Nust und tag am 1 Stunden taellt. Sei tt. Bersen⸗ Niese ditt U aß dersesbe Geschaͤsts Srebzenenl , Tei 57 0ß Otta, 8 65. beßl l bett und geg tnt 17 Ototg, ber zu Der 9 84 Jaßtt 0 ptrtol⸗ en 2 Tagt all 1868. Donnerstag den 27. August. M101. nzeiger für Oberhessen. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Hessen. Darmstadt. Das Großherzog⸗ liche Regierungsblatt Nr. 47 enthält: I. Gesetz, die Aufhebung der Schuldhaft betressend. Dasselbe lautet: Ludwig III. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein ꝛc. ꝛc. Nachdem das in Betreff der Aufhebung der Schuldhaft im Gesetzblatt des Nord⸗ deutschen Bundes(Nr. 16) verkündigte Bundesgesetz am 31. Mai laufenden Jahres in den zum Norddeutschen Bunde gehörigen Gebietstheilen des Großherzogthums in Kraft getreten ist, haben Wir für die nicht dem Nord⸗ deutschen Bunde angehörigen Theile des Großherzogthums mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hiermit, wie folgt: Art. 1. Der Personalarrest ist als Executionsmittel in bürgerlichen Rechtssachen in⸗ soweit nicht mehr statthaft, als dadurch die Zahlung einer Geldsumme oder die Leistung einer Quantität vertretbarer Sachen oder Werthpapiere erzwungen werden soll.— Art. 2. Die gesetzlichen Vorschriftien, welche den Personal⸗ arrest gestasten, um die Einleitung oder Fortsetzung des Proceß verfahrens, oder die gefährdete Execution in des Vermögen des Schuldners zu sichern(Sicherungsarrest), bleiben unberührt.— Art. 3. Die Bestimmung des Art. 1 findet auch auf die vor Erlassung dieses Gesetzes entstandenen Verbindlichkeiten Anwendung, selbst, wenn auf Personalarrest rechtekräflig erkannt oder mit dessen Voll⸗ streckung begonnen ist.— Art. 4. Alle diesem Eesetze ent⸗ gegenstebenden Vorschriften treten außer Kraft.— Art. 5. Das Gesetz tritt in Kraft an dem Tage, an welchem ee im Regierungsblatt verkündet ist. Urkundlich ꝛc. II. Gesetz, die Abkürzung der Fristen für Vor⸗ ladungen und für Ergreifung von Rechtsmitteln in der Provinz Rheinhessen betreffend. III. Summarische Uebetsicht der Rechnung der Groß⸗ herzoglichen Landes⸗Waisen⸗Anstalt zu Darmstadt für 1867. Die Gesammt⸗Einnahme beträgt 53,889 fl. 27 ¼ kr., dit Gasammt⸗Ausgabe 52.883 fl. 27¼ kr.; verglichen, bleibt Rest 1006 fl., welcher in noch nicht fälligen Legalen be⸗ sieht. Stand der Waisen am Schlusse des Jahres 1867: Am Schlusse des Jahres 1866 blieben 1224. Während des Jahres 1867 wurden aufgenommen: in der Provinz Starkenburg 132, Oberhessen 87, Rheinhessen 51, Knaben, welche während der Lehrzeit Unterstützung erhalten 107, zusammen 377. Mithin wurden in 1867 im Ganzen verpflegt 1601. Entlassen wurden: in der Provinz Starken⸗ durg 108, Oberhessen 84, Rheinhessen, 24, Knaben, welche während der Lehrzeit Unterstützung erhielten 125, zu⸗ sammen 341. Am 17 des Jahres 1867 blieben mithin in Verpflegung 1260. 42 N 1. eee e Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 1. Augußt dem Pfarramts⸗Candidaten Luft aus Hering die zweite tvangelische Knaben⸗Schulstelle zu Butzbach zu übertragen;— an demselben Tage den Domänenpfandmeister bei dem Rentamte Grünberg Rausch— und den Rentamicdiener dei demselben Rentamte Gröninger in gleicher Diensteigen⸗ schaft an das Rentamt Homberg zu versetzen;— am 8. August den bisherigen Gesandischafts⸗Kanzlisten in Pension Ihm zum Ministerial⸗Protocollisten bei dem Großherzog⸗ lichen Ministerium des Großherzoglichen Hauses und des Acußern zu ernennen. V. Gharakterertheilung. Seine Köntgliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 1. August dem Lehrer an der zweiten evangelischen Knabenschule zu Butzbach, Luft, den Character als Mitprediger zu verleihen. VI. Versetzungen in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 1. August den evaugelischen Schullehrer zu Mainz Weihrauch auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner lang⸗ jährigen und treuen Dienste— und am 4. August den Lehrer an der technischen Schule zu Darmstabt Baurath Hartes auf sein Nachsuchen, mit Rücksicht auf seine ge⸗ schwächte Gesundheit, in den Rußestand zu versetzen. — Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland kind am 24. d. um 6¾ Uhr mit Extrazug von Kissingen hier angekommen. Im Bahnhof wurden dieselben vom Großherzog empfangen und nach kurzem Aufenthalt setzte das Kaiserpaar die Reise nach Jugenheim foct, wo die Kaiserin einige Zeit zu verweilen gedenkt. N 1 Friedberg. Das preußische„Militär- wochenblalt“ bringt die näheren Bestimmungen einer zwischen Preußen und Mecklenburg-Schwerin abgeschlossenen Convention behufs näherer Fest⸗ stellung des Verhältnisses der mecklenburg ⸗schwerin⸗ schen Offiziere ꝛc. zur preußischen Armee. Nach derselben gewährt der König von Preußen den meckler burgischen Offizieren und Militärbeamten die Freiheit zum Eintritt in den Verband der preußischen Armee, wogegen der Großherzog von Mecklenburg Schwerin das Recht der Anstellung, Beförderung und Versetzung dieser Offiziere ꝛc. dem König überträgt. Dabei werden dieselben nach Rang und Anciennetät in die königl. Armee eingetheilt, jedoch so, daß sie nicht besser zu stehen kommen dürfen, als wenn sie von Anfang in Preußen gedient hätten. Falls sie es wünschen, verbleiben sie im mecklenburgischen Unterthanen— verhäliniß, und wird der von ihnen dem Bundes- feldherrn mittelst Revers gelobte Gehorsam als geleisteter Fahneneid angesehen. Offiziere des stehenden Heeres, die den Uebertritt nicht wünschen und preußischerseits hierzu für ungeeignet befunden werden, scheiden aus dem Kontingent und werden in den Ruhestand versetzt. S. Gießen. Für das Amt des Rektors an hiesiger Universität vom Herbst 1868 bis dahin 1869 hat der akademische Senat Herrn Professor Dr. Leuckart in erster Linie vorgeschlagen. * Gießen. Die juristische Fakultät der Landesuniversität hat dem Präsidenten des Ober— consistoriums Geheimerath Frhrn. v. Starck aus Anlaß seines am 19. d. stattgehabten 50jährigen Dienstjubiläums die Doctorwürde honoris causa verliehen.— Die Vorlesungen auf der hiesigen Universität im Wintersemester 1868/69 werden am 2. November ihren Anfang nehmen. Beginn der Immatrikulation am 26. Oktober. Die Nummer 236 der„Darmst. Ztg.“ enthält das Verzeichniß der angekündigten Vorlesungen. Preußen. Berlin. Zur Lehre von der modernen Freizügigkeit und Eheschließungsfreiheit wird der„Zukunft“ von hier mitgetheilt:„Dieser Tage erhielt der hiesige Partikulier K. von seinem in Bremen weilenden Sohne die Nachricht, daß ihm die dortige Niederlassung und Verheirathung nicht anders erlaubt werden soll, als nach Bei⸗ bringung des Heimathscheines und eines Sitten⸗ zeugnisses der Berliner Polizeibehörde. Und als der Vater hierüber verwundert bei der hiesigen Revierpolizei sich erkundigte, erhielt er den guten Rath, sosort auf einem Stempelbogen à 5 Sgr. um Ausfertigung der betreffenden Papiere(die wieder je 15 Sgr. Stempel erfordert) nachzusuchen, da die Forderung der Bremer Behörde in der Ordnung sei. Der Mann hat es doch vorgezogen, seinen Sohn zu möglichst energischer Opposition gegen die ihm gestellte Zumuthung zu ermahnen. — Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bringt folgenden Leitartikel: Es ist in neuerer Zeit vielfach die Rede gewesen von Einführung einer Besteuerung der Börsengeschäfte, und sofort ist man von in⸗ teressirter Seite mit der Behauptung aufgetreten, eine derartige Heranziehung der Börsenmänner zu den Lasten des Staates sei durchaus unthunlich. Was uns betrifft, so erscheint uns das endliche Vorgehen des Staates in der angedeuteten Richtung als ein einfacher Act der Gerechtigkeit gegen das unbewegliche Vermögen, das sich bekanntlich der vollen Besteuerung nach seinem wahren Werthe nicht zu entziehen weiß. Was die Börsengeschäfte anlangt, so sind dieselben bekanntermaßen zum Theil rein Hazardspiele, die auf kostenlose Ge— stattung von Seiten des Staates gerade so viel und gerade so wenig Anspruch haben wie die Spielbanken von Wiesbaden, Homburg oder Ems. Bezüglich des hazardmäßigen Börsengeschäftes würde also nicht nur die Steuer an sich, sondern gleichzeitig auch eine sehr hohe Besteuerung gerecht⸗ fertigt sein. Was den übrigen, den reellen Theil der Geschäfte anlangt, so vermögen wir in der That keinen Grund zu entdecken, weshalb das Börsengeschäft von Besteuerung frei ausgehen soll⸗ während alle übrigen Geschäfte zu den Staats, lasten beitragen müssen. Es wird bei Beurtheilung dieser Frage vorzugsweise darauf ankommen, sich daran zu gewöhnen, daß man die Thätigkeit an der Börse als eigene, selbstständige Geschäftsthätig⸗ keit ansieht, daß also ein Kaufmaun oder ein Banquier, der neben den Kaufmanns und Banquiersgeschäften noch Börsegeschäfte treibt, als der Inhaber zweier Geschäfte anzuseßen ist, für deren jedes mit vollem Rechte eine Steuer gefordert werden kann. — Mehrfach wird von Menschenopfern berichtet, welche der Militärdiens während der Manöverzeit durch die kolossale Hitze gefordert hat. So wurde dieser Tage aus Ostpreußen der Tod von 8 Fä⸗ silieren mitgetheilt. Jetzt meldet man aus Aurich den Tod dreier Soldaten, die auf dem Marsche von Emden dorthin in letzter Woche umgekommen sind. Aus Posen geht dieser„Manöververlustliste der preußischen Armee“(welche anfängt eine eigene Rubrik in den Blättern zu bilden) als Beitrag die Nachricht von dem Tode dreier Füsiliere zu, die auf dem Marsche von Lissa dorthin dem Gehirnschlage erlegen sind; ferner aus Halle ein einjähriger Freiwilliger(Student) vom 86. Inf-⸗Regt. — Nach eingetroffenen Nachrichten ist Graf Bismarck auf seinem Gute Varzin in Pommern mit dem Pferde gestürzt. Derselbe blieb zwar unverletzt, jedoch haben sich in Folge des Sturzes Schmerzen in der ganzen Muskulatur des Körpers eingestellt. — Nach einer guten, fast schmerzensfreien Nacht, so lautet ein Bericht vom 24. d., hat Graf Bismarck das Bett verlassen und befindet sich, abgesehen von den durch jede Bewegung ihm verursachten Muskelschmerzen, den Umständen nach wohl. Der Ausspruch des Arztes, daß keinerlei Verletzung weder der äußeren noch der inneren Organe durch den gefährlichen Sturz stattgefunden, wird hierdurch bestätigt. — Die„N. fr. Pr.“ spricht mit großer Be⸗ stimmtheit von dem bevorstehenden Rücktritt des Grafen Bismarck; derartige Gerüchte eirtuliren seit seiner Erkrankung fast alle Woche und sie verdienen auch diesmal nicht mehr Glaubwürdig⸗ keit als sonst. Daß Graf Bismarck in den Hof⸗ kreisen Gegner hat, ist ja zweifellos, aber dieselben haben bis jetzt den König noch nicht von der Entbehrlichkeit Bismarck's überzeugen können. — Dem Vernehmen der„Bresl. Ztg.“ nach werden jetzt Telegraphenstationen dritter Klasse auch an Privatpersonen in kleineren Städten, namentlich an Gastwirthe ic. verliehen werden. Dieselben erhalten natürlich so lange einen In- strukteur, bis sie vollständig der Bedienung des Apparates mächtig sind. Es sollen öffentliche Ausbietungen zur Meldung in dieser Beziehung stattfinden. — Der„Magdeb. Corresp.“ berichtet:„Dem Vernehmen nach ist es die Absicht der Regierung, dem nächsten Reichstage das auf der Grundlage der Decimalrechnung entworfene Münzgesetz vor- zulegen. Es ist Aussicht vorhanden, daß der Entwurf Annahme findet, welcher die Silberwährung erhält und überhaupt möglichst geringe und leicht faßbare Aenderungen vornimmt. Nach dem auf⸗ 0 76 gestellten Entwurf wird die Einheit künftig im Werthe von 7½ Sgr. oder 6 Gr. sein. Dieselbe enthält 10 Groschen und der Groschen 10 Pfennig, die Mark also 100 Pfennig. 4 Mark sind 1 Thaler, welche Benennung beibehalten wird, 25 Thaler also 100 Mark. Die 2¼ Silber- groschen- und 5 Silbergroschenstücke bilden ein Drittel und zwei Drittel Mark, daneben wird eine halbe Mark im Werthe von 35 Sgr. gleich 5 Neugroschen geprägt werden, ebenso Eingroschen⸗ stücke. Auf 7½ Sgr. kamen bisher 90 Pfennig, künftighin ist also der neue Groschen im Werth der bisherigen 9 Pf. gleich künftighin 10 Neu- pfeznigen. Da bekanntlich der Werth der Kupfer- münzen ein den Kupferwerth weit übersteigender ist, so werden wohl die jetzt umlaufenden Pfennige der Umprägung nicht bedürfen. Diejenigen Staaten, welche bisher 40 Schillinge auf den Thaler hatten, behalten für ihre Silbermünzen diesen Werth, von süddeutschen Kreuzern aber gehen künftig 21 auf 80 Pfennige oder 8 Ngr. oder 6 alte Silber⸗ groschen, ein süddeutscher Gulden ist gleich 22 Ngr. 8 Pf. Oesterreichische Gulden sind gleich 2¼ Mark oder 26 Ngr. 8 Pf. Man hofft endlich, daß der Frank in Frankreich auf den Silberwerth von 7½ Sgr. wird reducirt werden.“ — Freitag Nachmittag ist der in der Theologen⸗ welt wohlbekannte Probst zu Berlin, Dr. Nitzsch, gestorben. N — Die in Guntershausen versammelt gewesenen vormals kurhessischen Aktuare— 33 an der Zahl — haben für sich und im Auftrage der Uebrigen beschlossen: weil ihnen gewisse, ihnen bisher ob⸗ liegende richterliche Geschäfte und die Möglichkeit, in die Richterstellung einzutreten, sowie Zweidrittel ihrer Nebeneinnahmen genommen und nur ein Drittel zwar bewilligt, aber den Meisten nicht ausgezahlt worden ist, vielmehr in den Gehalt eingerechnet werden soll, nochmals sich bittend an den König zu wenden. Trier. Der Bischof der Trier'schen Diözese, Dr. Matthias Eberhard, steht auf der Liste der Candidaten für den Freiburger Erzdiöcesanstuhl. Frankfurt. Der König langte, von Koblenz kommend, am 25. d. um 9½ Uhr bier auf der Taunusbahn an, fuhr zu Wagen nach dem Hanauer Bahnhof und setzte von dort um 10 Uhr die Reise nach Hanau fort, wo er die zum Brigade Exerziren zusammengezogenen Regimenter Nr. 82 und Ss besichtigte und ein ihm von der Stadt Hanau angebotenes Dejeuner einnahm. Gegen 2½ Uhr traf der König von Hanau wieder hier ein und setzte um 2¾ Uhr seine Reise nach Berlin mittels der Main⸗Weser⸗Bahn fort. Bayern. München. Der gelehrte kath. Docent Pichler zu München hat in der„Südd. Presse“ das Gerücht eines von ihm an die römische Index ⸗Congregation eingesandten Widerrufs in einer Weise Lügen gestraft, welche zwar nicht die zornige Schärfe des neulich von A. Weill an Dupanloup gerichteten Strafbriefes zeigt, darum aber nicht minder in das Fleisch des Ultramon⸗ tanismus einschneidet. Er verspricht darin den urkundlichen Beweis:„daß der römische Inder ein in wissenschastlicher wie moralischer Hinsicht ungerechtfertigtes Institut ist, welches seit mehr als 300 Jahren gerade das deutsche Volk in seinen heiligsten Interessen auf's Schwerste geschädigt, und welches die Hauptschuld an dem unläugbaren Zurückbleiben der katholischen Theologie hinter der protestantischen trägt. Ich kenne(so fährt er fort) den römischen Index zu gut, als daß es mir möglich wäre, auch nur eine Silbe gegen denselben zu widerrufen, ehe man mir meine Irrthümer bezeichnet und ich sie geprüft habe. Denn daß ein Inder ⸗Decret über ein deutsches Buch dadurch unfehlbar wird, daß der Papst, selbst wenn er, wie der gegenwärtige, der deutschen Sprache durchaus unkundig ist, seinen Namen darunter setzt, will mir, und gewiß auch noch vielen andern guten Christen in Deutschland, nicht einleuchten.“ — Die von Darmstadt aus gebrachte Nach⸗ richt, daß die Verlobung des Königs von Bayern mit der Großfürstin Marie von Rußland als sicher bevorstehend erwartet werden könne, wird von hier aus durch die„Neuesten Depeschen“ aus bester Quelle als unrichtig bezeichnet. — Der Kaiser von Oesterreich wünschte aus⸗ drücklich, vor seiner Abreise nach Salzburg noch mit dem Fürsten Hohenlohe zu conferiren. In dieser Audienz soll der Kaiser dem bayerischen Minister seine volle Befriedigung mit der Art und Weife ausgesprochen haben, in welcher Letzterer die äußeren Angelegenheiten Bayerns zu leiten bemüht sei. Württemberg. Stuttgart. Pater Fischer war neulich mit Prinz Iturbide hier und in Ludwigsburg, seiner Vaterstadt, und hat sich von hier nach Tübingen begeben, wo er noch von seiner Studienzeit her alte Freunde hat. Pater Fischer spielte bekanntlich bei dem Ausgang der Expedition in Mexiko eine hervorragende Rolle. Ihm wird die Schuld beigelegt, er habe den schon auf dem Wege nach Verakruz zur Einschiffung in die Heimath befindlich gewesenen Maximilian zur Umkehr veranlaßt, indem er ihm die mächtige Unterstützung der Geistlichkeit in Aussicht stellte. Prinz Iturbide ist der von Maximilian zu seinem Nachfolger bestimmt gewesene Enkel eines Mexi⸗ kaners, der sich früher eine Zeit lang als Kaiser von Mexiko behauptet hatte. Baden. Freiburg. Gelegentlich der Feier des 50 jährigen Bestehens der Landesver⸗ fassung, welcher am Vorabend eine bengalische Beleuchtung der Münsterpyramide mit Musik⸗ umzug vorherging und der folgenden Tages Be⸗ flaggung, Festzug und Banket folgte, hat in Frei- burg die Enthüllung des dem Gründer der dortigen Hochschule, Erzherzog Albrecht von Oesterreich, gewidmeten Standbildes stattgefunden. Die Statue, zugleich als Brunnen dienend, wird der schönen, freundlichen Stadt zur weiteren Zierde gereichen. — Dem Vernehmen nach wird der von mehreren Blättern auf den 15. September in Aussicht gestellte Zusammentritt von Bevollmäch⸗ tigten zur Berathung über die Bildung einer süd⸗ deutschen Militärcommission nicht stattsinden. Oesterreich. Wien. Am 22. August wurden sämmtliche Landtage durch die Oberlandes- marschälle eröffnet. Im böhmischen Landtage er⸗ schienen im Ganzen nur 122 Abgeordnete. Die Czechen fehlten sämmtlich. Im mährischen Land⸗ tage waren abwesend der Erzbischof von Olmütz, der Bischof von Brünn und die Föderalisten. — Bei Eröffnung des niederösterreichischen Landtages sprach der Landesmarschall v. Pratobevera von dem frischen, kräftigen Geist, der jetzt Oester⸗ reich durchwehe, warnte vor dem„Hauptsehler“ der Deutschen, der Ueberschätzung des Fremden, und forderte die Versammlung auf, für das Land und für Wien in ächt deutschem Geiste zu wirken; der Landtag von Niederösterreich habe vor allen die Aufgabe, das heilige Feuer des deutschen Nationalgefühls zu erhalten. Der Erzbischof von Wien und der Bischof von St. Pölten waren nicht erschienen. — Gemeinschaftlich mit dem Direktor Dr. Dittes aus Gotha und dem Oberlehrer Dr. Will ⸗ mann aus Leipzig hat die Unterrichtssection des Wiener Gemeinderaths den Lehrplan für die seminaristische Fortbildungsanstalt festgestellt. Der Unterricht für mindestens zwanzig junge Volks- schullehrer wird im Oktober eröffnet.— Der steiermärkische Bischof Dr. Zwerger hat seine Predigten gegen die„neuen Apostel des Unglaubens“ acht Tage lang fortgesetzt. Seine Argumentation gipfelte in den Worten:„Man fordere den Ronge und Genossen doch einmal auf, Todte zu erwecken und andere Wunder zu thun, wie sie die Heiligen der katholischen Kirche in Menge verrichtet haben, und man wird sehen, daß es mit der neuen Religion nichts ist.“ Ein Grazer Blatt macht dem Bischof die Gegenbemerkung, man habe auch noch nichts davon gehört, daß Dr. Zwerger Berge versetzt habe, und in seiner Heimath Tyrol, wie in der Steiermark, habe es doch nicht an passenden Gelegenheiten dazu gefehlt. — Die steigende Opposition der Slaven kommt den gouvernementalen Organen sehr bedenklich vor. Die Unzufriedenheit der Tschechen, Polen und Slovenen mit der neuen Constitulrung Oester⸗ reichs ist allerdings eine Thatsache, die sich nicht hinweg leugnen läßt. Wenn es nicht gelänge, diese Unzufriedenheit zu beseitigen, so würde, sagt heute die„Presse“, wohl die letzte Stunde Oester⸗ reichs geschlagen haben, aber nicht die des öster⸗ reichischen Deutschthums. 0 — Ein amtliches Blatt bringt eine Reihe telegraphischer Meldungen über die erfolgte Er- öffnung der Landtage in Prag, Innsbruck, Salz⸗ burg, Linz, Graz, Klagenfurt, Laibach, Brünn, Troppau, Triest. Der mährische Landtag, auf welchem der Erzbischof von Olmütz und der Bischof von Brünn, sowie sämmtliche förderalisti⸗ sche Abgeordnete fehlten, mußte wegen Beschluß— unfähigkeit seine Sitzung suspendiren. In Prag überreichte Palackp und zwei Parteigenossen eine Erklärung der jung- und alttschechischen, sowie der seudal⸗elericalen Partei, worauf sie sich ent⸗ fernten. In dem Protest erklären sie, daß die böhmische Nation den gegenwärtigen Landtag nicht als eine legale Vertretung anerkennen könne; sie betrachten denselben als eine bloße„Versammlung“ und fordern eine dem numerischen Verhältniß der tschechischen(3 Millionen) und der deutschen(2 Millionen) entsprechende Repräsentation. — Für das Schillerdenkmal in Wien sind von den Deutschen in der Bukowina 500 Gulden eingesendet worden; desgleichen aus der Moldau 150 Gulden Frankreich. Paris. Der„Constitutionnel“ sagt:„Die Worte des Kaisers zu Troyes beginnen ihre Früchte zu tragen. Frankreich vertraut dem Frieden. Preußen hat keine Neigung, einen Krieg anzufangen. Die anderen Mächte haben ein Interesse daran, drohende Eventualitäten zu ent⸗ fernen. Möge also die Industrie ihre Arbeiten mit Eifer wieder aufnehmen, mögen die Capitalien dem Aufruf der Regierung, der eine Bürgschaft für die allgemeine Sicherheit ist, entsprechen. Die schlimmen Tage sind endlich vorüber.“ — Die„Liberte“ gab in einer ihrer letzten Nummern eine große Karte, die fast die ganze erste Seite ausfüllt und mit großen Buchstaben „Die Rheinlinie“ überschrieben ist. Der Zweck dieser Karte ist, zu zeigen, wie Frankreich gegen den Rhein hin strategisch ungünstig gestellt ist. Es ist derselben eine Uebersicht der Garnisonen der deutschen Festungen am Rhein beigegeben. Längs des Rheinstromes steht geschrieben:„Frank⸗ reichs natürliche oder geographische Gränze“ und „der Rhein ist die Gränze des republikanischen Frankreich“. — Die 13. Nummer der„Lanterne“ ist am 22. d., noch bevor eine Nummer in das Publikum dringen konnte, bei dem Drucker Guitet in Höhe von 30,000 Exemplaren mit Beschlag belegt worden.— Falls die„Lanterne“ ganz erlöschen sollte, ist schon ein anderes Blatt bereit, seine Stelle zu vertreten.„La Cloche“ ist der Titel desselben. Der Ton dieser Glocke scheint für gewisse Kreise auch keine angenehme Musik werden zu wollen. — Das Leiden des preußischen Gesandten, Grafen v. d. Goltz, hat einen stationären Charakter angenommen und die Hoffnungen, welche man an die Kur des holländischen Naturdoctors knüpfte, sind bedeutend zusammengeschmolzen. Das Zungen⸗ übel hat in den letzten Wochen keine Fortschritte gemacht, aber auch den Decokten des Herrn van Smitt nicht weichen wollen. Die Schmerzen haben nachgelassen, aber die Schleimsecretionen dauern fort, der Kranke kann nur wenig zu sich nehmen und nicht ohne Anstrengung sprechen. — Wie der„Figaro“ erfährt, soll in dem Kriegsbudget eine bedeutende Ersparniß vorbereitet werden. Es soll nämlich für jedes Pferd die Haferration vermindert und durch eine entsprechende Quantität Mais ersetzt werden. Man würde, ohne die Gesundheit und die Kraft der Thiere zu beeinträchtigen, für jedes Pferd täglich nahe an acht Sous sparen, was für 200,000 Pferde, welche die Armee zählt, eine tägliche Ersparniß von g 5 eine abe 0 N nch 10 80,000 Fres. ausmachen würde. — Der Kaiser wird sich zwischen dem 28. und 30. nach dem Lager von Chalons begeben. 9 gulhllt hie gettesse Unt Justrultie dem gent Ersazges stattfinden Heltesse Unt und die! ment⸗Erse ment⸗Ers⸗ Vormitta Au Heinrich Georg Diener Philipp Kohlent hain, Ghristias Wendeli Johann Lonrad Heinrich Au welche v. geschäft g zuzusteller Uabrauch wegen kö dettessel 0 0 fo t beboten, neige 0 Hetresse U an Pfand iu sagen Vettefsen .