1868. Dienstag den 21. Juli. 4 85. — Anzeiger für Oberhessen. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Fticdberger Zulelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstiag und Samstag. 2 Amtlicher Theil. Detreffend: Das Landgeslilt, hier die Erhebung eines Fohlengeldes für 1868. Friedberg am 17. Juli 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Da noch viele von Ihnen mit der Erledigung unserer Verfügung vom 3. d. Mis. im Rückstande sind, so erinnern wir hiermit die Säumigen hieran und sehen sosortiger Vorlage entgegen. eka Betreffend: Anmeldung und Prüfung der einjäyrig Freiwilligen. nn . Kritzler, Kreis- Assessor. m a ch u n 9 Darmstadt den 13. Juli 1868. Diejenigen Wehryflun tigen, welche als einjährig Freiwillige[Locale der Großherzoglichen Kriegs⸗Schule, Wilhelminenstraße Nr. 15 dienen wollen und im Groß berzogtbum Hessen nach§ 20 der Militär⸗ Ersatz.Jnstruction für den Norddeuischen Bund vom 26. März 1868 (Regierungsblatt Nr. 21) gestellunge pflichtig sind, haben ihre An— meldung schriftlich unter Verücksichtigung der§§ 148, 149, 151, 152, 153, 154 und 155 der erwahnten Militär⸗Ersatz-⸗Instruction bis zum 15. August d. J. bei der unterzeichneten Commission einzureichen Der Meldung sind beizufügen: a) ein Geburts- Zeugniß(Taufschein); b) eine beglaubigte Einwilligung des Vaters oder Vormundes; c) ein Unbescholtenheits-Zeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen(Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) von dem Director, beziehungs weise Rector der betreffenden Lehranstalt, für alle übrigen jangen Leute von der Polizei⸗Obrigkeit auszustellen ist. Der Nachweis der Qualification kann durch Vorlegung von Schulzeugnissen oder durch Ablegung einer besonderen Prüfung geführt werden und ist in beiden Fällen dei Verlust des Auspruchs auf die Zulassung zum einjährig freiwilligen Dienst vor dem 1. April des jenigen Kalenderjahres zu erbringen, in welchem der Betreffende das 20. Lebensjahr vollendet. Da die Zeugnisse und Bescheinigungen bei den Acten zu ver— bleiben haben, so sind dieselben in den geeigneten Fällen in beglau— bigter Abschrift einzusenden. Bei Nichtbeachtung der bestehenden Vorschriften oder Einreichung des Gesuchs nach dem 15. August d. J. wird der Anmeldung keine Folge gegeben. Die Prüfung derjenigen Wehrrflichtigen, welche nicht schon vorher ihre Berechtigungsscheine erhalten haben, findet dahier in dem statt und zwar für diejenigen aus der Provinz Starkenburg, Dienstag den 1. September Vormittags 8 Uhr, für diejenigen aus der Provinz Oberhessen, Mittwoch den 2. September Vormittags 8 Uhr, für diejenigen aus der Provinz Rheinhessen, Donnerstag den 3. Sepiember Vormittags 8 Uhr. Eine specielle Vorladung erfolgt enicht. Die unterzeichnete Commission macht außerdem auf Bestimmungen ausdrücklich aufmerksam: Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor dem vollendeten 17. Lebensjahr und muß bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. Februar des Kalenderjahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebens jahr vollendet wird. Mit der Anmeldung um Zulassung zum einjährigen Dienst ist die Aufgabe des Rechts, an der Loosung Theil zu nehmen, verbunden. Ausnahmsweise kann der durch die versäumte rechtzeitige An⸗ meldung verloren gegangene Anspruch durch Resolution der Ersatz⸗ behörden dritter Instanz wieder verliehen werden, wenn der betheiligte Militärpflichtige noch nicht an einer Loosung Theil zu nehmen ver⸗ pflichtet war oder vermöge seiner Loosnummer disponibel geblieben ist. Im letzteren Falle darf diese Vergünstigung indeß nur dann eintreten, wenn der desfallsige Antrag vor der zweiten Aus hebung, bei welcher der betheiligte Militärpflichtige zu concurriren hat, formirt wird. Gesuche um Wiederverleihung der durch versäumte rechtzeitige Meldung verloren gegangenen Berechtigung sind an die zuständige Kreis⸗Ersatz Commission zu richten. Großherzogliche Prüfungs⸗Commission für ein jährig Freiwillige v. Grolmau, Major. Strecker, Regierungsrath. folgende Hessen. Darmstadt. Seine Königliche] corps zum charakterisirten Oberlieutenant in der; hier auf's lebhafteste mit der Frage, wohin die Hoheit der Großherzog haben Allerhöchst geruht:] Trainabtheilung zu ernennen. neuen Bahnhöfe wohl gelegt werden. Allenthal⸗ am 12. d. M. den Hauptmann Herpel von der Feldartillerie auf sein Nachsuchen wegen körper- licher Leiden nach den Bestimmungen der Militär- dienspragmatil in den Ruhestand zu versetzen und demselben die Erlaubniß zu ertheilen, die Uniform der Offiziere des Großh. Artilleriecorps mit den Abzeichen der Pensionäre sorttragen zu dürfen, und den seither in dem k. k. österreichischen Franz⸗ Joseph⸗ 1. Grenadierregiment gestandenen Unter- Lieutenant Heinrich August Karl Schweikhard aus Darmstadt zum Licutenant im 4. Inf.⸗Regt. zu ernennen; am 15. d. M. ben Oberst Seederer, Commandeur des Großh. Artilleriecorps, unter Verleihung des Rangs eines Brigade Comman- deurs zum charakterisirten Generalmajor, den Oberst Frhrn. Gedult von Jungenfeld, Comman⸗ deur der Reiter⸗Brigade, zum Generalmajor, den Major zur Disposition und Land wehrbezirks⸗ Commandeur v. Reineck zum charakterisirten Oberst⸗ lieutenant, den Major und Direktor des Kriegs- ministeriums Dornseiff zum Obersilieutenant, die Oberlieutenante im Gr. Artilleriecorps Hofmann, Frhrn. v. Schäffer⸗Bernstein und Frank zu charak- terisirten Hauptmännern in diesem Corps, den Lieutenant Becker im Großh. Artilleriecorps zum charakterisirten Oberlieptenant in demselben, und den Lieutenant Stegmayer im Großh. Artillerie- — Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 10. l. M. den Polizeicommissär II. Klasse bei der Polizei- Verwaltung der Kreisstadt Worms Anton Franz Nehr zum Friedensgerichtsactuar bei dem Großh. Friedensgericht Alzey und den vormaligen Gerichts- vollzieher Georg Emrich zum Friedensgerichtsactuar bei dem Gr. Friedersgericht Worms zu ernennen geruht. — Bestem Vernehmen nach wird die Schlie⸗ ßung des 19. Landtages im Laufe des nächsten Monats nach ber Rückkehr des Ministerpräsidenten v. Dalwigk aus Livland, wo derselbe gegenwärtig bei seinem Schwiegervater, dem Grafen Dunten, weilt, mittelst landesherrlichen Edictes und ohne, daß deshalb eine Einberufung der Kammern stattfinden wird, erfolgen. Der 20. Landtag, für welchen Neuwahlen vorerst nicht erforderlich sind (in der hessischen Versassung sind Wahlperioden von sechsjähriger Dauer festgesetzt), dürfte seine Thätig⸗ keit im Laufe des Monats October beginnen. Nauheim. Gestern(19.) wurde zum letzten Mal hier des Sonntags gespielt. Gießen. Wie der Bau der neuen ober— hessischen Bahnen für die hiesige Stadt überhaupt eine Angelegenheit von der weitgreifendsten Be- deutung ist, so beschäftigt man sich gegenwärtig ben ist man unter der Bevölkerung einig in dem Wunsche, es möchten dieselben auf der Ostseite in unmittelbarer Nähe des Centrums und des Ver- kehrs der Stadt ihre Stelle finden. Man geht dabei von der Ansicht aus, daß der Verkehr auf den neuen Bahnen hauptsächlich seine Richtung von Westen nach Osten nehmen werde, und darum für eine Vereinigung der neuen Bahnhöfe mit dem Bahnhof der von Norden nach Süden ziehenden Main⸗Weserbahn kein dringendes Be⸗ dürfniß vorliege. Es leuchtet dies um so mehr ein, wenn man erwägt, daß der Verkehr des ganzen vorderen Vogelsberges mit Frankfurt und dem Süden seinen Weg von Nidda ausgehend über Friedberg auf einer Zweigbahn nehmen wird, deren Erbauung nicht ausbleiben kanu. Gewiß ist, daß durch die Anlage des Main- Weser Bahnhofs das Interesse der Stadt un- nöthigerweise schwer geschädigt wurde, und man glaubt darum zuversichtlich hoffen zu dürfen, daß jener beklagenswerthe Fehler sich nicht noch ein⸗ mal und in erhöhtem Maße wiederholen werde. Gießen hat das entschiedene Bedürfniß, sich aus- zudehnen und zu vergrößern. Daß dies natur- gemäß und in der Nähe der Bahnhöse geschehe, ist selbstverständlich; auf der Westseite der Stadt ist dies aber unmöglich. Preußen. Berlin. Mit Rücksicht auf wiederholte Unglücksfälle, welche sich bei Versen⸗ dung von Zündpillen zu Salen⸗Pistolen, s. g. Amorces, zugetragen haben, macht das General- Postamt neuerdings dringend darauf aufmerksam, daß bestimmungsmäßig solche Gegenstände zur Beförderung mit der Post nicht aufgegeben werden dürfen, deren Versendung mit Gefahr verbunden ist, namenttich alle durch Reibung, Luftzudrang oder Druck und sonst leicht entzündliche Sachen. Zu diesen von der Versendung durch die Post unbedingt ausgeschlossenen Gegenständen sind die Amorces sowohl wegen ihrer leichten Entzündlich⸗ keit als wegen der sehr beträchtlichen explosiven Wirkungen, welche durch sie hervorgebracht werden, in hervorragender Weise zu zählen, und ist die Auflieferung derselben auch dann nicht gestattet, wenn die Sendung äußerlich durch Anbringung eines Glaszeichens oder eines ähnlichen Vermerkes einer erhöhten Vorsicht bei der Behandlung em⸗ pfohlen sein sollte. — Bei dem Bundeskanzleramte ist kürzlich in einem Schreiben, unterzeichnet„ein Schwabe“, mit dem Poststempel Stuttgart, eine Summe von 100 Thlrn. als„Beitrag zu den Kosten des norddeutschen Bundes“ eingegangen. Wenn nur 70—80000 schwäbische Brüder diesem Beispiel folgten, so wäre der Ausfall schon gedeckt. — Wie die„Volkeztg.“ hört, hat die hiesige Theatercensur die von den süddeutschen Hofschau⸗ spielern im Victoriatheater beabsichtigte Aufführung des„Martin Luther“ von Zacharias Werner ver⸗ boten. Wie wir hören, wird wegen Freö'gebung des Stückes noch unterhandelt. Die Aufrecht haltung des Verbots würde eine hübsche Nachfeier zur Entbüllung des Lutherdenkmals abgeben. — In Folge eines gewaltsamen Angriffs auf einen Militärposten in der Hasenhaide ist jetzt die Ordre ertheilt, daß sämmtliche Schildwachen da— selbst und auf dem Pionierexerzierplatze mit gela⸗ denem Gewehr aufziehen und Befehl haben, auf jeden Vorübergehenden sofort Feuer zu geben, der nicht auf den ersten Anruf stille steht und Antwort gibt. Ems. Der König hat am 17. d. eine Depu⸗ tation des Frankfurter Magistrats, an deren Spitze der Bürgermeister Mumm sich befand, empfangen. Vor seiner Abreise von hier wird sich der König auf einige Tage nach Wiesbaden begeben. Bad Schwalbach. Ihre Kaiserliche Hoheit die Frau Großfürstin Marie von Rußland ist gestern Nachmittag hier eingetroffen und gedenkt, wie verlautet, auf 3 bis 4 Wochen zum Kurge⸗ brauch hier zu verweilen. Wiesbaden. Von der„Kemeler Haide“ schreibt man der„Mittelrh. Ztg.“:„Wie wir in Erfahrung brachten, wird aus dem Amte Wehen eine Deputation, aus Bauern bestehend, dem Könige ihre Auswartung in Ems machen und vortragen,„wie wir in Nassau regiert werden“. fehlen, weil in ihrem Vorbringen nichts Studirtes vorherrschen wird. Sachsen. Meiningen. Gegenüber einer Mittheilung in der„Deutschen Lehrerzeitung“, daß im Herzogthum Meiningen noch geheime Con- duitenlisten über die Lehrer eingereicht würden, hat der meiningen'sche Ministerial- und Ober- schulrath Dr. Weidemann eine Zuschrift an die genannte Zeitung gerichtet, in welcher es heißt, „daß dergleichen Listen, in welcher Form sie auch gedacht werden mögen, im diesseitigen Herzogthum seit mehr als 25 Jahten nicht mehr bestehen.“ Dresden. Der Selbstmord des Oberst⸗ Lieutenants Noszky, welcher sich in diesen Tagen wegen erfolgter Zurücksetzung erschossen, macht viel von sich reden. Derselbe war bis vor Kurzem noch Commandant des 1. Bataillons des 4. Inf. Regiments(Nr. 103), wurde aber plötzlich zum Commandanten des Freiberger Landwehrbataillons ernannt. Weimar. Gegenstände der Tagesordnung für den am 20. und 21. l. M. zusammentreten⸗ den Turntag sind: Bericht über die Wadlen zum Turntage, Geschäftsbericht des Ausschußgeschäfis⸗ führers Dr. Götz aus Lindenau, Cassebericht des— selben, Bericht über die Jahn-Stiftung von Dr. Lion aus Leipzig, Anträge zur Verfassung der deutschen Turnerschaft im Allgemeinen, Organisation der deutschen Turnkreise, Neuwahl des Arsschusses der deutschen Turnvereire, Aufnahme einer neuen Statistik, Mittheilung über das Jahn Denkmal in der Hasenhaide bei Berlin, Antrag über die Stellung der Turnlehrer nach der norddeutschen Gewerbe⸗Ordnung. Bayern. Aschaffenburg. Am 14. d. geschah die feierliche Uebergabe des den gefallenen Oesterreichern errichteten Denkmals an die Stadt Aschaffenburg, wozu sich aus näherer und fernerer Umgegend eine Menge von Festgästen eingefunden hatte. Oesterreich selbst war durch eine Deputation von Offizieren vertreten. Um halb 10 Ühe ver⸗ sammelte ein solennes Hochamt die Festtheilnehmer in der sehr geschmackvoll decorirten Pfarrkirche zu St. Agatha, nach dessen Beendigung sich der Zug gegen den Feseplatz in Bewegung setzte. Die Festredner waren Bezirksgerichts ⸗Dicektor Dr. Kurz, Bürgermeister Will von Aschaffenburg.— Auch fand sich eine Deputation preuß. Milnärs ein, um ihren gefallenen Kameraden an diesem Ehrentage den Tribut ibrer Hochachtung darzu⸗ bringen. Sie besuchte den gemeinsamen Leichen⸗ hügel derselben auf dem Friedhofe und legte dort einen Lorbeerkranz nieder. Oesterreich. Wien. Am 16. Juli war Johannes Ronge mit einer Deputation des Vor⸗ standes der freien christlichen Gemeinde von Wien beim Cultueminister. Die Deputation überreichte das Gemeindestatut und suchte auf Grund des neuen Gesetzes die Genehmigung für Abhaltung des Privatgottesdienstes nach, indem dabei bemerkt Wir hoffen, das wird seinen Eindruck nicht ver⸗ von J. Ronge gegründete sei. Der Minister sprach sich sefort dahin aus, daß nach dem Gesetze der Gemeinde nichts im Wege stehe. — Am 16. Juli, Abends, verließ die öster⸗ reichische Expedition zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsterniß am 18. August d. J. Wien, um sich an ihren Bestimmungsort Aden zu beheben. Sie besteht aus den Herren Dr. Edmund Weiß, Adjunct der hiesigen Sternwarte, Joseph Riha, Marineoffizier, und Dr. Th. Oppolzer, Sohn des bekannten Klinikers. — Bceachtenswerth ist ein Artikel der„N. Fr. Pr.“ über die Möglichkeit eines österreichisch⸗ preußischen Bündnisses. Preußen, heißt es darin, habe kein gemeinsames Interesse mit Rußland, wohl aber mit Oesterreich, das sein natürlicher Bundesgenosse sei. Um dies zu zeigen, wird auf die Verhältnisse an der unteren Donau hinge- wiesen. Die Vortheile Oesterreichs seien da auch die Vortheile Preußens, dessen Schützling, Fürst Karl von Rumänien, durch die Annexionsgelüste Rußlands bedroht sei, während Oesterreich ihm ein guter Nachbar sein könne. So möchte die orientalische Frage verbinden, was die deutsche getrennt habe. Als Vertreter dieser Anschauungen am Berliner Hofe wird der Freiherr v. Moltke genannt. Unsere Staatsmänner aber, fährt das Blatt fort, mögen Preußens Freundschaft, falls dieselbe offen und ehrlich, ohne Hintergedanken, angeboten wird, gern und willig annehmen. Sie mögen sich in der Stunde der Enischeidung daran erinnern, daß zwischen Wien und Berlin nicht nur Königgrätz, sondern auch Leipzig liegt, während wir auf dem Wege zwischen Wien und Paris Villafranca und doch auch Königgrätz finden. Schweiz. Bern. Der Ständerath trat dem Beschluß des Nationalrathes, betreffend Ein⸗ führung des metrischen Maßes und Gewichtes, bei. Zugleich ertheilte er den Postverträgen mit dem norddeutschen Bund, Bayern, Württemberg und Baden, mit Holland und Italien die Rati⸗ ficationen. Die Einheitstaxe für alle deutschen Staaten von und nach der Schweiz ist auf 25 Cts. für den einfachen Brief 15 Grammes und 50 Cts. für den doppelten Brief festgesetzt. Die Taxe für nicht frankirte Briefe ist verdoppelt. Von den Einkünften fallen ¼ ä auf Deutschland, / auf die Schweiz. Das Maximum des Post⸗ mandats(Pestanweisungen) ist auf 50 Thaler = 187 Frcs. 50 Cts. erhöht. Frankreich. Paris. Eine Londoner Depesche, welche die Ankunft des Herrn Drouyn de Lhuys in der englischen Hauptstadt meldet, könnte zu irrthümlichen Auslegungen Anlaß geben. Herr Drouyn de Lhuys, welcher Präsident der französischen Ackerbau ⸗Gesellschaft ist, begibt sich nach Leicester zu einer landwirthschaftlichen Aus⸗ stellung. Spanien. Madrid. Der Herzog und die Herzogin von Montpenster verweigerten es, wurde, daß die Gemeinde die im Jahre 1848 den Anweisungen der Regierung zu gehorchen, Die Sonnenfinsterniß am 18. August dieses Jahres. (Schluß). Der große William Herschel hat die Behauptung aufgestellt, daß wir nicht die wirkliche Oberfläche der Sonnenkugel, sondern nur Licht⸗ hüllen derselben sehen, die sie wie eine Sphäre umkleiden. Die dunklen Flecken, welche man sehr häufig in den veränderlichsten Formen auf der Sonnenkugel findet, hatten William Herschel auf die Vermuthung geführt, daß die Sonnenkugel, an sich ein dunkler Körper, umkleidet sei mit drei Lichtbüllen, die über einander gelagert seien, und in welchen trichter⸗ artige Lücken zeitweise entstehen, die uns bis auf den dunklen Grund des einbl Diese Ansicht wurde bis auf die neueste Zeit allgemein für richtig angenommen. Da traten deng im Jahre 1860 die deutschen Gelehrten Bunsen und Kirchhof in Heidelberg mit der glänzenden Entdeckung der Spektral⸗Analyse auf, welche es möglich macht, die allersernsten Himmelskörper in Bezug auf die Stoffe, welche in ihnen glühen und leuchten, mit vollster Sicherheit zu bestimmen. Kirchhof unternahm die Untersuchung des Sonnenlichtes und wies nach, daß Die eine Lichtquelle sei der glühende Sonnenkern selbst und die zweite Lichtquelle bestehe aus einer zum Theil flüssigen zum Theil gasartigen glühenden Hülle, iu welcher von Zeit zu Zeit abgekühlte Stosse, wie Schlacken oder Wolken herum⸗ schwimmen und als dunkle Flecken erscheinen. Hiernach wäre die Herschel' sche Theorie von dunkeln Sonnenkörper eine irrige. Sonnenkölpers hineinblicken lassen. daß dies eine zwiefache Quelle habe. schaffenheit der Sonne In einer solchen zu uns, die Finsterniß denn die einzig mögliche bewiesen. Gleichwohl ist die ernsten Streitjrage herbeiführen. Frage uͤber die Beschaffenbeit der Sonne noch keineswegs entschieden. Englische und französische Astronomen, welche die glänzenden Entdeckungen Kirchhof's ausbeuten und auch mit herrlichen neuen Forschungen er⸗ weitern, halten doch noch die ältere Ansicht über die physikalische Be⸗ aufrecht, während die unbefangene blos durch Thatsachen unbestreitbarer Natur zu belehrende und zu bekehrende Wissen⸗ schaft längst erkannt hat, daß es nur Eine Gelegenheit gibt, den Streit zu entscheiden, und zwar eine große totale Sonner finsterniß! verdeckt nämlich der dunkle Mond den Sonnen⸗ kern vollständig und nur das Licht der weiten Sonnenumhüllung dringt mit mattem Schimmer erhellend. Hier hat man Gelegenheit, einmal das Licht der Sonnenhülle allein und gesondert von dem Lichte des Sonnenkernes zu untersuchen. Ergiebt diese— welche man die Spektral⸗Untersuchung nennt— daß das Licht der Hülle allein anders ist als das gewöhnliche von Hülle und Kern herstammende Sonnenlicht, so ist Kicchhof's Ansicht unwiderleglich Zeigt sich dagegen kein solcher Unterschied zwischen reinem Hüllen⸗Licht und gewöhnlichem Sonnenlicht, so ist zwar die Ansicht Kirch⸗ hof's noch damit nicht völlig beseitigt, wohl aber ließe sich dann noch die ältere Ansicht Herschel's aufrecht halten. In England rüstet man nun auch nur deshalb die Expedition für die bevorstehende Sonnenfinsterniß mit den vorzüglichsten Apparaten der Spektral⸗Analyse aus, die möglicherweise eine glänzende Entscheidung der Die französischen Astronomen werden gabe! heesise Lehrer, Schul nachdr schluc werbel halte der E der Le sernul uit befin 7 scheint Schu haben wollen annex schiste dieer Btiefta drei T. iin Go sumde solchen Balu Geld lame rage 1 iner des“ nun chm Kaff. Da gesetz. eppell. kant, post Thaler dont teur atldet, geben. der 1 Aut; 4 * weil die spanischen Infanten direkt vom Souverän Befehle empfingen. Die Königin unterzeichnete das Verbannungsdekret. Außerdem wurden alle Generale, welche Mitglieder der liberalen Union sind, ohne Ausnahme des Landes verwiesen. Die Polizei fährt fort, in Madrid und in den Pro- vinzen alle höheren Offiziere, welche verdächtig sind, der liberalen Union und der Progressisten- partei anzugehören, zu versolgen. — 16. Juli. Der Herzog und die Herzogin von Montpensier haben heute um 2 Uhr auf der Fregatte„Villa de Madrid“ den Busen von Cadix verlassen.— Der Ministerpräsident und die Minister, die sich nach Ildefonso begeben hatten, werden diesen Abend nach Madrid zurückkehren. Serbien. Belgrad. Die Pforte hat den Fürsten Milan anerkannt Das Anerkennungs- schreiben wird in derselben Weise wie dasjenige für den Fürsten Karl von Rumänien verfaßt werden. Schotten. Von einem sehr betrübenden Vorfall habe ich JIynen Mittheilung zu machen. In einer zum viesigen Kreis gehörigen Gemeinde war ein Pfarrvikar als Lehrer angestellt. Am letzten Montag lies er einem Schuljungen, dem einzigen Kinde seiner Eltern, eine so nachdrückliche Züchtigung angedeihen, daß der Knabe zu schluchzen anfing und in das elterliche Haus getragen werden mußte. Noch ehe die Träger daselbst anlangten, valte der Arme seinen Geist aufgegeben. Der Scherz der Eltern und die Aufregung im Dorse läßt sich denken; der Lehrer fand es für gerathen, sich durch heimliche Ent⸗ fernung etwaigen Unannehmlichkeiten zu entziehen. Anderen Nachrichten zufolge, soll derselbe sich bereits in Haft befinden. Frankfurt. Einige sehr gewandte Taschendiebe scheinen sich den südlichsten Theil des Nordbundes zum Schauplatz ihrer langfingerischen Thätigkeit gewählt zu haben, ohne daß es der Polizei bis jitzt bälle gelingen wollen, durch Entdeckung der sauberen Patrone ihrem annex onistischen Treiben ein Ende zu machen. Im Ge⸗ schäftsbureau des hiesigen Main⸗Necker⸗Bahnhof's wurde dieser Tage einem Herrn Th. Liesching von Freiburg eine Brief tasche mit 500 fl. entwendet; in Homburg gingen drei Tage früher ein Portefeuille mit nahezu 809 fl., und ein Couvert mit 12.000 Francs durch Taschendiebstahl in fremde Hände über. Die Diebstähle wurden mit einer solchen Geschicklichkeit ausgeführt, daß die Bestohlenen den Verlust ihrer klingenden Habe erst entdeckten, als sie um Geld zu wechseln in die Tasche griffen. Auch in Nauheim kamen einige Annexionen, jedoch nur von geringerem Be⸗ trage vor. Dortmund.— Vor einigen Wochen wollte in einer biesigen Veamtenfamilie den Mitgliedern derselben des Morgens und Nachmittags der Kaffee gar nicht mehr munden. Er hatte einen so eigenthümlichen, fauligen Ge⸗ schmack. Die sorgsame Hausfrau ließ sich die beste Sorte Kaffee holen— der Geschmack des Kaffte's blieb derselbe. Da kam endlich der Hrusfrau der Gedanke, der Köchin einmal auf die Finger zu sehen, und was kam zum Vor⸗ schein? Das Diensimädchen, ein junges Ding von ewa 19 Jahren, stieg, ete sie den Kaffte zubereitete, in ihre Kammer hinauf und brachte von dort einen Topf Wasser herunter. Natürlich wurde sie bei der ersten Eutdeckung des Umstandes sofort festgehalten und der Topf untersucht. Das Resultat war, daß das Wasser einen sauligen unan⸗ genehmen Geruch hatie und daß das Mädchen unter Thränen folgendes Geständniß ablegte:„Eine alte Frau hier, die Sympathie verstände habe ihr gerathen, daß wenn sie bald einen reichen Mann haben wollte(als solcher wurde ihr von der Schwinblerin ein jüngerer Bruder der Hausfrau bezeichnet), so brauche sie nur ein Taubenherz zu nebmen und dleses im rohen Zustande in einen großen Topf Wasser vier Wochen lang zu legen, bis es sich ibeilweise aufgelöst babe. Von diesem sympa⸗ thetischen Wasser müsse die Familie desjenigen, den sie gern heirathen wolle, und er selbst täglich eiwas im Kaffee genießen; geschähe dies, so würde der junge Mann unlöslich an sie gefesselt. Diesen Raih habe sie dann auch befolgt und daher rühre auch der schlechte Geschmack des Kaffees!“ „ Ein interessanter Heilungs⸗Versuch. Die Heilung des preußischen Bolschaf ters in Paris, Grafen v. d. Goltz, der an einem Krebsgeschwür im Munde leidet, macht unter der Leilung seines neuen ärzt⸗ lichen Beistandes die überraschendsten Jorischritte Nelaton und Langendeck, die beiden berühmiesten Operateure, waren beide für die Vornahme einer neuen Operation des Krebsgeschwüres gewesen, durch welche ein benächtlicher Theil des Unterkiesers und der Zunge in Wegfall ge⸗ kommen wäre, ohne daß deßhalb eine ernstliche Garantie für die wirkliche Befreiung vom Uebel hälte gebolen werden können. Als man dies dem Bolschafter mit⸗ heilte, entschloß er sich, auf den Rath der Fürsiin Metternich und nachdem er eine eingehende Miltheilung von Alexander Dumas pöre über die an ihm vollzogene Heilung des Zungenübels, so wie zahlreiche andere Nach⸗ lichten über erfolgte Krebs⸗Heilprozesse empfangen, sich der Curmethode eines Empirikers, des Heren van Schmitt, anzuvertrauen. Derselbe ist kein Holländer, sondern ein Deulscher aus der preußischen Provinz Westphalen. Mit einem Bruder, der ein Angestellier der holländischen Regierung in deren Besitzung im indischen Meere ist, kam er nach Ostindien, wo er in die Lage gerieth, halb als Sclzwe, halb als Pausdiener, Heudiener eines indischen Arztes zu werden, von dem er die Behandlung gewisser Krankheuen des Magens, sowie die des Krebses erlernte. Da Herr van Schmitt jeder anderweiten ärzilichen Kennt⸗ niß enibehrt und auch gar kein Hehl daraus macht, so veschränkt er natürlich auch seine Kuren lediglich aaf die ihm speciell vertrauten Fälle. Was nun Graf v. d. Goltz anbelangt, so gab er ibm zuerst ein Gurgelwasser, welches, aus indischen Kräutern bereitet, die ihm zeitweise nach Europa gesandt werden und deren pharmaceutische Verwendung hier unbekannt ist, dem Patienten zunächst furchibare Schmerzen verursachte, da es im Gaumen brannte, als sei Feuer darin. Die erste Folge dieser Procedur war das Aufbrechen zahlreicher neuer krebsartiger Geschwürchen in der Rachenhöhle, die nach fortgesetzier Behandlung mit dem Gurgelwasser in eine Eilerung üvergingen, die allerdings nach dem Ausspruche von Autoruäten, wie Prefessor Tardieu, einen günstigen Verlauf des Heilprozesses nun nicht mehr als durchaus unmöglich ansehen ließe, da es bisher der medicinischen W ssenschaft noch kaum gelungen, wirkliche Keebsgeschwüre zum Eitern zu brinden. Der Eiieradgang war ein sehr starker, doch hatte er auch eine beträchtliche Abnahme der Schmerzen im Gefolge. Neben dieser Procedur wurde das Drüsengeschwulst des Unterliefers durch Einreibung mit einem vom ärzilichen Beistande selbst gefertigten Oele beseiigt. Es wird nämlich von ihm eine eigene Freschart, äußerlich erkennbar an gelber Hauifarbe und rothen Augen, in siedendem Wasser, so zu sagen,„im eigenen Fete,“ gekocht und so eine ölige Flüfsigkeit zu Siande gebracht, welcher man das Verschwinden der Drüsen⸗Geschwulst zu danken hat. Diese Frösche waren namentlich in letzer Zeit sehr schwer zu beschaffen, da dieselben, meist in Wein⸗ dergen und wenig im Wasser sich aufhaliend, durch die Hitze der letzten Wochen sich größ:entheils in die Erde ver⸗ ktohen hatten. Durch Anwendung dieser verichiebenen Mittel ist der Botschafter augenblicklich wieder so wen her⸗ gestellt, daß er, ohne besondere Schmerzen zu verspüren, wieder selbst Nahrung zu sich nehmen, und sogar sprechen kann. Die kleinen Geschwürchen sind schon wieder zuge⸗ heilt und verschwunden, und nur das größere und Haupt⸗ geschwür erfordert noch eine längere ärziliche Behandlung, für welche Herr van Schmitt einen Zeinaum von acht Wochen als ausreichend bezeichnet hat. „, Das Lomboifest zu Hanau. Hart bedrängt wurde während des oteißtgjäbrigen Krieges mehrmals die Stadt Hanau, und viel hatte sie besonders in dem Jahre 1635 auszustehen, als det kaiserliche Geueral Lombol die Stadt belagerte, welthe von dem schwedischen General Ramsoi unter dem Beistande der Bürgerschaft mit helden⸗ müthiger Tapferkeit vertheidigt wurde. Die brave Be⸗ satzung und Vürgerschaft ließ selbst da noch nicht den Muth sinken, als die zu der Vertbeidigung nothwendige Munition ausging, und der Mangel an allen anderen Lebensmitteln dazu zwang, die Zuflucht zu dem Fieisch von Pferden, Eseln, Hunden und Katzen zu nehmen, und dadurch die Sterblichkeit ungeheuer groß wurde. Aber diese Ausdauer sollte endlich besohnt werden, denn voll Jubel ersuhren die Bewohner durch einen zuverlässigen Boten, der sich mit Lebensgefahr durch das Heer der Velagerer geschlichen hatte, daß ihr geliebter Landesherr, Landgraf Wilhelm V., zum Enssatze heran zöge. Und in der That langte er in der Nacht vom 11. zum 12. Juni, begleitet von dem schwedischen General Leste vor Hanau an. Am 13. schon wurde die Enisch idungsschlach! geschlagen.— Seiidem wurde alljährlich dieses Befreiungsfest in Hanau gefeiert und allmälig kam es so in Ausschwung, daß es viele tausend Fremde, zum Theil aus großer Ferne, her⸗ beizog und eine weit verbreitete Berühmtheit erlangte. % Dem 21. Jahresbericht der deuischen Gesellschaft von New-Orleaus zufolge war die Einwanderung, wenn auch immer noch sehr gering seit Beendizung des Krieges im Jahre 1867, bedeuiender als 1866, was der Gesell⸗ schaft mannigfaltige Gelegenheit gab, ibre volle Thäuigkeit anzuwenden und Beweise ihres wohlthätigen Zweckes zu liesern. So näyerte sih die bremische Barke Doreite am 19. October ohne alle frühere Anzeige mit 313 Pessagieren der Stadt, wo das gelbe Fieber wüthete. Nichts geschah von Seiten des städtischen Gesundheitsratbes, um die arglosen Ankömmlinge vor der Gefahr zu warnen. Es war die deuische Gesellschaft, welche, mit Hülfe des Mili⸗ tär⸗ Gouvernements, das Schiff in geböriger Enifernung von der Stadt anhalten und die Einwanderer von der gefährlichen Lage unterrichten ließ. Mit einem bereitlie⸗ genden Dampfer wurden sogleich Vorkehrungen getroffen, sämmiliche für den Westen bestimmie Passagiere an Vord zu nehmen und die Reise direct vom Schiffe aus nach St. Louis fortzusctzen. Von den 313 Personen ergriffen 264 die ihnen gebotene Gelegenreit und sind sämmilich ohne den getingstien Krankheitsfall an Ort und Stelle angelangt. . Ein Prödchen von klassischem Jägerlatein wird aus Paris erzählt. Münchhausens Ruhm ist dahin; er müßte sich im Grabe'rumwenden, wenn er's wüßte. Leider fehlt zur vollfändigen Wiedergabe der Historte der Raum; der gencigte Leser mag sich die Sache selber ausmalen. In den Migazinen der Messageries Imperiales in Siota stand eine große Kiste, worin zwei große Schlin en siy befanden, die in Batua aufgegeben und für den zoologischen Garten in Marseille besiümmt waren. Der Kasten ist natürlich so verschlossen, daß die Schlangen nichtheraus können; dennoch gelingn es einem neu gierigen Kaler hinein zukommen, um alsbald zermalmt zu werden. Jetzt erfolgte die Procedur des Verschlingens. Das Schlangenmäunchen faßte den Kopf, das Weibchen den Schwanz der Katze, und so gehr's vorwärts, bis sie Nase an Nase sich gegenüber befinden, ihr Opfer als Ber⸗ riadungsstück. Was machen? Das kräftige Weibchen mochte einschen, daß ein Rückwärts nicht möglich war, mit hef iger Anstrengung schluckt es weiter, nicht schonend des geliebten Gatten. Aber es würgt sich selbst den Tod, der Bissen ist zu groß, es erstickt. Das Nach piel dieser tagischen Scene sind natürlich verwickelte Prozesse wegen des deppelten Verlustes der Schlangen und der Katze. Berichtigung. In der vorigen Nummer dieses Blaltes hat sich in einem Artikel ürer die egypusche Anleibe cin sinnentstellen⸗ der Drucksehler eingeschlichen. Statt 7% Sconio muß es nämlich heißen: 70 Rente. wayhrscheinlich nicht minder gut versehen mit solchen Apparaten auf ihren Beobachtungsstationen erscheinen, obwohl Levtrriers kleinliche Geheimniß⸗ krämerei über die Ausstattung der Expedition Oeffentlichkeit dringen läßt. Die Expedition, welche der Papst absendet, ist unzweifelhaft von dem verdienstvollen Astronomen Pater Secchi in Rom angeordnet, der gerade in der Spektral⸗Analyse Großes geleistet hat wohl gerüstet dastehen wird, um in dem wichtigen Streit üder die Naturbeschaffenheit der Sonne ein möglichst entscheidendes Urtheil und ganz sicher fällen zu können.— gar zu wenig an die Apparaten versorgt und zu unterscheiden. von Fixstern⸗Nebeln angefertigt, welche das Prachtwollste bieten, das je ein Fernrohr zeigen kann. deshalb auch die englische Expedition Für die bevorstehende Sonnenfinsterniß wurde mit den besten photographischen die Instruktionen geben ausgezeichnete Anweisungen sür die Behandlung der lichtempfindlichsten Präparate, die einen günstigen Ersolg versprechen.— Zu erwähnen ist ferner, auch mit großen Polarisations- Apparaten ausgestattet sein wird, welche man im Stande ist, direktes und reflektirtes Licht von einander Man hofft dadurch ermitteln zu können, ob die über daß die englische Expedition durch eigenes Licht In neuerer Zeit bat sich auch die Photographie zu einer Gehilfin der Astronomie aufgeschwungen, und hauptsächlich ist sie nunmehr bei Sonnenfinsternissen ganz unentbehrlich geworden. Der verdienstvolle römische Astronom Secchi hat während der totalen Sonnenfinsterniß vom 12. Juli 1800 fünf Bilder derselben anfertigen lassen, wovon nur zwei theilweise gelungen sind; jedes derselben aber wird mit Recht als eine unschätzbare wissenschaftliche Errungenschaft angesehen, denn sie verewigen einen wunderbaren Anblick, den der Beobachter am Fernrohr sonst nur in einem flüchtigen und vielen Täuschungen unterworfenen Anblick zu er⸗ haschen vermochte. Sie zeigen beide, daß in beträchtlicher Höhe gewaltige lichte wolkenartige Massen die Sonnenkugel umschweben, die nur bei Sonnenfinsternissen sichtbar werden. Die Astronomen in England und in Amerika haben sich denn auch mit dem glücklichsten Erfolge der Photographie als Hilfsmittel der Himmelskunde bemächtigt. Es sind von ihnen Mondkarten und Bilder der Sonnenkugel schwebenden lichten wolkenartigen Massen baben oder ob sie an sich wie unsere irdischen Wolken dunkel sind und nur im erborgten Sonnenlichte strahlen. Technologisches. um Waffen vor Rost zu schützen, hat Artilleriehauptmann Dy den Verschluß der Gewehre mit hölzernen Mundpfropsen und Zinkplättchen, bei Säbeln das Einfugen von Zinlplättchen in die Späne der Scheiden empfohlen. Sobald nämlich Zink das Eisen metallisch berührt, wird stets nur das Zink rosten, während dae Eisen vollkommen blank bleiben wird, so lange noch genügend von dem Zink vorhanden ist. Man kann diese Erfahrung auch für alle Eisenwaaren benutzen, die man vor Rost schützen will. goöchst empfehlenswerthes Andachtsbuch! 1744 Im Verlag von W. Kitzinger in Stuttgart ist soeben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu 1741 beziehen; in Friedberg duch Bindernagel& Schimpff: Alles mit Gott! Evangelisches Gebetbuch für alle Morgen und Abende der Woche in vierfacher Abwechslung, für die Fest⸗ und Feiertage, für Beichte und Communion, sowie für besondere Zeiten und Lager, von: Luther, Musculus, Habermann, Arnd, Scriver, Lassenius, Spener, Ueumann, Arnold, Kranke, Schmolk, Stark, Cerstergen, Storr, Uoos und vielen andern Gottesmännern. Sechszehnte Auflage. 416 Seiten. Ottavformat. Mit einem Stahlsiche. Elegant gebunden mit Goldschnitt und Goldverzierung Preis: fl. 1. 24 fr. Gebunden ohne Goldschnitt 1 fl. 18 kr. Wenige Jahre sind seit dem ersten Erscheinen dieses vortrefflichen Buches verflossen. In dieser Zeit hat es sich in mehr als 86,000 Exenapl. über alle Länder deutscher Zunge verbreitet und ist Vielen ein reicher, unerschöpflicher Quell wahren Trostes geworden.— Es enthält eine mannichfache Auswahl ächt evangelischer Kern⸗ gevete für jede Zeit und jedes Verhältniß, wie solche in keinem andern Gedetbuche vereinigt sind, so daß in dem⸗ selben jeder Gläubige Erbauung und Beruhigung in allen Wechselfällen des Lebens finden wird.— Die Ver⸗ lagshandlung war bemüht, auch das Aeußere dieses Buches— dem gediegenen Inhalte desselben entsprechend— herzustellen, und ist es ihr gelungen, der neuen Auflage eine solch elegante Ausstattung zu geben, daß sie sich hauptsächlich auch zu„Fest⸗ und Communiongeschenken“ für jedes Alter und für alle Stände eignet.— Zugleich besteht der bisherige, überaus billige Preis fort. Sehr beachtenswerth für Eltern: Herrn L. W. Egers in Breslau. Erfinder des Fenchel⸗Honigs. Belecke, den 26. April 1868. 1743 Seit etwa 14 Tagen ift in biesiger Gegend der sogenaunte Stickhusten unter Kindern sehr bestig aus⸗ gebrochen und mußte ich heute auf Anweisung und Rechnung der Knappschaft 30 Flaschen Ihres Fenchel Honig Ernac's zur Vertheilung an verschier ene Arbeiter Familien abgeben. Wie ich böte, wissen die Aerzte gegen diese Krankheit keine Heilmittel und wird zweifelsohne von Ihrem Fabrikat noch eine Masse verbraucht werden, da besonders ein hiesi er Lehrer durch seine sämmtlichen Schunk ender den betreffenden Eltern den Egers' schen Fenchel⸗Honig Extract als ein Präservativ gegen qa. Uebel hat empfehlen lassen.(Folgt Auftrag. Achtungsvoll E. Lieber. Nicht nur gegen Stick⸗ oder Keuchhusten, sondern in allen Kinderkrankbeiten, wie nicht minder bet allen Hals- und Bruft⸗Leiden, sowie in größeren Gaben auch gegen Verstopfung letsiet der Schlesische Fenchel Hontg 5 8 L. W. Egers in Breslau vortreffliche Dienste. Die alleinige Niederlage ist bel Jos. Hoffmann in Friedberg. Vergebung von Bauarbeiten. 1709 Wegen Aufgabe meines 1731 Die zur Erbavung eires dritten Stocks auf das Zündwaaren-Fabrikgeschäftes ftädiische Schulhaus zu Friedberg erforderlichen Arbeiten 9 N* und Materialienlieferung, veranschlagt: lasse ich meine sämmtlichen Geschäfts⸗ Ute nsillen, iN eine Parthie Kiefern ⸗Stammbolz, Maurerarbeit 411 18(Bauholz, Pumpenstäcke u. s. w., worunter Stämme Stcinhauerarbeit 184 56 bis zu 80 Cubikfuß Gehalt), Zimmerarbeit 641 59 eine große Anzahl kleinerer und großer Pacllisten, Dachdeck rarbeit 115 43 verschiedene alte Maschinen, Schremerardeit 46 30 eine Kreissäge zum Handbetrieb, Schlosserarbeit 212 50 ein großes Schwungrad, Glasetardeit 175 13 einige konische Triebräd chen, Weißbindezarbett 386 59 zwei Schleifsteine, ein großer und ein kleiner, Spenglerarde it 14 56 zwei Schiebkarren, Lieserunz von 29,100 Stück gut gebrannten Back- eine sehr gute Schnitzbank, neigen, eine Hobelbank, 5 von 20 Bütten Kalk, Schreiner⸗ und Küferwerkzeuge aller Art, 4 von 1.7 Cut ik Kiafter Sand, ein großer Füablock mit Gußstahlplatte, sollen auf dem Submissionswege an die Wenigstfordern⸗ein keiner„ügblock mit Palisand erplaite, den vergeben werden.— Voranschlag und Bedingungen Tische, liegen auf dem Bureau der unterzeichneten Stelle zu:] Stühle, Einsicht offen, woselbst auch die Offerten mit der Bänke, Ausschrift: Züber, eiserne und tannene, „Submission zur Uebernahme de. Kröepen, Arbeiten oder.... Lieferung bei der Erbauung zwei kupferne Kesselchen. eines driiten Stocks auf das flädtische Schulhaus eine 25 Pfund schwere Bronce⸗Glocke mit dangwerk, für zu Friedberg.“ 1 einen größeren Oekonomie⸗Hof geeignet, verseben, versiegelt und frankirt bis spätestens Donner verschiedene Oefen, stag den 28. Juli l. J., Morgens 9 Uhr, ein⸗ eine Anzahl Horden, zum Obfidürren dienlich. gereicht sein müssen. Packfässer, Friedberg den 18. Juli 1868. eine Parthie Buchen⸗Dielen, 1¼—1 ½“ stark, 1½—3½ Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg breit und eirca 12“ lang, für Schreiner und Wagner, Foucar. 1 915. einige kleine Kisichen Zünd hölzer, A u f f or derun 9 ein vollftändiges Jagdgeräthe beslehend in: 1 ausge⸗ 1739 Alle dieienigen und kannten Gläubiger des ver-] zeichneten Boppelgewehr. 1 Jagdtasche, 1 Pulverhorn lebten bissigen Bürgers und Kunfiwärtere Heinrich“ mit Schrotbeutel u. s. w. Will und dessen gleichfalls verstorbener Ebeftau Elisa⸗ verschiedene Oel⸗ und Petroleumlampen, betba, geb. Penzel, welche Ansprüche an deien Nach- eine große Vogelhecke, laß erheben zu können glauben, werden bierrurch auf⸗ altes Eisen u. dgl. gefordert, diese dis zum 15. k. M. bei uns anzumelden, Mont den 3. A st egenfalls sie bei 1 ontag den 3. August a. e., Lerlasteng e e e e e präcts Morgens 9 Uhr beginnend, Nauheim den 17. Juli 1868. öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung oder In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Nauheim Excett bis Martini d. J gegen genügende Bürgschaft, in meinem Hause verfsleigern. Großherzogliches Ortsgericht 9 0. 5 V. 925 Rockenberg den 14. Juli 1868. Der dienstälteste Gerichts mann J. W. Meißner. Geberinger.—.—. Ein j 8 3000 Gulden Ein junger Meuseh, 1700 werden in hiesiger Stadt gegen hypothekarische 1737 welcher sich dem Großh. Rechnupgowesen widmen i f a 7 N will, findet Volontairstelle bei bee ee Näheres unter Nr. 1700 Großh. Salinenrentamt der Saline Nauheim.——. S. Steinhäuser, 1 lng f 5 5 leschmaschine. Gold- und Silberarbeiter in Friedberg, 1715 Eine fast ganz neue Garett'sche Spferdige 1171 in 9 Dampf⸗Dreschmaschine wird billig verkauft oder ver⸗ a ee en ee 1925 8 Gold⸗ und Silber waaren Eine Partie Hohlziegel biuig bei Joh. Engel, Metzgermeister. FFFFPFCCCCCCCCCCTTTCTTTTTTTTTT 1740 Der Hüßneraugen⸗Operateur Herr Alois Junk, welcher sich gegenwärtig kurze Zeit bier ausbalt, kann allen an diesem schmerzhaften Uebel Leidenden mit vollem Rechte empfohlen werden. Deiselbe entfernt die Hübnerangen, auch wenn sie noch so veraltet und verwachsen find, in wenig Minuten mit bewundernewerther Geschicklichkeit auf's Gründlichste, ohne den geringssen Schmerz zu verursachen und ohne ein schneidendes In⸗ flrument anz wenden, mit Hülfe eines neuer⸗ fundeneu Oeles. Eine große Anzayl lobender Atteste bezeugt die Wabrheit des hier Gesagten. Wer also mit einem solchen Uebel behaftet ist, säume nicht, sich durch die Kunstfertigleit des Hrn. A. Junk davon befreien zu lassen und die ge⸗ ringen Kosten anzuwenden. Mehrere glücklich Operirte, welche Jahrelang durch Hübneraugen geplagt worden find und nun ohne Schmerz in knappem Schuh⸗ weik gehen können. 1738 Eine noch sehr gut erhaltrne Zither ist billig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Eine Wohnung 1742 babe ich zu vermietben und kann im Oktober bezogen werden. Georg Gröninger. Futtermehl, 1735 reinster und bester Qualität, billigst bei Löb Strauß. Ein kleine Wohnung 1733 für eine stille Familie habe ich zu vermiethen. Jos. Hoffmann. Friedrich Nöhrichs rühm lich st beka unter Arrowroot- Kinderzwieback ein vollständer Ersatz der Muttermilch, 1009 erfunden und mit bestem Erfolge angewandt von der berühmten Ge⸗ burtshelferin und promovirten Doctor in Frau Profess. Dr. Heiden⸗ re ich geb. von Siebold i stets vor⸗ räthig in ½ Paqueten à 10 kr. und ½ Paqueten à 5 kr. in Friedberg bei Ph. Dan. Kümmich. P. S. Dieser Zwieback wird zugleich allen denjenigen, deren Verdauungs⸗ organe besonderer Schonung be⸗ dürsen, als ein sebr kräftiges, leicht verdauliches Nahrungsmittel em⸗ pfohlen. Durchsichtige Glycerin-Seist, 73 anerkannt bestes Mittel zur Verschönerung der Haut, empfiehlt in Stücken à 4, 6, 9, 10, 12 kr. Wilhelm Fertsch. Kitchen buchsanszüge. Evangelische Gemeinde. Getaufte: 12. Juli. Eine uneheliche Tochter: Anng Maria, geb. am 19. Juni. 5 12. Juln Dem biesigen Bürger und Seribenten Christopb Konrad Heinrich Rausch eine Tochter: Su⸗ sanna Katharina, geb. den 25. Juni. Beerdigte: 46. Jult. Der pensionirte Großb. Fandgerlchtsdiener dahier Johann Philipp Billau, alt 63 Jahre, 9 Monate, 14 Tage, 4 den 14. Jult. 17. Juiti. Emma Marie Karoline Trapp, Töchterchen des hiesigen Bürgers und Hofgerichts⸗Advocaten Eduard Trapp IV., 11 Monate 18 Tage alt, 4 den 16. Juli. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. mieihet. Näheres bei Wirth& Comp. in Frankfurt a. M. zu den billigsten Preisen. Druck und Berlag von Bindernagel& Schimpf. 2 wl lid Folg mad dit yr In dies