9 5 4 A 1 n * l 5 ö I 0 4 1 7 0 1 1 Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeben Dienstag, Donnerstag und Samstag„ 1 a Abonnements ⸗ Einladung. Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf den Anzeiger für Oberhessen, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, 0 Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. Derselbe bringt rie kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten und ö N wichtigsten Tagesbegebenheiten, allgemein belehrende und unterhaltende Aussätze, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nach- N richten, Markt- und Cours-Berichte, Verloosungen von Staatspapieren und lokale Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungs- Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Räthsel, Bilderräthsel i. Die stets wachsende Zahl der Abonnenten muß uns die erfreulichste Aufmunterung sein, die Geschäfte der Redaction in der bisher eingehaltenen Weise fortzuführen. 1 Das Abonnement beträgt bei der Verlagsexpedition wie bisher ohne Bringerlohn halbjährlich 1 fl. 5 Für diejenigen auswärtigen Abonnenten, welche das Blatt durch die Post beziehen, tritt jedoch, wie bereits mitgetheilt, mit dem neuen Jahre in Folge der Berechnung höherer Besörderungsgebühren von Seiten der Postverwaltung eine Preissteigerung ein, wodurch sich bei der Post das Abonnement mit Bringerlohn auf vierteljährlich 47 kr. stellt. 0 2 Nach Aufhebung unseres Vertrags mit der Post kann der Anzeiger nach auswärts auch durch Privatboten bezogen werden. 1 Bestellungen beliebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter⸗ brechung eintritt. Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das neue Jahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich apa NH unt HAhνινννẽmN]νννν¼Bufu˙ι f Abbestellung erfolgt. Die Redaktion. 5 Amtlicher Theil. Betreffend: Die Malhildensiiftung im Kreise Irtedberg. Friedberg den 10. December 1868. 1 J 5 5. 5— a— f 5 99 0 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 4 Der Rechner der Mathildenstiftung zur Rettung verwahrloster Kinder im Kreise Friedberg beabsichtigt, die vom zweiten halben Jahre, also den Monaten Juli bis December l. J. einschließlich, zu bezahlenden Pflegegelder am U 13 Dienstag den 29. December l. J. aus zubezahlen. Diejenigen von Ihnen, in deren Gemeinden derartige Kinder untergebracht sind, werden daher aufgefordert, die betreffenden Pflegeeltern anzuweisen, sich an genanntem Tage dahier einzufinden und ihr Guthaben an der Kasse unsrer Stiftung in Empfang zu nehmen. Namentlich trifft dies auch diejenigen Pflegeeltern, welche erst während des 4. Quartals d. J. Kinder zur Verpflegung übernommen haben. bosen F 2 1 Betreffend: Die Aufnahme des Vlehstandes im Jahr 1868. Friedberg den 11. December 1868. — Die a t nes inn f g an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Bönstadt, Dorheim, Dorn-Assenheim, Griedel, Ilbenstadt, Ockstadt, Oppershofen, Ostheim, IL f Schwalheim, Södel, Steinfurth, Trais⸗Münzenberg, Weckesheim, Wisselsheim. ö Wir sehen der sofortigen Einsendung der Viehstandstabellen für 1868 umgehend entgegen; da alle übrigen bereits eingelangt sind. 11 a T t sch. — Hessen. Darmstadt. Dem Vernehmen] vorher schon ein jährliches Einkommen von 400 die kriegerischen Befürchtungen im verflossenen U 1 nach wird die Majorität des Ausschusses die Gulden beziehen. Sommer nicht unbegründet gewesen seien, als Wahl des Abgeordneten von Biegeleben aus— Die„Main-⸗Zeitung“ ist angeklagt wegen vielmehr nur gesagt haben, daß das Verhalten formellen Gründen beanstanden. Verltumdung und Egzrenkränkung des geheimen des Kurfürsten an Ungenirtheit in dem Maße zu⸗ auß. 3— Aus dem Berichte des Finanzausschusses Staatsraths Franck. genommen als das Kriegs geräusch in den Zeitungen — 7 über den Gesetzentwurf, betreffend die Erhebung— Die Arbeiten an der Riedbahn schreiten, gestiegen sei— ein Zeichen, daß der Kurfürst en ver Staatsauflagen in den ersten sechs Monaten wesentlich auch durch günstige Witterungsverhält⸗auf einen ausbrechenden Krieg seine Hoffnungen dn 1 des nächsten Jahres, ist ersichtlich, daß die Jahree- nisse gefördert, in erfreulicher Weise voran. gesetzt hätte-— und das Treiben des Kurfürsten . 1 aus gabe, ungeachtet der Erhöhung der Einnahmen Bereits gehen Materialzüge bis in die Nähe der nur dann wieder einigermaßen nachgelassen habe, 9 art ver auf 10,079,113 fl., ein Defizit von 236,85 1 fl. Station Wolfskehlen und ist gegründete Aussich: als in Folge eines unerwarteten Ereignisses— „ent. gnachweist. Die Erhöhung der Einnahmen beziffert vorhanden, daß die Strecke Darmstadt- Gernsheim die spanische Revolution— auch jener Kriegslärm err ssich: aus Domänen auf 120,000 fl. aus direkten im Laufe des Februar nächsten Jahres in Betrieb der Presse wieder verstummt war. Wahl, 5. Steuern, einschließlich Einkommensteuern, auf genommen werden kann.— Im Abgeordnetenbause kam der Etat des 0. 1 500,81 U fl., aus indirekten Auflagen auf 167,600 fl. Preußen. Berlin. In der Sitzung der Cultusministeriums zur Discussion. Gegenüber . und aus Einnahmen aus verschiedenen Quellen Beschlagnahme⸗Commisssion über das Vermögen dem Abgeordneten Richter(Sangershausen) hält ens. 7 auf 60,475 fl. Die Ausgaben für die Civil- des Cx-⸗Kurfürsten erklärte Minister⸗Präsident der Cultusminister eine Entgegnungsrede, worin — ö sächer vermindern sich um den geringen Betrag Graf von Bismarck: Der Kurfürst babe auf die er erklärt, er sei seiner Richtung stets treu geblie von 28,298 fl., dagegen sind die Kosten des herannahende Kriegsgefahr gerechnet und wieder- ben, indem er gleichzeitig verheißt, für die Syno⸗ . Militärs höher als im vorigen Budget um holte Warnungen unbeachtet gelassen. Die Be- dalverfassungen bestens wirken zu wollen. Die 2 1,489,632 fl. Das Defizit findet seine Deckung sorgnisse vor einem Ausbruch des Krieges waren Regierung sei sich der Pflicht bewußt, in den. det dau durch das Mehrergebniß der in diesem Jahre vorigen Sommer nicht unbegründet und wurden neuen Provinzen die freie Entwicklung der evan⸗ erhobenen Einkommensteuer. Für die nächsten nur durch ein unverbofftes Ereigniß beseitigt. gelischen Kirche zu fördern. Die preupischen ber/ Jahre der Finauzperiode ist durch die einzufüh⸗ In Hietzing bestehe ein preußenfeindliches Agita⸗ Lehranstalten schreiten nicht rückwärts, wenn auch 14721 rende Klassensteuer die Deckung des Defizits zu tionscomite, welches welsische, hessische, dänische zugegeben werden müsse, daß fortgesetzter Eifer f K erwarten. und republikanische Mitglieder zäble. Die Regic⸗ und Fleiß nöthig seien, um Preußen die ihm ge- aut!— Die in voriger Nummer d. Bl. enthaltenen, rungsvorlage wurde schließlich mit 13 gegen 1 bührende Führung Deutschlands auch auf diesem 13 15 den Gesetzentwurf über Einführung einer allge- Stimme(Virchow) genehmigt mit dem Amende- Gebiete zu sicheru.— Indem die„Kreuzzeitung“ 1⁴ 2 meinen Einkommensteuer betreffenden Mittheilungen ment, daß die Aufheburg der Beschlagnahme nur auf die Mittheilungen verschiedener Blätter üder ursch bedürsen insofern der Berichtigung, als zu den durch ein Gesetz zulässig sei. a den Vorschlag zurückkommt, den Status quo in — e 1 Steuerpflichtige nicht allein alle diejenigen her-— Nach einer in unterrichleten Kreisen eur⸗ Deutschland unter die Garantie der Mächte zu irn 5 argezogen werden, welche das 18. Lebensjahr sirenden Version soll Bismarck in der Beschlag⸗stellen, sagt sie: es steht fest, daß Deuischland 2 3 sondern auch diejenigen, welche nahme-Commission weniger belont haben, daß! keine unberechtigte Einmischung in seine Angelegen- Ne haben, 5 heiten dulden wird; die Mächte, welche den Frieden zu erhalten wünschen, thun am besten, den Hetzereien von gewisser Seite entschieden ent— gegenzutreten. Wiesbaden. Durch ein in den letzten Tagen an die Schulinspektoren des Regierungs- bezirks Wiesbaden erlassenes Reseript der königl. Regierung dahier wird(nach dem„Rh. Kur.“) „Augsb. Postztg.“: Sicherem Vernehmen nach Achtung, Zutrauen und Leben. kann sich der wahre Frieden gründen.“ Frankreich. Paris. 4 Völkern der verschiedenen Länder, insbesondere der une, mit all unserer Kraft auf die friedlichen Verkehr mit unseren Nachbarstaaten, soll dadurch Erklärungen zu verweisen, welche wir fortwährend gefördert werden. Aus diesem Verkehr entstehen abgelegt haben. Wir rathen von Neuem unseren Darauf allein[politischen Glaubensgenossen, mit der Beharrlich⸗ keit einer tiefen Ueberzeugung, die öffentliche Ord— Die Mächte leihen nung und die Achtung vor dem Gesetz um jeden baupksächlich zweien Forderungen der Türkei ihren Preis aufrecht zu erhalten, als das sicherste Mittel, ] Beistand, nämlich daß Griechenland den Wer- den schließlichen Triumph der republikanischen die Einführung des Turnunterrichts in die Schulen bungen für Creta Einhalt thue und den Cretensern angeordnet.— Aus Nassau schreibt man der die Heimkehr erleichtere. 4 5 — Die„Liberte“ theilt mit, daß sie mehrere Abends verlängert worden, um dem Präsidenten Prinzipien herbeizuführen. — Der Waffenstillstand ist bis zum 11. ds. beabsichtigt der hochw. Bischof von Limburg, Briefe vom 6. und 7. Dezember aus Madrid des republikanischen Comite's Zeit zu lassen, nach baldigst von der Verwaltung seines Bisthums zurückzutreten. — Nach der„Mittelrh. Ztg.“ sind die Ver— messungsarbeiten der in Aussicht genommenen direkten Bahnverbindung der nassauischen Staats- bahn mit Frankfurt bereits in Angriff genommen worden. Die Bahnlinie wird(wie schon bemerkt) mit Umgehung der Station Castel(der Taunus— bahn) von Mosbach direkt über Hochheim ꝛc. : 5 0; neigt, dieses] den spanischen Thron zu setzen. Der Gaulois e de erinnert hierbei an den Vers eines spanischen f ü r 4 1 Dichters, der sich folgendermaßen ausspricht: Die anzusehen, um die Taunus⸗Eisenbahn-⸗Gesellschaft Könige, welche ait Flintenschüssen fahre earn 5; 8 den, können vielleicht wiederkommen, aber die, Regierung beabsichtigten Ankauf der Bahn zu welche man mit dem Besenssiel sorigesagt hal, — Die hessische Ludwigsbahn sucht um die] kommen nie zurück. — Der„Constitutionnel“ hat vollen Grund, zwischen Mainz und Wiesbaden durch das Erben- zu glauben, daß die Diplomatie bis zum 17. d. heimer Feld nach und verzichtet hierbei auf die einen befriedigenden Ausgleich zwischen der Türkei und Griechenland zu Stande gebracht haben werde. — Die„Epoque“ veröffentlicht Privatdepeschen wird Graf v. Bismarck von Berlin hier eintreffen. aus Madrid, welche melden, daß die Rebellion Derselbe wird den zu Ehren des Geburtstags des in Cadix fortdauere und in Navarra eine In- Königs bei den Staatsministern Freiherren von surrection ausgebrochen sei. In den Regierungs- Friesen und v. Fabrice stattfindenden Festlichkeiten[kceisen herrsche Uneinigkeit. — Den ministeriellen Blättern zufolge gestaltet Baden. Karsruhe. Der in der Offenburger ssich die Lage der Dinge in Spanien sehr ernst. Angelegenheit gemachte Vermittelungsvorschlag auf] Die Karlisten bereiten eine Bewegung in Ara⸗ Einberufung eines außerordentlichen Landtags be- gonien vor. 5 fang 5 0 5— Die Blätter melden eine Feuersbrunst in den 11 und zwar im Erdgeschoß des an . 917 4j 0 die Rue de Rivoli stoßenden Flügels, welchen der W Minister des kaiserl. Hauses, Marschal Vaillant, heilen kann, einen Bruch, der durch das ganze inne hat. Man wurde erst nach mehreren Stunden Land sich zu verbreiten droht und Niemand er- des Feuers Herr und der im Innern des Ge⸗ freuen würde, als unsere Feinde, so ist es ein bäudes angerichtete Schaden scheint nicht unbe- baldiges offenes Aussprechen der Wünsche und trächtlich zu sein. rasche Vorgehen vorläufig nur als eine Pression zur Einwilligung in den von der preußischen bestimmen. Concession zu einer direkten Eisenbahn-⸗Verbindung Zinsgarantie durch den Staat. Sachsen. Dresden. Nach dem„Dr. J.“ beiwohnen. ginnt im Lande Anklang zu finden. So hat die„Kon⸗— stanzer Zeitung“ in ihrer heutigen Nummer einen etwas den Bruch zwischen ehemals Gleichgesinnten Klagen von Angesicht zu Angesicht.“ die griechische Regierung bis jetzt noch, auf dit aus Athen. Triest. Die Levantepost bringt Nachrichten Gränze aufzustellen. Schweiz. Bern. Der Präsident des wodurch die intellectuelle Entwicklung und die erhalten, Verträge über den Postverkehr mit 1 0 5 In der zweiten Oesterreich. Das Wiener„Tel. Corr.- Kammer stellte der Justizminister Bara seft, daß Bureau 617 Athen, 12. Det. Ungeachtet der die Brandlegungen von St. Genois das Ergebniß dringendsten Vorstellungen Seitens der Schutz der vereinigten Hetzereien der Geistlichkeit und der mächte, sowie Oesterreichs und Italiens, verweigere klerikalen Presse seien. Großbritannien. London. Das Par- Forderungen der Pforte einzugehen; der türkische lament ist am 10. d. zusammengetreten und wurde Gesandte, Photidiades⸗Bey, rüstet sich zur Abreise] der frühere Sprecher ohne Opposikion wiedergewählt. Die Vereidigung der Mitglieder hat begonnen. — Die„B. B Z.“ erhält von einer ange- aus Athen vom 5. d. Abends. Zu dieser Zeitsssehenen Londoner Firma folgende Mittheilung: war die Regierung eutschlossen, die türkischen] In Bezug auf die Nachricht über den Wegfall Forderungen zurückzuweisen. Die Stimmung war der in England seither üblichen drei Respektlage äußerst aufgeregt, die Journale voll kriegcrischer für Wechsel ist zu bemerken, daß allerdings in der Artikel Man sprach von der Errichtung von 30] Sommer- Session des Parlaments eine Bill für Bataillonen Freiwilliger. Ein Theil der Armee] die Abschaffung derselben eingebracht worden, aber sollte Befehl erhalten haben, sich im Bertiche der] nicht durchgegangen ist. Die Respekttage bestehen also bis auf Weiteres wie bisher. Spanien. Madrid. Die Lage der Re⸗ Nationalraths sagte in seiner Eröffnungsrede: gierung ist sehr peinlich und voller Verlegenheit, „Das Leben der Völker besteht nicht in Kriegen] denn die Unruhen in den Provinzen nehmen zu. und großen politischen Schlägen, welche Verstand Die Finanzsituation verhindert einen guten Erfolg und Gemüth der Bevölkerungen ganzer Welttheile f des Anlehens und die Regierung befindet sich ohne in Aufregung bringen; die Völker widmen ihre Hülfsquellen, wenn ihre Ausgaben durch die Zeit vorzugsweise den Zwecken des Friedens, Kosten der Truppenbewegungen sich vermehren. — Aus Cadix eingelaufene Nachrichten melden, materielle Wohlfahrt in der Regel weitaus besser daß der Kampf daselbst blutig und erbittert war. gefördert werden, als durch Kriege, welche zerstören Das Volk hat den Kampf begonnen, indem es und vernichten: denn nicht immer steigt aus den die Truppen verhinderte, nach Puerto Santa Ruinen ein verjüngter Phönix empor. Ich finde Maria zu gehen. mich zu dieser Betrachtung bewogen, wenn ich mit der Publication einer Kundgebung des Gou⸗ jetzt wie im Sommer unter den Verhandlungs- verneurs beauftragt waren, wurden vom Volk gegenständen Verträge erblicke, welche durch die getödtet. Zustimmung der gesetzgebenden Räthe Rechtskraft Waffenstillstand wird erst am 11. d. endigen. — Das republikanische Comite von Madrid mehreren Staaten Europas, Handelsverträge, hat unterm 7. d. folgende Erklärung veröffent- Auslieferungsverträge. Der Verkehr unter den licht:„Eine heilige gebieterische Pflicht veranlaßt Die Artillerie hat stark gelitten. Der erhalten habe, welche Spanien als unmittelbar vor jenem Zusammenstoße stehend hinstellen, der so leicht vorauszusehen war und den die Repu— blikaner sich jetzt anstrengen, um jeden Preis zu vermeiden. — Der„Gaulois“ theilt mit, daß die frü— heren Räthe Isabellens in Paris über die geeig- 0 neten Mittel berathen, ihre Herrin wieder auf] Jahres 1869 erneuert. Vierzehn Artilleristen, welche Cadix zu kommen. Wenn die Unterhandlungen zu keinem Ziele führen, so ist die Regierung ent— Aufstand energisch zu unterdrücken. Italien. Die französischen Behörden von Civitavecchia haben die Lieferungen für das Militärhospital daselbst für die ganze Dauer des Rußland. Die„Russische Telegraphen⸗ Agentur“ meldet aus Konstantinopel: In Folge der energischen Schritte des russischen Botschafters stellten Frankreich, England und Preußen der Pforte vor, daß die von ihr gegen Griechenland beabsichtigten strengen Maßregeln die Erhaltung des Friedens bedrohten. Die Pforte hat darauf— hin den definitiven Bruch mit Griechenland um einige Tage verschoben.— Die Türkei concentrirt in Thessalien eine Invasionsarmee von 40,000 Mann, im Falle es zu einem Kriege mit Griechen⸗ land kommen sollte. Amerika Newyork. General Grant schloß sich dem Vorschlage Sheridan's an, die Indianer- Angelegenheiten an das Kriegs departement zu übertragen, sowie er der Ansicht beipflichtet, daß die Reduction des Heeres bei der Aussicht auf einen Indianer krieg nicht rathsam sei, auch für die Südstaaten Truppen nöthig bleiben. Fort Laffapette ist durch Feuer zerstört worden. — Die Repräsentantenkammer hat beschlossen, die ganze bezüglich der Frage des„Alabama“ gewechselte Correspondenz einer Prüfung zu unter- werfen.— Offizielle Nachrichten aus Havanna vom 8 Dezember melden, daß Graf Balmaseda die Empörer in einem auf dem Gebirge Alta Gracia gelicferten Kampfe geschlagen hal. Die Berichte der Empörer melden das Gegentbeil.— Die erste spanische Truppensendung ist in Havanna eingetroffen und trat sofort ihren Marsch gegen die Aufständischen an. Washington. Der Monatsausweis des Staatssekretärs per 1. Dezember ergibt als Stand der Staatsschuld 2,645, 750,000 Dollar, gegen 2641 Millionen am 1. Nov. Der Cassenbestand betrug 106,705,000, davon 88½ Millionen in baarem Gelde, gegen 14 Millionen Dollars am 1. November. Aus dem Kreise Nidda. Der Sturmwind vom 7. d. hat in unsern Wäldern arg gehaust. In einem Distrikte bei Gedern sollen 1000 Fichten durch die Gewalt des Windes meist abgebrochen worden sein. Von den Pappeln auf dem Schloßberg zu Gedern ist eine der stärksten eiwa 3 Fuß über der Erde abgebrechen worden. Fritzlar. Elne der bei dem Unfall in der Domkirche anwesenden Frauen ist auf wunderbare Weise dem trauri⸗ gen Schicksale vieler Anderen entgangen. Sie saß mit vier Andächtigen auf ein und derselben Bank. Alle vier wurden erschlagen, ihr— nur das offen vor ihr liegende Gesangbuch mit dem Blut der Getödteten bespritzt. Die beiden unter den Todten befindlichen Männer standen fast in unmittelbarer Nähe der ganz unversehrten Orgel; sie beugten sich aber gerade etwas vor, als der Steinwurf mit solchet Gewalt kam, daß sie in das Schiff der Kirche geschleudert wurden. Von den Getödteten wurden vor⸗ gestern Nachmittag 6, gestern Morgen 6 und gestern Nach: mittag die letzten 9 unter großer Theilnahme beerdigt. Mehrere der stark Beschädigten lassen wenig Hoffnung zum Aufkommen übrig. Gelnhausen. Bei dem in der Nacht vom 6. auf den 7. herrschenden Sturme brach dahier ein Brand aus, welchet vier Häuser in Asche legte und die katholische 11 die Pfarrwohnung und das Schulgebäude be— schädigte. Aus Herrieden, 7. Dec., wird der„Fränk. Ztg.“ geschrieben: Ein im nordwestlichen Europa hereingebrochenes ungewöhnlich tiefes Luftthal mit sehr heftiger warmfeuchter Aequatorial⸗ Luftströmung bewirkte für Central⸗Europa eine solche Temperatur⸗Erhöhung, daß heute Morgens 8 Uhr das Thermometer dahier auf 11.70 R,. stieg, um 0.5 höher als das Maximum(1823 und 1839) der 5 jährigen schlossen, den bis jetzt auf Cadix lokalisirenden ab testi 40,000 Yniechen Wanza gegen it des Stand gegen bestand al in r an D. nit Le vic December- Beobachtungen ergibt. Bei den großen Luft⸗ druckdifferenzen und dem sehr unruhigen Luftmeer wird indessen auch dieses Wetter nicht sehr lange dauern. Die Wärmeunterschiede Europa's waren vorgestern Morgen 8 Uhr 27.20. Augsburg. Eine verwickelte Geschichte wird von hier gemeldet: Letzten Freitag wollte eine Kellnerin Baum— wollgarn auf einen Knäuel wickeln und nahm aus Ver— sehen dazu 52 Stück verschiedene Banknoten ihres Dienst— herrn, der sie aber glücklicherweise bei dieser Wickelei über— raschte, ehe die Banknoten noch ganz verschwunden waren. Bei näherer Durchforschung ihres Koffers fanden sich noch allerlei Verwickelungen, und so wurde denn die Wicklerin der Polizei übergeben. „ Der Giftmordprozeß zu Marseille, wel— cher dieser Tage vor den Assisen zur Verhandlung kam, füllt die Spalten der französischen Blätter und läßt in der That noch tiefere Einblicke in die Abgründe mensch- lichen Gemüthes thun, als der kürzlich erwähnte Prozeß Jeannaret. Drei Frauen(Madame Ville, Madame Gabriel und Madame Salvago) haben ihre Männer er—⸗ mordet, weil ihnen dieselben bei ihren Liebschaften un— bequem waren. Den Unterhändler, beziehungsweise Lie— feranten bes Giftes, machte ein Winkel-Apotheker, Namens Frangois Joye, während eine Kartenschlägerin, eine gewisse Lambert, durch ihre dunklen Prophezeihungen in den Ge— müthern der drei Frauen den Boden lockerte, auf welchem jene Gräuelthaten emporwuchern sollten. Der Beihülfe angeklagt sind außerdem die Frauen Dye, Mutter der Witwe Gabriel, und Palmyra Flayol. Die Entdeckung führte der verheirathete Maurermeister Marino in Mar- seille herbei, welcher ein Liebes verbältniß mit der einen der Angeschuldigten, der Wirthin Ville, unterhielt, deren baumstarker Mann auf dem Siechbette lag. Kam nun der Tod des Mannes dem Liebhaber und andern Gästen verdächtig vor, so wurde Marino in seinem Argwohn noch mehr bestärkt, als seine rechte Frau ihm einst weinend entgegenkam, das Liebesverhältniß vorwarf und dazu be— merkte, auch sie solle von der Ville vergiftet werden; die Kartenschlägerin Lambert habe ihr das im Vertrauen mit⸗ getheill; der Kräuterhändler Joye werde das Gift liefern. Marino, dem dabei der Gedanke kam, das Morbweib könne, dermaleinst seiner überdrüssig, auch ihn opfern, suchte sie von nun an daburch unschäblich zu machen, daß er ihr das Geständniß ber Ermordung ibres Mannes nebst Nebenumständen entlockte und zu diesem Zweck ihr weiß machte, um sie heirathen zu lönnen, wolle er seine eigene Frau vergiften. Die also Bethörte nahm den Vor⸗ schlag lebhaft au und adressirte ihn an den Mittelschaffer Joye, theilte ihm auch gesprächswelse die Namen mehrerer Frauen mit, welche, wie sie, ihre Männer aus der Welt geschafft. Als Marino zu Joye kam, war Letzterer auf sein Kommen schon durch die Ville vorbereitet worbenz er erhielt daher ohne viel Bitten gegen Erlegung einer Summe das verlangte Gift nebst einer ganz genauen Gebrauchsanweisung. Schon Tags zuvor hatte Marino den Staatsanwalt von dem ganzen Handel in Kenntniß gesetzt, die Polizei lag auf der Lauer, und so erfolgte denn die gleichzeilige Verhaftung Joye's, der Ville, der Lambert und der anderen namhaft gemachten Frauen. Der Assisenhof verurtheille den Kräutersammler Joye und die Frauen Ville, Gabriel und Lambert zu lebenslänglicher, Frau Salvago zu 20jähriger Galeere und sprach die ebenfalls angeklagten Frauen Dye und Flayol frei. An sämmtliche Großherzogliche Bürgermeistereien des Rentamts- bezirks Nidda. 3078 Wegen der Feiertage fallen den 25. und 26. Dezember 1868 die gewöhnlichen Zahl— tage aus und werden dagegen Dienstag den 22. und Mittwoch den 23. d. Mt s., Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr, außerordentliche Zahltage in dem Rentamtsbüreau zu Reichelsheim abgehalten. Dieses ersuchen wir Sie im Interesse Ihrer Ortsangchörigen durch die Schelle bekannt, machen zu lassen. Reichelsheim i. d. W. den 10. Dezember 1868. Großherzogliches Rentamt Nidda W * 2 R 0* 1 Möbel⸗Versteigerung. 3059 Nächsten Dienssag den 15. d. M, Nachmittags 2 Uhr, werden auf Anstehen des Hin. Loule Baucher im neuen Conversatlonshause dahier nachverzeichnete Mobilien: 1 Soppa, 1 Causeuse mit 6 Stübten, 1 Commode, 2. Bellstellen mit Matrazen, 1 zweischläftige franzö⸗ fische Belistelle, 1 Kinderbett, 2 große Spiegel mit Goldrahmen, 1 ovaler Tisch, 1 Nacht⸗ und 2 Wasch⸗ tische, 3 Vorhänge, 7 Rouleaux, 1 Badewanne, 1 Kiste, 1 Korb, 1 Arbeitstisch und andere Gegen⸗ slände, abzugsbalder an den Meistbietenden gegen gleich baare Zahlung versteigert. Naubelm am 10. Dezember 1868. Der Stadtischreiber Schutt. Dekanntmachung. „Main ⸗Weser⸗ Bahn. 3074 Montag den 4. Januar 1869 wird bet der Wärterbude Nr. 127 in der Nähe des Dorfes Kölbe zwischen Marburg und Kirchbhatn, eine Haltesselle für die Beförderung von Personen, einschließlich Militärs, nach und von den Stationen Marburg und Kirchhain und zwar bis auf Weiteres mit den Zügen III, XVI und XV und XII, XIV und XX des Fabrplanes vom 15. Juni d. J. eröffnet werden. Die Abfahrt von Kölbe findet slatt: I. Nach Kirchhain mit Zug III um 5 Uhr 5 Minuten Vormittags, „„ 2* Nachmittags, h Nachmittags. II. Nach Marburg mit Zug XII um 10 Uhr 26 Minrten Vormittags. . 3„ 5„ Nachmittags, „„ XIX„ 9„ 24„ Nachmittags. Neisegepäck kann von allen Stationen der Maln⸗ Weser⸗Dabn nach Kölbe expedirt werden, das daselbft zur Beförderung über Marburg oder uber Kirchhain binauszugehende Gepäck wird von den letztgenannten Statlonen nach Kölbe rückwärts und weiter vorwärs expedirt und ist hierbei die tarifmäßige Taxe von Kölbe nach Alrchbain beziehungswelse Marburg unt von da bis zur Bestimmungt nation zu entrichten. Cassel den 8. December 1868. Königliche Dire tion der Main⸗Weser⸗Bahn. Arbeits- Versteigerung. 3079 Mittwoch den 16. December l. J., Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu O stheim nachflehende Arbeiten und Lieferungen unter den vor der Versteigeru g bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert und in Accord gegeben werden, nämlich: 1) Dachdeckerarbeit, veranschlagt zu 55 fl. 2) Maurer- und Weiß binderarbeilt 147 3 Glaserarbeit 8„ 4) Schlosserarbeit 1251 5) Schmiedearbeit 10 00 Lieferung von Firf- u. Plattztegel 7 Butz dach am 11. December 1868. Der Bezirks⸗Bauaufseher Bur ck. Bekanntmachung. 3076 Mitwoch den 16 December l. J., Nachmittags 3 Uhr, wird in biesigem Rathhause 1 einspänniger Wagen öffentlich meißt ietend versteigert. Friedberg den 11. December 1868. Großperzegliches Ortsgericht Friedberg Joucar. Benachrichtigung. 3075 Die Inhaber von Partla“ ⸗Obligattonen ver Gemeinde Ossenbeim können die necen Zinscoupons auf weitere 10 Jahre, gegen Rückgabe der Talons in dem Büreau der Großherzoglichen Bürgermelsteren Ossen⸗ Ausverkauf eines großen Kinderspielwaaren- Lagers. 3087 Donnerstag den 17. Dec. d. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, wird auf freiwilligen Antrag des Bürgers und Kaufmanns Karl Bingmann dahler ia dessen Bebpausung ein großes Kinderspielwaaren⸗Lager, um mit diesem Artikel förmlich aufzuräumen, öffentlich melft⸗ dietend gegen Baarzoblung verfßetgert. Friedberg den 14. December 1868. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar. Steinkohlen, 2128 nur Stücke, bester Qualität, per Waggon 2 200 Centner zu 88 fl. Kleinere Quantitäten in meinem Magazin an der Bahn 3 Centner 30 kt. empfiehlt Bad Nauheim. Jacob Schimpf. 3080 Für bevorstebende Weihnachten empfehle mein aufs reichbaltigste assortirtes Lager aller Sorten Har⸗ monikagen neuester Construction. Reparaturen obiger Instrumente sowie Orgeln, Bandonions, Harmoniums und Fis⸗Harmonika's werden prompt und billigst besorat. Jakob Rieck, Markt Nr. 46, heim von heute an in Empfang nehmen. Mittwoch den 23. Dezember können die Coupons in Friedberg im Hotel Schott von 1 bis 4 Ühr Nach⸗ mittags in Empfang genommen werden. Ossenbeim den 11. December 1868. Großherzogliche Bürgermeisterel Ossenheim Maul. Bekanntmachung. 3081 Freitag den 18. d. M., 11 Uhr Morgens, wird ein gut genährter, zur Nachzucht untauglich gewordener Gemeinde ⸗Bullen auf biesigem Rathhause meisibietend versteigert. Pfaffenwies bach den 12. December 1868. Ru pep, Bürgermeister. Arbeits ⸗Versteigerung. 3084 Montag den 21. d. M., Mittags 2 Übr, soll auf dem Rathhause zu Rodheim die an dem Kirch⸗ thurmdache daselbst nöthige Dachdeckerarbeit, veran- schlagt zu 383 fl. 10 kr., nochmals an den Wenigst⸗ nehmenden öffentlich veraccordirt werden. Vilbel den 14. December 1868. In Auftrag Großherzoglicher Bürger meisterel Rodheim Bo el, 1 Bezirke⸗Bauaufseber. Holz Versteigerung. 3083 Freitag den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen im Nieder⸗Mörler Gemeindewald, Schlag Nr. 10, bei dem Forsthaus Wintersteln nachstebende Holzsortimente an den Meistbietenden versteigert werden: 6600 Wellen Birken Durchforstungsholz, auch zu Besenreisern geeignet, 750 Wellen gemischtes Durchsorstungsholz und 600 Wellen Fichten. Die Zusammenkunft ist im Schlag selbst, und wird gegen genügende Bürgschaft Zahlungofrist bis zum 1. Juli 1869 gestattet. Nieder⸗Mörlen den 12. December 1868. Großherzogliche Bürgermeisterel Nleder⸗Morlen Feinsten Vorschuß 3020 zu 15 kr. bei Friedberg. Löb Strauß. 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