unter dem Namen Ebergenyi verkaufte Portrait dasjenige der Fürstin Fürstenherg ist. Letztere hat wegen dieses Mißbrauchs die Hülfe der Berliner Gerichte angerufen. Schwurgericht der Provinz Oberhessen. III. Quartal 1868. Haupt ⸗Geschworne: 1) Peter Blecher IV., Bürgermeister in Ober⸗Rosbach, 2) Karl Hoos, Fabrikant in Lauterbach, 3) Friedrich Habicht, Branntweinhändler daselbst, 4) Caspar Schmier mund, Oeconom in Ober⸗Seibertenrod, 5) Jacob Burck, Bierbrauer in Friedberg, 6) Peter Kleberger II., Land⸗ wirth in Melbach, 7) Georg Sann, Weinzäpfer in Lauter, 8) Heinrich Carle, Bürgermeister in Ruppertenrod, 9) Johannes Viehl II., Bürgermeister in Rainrod, 10) Georg Jehner I., Müller in Schwalheim, 11) Dr. Rudolph Leuckart, Professor in Gießen, 12) Georg Ewald IV., Oeconom in Ockstadt, 13) Friedrich Keil, Landwirth in Melbach, 14) Philipp Keil II., Landwirth in Melbach, 15) Samuel Windecker, Kaufmann in Fried⸗ berg, 16) Christian Landmann IV., Schildwirth in Gedern, 17) Johann Peter Schneider, Fruchthändler in Borsdorf, 18) Peter Kratz, Färstlicher Kammerrath in Lich, 19) Johannes Jakobi VI., Bürgermeister zu Rod⸗ heim, Kreis Vilbel, 20) Karl Haberkern, Kaufmann in Grünberg, 21) Conrad Römer, Ellenwaarenhändler in Schlitz, 22) Hermann Steinberger, Hofgerichts- Advokat in Gießen, 23) Martin Hartmann, Färber in Grünberg, 24) Georg Rasch, Schildwirth in Freien⸗Steinau, 25) Heinrich Walter, Landwirth in Maar, 26) Andreas Gemmer II., Bürgermeister in Zell, 27) Johannes Euler V., Kaufmann in Langen⸗Bergheim, 28) Jacob Wießler, Ellenwaarenhändler in Butzbach, 29) Conrad Köhler, Materialienhändler in Lich, 30) Alexander Rieß Bürgermeister in Nauheim. H. Schulze⸗Delitzsch und das Genossen⸗ schaftswesen. (Forisetzung.) Wie die heutige Wissenschaft allgemein die Tendenz hat populär und praktisch zu werden, so tritt diese Richtung nirgends deutlicher zu Tage, als in den mit überstürzender Hast sich vollziehen⸗ den Erfindungen und Entdeckungen im Dienste der Industrie und Kunst. Sie alle gehen dem großen Ziele zu, die mechanisch verwendete Men- schenkraft durch Maschinen zu ersetzen; großartige Etablissements taugen überall auf, bedrohen den Kleinbetrieb in allen Gewerben und die Aus— scheidung eines gewerblichen Proletariats ist die unausbleibliche Folge. Man merke aber wohl: es ist eher ein bloßes Ausscheiden, als ein Bilden desselben. Eine Verbesserung und Con- solidirung in den gesellschaftlichen Zuständen der unteren Klassen in dem Sinne, daß sie mit den Fortschritten der großen Erfindungen und Um- gestaltungen der Arbeit, mit der Ausbildung und Verbreitung der theoretischen und praktischen Wissenschaften, mit der veränderten Lebensweise kurz mit den Culturverhältnissen der Neuzeit Schritt halten, ist zur Nothwendigkeit geworden und das Genossenschaftswesen greift dabei nament⸗ lich dem Arbeiterstande und dem kleineren Hand— werker mächtig unter die Arme. Was dem Ein— zelnen zur Erreichung eines erwerblichen Zweckes nicht möglich, das wird ihm leicht möglich, wenn er mit Vielen, die dasselbe Ziel verfolgen, in einen Verein tritt, dessen einzelne Mitglieder sich verpflichten solidarisch für einander zu haften. Dieß gilt namentlich in Bezug auf Creditbeschaffung. Dem kleinen Manne, dessen Einnahme eine so geringe ist, wird es sehr schwer fallen, ohne Pfand Geld geborgt zu bekommen; gehört er aber einer Genossenschaft an, so wird ihm dieß leicht, da der Credit, welcher sich ihm entzog, sich jetzt der Gesammtheit zuwendet, bei der die ge— botene Sicherheit ungleich größer ist, weil ja Jeder für das Ganze verantwortlich ist. Mit Nichts, mit gar nichts, bloß durch Selbsthülfe, können auf diese Art Kapitalien verschafft werden, deren weise Benutzung jedem Mitgliede zu Gute kommt. Gesetzt, es träten 200 unbescholtene Männer zu einer Genossenschaft zusammen, ver- pflichteten sich solidarisch für einander zu haften und jeder derselben repräsentire nur ein Vermögen von 1000 fl., so würde der ganze Verein, als Repräsentant eines Vermögens von 200,000 fl. dastehen und ihm wäre es ein Leichtes, von jedem Bankierhause ein Kapital von 50,000 fl. und mehr vorgestreckt zu bekommen. Außer der solidarischen Haftbarkeit bestehen die weiteren Vortheile der Genossenschaft in einem ökonomischen Ertrage, welcher in der Form einer Dividende, oder als Zins und Dividende den landesüblichen Zinssuß weit überschreitet und wenn auch das einzelne Mitglied bei erhaltenen Vorschüssen bedeutende Zinsen zahlen muß, so hat dieß gar nichts zu sagen, da es ja wieder an dem gemeinsamen Erwerb des Vereins betheiligt ist. Dann ist das Opfer auch gar kein so großes, wenn ich ohne alle Lauferei, ohne Kosten und Schwierigkeiten z. B. augenblicklich 100 fl. auf 4 Wochen erhalten kann und zahle dafür an die Vereinskasse 1 fl. Zins. Jeder Creditbedürftige wird dieß mit Vergnügen thun, für die Vereins- kasse würde dieß aber schon eine Zins einnahme von 12 Prozent betragen. Ferner werden in einer Genossenschaft die Vereinsmitglieder zu eigener Kapitalbildung veranlaßt und dieß ist ebenfalls nicht gering an⸗ zuschlagen. Die Genossenschaften bieten weiter noch alle Vortheile, welche der Großbetrieb bietet, wohlfeileren Kauf im Großen, Minderung aller Nebenkosten 1c. Endlich wirken die Genossen⸗ schaften wie dieß die Erfahrung gelehrt hat, auf Erweckung, Hebung und Stärkung der Moralität, auf Förderung der intellectuellen Bildung ihrer Mitglieder und diese sittlichen Vortheile sind ebenso hoch anzuschlagen, als die angeführten materiellen. In Deutschland sind es hauptsächlich zwei Männer, welche sich um das Genossenschaftswesen hochverdient gemacht haben, Huber in Wernigerode am Harz, und Herm. Schulze in Delitzsch, einem Landstädtchen der Provinz Sachsen. (Fortsetzung folgt.) Holzversteigerung in der Oberförsterei Bingenheim. 1300 Dtenstag den 2. Junt l. J., des Morgens um 9 Ubr, werden in dem von Parnter'schen Walde beim Häuserhof versteigert: Scheitholz. Prügelholz. Stockholz. Relspolz. Sitte cd n. Holzart: Buchen 2⁵ 19 38 94 Eichen— 11— 39 60 Stück Eichen Stamm- und Stangenholz, von 3—7“ Durchm. und 35“ Länge= 333 Cubikfuß enthaltend. Die Zusammenkunft und der Anfang ist am Kratzwald. Häuserhof den 25. Mat 1868. Schmidt. Braunkohlen- Verkauf. 1174 Montag den 18. Mai d. J. beginnt auf den Gräflichen Braunkohlenbergwerken bei Ossenheim und Bauernheim der Verkauf neu geformter Kohlenklötze. 12 Kreuzer. Gleichzeitig beginnt eine neue Creditperlode. Der Preis 2 Centner- 14 Stück Klötze beträgt auf beiden Werken Gegen Einlage vorschriftsmäßiger Bürgscheine, welche für belde Werke Gültigkeit haben, wird bis Ende dieses Jahres Credit, verbunden mit einer Zahlungsfrist dis Ende März 1869, gestattet. Der gemessene Centaer Holzkoblen kostet auf beiden Werken 16 Kreuzer. „ Da indessen nur geringe Quan⸗ titäten abgegeben werden können, so wolle man sich vorher auf Anfragen vergewissern, ob die gewünschie Quan⸗ tität vorhanden ist. Ossenheimer Bergwerk den 12. Mat 1868 Gräfliche Bergverwaltung Chelius. luft zu ernähren, beruht. em Gemenge vieler Kräuter- und Gräserarten dichter stehen kann and mittleren Boden in die Stoppeln gesät und geben dann 100 is 120 Ctr. grüne Masse. Der Buchweizen geräth auf schwererem und leichterem Zoden, gibt aber auf dem schweren mehr. Durchschnittlicher Ertrag uf gutem Boden 60 bis 90 Ctr., auf schlechtem 30— 50 Ctr. Die andern noch erwähnten Pflanzen eignen sich weniger zur Gründüngung. Es dürfte in manchen Fällen auch eine gemischte Gründüngungs— mat anzurathen sein. Patzig hält für trocknen Sandboden, Spörgel und Wasserrüben zugleich ausgesät, für die vortrefflichste und wohlfeilste Gründüngung und Nebbien sagt in seinem Futter- und Weidebuch darüber: „Der Unterschied an Kraft, wenn man nur eine Pflanzenart zur Gründüngung aussät, oder aber sie aus mehreren und zwar aus 10 bis 20 Kräuter⸗ und Gräserarten zusammensetzt, erklärt sich laraus, daß die vielen Pflanzen eine zusammengesetzte Nahrung aus ter Luft ziehen, folglich nicht aus dem Boden allein; jede Pflanze lat eine andere Aneignungskraft aus der Luft- und Bodennahrung ils die andere; die eine scheidet aus, was die andere aufnimmt; karum sind die Blätter und die Stengel an einer jeden Pflanzenart anders gestaltet, weil darauf ihre eigenthümliche Art, sich aus der Daher ist es also sehr erklärlich, warum und dabei auch uͤppiger wächst, als wenn man nur eine einzelne Pflanzenart aussät. Hierdurch aber bringt das, aus vielerlei Gräser, und Kräuterarten zusammengesetzte Gemenge einer Kräuterdüngung 1) eine größere Masse von organischen Stoffen und 2) eine größere Vielartigkeit der Stoffe in den Boden, weil in jeder Pflanzenart eine andere Verbindung der Stoffe und ein anderes Ueberwiegen dieser oder jener Stoffe besteht. Sehen wir nun noch, welche Vortheile die Gründüngung bietet, so sind es hauptsächlich folgende: 1) können wir durch sie entlegene Felder oder solche, deren Zufuhr beschwerlich ist, weit billiger dungen, als mit Stallmist; 2) leistet sie beim Antritt einer Gutswirthschaft, wo es an Vieh und Dunger fehlt, vorzügliche Dienste; 3) verbessert sie die physikalische Beschaffenheit des Bodens; 4) liefert sie dem Boden Humus und Stickstoff; 5) können durch sie leichte trockne Sandböden, welche sonst zur Kultur nicht geeignet sind, weil sie die Feuchtigkeit nicht halten, und die Thaubildung in ihnen unbedeutend ist, auch keine Bindigkeit be— sitzen, in tragbares Land umgewandelt werden; 6) macht sie schweren kalten Boden lockerer und wärmer. e —... ̃ é Ü——.——* Neue Classiker⸗ Ausgabe unter dem Titel: Deutschlands Stolz. Die erste Lieferung enthält Schiller's Tell vollständig. Preis: 6 kr. Vorräthig bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim. Nauheimer Teichhaus. 1283 Montag den 1. und Dienstag den 2. Juni, als am zweiten und dritten Pfingstfeiertage, findet in meinem Saale gutbesetzte 8 an zmusi k Für gute Speisen und Getränke wird bestens gesorgt sein und ladet zu recht zahl⸗ Carl Kramm. statt. reichem Besuche ergebenst ein Bad Nauheim. 1301 Am zweiten und dritten Pfingstfeiertag f sik, N wozu freundlichst einladet D. Fritz Soolbad Salzhausen. 1289 Eröffnung des Kursaals durch Ball den zweiten Pfingsttag. Anfang des Bades am 20. Mai. H. W. Seums, Wittwe. Kuchen ⸗ Papier 1275 bei Philipp Garde. Frische gute Bierhefe 1278 bei Heinrich Weller in Friedberg. Brodmehl, 1290 gegen genügenden Buürgschein Eredit bis 1. September 1868 bei Gebr. Löb. Ne Dee Der er ee e D ee Dee ee Dee e C D. D 4 1209 Aecht englische Dunggabeln und Heugabeln(von Eußstahl) Häcksel⸗ h maschinen, Schrotmühlen, Rübenschneidmaschinen, Häufelpflũge, Erndte⸗ 7 E pflüge, Waschmaschinen, Weißzeugmangen. 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Viertel- Steinhauerarbeit 29 7 sahr 1868.. Schreinerarbeit 26 16 Frtedberg den 22. Mat 1868. Weißbinderarbeit 3 45 Der Großherzogliche Pospitalcommandant Pflästererarbeit 31 14 Hoffmann, Spenglerarbeit 6 40 Major. Voranschläge sowie das Bedingnißheft können auf oben genanntem Bureau des Vormittags von 9 bis 12 Uhr von heute an eingesehen werden. Friedberg den 26. Mai 1868. Großherzogliche Garnison⸗ Verwaltung Klöpper. Grassamen Versteigerung. Das Wellenbad 1274 an meirer Mühle ist wieder zum Gebrauche neu hergerichtet. 4. H. Dietz Friedberg. Dichwurz-& Selleriepflanzen 1280 zu haben bei Schreinermeister Ehr. Valentin. kommt daher die diesjährige Grassamenernte aus den Frei⸗ steigerung. Ockstadt den 25. Mai 1868. 1295 Mittwoch den 3. Juni d. J., Vormittags 10 Uhr, in dem Wirthschaftslocal von Karl Hermes herrlich v. Franckensteln'schen Waldungen in der Ge⸗11 fl markung Ockstadt bei Friedberg zur öffentlichen Ver⸗ J Arbeits-Versteigerung. 1297 Samsiag den 6. Junt, Nachmittags 4 Ubr, werden auf dem Rathbaus zu Fauer bach bel Fried- derg nachstehende Arbeiten in Accord gegeben 1 1) Lieferung einer gußelsernen Pumpe, laut Ueberschlag 100— 2) Zimmerarbeit dabei 1 3) Welsbinderarbelt 3 30 4) desgleichen Ansirich des Geländers auf der Usabrücke 48 4 5) desgleschen Anstrich des Geländers auf dem Usasteg 14 56 6) Lieferung von 14 Cb. Klftr. Unterhal⸗ tungssteinen auf die Ortsstraßen und Vizinalwege 364— 7) Aufsetzen und Zerschlagen derselben 378— 8) Ausräumen der Sttasbach 100— 9) Maurerarbeit an der alten Usabrücke Friedberg den 25. Mal 1868. Der Bezirks⸗Bauausseher Schneider. 1293 Den ersten Juni als am zweiten Pfingst⸗ Feter⸗ tag findet auf dem Selzerbrunnen gut besetzte Tanzmusik statt, wozu freundlichst einladet. P. Weitzel. Zu verkaufen 1296 eine faft noch neue eiserne doppelte Druckpumpe nebfl Zubehör, ein vollständiger Bergwerkshaspel und ein eiserner Mörser. Wo? sagt die Expedition. 1294 Einen noch vollständig neuen Wagen hat zu verkaufen. Nieder⸗Mörlen. W. Fischer III. Dr. Pattison's Gichtwatte lindert sofort und heilt schnell Gicht und Rheumatismen aller Art, als: Gesichts⸗, Brust⸗, Hals, und Zabn⸗ schmerzen, Kopf⸗, Hand- und Kniegicht, Gliederreißen, Rücken⸗ und Lendenweh. In Paketen zu 30 kr. und halben zu 16 kr. bet J. A. Windecker. Als Setzerlehrling kann ein mit den erforderlichen Schulkenntnissen ver⸗ sehener junger Mensch in unsere Buchdruckerei eintreten. Bindernagel& Schimpff. 1867 Aepfelwein 1291 per Ohm fl. 8½ dei Carl Rumbler in Sachsenhausen bei Frankfurt a. M., Wallstraße 11. Pappelstämme 1292 kauft stets Dolzhändler Rumbler in Sachsen⸗ hausen bei Frankfurt a. M. Einen Lehrling sucht Wilhelm Söllner, Spenglermeister. Flaschen⸗ Etiquette pr. 100 Stück 36 kr. bis zu 2 fl. 48 kr, bet Bindernagel& Schimpff. Hlet-Decken, 1725 die neusten und schönsten Muster, verkauft zu sehr billigen Preisen. g K. Friedrich neben der Post. 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