5 1868. Samstag den 28. März. M 38. „Anzeiger für Oberhessen. 110 erm“ 1 * In. „en Oytr bett paz v ke. 31 6 gülng, asc 46 pertr 1. Bal k. Ant. „Freitag. a bt 1 0 i lernen, deentut itt j f Kur, 20115 — det * Ain ret uur 6 0 HOGesetzes vom 9. November 1867 über die Kriegsdienst⸗die Ergebnisse der Verwaltung der allgemeinen geistlichen 0 1 enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Fritdberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Diensiag, Donnerslag und Samstag. ** Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte find zu publiziren: Nr. 15.»ud 1. Bekanntmachung, die Einsübrung des fär den Norddeutschen Bund erlassenen Gesetzes vom 9. November 1867 über die Kriegsdienfpflicht and die Königlich Preußische Militärersetz nstruktton vom 9. December 1858 betreffend. f Nr. 16. sub 2. Bekanntmachung, die Einsetzung einer Prüfungscommifston für einjährige Freiwlllige betreffend. Friedberg am 26. Marz 1868.. Kreisamt Friedberg ra pp. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden: Nr. V. Nr. 64. Verordnung, betreffend die Einberufung des Bundesraths des Norddeutschen Hundes vom 4. März 1868.— Nr. 65. Berorenung, betreffend die Einberufung des Reichstages des Nordvdeutschen Bundes vom 4. Marz 1868.— Nr. 69, 70 und 71. Die Beglaubigung von Gesandten und Consuln beim Norddeutschen Bunde betreffend. N Nr. VI. Nr. 72. Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Bevollmächtigten zum Bundecrathe des deutschen Zollvereins vom 7. März 1868— Nr 78. Bekanntmachung, betreffend den provisortschen Gebührentarif für die Consuln des Nordveutschen Bundes vom 15. März 1868.— Nr. 74 und 75. Die Ernennung von Consuln im Namen des Norddeutschen Bundes. Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden des Kretses Friedberg für 1868. Friedberg den 30. März 1868. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unter Couvert gehen Ihnen mit nächster Post die Gemeinde-Voranschläge für 1868 zu. Sie werden Ihr Exemplar dem Original gleichstellen und sofort Letzteres nebst allen Anlagen dem Gemeindeeinnehmer behändigen. Zugleich empfehlen wir Ihnen für die Aus führung der in den Voranschlagen vorgesehenen Arbeiten sobald als thunlich zu sorgen und bemerken weiter, daß wir den Bezirksbauaufsehern dieserhalb die erforderliche Weisung zu Ihrer Unterstützung haben zugehen lassen. Wir müssen die sofortige Ausführung der vorgesehenen Arbeiten um so mehr erwarten, als es hierdurch möglich wird, den Arbeitern, Fuhrleuten, Taglöhnern ic. Verdienste in ausgedehnterem Maaße zu beschaffen, als dies in anderer Weise geschehen kann. Tir a p p. Betreffend: Die Mathildenstiftung im Kreise Friedberg. Friedberg am 26. März 1868. Waffe lea e an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Bauernheim, Bönstadt, Hausen, Ilbenstadt, Langenhain Maibach, Nieder⸗Mörlen, Nieder- Weisel, Ober- Florstadt, Ober⸗Mörlen, Ober-Wöllstadt, Ockstadt, Ostheim, Rockenberg, Staden, Trais- Münzenberg, Wisselsheim, Wölfersheim. Nach einer Benachrichtigung des Vorstandes der Mathildenstiftung für verwahrloste Kinder im Kreise Friedberg sind Ihre Gemeinden mit den Beiträgen zu derselben für 1867, die der Gemeinden Ober⸗Florstadt, Rockenbrrg, Staden und Trais⸗Münzenberg, sogar noch für 1866 im Rückstande. Sie werden deshalb angewiesen, dafür zu sorgen, daß solche binnen 3 Tagen an den Rechner genannter Stiftung Herrn Johs. Steinhäuser dahier, unfehlbar bei Vermeidung unangenehmer Verfügung berichtigt werden. Tur a p p. FFFFFFFFFFCCFP Betreffend: n Klinkel von Daubingen im Kreise Gleßen, wegen Uebertrelung Friedberg den 28. Marz 1868. db an die Großherzogliche Bürgermeistereien und die Großherzogliche Gendarmerie des Kreises. Juliane Kinkel von Daubingen, eine lüderliche, vor Kurzem erst aus dem Correktionshause entlassene Dirne, welche sich dahier als Dienstmagd vermiethet, Miethgeld genommen, aber ihren Dienst nicht angetreten hat, treibt sich voraussichtlich legitimationslos in der Umgegend herum und sucht auf gleiche Weise, wie hier, Geld zu erschwindeln. Wir beauftragen Sie auf dieselbe zu fahnden und sie im Betretungsfalle gefänglich vorführen zu lassen. Trapp. * N 0 An Beireffend:* ee und Gewannenwegen und Zusammenlegung der Grundflücke in der Friedberg den 29. Februar 1868. rann em d ch u ng. Nachdem von Seiten des Gemeinderaths zu Friedberg der Antrag auf Fortsetzung der Zusammlegung von Gruudstücken, Anlage und Regulirung von Gewannen und Gewannenwegen in den noch übrigen Districten der Gemarkung Friedberg, also dem Reste der Flur VII., die ganzen Fluren VIII. bis XIV. einschließlich— 1903 Morgen und 136 Klafter enthaltend, mit einem Steuerkapital von 8479 fl. 22 kr. — gestellt worden und hiernach eine Abstimmung der Betheiligten nach Maasgabe des Art. 1—13 des Gesetzes vom 24. December 1857, eie Zusammenlegung der Grundstücke, Theilbarkei: der Parzellen und Feldweg⸗Anlagen betreffend, nöthig geworden ist, so wird dies hierreit unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die summarische Beschreibung der beabsichtigten Zusammenlegung, Regulirung der Ge⸗ wannen⸗Wege 1c., Anlagen in den genannten Fluren mit Angabe der Besitzer der Grundstücke, wie auch ein vorläufiger Plan über die Regulirung des Großgalgenfeldes links der Chaussee, welches zu näch st bearbeitet werden soll(über jedes andere Feld wird vor der Ausführung der Anlagen ein gleicher Plan den Grundbesitzern zur Einsicht vorgelegt, sobald die Reihe daran kommt), vom 5. März l. J. an bis zum 4. April l. J. auf dem Rathhause dahier zur Einsicht der Interessenten offen liegen und werden dieselben zugleich zur Abstimmung in dem hierzu auf Dienstag den 7. April l. J., von Vormittags 9—12 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause anberaumten Termin unter dem Bemerken eingeladen, daß diejenigen Grundbesitzer, welche weder in Selbst— derson noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, als gegen die beabsichtigte Zusammenlegung, Regulirung von Gewannen und . stimmend angesehen werden müssen. Großherzogliches Kreisamt Friedberg 520 Trapp. Hessen. Darmstadt. Das Großherzog⸗zur Untersuchung der Diensibrauchbarkeit oder Unbrauch⸗ 20 ½¼ kr.; d. Waisenpensionen 2385 fl. 33½ kr. Die che Regierungsblatt Nr. 15 enthält: barkeit Militär pflichtiger, Rekruten resp. Soldaten, sowie Rechnung schließt ab mit einem Plus von 35,210 fl. 5 1 zur Beurtheilung der Invalidität im Dienst befindlicher 13½ kr. Das verzinslich angelegte Kapitalvermögen I. Bekanntmachung Großherzogl. Kriegsministeriums, oder entlassener versorgungsberechligter Soldaten ꝛc.) betr. beirug Ende 1866 1,119,185 fl. 59½ kr., und waren te Einführung des für den Norddeutschen Bund erlassenen II. Bekauntmachung Großherzogl. Oberconsistoriume, somit 8229 fl. 16 kr. mehr ausgeliehen, als im Vorjahre. III. Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Besireitung von Communalbedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Gießen, Fflicht und die Kgl. Preußische Militär⸗Ersatz⸗Insiruktion Witiwenkasse vom Jahre 1836 betressend. An Pensionen om 9. Dezember 1858(Jusiruktion für Militär- Aerzte] wurden verausgabt: a. Winwenpensionen 33,013 fl. 5 — 8 P— IV. Uebersicht det für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bebürfnisse in den israclitischen Religionsgemeinden des Kreises Groß: Gerau.. V. Namensveränderung. Seine Königliche Hoheit der Großberzog haben allergnädigst gernht: om 7. März der abgeschiedenen Chefrau des G. A. Keppler(dermalen Bremser bei der Maln⸗Necar⸗Bahn) Ollie, geb. Horch, sowie deren Sohn Ludwig zu gestaiten, daß dieselben statt ihres bisberigen Familiennamens in Zukunft den Familien⸗ namen Horch führen. 2 5 VI. Diensinachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 11. Februar den Lehrer an der Königlich Bayerischen Veterinäranstalt zu Würzburg Joh. Georg Pflug zum ordentlichen Honorar⸗ Piosessos bei der medicinischen Fakultät der Landesuniver⸗ sunät für das Fach der Veierinär⸗ Heilkunde zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen;— am 22. Februar den Privaldocenten bei der medieinischen Fakullät der Landesuniversität Dr. Friedr. Birnbaum zum außerordentlichen Professor bei der genannten Fakultät,— den Privatdocenten bei der mediein. Fakullät der Landes⸗ Universisät Dr. Feed. Kehrer zum außerordentl. Professor bei der genannten Fakultät— und den Privatoocenten bei der juristischen Fakultät der Landes- Universilät Dr. Adolph Merkel zum außerorden lichen Professor bei der genannten Fakultät zu ernennen;— am 29. Februar dem evangelischen Pfarrer zu Ober⸗Lais Wilhelm Scriba die erste evangel. Bfarrstelle zu Wimpfen— und dem evang. Pfarrer zu Oebornhofen Heinrich Kolb die evang. Pfarrstelle zu Ensheim zu übertragen;— am 1. März den seitherigen Obergärtner Sr. Großh. H. des Prinzen Ludwig Georg Diumann zum Hofgärtner zu ernennen; — am 3. März dem Schullehrer an der zweiten evang. Schule zu Romrod Daniel Stein die evang. Schulstelle zu Brauerschwend,— dem Schulamts ⸗Aspiranten Heinr. Keller aus Odernheim, die zweite kathol. Knabenschulsselle zu Kastel,— dem Schulamts⸗Aspranten Friedr. Wegerich aus Lampertheim, die Gemeinde-Schulstelle zu Schimbs⸗ heim zu übertragen— und den von dem Herrn Fürsten zu Yenburg und Büdingen in Büdingen auf die evang. Schulstelle zu Hain⸗ Gründau präsentirien Schulamts⸗ Aspiranten Hermann Berger aus Büches für diese Stelle zu bestätigen;— am 7. März den Minislerial⸗ Sekretär 2. Klasse bei dem Ministerium der Finanzen Friedr. Hahn zum Ministerial⸗Sekretär 1. Klass: bei diesem Ministerium zu ernennen. f 3 8 5 VII. Dienstentlassungen. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 22. Februar den ordenilichen Professor in der theologischen Fakultät der Landes⸗Universität Dr Friedr. Wilh. Gaß auf sein Nachsuchen von seinem Dienste— urd am 7. März den ordentlichen Prof ssor in der philosophischen Fakultät der Landes⸗Universität, inebesondere für das Fach der Forst⸗ wissenschaft, Dr. Gustav Heyer auf sein Nachsuchen von seinem Dienste zu entlassen. — 24. März. II. Kammer.(Schluß.) K. J. Hoffmann erklärt sich nochmals für Staatsban; im Kriegsfall würde auch eine Privatgesellschaft in Verlegenheit gerathen; es sei keine Gewißheit dafür, daß keine Prioritäten ausgegeben würden. Stockhausen befürwortet, außer den zwei ober⸗ hessischen Bahnen, noch eine Verbindungsbahn zwischen Friedberg und Nidda. Heß spricht gegen Staatsban der oberhessischen Bahnen, da der Staat theverer bauen würde. v. Löw hält den Bau der oberhessischen Bahnen auf Staatskosten für vorthellhafter. Der Finanzminister hält seine früheren Behauptungen aufrecht und geht dabei von der Ansicht aus, daß die oberhessischen Bahnen vom Staat nicht mit 21 Millionen ge⸗ baut werden könnten und der Staat eine 5 pCt. Anleihe nicht wohl zu pari unterbringen könne. Goldmann stimmt mit schwerem Herzen für den Vertrag mit der Ludwigsbahn, da er heute noch die früher befürwortete Richtung der Oden⸗ waldbahn für mehr im Interesse des Landes liegend halte. Der Bau der oberhessischen Bahnen auf Staatskosten sei nicht möglich; um dem Land die nothwendigen Bahnen zu verschaffen, müsse man den freilich lästigen Erlanger'schen Vertrag genehmigen. Schäfer freut sich über das Zu⸗ standekommen der Worms⸗Bensheimer und Ried⸗ bahn. Hunsinger hält den Bau einer Bahn von Friedberg nach Nidda für sehr im Interesse Oberhessens und seiner Bahnen. Kempff freut sich, die vorliegenden Resultate ohne Aufgabe der Main⸗Neckar⸗Bahn erreicht zu haben und bittet, durch Aufgeben der indivuellen Ansichten das Zu⸗ standekommen der Verträge zu ermöglichen. Bam⸗ berger hält es für unmöglich, auf Staatskosten zu bauen, um die Gelder auf vortheilhaftere Weise zu schaffen, wie sich die Gelegenheit geboten. Wolle man der vberhessischen Gesellschaft nicht das Recht ver Prioritätenausgabe gestatten, so hieße vies, ihr das Bezahlen von Schulden ver⸗ weigern. Die Verträge scien zwar für den Staat nicht die besten, doch stimme er für deren Ge⸗ nehmigung. v. Dalwigk verwahrt sich dagegen, als habe sich die Regierung von jeher gegen die Bahnbauten„gestemmt“. Der Finanzminister theilt der Kammer ein während der Sitzung ein⸗ gelaufenes Schreiben mit, worin sich ein Frank⸗ furter Unternehmer erbietet, die oberhessischen Bahnen zu günstigeren Bedingungen wie Erlanger zu bauen.(Aufregung.) Von Seiten der Regie- rung wird jedoch gewarnt, auf ein solches Nach- gebot Rücksicht zu nehmen. Edinger ist für Genehmigung der beiden Verträge, obwohl er fest überzeugt ist, daß mit der Ludwigsbahn, sowie mit Erlanger, weit günstigere Bedingungen hätten erzielt werden können. Volhard spricht für Verwerfung beider Verträge und Staatsbau. George theilt eine Eingabe vieler Binger Bür⸗ ger mit, worin dieselben Verwendung dafür ver⸗ langen, daß bei dem Bau der Bingen ⸗ Alzeyer Bahn durch fehlerhaste Bahnanlage nicht das Interesse ihrer Stadt gefährdet werde. Breidert bittet, um endlich einmal zum Schluß zu gelangen, den Vertrag mit der Ludwigsbahn ohne weitere Modificationen zu genehmigen, indem sonst nur Verschleppungen herbeigeführt würden. Wirth, der früher für die Odenwaldbahn von Dieburg aus gestimmt, erklärt sich jetzt für die Linie Darmstadt⸗Reinheim, da sich inzwischen die Ver⸗ hältnisse geändert und namentlich die Main⸗Neckar⸗ bahn erhalten bliebe. In diesem Sinne spricht auch Keil, der für den südlichen Odenwald Eisenbahnen verlangt. Er stimme fur Genehmi⸗ gung der Verträge, man müsse eben einmal Bahnen bauen, um zu sehen, ob es Schulden gebe oder nicht, was am Ende doch ganz einerlei sei.(Heiterkeit.) Wegen vorgerückter Zeit wird die Weiterberathung auf den andern Tag ver⸗ schoben. — 25. März. Die zweite Kammer fuhr heute mit der Berathung der Eisenbahnvorlagen fort. Metz spricht für Bau durch eine Gesell⸗ schaft, da nach Lage der Dinge und der katego⸗ rischen Erklärung der Regierung Staatsbau un- möglich sei. Wie die Verhältnisse eben liegea, könne er nicht anders, als die Verträge genehmi⸗ gen, wenn sie auch, wie er glaube, dem Laud sehr schwere und große Opfer auferlegen würden. Sodann empfiehlt derselbe noch die Berührung von Wöllstein mit Wärme, ebenso das industrielle fleißige Schlitz. Wadsack stimmt mit der Mehr⸗ heit des Ausschusses und legt der Regierung die Berücksichtigung von Schlitz dringend ans Herz. Von Seiten des Min istertisches wird erklärt, daß die Regierung sich über die einzelnen Rich- tungen die freie Entschließung vorbehalte, aber alle hier geäußerten Wünsche prüfen wolle. Sol⸗ dan dankt der Regierung und dem Ausschuß im Namen Oberhessens und tritt für die Interessen der Stadt Schlitz ein. v. Jungenfeld fordert die Einmündung der Worms ⸗Bergsträßer Bahn bei Heppenheim und Verhandlungen mit der Lud⸗ wigsbahn behufs Anschluß an die Fulda⸗Bebraer, baierische eventuell badische Staatsbahn. Der Finanzminister bittet, den letzten Gegenstand der Zukunft zu überlassen. Dernburg stimmt mit schwerem Herzen für die abgeschlossenen Verträge, obwohl die darin enthaltenen Zinsgarantien sehr bedeutend seien, und gebe vorerst seinen Plan, eine Bahn durch das Gersprenzthal zu führen, auf. Fink spricht für Genehmigung der Verträge, da es sich darum handle, rasch zu bauen. Die Vorschläge der Ludwigsbahn könne er nur billigen. Auf eine deßfallsige Anfrage erklärt Ministerial⸗ rath Schleiermacher, daß man die Handhabe der soliden Ausführung der Bahnen besitze. Hallwachs hält die Genehmigung der Verträge für ein Gebot der zwingenden Nothwendigkeit und deßhalb müsse man den Muth haben, auch die schwere Verantwortlichkeit zu übernehmen. v. Gagern ist für Genehmigung der Verträge und wünscht noch besondere Berücksichtigung von Stlters und Ortenberg. Kraft hat an den Verträgen gar viel auszusetzen, stimmt ihnen aber dennoch bei, zumal er auf eine bessere Zukunft unseres Landes vertraut, da der bewaffnete Friede nicht forthestehen könne. Dumont ist der Ansicht, daß an den von der Ludwigs ⸗Eisenbahn⸗Gesell⸗ schast zu erbauenden Bahnen nichts verloren gehen werde. Was den Vertrag Erlanger betreffe, so werde er unter allen Umständen darauf bestehen, daß die Ausgabe von Prioritäten nicht bewilligt werde; der Antrag, daß die Vorlagen als ein untrennbares Ganzes aufzufassen seien, erscheine ihm durch provinzielles Interesse hervorgerufen. v. Dalwigk weist den Vorwurf zurück, als habe sich die Regierung von provinziellen Rücksichten leiten lassen; ihre Stellung zu der vorliegenden Frage entspreche dem Gebot der höchsten Billig- keit für das arme Oberhessen. Der Finanz⸗ minister spricht die Zuversicht aus, daß die Bahnen, wenn auch nicht gleich im Anfang, so doch nach einigen Jahren rentiren würden und glaubt die Mittel zu den nothwendig werdenden Zuschüssen darin zu finden, daß vom Jahr 1876 ab die Dotation der Staatsschuldentilgungskasse vermindert werden kann, weil bis zu jenem Termin die 50 fl. Loose zurückbezahlt sind. Backs er⸗ klärt sich für die Vorlage der Regierung und spricht für die Interessen von Bensheim; ein Gleiches geschieht auch von Zimmer für die von Laubach und Schotten. Wernher: Gegen⸗ über den Vortheilen, welche Bahnen im Odenwald und Vogelsberg der dortigen Industrie brächten, sei die Frage, ob jene Bahnen auch rentabel würden, in zweite Linie zu stellen. Die Kammer möge ihre Schuldigkeit thun und das Weitere der Zukunft überlassen. Zentgraf spricht noch gegen die Garantieen. Es wird nunmehr zur Abstimmung geschritten und zunächst der Vertrag mit der Ludwigsbahn mit 40 gegen 6 Stimmen genehmigt. Der Antrag des Abg. Deruburg wegen Erbauung einer Bahn von Reinheim nach Reichelsheim und das Gesuch der Gemeinde Beer⸗ felden werden verworfen, Der mit Erlanger ab⸗ geschlossen? Vertrag wird mit allen gegen sechs Stimmen genehmigt, dagegen die Anträge der Minorität, wonach Zinsen und Tilgung der Prioritäten von dem Bruttogewinn nicht abge⸗ zogen werden sollen, und die Staatsgarantie er⸗ lischt, sobald 5 Jahre lang die Meile der Bahn 50,000 fl. eingetragen, mit allen gegen 6 resp. 9 Stimmen verworfen. Auch die Bedingung, daß jene Bewilligungen nur bei dem Zustande⸗ kommen aller Bahnen Gültigkeit haben sollen, wurde angenommen. Zum Schlusse erklärte Volhard, daß er gegen beide Verträge gestimmt habe, er wünsche, daß seine Befürchtungen sich als unbegründet erweisen möchten. — Wie die„Hess. Edsztg.“ meldet, fand am 24. d. die erste Prüfung für einjährige Freiwillige, wozu sich etwa 70 junge Leute eingefunden hatten, vor Herrn Gymnasial⸗ Direktor Dr. Boßler statt. Dem Vernehmen nach bestanden nur zwölf die Prüfung. — Oberstabsarzt Dr. Weyland im I. Inf.⸗ Rgt. ist auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner lange und gut geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt worden. — Die nach Berlin zusammenberufenen Schul⸗ männer(von bier war Oberstudienrath Wagner dort) haben sich über eine gleichmäßige Organi⸗ sation der höheren Lehranstalten in den Ländern des norddeutschen Bundes geeinigt und wird es vom nächsten Semester an auch bei uns eine Aenderung geben. Es tritt Eintheilung und Be⸗ nennung der Gymnasien nach preußischem System, sowie eine Modisizirung des Lehrplanes ein. Gießen. Nach der soeben erschienenen Be⸗ kanntmachung der Vorlesungen auf der großher⸗ zoglichen Landes⸗Universität im Sommer ⸗Semester 1868 nehmen dieselben am 20. April d. J. ihren Anfang. Beginn der Immatriculation am 16. April. Preußen. Berlin, 25. März. Reichstag. In der heute stattgefundenen dritten Plenarsitzung wird die Präsidentenwahl vorgenommen. Von 171 Mitgliedern stimmten 158 für Simson, wel⸗ cher die Wahl dankend annimmt. Zum ersten und zweiten Vicepräsidenten wurden der Herzog v. Ujest und Bennigsen gewählt, die beide eben⸗ falls angenommen haben. Die Gesetzentwürfe über die Aufhebung der polizeilichen Ehebeschrän⸗ Wü olparlan 5 daß liche Niebe Candidalen in Bizug läßt sch n. Bade und Nachn daß 8 Nat deulscher Oeste Delegalion Prässdent v scließt die — Die Reich Milt der un; mit 100,35 70.250,03) die bereits spricht den zufügt, d Fnledenspo * 3 728 Die getretenen Couverts! ärz e. Berl! Ho 18 den fädler Ma Buchwald, deigtturg 16 S9 8 2 ut N 1 5 ungen und über die Bundesschuldenwesen ⸗Ver⸗ waltung wurde eingebracht. — Graf Biemarck wurde vom König zum ublichen Mitglied des Herrenhauses ernannt. Aus Königsberg meldet die„K. N. Ztg.“: Im vorigen Sommer nahm der jüdische Schnei- termeister Abramson den kleinen zwölfjährigen zus Rußland bierhergekommenen Betteljungen birsch Schulzki in seine Familie auf und bewie sch im vollsten Maße als barmherziger Samari- ser. Er meldete den Knaben auch bei der Polizez in und glaubte somit Alles gethan zu haben, pas nöthig sei. Indeß hatte der Mann keine Uhnung, daß gerade dieser guten Handlung wegen ir angeklagt werden würde. Es besteht nämlich in Gesetz aus dem Jahre 1847, wonach die Genehmigung des Ministers des Innern innerhalb sechs Wochen eingeholt werden muß, einen aus⸗ lindischen Juden bei sich aufzunehmen. Die Strafe für Unterlassung dieser gesetzlichen Ver⸗ ürdnung ist sehr hart, da das Maß derselben von 20 bis 200 Thaler festgesetzt ist. Es mußte(7) sonach die Verurtheilung des in beschränkten Ver- jältnissen lebenden Abramson erfolgen, und wurde om Gerichtshof die niedrigste Strafe von 20 Thaler gegen ihn ausgespro chen. Württemberg. Ueber den Ausfall der Zollparlamentswahlen in Württemberg erfährt nan, daß die national- liberale Partei eine empfind- 1 1 iche Niederlage erlitten hat, indem keiner ihrer Candidaten durchgedrungen. Ein Gesammtresultat un Bezug auf die Parteistellung der Gewählten läßt sich noch nicht geben. Baden. Nach Vollendung sämmtlicher engeren und Nachwahlen zum Zollparlament ergibt sich, saß S National-Liberale, 5 Klerikale und 1 Groß- scutscher zu Abgeordneten gewählt worden sind. Oesterreich. Wien. Die ungarische Delegation nahm das Reichsbudget an. Der Präsident verkündet die königliche Sanction und spließt die Session mit Eljens auf den König. — Die Reichsrathedelegation nahm übereinstimmend nit der ungarischen Delegation das Reichsbudget nit 100,357,190 fl., somit für Cisleithanien mit 10,250,033 fl. an. Reichskanzler v. Veust kündigt tie bereits erfolgte kaiserliche Sanction an und pricht den Dank des Kaisers aus, indem er hin⸗ ufügt, daß die Delegation der ausgeprägten Friedenspolitik der Regierung doppelten Halt und einen Namen haben, Nachdruck gegeben habe. Der Praͤsident schließt die Session mit einem Hoch auf den Kaiser. — Die„N. fr. Pr.“ theilt die Grundzüge des neuen Wehrgesetzentwurfs mit. Danach soll allgemeine Wehrpflicht eingeführt werden und die Eintheilung der Kräfte der Staatswehr in Linie, Landwehr und Landsturm statlifinden. Die Linien- reservt wird nach preußischem Muster eingerichtet, die Linie untersteht dem Reichskriegsministerium und die Landwehr den beiderseitigen Ministerien ir Landesvertheidigung. — Dasselbe Blatt theilt mit, das französische Cabinet habe zu erkennen gegeben, es möchte dem nächst mit den Unterzeichnern der Verträge vom Jahre 1815 in Erwägung ziehen, ob und welche ge— meinschaftlichen Schritte Angesichts der das polnische Königreich vernichtenden Acte einzuschlagen wären. — Aus der sehr interessanten, höchst wichtigen und ungemein erregten Debatte über das Ehegesetz im Herrenhause, deren Schlußresultat wir bereits brachten, wollen wir unsern Lesern, da der Raum dieses Blattes ein näheres Eingehen auf die Ver- handlungen nicht zuläßt, aus der Rede des Grafen Anton Auersperg(Anastasius Grün), eines der hervorragendsten Redner, wenigstens folgende Stelle mittheilen. Derselbe sagie u. A.: „Nach meiner Meinung leben wir seit den Jahren 1848 und 1849 principiell in einem conditutionellen Staate. Das damalige parlamentarische Leben ist nur unterbrochen worden durch das bekannte Jahrzehnt von 1851 bis 1861. Der Abschluß dieser Periode heißt Solserino. Und wieder ist, um den ererbten Uebelständen ein Ende zu machen, mit dem ersten Januar des Jahres 1861 das parlamen⸗ tarische Leben in Oesterreich feierlichst inaugurirt worden. Allein es wurde nach Verlauf weniger Jahre und ohne irgend einen Anlaß septembrisirt durch die Sistirungs⸗ männer. Der Abschluß dieser Periode heißt Koͤniggrätz. Wir sind nun neuerdings in einer mit Hoffnung begrüßten Zeit des wiedererwachten Verfassungslebeng. Man sieht aus den angeführten Beispielen, daß jeder Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht des österreichischen Volkes sich in furchtbarer Steigerung gerächt hat. Sollte das jetzige parlamentarische und constitutionelle Leben wieder eine neue Unterbrechung erfahren, sollte ein neuer Eingriff in das Selbsibestimmungsrecht der österreichischen Völker er⸗ folgen, sollten Staatsmänner, die in den früheren Unglücks⸗ perioden das Staatsruder führten, nochmals den Muth haben, das Wagniß zu bestehen, und nochmals in diese Rechte hemmend und beschränkend einzugreifen, dann würde der Abschluß dieser Periode voraussichtlich wohl den auszusprechen meine Seele schaudert.“(Große Bewegung.) Die entsetzliche Gefahr, daß ein solches Ereigniß dennoch eintreten könne, so fügrie der Rebner weiter aus, birgt allein das Concordat, dieses Bollwerk gegen die Culturbestrebungen des Jahrhunderts, gegen uaser geistiges Leben. Und er rief denen, welche darauf pochen, daß das Conco-dat j ein unlösbarer Ver⸗ trag, das Ehegesetz aber, welches gegen den Artikel 10 desselben bie geistliche Ehegerichtsbarkeit aufhebe und die Nothcivilehe einführe, ein Bruch dieses Vertrags sei, ins Gedächtnig, daß diesem Vertrag ein viel älterer Vertrag eutgegenstehe:„nämlich das Manifest bei dem Regierungs⸗ antritte des jetzt regierenden Kaisers, und darin kommen die Worte vor:„Auf den Grundlagen der wahren Frei⸗ heit, auf den Grundlagen der Geeichberechtigung aller Völker Oesterreichs und der Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetze, sowie der Theilnahme der Volksvertretung an ber Gesetzgebung wird das Vaterland neu erstehen. Fest entschlossen den Glanz der Krone ungetrübt zu er⸗ halten, aber bereit, unsere Rechte mit den Vertretern des Volkes zu theilen———.“ Der Nedner fuhr fort: „Ich behaupte, angesichts dieses Minifestes war keine Regierung zu jenem Vertragsabschluß berechtigt, und jener Vertrag, der da abgeschlossen wurde, ist in meinen Augen null und nichtig.“(Eroße Bewegung im Hause. Bravo! Bravo!) 5 Frankreich. Paris. Wie es heißt, ist bald eine neue kaiserliche Kundgebung, eine Art von Proclamation, zu erwarten. Dieselbe soll sich mit der äugeren Politik befassen. In diesem Actenstücke würde die vollständige Räumung Roms für den Fall in Aussicht gestellt, daß die zwischen Italien und Frankreich Betreffs des Kirchenstaates abgeschlossene oder abzuschließende neue Ueberein⸗ [kunft die Garantie Preußens und der übri gen Mächte erhalten werde, und zugleich ein partielle Entwaffnung beantragt. In welcher Form diese Kundgebung erscheinen wird, ist noch nicht gesagt. Zugleich versichert man, daß der gesetzgebende Körper auf einen Monat vertagt, und die neue Anleihe erst im Monat Juni aufgelegt werden soll. Frankfurt. Allenthalben gewahrt man umfang⸗ reiche Zurüstungen zu unserem Frübjahrs⸗ Pferdemarkt. Dank den Bemühungen des Comite's wird es gemäß gegebener Zusagen an dem Besuch ausländischer Käufer (Frankreich uno England) nicht fehlen. Obschon der Mannheimer Markt diesmal vor dem hiesigen, ja fast mit demselben zusammenfällt, so haben sich doch viele Händler enischlossen, nur den hiesigen Markt zu besuchen, da sie wohl wissen, daß am hiesigen Platze nur Absatz für sie dann möglich ist, wenn den Käufern große, nicht vorher schon durchgemusterte Waare vorgeführt werden kann. Die Anmeldungen sind, wie bei der Größe und Wichtigkeit des hiesigen Marktes nicht anders zu erwarten, sehr reichlich eingelaufen; bis heute beläust sich die Zahl derselben auf 1200 Pferde. Darmstadt. Am 5. April l. J. wird Herr Oberst⸗ jägermeister v. Dörnberg, ein, besonders durch seine vorzüglichen gesellschaftlichen Eigeuschaften und durch sein leutseliges Wesen, sowie seine humanen Bestrebungen in allen Schichten der Bevölkerung hochgeehrter Mann, seine „diamantene Hochzeit“ feiern. Bekanntmachung. 726 Die mit Ablauf des Jahres 1867 außer Gebrauch trtretenen Preußischen Postfreimarken und Franco⸗ Couverts können nur noch bis Ende des Monate März c. an die Post Anstalten zurückgegeben werden. Berlin den 22. März 1868. General-Post⸗Amt von Philtpsborn. Holz⸗Versteigerung. 18 Den 2., 6. und 7. April l. J., sollen im Nock⸗ sädter Markwalde, Distrikt Forstwald, Lückenkopf und Zuchwald, nachfolgende Holzsorten zur öffentlichen Ver⸗ seigerung kommen: 16 Stecken Buchen Scheitholz 1. Klasse, wober auch Hainbuchen, 474 Stecken Buchen⸗Scheltholz II. Klasse, 290 4 Prügelbolz, 200 4„ Stoctholz, 4680 Stück Buchen⸗Wellen, 175 CEichen⸗Wellen, 75 Kiefern ⸗Wellen. Oie Zusammenkunft findet statt Vormittags ½9 Uhr und zwar am ersten Tag an der Steinkaute im Forst⸗ wald, am zweiten Tag auf dem Rodenbacher Weg am dückenkopf und am dritten Tag am Pflanzgarten im Buchwald. Zugleich wird bekannt gemacht, daß die Versteigerung ies Bau- und Werkholzes vom 16. März genehmigt und ger erste Fahrtag auf Montag den 30. d. Mts. fest⸗ ürsetzt worden ist. Nleder-⸗Mocksadt am 25. März 1868. Der Maikmeister: Reuther. Linsen! Erbsen und Bohnen in gut kochender Waare bei W'öäFertsch. 598 1 Holz ⸗Versteigerung. 734 Freitag den 3. Aprit l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in dem biesigen Gemeindewald folgende Holzsortimente: 19 Stecken Buchen⸗ Scheitholz, 8 N5 9„ Prügel holz, 23„ Eichen 2 680„ Buchen⸗Stockbolz, 6„ Eichen 1 6425 Buchen Wellen, 1850 Eichen⸗„ 1200 Fichten⸗„ 10 Fuß lang, 200% Bünn⸗ æ 10 1 2000 Aspen 1 5 12 Stämme Eichen ⸗Wertholz, von 6 bis 10 Zoll Durchmesser und 30 dis 48 Fuß Länge, 3 Stämme Buchen Werkhbolz, von 16 Zoll Durch- misser und 22 bis 35 Fuß Länge, 17 Stangen Eichen. Werkgolz, von 5 Zoll Durch⸗ messer und 20 Zuß Länge, 30 Stangen Buchen ⸗Werkbolz, von 5 Zoll Durch messer und 20 Fuß Länge, 350 Stangen Eichen, von 2 bis 3 Zoll Durch; messer und 25 Zuß Länge, 400 Stangen Buchen, von 2 Zoll Durchmesser und 25 Fuß Länge, 30 Stangen Fichten, von 2 die 3 Zoll Durch⸗ messer und 20 bis 32 Fuß Länge, öffentlich meistbletend versteigert werden. Bönstadt den 26. März 1868 Großperzogliche Bürgermeisterel Bönstadt Ce er Arbeits ⸗ Versteigerung. 717 Dienstag den 31. März, Vormittags 10 Uhr, soll auf dem Gemeindehaus zu Wohnbach für 600 fl. Planirarbeit an dem Vietnalweg von Wohnbach nach Münzenberg öffentlich versteigert werden. Auch wirb das Brechen von Chausfirsteinen in den Wohnbacher Steinbrüchen einer offentlichen Verstei gerung ausgeseßzt. Gambach am 25. März 1868. Schneider, Bezirks⸗Bauaufseber. Holz ⸗Versteigerung. 733 Nachbezeichgete Holzsortmente sollen im 6 Gemeindewalde zur Versteigerung kommen: Montag den 30. d. M. in verschiedenen Distrikten: 2 Stecken Nadel Scheitholz, 177„ Prageldolz, 39 2„ Stockbolz 2690 Stück„ Reiserbolz, 246 Nadel ⸗Bauftämme, 2653 Cudikfuß baltend, von 15 dis 60 Fuß Länge und 5½ dis 8 Zoll Durchmesser, 138 Nadel- Stangen, 687 Cubiksuß baltend, von 15 bis 45 Fuß Länge. Die Zusammenkuuft ist im Disirikt Wang in der Nähe des Hofes Hasselßeck. Dienstag den 31. d. M. im Distrikte Birkenspitz 1 Stecken Eichen⸗Scheitholz, 3 Birken Eichen Prügelpolz, 13½ Nadel Prügelbelz. 60* Eichen Stockbolz, 31%„ RNadel⸗ 1800 Stück Buchen⸗Wellen 15641„ Buken- Eichen Wellen, 13350„ Nadel- und Weichdolz Wellen 385 Dorn Wellen, 34 Eichen⸗Bauftämme, 367 Cudikfuß haltend, 10 Nadel- 48* 8 17 Nadel-Stangen, 46 Cubikfuß haltend, 5090 Gebund Ginstern. Dte Versteigetung beginnt jedesmal Morgens 9 Uhr. Zahlungstermin bis zum 9. November l. J Ober Mörlen den 26. März 1868. Gtoßberzogliche Bürgermeisteret Ober Mörlen e 232 Der rühmlichst bekannte D. Nephuth's Universal-Balsam, eganaee Pausmüttet bei allen Wunden, als Schnitt, Slich⸗, Haus, Brand- und Frostwunden, Frosibeulen, Quetschungen, Geschwüre, Ausschiag, Umlauf Schwäten, aufgesprungenen Händen und Lippen ze. ist siets vorrächig à Büchechen 18 kr. bei Jean Huber in Friedberg und bei Ph. Jac. Weiß in Nad Nauheim. 2 ——— Holz- Versteigerung. 715 Oienstag den 31. d. M., Nachmittags um 2 Uhr, werden in den Holzdeständen der Gemeinde Ockstadt, Pechofen, Schreiber und an der Wolfokehl, nach⸗ verzeichnete Holzsortimente an die Meisibtetenden verfteigert: 916 Stück Nadelbelzstangen(Baumstützen), 3000„ RNadelbolz⸗Bobnenstangen, 663„ Nadelbolzwellen. Die Zusammenkunft ist um die bestimmte Stunde am P echofen, nächst der Feldgemarkang Nauheim. Ockstadt den 25. März 1868. Großherzogliche Bürgermeiflerel Ockstadt Gröninger. Bf. Is st e t a eit. 736 Donnerstag den 2. April, Vormittags 9 Ubr, werden die für das Jahr 1868 vorgesehenen Pflaster⸗ arbeiten in der Stadt Nauheim auf dem Ralhhause daselbst an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben. Friedberg den 2. März 1868. Der Bezlils⸗Bauaufseher Schneider. Holz ⸗. 719 Dienstag den 31. März, Vormittags 10 Uhr, soll im hiesigen Gemeindewald nachstehend verzeichnetes Holz versteigert werden: 22 Stecken Eichen ⸗Scheitbolz, 46„ Eichen⸗Prügelbolz, 57½„ Eichen Siockbolz. i Mittwoch den 1. April, Vormittags 10 Uhr, soll im diesigen Gemeindewald nachstehend verzeichnetes Werkbolz versteigert werden: 152 Stämme Eichen⸗Werkholz von 11 dis 62 Fuß Länge und 8 bis 20 Zoll Durchmesser, 3922 Cubikfuß haltend, 65 Eichenstangen von 20 bis 25 Juß Länge. Oberau den 25. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Oberau Hacker. Rothe Mäuskartoffeln 714 und gutes Sauerkraut verkauft 8 Friedberg. Heinrich Hanstein V. Repskuchen! i stets frisch von der Mühle be! Wilb. Fertsch. Ackerland-Verpachtung. 739 Montag den 30. März d. J., Vormittags 10 Uhr, werden in dem Rathhaussaale zu Fauerbach b. Fr. eirta 35 bis 40 Morgen Ackerland, in Friedberger und Fauerbacher Gemarkung liegend, öffentlich auf 6 Jahre verpachtet werden. Friedberg am 27. März 1868. Sehrt. Rettigbonbons 21 gegen Huflen und Bruftiriden, in Schachteln 2 13 und 18 kr., sowie loose à 56 kr. per Pfund bei Ph. Dan. Kümmich. Louis Simon Wittwe in Friedberg gegenüber der Post, 738 empfiehlt ihr reichhaltiges Lager in Steingut, Porzellan und feinen Glaswaaren. 0 Zur Aussaat 695 Wicken, Erbsen, Gerste und Hafer empfiehlt Simon Strauß, Me tzgergasse. duden ganz& Jag usqog nt 1 Une ene eee ite cee eee een ee ͤ n eee e un rz e pnpags vs Strohhüte 480 werden schön und billigst gewaschen und fagonntrt bei M. Gondexr, vormals Marla S telt Zu vermiethen 728 zwei beizbare Zimmer im zweiten Stock meines Hauses. W. Baumann's Wittwe. Ein kleines Logis 740 von 3—4 Zimmern, parterre, womöglich mit einem Garten zur Mitbenutzung, wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. Zusammenlegung der Grundstücke betr. 724 Die Grundbesitzer werden zu einer gemeinsamen Berathung auf Sonntag den 29. März, Nachmittags 3 Uhr, zu Herrn Bierbrauer Ste inhäußer im„Württemberger Hof ein⸗ geladen. Mehrere Grundbesitzer. Das wirklich Gute findet immer seine Anerkennung. 721 Mit Freuden bescheinige ich hiermit, daß mein Kind, welches an Husten, Röcheln und kurzem Athem litt, nach dem Gebrauche des Ir. med. Hoffmann'schen Kräuter⸗Brust⸗Syrnps aus der Apotheke des Herin Schröder zu Schmiedeberg völlig wieder hergestallt ist, und lann daher obigen Vrust⸗Syrup nur lobend empfehlen. Großwig bei Schmiedeberg, Provinz Sachsen, den 23. Februar 1867. Für Friedberg hält Lager in Flaschen à 1 fl. 483 kr., 32 kr. und 27 kr. Herr J. A. Windecker. HK. Trippense, Gärtnergebülse. — J. Fürth's Erben 731 empfehlen ihr Lager fertiger Herrenkleider nach der neuesten Mode und zu ungewöhnlich billigen Preisen in großer Auswahl. wirkt, wie z. B. weiblichen Krankheiten ꝛc. ꝛc., sowie bei „„ I. 10„ L 77 77 Briefe werden nur franco angenommen und rechnung der Verpackung nachgenommen. Ehrlich's Blutreinigungs⸗Essenz. 189 Dieses ausgezeichnete Pausmittel, welches am fichersten dei faßt allen Krankheiten mit bestem Erfolg bei Rheumatismus, Gicht, Hämorrhoiden, Herzklopfen, Magen⸗ beschwerden, Magenkrampf, Krämpfe, Verstopfungen, Unverdaulichkeit, Schärfe, Schwindel, Sodbrennen, Blähungen, Spannung, Zahnweh. Nervenschwäche, Dur ch⸗ fall, Unterleibsbeschwerden, Gallenkrenkheit, Husten, nervöses Kopfweh, Asthma, Auszebrung im Entstehen, Körperschwäche, Schlaflos gkeit, Bleichsucht und andern allen Leidenden auf das Wärmssle empfohlen. Auf Verlangen kann von den vielen, durch diese Essenz geheilten Personen die außerordentliche Wükung dieses Heilmittels durch Zeugnisse, welche im Orginal im Besitze des Unterzeichneten find, nachgewiesen werden. Diese Ehrlich's Blutreinigungs Essenz ist in Origixal⸗Ftaschen à fl. I. 43 kr. oder Thlr. 1.— Sgr. 77* 20* 7 1 5 10 77 1 83 77 nur allein ächt zu haben in Commission bei Fr. IIilbrechi in Friedberg. Kinder krankheiten zartesten Alters, wird mit Gebrauchs⸗Anwelsung bei Versendungen der Betrag unter billigster Be⸗ Glace Handschuhe 667 von 36 kr. au bei Ph. Billau. Geschäfts⸗Eröffnung. 729 Einem geehrten Publikum, sowie einer geehrten Nachbarschaft mache ich die ergebene Anzeige, daß ich bis zum 29. d. M. in dem vormals Faufl'schen Haus neben dem Landgericht wieder mein Geschäft eröffne. Es wird stets mein Bestreben sein, durch gute Waare, sowie durch gute Bedienung mir das Wohlwollen meiner wertben Kundschaft zu erwerben. Ach tungovoll Adolph König, Bäckermeister. Stlohhut-Wascherei, Putz-& Kurzwaarengeschäft 725 empfiehlt bei bester Bedienung L. Backes, Schirnstraße in Friedberg. Kuh-& Rindfleisch, 737 prima Qualtität, per Pfund 16 kr. und Nierenfeit per Pfund 18 ke. bei 8 K. Neuhof. L. Imroth's Wittwe. Verkauf gebrauchter Wagen, 735 als: Calesehen mit Glas-Verdeck sowie mit Landau Verdeck, ein- und zweispännige Coupés, gebrauchte Geschirre bei B. Roth, gr. Eschenheimergasse 44 in Frankfurt a. M. Kleesamen 712 in allen Gattungen bei 5 Ph. Dan Kümmich. Durchsichtige Glycetin-Feise, 73 anerkannt bestes Mittel zur Verschönerung der Haut empfiehlt in Stücken à 4, 6, 9, 10, 12 kr. Wilhelm Fertsch. Herreuktagen ö ca von Bergmann& Co. 1 leerseise, in Paris, wirksamstes Mittel gegen alle Hautunxeinigkeiten, empfiehlt a St. 18 kr. Ph. Dan. Kümmich. 24 Das Neueste in Halsbinden 742 und Shlips ꝛc. in schöner Auswahl, sowie Fonlards, seidene Umknöpftücher und schwarze seidene Halstücher bei K. Friedrich neben der Post. Ein wollenes Halstuch 741 wurde gefunden. Näheres bei der Exped. d. Bl. 730 Ein noch in gutem Zustande befindliches Wägel ch e n wird gesucht. Näheres bei der Expedition d. Bl. Todesanzeige& Danksagung. 727 Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die sehr schmerzliche Nachricht von dem am 22. d. M. erfolgten Hinscheiden unseres innigfigeliebten und unvergeßlichen Sohnes und Bruders, des Lehrers Ludwig Adam Stiebing zu Nieder- Wöllstadt. Zugleich sagen wir Allen, welche den Ver- blichenen am 24. d. daselbst zur letzten Ruhe⸗ stätte begleitet oder ihm auf eine sonstige Irt eine Ehre durch Kränze und Sträuße, wie dies so reichlich geschehen, erwiesen haben, unseren innigsten tiefgesühltesten Dark. Friedberg den 26. März 1868. Die trauernden Hinterbliebenen. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Sonntag den 29. März. Evangelische Gemeinde. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Köhler. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Candidat Sell. Nachmittags: Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags: Herr Pfarrer Schwabe. Nachmittegs: Herr Candidat Fabricius. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Berlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 13 und eine Beilage.) 7³² Aus diflricten Odftadt venftorbe b Beilage zum Anzeiger für Oberhessen. ECdietal ladung. 542 Anton Kreb von Oder Rosbach, dessen Ver- mögen üderschuldet ist will mit seinen Gläubigern elnen Stundungs oder Nachlaßvertrag zur Abwendung des foͤrmlichen Concursprozesses abschlleßen. In dem Termine Mittwoch den 1. April l. J., Morgens präcis 9 Uhr, daben deßbalb die bekannten und unbekannten Gläu⸗ diger des Anton Kreh ibre Forderungen so gewiß an ⸗ zumelden, als sonst die nicht erscheinenden als den von der Mehrheit der erschlenenen Gläubiger gefaßt werden⸗ den Beschlüssen deistimmend betrachtet werden Friedberg den 28. Februar 1868. Groß berzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Hofmann, Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor. Pferde ⸗Versteigerung. 698 Montag den 30. dieses Monats, Vormittags 11 Ubr, wird in der Reitercaserne zu Butzbach ein zum Reiterdienst untaugliches Reitpferd meifidietend oͤffent lich versteigert. Butzbach am 25. März 1868. Das Commando der Letbschwadron zu Butzbach Freiherr van der Hoop. Holz⸗Versteigerung. 732 Aus den Fretherrlich von Franckenstein'schen Wald⸗ districten Viedunter und Köhlerschlag in der Gemarkung Ockstadt bei Friedberg kommen zur öffentlichen Ver⸗ sleigerung: 1) Montag den 30. März, Vormittags 9 Uhr: 2½ Stecken Buchen⸗Scheidholz, M38. Die Zusammenlegung der Grundstücke und Anlegung von Gewannwegen. Ven J. P. Müller. 723 Obgleich ich zu dem Inserat 612 in Nr. 32 d. Bl. in keinerlei Beziehung stehe, so fühle ich mich doch gedrungen, der darauf erfolgten Erwiederung(642 in Nr. 35) diese Gegenerklärung zu widmen. Ich muß vorausschicken, daß ich mich wegen Mangels an Zeit hinsichtlich der in dem frag- lichen Aufsatze enthaltenen landläufigen allgemeinen Redensarten auf eine Polemik nicht einlassen, vielmehr hauptsächlich nur Thatsachen vorführen will, durch welche sich die Art und Weise der neuen Feldeintheilung, wie sie der Verfasser des gedachten Artikels befürwortet, als höchst bedenklich charakterisiren wird. Fort mit dem Zunftzwange der Dreifelderwirthschaft, so sagt der Verfasser des Artikels, ohne vielleicht über das eigentliche Wesen dieser Dreifelderwirthschaft mit sich selber im Klaren zu sein. Er verurtheilt diesee Wirthschastssystem, die alte Felderwirthschaft, aus der Brachzeit, weil sie die Urheberin der Selbstbelastung der Landwirthe, ihrer Freiheits- und Eigenthumsbeschränkung sei. Hören Sie aber nun einmal, Herr Verfasser, welche Vortheile dieses Wirthschaftssystem dem Landwirthe gegenüber den gepriesenen Einrichtungen sogenannter freier Bewirthschaftung gewährt. Ich habe z. B. ein Grundstück, welches ich im Juni(Johanni) mit Dickwurz bestellen will. Die Besitzer der beiden nebenliegenden Stücke beliebten diese aber im vorhergehenden Herbste mit Korn zu bestellen. Das Korn ist im Juni ansehnlich herausgewachsen, oft mannshoch, wie man zu sagen pflegt, es hat sich solches, und dies kommt sehr häufig vor, nicht in aufrechter Stellung erhalten, sondern einige Schuh weit über die Grenzfurche meines Grundstücks hinaus gelegt, einen Theil meines Ackers bedeckt. Wie nun? Soll ich das überhängende Korn meiner nachbarlichen Grund- stüucke auf meiner Grenzfurche abschneiden, um meinen Acker für Dickwurz präpariren zu können? Bei einem geschlossenen Winterfelde sind solche Collissionen unmöglich. Oder denken Sie sich, Herr Verfasser, es trete ein sog. Mäusejahr ein. Die Mäuse würden alsdann bei einer Feldwirthschaftung in Ihrem Sinne fast gar nicht, jedenfalls nur mit einem ganz unverhältnißmäßigen Kostenaufwand für Gift, zu vertilgen sein. Im Mai, wo das Grünfutter noch rar ist, pflegt im Winterfelde das Unkraut aus der Winterfrucht gejätet und als sehr willkommenes Futter verwendet zu werden. Diese Arbeit ist selbstverständlich mit aller Sorgfalt zu verrichten. Der Feldschütze ist in solcher Zeit ständig im Winterfeld und verhütet dadurch die Verübung von Freveln. Die sogenannte freie Bewirth⸗ 1½„ Birken⸗„ 57t 17 Nadel⸗ 7 34„ Buchen- Prügelbolz, 4½„ Eichen⸗ 5 11½„ Bilken⸗ 1 5½ 4 Aspen · 77 80„ Buchen⸗Stockholz, 3½„ Birken⸗„ * Eichen ⸗ 77 7993 Wellen Buchen ⸗Reisholz, 1364„Birken; 7 Durchforftungs holz, 224„ Nadel⸗ 5 650 Gedund Ginstern, 9 Eichenftämme mit 52 Cubikfus, 7 Birkenstämme mit 50 Cudikfuß, 40 Eichenftangen mit 94 Cudbiksuß, stangen mit 49 Cubiksuß. 2) Dienstag den 31. März, Vormittags 9 Uhr, 1½ Stecken Nadel Prügelhosz, 1195 Wellen Buchen⸗Reisbolz, 15 Birken⸗ 6493„ Bitken⸗„ 7000„ Eichen* Durch forstungsbolz, 2476„ Aspen⸗ 5 1168„ Nadel⸗ 5 49 Birkenstangen mit 8 Cökfß., zu Schippensttelen ꝛc. geeignet, 13 Läste Zuchen⸗Reisbolz(Erbsenreiser), 215 Läste Weiden 1c. Reioholz(Zumachbolz). Die Zusammenkunft findet statt am erstgenannten Tage im Diflrict Viebunter zunächst dem Viebtrieb, am letztgenannten Tage im Distriet Köhlerschlag zunächft dem Viehtrieb Ockstadt am 18. März 1868. Wilbrand, Freiherrlich von Franckenstein'scher Oberförster. Hofraithe- und Güterversteigerung. 367 Montag den 30. März d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in hiesigem Rathbause die zum Nachlasse des verstorbenen hiesigen Bürgers Rudolph Weis ge⸗ hörenden Immobilten: Gemorkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr 3. 188. 19,9. Hofraithe in der Burg, 3. 189. 10,9. Grabgarten daselbft, 4. 207. 90. desgl. in der Kehl, erbabthetlungshalber öffentlich meiftbietend versteigert werden. Kapital⸗Gesuch. 716 Due Gemeinde Ockfladt beabfichtigt ein gekündigtes Kapital von 2600 fl. in gleicher Größe, zu 4½% ver⸗ znslich, anderweit aufzunehmen. Besißzer solcher Lapitalteu, welcht bereit find dieselben zu verleihen, haben sich dei unterzeichneter Stelle binnen 14 Tagen zu melden. Bemerkt wird, daß dieses Kapttal auch in getrennter Summe angenommen wird. Ocfadt am 25. Mätz 1868. Großherzogliche Bürgermelftere! Ockßadt 0 tb uin ger. schaftung kennt kein zusammenhängendes Winterfeld mehr, die Winterfrucht wird dann vereinzelt in der weiten Gemarkung gepflanzt werden. Wie viele Schützen würden in diesem Falle nöthig sein, um die gehörige feldpolizeiliche Aussicht zu führen Der Herr Verfasser hat auch gesehen, wie bei auf einen Weg ziehenden Gewannen einzelne Aecker mit Sommerfrucht ausgestellt wurden, während hüben und drüben Weizen oder Korn bereits grün standen. Natürlich, denn Weizen und Korn steht im Frübjahr, wenn Sommerfrucht ausgesäet wird, grün. In den Furchen aber steht dann auch Korn und Weizen grün, wird aber umgepflügt, und dies schadet allerdings, mag auch der Acker mit Sommerfrucht so früh wie nur möglich bestellt werden. Zudem weiß jeder Landwirth, daß es fast gar nicht möglich ist, ein Grundstück zuzubereiten, ohne der schon grünen Saat des nachbarlichen Ackers zu schaden. Mit einem Eingespann lassen sich aber schlechterdings nicht alle Grundstücke, z. B. Kleeäcker, umpflügen. Die Fruchtfolgeordnung, wie sie die Dreifelderwirthschaft mit sich bringt, ist erfahrungsgemäß für unsere Verhältnisse die zweckmäßigste; die Stoffe, welche durch die Ernte einer bestimmten Fruchtgattung dem Boden entzogen werden, müssen sich erst wieder ersetzt haben, ehe und bevor dieselbe Fruchtgattung mit der Aussicht auf ein befriedigendes Ergebniß der Ernte wieder angebaut werden kann. Diese sosort zu ersetzen, fehlen in der Regel die nöthigen Düngemittel, und würde es geradezu ein Raubspstem genaunt werden müssen, welches den Boden zuletzt fast ganz unertrags⸗ fähig machte, wenn man demselben zu viel Stoffe entziehen und zu wenig wieder geben würde. Gegen diese Calamität gewährt die Dreifelderwirthschaft einen gewissen Schutz. Eine reine Brache haben wir hier zu Land fast gar nicht mehr; das ganze Brachfeld wird ja benutzt, so daß ein rein brach liegendes Grundstück eine Seltenheit ist. Aber, Herr Verfasser, dieses brach liegende Gelände liegt doch nicht vergeblich brach. Dasselbe liefert bekanntlich bei geringer Düngung in Folge der durch die Einflüsse der Luft und Witterung vor sich gehenden Zersetzung des Bodens 1. gewöhnlich eine weit bessere Winterernte, als ein im Brachfeld mit Kartosseln, Dickwurz oder dgl. bepflanzt gewesenes Grundstück bei starker Düngung. Was nun die Zusammenlegung der Grundstäͤcke und die Gewannwege anbelangt, so halte ich eine Regulirung solcher Felddistrikte, in welchen man von der Gewanngrenze aus auf die Grund- stücke nicht gelangen kann, für zweckmäßig, auch mag dabei eine Zusaͤmmenlegung nicht ganz ausgeschlossen sein. Auf jeder Gewanngrenze aber Wege anzulegen, damit man zu jeder Zeit auf sein Grundstück fahren könne, ist bei dem hier üblichen Wirthschaftssystem nicht erforderlich, ist eine wahrhafte Verschwendung von Gelände. Der Landwirtb hat das ganze Jahr hindurch bis in die Mitte Oktober Zeit und Gelegenheit, sein Brachfeld— in solchem kann er zu jeder Zeit auf sein Grund- stück kommen— zur bevorstehenden Winterfruchtbestellung zu präpariren, ja er kann auch noch im Winter bei Frost auf die ausgestellten Aecker fahren und solche etwa mit Jauche begießen, denn eine vernünftige Lokalpolizei wird die Einfahrt in das Winterfeld unter dieser Voraussetzung gewiß nicht verbieten. Zu welchem Behufe soll denn der Landwirth zu jeder Zeit ins bestellte Winterfeld sahren, zu welchem Zweck soll so und so viel Land zu unnützen Wegen vergeudet werden 7 Soll etwa darum, weil ein nachlässiger Landwirth mit der Bestellung seines vielleicht nur kleinen Ackers zurückgeblieben, ein Flächengehalt von vielen Morgen zu Wegen nutzlos liegen bleiben!? Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Sommerfeld. Nach abgethaner Winterernte hat der Landwirth die Zeit von August bis in April, um das Feld zur Sommersaat vorzubereiten. Die von dem Verfasser angeführten Ereignisse wegen versaulter Gerste und eingebüßter Weizenernte sind— zum mindesten nicht zutreffend. Es gibt faule Oekonomen, welchen ihre Gerste verfault, auch wenn sie vom Weg aus auf den Acker gelangen können, weil sie entweder nicht sorgsam genug sind, oder die Frucht wegen Pfändung derselben unfreiwillig im Felde lassen müssen. Auf einen mit Weizen bestellten Acker aber mit der Walze nicht kommen zu können, dies ist jeden falls etwas— ganz Neues. Entweder lag der Acker im Winterfeld neben andern Weizenäckern, die auch wohl seste Krusten hatten und er konnte dann— so ist u es überall üblich— querfeldein rr Sanere phosphorsauere Kalke(Superpdosphate) mit der Walze auf seinen Acker fahren, oder es lag solcher im Sommerfeld, dann konnte er dasselbe thun, denn fast das ganze Sommerfeld wird ja gewalzt, oder es lag derselbe im Brachfeld, dann konnte er erst recht darauf kommen und walzen nach Herzenslust. Feldstrafen, Prozesse, Feindschaften, Geldverluste werden dann erst eine Rolle von Bedeutung spielen, wenn die Ideen des Herrn Verfassers zum Durchbruch kommen sollten, wofür ich sehr eclatante Beispiele anführen könnte. Die Mißgunst wegen des bischen Dung, von welcher der Verfasser redet, ist gar nicht so unbeachtenswerth, wie er meint. Mill ist besser, als baares Geld, beißt es bei dem einsichtsvollen Landwirth; auf einem in gutem Düngungsstande befindlichen Grund⸗ besitz ist Etwas zu erobern, auf einem ausgenützten kann man zu Geunde gehen. Aber die Ver- schiedenheit des Düngungszustandes ist es nicht allein, es ist vielmehr auch die große Verschiedenheit der Bodengütt, welche den Besitzwechsel im Wege der Zusammenlegung erschwert. Beides, wie auch drr Werth, welchen Grundstücke etwa durch ihre besondere Lage haben, soll zwar gesetzlich kerück. sichtigt und nötbigenfalls mit Geld ausgeglichen werden, aber du lieber Himmel, wie wird dabei so mancher Grundbtsitzer lackirt. Gerade, weil Steuern und Abgaben sich mehren, gerade weil der Mittelstand die Lasten und Abgaben fast nicht mehr zu erschwingen vermag, muß er bei neuen Unternehmungen, bei neuen Abgabeprojekten vorsichtig, sehr vorsichtig zu Werke gehen, er darf sich nicht durch phrasenreiche Schreibereien blenden lassen, um alsdann wie ein Blinder geführt werden zu können. Jeder Land- wirth weiß, daß er nach der Zusammenlegung auf seinem Besitzthum nicht mehr zu erzielen vermag, als vor derselben. In Rockenberg het man schon vor längerer Zeit zusammengelegt und doch wehrt sich das nahe dabei gelegene Oppershofen ganz entschieden dagegen. In diesem Orte kennt man doch sicher die Vortbeile, welche die Grundbesitzer jenes Ortes— nicht errungen haben. In Södel freuen sich die meisten Grundbesitzer heute noch, daß sie der neu prejektirten Feldeinrichtung entronnen sind und haben dagegen wit Vergnügen die Kosten auf sich genommen, welche der Gemeinde bereits verursacht worden waren. In Nieder⸗Eschbach wehrt sich die Mehrheit der Grundbesitzer verzweifelt gegen die Ausführung des Plans der neuen Feldeintheilung und ist bereit, lieber die sich auf etwa 6— 7000 fl. belaufenden Consolidationskosten decken zu helfen, als die Zusammenlegung der Grund⸗ stücke in der dort projektirten Weise vollziehen zu lassen. Auch hier kann von Vorurtheil oder Unverstand keine Rede sein, denn in den ganz nahe gelegenen Orten Ober⸗Eschbach und Kahlbach ist die Zusammenlegung bewerkstelligt, und von den großen Vortheilen derselben würden die Grund- besitzer der angrenzenden Gemarkung Nieder-Eschbach sicherlich unterrichtet sein, wenn in der That solche Vortheile erzielt worden wären. Was der Herr Verfasser sonst noch vorgebracht hat, soll hier unberührt bleiben, denn es bedarf meines Erachtens keiner Widerlegung, indem solches als an sich unrichtig und unhaltbar kaum eine Kritik verdient. Die ganz enormen Kosten der Zusammenlegung und neuen Feldeinrichtung in dem von dem Verfasser intendirten Umfange stehen, was ich schließlich noch behaupte, in keinem auch nur an⸗ nähernden Verhältnisse zu den Vertheilen, die etwa durch ein solches Unternehmen erzielt werden könnten. SS N A Gegen Hals und 1 2 2 N N brustleiden 8.8 8 As 8 75 N J 1. —— 3 8 80 M. S2 2 N A E 15 9 5 e a 2 — 1 e e 1 i 8 2 Ws r e s Stollwerck sche Brust Wonbons x 2848 Wi auf aden früheren Industrie-Ausstellungen, wohin der Hof-Lieferant Franz Stollwerck sein seit Decennien berübmtes Fabrikat sandte, so ist denselben auch auf der Pariser Welt⸗Ausstellung die in dieser Branche einzig ertheilte Medaille zuerkannt worden. Es ist dies ein neues Glied in der langen Kette von Anerkennungen, welche sich diese Brust⸗Bendons erworben, und dürfen sich Hals- und Brustleidende mit um so größerer Zuversicht diescs Hausmittels bedienen.— Man beliebe sich nur durch die vielen Fälschungen nicht täuschen zu lassen, und bemerke sich zur Eninahme die Deröts in Friedberg bei J. A. Windecker, in Assenheim bei Carl Bauer, in Bellersheim bei B. Stern Sohn, in Butzbach bei Wilh. Wießler, in Berstadt bei Ehr. Eichelmann Sohn, in Hungen bei A. Buch, in Nauheim bei Ph. Jac. Weiß. „ Düngemittel Universal-Magen-Liqueur, a. 0 0 f gen⸗ Chemischen Fabrik Griesheim e e Malu in Frankfurt am Main. empfiehlt in Flaschen à 24 tr., 45 kr. und fl, 1. 24 kr. Dan. Kümmich in Friedberg. Sorten. T 8 Gedãmpftes Knochenmehl(guanisirt) in feinem a 5 4 t e N, und gröverem Pulver, für Getreide u. s. w.(zur 547 von den billigsten bis zu den feinsten, in den Maschinen⸗ und zur Handsaat). neuesten Mustern bei Georg Groß. 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April ist die öffeutliche Prüfung, zu welcher alle Freunde des höheren Untercichts eingeladen sind. Betenhetm. Urich, Pfarrer. 646 In einer gebildeten Familie Wieebadens ßenden junge Mädchen, welche sich namentlich in englischer und französischer Sprache und Musik auszubilden wünschen, tie fteundlichste Aufnabme. Schriftliche Offerten franeo Wiesbaden Poste restante K. M. 25. Emser Pastillen 22 seit einer Reihe von Jahren unter Leitung der Königlichen Brunnenverwaltung aus den Salzen des Emser Mineralwassers bereitet, bekannt durch ihre vor⸗ züglichen Wirkungen gegen Hals und Brust⸗ leiden, wie gegen Magenschwäche find stets vor⸗ räthig in Friedberg bei prn. Hofapolheker C. Wahl, in Nauheim bei Herrn Ph. J. Weiß. 715 Pastillen werden nur im etikettirten Schachteln dersand:. Königliche Jranntnperwallunz zu Bad⸗Ems. Alzeige X Empfehlung. 365 Mein Loats neben Herrn Fruchthändler Rappolt hade ich verlassen und wohne fetzt in meinem eigenen Hause dem Hotel Trapp gegenüber. Zugleich bringe ich meine Blumen⸗, Feld⸗& Gartensamen vorzüglicher Qualität in empfehlende Exinnerung. Friedberg im Januar 1868. Jacob Herrmann, Samenhandlung, breite Straße dem Hotel Trapp gegenüber. 26* Mobiliar-Persteigerung. 697 Mittwoch den 1. April d. J., läßt Unterzeichneter sein sämmtliches noch fast neues Mobsliar, als: Betten, Schränke, Tische, Sopha's, Sessel, Spiegel, Stühle und Bilder, Küchengeräthschaften, Küchenheerd ꝛc., in seiner Wohnung gegen gleich baare Zahlung versteigern. Friedberg den 23. März 1868. Theodor Münch, Firma Trapp& Münch. Gutes Vorschuß- X Prodmehl 694 cwie Kleie empfiehlt Simon Strauß. Mezgergasse. Jiegensellchen 623 werden im Einzelnen, sowie in größeren Parthien aufgekauft von H. Gonder. Die billigsten Mö be l elegant und solid gearbeitet zu baben in dem Möͤbellager der Gebrüder Blum, Rheinstraße. Darmstadt. Verpackung unter Garantie wird billfgst berechnet. 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