dnitten. zudeliedter * ledeng. den Jute Sc Sickte aug auc dieses det liedens. lat 1868. Famstag den 19. September. M111. Anzeiger für Oberhessen. 0 Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Abnahme des Verfassungseides für das 3. Quartal 1868. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Donnerstag den 8. October d. J., Vormittags 11 Uhr, findet die Ausschwörung des Verfassungseides auf dem Rathhause dahier durch die neu aufgenommenen Ortsbürger statt. Laden Sie dieselben hierzu ein und legen Sie vor dem Termin Bescheinigung hierüber vor oder Bericht, daß keine neuen Orts— bürger aufgenommen worden sind. Die noch im Rückstand befindlichen jungen Bürger sind bei 1 Thaler Strafe vorzuladen. Betreffend: Die Stempelabgabe für öffentliche Darstellungen und Beluftigungen. e en Friedberg am 16. September 1868. Trapp. Friedberg den 17. September 1868. en, sowie die Polizeiverwaltung zu Nauheim und den Polizeicommissär zu Wickstadt. Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß nach Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 12. l. M. zu Nr. M. d. J. 10081 zu den Spielen, welche nach Maßgabe des Art. 238 des Polizeistrafgesetzes als Hazardspiele zu behandeln sind und zu deren Betrieb auf Jahrmärkten, Volksfesten u. s. w. daher eine polizeiliche Erlaubniß nicht ertheilt werden kann, auch das Kegelspiel, Kugelspiel, Drehscheibenspiel, Plattenschießen und Ringwerfen zu zählen sind. Be nt Trapp. eee Die Herbst⸗Controlen pro 1868 im Kreise Friedberg, bestehend aus der 1. Compagnie des 2. Bataillons 1. Landwehr Regiments, werden in nachstehender Weise abgehalten. A. Auf dem Burgplatz zu Friedberg: Am 30. October, Vormittags 8½ Uhr. Hierbei haben zu erscheinen sämmtliche Reservisten und Landwehrmänner aller Waffen, sowie die zur Disposition der Ersatzbehörden und die zur Dioposition dei Truppentheile beurlaubten Mannschasten des Großherzog⸗ thums und des Norddeutschen Bundes, welche in nachstehenden Bürgermeistereien domiciliren. Bauernheim, Beienheim, Bruchenbrücken, Dorheim, Fauerbach b. Fr., Friedberg, Nauheim, Nieder⸗Mörlen, Nieder⸗Rosbach, Ober⸗Mörlen, Ober⸗Rosbach, Ober⸗Wöllstadt, Ockstadt, Ossenheim, Rödgen, Schwalheim, Wisselsheim. Am 30. October, Vormittags 11 Uhr: Assendeim, Bönstadt, Dorn⸗Assenheim, Ilbenstadt, Langenhain, Melbach, Nieder⸗Florstadt, Nieder⸗Wöllstadt, Ober⸗Florstadt, Reichelsheim, Staden, Steinfurth, Södel, Weckesheim, Wickstadt, Wölfersheim, Ziegenberg. B. Auf dem kleinen Exercierplatz bei Butzbach: Am 30. Oetober, Nachmittags 3 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen die Mannschaften obiger Kategorien, welche in nachstehenden Bürgermeistereien domiciliren. Bodenrod, Buzbach, Fauerbach v. d. H., Gambach, Griedel, Hausen, Hoch. Weisel, Kirch⸗Göns, Maibach, Münster, Münzenberg, Nieder⸗Weisel, Oes, Ostheim, Oppershofen, Pohl-Göns, Rockenberg, Trais⸗Münzenberg, Wobnbach. a f Hierbei wird bemerkt, daß die Mannschaften die in ihren Händen befindlichen Militärpapiere mit zur Stelle zu briugen haben. e Major und Bezirks Commandeur. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien werden angewiesen, Vorstehendes nicht allein in Ihren Gemeinden veröffentlichen, sondern auch den betreffenden Reservisten und Landwehrmännern noch besonders bekannt machen zu lassen. Friedberg am 17. September 1868. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Ter W p N Hessen. Darmstadt. Das Bundesgesetz⸗ blatt des Norddeutschen Bundes Nr. 30 enthält: Bekanntmachung vom 2. d. M., betreffend die höheren Lehranstalten, welche zur Ausstellung giltiger Zeugnisse über die wissenschaftliche Quali- fication zum einjährig freiwilligen Militärdienst berechligt sind. In unserem Großherzogthum sind dies: die Gymnasien zu Darmstadt, Bens⸗- heim, Gießen, Büdingen, Mainz und Worms; die technische Schule zu Darmstadt als Realschule erster Ordnung; die Realschulen zu Darmstadt, Offenbach, Gießen, Friedberg, Mainz und Bingen als Realschulen zweiter Ordnung. Ofse nbach. Durch Erlaß Großherzoglichen Kreisamtes sind die Bürgermeistereien detjenigen Orte, durch deren Gemarkung die Bahnlinie Offenbach Hanau führt, angewiesen worden, den demnächst zu den vorzunehmenden Vermessungen eintreffenden preußischen Jugenieuren mit Rath und That zur Hand zu gehen. Mainz. Bezüglich der Mainz⸗Alzeyer Bahn ist, namentlich in den Mainz zunächst gelegenen Gemeinden, ein anerkennenswerther Geist des Ent- einer gefälligen Form ertheilt werden. derselben der Eisenbahnverwaltung das von ihr in Anspruch zu nehmende Gemeinde-Gelände un⸗ entgeltlich überlassen. Preußen. Berlin. Mit der Uebernahme des gesammten norddeutschen Postwesens Seitens des norddeutschen Bundes ist das für alle über die Stufe des Postsecretärs, resp. Postrommissarius hinausgehende Chargen im Postdienste in Preußen vorgeschrieben gewesene zweite Examen in Wegfall gekommen. Die Ablegung des höheren Postver⸗ waltungs⸗ Examens wird jetzt nur gefordert für die Stellen bei der Centralpostverwaltung, der Oberpostdirectoren, Oberposträthe, Posträthe, Vor⸗ steher von Postämtern erster und zweite: Klasse und Postaufsichtsbeamten. — Ein Erlaß des General⸗Postamts ermahnt die Postbeamten im Dienste dem Publikum gegen- über ein freundliches, gefälliges Benehmen zu beobachten. Die von dem Publikum über Post⸗ cours Angelegenheiten, Tarife, Postversendunge⸗ und sonstige reglementarische Vorschristen begehrte Auskunft soll möglichst zweckentsprechend und in Ebenso gegenkommens bemerkbar und dürfte die Mehrzahl wird den Postbeamten empfohlen, bei mangelhaft verpackten Postsendungen, die durch Dienstboten und dergleichen Personen zur Post gebracht werden, ihre Ausstellungen möglichst genau und verständlich zu machen oder, wenn thunlich, selbst mit ihrer Hülfe zur Hand zu sein, um wieder- holte zeitraubende und Verdrießlichkeiten dervor⸗ rufende Gänge zu vermeiden. Eine solche Ver⸗ fügung kann dem General-Postamt nur zur Ehre gereichen. — Die„Prov. ⸗ Corr.“ hebt anderweitigen Auslegungen gegenüber hervor, daß die auf drei Monate hinausgeschobene Einberufung der Rekruten ein unzweideutiges Anzeichen der Friedenszuversicht des Königs sei, indem derselbe bei irgend welcher Kriegsbesorgniß die militärische Ausbildung eines vollen Drittels des Heeres nicht um 3 Monate hinausschieben würde. — Der norddeutsche Bundes rath wird Ende September zusammentreten. Die Landtage der neuen Provinzen werden im Oktober einberufen. Der Landtag der Monarchie dagegen soll erst im November zusammentreten. — Die„Kreuzzeitung“ dementirt die von den dänischen Blättern gebrachte Nachricht, für die preußische Armee hätten Ankäufe von Pferden in Holstein stattgefunden. — Die„Zukunft“ macht am Schluß ihrer Besprechung der Kieler Königsrede die nicht üble Bemerkung:„Der Hinweis auf die Stärke unseres Heeres enthält für uns wenig Tröstliches, indem er gewissermaßen die Garantie des Friedens in die Militärkraft legt, unter deren Last die Völker so zu leiden haben, daß sie des Friedens nimmer froh werden können. Und wenn ein gut gerüstetes Heer wirklich solche Garantie ist, hat dann Napo⸗ leon nicht Recht, wenn er Frankreich bis an die Zähne bewaffnet, um den Krieg— zu vermeiden? Die Uebrigen aber, die an Friedfertigkeit nicht nachstehen wollen, thun's nach und— Europa ein Feldlager zur Sicherung des Fried ens, das ist die erbauliche Aussicht, die sich uns eröffnet.“ — Der„Zeidler'sche Corresp.“ wird don London geschrieben: England wünscht in erster Linie die Erhaltung des Friedens; wenn es aber in der That dahin kommen sollte, daß Frankreich sich zu einem Angriff Preußens fortreißen ließe, so dürfen Sie überzeugt sein, daß England sich nicht darauf beschränken wird, lediglich seine Sympathieen für Preußen zu erkennen zu geben, daß es vielmehr jedenfalls im Laufe des Krieges mit seinen militärischen Kräften und seinen Geld⸗ mitteln dasselbe unterstützen wird. Ich kann Sie auf das Bestimmteste versichern, daß dies durchaus den Absichten des gegenwärtigen englischen Kabinete entspricht. Kiel. Wie verlautet, wird der König von Preußen Nordschleswig nicht bereisen, vielmehr füdlich von Apenrade und Hadersleben umkehren. Auf die deutschen Bewohner jener Gegenden wird dieser Umstand einen beunruhigenden Eindruck machen, da daraus hervorzugehen scheint, daß die Abtretungsfrage immer noch als eine schwebende angesehen wird. Von der schleswigschen Westküste wird mitgetheilt, daß die preußische Staatskasse die Vergütung für die in der Kriegsperiode ge⸗ schehenen Leistungen und Lieferungen an k. k. Truppen, welche österreichischer Seits unbezahlt gelassen sind, übernommen hat. Daß für Apenrade und Tondern die Anweisungen erfolgt sind, ist bereits bekannt geworden; auch für Tönning sind eirta 11,000 Mark angewiesen, für Garding 6000 Mark u. s. w. Gotha. Die gegen den Rechtsanwalt Streit aus Coburg wegen Unterschlagung und Verun⸗ treuung ihm anvertrauter Gelder anhängig ge⸗ wesenen Schwurgerichtsverhandlungen haben mit dessen Verurtheilung zu 4 Jahren Zuchthausstraft geendigt. Seine Vertheidigung hatte der Rechts anwalt Albert Träger aus Cölleda übernommen und mit glänzender Beredtsamkeit durchgeführt; völlige Freisprechung konnte bei der Lage der Dinge freilich auch die brillanteste Vertheidigung nicht erwirken. Rudolstadt. Die Gesetzsammlung bringt mehrere Deklarationen über verschiedene Bundes ⸗ gesetze; u. A. wird das Freizügigkeitsgesetz dahin erklärt, daß jeder Bundes angehörige, welcher eine eigene Wohnung oder ein Unterkommen sich zu verschaffen im Stande ist, das Recht hat, inner⸗ halb des Bundesgebietes an jedem Orte Grund⸗ eigenthum aller Art zu erwerben 1c. Oesterreich. Wien. Die polnischen Mag · naten in Galizien tressen Vorbereitungen zu einem glänzenden Empfange des Kaisers. Graf Adam Potocki, der im Besitze des Galawagens ist, in welchem der letzte König von Polen zur Krönung suhr, hat dieses historische Möbel frisch aufputzen lassen, damit es Franz Joseph I., welchem der polnische Adel die Krone Sobieski's aufs Haupt setzen möchte, in das gräfliche Schloß bringe. — Die Russen bewachen die Gränze gegen Galizien strenger als je; auch verlautet, daß jede Woche neue Regimenter aus dem Innern nach dem„Weichselgouvernement“ vorrücken. Frankreich. Paris. Eine gewichtige Stimme mehr für den Frieden! Guizot veröffent⸗ licht in der„Revue des deux Mondes“ einen Aufsatz unter dem Titel:„Frankreich und Preußen vor Europa verantwortlich“, worin er nach auf⸗ merksamer Prüfung der gegenwärtigen Lage und des Charakters und der Neigungen der für die europäische Politik maßgebenden Persönlichkeiten gegründete Hoffnung hat, daß Preußen sowohl als Frankreich, der ungebeuren Verantwortlichkeit bewußt, welche jede der beiden Mächte durch An⸗ fachung eines in seinen Folgen für ganz Europa unabsehbaren Kriegs übernehmen würde, den Frieden zu erhalten wissen werden, daß Preußen sich auf den Genuß und die Verwerthung der errungenen Erfolge beschränken und Frankreich in diesem Falle den abenteuerlichen Projekten und Rathschlägen einer kleinen Fraction im Lande kein Gehör schenken werde. Was den Kaiser Napoleon betrifft, so zweifelt Herr Guizot keinen Augenblick an der Aufrichtigkeit der friedlichen Erklärungen, welche der Kaiser wiederholt persönlich und durch das Organ seiner Minister abgegeben hat; um so dringender empfiehlt Herr Guizot dem fran⸗ zösischen Staatsoberhaupte, sich vor Allem der gemäßigten Intentionen Preußens zu versichern und dann seiner eigenen Friedensliebe durch eine Versetzung der Armee auf den Friedensfuß Aus- druck zu geben. — Der„Gaulois“, welcher eine ganz beson⸗ dere Vorliebe dafür hat, einen Winterfeldzug gegen Deutschland zu predigen, muß nun natür⸗ lich auch die entsprechenden Enten erfinden. Er meldet daher:„Agenten der französischen Regierung machen in diesem Augenblicke in Newyork bedeu⸗ tende Einkäufe von Korn, eingemachten Früchten, Rauchfleisch und wollenen Decken. Sämmtliche Lieferungen müssen in kürzester Frist bewirkt werden.“ Und man wundert sich noch, daß eine Armee, welcher man solche Leckerbissen verspricht, vor Ungeduld brennt, ins Feld zu rücken! — Der„Abend- Moniteur“ sagt:„Das Ensemble der politischen Situation Europas fährt fort, friedlich zu sein. Die meisten Souveräne Europas sind jetzt von ihren Hauptstädten ab wesend. Die Regierungen bestreben sich, in den verschiedenen Fragen, die ihrer Prüfung unter⸗ breitet werden, den Ideen der Mäßigung Geltung zu verschaffen.“ — Der Kaiser hat, wie der„Moniteur“ meldet, das Lager von Lannemezan besucht und wurde dort von den Truppen und der herbei⸗ geströmten großen Volksmenge enthustastisch em⸗ pfangen. talien. Florenz. Die hiesigen Jour- nale bringen jetzt gleichfalls die Mittheilung eng⸗ lischer Blatter, daß der General Failly das Treffen bei Mentana gegen einen zwei Stunden früher empfangenen Befehl Napoleons geliefert habe und sich dabei wesentlich durch die Rücksicht auf eine Erprobung der Chassepots habe leiten lassen. „ Friedberg. Nachdem einem in Folge des Ablebens mehrerer Stadtvorstände von Seiten des Gemeinderaths gestellten Antrage auf Ergänzung desselben die Genebhmi⸗ gung Großherzoglichen Ministeriums des Innern zu Theil geworden, ist mit den Vorarbeiten zu dieser Wahl bereits begonnen worden und soll dieselbe in kürzester Frist vorgenommen werden. Wie wir hören, sind drei 2 Mitglieder zu wählen und zwar von jeder Abtheilung 1 Miiglied. 5 = Friedberg. In New⸗Porker Blättern liest man: Der als Mörder seiner Frau und seinet drei Kinder; in New⸗Dork verhaftete Heinrich Schäfer aus Bretzenheim in Rheinhessen war erst vor zwei Monaten in Amerika angelangt. Von Paderson, wo er Arbeit gesunden hatte, schrieb er an einen Jugendfreund in seinem Heimathsorte, und gab diesem seine volle Abresse unter der Voraussetzung, daß dieser reinen Mund halten würde. Er haue sich aber getäuscht; der Freund theilte die Abresse der Gerichis⸗ behörde am 30. Juli mit und diese telegraphirte sofort pet allanlisches Kabel an den Konsul für Hessen⸗Darmstadt, Hrn. Keuigen in New⸗York, ber die Depesche am 31. Juli empfing und die Verhaftung des Mörders veranlaßte, die am 1. Aug. staitsand. In diesem Falle hat sich die Wichtigkeit und Nützlichkeit der telegraphischen Verbindung mit Europa wieder recht eclatant gezeigt; binnen zwei⸗ mal 21 Stunden nach erfolgter Anzeige in Hessen⸗Darm⸗ stadt hat den in dem 4000 Meilen en:fernten Orte Pader⸗ son weilenden Mörder bereits die Hand der Gerechtigkeit gefaßt. Friedberg. Die kürzlich für unsere Stadt und mehrere benachbarte Orte angekündigte Einquartierung preußischer Truppen ist ausgeblieben, da des velreffende Bataillon seine Marschroute geändert hat.— Die Manöver uaserer Hessischen Division yehen am 19. d. zu Ende, am 20. ist Rasliag, am 21. treten die verschiedenen Truppen⸗ theile den Rückmarsch in ihre Garnisonen an, so daß unsere zukünftige Besatzung, das 1. Jägerbataillon, am 22. d. dahier einrücken wird. Das 2. Infanterie⸗Regiment wird am 21. per Eisenbahn nach Gießen befördert und soll, wie wir vernehmen, an der hiesigen Station ein halbstündiger Aufenthalt bes Zuges stattfinden. Frankfurt. Die hiesige Gartenbaugesellschaft„Flora“ beabsichtigt, ein Aquarium anzulegen und läßt bereits die Erdarbeiten dazu ausfühen. Mit Professor Luer aus Hannover, welcher dort ein Aquarium anlegte und gerade jetzt in Berlin ein solches baut, ist der Vertrag abgeschlossen worden, nach welchem die hiesige Anlage am 1. Mai 1869 vollendet sein muß. Gießen. Gutem Vernehmen nach hat die von der hiesigen Bürgerschaft ausgehende Agisation für Anlegung des neuen Bahnhoses in der Stephansmark keinen Erfolg gehabt und soll die Vereinigung der neuen Bahnhofsgebäude mit den seitherigen auf dem Seltersberg beschlossen sein. Darmstadt. Der Bau der Riedbahn schreitet rüstig fort, so daß in kurzer Frist ein Theil derselben vollendet sein wird. Es gilt dies hauptsächlich für die Strecke Darmstadt⸗Griesheim Wolfskehlen. Aus Rheinhessen. Am 12. d. hat sich in den Orb'schen sog. Sodasteinbrüchen zwischen Westhofen und Gundersheim ein schreckliches Unglück ereignet. Es stürzte nämlich die über 1000 Ceniner schwere Felsmasse einer überhängenden Höhlenwand über einen trotz vielfacher Warnung darunler beschästigten Arbeiter zusammen. Die Beine des Unglücklichen lagen bis zur Hälfte, sowie auch eine der Hände unter den Steinen ganz zusammenge⸗ quetscht und eigentlich nur noch durch die Kleider ver⸗ dunden. Erst spät am Abend gelang es unter den schwersten Anstrengungen den Verunglückten zu befreien, nachdem die auf ihm liegende Felsmasse durch Pulver gesprengt war. Von Mittags 3 bis Abends 10 Uhr lag er unter der Steinmasse völlig bewußt und besonders bei den Sprengungen gräßlich schreiend. Als man ihn darauf an die Luft brachte, erlosch er wie ein Licht im Zugwind Seine Leiche ist natürlich gräßlich verstümmelt. München.(Rinderpest.) Durch amtliche Erhe⸗ bung ist der Ausbruch der Rinderpest in hiesiger Gegend conflatirt worden. Bei dem furchtbar schnellen Umsich⸗ greifen dieser verderblichen Seuche ist wohl eine Warnung vor Gefahr und Ermahnung zur Vorsicht dringend ge⸗ boten. Da Zahlen unwiderlegliche Beweise sind, so wollen wir hier nur die statistischen Erhebungen über die Ver⸗ heerungen, welche die Seuche in den Jahren 1865 und 1866 in Holland angerichtet hat, nach dem holländischen „Staats⸗Courantes“ zusammenstellen. In den fünf Pro⸗ vinzen Süd⸗Holland, Nord⸗Holland, Utrecht, Gelderland und Nordbrabant erkrankten seit dem Ausbruch der Krank⸗ heit(in etwa 1½ Jahren) im Ganzen 149,209 Stück; gestorben sind davon 73,493 Stück, gelödtet wurden 28 351 Stück; genesen sind 48,238 und in Behandlung geblieben 1270 Stück. Brief kasten. An 2?— Für das übersandte, von Frauenhand gar zierlich geschriebene Gedicht:„Zum Gruß Ihr schmucken Jäger“ u. s. w., will es uns jammern, wenn wir das⸗ selbe dem papiergrauen Anzeiger überliefern würden. Auf weißen Ailas gedruckt, von etlichen ditto gekleideten Jung⸗ frauen überreicht, das müßte Effect machen!— Doch: „Spiele nicht mit Schießgewehren!“ Die scharsblickenden „schmucken Jäger“ sollen sehnsüchtigen Herzen noch gefähr⸗ licher sein, als—— Musketiere. D. Red. l Gg 96. geg gel eg 686 968. 68960 68698 2 Untenstehender Beweis zeugt für die Be- 3 währtheit des Dr. med. Hoffmann's; weißen 4 2 1 Kräuter-Prust- Syrup. f K 2250 Ich litt seit mehreren Jahren an Brust⸗ schmerzen, Kehlkopfeutzündung u. heftigem 1 Husten, wogegen ich sehr viel gebraucht habe, 4 jetoch vergeblich. Erst nachdem ich dieses Früß⸗ 2 jahr einen Zersuch mit dem Dr. med. Hoffmann's 7 raͤuter⸗ 0 gemacht batte, schienen Kräuter⸗Brust⸗Syrup cht hatte, sch sich meine Uebel zu mildern, und nachdem die 2 si 1 ch ich di Kur fortgesetzt hatte, war ich in kurzer Zeit von I meinen Leiden befreit. 1 Zellerfeld am Harz, im Mai 1864. Wilh. Böhm, Kaufmann. 7 ür Friedberg ig dieser Sprup in glaschen 2* 1 fl. Is kr., 32 kr. und 26 kr. siets echt zu 4 ha en bei Herrn J. A. Windecker. r. Ein Schreinergeselle 2254 kann in Arbeit treten bei Jakob Scheuner, Schreinermeisler zu Bruchenbrücken. Ein Garten, 2243 mitten im Burgfeld gelegen, ist aus freier Hand zu verkaufen. Näheres bei f 1 Glasern Weckerling. bei K. Friedrich neben der Post in Friedberg. Herrenktragen m wit bal⸗ ürben. Auf tien Jung- — Oech: rslickenden Hofraithe⸗ ee 2067 Montag den 21. September d. J., Vormittags 11 Uyr, soll in biesigem Ratbbause auf freiwilligen An⸗ trag des biesigen Bürgers Eltas Ebrmann die dem⸗ selben in biesiger Stadt in der Bahnhofstraße zustehende neuerbaute Hofraithe mit Fabrik und Nebengebäuden sowle Hausgarten öffentlich meistbtetend versteigert werden. Gleichzeitig wird bemerkt, daß ein großer Teil des Kaufschillings verzinslich sleben bleiben kann und daß Herr Hofgerichts-Advokat Jöckel dahier fede gewünscht werdende Auskunft ertheilen wird. Friedderg den 28. August 1868. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg Foucar. Mobiliar- Versteigerung. 2199 Dienstag den 22. September d. J., Vormittags 9 Uhr, sollen auf freiwilligen Antrag in der Wohnung 2 Heinrich Weller dahier verschiedene Mobilien als: 1 starker zweispänniger Wagen, eine gutgebaltene Wirthschaftseinrichtung mit Buffet, Sopha, Commode, Tische, Stühle, Glasschrͤnke, Kleider- und Küchen⸗ schränke, Beltstellen, Bettwerk, Matratzen, 1 Wand⸗ udr, Spiegel. Glas, Porzellan, Kupfer und sonstige Küchengeräthschaften, Metzgerbandwerkszeug, Faßiager, Fässer, Bütten, verschiedene Bergbauutensilten ze. öffentlich meißbielend gegen Baarzahlung versteigert werden. Friedberg den 10. September 1868. Greßberzogliches Ortsgericht Friedberg Foucar. Lieferung für das Landeszuchthaus. 2214 Mittwoch den 23. September l. J., Vormittags 10 Übr. werden dabier zur Lieferung versteigert: 1) 450 Malter Kartoffeln, 2) 20 Centner Kohlraben, untererdige, 3) 8 Ceniner Zwiebeln. Freitag den 25. September l. J., Vormlitags 10 Ubr, wird für 1869 im Submissionswege vergeben die Lieferung von: 1) cirea 5 Centner Weißmehl, 2„„ Waizengrütze, . Nele, 8„ geschälte Gerste, 89„ 14 5 Kaffee, 6 5 75 Nudeln, 3„ 20„ gedörrte Zwelschen, 8)„ 55 Pfund Pfeffer, 9)„ 22 Maas Mohnöl, 10)„ 7 Ohm Essig, 11)„ ½„ Pellthran, an 135** Rübol, 143„ 7 Centner Kernseife, 1. Qualität, 15) E—„—⁴ 77 Schmierseife, 16)„ 25 Ohm Petroleum, 17)„ 40 Centner Bohnen, 185 30 17 Etbsen, 10%% 2„ Linsen, 2⁰ 77 36 77 Salz, 21)„ 145 Ohm süße Milch. Die unter pos. 1 und 2, unter 3 bis 10, unter 11 bis 13, und unter 14 und 15 aufgeführten Gegenstände werden zusammen, die unter pos. 16, 17, 18, 19, 20 und 21 aber einzeln vergeben. Schriftliche Offerten find bis zu dem obigen Term in in den vor dem Directorial⸗Bureau aufgehängten ⸗Sub⸗ missionskasten⸗ einzulegen und die Lieferungsbedingungen bei unterzeichneter Direction elnzusthen. Marienschloß den 12. September 1868. Großherzogliche Landeszuchthaus Direction Knispel Mühlen ⸗Verkauf. 22153 Die Freiherrlich Löwische Untermühle bei Langen⸗ dain, bestehend in: Wohnhaus, worin die Mühle, Scheuer, Pferde-, Kub⸗, Schweinställen und Backhaus, nebst Garten etwa ½ Morgen, Ackerland etwa 1 Morgen, Baumftücken mit verschiedenen Obstsocten eiwa/ Morgen und Wiesen etwa 1¼ Morgen, soll grettag, 25. d. M. Vormittatgs 10 uhr in dem Geschäftslocal des Unterzeichneten öffentlich ver⸗ kauft werden. Ziegenberg 12. Septembeer 1868. Kirchner, Rentelverwalter. Bekanntmachung. 2248 Für die hiesige Saline sollen alsbald 150 Pfund reines ausgelassenes Schweineschmalz angekauft werden. Lleferungsanerbietungen können bis zum 22. d. M. ein gereicht werden. Nauhelm den 15. September 1868. Großberzogliches Salinenamt Nauheim F. Schreiber. Weiß. Oeffentliche Aufforderung. 2249 Forderungen und Ansprüche jeder Art an die überschuldete und unter der Rechtswohlthat des Inven⸗ tars angetretene Erbschaft des Jobannes Konrad Rotb von Nieder⸗Florstadt sind bei Meidung der Nicht⸗ detücksichtigung Donnerstag den 8. October, Morgens 9 Uhr, dahter anzumelden, Frtedberg den 12. September 1868. Großberzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Hofmann, Landiichter. Landgerichts⸗Assessor. Holz- Versteigerung. 2246 In den Gräflich Solms Rödelheimischen Wal⸗ dungen gelangen zur öffentlichen Versteigerung: 1) Im Revier Wickstadt, Oistrlkt Pasenzahl und Lindenboden. Donnerstag den 24. l. M. 8 Stecken Eichen Scheltholz, 40„„ Prügelhbolz, 8„ gemischi„ 18„ Buchen Stockholz, 40% Eichen-„ 189 gemischt 17 80„ Buchen ⸗Relspolz, 60„ Eichen⸗ 7 10 gemisch 3 t 750 Wellen 1 Schlagrelsholz. 2) Im Revier Balnharde, Disirikt Unterwald. Freitag den 28. l. M. 9 Stecken Eichen-Prügelholz, 6 Lärchen⸗„ 18 Eichen⸗Stockholz, 8„ Reis holz, 12 4 Nadel⸗ 8 250 Wellen Eichen⸗ 5 200„ Nadel⸗ 5 700 Gebund Ginstern, 170 5 Heide, 7 Eichen Nutzstangen, 1 Fichten⸗ Stamm von 8“ mitllerem Durchmesser, Oeffentliche Aufforderung. 2252 Von der Frau Hofapolbeker C. Wah!“'s Wittwe laut Generalvollmacht mit Einziebung ihrer sämmtlichen Ausslände beauftragt, ersuche ich alle Diejenigen, welcht meiner Mandantin zar Zablung verpflichtet find, ihren resp. Verbindlichletten baldgefällig nachkommen zu wollen. Friedberg den 17. September 1868. Ed. Trapp IV., Hofgerichte⸗Advocat. Entlaufen. 2273 Ein halbjähriges Rind, Rothscheck, ist am 17. d. M. auf der Weide von der Heerde entlaufen. Der Wiederbringer wolle vasselbe gegen eine gute Belohnung 1 Wagner in Ober- Mörlen ab⸗ Wein-Versteigerung. 2177 Montag den 21. September, Vormittags 11 Ubr, lasse ich öffentlich meistbietend versteigeen: 1000 Maas 661 Pfälzer, 300„ Göor Nlersteiner, 80„ 62er Geisenheimer, 80„ 6er Forster, 80„ br Assentbaler, 50 Flaschen 651 Rüdesbeimer Berg, 50 75 651 Aßmannshäuser, 50 1 Moussse, 25. Cognac, 25 75 Rum, 20„ Peunschessenz, 20 75 Kirschwasser, 16 55 Maraskino, 150 1 Tischwein 1, 2 Obm und 3 1½ Ohm leere weingrüne Fässer. Die Weine werden in ½, ½, ½ und 1 Ohm aus⸗ geboten. Credit kann auf Verlangen bewilligt werden. * Baarzahl ng 50% Rabatt. Die Fässer werden zum Kofsenpreis zurückgenommen. Proben drei Tage vorher an den Fässern. Bad Nauheim. 60“ Länge, 29 Lärchen⸗Stämme von 6—9“ mittl. Durchmesser, 20 307 Länge, 67 Lärchenstangen von 3— 5“ mittl. Durchmesser, 15-40“ Länge. Zusammenkunft und Ansang der Versteigerung am ersilen Tag Morgens präcis 8 Uhr im Distrikt Hasen zahl auf dem von Bönftadt nach Florfladi führenden Wege. Am zweiten Tag Morgens präcis 8½% Uhr am Zorsthaus Bainhards. Wickstadt den 16. September 1868. Gräfliche Oberförsterei Assenheim Schal las. Mobiliar-Versteigerung. 2263 Donnerstag den 24. September d. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, sollen auf sreiwilligen Antrag und wegen Aufgade des Geschäfts in der Wohnung des Speise⸗ wirthes Conrad Ockel in der Burg dahier verschie dene Mobelten, als: Wirtbstische, Stüble, Bänke, Klei; derschränke, Bettstellen, Beuwerk, 1 Mehlkasten, Kupfer, Zinn, 1 Waage, 1 großes Sauerktautsaß, Fässer, Bütien, eine große Parthie Messer und Gabeln, ein noch in fehr gutem Zustande befindlicher Kochbeerd, sowie sonstige Haus und Küchengerätbschaften öffentlich meifibietend gegen Baarzahlung versieigert werden. Friedberg den 17. September 1868. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ain. Hofraithe⸗ und Güter⸗Versteigerung. 2262 Freitag den 25. September d. J., Vormittage 11 Uhr, sollen in hiesigem Nathhause auf freiwilligen Antrag des Bürgers und Schneldermeisters Jobannes Pauli die demselben zustehende Hofraithe und zwei Grab gärten nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg den 18. September 1868. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar. Ausloosung der CTurnhalle-Actien. 2255 In der am 11. September stattgebabten General- versammlung des hiesigen Turnvereins wurden die nach bezeichneten Aetien der Turnhalle, nämlich die Nummern: 13. 17. 29. 118. 135. 170. 219. 268. 331. 417. ordnungsmäßig und unter Zuziebung unbetheiligter Zeugen zur Rückzahlung ausgeloß und kann der Betrag dom 1. October d. J. an dei dem Vereinsrechner Perrn J. Hoffmann in Empfang genommen werden. wobei demerkt wird, daß mit dem genannten Datum die Ver zinsung der gezogenen Acuen aufhört. Grummetgras⸗Versteigerung. 2247 Montag den 21. d. M., Vormittags 10 Uhr, soll das der Gemeinde gehörige Grummetgrac in Abihei⸗ 2 auf hiesigem Nathhause öffentlich versteigert rden. Ober⸗Wöllfladt den 16. September 1868. Friedberg den 17. September 1868. Der Von stand des Turnvereins. Weinfässer in allen Gattungen billtgst bei 2271 Großherzogliche Bürgermelsteret Ober⸗Wöllstadt Jeuerb ach. Ph. Dan. Kümmich. P. Kröll. 3 Hotel Kurhaus FFP Kein Zimmerputzer mehr! Englische Kautschuk-Glanzpasta zum dauerhaftesten, schönsten und billigsten Selbsteinlassen aller Gattungen Fußboden. 1766 Diese böchst vortbeilhafteste Erfin⸗ dung unterscheldet sich von den vielen zum Einlassen in Verwendung kommenden Lacken ze. bauptsächlich dadurch,„daß vermöge der böchst gelungenen chem. 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Der Vorstand Kirchweihfest zu Weckes heim. 2257 Sonntag den 20. und Montag den 21. d. M. findet bei dem Unterzeichneten Harmonle⸗ und Tanz⸗ mufik statt, wezu hiermit ergebenst eingeladen wird. An den beiden Tagen wird ein Hammel ausgekegelt. Weckesheim. H. Schleuning. 2 2 U Uachkirchweihe zu Rödgen. 2242 Nächsten Sonntag den 20. d. M. findet bei mir gut besetzte Tanzmusik statt. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt und ladet dazu höflichst ein Krauch, Gastwirth zur schönen Aus«sicht. Turnverein Nauheim. 2266 Sonntag den 20. Septemder Ausflug auf den Johannisberg. Abmarsch vom Turnplatze 3½ Uhr Nach⸗ mittags. Auch die außerordentlichen Mitglieder werden böflichst eingeladen. Der Vorstand. Verloren 2265 wurde ein goldner Stegelring, auf welchen die Buchstaben 8. L. gravirt find. Der redliche Finder wird gebeten denselben gegen eine gute Belohnung an die Expedition d. 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M., Vormittags 10 Uhr, findet die Entlassungsfeier des Prediger⸗ Mayer Mayer in Frankfurt a. M. Schneidermesstser in Nieder Wöllhadt. Verantw. Red.: Hermann Schumpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 38 und eine Beilage.) 1 e antgeltgtl. euning. Auen — dei mit de sen und i pöffics ein wird t sich. — heim. dg auf ken 39 Uhr Nach⸗ r werden veilchen die telicze Zunder tlobnung an liltun debt den dazn abeikpreis, Fertsch. alen lastratisttr. — ig. e sclagtnden zu billigen Arten den besergt. Weis. —— emden, o Uaterhosen un ing mr mich. — (berg. 868. Beilage zum Anzeiger für Oberhessen. u 11. Die Obst⸗Erträge im Kreise Friedberg im Jahr 1867. Der Director des landw. Bezirksvereins Fried- berg, Herr Regierungsrath Trapp hat den, bei Bindernagel und Schimpff in Friedberg im Drucke erschienenen Verhandlungen des landwirthschaftlichen Bezirksvereins vom Jahre 1867 eine sehr schätzens⸗ werthe, ausführliche Tabelle über den Obstertrag des Kreises Friedberg im Jahre 1867, als Anhang beigegeben, der wir entnehmen, daß in den 51 Ortschaften des Kreises in runder Zahl geerntet wurden: Aepfel: 53553 Malter. Birnen: 9917 10 Zwetschen: 6932„ Kirschen: 1064 1 Nüsse: 318 5 Die höchsten Erträge hatten die Gemeinden Ockstadt und Niederweisel, erstere 6641 Mltr. Obst(darunter 5260 Mltr. Aepfel, 625 Mltr. Birnen, 602 Malter Kirschen und 154 Malter Zwetschen), letztere 5773 Mltr.(darunter 4060 Mltr. Aepfel, 205 Mltr. Birnen, 1500 Mltr. Zwetschen und 8 Mltr. Nüsse.) Zwischen 3000 bis 4000 Malter ernteten 6 Gemeinden(Wölfersheim, Obermörlen, Ziegen- berg und Langenhain, Bönstadt, Butzbach, Kirch⸗ göns), zwischen 2000 bis 3000 Malter 5 Ge- meinden(Oberrosbach, Niederwöllstadt, Hochweisel, Fauerbach v. d. H., Ilbenstadt). Ueber 1000 bis 2000 Mltr. ernteten 11 Gemeinden(Dorheim, Friedberg, Oppershofen, Pohlgöns, Nauheim, Gambach, Niederflorstadt, Melbach, Ostheim, Nieder- rosbach, Södel); unter 1000 bis 600 Malter 10 Gemeinden(Assenheim, Bruchenbrücken, Dorn⸗ assenheim, Niedermörlen, Oberwöllstadt, Reichels⸗ heim, Schwalheim, Steinfurt, Wohnbach), die übrigen 17 Gemeinden des Kreises blieben unter diesem Exrtrage. Nach den einzelnen Obstarten hatten die höchsten Erträge: die Gemeinde Ockstadt an Aepfeln und Kirschen;z Oberrosbach und Kirchgöns an Birnen(iede über 800 Mltr.); Niederweisel an Zwetschen(1500 Mltr.); Butzbach und Hochweisel an Nüssen (erstere 160 Mltr., letztere Gemeinde 100 Mltr.) Als Durchschnittspreise wurden erzielt für 1 Mltr. Aepfel 1 fl. 46 kr.; 1 Mltr. Birnen 2 fl.; 1 Mltr. Zwetschen 2 fl. 38 kr.; 1 Mltr. Kirschen 3 fl. 21 kr.; 1 Mltr. Nüsse 7 fl. 46 kr. Der Gesammt⸗Erlös aue Obst aus dem Kreise berechnete sich nach den damaligen laufen- den Preisen auf 138,665 fl. 13 kr, wovon auf die Aepfelernte 94734 fl. 16 kr., „„ Birnenernte bt. „„ Zwetschenernte 18357„ 50„ „„ Kirschenernte 3303„ 40% „„ Nußernte 2466„—„ und im Durchschnitt auf die Gemeinde 2718 fl. 47 kr. entfallen, die Gemeinde Ockstadt allein war an obigem Gesammt-⸗Erlöse mit 14446 fl. betheiligt. Der Vereinsdirektor, Herr Regierungsrath Trapp, knüpfte an diese Mittheilungen in der am 14. Dezember 1867 abgehaltenen General— Versammlung des Bezirksvereins den Wunsch, daß diese lohnenden Erfolge der Obstbaumzucht einen neuen Sporn für weitere Cultivirung dieses wichtigen Zweiges der Landwirthschaft abgeben und die Obstzüchter es sich angelegen sein lassen möchten, außer den für den beliebten Aepfelwein sich eignenden Obstsorten auch solche zu ziehen, die als sogenanntes„Tafelobst“ in den benach- barten Bädern und großen Städten sehr gesucht sind und gut bezahlt werden. In derselben Versammlung bemerkte Herr Dr. Henkelmann in einem Vortrage, daß die Hauptkunst des Obstzüchters vorzugsweise in dem Baumschnitt“), in der Formerziehung der Obstbäume, in der Erziehung wohlgebildeter Stämme und kräftiger Tragzweige liege und daß hierin, sowie im Setzen der Bäume noch große Fehler gemacht würden. Häufig würde die Pflege der schönen Obstanlagen dem Wenigst- nehmenden überlassen, wodurch dieselben oft in Hände geriethen, welche mehr schadeten, als nützten. Wie könne ein Mann, der nicht wisse, was ein Leitzweig oder Fruchtzweig, was eine Holzknospe oder Fruchtknospe ic. sei, eine voll⸗ kommene, wohlgebildete Baumkrone heranziehen? Das Pfropfen, Oculieren ꝛc. auf welches gewöhn- lich das Hauptgewicht beim Obstbau gelegt werde, seien Kleinigkeiten gegen die Pflege, den regel rechten Schnitt der Bäume und es gehöre viel Umsicht dazu, die Bäume immer so zurückzuschneiden, daß ihre Fruchtbarkeit gehoben und eine wohl- gebildete Krone erzogen werde. Er sei zwar kein Baumzüchter, allein als Schüler von Lucas in Reutlingen, an dessen Vorträgen und praktischen Unterweisungen in der 16 Morgen großen Baum- schule zu Hobenheim, er ein halbes Jahr lang mit großem Interesse habe Theil genommen, wisse er, worauf es in der Baumzucht ankomme, und eine Gemeinde sei schlecht berathen, deren Vor— stände durch Anstellung von nicht sachkundigen Baumwärtern zu sparen suchten. Auch beim Anpflanzen junger Obstbäume beginge man hauptsächlich noch zwei Fehler, ein⸗ mal würden dieselben meist zu dicht gepflanzt und dadurch der Zutritt von Luft und Licht und die kräftige Entwicklung gehindert, und dann *) Wir empfehlen darüber das jedem Obstzüchter un⸗ entbehrliche Werkchen:„Die Lehre vom Baumschnitt“ von Dr. Ed. Lucas, Ravensburg 1867, vorräthig bei Bin⸗ dernagel und Schimpff in Friedberg. würden sie oft zu ungünstiger Zeit gesetzt. Die Meisten pflanzten ihre Obstbäume im Herbst, welcher Zeitpunkt für Birnpflanzungen auch wohl ganz gut gewählt sei, allein für die übrigen Obstgattungen sei die Frühjahrspflanzung unbedingt vorzuziehen, weil bei dieser die wenigsten Bäumchen zurückblieben und sich besser entwickelten. Die Herbstpflanzung könne nur dann gut geheißen werden, wenn sie so frühzeitig geschehe, daß sich noch neue Wurzeln bilden könnten. Indem wir diese allgemein interessanten Mit⸗ theilungen der Oeffentlichkeit übergeben, möchten wir alle Obstproducenten ersuchen, auch im Jahre 1868 ihre Obsternte-Erträge sich genau merken zu wollen, damit es möglich werde, den zu wünschenden Vergleich zwischen der diesjährigen und vorjährigen Obsternte anstellen zu können, den wir wohl gewiß von der unermüdlichen Thätigkeit unsers Bezirksvereins⸗ Direktors zu hoffen haben. Von einem Freunde der Obstbaumzucht. Landwirthschaftliches. Mittel gegen das Faulen der Kartoffeln im Keller. Von J. Troost in Hadamar. In meinem Werkchen:„Die Landwirthschaft des Thurgaus“(Zürich, bei E. Kiesling, 1854) ist ein Verfahren gegen das Faulen der Kartoffeln im Keller angegeben, welches sich als sehr vorzüglich bewährt und in einem großen Theile der Schweiz allgemeine Anwendung gefunden hat; ebenso in Frankreich, nachdem es von Seiten der Regierung 1859 anempfohlen und in demselben Jahre auf dem Regional⸗ concurs in Straßburg eine Einrichtung dieser Art öffent⸗ lich dargestellt war. Boden und Wände der Keller, in welche die Kartoffeln kommen, werden mit Reisigholz(am besten Erlen, da es die Mäuse abhält und nicht so schnell fault) ½—1 Schuh hoch belegt und dieses mit einer Schicht Stroh bedeckt, damit die Kartoffeln nicht zwischen das Reisig fallen. Ueber diese Strohschicht werden von 5 zu 5 Schuh Euisernung parallel laufende, aus Latten oder Stangen gebildete Luftzüge gelegt, auf welche wieder⸗ um von 5 zu 5 Schuh eben solche Züge senkrecht stehen. Die Stangen sind so weit von einander, daß keine Kar⸗ toffeln hindurchfallen und so die Zäge verstopfen könnten. Hierauf werden die Kartoffeln, nachdem man sie vorher hat recht abirocknen lassen(bei schlechter Erntewitterung auf der Dreschienne oder sonst wo), aufgeschüttet, was sogar bis zu einer Höhe von 5 bis 8 Fuß gefahrlos ge⸗ schehen kann, und dick(1 Schuh und darüber) mit Stroh bedeckt. Die senkrecht stebenden Luftzüge müssen zu den Haufen bervorragen, ebenso die auf dem Boden liegenden wenigstens nach einer Seite hin. Dem Keller wird jetzt so viel wie möglich Luftzug verschafft, jedoch wird er dunkel gehallen(da sonst die Kartosseln, vom Licht getroffen, grün werden) und erst, wenn Frost eintritt, geschlossen. Das oben aufliegende Stroh nimmt die durch Erwärmung des Haufens ausgetriebene Vegetationsfeuchtigkeit der Kar⸗ toffeln auf, welche sonst beim Weglassen der Strohschicht sich in den oberen kälteren Schichten des Kartoffelhaufens niederschlagen und dort Fäulniß erzeugen würde. Durch das Reisig unter und neden dem Haufen, wie durch die Luftzüge wird den Kartoffeln stets frische Luft zugeführt und die feuchie verdorbene Luft aus den senkrecht stehen⸗ den Luftzügen ausgetrieben. Am Eingange der liegenden Luftzüge wird im Anfange wöchentlich mehrere Male, Gesunde Luft. Die Gelehrten behaupten, die Luft hätte überall und jederzeit die⸗ selbe Zusammensetzung und das müssen wir ihnen schon glauben, weil sie ihre Behauptung auf sehr genaue Untersuchungen stützen. Aber dieselben Gelehrten sprechen auch von einer ungesunden Luft in den engen Gassen der Stadt, von einem Pesthauch der Schlachtfelder und von einer gesunden Landluft und geben durch diese und ähnliche Bezeichnungen doch unzweifel⸗ haft zu verstehen, daß die Luft nicht überall dieselbe ist; wie läßt sich nun das reimen? Eigentlich in keiner Weise, wenn man sich ganz genau am Wortlaut hält, dagegen ziemlich leicht, wenn man überlegt, um was es sich in dem einen und dem andern Fall handelt. Sagen uns nämlich die Gelehrten, die Luft habe überall und zu jeder Zeit dieselbe Zusammen⸗ setzung, so denken sie dabei nur an die Hauptbestandtheile derselben, an Sauerstoff, Stickstoff und allenfalls auch noch an die Kohlensäure; während sie, wenn sie von einer ungesunden und gesunden Luft reden, an die zu- fälligen Beimischungen denken, die die Luft aus mancherlei örtlichen Quellen erhält. Diese Beimischungen verbleiben aber vorläufig am Ort ihrer Entstehung in der Luft und wenn sie sich endlich vertheilen, so werden sie dadurch so verdünnt, daß wir sie durch unsere schärfsten In- strumente nicht mehr nachzuweisen vermögen. Aber die sckädlichen Bestandtheile müssen sich doch nach und nach in der Luft anhäufen, denkt gewiß der Leser, da sich solche doch täglich auf's Neue bilden, und dieser Gedanke wäre auch vollkommen richtig, wenn die Natur nicht Mittel und Wege hätte, sie wieder aus der Luft fortzuschaffen. Dabei denkt man nun wohl zunächst an den Wind, sieht aber bei genauerer Ueberlegung unschwer ein, daß der Wind allein doch nicht das geeignete Mittel sein kann, da er ja nur die Luft über die Erde anders vertheilt, weiter aber keinen Einfluß auf die Zusammensetzung derselben ausübt. Der Wind kann demnach in keiner Weise die Luft im Großen und Ganzen reinigen, dazu bedarf es anderer Mittel und unter diesen ist zunächst ein so unscheinbares, daß gewiß noch manche meiner gütigen Leser nicht darauf aufmerksam geworden sind. Vor mehreren Jahren machten ein paar gelehrte Engländer eine Entdeckung, die in vieler Beziebung erst dann folgenreich geworden ist, nachdem Herr v. Liebig auf die Wichtigkeit derselben für den Ackerbau aufmerlsam gemacht hatte. Jene Engländer fanden nämlich, daß unsere Ackererde die Fähigkeit besitzt, Stoffe, sowohl feste Körper als Flüssigkeiten und Gase, die mit ihr in Berührung kommen, einzusaugen(zu absorbiren sagen die Naturforscher) und sie festzuhalten. Man braucht, um sich davon zu überzeugen, daß die Erde wirklich diese Fähigkeit besitzt, nur schmutziges Wasser durch eine Erdschicht zu filtriren und wird sehen, daß aller Schmutz zurückbleibt und klares Wasser abfließt. Wie in diesem Fale gegen den Schmutz im Wasser, so verhält sich die Erde auch gegen die die Luft verunreinigenden Gase; so wie solche mit ihr in Berührung kommen, so werden sie absorbirt. Wäre die Luft vollkommen ruhig, so würden allerdings nur die untersten Luftschichten auf diese Weise gereinigt werden; dadurch aber später ein Mal ein Stück Schwefel verbrannt, dessen Dampf in den Haufen zieht und sich vertheilt und hier die Pilzoilbung und Fäulniß verhütet und schon gebildete zerstoͤtt. Wenn alle Feuchtigkeit aus den Kartoffeln ist, kann das Stroh abgenommen, getrocknet und sonst ver⸗ wendet werden. Ueber die Fäulniß des Obstes hat in jüngster 1 5 ein französischer Gelehrter Untersuchunzen angestellt und nach⸗ gewiesen, daß solche auch ausschließlich von der Bildung zweier Pilze(mucor mucedo und penieillium glaueum) derrühre und auch durch Anwendung des Schwefels ver⸗ tügt wird. Die Pilze sind bei der Fäulniß die Ursache und nicht das Ergebniß des abnormen Zustandes. (Die Wichtigkeit der Sache läßt es uns räthlich erscheinen, auch vorstehenden, dem„Fr. J.“ entnommenen Aussatz zu veröffentlichen, obgleich unser Blatt erst kürzlich einen Arlikel äbnlichen Inhalts gebracht hat. Die Red.) O Jahresbericht der Mainzer Handels⸗ kammer für 1867. Das materielle Leben eines Landes gipfelt in seinem Handel und Verkehr. Das größere oder geringere Gedeihen desselben, die Umstände, welche ihm förderlich sind und die Schwierigkeiten, die seiner Entfaltung entgegenstehen, geben uns wichtige Aufschlüsse über Wohlstand und Custur⸗ stufe eines Volkes, über Ackerbau und Gewerbthätigkeit, über die Tüchtigkeit der einschlägigen Gesetzgebung und die Weisheit und Angemessenheit der herrschenden Maximen in der Politik. Von diesem Gesichtspunkt aus ist es von Interesse, einen kurzen Blick zu werfen auf den von der Handels⸗ kammer des bedeutendsten Handelsplatzes des Großherzog thums, Mainz, ausgegebenen Jahresbericht für 1867. Derselbe hat leider alle Ursache einzustimmen in die allgemeine Klage über die Nachwehen der Ereignisse von 1866, die sich im Geschäftsleden immer noch allzu fühlbar machten, wo der Mangel an Vertrauen in die geschaffenen Zustände das Kapital ängstlich zurückhalte und weitgreifende Unternehmungen verhindere. Andererseits verkennt der Bericht auch nicht die woylthätige Wirksamkeit der an⸗ gebahnten volkswirihschaftlichen Resormen, wie der Reor⸗ ganisation des Zollvereins mit dem Zollparlament, der Reform des deutsch⸗österreichischen Postwesens, der Aufhebung der Rheinschifffahrtsabgaben, der Regulirung des Paß⸗ wesens, der Freizügigkeit, des Consulatwesens im nord⸗ deuisch in Bund ꝛc., und spricht die Hoffnung aus, es möchte den vereinten Bemühungen der Regierungen und der Bevölkerung von Nord- und Süddeutschland in nicht allzu ferner Zeit gelingen, das deutsche Einigungswerk in einer befriedigenden Weise zum Abschluß zu bringen. Den speziellen Theil des Berichtes anlangend, entnehmen wir demselben nachfolgende Notizen über den Umjang der bedeutendsten Handels- und Industriezweige des Platzes. Von ganz desonderer Wichtigkeit ist der Getraidehandel, der sich fast ausschließlich mit ungarischem Produkt befaßt. Der Gesammtumsatz wird auf 400,000 Säcke Waizen, Korn und Gerste im Werth von 5½ Mill. Gulden geschätzt. Als gegen frühere Jahre zurückgegangen werden namentlich bezeichnet das Hopfengeschäft, der Steinkohlen⸗ handel, die Maschinenfabrikation, die Bierbrauerei(71,000 Otm gegen 101,000 Ohm im Jahr 1865) und der der Handel in Material⸗ und Farbwaaren(wegen Ein⸗ siellung der Bauunternehmungen). Hieran schließt sich das Weingeschäft, das gleichfalls in seinem Export nach Amerika in Folge der Geschäftsstockung in den vereinigten Staaten eine rückgängige Bewegung gemacht hat. Die Einfuhr von fremden, besonders französischen Weinen ist dagegen in stetem Steigen begriffen, und wird dabei die Befürchtung ausgesprochen, eine noch weitere Herabsetzung des Weinzolles möchte dem Rheinwein eine nachtheilige Concurrenz bereiten. Trotz der Ungunst der allgemeinen Verhältnisse zeigen einen erfreulichen Ausschwung die Lack⸗ sabrikation, der Petroleumhandel, die Leder⸗, Herrenkleider⸗ und die Schuhfabtikation, deren Versandt nach den engli⸗ schen Colonien und den Antillen stetig an Ausdehnung gewinnt. Schließlich sei noch der befriedigenden Zunahme der Sparkasseneinlagen Erwähnung gethan. Im Jahre 1825 hatte Mainz 113 Einleger mit 8658 fl. aufzuweisen; jetzt ist die Zahl derfelben auf 3924 Einleger mit 813,394 fl. gestiegen. Errichtung einer Turn⸗Vorschule. Der hiesige Turnverein hat beschlossen eine Vorschule zu errichten, an welcher junge Leute vom 14.— 17. Jahre theilnehmen können. Er glaubt einem allgemeinen Be⸗ dürfniß und vielfach geäußerten Wunsch zu ensprechen, indem er ein so wichtiges und bei den gegenwärtigen Verhältnissen und der eingetretenen allgemeinen Wehrpflicht überaus nöthiges Bildungsmittel der aus der Schule getretenen Jugend dieser Stadt zugänglich macht. Der Unterricht in der Turnschule ist Herrn Fritz Muth über⸗ tragen worden, dem wir nicht nur in Beziehung auf den Unterricht selbst, sondern auch bezüglich Aufrechterhaltung der erforderlichen Ordnung und Wahrung eines anstän⸗ digen Benehmens der Zöglinge alles Vertrauen schenken können. Die Unterrichtsstunden finden Mittwochs und Samstags Abends von 8—9 Uhr statt. Jeder Theilnehmer der Vorschule hat einen monatlichen Beitrag von 6 Kreuzer zu entrichten und soll der dadurch sich ergebende Betrag lediglich im Interesse der Vorschule selbst verwendet werden, da das Honorar des Lehrers, sowie die sonstigen Kosten aus der Turnvereinskasse bestritten werden. Indem wir die hiesige Einwohnerschaft auf diese Veranstaltung auf⸗ merksam machen und den Wunsch aussprechen, daß sie allgemeinen Anklang und recht zahlreiche Betheiligung sinden möge, bemerken wir, daß Anmeldungen zu der Vorschule bei Herrn Buchhändler C. Scriba dahier schrift⸗ lich einzureichen sind und nur solche Berücksichtigung finden können, welchen ausdrücklich die Zustimmung der Eltern, Vormünder oder Lehrherren beigefügt ist. Friedberg, 12. September 1868. Der Vorstand des Turnvereins. , Warnung vor Schwindel. Man schreibt aus einem sächsischen Fabrikdistrict?„In Oporto existirt zur Zeit eine Schwindelgesellschaft, welche mit Hülfe salscher Wechsel Waaren deutischer Fabrikanten an sich zu bringen sucht. Zu derselben gehört die Firma Camoin und Comp., die zuerst um Einsendung von Mustern er⸗ sucht, ist diese erfolgt, Ordres ertheilt, und nach Empfang der Factura, welche vor Abgang der Waare erbeten wird, Rimessen einsendet. Diese Wechsel sind von überseeischen Plätzen auf London, Marseille, Bordeaur gezogen, acceptirt, domicilirt und gestempell. Als Giranten— die Namen der Aussteller sind nicht zu lesen— fungiren J. R. Stolff, (wo? ist nicht angegeben), N. M. Kurgotz und Camoin und Comp., beide in Oporio. Die Acceptanten existiren aber nicht, die Domiciliatien desgleichen, oder denselben sind, Aussteller und Bezogene gänzlich unbekannt, so daß diese Wechsel als werthlose Papiere zu beirachten sind. , Die Polizei von Albany in Nordamerika glaubte vor einiger Zeit einen guten Fang gemacht zu haben; sie brachte einen Herrn in sehr eleganter Kleidung ein, welcher einer Dame längere Zeit gefolgt war, zweifelsohne, um sie zu bestehlen. Vor dem Richter führte der Verhafiete aus, daß der Mann ein Recht habe, eine schöne Frau zu dewundern, treffe er sie, wo er wolle. Da die keineswegs schöne Dame mit dieser Ansicht einverstanden war, war es der Gerichtshof auch, und der„Bewunderer der Schönen? wurde wieder in Freiheit gesetzt. , Fremdenfrequenz in den besuchtesten Badeorten Mitte August 1868: Aachen 6739 Perf., Baden-Baden 36,054, Burischeid 1319, Creuznach 6559, Carlsbad 11.678, Ems 10,047, Gleichenberg 1631, Helgolane 2443, Homburg 12,010, Kissingen 7195, Marienbad 5156, Nauheim 3155. Norderney 3104, Pyrmont 4465, Reichen hall 3202, Soden 2702. Schwalbach 4978, Schlangenbad 1628, Teplitz Schönau 7667, Travemünde 2180, Wildbad ⸗Gastein 2231, Wildungen 1040, Wildbad(Württemberg) 5508, Wiesbaben 32,706. , Das Jahn⸗Denk mal ist jetzt wie bie„Voss. Ztg.“ seriig. Der Bildhauer Enke wird zunächst einen Gypsabguß machen und ihn öffentlich ausstellen. Das erzene Standbild soll 1870 auf dem Turn⸗ platz in der Hasenhalde aufgestellt werben. Das Stanb⸗ dild wird, auf seiner Grundlage von Steinen aut allen Theilen Deutschlands und aus fernen Länbern, sich sechs Fuß boch erheden. Das Modell zeigt Jahn als eine kraft⸗ volle Männergestalt im deutschen Rock, das gewaltige Haupt auf dem nicht minder gewaltigen Körper ruhend, die fesigeballte Faust auf einem Eichenstamm gestützt, vor⸗ wärts schreilend. , Neueste Briefbeförderung. Die Bries⸗ unb Packelbeförderung vermittelst Luftdrucks in den sogenannten pneumatischen Röhren wird auch in New⸗MPork eingeführt werden. Die Beförderung der Gegenstände in den Röhren geschieht in kleinen Wagen. Sehr sinnreich ist die Ein⸗ richtung, durch welche es ermöglicht wird, daß ein in einen auf der Straße befindlichen Briefkasten geworsener Brief sofort mit dem nächsten Wagen abgeht. Der Brief fällt nämlich in einen fächerartigen, dem Glücksrad ähnlichen Behälter; fährt der Wagen unten durch, so berührt er einen hervorstehenden Theil des Rades, dasselbe macht eine Biertel⸗Umdrehung und die Briefe fallen in den Wagen. „ Die Körner⸗Halle neben dem Grabe Theobor Körner's in Wöbbelin bei Godebusch, von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge von Mecklenburg⸗Schwerin ge⸗ stiftet, soll bekanntlich die Volivtafeln, Eichenkränze und mannigfaltigen Denkzeichen aufnehmen, welche am Tage der 56jährigen Todtenfeier des Sängers der Befteiungs⸗ kriege(26. Augußt 1863) in reicher Zahl durch die da⸗ maligen Fesigneossen an der Gruft niedergelegt wurden. Ein Veteran soll die Körnerhalle veaufsichtligen und in dem anstoßenden Hause wohnen. Wie man weiß, ruhen dort in Wöbbelin, neben den Gebeinen des Sängers, auch dessen Vater, Mutter, Schwester und Tante. Ein eisernes Gitter umschließt die engere Umfriedung der fünf Gräber; an der Eiche, unter welcher der Dichter des Befreiungs⸗ krieges usprünglich von seinen Waffenbrüdern destattet ist, wurde damals ein ovales Stück Borke ausgeschnitten, und Kamerad Schreiber aus Berlin brannte mit glühend ge⸗ machtem Labstocke Namen und Datum:„Theodor Körner, den 26. August 1813“, in den Stamm. Das Denkmal, welches der Vater dem Sohne setzen ließ, besteht in einem Opfer⸗Altare in antiker Form: Leier und Schwert, mit einem Eichenkranze geschmückt, stehen auf dem Altaxe, Verte aus Leier und Schwert find auf der Seite dur Rechten und Linken eingegossen, auf der Vorder⸗ und Rückseite die Inschriften des Namens, des Geburts- und Todestages ꝛc. An der Eiche hängt der Säbel des preußischen Lieutenants Schnelle, eines Kameraden Theo; dor Körner's, der bei Ligny schwer verwundet wurde und vald nachher in Löwen starb. Die Baume und Sträucher am die Gruft berum, hat der Vater anpflanzen lassen und die Unterhaltung dieses Hains durch eine Stiftung gesichert. „, In Havre ist wie der Berichterstatter eines Londoner Journals mittheilt, eine höchst sonderbare Schiffs⸗ ladung aus Veracruz angelangt, nämlich Menschen⸗ haare. Das Haar soll von den Häuptern verschiedener eingeborener mexicanischer Stämme herrühren, welche von ihren Feinden scalpirt worden schmutziger Beschaffenheit sein und durch seinen schlechten Geruch den ganzen Hafen verpesten. Das Haar wird aller Wahrscheinlichkeit nach für die schönen Europas, gemäß der gegenwärtigen Mode, zu Chignon und dergleichen ver⸗ arbeitet werden. , Gegen Ungeziefer wird Petroleum empfohlen, welches Mäuse und Ratten verfagen soll. Wasser mit etwas Petroleum schlechtester Art vermischt, soll, wenn es zum Gießen angewandt wirb, Schnecken und Engerlinge vertreiben, alle Insecten in den Gärten wie in den Häusern vertilgen, wenn man es in deren Schlupfwinkel gießt. Das billigste und schlechteste Vetroleum soll das wirksamße Mit. el zu diesen Zwecken sein. meldet, im Modell beinahe daß sie sich bewegt, Boden in Berübrung und aus haupten, daß der Wind indirekt zur überliefern allen diesen Schmutz dem Erdboden. 5 Der Regen trägt also gleichfalls nur indirect zur Reinigung der Lust bei und in letzter Linie ist es doch wieder der Boden, der die Stoffe festzuhalten hat, wenn sie nicht augenblicklich wieder ihre Reise in die Luft antreten sollen. In dem Regenwasser Sache gestaltet sich aber anders, wenn man jeste Bestandtheile enthalten sind. Die zuletzt aufgeführten Zohlen geben uns davon, mit welchen enormen Kräften die Natur so ganz unscheinbar kommen unaufhörlich andere Luftschichten mit dem diesem Grunde darf man also doch be⸗ Reinigung der Luft beiträgt. Außer diesem zu jeder Zeit wirksamen Mittel besitzt die Natur in dem Regen noch ein anderes, das auch zur Reinigung der Luft beiträgt. Die herabfallenden Tropfen nehmen die unreinen Gase mit zur Erde, eben so viele feste Stoffe, die in der Luft als haben die Chemiker die Menge der Verun⸗ reinigung auegemittelt und allerdings scheinbar nur 7½ Pfund Regenwasser einen Gran fester Substanz gefunden. einmal berechnet, wie viel das für eine Quadratmeile in einem ganzen Jahr bringt. diesen Zweck eine mittlere Regenmenge, z. B. die von der Stadt Halle, wo dieselbe 19,11 Zoll beträgt, zu Grunde, so zeigt eine leichte Rechnung, daß auf einer Quadratmeile nicht weniger als 565,40 1.600 Centner Wasser während eines Jahres fallen und daß in diesem 7170 Centner Staub schweben, und wenig, in nahe Die brausen. Legt man für einen sprechenden Beweis arbeitet, denn bedenkt man, mehr als 9,000,000 Quadratmeilen mißt, über die Menge der Stoffe, und andererseits auf eine so woher sie gekommen sind. Selbstentzündung in der weshalb vor dergleichen schädlichen Spielereien ernsllich gewarnt werden muß. Gefärbte Wachs⸗ und Stearinkerzen. sind gefärbte Kerzen in Wachs und in Stearin in Mode gekomm en. daß die gesammte Oberfläche der Erde noch so muß man wirklich erstaunen die einerseits als Staub in der Luft schweben einfache Weise wieder dahin befördert werden, (Schw. B.) Technologisches. Teufelsthränen. liches Spielzeug in den Handel gekommen. halten ein Stückchen Natrium⸗Metall, Watte, welche auswendig mit rothgefärbtem Collodium überzogen ist. Wird eine solche Teufelsthräne in Wasser geworfen, aus der Experimental⸗Chemie Leicht kann aber dabei durch Spritzen ins Gesicht oder durch Unter diesem Namen ist ein neues gefähr⸗ Die sog. Teufelsthränen ent⸗ eingehüllt in mit Steinöl getränkter so entzündet sich, wie bekannt, das Natrium unter heftigem Auf⸗ feuchten Hand ein empfindliches Unheil entstehen, In neuerer Zeit Ge⸗ warnt wird vor den mit Schweinfurter oder Scheel'schem Grün gefärbten, aber auch die mit Zinnober oder Mennige roth gefärbten und die mit chromsauren Salzen gelb gefärbten sind gesundheitsschädlich. sind. Es soll von äußerst Gioßher Verordn bis auf Mriße Augelt trgeber hiesger 9 nan langen leiten. keine A den V. ihm da ernsslit Eutin der 6 in sti wähn keichu gewol lands der gewes Osr ürzli bebun die 90 si so descht Lehn derwi