ons zischen t sind e J* 3 N 1 3 18 080. Dienstag den 18. August. V 97. Anzeiger für Oberhessen. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Stiedberger Intelligeuzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte ist zu publiziren: Nr. 44 sub 1. Bekanntmachung, die Einführung Preußischer Militärgesetze und Verordnungen im Großherzogthum betreffend.— sub 2. Vekanntmachung, den Verkehr mit Spielkarten im Zollverein betr.— sub 3. Bekanntmachung, die Erhebung der Uebergangssteuer von Branntwein, Bier und Malz im Königreich Württemberg betr.— sub 4. kommensteuer betr. Nr. 45 sud 1. Friedberg den 15. August 1868. Die vertragsmäßtgen Zinsen betr.— sub 3. Betreffend Die Einsendung der Watsenhausbüchsengelder für 1868. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgernieistereien und den Polizeicommissär zu Wickstadt. An die Einsendung der Waisenhausbüchsengelder erinnern wir Sie hiermit. Gemeinderathsmitgliede ein Sortenzettel aufzunehmen und unterschrieben mit dem Gelde mit vorzulegen. ist Bescheinigung hierüber einzusenden. Bekanntmachung, die Aufhebung der Großh. Direction der Main-Weser-Bahn zu Gießen betr.— sub 5. Bekanntmachung, die Ein⸗ Bekanntmachung, die Eröffnung der Feldjagd betr. Großberzogliches Kreisamt Friedberg Trapp. Friedberg am 15. August 1868 Es ist mit dem bei der Oeffnung derselben anwesenden Wenn sich Gaben nicht vorfinden, Was die Collecten und Büͤchsengelder der israelitischen Religionsgemeinde betrifft, so sind dieselben von deren Vorständen im Laufe des Monats September J. J. an den Großherzoglichen Rabbiner des Rabbinats Gießen abzuliefern, wornach die Vorstände zu bedeuten und anzuweisen sind, uns zu berichten, ob und welche Beträge Sie dahin gesendet haben. Ter a p. fentliche Bekanntmachung Auf meine Bekanntmachung in Nr. 62 des diesjährigen Anzeigers für Oberhessen Bezug nehmend, fordere ich wiederholt Diejenigen, welche sich um die ausgesetzten Prämien für Obstbaumschulen bewerben wollen auf, dies bis zum 15. September l. J. zu thun, da spätete An⸗ meldungen nicht berücksichtigt werden können. Friedberg den 15. August 1868. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins des Kreises Friedberg Trapp. Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 45 enthält: I. Gesetz, die vertragsmäßigen Zinsen betreffend. Das⸗ selbe lautet: Art. 1. Die Höhe der Zinsen, sowie die Höhe und die Art der Vergütung für Darlehen und für andere creditirte Forderungen, ferner Convenlionalstrafen, welche für die unterlassene Zahlung eines Darlehens oder einer sonst creditirten Forderung zu leisten sind, unterliegen der freien Vereinbarung. Die entgegenstehenden privatrechtlichen und strafrechtlichen Beffimmungen werden aufgehoben. Art. 2. Derjenige, welcher für eine Schuld dem Gläu⸗ biger einen höheren Zinssatz als jährlich sechs vom Hun⸗ dert gewährt oder zusagt, ist zu einer halbjährigen Kün⸗ digung des Vertrags besugt. Jedoch lann er von dieser Besugniß nicht unmittelbar bei Eingehung des Vertrags, sondern erst nach Ablauf eines halben Jahres Gebrauch machen. Vertragsbestimmungen, durch welche diese Vor⸗ schrist zum Nachtheil des Schuldners beschränkt oder auf⸗ gehoben wird, sind ungültig. Auf Schuldverschreibungen, welche unter den gesetzlichen Voraussetzungen auf jeden Inhaber gestellt werden, sowie auf Darlehen, welche ein Kaufmann empfängt, und auf Schulden eines Kaufmanns aus seinen Handelsgeschäften leiden die in diesen Artikeln enthaltenen Vorschriften keine Anwendung. Arz. 3. Wird die Zahlung eines Darlehns oder einer andern creditürten Forderung verzögert, so bleibt auch für die Zögerungszinsen der bedungene Zinssatz maßgebend, sosern derselbe höher ist, als die gesetzlich bestimmten Zögerungszinsen. Art. 4. Die privatrechtlichen Bestimmungen in Betreff der Zinsen von Zinsen und die Vorschristen für die ge— werblichen Pfandleih⸗Anstalten werden durch dieses Gesetz nicht geändert. Art. 5. Vorstehende Bestimmungen der Artikel 1, 2, 3 und 4, welche in Gemäßheit des für den Norddeulschen Bund im Bundesgesetzblalt Nr. 11 verkündigten Gesetzes vom 14. November 1867 in den zu diesem Vunde ge⸗ hörigen Gebietstheilen des Großherzogthums seit dem 3. December 1867 in Wirksamkeit getreten sind, sollen in den übrigen Gebietstheilen des Großherzogthums mit dem 1. September gegenwärtigen Jahres in Kraft treten. II. Bekanntmachung, die Abhaltung der ordentlichen Session der Rheinschisssahrts⸗Central⸗Commission im Jahr 1868 beireffenb. III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Eröffnung der Feldjagd betreffend. IV. Ertheilung von Erfindungspalenten. Seine Kö⸗ nigliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 25. Juli dem Baron Oskar de Mesnil in Brüssel und dem Max Eyth in Stuttgart auf deren Nachsuchen ein Erfindungspatent auf ein durch Zeichnung und Be— schreibung näher erläutertes Verfahren zum Bugsiren von Kähnen und Schiffen auf Kanälen und Flüssen, unter dem Vorbehalt, daß durch das ertheilte Patent Niemand in der Anwendung früher bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthums,— dem Francis Henry Dykens zu New⸗Pork und dem Laban Clacke Stuart zu Broklyn in den Vertinigten Staaten von Nordamerika auf deren Nachsuchen ein Erfindungs⸗ patent auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Consttruction einer electromagnetischen Kraftma⸗ schine, unter dem Vorbehalt, daß durch das ertheilte Pa⸗ tent Niemand in der Anwendung bereits früber bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthums,— am 2. Juli den Ingenieuren Peter Barthel aus Büttelborn und Jacob Lorum aus Mainz auf deren Nachsuchen ein Erfindungspatent anf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construction eines Schmierapparates für Kurbelzapfen, unter dem Vor⸗ behalte, daß durch das ertheilte Patent Niemand in der Anwendung bereits schon früher bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jabre für den Umfang des Großherzogthums,— den Technikern Carl Windhausen und Heinrich Büssing in Braunschweig auf deren Nachsuchen ein Erfindungspatent auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construction eines Schornsteinaufsatzes, sogenannten De⸗ fleciors, unter dem Vorbehalte, daß durch das ertheilte Patent Niemand in der Anwendung bereite früher schon bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Greßherzogihums,— und dem Eduard Zachariä in Lönberg bei Weilburg, im Königreich Preußen, auf dessen Nachsuchen ein Erfindungspalent auf die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construction eines Pe⸗ dals für Flügel, Forte⸗Piano's, unter dem Vorbehalte, daß durch das ertheilte Patent Niemand in der Anwen⸗ dung bereits schon früher bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden sell, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großberzogthums zu ertheilen. V. Dienstnachrichten. Am 22. Juli wurde der Kaplan Keller zu St. Quen lin zu Mainz zum katholischen Pfarrer zu St. Ignatz daselbst ernannt;— am 24. Juli wurde dem seither als Geometer der zweiten Klasse für den Kreis Mainz patentisirten Lehrer Keilmann, dermalen in Gießen, das Patent als Geometer der zweiten Klasse für den Kreis Gießen— und am 27. Juli dem Geometer zweiter Klasse Hölzer gus Butzbach das Patent als Geo— meter der ersten Klasse für den Kreis Friedberg ertheilt. VI. Concurrenz für: die evangelische Schulstelle zu Höllerbach mit einem Gehalt von 300 fl. 48 kr.; dem Herrn Fülsten zu Löwenstein-Wertheim⸗Rosenberg und dem Herrn Grasen zu Erbach-Schönberg steht das Präsenta⸗ lonsrecht zu dieser Stelle zu. — Durch Allerh. Deeret vom 4. l. M. wurde Ge— richtsaccessist W. Bechtold von Nierstein zum Notar mit dem Amtssitz in Alzey ernannt.— Das vom 14. August erschienene Regierungsblatt publicirt das Gesetz über die vertragsmäßigen Zinsen (Aufhebung der Zinsbeschränkungen). Das Ge⸗ setz, in den zum Norddeutschen Bund gehörigen Gebietstheilen bereits seit dem 3. Dezember 1867 in Wirksamkeit, tritt für die übrigen Landestheile mit dem 1. September l. J. in Kraft.— Die Centralcommission für die Rheinschifffahrt wird erst am 28. September zu ihrer ordentlichen Session zusammentreten.— Bezüglich Eröffnung der Feldjagd macht Großherzogliches Ministerium des Innern bekannt: Da zu besorgen ist, daß die in Folge ganz ungewöhnlich früher Ernte allein noch ausstehenden Felderzeugnisse während einer noch längeren Dauer der Jagdhege für alle Wildarten durch Wildbeschädigungen mehr als sonst leiden würden, so ist auf Grund des Artikel 29 des Jagdstrafgesetzes vom 19. Juli 1858 das Ende der Hegezeit für Hasen, Feldhühner und Wachteln in dem laufenden Jahre auf den 16. laufenden Monats einschließlich festgesetzt worden. — Der Finanzausschuß II. Kammer(Referent Abg. Goldmann) hat einstimmig beantragt, die Vorlage Gr. Kriegsministeriums, die Einführung des preußischen Militärpensionsgesetzes betreffend, abzulehnen. Der Vicepräsident der Kammer, Abg. Wernher, hat darauf hin an die obere Militärverwaltung die Anfrage gerichtet, ob unter diesen Umständen nicht auf der sehr gewünschten Beschlußfassung über die Vorlage noch auf dem gegenwärtigen Landtag verzichtet und so dem Lande die Kosten einer nochmaligen Zusammen⸗ berufung der Stände erspart werden könnten. — Dem Vernehmen nach hat das Großh. Kriegsministerium eine neue Anforderung von circa 17,000 fl.(für bauliche Herrichtungen in der Kaserne zu Gießen) an die Stände gelangen lassen. Friedberg. Eine unerhörte Verfügung der russischen Regierung versetzt allgemein in Erstaunen und— Entrüstung. Die Sache erscheint un- glaublich, obgleich an der Wahrheit derselben jetzt nicht mehr gezweifelt werden kann. Der Statthalter von Lithauen, Potapoff, verordnet nämlich von 4 aus, daß der Gebrauch der polnischen Sprache verboten sei: im amtlichen Verkehr, in der Kirche, im Theater und auf der Straße, in Hotels, Einkehrhäusern, Spazierorten, Läden, überhaupt an allen Orten, wo Menschen verkehren. Selbst auf Privathäuser erstreckt sich das Verbot, sobald sich mehr als zwei nicht dem Familienkreise angehörige Personen daselbst zu⸗ sammenfinden. Nur zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern und zwischen Geschwistern ist es gestattet, polnisch zu sprechen. Die Geldstrafen für die Zuwiderhandelnden sollen so bemessen werden, daß sie als wahre Strafe von den Schuldigen(I) empfunden würden.— Allgemein nimmt man an, der menschenfreundliche Kaiser, der die Leibeigenschaft in seinem Reiche aufgehoben, könne von dieser Verordnung keine Kunde haben. Preußen. Berlin. Der Fall des Generals Vogel v. Falkenstein wird theilweise als eine rein militärische Maßregel gedeutet, theilweise erblickt man in dem Wiederauftreten seines Nachfolgers, des Generals von Manteuffel, Symptome, die eine kleine Wandlung in den Anschauungen der maßgebenden Kreise in Berlin bedeuten möchten. Es ist ein offenes Geheimniß, daß seiner Zeit Bismarck Alles aufbot, um Herrn v. Manteuffel nicht mehr neben sich zu haben. Der große Einfluß des Generals wurde dem Minister mehr als unbequem, weil der Letztere völlig andere politische Zwecke verfolgte als der Chef des Militär⸗ cabinets. Der Krieg gegen Oesterreich wurde noch zu einer Zeit unmöglich zu machen gesucht, als die Armee längst schlagfertig war. General v. Manteuffel war und ist ein beredter Verthei⸗ diger der preußisch⸗ österreichischen Waffenbrüder⸗ schaft. Kam es darauf an, sich mit dem Wiener Cabinet über wichtige Fragen ins Einvernehmen zu setzen, so ging jedesmal Manteuffel in geheimer Mission nach Oesterreich. Manteuffel war mehr Diplomat als Soldat, wozu ihn sein hoher Posten im Militärcabinet befähigte. In seine frühere Stellung tritt er so lange gewiß nicht zurück, als Bismarck noch Minister und Bundes⸗ kanzler ist. — Der Pariser„Temps“, erhält aus Berlin vom 12. August folgende Mittheilung:„In unseren politischen Kreisen legt man der Zusammenkunft, welche der König Wilhelm heute und morgen mit dem Kaiser aller Reussen haben wird und welcher der eilends von Baden nach Wiesbaden kommende Fürst Gortschakoff beiwohnen wird, eine große Wichtigkeit bei. Sie wissen ohne Zweifel, daß in Abwesenheit des Herrn v. Bismarck der König Wilhelm von Herrn v. Abecken, dem rechten Arm des berühmten Ministers, begleitet ist. Man spricht mehr als je von einer Offensiv⸗ und Defensiv⸗ Allianz zwischen Preußen und Rußland. Man sieht keine drohende Wolke am politischen Horizont. Keine bedenkliche Frage wird in diesem Augenblick zwischen den Mächten verhandelt und kein Grund zu Conflikten scheint zu existiren; trotzdem glaubt man offenbar hier an eine Explosion für einen nahen Zeitpunkt. — Preußen hat jetzt auch seine Kugelspritze, und zwar, wenn die Berichte nicht übertreiben, eine ganz nette Kugelspritze, welche 220 Kugeln in der Minute spritzt, von denen, bei 800 Schritt Entfernung, etwa 15 treffen sollen. Natürlich hofft man die Trefffähigkeit noch zu steigern, so daß man es vielleicht auf 50 Prozent Treffer bringt, d. h. auf 110 treffende Kugeln in der Minute. Ein Mann kann also 110 seiner Mit⸗ menschen in einer Minute todtschießen. Man sieht, wir kommen allmählich zu einer ziemlichen Vir⸗ tuosität im Vernichten unserer Mitmenschen, und vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, wo man auf die gewaltigen Naturereignisse der Vergangen⸗ heit, wie z. B. auf die Verschüttung von Herkulanum und Pompeji, oder auf das Erdbeben von Lissabon, und Aehnliches mit einer gewissen Verachtung herabsieht, wenigstens was die Zahl der Opfer anbetrifft. Kassel, 13. Aug. Die Rabbinenversamm⸗ lung hat heute ihre Sitzungen geschlossen. Sie hat sich nur mehr als eine Vorversammlung be— Versammlung zu entscheidenden Beschlüssen die nöthigen Vorlagen machen soll. Zu diesem Zwecke sind Kommissionen ernannt für Kultus, Ehe ⸗ Schul- und Ritualsachen. Der Charakter der Versammlung war ein fortschrittlicher, auf Ab- schaffung von Veraltetem und Läuterung des Gottesdienstes abzielender, wobei die deutsche Sprache mehr Berücksichtigung finden soll. Hersfeld. Der mhsteribse franz. Offizier ist hier immer noch der Gegenstand des Tages gesprächs. Einer aus Kassel erhaltenen Weisung gemäß wurde ihm vom Landrath das schriftliche Ehrenwort abgenommen, sofort nach Frankreich zurückzukehren. Seine Papiere enthielten, wie man versichert, Skizzen von der Stadt, ihren Umgebungen, sogar genaue Notizen über die Häuser der Stadt und deren Einquartierungslast, wobei eine genaue Vertheilung von Infanterie und Kavallerie vorgesehen sei. Der Offizier heißt Leroi und nennt sich Kapitän im französischen Generalstab.— Man fragt billig nach der außer- ordentlichen Wichtigkeit von Hersfeld und seiner Umgebung für einen franz. Feldzugsplan. Die Sache erscheint zu naiv, und dürfte sich schließlich dahin auflösen, daß der franz. Offizier eben ob- jektiver Studien wegen in Hersfeld verweilte, wofür auch der Umstand spricht, daß seine Papiere viele Geschichtsauszüge aus dem siebenjährigen Krieg enthalten, für welchen die Umgebung von Hersfeld von Wichtigkeit war. Frankfurt. Die„Dem. Corr.“ bringt die Mittheilung, daß zum 19. k. M.— also drei Tage vor dem Berner Friedenscongresse— von dem in Bamberg am 21. December v. J. er- wählten geschäftsleitenden Ausschusse der Volks⸗ parlei eine Delegirtenversammlung zur Organisation derselben und zum Entwurf eines Programms berufen werden soll. Wiesbaden, 14. August. Die heutige Beilage zum„Intelligenzblatt für Nassau“ enthält folgende Bekanntmachung:„In Folge der von verschiedenen Seiten gestellten Anträge um frühere Eröffnung der niederen Jagd haben wir auf Grund der Bestimmungen in§. 30 des Gesetzes vom 6. Januar 1860 über Bestrafung der Forst⸗, Jagd- und Fischerei⸗Vergehen in dem ehemaligen Herzogthum Nassau beschlossen, die Eröffnung der Jagd in dem Regierungs⸗Bezirk Wiesbaden mit Ausschluß der ehemals großherzoglich hessen homburgischen und Frankfurter Gebietstheile, be⸗ züglich deren gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, mit Rücksicht auf die diesjährige frühzeitige Ernte auf den 17. August l. J. zu bestimmen, was hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Wiesbaden, den 10. August 1868. Kgl. Regierung, Abtheilung des Innern. v. Diest.“ — Der König bat die städtische Deputation freundlichst empfangen und versprochen, die Kur⸗ fondsfrage und die Theaterfrage in einer der Würde der Regierung und dem Wohl der Stadt entsprechenden Weise zu lösen. Oesterreich. Wien. Die jüngsten das Vereins ⸗ und Versammlungsrecht beschränkenden Maßregeln des Ministeriums Giskra haben in allen unabhängigen Kreisen einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht. Die„Morgenpost“, das ver⸗ breitetste der Wiener Volksblätter, bisher entschie · den regierungsfreundlich, sagt unterm 13. d.: „Die öffentliche Stimmung darf nicht durch Bagatellsachen erbittert werden. Die Regierung muß sich von großen Anschauungen getragen zeigen, wenn sie imponiren will; sie muß die Stimme der Wahrheit mehr lieben, als die der servilen Schmeichelei. Wußte das Ministerium Auersperg; Giskra die Klippen zu vermeiden an denen so viele Regierungen gescheitert sind? Findet die Wohldienerei kein Ohr bei diesem Ministerium?“ Unsere Minister zeigen sich leider sehr geneigt, auf die überschwänglichen Lobreden hin, die ihnen von unsern auswärtigen Gästen beim Schützenfeste allzu reichlich gespendet wurden, sorglos gegen die Freiheit zu sündigen, als deren Vorkämpfer sie gepriesen wurden. — Nach einem Telegramm der„Neuen freien Presse“, datirt aus Agram, hat in Scutari ein trachtet, welche einer künftigeren kompetenteren blutiger Zusammenstoß zwischen Chrisse d Türken stattgefunden, verursacht durch die Be⸗ drückungen der ersteren. Das türkische Militär schritt ein; es gab viele Todte und Verwundete. Frankreich. Paris. Die Polizei hat für das Napoleonsfest die Anfertigung von Lampions mit dem Porträt Rocheforts oder mit der Inschrift„La Lanterne“ untersagt. Es heißt hier, die Regierung wolle die Beschlagnahme der in Belgien nachgedruckten„Lanterne“ in Brüssel verlangen. Da dem Verfasser Beleidigung der Person des Kaisers vorgeworfen wird, hat dieses Begehren der französischen Regierung Aussicht auf Erfolg.— Der„Gaulois“ behauptet, zu wissen, daß zwischen Herrn v. Beust und seinem Souveräne die Meinungsverschiedenheit in Be— treff der auswärtigen Politik immer größer werde. Herr v. Beust sei für den Frieden um jeden Preis, und namentlich bis die Reorganisation Oesterreichs vollendet sei. Der Kaiser dagegen, aufgestachelt von der Kriegspartei unter den Erz⸗ herzögen Albrecht und Rainer und der Reaction, deren Stütze die Erzherzogin Sophie, wünschen für Oesterreich einen entschiedeneren Einfluß auf die Geschicke Europa's und besonders Deutsch⸗ lands.— Der Bericht des Finanzministers Magne über das Anlehen besagt Folgendes: Mehr als 781,000 Personen haben mehr als 660 Millionen Rente, d. h. ein Capital von 15 Millarden ge⸗ zeichnet. Mehr als 3 Millionen Rente sind nicht reducirbar, 657 Millionen werden reducirt. Die als Garantie eingezahlte Summe übersteigt 660 Millionen. Italien. Die italienische Kriegsmarine hat Stoff zu einem zweiten Skandalprozeß geliefert. Im Mai d. J. wurde Contre⸗ Admiral Anguis⸗ ciola, ein Neapolitaner, und als solcher s. Z. der Erste, der sein Schiff an Garibaldi auslieferte, mit dem Kriegsdampfer„Cavour“ und 480 Mann zur Ablösung des Contre-Admirals Ricasoli nach Montevideo geschickt. Ungefähr 200 Seemeilen von dieser Stadt lief der Dampfer auf eine Sandbank, worüber der tapfere Contre- Admiral so in Schreck gerieth, daß er trotz aller Vor⸗ stellungen und Bitten des wackeren Schiffscom⸗ mandanten Sivori das sauve qui peut ausrief und mit dem größten Theil der Bemannung auf Booten das Schiff verließ. Sivori, empört über diese Feigheit seines Obern, erklärte, so lange eine Planke seines Schiffes halte, werde er dasselbe nicht verlassen, und es gelang ihm auch mit einigen Offizieren und circa 40 Wackern der Bemannung, nach riesigen Anstrengungen das Schiff wieder flott zu machen. Nachdem alle Gefahr vorüber war, kehrte der Admiral mit einem Theil der Mannschaft an Bord zurück, der Rest hatte sich verlaufen. In Montevideo an⸗ gekommen, wollte der Contre⸗ Admiral ganz un⸗ genirt das Commando des Geschwaders über⸗ nehmen; die Offiziere desselben protestirten jedoch dagegen und er wurde nach Europa zurückgeschickt. Dieser Tage trat nun, vom Marineminister berufen, der Admiralitätsrath in Florenz zusammen und beschloß, daß Contre⸗Admiral Anguisciola wegen des Verbrechens der Feigheit vor das Militär⸗ gericht gestellt werden solle. So ist es denn, auch geschehen und ein neuer Scandalprozeß steht bevor, dessen Ergebniß jedenfalls den Beweis liefern wird, daß mit solchen Elementen in der italienischen Kriegsmarine sich Niemand über den Verlust der Schlacht von Lissa wundern darf, und daß Persano bloß den Sündenbock für viele allgemeine Sünden abgab. Rom. An dem Festtage Mariä Himmelfahrt wohnte der Papst der Messe bei und ertheilte dem Volke den Segen. Der französische Botschafter war nebst den übrigen Gesandten bei dem„Te Deum“ für das Napoleonsfest anwesend. Dieselbe Ceremonie fand in Civitavecchia im Beisein des Generals Dumont statt. Der Papst übersandte dem franzö⸗ sischen Botschafter Glückwünsche für den Kaiser, die kaiserliche Familie und Frankreich. Frankfurt. Fast um dieselbe Stunde, in welcher gerade vor einem Jahre unser Dom abbrannte, brach in der in Sachsenhausen an der Offenbacher Landstraße ge⸗ legenen Kunstwollefabrik der Herren Math. Stirn Söhne ein Feuer aus, das in kurzer Zeit einen Theil der Fabrik⸗ 9 1 Ktankhel bei dem immethin nnd Gel Bin Reallehr. lung dal auf unse sräge zu 7. Sept Bingen schen, se Wo heule se möglich lichtung nünflige Hetolb, Journal unbegreif nur einen auszuspin tine Ein Damit i allen Err nicht we Sbabdt g Her liefen nordwef mehr ob in Lond Nalrn h sec heiter großen Maxim deigte d 30,80( Nachschl ien dufigen haben ke Regendi Mi 50 agi — Noth, in son Mal il man ix namentl dewöhn eiserne gebaden persone überläß fog iesez 3. der lieferte, Mann i nach eilen f tine uiral Orr · ton · gutrief int über 1 b lange * c dasselb 2 aud aht bevol, liefern lienischen rlust del und dis gemi antlial teilt des Bolschefil ü Des 0 en Sac 4 flu 2 1 42 gebäude zerstörte, glücklicher Weise jedoch auf seinen Heerd beschränkt blieb. Mainz. Der Diebstahls⸗Prozeß der frommen Laden— mädchen ist am Gr. Bezlrksgericht zu Ende gegangen. Die Haupibeschuldigten, die Ladenmädchen Hattemer und Otte wurden Erstere zu 3 Jahren und Letztere zu 18 Monaten Correctionshaus verurtheilt. Frau Grünig, welche als Haupthelferin beim Wiederverkauf der ge— stohlenen Waaren erkannt wurde, erhielt ebenfalls 3 Jahre Correctionshausstrase. Von den anderen 4 Beschuldigten wurde Anna Dorn zu 18 Monaten und Katharina Dorn zu 4 Monaten Correctionshaus verurtheilt. Frau Eva Wüst erhielt 1 Monat Gefängniß, und Rosa Dorn und Evo Blumers wurden freigesprochen. Mainz. Mit aller Bestimmtheit tritt das Gerücht auf, die„rheinische Versicherungs-Gesellschaft“ sei mit allen Activis und Passivis, die Actien à 33½ Procent, in die „Providentia“ übergegangen. Wiesbaden. Die anhaltend große Hitze mag wohl Ursache der vielen Krankheiten sein, die in neuerer Zeit hier auftreten. Eine Autorität in der Gesundheitspflege versichert, es möge wohl noch nie ein so enormer Kranken⸗ bestand in Wiesbaden gewesen sein, als gerade jetzt, und die große Mehrzahl dieser Kranken leide an Magenbe— schwerden und Lungenentzündungen. Besonders bösartige Krankheiten seien nur wenige vorhanden; indessen aber sei bei dem hohen Grad von Hitze selbst das geringste Uebel immerhin bedenklich und Vorsicht im Genusse der Speisen und Getränke sehr zu empfehlen. Bingen. Laut Beschluß der 4. mittelrheinischen Reallehrerversammlung findet die diesjährige Versamm— lung dahier statt. Diejenigen Herren, welche geneigt sind, auf unserer fünften Versammlung am 29. September Vor⸗ träge zu halten, sind freundlich gebeten, spätestens bis zum 7. September dem Herrn Realschuldirector Sander zu Bingen über den Gegenstand, den sie zu behandeln wün⸗ schen, schriftliche Mittheilung zu machen. Worms, 15 August. Die„Worms. Ztg.“ bringt heute folgendes„Eingesandt“: Wir hätten es nicht für möglich gehalten, daß die unsinnige Anregung zur Er— richtung eines Moses⸗-Denkmals dahier bei ver— nünftigen Menschen Beachtung finden könnte; daß der Herold, die Mainzeitung und gar noch das Frankfurter Journal solchem Blödsinn ihre Spalten öffnen, ist geradezu unbegreiflich. Nun wird gar versucht, den Gedanken, der nur einem kranken Gehirn entsprungen fein kann, weiter auszuspinnen, indem in der gestrigen Nummer des Herolds eine Einladung ergeht zur Besprechung des Projectes. Damit ist die Sache in ein Stadium getreten, wo wir allen Ernstes bitlen müssen, diesen bodenlosen Unsinn doch nicht weiter zu treiben, sonst machen wir unsere gute Stadt geradezu vor aller Welt lächerlich. Herrieden. Endlich hat der Antipassat, von einem tiefen Luftthal von 746 Millim. Luftdruck begleitet, im nordwestlichen Europa Platz gegriffen, dort den Himmel mehr ober weniger bedeckt und die Luft abgekühlt. Nachdem in London das Thermometer am 7. um 7 Uhr Morgens noch 28,60 gezeigt hatte, ist es am 8. um diese Zeit nur auf 19,10 gestanden. Die Hitze war aber nicht nur in England, sondern auch in Schottland so stark, daß in Nairn am 5. das Thermometer auf 31,70 stieg. Dagegen hat sich im südlichen Europa der Himmel wieder aufge⸗ heitert und die bisher kühlere Witterung ist plötzlich einer großen Hitze gewichen. In Konstantinopel war die Maximalwärme am 7. schon wieder 29,90 und in Neapel eigte das Thermometer vorgestern Morgens 7 Uhr sogar 0, 8e C. Doch bedarf der Antipassat noch immer einigen Nachschubs vom atlantischen Meere her, um auf unsere Regionen größere Einwirkungen hervorzubringen. Die häufigen Moor⸗ und Waldbrände im Norden und Osten haben kürzlich vielen Höhenrauch erzeugt und dadurch die Regenbildung verhindert. München. Nachdem am 13. August die Feier zum 50jährigen Bestehen und der practischen Anwendung der Gabelsberger'schen Stenographie ihren Abschluß durch einen Ausflug nach Trutzing am Starenberger-See er⸗ halten, erhielt daselbst der Vorstand des hiesigen Gabels— berger Stenographenvereins nachfolgendes Telegramm aus dem Cabinet des Königs von Bayern:„Se. Majestät der König haben mit großer Befriedigung Kenntniß zu nehmen geruht, daß beim Festmahl zu Ehren des 50jährigen Bestandes der Gabelsberger'schen Steno— graphie von den versammelten Stenographen Allerhöchst— desselben und des Höchstseligen Königs Max II. dankbar gedacht worden war. Se. Maj. der König sind stolz darauf, daß wieder ein bedeutsames Fest der Wissenschaft einem Bayern gilt, dessen System von dem Höchstseligen König Max erkannt und namentlich durch die Einführung in den Mittelschulen gefördert, sich in der ganzen gebildeten Welt die Bahn gebrochen hat und sich der steten Beachtung und warmen Antheilnahme Sr. Maj. des Allergnädigsten Königs versichert halten darf.“ Aus Schaumburg a. O. bei Küstrin. Am 2. d. Mts. hatte der Ort ein seltenes Naturschauspiel. Nach— mittags zwischen 2 und 3 Uhr entstand durch Zusammen⸗ stoß zweier Gewitter— das eine zog aus der Gegend von Zorndorf mit großen Hagelmassen heran, das andere solgte dem Laufe des Oderstroms,— eine Windͤhose, die arge Verwüstungen anrichtete. Gerade über der Mitte des Dorfes gebildet, während zu beiden Seiten sich kein Lüft— chen regte, entwurzelte sie in ihrer Gewalt Sträucher und Bäume, riß Zäune um, deckte Gebäude radikal ab und nahm ihr in den Weg kommende leichtere Wesen, wie Geflügel hoch in die mit Heu, Stroh und Baumzweigen angefüllte Luft, während eine gerade sich auf der Straße befindende Frau nur aus den Pantoffeln gehoben und mit Blitzesschnelle herum gedreht wurde.— Auf ihrem Wege nach der Oder nahm die Stärke der Windhose zu und über dem Fluß selbst gewährte sie einen Augenblick den Anblick einer Trombe(Wasserhose). Es schien auf der Oder ein umgekehrter Wolkenkegel zu ruhen, der das Wasser gegen 40 Fuß hoch kegelförmig emporwühlte und dieses nebst Fischen u. s. w. eine Strecke auf dem Lande mit sich führte. Eine am Oderteich weidende Viehheerde wurde um und um gedreht und zum Theil zu Boden ge— schleudert; die Viehjungen büßten auf Nimmerwiedersehen ihre Säcke ein, in die sie sich zum Schutz gegen den Regen gehüllt, es quoll ihnen das Blut aus Mund und Nase und einer derselben, Namens Bach, hoch mit empor⸗ gehoben, brach zur Erde gefallen einen Arm. In der Nichtung nach Görgast im Oderbruch entzog sich das Phänomen der ferneren Beobachtung. „ Die Einnahmen und Ausgaben der Meere. Wie jeder geregelte Haushalt hat auch jedes Meer ein Einnahme⸗ und ein Ausgabekonto. In das erstere müssen die Wassermengen eingetragen werden, die ihm durch den niederfallenden Regen und von den ein— mündenden Flüssen zugeführt werden. Seine Ausgaben hingegen bestehen in der Verdunstung, die fortwährend an seiner Oberfläche stattfindet. Ueber das Verhältniß, in dem die Einnahmen und Ausgaben zu einander stehen, hatte der Amerikaner Maury die Ansicht aufgestellt, daß sich beide gerade decken, daß also jedem Meere durch Regen und von den Flüssen jähclich so viel Wasser zu⸗ geführt wird, als es in jedem Jahre durch die Verdunstung verliert. In einer sehr interessanten Arbeit hat nun Nowak am Kaspischen Meere die Probe auf dies Exempel gemacht. Er berechnete zuerst als erste Einnahmequelle die Regen⸗ menge, die diesem Meere jährlich zugeführt wird und fand dieselbe so groß, daß sie die ganze Oberfläche des 8400 deutsche OMellen großen Meeres mit einer Wasser⸗ schicht von 27 Zoll Dicke bedecken würde. Dazu addirte Nowak die Wassermenge, die die Flüsse zuführen; und zwar bringt die Wolga allein jährlich 273,000 Millionen Cubikmeter Wasser und alle übrigen Flüsse zusammen mindestens ebensoviel. Bertheilt man diese in Kubikmetern gefundene Wassermenge wieder über die ganze Meeres⸗ oberfläche, so gibt sie eine Schicht von 42½ Zoll Dicke. Im Ganzen also erhält das Caspische Meer jährlich eine Wassermenge, die über seine ganze Oberfläche vertheilt, den Wasserspiegel um 69½ Zell erhöhen müßte. Den Wasserverlust durch Verbunstung bestimmte er nach ben für das Mittelländische Meer beobachteten Zahlen. Dort beträgt die jährliche Verbunstung eine Wasserschicht von 36½ Zoll. Nahm nun Nowak für die Verdunstung des Kaspischen Meeres dieselben Werthe an, und dies durfte er, weil beide Meere ungefähr unter denselben Breiten⸗ graden liegen, so kam er nach Abzug der Ausgaben von den Einnahmen zu dem Resullat, daß der Wasserspiegel jährlich um 33 Zoll steigen müßte. Es folgte demnach aus dieser Berechnung, daß die Ansicht von Maury über die Gleichheit der Einnahmen und Ausgaben für das Kaspische Meer wenigstens eine falsche sei. Aber auch das Resullat, das Nowak erhielt, daß nämlich das Meer jährlich um 33 Zoll steige, stimmte mit der Wirklichkeit nicht überein. Vielmehr hatte er selbst in Uebereinstimmung mit anderen Forschern gefunden, daß das Niveau des Kaspischen Meeres jährlich, wenn auch um eine kleine Größe, sinkt. Es drängte sich also die Frage auf, wo die so bedeutenden überschüssigen Wassermengen hinge⸗ rathen? Nowak giebt barauf in seiner Arbeit folgende Antwort: Das überschüssige Wasser fließt durch Spalten des Meeresgrundes nach einem großen unterirdischen Hohl- raum. In diesem Hohlraum, den wir unt in sehr großer Tiefe denken müssen, wird das Wasser durch die ungeheure Hitze des Erdinnern theils chemisch zersetzt, theils in einer großen Zirkulation nach den fernsten Gegenden getrieben, um die vielen Quellen der Erdoberfläche zu speisen. Da nun die Quellen ihr Wasser den Flüssen anvertrauen, die es wieder dem Meere zuführen, so sehen wir hier ein gutes Muster eines praktischen Wirthschaftssystems ver⸗ wirklicht, denn es werden hier die Ueberschüsse der Haus⸗ haltung dazu verwendet, die Einnahmequellen anderweitig zu vermehren. Die Friedhöfe. Es ist ein wohlthuendes und erhebendes Gefühl, wenn wir Friedhöfe betreten und ringsum die mit Blumen und Sträuchern so schön gezierten Gräber heimgegangener theurer Familienangehörigen und Freunde wahrnehmen, welche die Pietät der Zurückgebliebenen, zu ihrer steten Erinnerung an jene, geschaffen hat. Fast überall aber stößt man, leider! noch auf den Mangel von Brunnenanlagen, wodurch die Pflege der Gräber so sehr erleichtert und dadurch der fromme Sinn der Hinterbliebenen genährt und gestärkt werden würde. Der Stadt- vorstand zu Friedberg z. B. würde sich gewiß ein ehrendes Andenken erwerben, wenn er durch eine mit nur geringen Kosten verbundene Brunnen anlage, jenen Mangel beseitigen und dadurch den Wünschen aller Bewohner Friedbergs entgegen kommen wollte. Fände aber diese Anregung bei dem Stadtvorstand keine Beherzigung, so dürfte es auch schon hinreichen, dem erwähnten Mangel abzuhelfen, wenn einflußreiche bei der Sache in teressirte Männer dieselbe in die Hände nähmen und Einleitungen träfen zur Aufbringung der Mittel für Beschaffung des erwähnten Bedürfnisses, gewiß jeder Einwohner Friedbergs würde sein Scherflein dazu beitragen, wenn er seinen lieben Dahingeschiedenen den Tribut seiner Anhänglichkeit und Liebe, mit weniger Schwierigkeiten zollen könnte. Möchte diese Anregung nicht ohne Berück⸗ sichtigung bleiben! F. Das Brot in Lappland. Von Dr. Curtman. Wer in einer getreidereichen Gegend wohnt, der ahnt gar nicht die Noth, welche in andern Gegenden sast alljährlich, oder welche dieses Frühjahr in sonst fruchtbaren Provinzen Preußens und Rußlands, ja sogar dieses Mal in dem heißen und fruchtbaren Algier herrschte. Hören wir, wie man in Lappland für gewöhnlich lebt.„Obgleich man in Lappland, namentlich dem schwedischen, Getreide, vorzugsweise Gerste säet, und auch gewöhnlich leidlich gute Ernten erhält(wenn nämlich nicht Frostnächte (eiserne) im August eintreffen), so ist dennoch Brot aus reinem Mehl gebacken, eine Verschwendung, welche nicht einmal wohlhabende Standes personen sich erlauben. Hier ist dasjenige, was man anderswo dem Vieh überläßt: Spreu und Schmachtkorn, gerade das, was die Menschen sorgfältig für sich sammeln und womit sie äußerst sparsam umgehn. Dieses wird gemengt, getrocknet und vermahlen, und heißt dann Mald, woraus man das Brot backt. Man heizt nämlich den Ofen sehr allmählich. An einem Tische stehen 2 Personen; die eine formt aus dem kurz vorher ohne Sauerteig oder Hefe angemachten Teige große runde Kuchen von der Dicke des Löschpapiers, die andere nimmt dieselben ab, durchstößt sie mehrmals mit einer Federspule, um sie mürbe zu machen, legt sie darauf in den Ofen, und wendet sie unaufhörlich, damit alle Theile wie gebraten werden. Darauf wird jeder Kuchen vierfach zusammengelegt und getrocknet. In Lappland selbst wird alles Brot so bereitet, selbst in den vornehmsten Häusern. Am Bothnischen Meerbusen wird dagegen besseres Mehl genommen, und die Fladen noch dünner gemacht, was recht wohlschmeckendes Brot gibt. Neben diesem Maldbrot wird allerdings auch bisweilen zu anderem in Zeiten der Noth die Zuflucht genommen. Dann müssen wohl Baumrinde, Fischgräten, Sägespäne herhalten, und das unter dem Schnee verborgene Rennthiermoos wird aufgesucht. Auch aus kleinen Fischlein wird Brot gebacken; aber so wohlschmeckend es ist, es reicht nicht weit. Deßhalb ist es ein Segen, daß der Anbau der Kartoffel immer weiter vordringt. Doch ist der Ertrag bei uns trotz der Krankheit immer weit lohnender, als in dem winterlichen Lappland. Technologisches. Neue Lampendochte. Leisching in Leipzig stellt Lampendochte aus präparirtem Filz dar, welche sich für Petroleum und Solaröl vor- züglich bewähren. Neues Horn. In der Schweiz ist es gelungen, gewöhnliche Weißrüben derartig zu imprägniren, daß ein hornartiges, festes Material zu Kämmen und Knöpfen erzielt wird, ähnlich dem aus Chloroform und Rieinusöl dargestellten Parksin, welches als Surrogat der Guttapercha dient. Aepfeltreber als Farbstoff. Einen ganz neuen gelben Farbstoff stellt man in Frankreich dar aus den Aepfeltrebern. Der- selbe eignet sich für Wolle und Seide; er ist schon unter dem Namen: „Mandaringelb“ im Handel. 5 n 5 1 N* 3 0 5 e 1 5 e 225 f 2 4 g g 0 2 5 90 Grummet⸗Gras⸗Versteigerungen Aufforderung— N bei dem Großherzoglichen Rentamte Friedberg. an die Versender von der undeclarirten Ver 1. 1932 Das dieß jährige Grummet⸗Gras von nachgenannten Großherzoglichen Domantalwiesen wird in folgenden] packung von Geld in Briefe 1c. Abstand zu 5 Terminen öffentlich an den Meistbletenden versteigert: nehmen. 11 9— 1928 Zur Uebermittelung von Geld durch die Post( 5 1 Große unter Garantie, bletet sich 3 8 6 b 805 Berste lernen Ort d Zusammenkunft e e 15 1 Werthbetrages in 1* e markung. g ersteigerungstermin.. 0 0 riefen und Packeten oper l 1 8 b g Wiel 8 9 5 die Anwendung des Verfahrens der Post⸗Anweisung 7 * ar. 5 1 Morgen. 5 875 der 1 von 3 55 925 f 10 0 1 acketen, unter Angabe des Werthbetrages, wird, en 3 1[Okarben, Groß- und Kleinkarben 66 Na f 55 a Auf eee bei 8 aun Minimal- oder 0 1. 1 ormittags um r,. arben. eine ecuranz⸗Gebü ür den declartrten Werth en⸗ 1 5 2[Bauernheim 110 Ossenheim, dief 234 e 0 193 10 955 1868, ae Gastwieth 907 0 9 aa. 1 00 80 1 og. Markwiese ormitiag yr, res. f rten des Norddeutschen Postbezirks, sowie na d. 1 3 Sudhein 5 33 dreüreg due 10 fl 1868, Lindheim 105 Gastwirth] Deutschland oder Oesierreich gerichte sind bis 50 Töl Vormttta r,. unter und bi f. b ö 4[Hainchen 40 Freitag den 28. August 1868, Hainchen bel Gaftwirth 1 fl. 30 kr. 1 1 Mittags 12 Uhr, Jacob Schmidt. sür Entfernungen bis 15 7 2 kr. 1 9 2 g Gro ogliches Rentamt Friedber„ über 15 bis 50 Weilen 4 kr. Ittags ö Friedberg am 16. August 1868 ßherz 6105 8 Friedberg für größere Eee 9 5 11 f 1 7 N 925 0 30305 22785 1 5 8 1. r.— 175 fl. a f 0— für Entfernungen bis 15 Meilen 4 kr. u lasser 0 i 8 Ma er la Liefer ung. 11 115 21 15 bis 50 Meilen 7 5 f 1. l ir größere Entfernungen 11 kr. 1 1927 Freitag den 4. September, Nachmittags 2 Ubr, wird die Lieferung des Bedarfs der zum Betriebe der. * N ahn iebiengrad en Wedkeobeim, Dornassenheim und Wölfersheim pro 1869 erforderlichen Mate. Ka Zwecke der Uebermittelung der ia— C ö g rialien, als: Schachlpfähle, Groß- und Kleineisen, Nägel, Rüdöl, Talg, Putzwolle und Steinkohlen, auf dem ei labs da e e Hef 1 Submissionswege vergeben. l 0 1 Bie Offerten müssen längstens bis zum angeführten Termin versiegelt, frankirt und mit der Ausschrift: ee Postbezirks, als auch im Verkehre beschloß ö„Lieferung von„ versehen, bei unterfertigter Stelle eingereicht sein, bei welcher auch die Lieferungs⸗ mit Bayern, Württemberg, Baden und Luxem. fahne 1 dedingungen lederzeit eingeseben werden können. burg zulässig ißt ie der größeren Elnfachhelt vor, wiegen 1 Grube Weckesheim den 14. Angust 1868. Fürstliche Bergverwaltung zugeweise zu empfehlen. iu Bh 1 Kröber. Die Gebühr für die Vermittelung der Zahlung. 1 a f f u ker e e f f f. e e 1 5 86 lr.= 43 fl. 5 ethaupt 7 kr. lung ein 1— 1 1 Die landw. Lehranstalt Friedberg in Oberhessen. W e bene, 1. t 1829 beginnt ihren Wintercursus 1868/69 am 2. November d. J. Der Unterricht erstreckt e Beim Gebrauche einer Pot e Anweisung wied da. peil. 1 sich über alle Zweige der Landwirthschaft und ihre naturwissenschaftlichen Grundlagen und Aa 9 e e fa 927 1— 1 wird von Dr. Henkelma nun, Stabs- Veterinärarzt Dr. Zimmer, Dr. Uloth und einigen ssiegelung völlig erspart. Auch bietet das Verfahren für das 1 Hülfslehrern ertheilt. Außerdem ist in Gemeinschaft mit tüchtigen Lehrkräften ein Cursus] der Post⸗Anwersung den Vortheil, daß zwischen dem unter de 1 ur Vorbereitung für das Einjährig⸗Freiwilligen⸗Examen eröffnet, an dem sich 99 9 emule eee über den Besuns saubniß 1 owohl Zöglinge, als Nichtzöglinge betheiligen können. Unterrichtshonorar mit Wohnung im 1 e 5 5 und für 1 Hause des Directors 45 Thlr. pro Semester. Nähere Auskunft erteilt bereitwilligst Um so mehr darf die Postbehörde an die 940 ll Friedberg im Juli 1868. Dr Henkelmann Versender die erneuete Aufforderung richten,. 6 8 5 sich einer undeclarirten Verpackung von Geld 1 17 1 5 g 7 in Briefe oder Packete zu enthalten, vielmehr 1 Arbeits ⸗ 1 10 1 0 bun ge 4 Frankfurter Pferde⸗Verloosung von 9 5 Ba Fine Werthaugabe 595 der Ralf 1 1931 Freltag den 21. August, Nachmittags r, 4. 1 115 1 t e e de e eee 26. und 27. August. Loose à fl. 1. 45 kr. von dem Verfahren der Post⸗Anweisung Ge⸗ unsag 1 u Oppersbofen auf dem Gemeindehaus zu Oppers⸗ bei Jos. Buseck, Lolkerie⸗Eolleeteur, Frankfurt a, N. brauch zu machen. aud dur f 1 dosen einer e Nate 30 werden. An Wiederverkäufer bewillige Rabatt. 1912 Darmftadt den 4. August 1868. 10 1 Kostenüberschlag beträgt. 8 Di en 12. 1 Gambach am 15. August 555 5 Das Jahresfest Der 35 5 135 1 Waden 1 n e e r 10 Bezirts⸗Bauaufseber. 5 2 1 ö 0 7 f 1925 der Blinden⸗Anstalt findet Dienstag den 25. d. M. T N N 73 t eee in Friedberg und Nachmittags 2 Uhr statt, wozu alle Freunde der Anfall urnverein. 9 1 N hiermit freundlichst eingeladen werden von der 1934 Außerordentliche Generalversammlung Mittwoch minister 1 euster Direktion. den 19. d. M. nach der Turnssunde 9½ Uhr bei denn Peron N ö 1 C 15. 502 1 Ke ee Einladung Feldzug 1 5 1 lfers— 1 f Ell I I an 2 1 k 2 b und na N— 3 rische eps uchen Ver loren e N 25 5 I 0 1 ö 2 8 ö 1929 bei 5.; 1937 wurde vom Kreisomt bis vor das Burgthor en. bin 9 Sommer 9 itul. 5 Ph. Dan. Kümmich. leinenes gesticktes Batisttascheutuch(ohne Namen]— ö 1 55 2 Der redliche Finder wolle dasselbe gegen eine Belohnung 7 an 1 für die 3 1 t h 2 r n an die Expeditton d. Bi. abgeben. od na 1 2 2 0 9 mulhet l 41 Mittel⸗Rheingegend, bod, g e k- B 4% J0e Harze PPP 8 5 Aa in⸗ n großer Auswahl von fl. 11. bis fl. 50. und höher . Hessen, Nesson, Frankfurt, Rhein⸗Preußen. daz 0 Beech abme mi und ohne Schulen Danksagung. ban 4 7 5 5 8 Frankfurt a. M. 5 ami 9 Die Graͤfliche Hofgärtnerei Assenheim A. Wagner Kirchgasse 12. Sgwegr engen, weise een dee e e 10 1908 verkauft gegen Baar diverse Sorten Stelnobst. 2 7 7 Herrn Christian Janet galt ö Ei b— Ein möblirtes Zimmer zu 1 ie geleiteten, sagen wir hie Ga 1 unsren tiefgesühlten Dank. erbstüt 1 in 5 raver Junge 1933 bat zu vermiethen Conrad Gerst riedberg den 15. August 1868. a bis 5 4 1906 kann die Bäckerei erlernen. Wo? s. d. Exy. d. Bl en 15 8 0 aust 19. ö 9.. d. Exp. d. Bl. in der Vorstadt. 5 8 19 ae 1 Ditburg 9 ohannes Sauer ne amilie. Um 5 Kupferne Waschkessel irchen b i e e eee eee eee 5 1 1915 in allen Größen find ftets vorräthig bei K irchenbn ch 5 a us Juge. iin i 0 M. Mondigler auf dem Haagk. Evangelische Gemeinde. CFC Ruch 6 . 3000 G Id Getraute: Danksagung. ur 5 f ulden 11. August. Julius Joh. Chriff. Pappel, Prediger 1936 Allen Denjenigen, welche meinen Mann 1 1700 werden in hiesiger Stadt zegen hypothekarische der evang.⸗ref. Gemeinde zu Bützow im Großherzogthum 0 2 1 88 Unter Sicherheit zu leiten gesucht. Näheres unter Nr. 1700] Mecklenburg Schwerin, Sohn des evang. Pfarrers zu Conrad Schäfer in Friedberg, 5 lernic bei der Exped. d. Bl. Langstadt Justus Happel, und Karoline Amalie Binder⸗ zur letzten Ruhestätte begleiteten, sage ich den her seit Jah 9 1 5 1 hles. ue W lichsten Dank. keinem B 3 N und Buchdruckereibesitzers, wie auch Kirchen- und Schul⸗ hei Keltersehrauben, vorstehers Karl Christtan Binder nagel. 7 2 2 1 0 1935 voträlhlg und nach Maaß bei bester Ausführung 5 Katharine Schäfer. Hausen, zu billigen Preisen, liefert die Maschinenfabrik von Beerdigte: T2 ³·.m TTT um tine K le er& 9 ck 15. August. Christian Karl Sauer, hles. Bürger und* namen 9 K gewesener Bezirksbote, alt 73 Jahre 7 Monate 9 Tage, Verantw. Red.: Hermann Schimpff. 5 0 l in Darmstadt. T am 14. Auguff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf. Pri wunden ö