Dienstag den 18. Februar. 21. — für Oberhessen. + Getbelt die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. g Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. — 4 — A HN NN 4. 122 1 7 4 22 23225 7 a— nhregi ö wesentlichen Bestimmungen der Uebereinkunft, welche ——— Nuhrkohle gewiß sehr erweitern würde. Bestellungen auf den„Anzeiger für Oberhessen“ werden noch fortwährend von allen Posistellen und der Verlagsexpedition für das erste Halbjahr angenommen Be Friedberg den 15. Februar 1868. Amtlicher Theil. kam ad it m a. ments dahier in Wirksamkeit getreten ist. n Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das neu errichtete Großh. Bezirks-Commando des II. Bataillons, J. Land— 9 Großher zogliches Kreisamt Friedberg 51 reffend: Ole Aufbebung der gemeinbeitlichen Weg, Pflaster- und Brückengelder. B E E en ee ee n Wir bringen hiermit zur offentlichen Kenntniß, daß Großherzogliches Ministerium des Inneru durch Verfügung vom 4. d. M., zu Trapp. Friedberg den 12 Februar 1868. g. M. d. J. 12912, die von der Gemeinde Nieder Florstadt und den Kirchen zu Fauerbach b. F. und Ossenheim seitder geübte Befugniß Erhebung von Brückengeld aufgehoben hat, sonach die Erhebung dieser Abgabe von jetzt an strengstens untersagt ist. Die Großh. Bürgermeistereien werden angewiesen dies zur möglichst raschen Kenntniß Ihrer Ortsangehöcigen zu bringen. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Tra p. * Hessen. Darmstadt. Nach dem den 1 75 vorgelegten Einführungsgesetz zum neuen litärstrafgesetzbuch soll das letztere mit dem 1. April 1868 in Kraft treten und mit diesem 7 ge zugleich das bisherige Militärstrafgesetz vom bre 1858 und die Militärstrafgerichtsordnung um Jahre 1822 nebst sämmtlichen dazu gehörigen kusführungsbestimmungen erlöschen. Wenn Ver- gen, welche in dem neuen Militärstrafgesetzbuch t Strafe bedroht sind, vor dem Tage, an zelchem dasselbe in Kraft tritt, begangen worden d und von dem Zeitpunkt an zur gerichtlichen Uätersuchung und Aburtbeilung kommen, so sollen nach dem neuen Strafgesetz beurtheilt werden, tenn nicht die zur Zeit der Verübung giltig tewesenen Bestimmungen für die Angeschuldigten fünstiger sind. Die bereits anhärgigen, am April 1868 noch nicht abgeurtheilten Unter- schungssachen sind nach Maßgabe des neuen besetzes zu beurtheilen. Friedberg. Wie die Norddeutsche All- meine Zeitung mittheilt, finden gegenwärtig Zerhandlungen zwischen unserer Regierung und vreußen statt, welche sich auf die Ausführungen erschiedener Eisenbahnen beziehen. Hessischerseits A der Bau einer Bahn von Gießen nach Fulda, wie einer Bahn von Gießen nach Gelnhausen ereits genehmigt, und es wird gewünscht, daß auch Preußen dazu die Contesslon ertheile. Die hessische Regierung hat den Unternehmen eine Zinsgarantie von 3½ Prozent zuygestanden. Preußischerseits ist, dem Vernehmen nach, die Zu— limmung zu jenen Linien davon abhängig gemacht, daß Hessen in die Anlage einer Eisenbahn von Friedberg nach Hanau willige, die für den Absatz der Ruhrkshle von großer Bedeutung wäre, und den Weg von jenem Kohlengebiet nach Bapern erheblich abkürzen, mithin den Markt für die Friedberg. Nachstehend geben wir die die großh. Regierung mit dem Bankhause von Erlanger und Söhne und der von demselben zu gründenden Aktiengesellschaft abgeschlossen hat: Die„Oberhessische Eisenbahngesellschaft“ hat ihr Domizil in Gießen zu nehmen. Die Gesellschaft ist bei Vermeidung des Verlustes der Coneession verbunden, spätestens bis 1. März d. J. den Nachweis über Einzahlung von 10 Prozent des Aktienkapitals beizubringen. Der Bau der Eisen— bahn von Gießen nach Gelnhausen, sowie von Gießen nach Fulda, muß längstens am 1. April d. J. begonnen und spätestens innerhalb 3 Jahren vollendet werden unter gleicher Präjudiz. Unüber⸗ steigliche Hindernisse können eine Fristerstreckung veranlassen. Die zu stellende Caution beträgt 500,000 fl Der Maximalbetrag des Aktien- tapitals ist 28,400,050 fl. in 81,143 Aktien, für welchen Betrag der Staat die Garantie für einen jährlichen Reinertrag von 3½ Prozent übernimmt. Die Gesellschaft ist berechtigt, den Bau der Bahnen nebst allem Zubehör, sowie Anschaffung der Transportmittel, einem Unter- nehmer um den Gesammtpreis, von 26,000,050 fl. in Aktien nach deren Nominalbetrag zu überlassen, so daß für die Verzinsung des veranschlagten Aktienkapitals während der Bauzeit 2,400,000 fl. zur Verfügung bleiben. Falls dieser Betrag hierzu nicht ausreicht, soll der Mehrbetrag durch Prioritätsanleihen gedeckt werden. Die Garantie beginnt mit jedem 1. des Monats nach Eröff- nung des Betriebs auch nur einer Strecke, und dann im Verhältniß der Größe. Wenn der Reinertrag über 4 Prozent des Anlage-Kapitals beträgt, so sind von dem Staate geleistete Zu- schüsse zurückzuerstatten. Falls das Reinerträgniß über 5 Prozent des Anlagekapitals steigen sollte, so fällt dem Staate hiervon ein Drittel zu. Die Conzesston ist auf 99 Jahre ertheilt; 35 Jahre nach der Betriebseröffnung kann der Staat jedoch gegen Zahlung des 20fachen Betrages der letzten 5 Betriebsjahre die Bahnen erwerben. Die Gesellschaft ist verpflichtet, einen Reserve- und Erneuerungsfonds zu bilden; der Normalbestand des ersteren soll 150,000 fl. betragen, zu welchem Zwecke vorerst jährlich 30,000 fl. aus den Be- triebsüberschüssen zurückzulegen sind. Der Gesell- schaft soll ausnahmsweise, um deren Zustande⸗ kommen zu erleichtern, gestattet sein, die nach dem Handelsgesetzbuch bestimmte Höhe der Einzahlung von 40 Prozent des Nominalbetrages der Aktien auf 25 Prozent dieses Betrages herabzusetzen, zu welchem Zwecke ein besonderer Gesetzentwurf an die Stände gelangen soll. Friedberg. Die schon längere Zeit er— warteten Dekrete wegen Besoldungszulage für die ordentlichen Lehrer am hiesigen Schullehrerseminare sind nun dieser Tage den betr. Herren zugekommen. Preußen. Berlin. Da sich das Be⸗ finden des Grafen Bismarck gebessert hat, wird derselbe voraussichtlich demnächst einer Einladung des Grafen Stolberg nach Wernigerode folgen. Die Ausdehnung des Urlaubs bis zum Anfange des Zollparlaments ist wahrscheinlich. — Die„N. A. Z.“ schreibt offiziös: Die verwerfliche Behandlung deutscher Auswanderer auf dem Hamburger Schiffe„Leibnitz“ ist in der Presse bereits zur Sprache gebracht worden. Das Kanzler-Amt des Norddeutschen Bundes hat auf die erste Nachricht von diesem Vorfalle sogleich vie durch die Bundes-Verfassung gebotenen Schritte gethan, um diejenigen Maßregeln herbeizuführen, welche die Wiederkehr ähnlicher Vergehen zu ver- hindern geeignet sind. Die dazu erforderlichen Verhandlungen sind seit einer Woche im Gange. — Es wird officiös versichert, daß in der Sitzung des Staatsministeriums vom 13. d. be- schlossen worden sei, vor dem Schluß des Land- tags eine Vorlage einzubringen, weiche die Re- gierung ermächtigen soll, sofort die Spielbank zu Homburg zu schließen, weil die bezüglich der Fortdauer des Spiels im Gange gewesenen Unterhandlungen durch den Widerspruch Blanc's gescheitert seien. — Der Frauenverein hat bis zum 10. Febr. die Summe von 183,958 Thlru. für die Noth- leidenden in Ostpreußen gesammelt. Die „Zukunft“ meldet in Sachen des Nothstandes: „Auf Veranlassung eines Freundes unseres Blaktes ist nun die Sammlung für Ostpreußen auch in Newpork angeregt worden. Schramm, im Jahre 1848 Abgeordneter Langensalza's zur National- versammlung, jetzt Prediger einer deutschen Ge- meinde drüben, hat der Heimath, die ihm keine zärtliche Mutter gewesen, zuerst gedacht und von der Kanzel herab zur Organisation der Beisteuern aufgefordert. Auf diese Anregung hin erklärte dann auch der preußische Generalconsul v. Grabow sich zur Mitwirkung bereit und die Sammlungen sind jetzt im Gange, natürlich nicht ohne auf hämische Anfeindungen aller Art bei dem dortigen Mob zu stoßen, dem diese Sympathien bei den gedrückten Zuständen des Erwerbslebens in der Union selber ein starker Stein des Anstoßes sind. — Der Minister des Innern überreicht einen Gesetzentwurf, betreffend die Schließung der Spiel- banken in Wiesbaden, Ems und Homburg. Die- 1 1 1 N politischen Gesetzgebung aus. selbe soll spätestens am 31. Dezember 1872 er- folgen, kann aber auch früher auf dem Wege der Verordnung stattfinden. Entschädigung für die Aufhebung wird nicht gewährt. Der Gesetzent⸗ wurf soll durch Schlußberathung erledigt werden. — Der Finanzminister überreicht einen Entwurf, welcher eine Verstärkung von Geldmitteln zur Beseitigung des Nothstandes in Ostpreußen ver langt. Die Staatskasse soll ein Darlehn zur Beschaffung der Saalfrüchte gewähren, und solle demgemäß die Ausgabe verzinslicher Schatzan- weisungen erfolgen. Der Entwurf wurde an eine Commission überwiesen. Köln. Dem Helden ⸗-Karneval ist am 9. d. die öffentliche Macht in die Quere gekommen. Der große Carnevalsverein hielt eben Sitzung, dicht gedrängt war der Saal besetzt, da trat die Polizei ein und confiscirte eine eben zur Ver⸗ theilung kommende Nummer des neu hier erschei⸗ nenden humoristischen Blattes„Köln. Funken“. Pikante Stellen über die Depossedirten und Frank- furt, über die Kammer und das Ministerium ꝛc. sollen die Ursache sein. Bisher hatte man dem Carnevalsvereine immer eine sehr tolerante Be- handlung zu Theil werden lassen. Wiesbaden. Wie ein hiesiges Blatt meldet, sind nicht nur die Postbebörden, sondern auch die Kassenbeamten der nassauischen Eisenbahn ange wiesen worden, mit Ausnahme der Münzen nass. und hessen-hemburgischen Gepräges, sowie der Vereins- und resp. der Kronthaler, bis auf Wei ⸗ teres keine Münzen süddeutscher Währung mehr in Zahlung anzunehmen. Frankfurt. Die könitliche Bestätigung der Wahl des Senator Dr. Berg zum zweiten Bürger meister unserer Stadt ist vor einigen Tagen erfolgt. Bayern. München. Es wird offizibs bestätigt, daß der König von Bayern im August 1866 zum Danke für die gemilderten Friedens- bedingungen dem König von Preußen den Mit⸗ besiz der Nürnberger Burg angeboten habe, gleichsam als einen symbolis Ausdruck für die zwischen den beiden Monarchen wiederhergestellte Freundschaft, was der König von Preußen dankend angenommen habe. Baden. Karlsruhe. Der Großherzog, welcher den Landtag schloß, sprach in der Thron- rede seine Befriedigung über die unter Mitwirkung des Landtags gelungenen Berbesserungen in der Er erwähnte ins- besonder' das Ministerverantwortlichkeits- Gesetz, das Gesetz über den Volksunterricht und das Landstraßen⸗Gesetz. Er freue sich außerdem, daß das Volk ihm auf dem Weg einer festeren nationalen Einigung gefolgt sei. Er danke für die bei der Berathung über das Militärgesetz bewiesene pa ⸗ triotische Einsicht und Opferbereitwilligkeit. In diesen Opfern liege die Bürgschaft für die Er⸗ reichung der nationalen Ziele. Die Neubildung des Zollvereins sei der Anfang einer Einigung Deutschlands auf dem Gebiete der materiellen In- teressen und das Zollparlament eine bedeutungs⸗ volle Stufe der Gesammtentwicklung Deutschlands. Das Ziel der badischen Politik fei die Freiheit nach Innen und das Streben, durch eine innige nationale Verbindung mit den übrigen deutschen Staaten sich die Kraft nach Außen zu bewahren. Wir seien durch die entschlossene That dem Ziele näher gerückt und würden es durch feste Beharr⸗ lichkeit erreichen. Oesterreich. Aus Wien wird dem „Dresd. Journ.“ geschrieben: Der intertonfessionelle Theil des Concordats sei unmöglich geworden, die katholische Kirche müsse im konstitutionellen Oester⸗ reich auf die Bevorzugung vor andern Coufessionen und auf Zwangsmittel in Akten des bürgerlichen Lebens verzichten. Eine andere Wiener Corre- spondenz desselben Blattes bemerkt über die Con- cordatsfrage: Oesterreich habe in derselben die guten Dienste Frankreichs angerufen und Graf Sartiges sei bereits dem entsprechend instruirt worden. Dieselbe Correspondenz rühmt ferner das Entgegenkommen Preußens in den Zollver— handlungen und spricht die Erwartung aus, daß eine weitere Herabsetzung des Eisenzolles statt— finden werde. — Die„Wiener Abendpost“ erklärt bezüglich der Ansammlung der Hannoveraner in der Schweiz und deren Uebertritt nach Frankreich, daß die Regierung dieser Angelegenheit vollständig fern⸗ geblieben sei und jede Verantwortlichkeit ablehne. Bezüglich der Ertheilung von Reisepässen an flüchtige Auswanderer sagt die Abendpost, dieses Recht werde ohne Anstand von allen Staaten geübt, dasselbe habe beispielsweise Preußen zur Zeit der polnischen Insurrection gethan, als es die polnischen Flüchtlinge aus dem preußischen Staate entfernen wollte. In Folge der Recla- mationen Preußens angestellte Erhebungen bätten allerdings Uebergriffe der unteren Polizeibehörden nachgewiesen, welche ernste Rügen derselben und eindringliche Vorstellungen der Umgebung des Königs von Hannover gegenüber veranlaßt hätten. Die Resultate der Erhebungen seien dem Berliner Cabinete rückhaltlos mitgetheilt und anscheinend befriedigend aufgenommen worden; daher sei es umsomehr bedauerlich, daß nun nach dem Ein- treffen jener Eröffnungen gerade von der ministeriellen preußischen Presse das Vorgehen der österreichischen Regierung willkürlichen und ungegründeten Deu— tungen unterzogen werde. Schweiz. Bern. Der Bundesrath erklärt in offizieller Weise, daß ihm bezüglich der Han ⸗ noveranet keine preußischen Reklamationen zuge⸗ gangen seien, er habe überhaupt die Ertheilung eines Aspls an die Flüchtlinge den einzelnen Cantonen überlassen. Die Hannoveraner hätten nach Netzulirung ihrer Angelegenheiten, mit öster⸗ reichischen Pässen versehen, plötzlich die Schweiz freiwillig verlassen. Frankreich. Paris. Die„Epoque, meldet gerüchtsweise, daß die Bildung eines par⸗ lamentarischen Cabinets Rouher mit den bisherigen Abgeordneten Busset, Segris und Laguerronidre in Aussicht stehe. Das Gerücht müsse erst noch bestätigt werden, sei aber nicht unwahrscheinlich. Die„Presse“ und die„Liberté“ erwähnen das⸗ selbe Gerücht. — Gesetzgebender Körper. das für die Preßprozesse als Garantie eines parteilosen Urtheils ein Zuchtpolizeigericht und einen Appellhof verlauge, dessen Mitglieder jähr⸗ lich durch das Loos gewählt würden. Der Justizminister bekämpft das Amendement und ver⸗ theidigt die Wahl der Richter, die nothwendig sei, um die Talente und Fähigkeiten unterstützen zu können. Berryer weist hierauf auf die Beför⸗ derungen hin, welche verschiedenen Mitgliedern der Gerichte, die der Regierung Dienste geleistet hatten, zu Theil wurden. Der Minister protestirt lebhaft gegen die Ausführungen des Redners. Das Amendement wird schließlich mit 175 gegen 48 Stimmen verworfen.— Der„Etendard“ meldet aus Nizza, daß der König Ludwig von Bayern am 13. d. sehr leidend gewesen sei, am 14. habe der Zustand des Kranken sich etwas gebessert. Die Fremdencolonie zeigt große Theilnahme. Straßburg. Ueber die hannover'sche Legion dürfte folgende Angabe bemerkenswerth sein:„Man hatte von Berlin aus Instruktionen nach Paris geschickt, welche einfach die Ausweisung der Legionäre aus Frankreich verlangten. Aber ehe noch die preußische Botschaft in Paris sich ihres Auftrages entledigen konnte, wurde von Frankreich freiwillig erklärt, es werde eine organisirte Legion auf seinem Territorium nicht dulden und die Offiziere vorläusig in Bourges interniren. Ob- gleich nun die berliner Forderung weiter gehend dewesen war, so benutzte die Botschaft doch diese Instruktionen nicht und erklärte sich mit diesem aus eigenem Antriebe erfolgten Schritte Frank- reichs zufrieden.“ Belgien. In Antwerpen geritth am 15. Februar ein 200 Tonnen Petroleum enthalten⸗ des Schiff in Brand. Zwei andere Schiffe wurden angesteckt, drei geriethen in Gefahr. Der Brand nahm eine bedenkliche Ausdehnung an. Großbritannien. London. Das hiesige Comite zur Linderung der Roth in Ostpreußen weist Einzelbeiträge im Gesammtwerthe von etwa 705 L. nach, wobei mehrere hiesige deutsche Häuser mit Gaben von 100 und 50 L. betheiligt sind. Italien. Rom. Baron v. Arnim über⸗ reichte seine Acereditive als Gesandter des nord⸗ deutschen Bundes bei dem heil. Stuhle. — Aus Rom melden Berichte über den Empfang des Bevollmächtigten des norddeutschen Bundes am römischen Hofe, Herrn v. Arnim, daß der Papst auf die Anrede des ersteren etwa Folgendes erwiedert habe: Er danke dem König Wilhelm für seine Worte über die Unabhängig⸗ Klima besser ertragen, im Besitz gelassen. Der König von Siam war Berathung über ö das Preßgesetz. Berrper entwickelt die Gründe, welche für die Annahme des Amendements sprächen, Die neuen Handelsländer im Osten. Von Dr. Curtman. Große Veränderungen sind in den östlichen Ländern unserer Erd- kugel vorgegangen, seit die Vervollkommnung der Schifffahrt den Europäern eine kürzere und sichere Fahrt dahin möglich gemacht hat. Auch sind die europäischen Nationen endlich zu billigeren und vernünftigeren Grundsätzen zurückgekehrt, nachdem die Erfahrung sie belehrt hatte, daß Eroberungen in solcher Entfernung oft nur dem Mutterlande zur Last und Erschöpfung gereichen. Dies haben die Engländer namentlich mit ihrem ungeheuren ostindischen Reiche erfahren, das ihnen trotz seiner ungeheuren Größe und seines natürlichen Reichthums nur Schulden eintrug, und nur Einzelen zur Vergrößerung ihres Reichthums verhalf. Aber auch dort ist man nunmehr von dem alten Unterdrückungs⸗System abgegangen. Gegenwärtig ist Vorderindien frei von den früheren Privilegien einzelner Stände und von Monopolen(den Opiumhandel allein ausgenommen). In Folge davon macht das Land Riesenfortschritte. Während früher die Colonial⸗ Regierung nur zu enormen Zinsen Geld aufnehmen konnte, werden jetzt Millionen von den Eingebornen dargeliehen, namentlich zum Bau von Eisenbahnen, Canälen und Brücken. Ein neuer Aufstand scheint jetzt kaum noch zu befürchten. Auch jenseit des Ganges gedeihen jetzt die englischen Küstenstädte. Denn kluger Weise hat Großbritannien in den Kriegen mit dem König von Birma nur Küsten und Flußmündungen zu gewinnen gesucht, dagegen das Innere den Eingebornen, die auch das so klug, es gar nicht auf einen Krieg ankommen zu lassen, sondern hält Freundschaft und Handelsgemeinschaft mit den Fremden. Auch die Franzosen haben ihren Sieg über Cochinchina besser benutzt als die früheren Siege z. B. in Algier, wo sie noch heute an der Last der Er⸗ oberung zu tragen haben. In Cochinchina wird wenigstens der Reis- handel sehr lebhaft betrieben. In China sind durch den letzten Friedensvertrag 13 Häfen geöffnet und der Verkehr wächst mit reißender Schnelligkeit. Englische, amerikanische und selbst deutsche Rheder haben die chinesischer Junken fast ganz von dem Küstenhandel verdrängt, und bis tief ins Innere des Reichs die Ströme hinauf dringt die Dampfschifffahrt der Ausländer. Auch Japan hat angefangen die Fremden zuzulassen, zumal da die Russen vom Amur⸗ strom aus seine Nachbarn geworden sind. Auch in den spanischen und holländischen Inseln ist es lebhafter geworden, seit man die Zollschranken ermäßigt hat. Erwägt man, daß China mit einer Bevölkerung von wenigstens 400 Millionen, Japan mit 50 Millionen, Cochinchina, Anam, Stam, Birma in Hinterindien mit wenigstens 25 Millionen früher fest verschlossen waren, und erst jetzt in den allgemeinen Weltverkehr hineingezogen worden sind, so läßt sich voraussehen, daß in jenen Meeren Handel und Schiff fahrt einen Aufschwung nehmen müssen, wie er in der Geschichte ohne Beispiel ist. Ein Beispiel, wie diese Verhältnisse rasch und mächtig wirken, bietet die Stadt Schanghai an der Mündung des chinesischen einem Corrtsp mit dem Nußland auf dle Seward gerichtet, Kaussun diese Ant — 1. hiesige! das Seilen lassen, und mit einem haben. Di lich um d unseret S undeduten! secherer gu wohner d det Kosten Die Expe würden gegennehn Fr des fad für Fried Adjutant 2 2 2 E wird de trügeris nalemen Geslalt: Glatze); elegant; und gira Dar säaflich — Stron geöffn des ö übertr alte 0 Ztit ö luglieden at hiesige tyrtußen 51 tte baut it sind. un er; det nord⸗ ider den ddcutschen Atzis, trtn tte * Köniz abbängiz⸗ — Sieg 0 Wert bal. uch but d. be n br n Kai g geossntt nlanischt keit des Papstthums und für den Schutz, den er seinen katholischen Unterthanen angedeihen lasse. Herr v. Arnim hatte versichert, sein König würde gern einen Beweis seiner freundlichen Gesinnungen gegen den h. Stuhl geben und einen päpstlichen Nuntius in Berlin zulassen.— Der Graf Krep— towitsch, welcher sich gegenwärtig in Rom befindet, soll zum künftigen russischen Gesandten daselbst bestimmt sein, aber der Papst habe als vorläufige Bedingung gestellt, daß erst die Verfolgungen gegen die Katholiken im russischen Reiche eingestellt werden möchten und ein päpstlicher Nuntius un— gehindert in St. Petersburg zugelassen werde. Neapel. Dem„Vero“ wird aus Palermo geschrieben:„Sie können sich keine vollständige Idee machen, von der Hungersnoth, welche furcht— bar bei uns herrscht und die Verhältnisse einer wahren Landplage angenommen hat— Mütter, welche Tage lang ohne einen Bissen Brod sind, Kinder, die erschöpft auf den Armen der Mutter sterben aus Mangel an Nahrung. Viele kommen so weit, daß sie auf den Feldern herumstreifen und wie Thiere von Kräutern leben!“ Amerika. Die Verhandlungen in Betreff des abzutretenden russischen Ameriku haben zu einem kleinen Konflikte geführt. Im Laufe der Correspondenz sind für 10,000 Dollars Depeschen mit dem atlantischen Kabel befördert worden und Rußland will die Summe den Vereinigten Staaten auf die Rechnung geschrieben wissen. Herr Seward ist anderer Meinung und hat es so ein— gerichtet, daß die Bill zur Genehmigung der Kaufsumme nicht vor den Congreß gelangt, bis diese Angelegenheit erledigt ist. f Friedberg. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die hiesige Pflegschaft des Germanischen Museums das Seitenportal der Stadtkirche in Gyps absormen zu lassen, und darauf bezügliche Verhandlungen sollen bereits mit einem hiesigen bewährten Stuccateur statigefunden haben. Die Kosien dieses Werks, bei dem es sich ledig— lich um die Verherrlichung des schönsten Baudenkmals unserer Stadt handelt, würden begreiflicherweise nicht undedutend sein, und es würde das Unternehmen um so sicherer ausgeführt werden können, wenn kunstsinnige Be- wohner von Stadt und Land sich an der Aufbringung der Kosten mit angemessenen Beiträgen betheiligen wollten. Die Expedinon d. Bl. und die genannte Pflegschaft selbst würden gewiß solche Beiträge mit großem Dank ent⸗ gegennehmen. » Friedberg. Seit dem 12. d. M. ist dabier das Landwehrbezirks⸗ Commando in Funktion getreten. Das Bureau befindet sich dis auf Weiteres in den Räumen des städtischen Ralhhauses. Landwebrbezirke⸗ Commandant für Friedberg ist Major Jäger, zur Dienftleistung als Adjutant wurde Oberlieutenant Kißner commandirt. Als Bezirks⸗ Feldwebel für den hiesigen Kreis ist Ober⸗ seldwebel Eimer bestimmt worden. Butzbach. Von Seiten des hiesigen Landgerichts wird der flüchtige Hirsch Meyer von hier wegen be⸗ trügerischen Bankerotts steckbrieflich verfolgt. Das Sig⸗ nalement entwirft folgendes schöne Bild des Verfolgten: Gestalt: kurz, dick, fleischig; Haar: braun(wahrscheinlich Glatze); Bart: rötblich, starken Backenbart; Kleidung: elegant; besondere Kennzeichen: Schritt stark auswärts und stramme Haltung. Darmstadt. Der frühere Lehrer an der landwirth⸗ schafilichen Akademie in Proskau in Schlesien, Herr C. Leisewißz, ist als Wandetrlehrer der Landwirthschaft für Oberbessen engagirt worden. Darmstadt. Der„Hess. Ldoztg.“ entnehmen wir folgende Mittheilung: Für unsere hiesigen Industriellen und im Weiteren für das gesammte lichtfreundliche Publi— kum dürfte es von Werth sein, den Unterschied des Aus— wandes für die beiden gangbarsten Beleuchtungsmaterialien, Gas und Petroleum, an der Hand der in einem größeren biesigen Geschäfte gemachten Erfahrungen, durch nachstehende stalistische Notizen kennen zu lernen. Das fragliche Ge— schäft— ein von den durstigen Jüngern Gambrinus lebhaft frequentirtes Wirthslocal— consumirte im letzt⸗ vergangenen Wintermonate für 62 fl. Gas; also täglich für 2 fl. Nach nunmehr zu Petroleumbrand umgestal— leter Einrichtung und bei wenigstens gleicher Helle der Räume, beziffert sich die monatliche Ausgabe, dei Annahme der gleichen Brennzeit und nach Maßgabe des wirklichen Petcoleumverbrauchs von täglich ½¼ Schoppen für jedes einzelne von 14 Lichtern, sowie bei dem dermaligen Petro— leumpreis von 7 kr. per Schoppen, auf monatlich 25 fl. 19 kr., oder täglich 49 kr. Da nun, nach vorliegendem Nachweis, bei einem Bezug des Vetroleums im Fäßchen, der Preis pro Schoppen auf circa 5 kr. sich ermäßigt, so ergibt sich ein Resultat für den Monatsaufwand von nur 18 fl. 5 kr., oder täglich 35 kr. Od die colossale Differenz zwischen der läglichen Ausgabe von 2 fl. und der vordemerkten von nur 35 kr. durch die bekannte Güte und Annehmlichkeit des Gasbrandes hinlänglich ersetzt und ausgeglichen zu werden vermag, dies bleibt dem competenteren Ermessen der vorzugsweise Betheiligten anheimgegeben.(Die größeren Annehmlichkeiten der Gas— beleuchtung dem Petroleum brande gegenüber dürsen doch wohl nicht unterschätzt werden und was der Kostenpunkt anbelangt, so muß man nicht vergessen, daß Oellampen österer Reperaturen bedürfen, Docht und manchen Cylinder kosten und die durchaus nöthige, sorg— jältigste Reinigung und Instandhaltung der Lampen in einem großeren Etablissement täglich viele Zeit, d. i. Geld, erfordert. Die Verluste an Oel und der durch die unvermeidlichen Oelflecken, deren schmutzige Familie man schon als nahezu ausgestorben gerne betrachten mochie, öfters verursachte, mitunter erhebliche Schaden dürfen auch nicht unerwähnt und unbeachtet bleiben. D. Red.) Mainz. Der Mnuzr. Anzeiger enthalt folgende Warnung.„In letzer Zeit treiben sich wieder zwei der größten Schwindler mit Leinwand in unserer Stadt herum und suchen den Leuten unter allerlei falschen Vorspiegelungen die allerschlechteste Waare gegen viel Geld aufzuhängen. Früher gaben sie sich bald als Banquerotteure, bald als politische Flüchtlinge aus, in letzter Zeit aber als böh⸗ mische Fabrikanten; in dem letzten Krieg hätten die Preußen ihre Fabrik zerstört und ihre Waare geraubt und schimpfen sehr über Preußen, während es doch selbst Preußen sind und sogar noch Berliner. Den armen Oesterreichern zu Liebe haben manche hiesige Frauen diesen Schwindlern 4 bis 5 Stück abgekauft, welche sich hintenher tüchtig in's Fäufchen lachen, daß die sonst so aufgeklärten Mainzer Frauen so schwache Seiten haben.(Von Mainz nach Friedberg reist man per Dampf innerhalb 2 Stunden und—— dieser Tage wurde auch in Friedberg Leinwand verkauft.) Biebrich. Vom 22. d. M. an wird die herzoglich nassauische Blumenausstellung wieder zum Besuche für Jedermann geöffnet werden. Aus der Pfalz. Als muthmaßlicher Mörder der Julie Schäffer aus Trippstadt wurde ein Kaufmann Candidus, Sehn des Forstwarte gleichen Namens vom Forsthaus Witigenberg bei Trippstadt, ins Zuchthaus in Kaiserslautern gebracht; allein der Verdacht scheint sich bis jetzt nicht bestätigt zu baben, indem mehrere Bürger von Kaiserslautern einen Preis von 500 fl. auf die Ent⸗ deckung des Mörders gesetzt haben. e Ueber das schreckliche Schicksal deutscher Auswanderer auf dem hamburger Schiffe Leibnitz, von denen auf der Fahrt nach New-⸗Pork 105 umkamen, man kann sagen in ihrem eigenen Schmutze erstickten, äußert sich die„Londoner Times“ folgendermaßen:„Die betreffenden Rheder, die Firma R. M. Sloman in Ham⸗ burg, hatten, um möͤglichst viele Leute zu befördern, also um möglichst viel Fahrgeld herauszuschlagen, ein unteres Zwischendeck, das sogenannte Orlogsdeck, zur Unterbringung von Passagieren eingerichtet und, wie die New-Yorket Emigrations-Commission in ihrem Berichte sagt, dadurch eine Pesthöhle geschaffen, die auch den Gesundesten tödten mußte.„Die Geschichte des Leibnitz“, sollte doch endlich die Hamburger Behörden antreiben, geeignete Maßregeln zur Beaussichtigung der Auswandererschisse zu treffen. Der Leibnitz scheint ein schlimmes Exemplar einer schlimmen Classe von Schiffen zu sein, die eine Schande für ein civil isirtes Volk, wie das deutsche, und eine Schande für die Welt sind. Die Deutschen sind sonst praktisch genug, und es ist kaum zu begreifen, wie sie sich die Miß⸗ handlungen von Schifferhedern oder Agenten so ruhig und ohne Klage gefallen lassen. Wir Engländer haben den grausigen Folgen der Habsucht von Auswanderungs- Agenten zu wehren gewußt. Die Passagicracte von 1855 mit der Zusatz⸗Acte von 1863 macht ein so entsetzliches Schauspiel, wie das auf dem Leibnitz, an Bord unserer Schiffe zu einer Unmöglichkeit. Ein Auswanderungs⸗ Inspector muß jedes Schiff untersuchen, bevor es die Anker lichtet, und Räumlichkeiten wie Vorräthe prüfen. Auf keinem Schiffe dürfen mehr als zwei Verbdecke zur Aufnahme von Passagieren bestimmt sein... und der letzteren Zahl darf die Anzahl der Lagerstellen nicht über⸗ schreiten. Die Beobachtung persönlicher Reinlichkeit ist streng und in bestimmten Sätzen vorgeschrieben; die Preise der Lebensmittel sind festgesetzt, und jedem Passagier müssen täglich drei Quart guten Wassers ausgeiheilt werden. Hat das Schiff mehr als 300 Menschen an Bord, so muß es einen Arzt milnehmen.(Der Leibnitz hatte 544 Passagiere und keinen Arzt!) Diese und andere Vorschriften machen unsere Auswandererschiffe verhältniß⸗ mäßig sicher und gesund. Segelt ein Schiff ohne Er⸗ mächtigung des Inspectors ab, so ist es der Beschlagnahme verfallen. Da die Deutschen in dieser Richtung nichts aus sich thun wollen, so sehen die amerikanischen Behörden sich genöthigt, einzuschreiten. Sie fühlen, daß ein Schiff wie der Leibnitz nicht nur eine Schande ist für den Hafen, aus dem es absegelt, sondern auch für den, in welchem es ankommt und sie sind entschlossen, die deutschen Rheder durch Auferlegung einer schweren Geldbuße für jeden Passagier, der auf einem drinnen oder Orlogsverdeck unter⸗ gebracht ist, zu strafen. Hoffentlich wird sich der Nord⸗ deutsche Bund der Sache annehmen und durch eine gute Ha fenpolizei Deutschland auch von diesem Schimpfe be⸗ freien. Ob von Hamburg seldst Abhülse zu erwarten ist, fragt sich sehr; denn das Interesse der Auswanderer dürfte dort gar zu schwach vertreten sein gegen das allutächtige Interesse der Rheder. VBerloosungen. Darmstadt, 15. Febr. Bei der heute dattfindenden Ziehung der Großh. Hess. Partialschuldscheine (25 fl.⸗Loose) sind dis Mittags 12 Uhr folgende Num⸗ mern mit den beigesetzten hohen Preisen herausgekommen: Nr. 20,972 fl. 20,000, 43,579 fl. 4000, 26,275 und 70,883 je fl. 400, 25,822 fl. 200, 13,152 fl. 100. Vorläufige Concert- Anzeige. Wir glauben nicht unterlassen zu sollen, auf einen bevorstedenden, ganz ungewöhnlichen Kunst⸗ genuß aafmerksam zu machen. Das weithin bekannte Streichquartett der Herren Heermann, Becker, Welker und Lübeck beabsichtigt Ende dieses Monats eine Soirée für Kammermusik dahier zu veranstalten; eine Absicht, der wir im Interesse aller Liebhaber einer gediegenen Musik nur den glänzendsten Erfolg wünschen können. Stromes Nantsekiang. Erst seit 1844 ist diese Stadt den Europäern geöffnet, und in diesen 20 Jahren ist es bereits der größte Handelsplatz des östlichen Asiens geworden. Nur London, Liverpool und Newpork übertreffen seine Schifffahrt noch an Tonnenzahl. Da muß man seine alte Geographie aufs Neut revidiren, wenn man nicht ganz hinter der Zeit zurückkommen will. .. Unter- und obergähriges Bier. Man hört diese Unterscheidung beim Bier oft machen, gewiß weiß aber nicht Jeder, worin der Unterschied liegt, drum wollen wir es in Nachfolgendem kurz sagen Aus dem Malz wird die Würze und hieraus in Folge der Gährung das Bier bereitet. Läßt man die Gährung bei niedriger Temperatur, also langsamer vor sich gehen, so daß sich die Hefenzellen am Boden der Flüssigkeit absetzen, so ist dies die Unter- gährung, während man die Obergährung bei höherer Temperatur erhält. Diese verläuft stürmischer und die Hefenzellen werden dabei von der rasch sich entwickelnden und in die Höhe gehenden Kohlensäure mit an die Oberfläche genommen, auf welcher sie schwimmen. Die erstere Art Gährung liefert ein Bier, welches eine langsame Nachgährung durchmacht und deßhalb längere Zeit in Fässern in kühlen Kellern aufbewahrt werden kann; denn ein Bier ist nur so lange gut, als seine Gährung noch nicht vollendet ist. Ist sie vollendet, also alle gährungsfähige Masse in Wein- geist und Kohlensäure verwandelt, so mangelt ihm sofort der pikante Geschmack und es geht rasch seinem völligen Verderben entgegen, indem es ohne die schützende Hülle der Kohlensäure nunmehr durch den Einfluß des Sauerstoffs der Luft bald essigsauer wird. Die Obergaͤhrung liefert ein Bier, das bald konsumirt werden muß, da es in kurzer Zeit ganz vergährt und man ohnedies schwache Würzen dazu verwendet. Lagerbier kann daraus nicht, vielmehr nur aus unter— gährigem Bier entstehen. Wie die beiden Arten der Ernährung des Menschen dienen, geht aus dem Dargelegten leicht hervor. Wer Bier hauptsächlich der Erfrischung und der Verdauungsbeförderung wegen, sowie darum trinkt, um auch damit einen Theil des so nothwendigen Wassers seinem Körper zuzuführen, der kann auch obergähriges Bier trinken. Lückenbüßer. Eine der sonderbarsten Bestimmungen ist die bezüglich der Müller dei den Türken. Damit diese nicht in Versuchung gerathen sollen, mit dem ihnen übergebenen Getreide Geflügel zu füttern, ist es ihnen überhaupt verboten, dergleichen zu halten — mit Ausnahme eines Hahns, damit ihnen derselbe die Morgenstunde verkünde.— In San Francisco wurde vom Mechaniker Mariott ein lenkbdares Luftschiff erfunden. Es desleht aus Bambusstäben, Eisen, Stahl und Kattun, ähnelt in seiner Gestalt einem Vogel mit kurzem Hals und Schnabel, aber weit ausgespannten Flügeln, bal 88 Fuß Länge, 20 Fuß Höhe und 21 Durchmesser, bewegt sich durch Dampf, der in einer Reihe von Rädern angebracht, und wird durch ein Steuerruder wie ein Dampf⸗ schiff gelenkt. Der Ballon faßt 14500 Cubikfuß gereinigtes Wasserstoffgas. ——— LA—̊—ᷣ—ů— Edictalladung 2942 Der Wirtb Jacob Fonr ler I. in Södel hat mit der Mehrheit seiner bekannten Gläubiger zum Zweck der Abwendung des formellen Concurses ein Arrange⸗ ment abgeschlossen. Es ergeht an etwaige gerichts⸗ unbekannte Gläudiger blermit die Aufforderung, binnen 6 Wochen ihre Forderungen anzumelden und Ein⸗ wendungen gegen ihren Beitritt zum Arrangement, dessen Einsicht den Interessenten auf dem Actuarlate des Großberzoglichen Landgerichts gestattet ist, vorzubriugen, gegenfalls dieses Arrangement bestätigt werden wird Friedberg den 6. December 1867. Groß berzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts Assessor. Oeffentliche Aufforderung. 319 Nachdem die Majorität der erschlenenen bekannten Gläubiger des überschuldeten Heinrich Hettersch J. von Nieder Mockstadt am 15. d. M., mit diesem unter Mitwirkung seiner Ehefrau ein Arrangement abgeschlossen baben, so werden nunmehr dessen unbekannte Gläubiger aufgefordert, ihre Forderungen innerhald vier Wochen dabier anzumelden und etwaige Einwendungen gegen das Arrangement vorzubringen, widrigenfalls dasselbe bestätigt und in Vollzug gesetzt wird. Altenstadt am 21. Januar 1868. Groß herzogliches Landgericht 5 Dr. Stammler, a p, Landrichter. Landgerichts Assessor. Versteigerung. 327 Die zur Concursmasse des Gerbers Konrad August Rotb dahler gehörige Pofraithe in der Stadt, 50 Klftr., aus Haus, Nebenbau und Scheuer bestehend, sowie die Gerberwerkstätte an der Nidda, 26 Klftr., sollen Montag den 24. d. Mts., Vormittags 11 Ubr, im Rathhaussaale vahier meistbietend öffentlich versteigert und es soll bei angemessenem Gebot sogleich definitsver Zuschlag ertheilt werden. Auch kommen einige Grundstücke zur Versteigerung. Nidda den 7. Febrrar 1868. Großherzogliches Ortsgericht Nidda Reuning. Bekanntmachung 330 Der mit einer Anzahl Anspänner abgeschlossene Vertrag zur Anfuhr der Braunkohlen vom Dorheimer Werk zur Saline läuft mit dem 3. August d. J. ab. Es wird beabfichtigt einen neuen Fuhrvertrag abzu. schließen, welcher vom 3. August d. J. bis Ende 1869 dauern soll. Anerbtetungen zur Uebernahme dieser Fuhren sind bis zum 1. April d. J. bei der unterzeich⸗ neten Stelle einzugeben, bei der auch die Bedingungen eingesehen werden können. Nauheim den 7. Februar 1868. Oroßherzogliches Salinenamt Nauheim F. Schreiber. Weiß. Bekanntmachung. 384 In dem Firmenregister des unterzeichneten Gerichts ist heute der nachfolgende Eintrag vollzogen worden: Markus Schlesingers Witwe von Gambach betreibt daselbst Viehhandel unter der Firma:„M. Schlesingers Wittwe“ und hat dem Abraham Kaufmann von Gambach Procura ertheilt. Butzbach am 15. gebruar 1868. Großberzogliches Landgericht Butzbach Dr. Gilmer. Bekanntmachung. 382 Donnerstag den 27. d. Mis., Mittags 11 Uhr, werden euf dem Bürcau des unterzeichneten Rentamts 82 Malter Korn von dem hiesigen Speicher und „25 Malter Hafer zu Stammheim lagernd, öffentlich versteigert. Friedberg den 15. Februar 1868. Großherzogliches Rentamt Friedberg Lin deck. Bekanntmachung 385 Freitag den 28. Februar d. J., sollen' in dem Gräflich Stolberg'schen Revter Nanssad, Distrikt Rüllswald, Eichwäldchen und dardt nachftehende Holz · sortimente versteigert werden 6 Stecken Buchen Scheitholz, 319 5„ Stangenprügelholz, 4 5 25 e, l „„ Astreis, — 75 Eichen 5 ichen⸗Stämme, 5— 55“ lang, 5½— 42“ di Ge ee 3 11 13 Eichen ⸗ Stangen, 15— 45“ lang, 3½— 57 dt mit 47 Cubiksuß, 1 15 306 Buchen⸗Stanzen, 14— 21“ lang, 3½— 4“ dick, mit 511 Cubikfuß. Zusammenkunft Morgens ½9 Ubr in Ranstadt. Gedern den 15. Februar 1868. Gräflich Stolberg'sche Oberförsteret Gedern Kirchner. Ein möblirtes Fimmer be 2 Bekanntmachung. 377 Donnerstag den 20. Februar d. J., Vormittags um 9 Uhr, sollen im Rodheimer Gemeindewald, in dem Olstrikte Spitzen steinbake folgende Holzsortimente oͤffentlich meistbletlend versteigert werden: 3 Stecken Buchen⸗Prügelholz, 31„ Etichen⸗ 15 30„ Nadel⸗ 15 8„ Buchen⸗Stockholz, 2„ Eichen⸗„ 22* Nadel- 77 4340 Stück Buchen Wellen, 5520» Eichen⸗„ 9480„ Nadel⸗„ 15 Eichenstangen, 275 Nadelflangen, 225 Fichten⸗Bohnenstangen. Die Zusammenkunft if auf der Waldbahn ober⸗ halb der Köpperuer Chaussee. Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird Zahlungs⸗ frist bis 1. September d. J. gestattet. Rodheim den 12. Februar 1868. Großherzogliche Bürgermeisterel Rodheim Jae ob. Holz ⸗Versteigerung. 380 Otenstag den 25. und Mittwoch den 28. d. M., jedesmal Vormittags 9 Uhr aufangend, werden in dem hiesigen Gemeindewald, in den Difirieten Großer Haus⸗ berg und Brülerberg, nachste hende Holzsortimente: 1 Stecken Nadel⸗Prügelholz, 2 8„ Stockbolz, 1350 Wellen Eichen⸗Reisholz, 1250„ Weichholz⸗Reisholz, 150„ Obstbaum-⸗„ 22000„ Nadel Retsbolz, 2330 Stück Nadel⸗, Stamm- und Stangenholz, zu Sparren, Baum-, Gartenpfählen, Hopfen⸗ und Bohnenstangen, meistbletend versteigert. Die Zusammenkuuft st am Isselpfad. Ddoch⸗Weisel am 15. Februar 1868. Großherzogliche 1 Hock⸗Weisel o her. Holz ⸗Versteigerung 378 Die am 10., 11. und 12. d. M., in dem Distiriet „Löwenwald“ abgehaltene Holzversteigerung ist ge⸗ nebmigt worden. Der erste Fahrtag wird auf Donnerftag den 20. d. M. anberaumt; die Abfuhr darf jedoch nur bri Froft oder trockener Witterung stattfinden. Ockftadt am 14. Februar 1868. Freiherrlich von Franckenstein'sche Oberförsterei Ockstadt DN rern 386 Samstag den 22. Februar, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf Ort und Stelle im s. g. Rled in der Ge⸗ markung Ockstadt die sämmtlichen Nebengräben aus. zuwerfen an die Wentgstfordernden in Accord gegeben werden. Sämmtiliche dabei betheiligte Grundbefitzer werden biermit eingeladen, zur bestimmten Stunde fich einzu- finden, wenn fie etwaige sonstige Verbtsserungs vors t lage machen wollen. Friedberg den 17. Februar 1868. Der Bezirks⸗Bauaufseher Schneider. egen TZahnschmerz 2179 empfiehlt zum augenblicklichen Stillen Apotheker Bergmann's Zahnwolle aue Paris à Hülse 9 fi. Ph. Dan. Kümmich. Ein Logis 334 im unteren Stock meines Hauses ist zu vermiethen und kann bis 1. April brzogen werden. Carl Reuß. 262 gur eine bedentende sebensversicherungs- Gesellschast wird für Frledberg und Umgegend ein zuverlässiger Mann als Agent gesucht. Franco⸗ Offerten befoͤrdert die Expedition d. Bl. unter Nr. 100. Ein Einsteher für das Militär. 388 Einem Gefrelten in dem Großherzoglichen Militär, welcher in dem Feldzug von 1866 Unteroffictersdienste geleistet hat, ist vom Großherzoglichen Kriegsminlsterlum die Erlaubniß ertheltt worden, einstehen zu dürfen und sucht derselbe eine Stelle. Pierauf Reflecttrende bittet man sich an den Heinrich Heckel I. in Echzell zu wenden, welcher auf portofreie Anfragen nähere Aus⸗ e wird. Auch ist die Exped. d. Bl. hierzu erbötig. am 8. d. Mis. ein schwarzes Entlaufen Hündchen,(Mutterhändchen), schwarz, mit gelben Füßen und Flecken über den Augen. Zu erfragen bei der Exped d. Bl. 383 Die Lungenschwindsucht 222 wird naturgemäß, ohne innerliche Medlca⸗ mente geheilt. Adresse: Dr. H. Rottmann in Hann heim.(Gegenseitig franco) 379 Den Herren Oeconomen bringt hiermit Unterzeichneter sein Lager in concentrirten Düngemitteln, als: Superphosphat, künstl. Guano, u. a. aus der chemischen Fabrik von H.& E. Albert in Amönenburg bet Briebrich, in empfehlende Erinnerung. Zugleich ersucht derselbe seine geehrten Abnehmer ihren Frühjahrs⸗Bedarf etwas frühzeitig aufzugeben, da beim Antreten der Saatwoche der Vorrath schnell ver⸗ griffen sein könnte und von Seiten der Fabrik neue Sendungen nicht rechtzeitig eintreffen möchten. Gebrauchsauweisungen und Preislißen werden auf Berlangen gerne zugesandt. Ls. Th. Garnier in Friedrichsdorf. Rechnungen mit Geschäfts Firma per Buch 32 kr., in größeren Quantitäten billiger, liefern Bindernagel& Schimpff. Danksagung. 389 perzlichsten Dank allen Denen, welche unsere liebe Schwester und Tante Frau Ober⸗Postverwalter Schatzmann geb. Walther, zur letzten Ruhestätte geleiteten. Die trauernden Hinterbliebenen. Todesanzeige& Danksagung. 387 Allen Freunden, Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht von dem Abscheiden meiner lieben Frau Elisabethe Renker, geb. Rumpf. Zugleich sage ich Allen, welche die Verblichene zu ihrer letzten Ruhestätte begleiteten, meinen berzlichsten Dauk.. N Die trauernden Hinterbliebenen. Gatte, Kinder, Geschwister und Schwäger. Ein braves, solides Mädchen, 353 welches Liebe zur Arbelt hat, wird gegen hohen Lohn zu miethen gesucht. Der Eintritt kann alsbald oder auch in einigen Wochen geschehen. Näheres bei rer Exped. v. Bl. unter Nr. 353. Mein Haus in Oppershosen 347 steht auf den Abbruch zu verkaufen. Näheres bei Johs. Weil II. in Nieder- Mörlen. 158 Epileptische Krämpfe(Fallsucht) beilt Dr. O. Killisch, Spectalarzt für Epilepfie, Berlin, Jägerstr. 75/76. Auswärtige brieflich. Ein braver Junge, 381 welcher die Bäckeret erlernen will, wird gesucht von Kitchen buchsauszüge. Evangelische Gemeinde. Getraute: 9. Februar. Johannes Steitz II., hies. Bürger und Schneidermeisters Johannes Steitz I. Sohn, und Juliane Will aus Nauheim, des verst. dafigen Bürgers und Kunstwärters guf der Saline Heinrich Will Tochter. Seer digte: 12. Februar. Georg Kurz, Zugs⸗ Oberfeldwebel in der 8. Comp. des II. Großh. Infanterte⸗ Regiments, and Griesheim, 1 den 10. Februar, alt 30 Jahre, 7 Monate, 7 Tage. 14. Februar. Elisabethe Philippine Schatzmann, des verst. Ober ⸗Postverwalters Dantlel Gottwald Schaß⸗ mann Ehefrau, geb. Walther, alt 71 Jahre, 3 Monale, 23 Tage, 1 den 12. Febtuar. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. 340 zu vermlethen. Usagasse Nr. J63. Georg Diehl un Nieder Wöllstadt. Schneidermeister zu Nauheim, des hles. Bürgers und Beite genan werd 4 gie I. Pfovinz in dle d II. 500 Jun nͤͤchlnis 867 fi solgendt Hierauf mͤͤchligl in die la helm, in inntten ber Spar lankenta J) das Kreise 51 Belrag v Erben be Tuu un Alrche zu von 02 f amtes; I Dorn. don Mai nannten lung eine ) die 4 kaltolischt Lucht, be don 132 Vhann in die Iingen, Uchen Kilh gewäng der J wohnh Its K an die Ober 21 Benenn Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff.