derin ada 1868. Samstag den 15. August. N 96. nzeiger für Oberhessen. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Jutelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. — — Amtlicher Theil. Betreffend Neues Controlebuch für die Gemeinde Pohl-⸗Göns. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unterm 11. Juli d. J. wurde ein Controlebuch für die Gemeinde Pohl-Göns von uns abgesendet, was daselbst nicht eingelangt sein soll. hierher berichtlich anzeigen wollen. Betreffend: Den Audienztag bei Großherzoglichem Kreisamt. ffselde an die sel b Friedberg am 12. August 1868. Sehen Sie nach ob dasselbe irrthümlich an eine von Ihnen gelangt ist, in welchem Falle Sie es nach Pohl-Göns absenden und dies Dr A F Friedberg den 13. August 1868. 2 n. f Obgleich wir Ihnen schon me hrfach haben aufgetragen, in Ihrer Bürgermeisterei öffentlich bekannt machen zu lassen, daß nur der Dienstag in jeder Woche, sehr eilende und dringende Fälle ausgenommen, für diejenigen Angelegenheiten, in Ansehung welcher eine persönliche Verhandlung und Besprechung von den Kreisangehörigen für nöthig erachtet wird, als Audienztag bestimmt ist, und sie nur an diesem Tage darauf rechnen können, daß sie sich nicht vergeblich an den Sitz der Kreisverwaltung begeben, so werden wir doch täglich mit persönlichen, durchaus nicht eilenden Anfragen, Gesuchen und dergleichen belästigt und in der übrigen Arbeit gestört, daß dies in der seitherigen Weise nicht mehr zugelassen werden kann. Veröffentlichen Sie daher wiederholt das Vorstehende mit dem Anfügen, daß an andern Tagen als dem Dienstag, nur von 11 bis 12 Uhr Vormittags in dringenden Fällen persönliche Anfragen zugelassen werden. er A p Hessen. Darmstadt. Das Großherzog ⸗ liche Regierungsblatt Nr. 44 enthält: I. Bekanntmachung der Großherzoglichen Ministerien des Innern und des Kriegs, die Einführung Preußischer Militär⸗Gesetze und Verordnungen(über Vorspannleistung, Unterstützung der bedürftigen Familien zum Dienste ein⸗ berufener Reserve⸗ und Landwehrmannschaften, Kriegs⸗ leistungen und deren Entschädigung) im Großherzogthum detreffend. II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den Verkehr mit Spielkarten im Zollverein de treffend. III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Erhebung der Uebergangssteuer von Branntwein, Bier und Malz im Königreich Würtiemberg betreffend. Im Königreich Württemberg ist angeordnet worden, daß vom 1. Juli d. J. an den Uebergangssteuern von Bier, Malz und Branntwein ¼80ů ihres bisherigen Betrags bei der Erhebung zuzulegen und daß ebenso bei dem Nachlaß oder der Rückvergütung dieser Steuern zu verfahren ist. IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriumse der Finanzen, die Aufhebung der Großherzoglichen Direction der Main⸗Weserbahn zu Gießen betreffend. Nach Art. 2 des zwischen der Großherzoglichen Regierung und der Königlich Preußischen Regierung abgeschlossenen Staato⸗ vertrags vom 30. Mai l. J. über die Abtretung der Verwaltung und des Betriebes der im Großherzoglichen Gebiete belegenen Strecke der Main-Weserbahn an die Königlich Preußische Regierung hat die Großherzogliche Direction der Main⸗Weserbahn zu Gießen am 31. v. M. ihre Functionen eingestellt und sind am 1. l. M. die Functionen dieser Behörde an die Könichlich Preußische Direckion der Main⸗Weserbahn zu Kassel übergegangen. V. Abwesenheitserklärung. In dem auf Abwesenheits⸗ erklärung des Wilhelm Haas aus Mainz eingeleiteten Versabren ist durch Urtheil Großherzoglichen Bezirksge⸗ richts Mainz vom 8. Mai 1868 Beweisverfahren ange⸗ ordnet worden. VI. Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst zu verleihen geruht: am 2. Juli dem Fabrikanten Cornelius Wilhelm Heyl in Worms das Ritterkreuz 1. Kl. des Philipps⸗Ordens;— am 3. Juli dem Bauaufseher bei dem Kreisbauamt Worms Adam Köhler, in Rücksicht auf seine geleisteten 50jährigen neuen Dieuste, das allgemeine Ehrenzeichen mit der In⸗ schrift:„Für 50jährige treue Diensse“?;— am 4. Juli dem Landgerichtsdiener bei dem Landgericht Zwingenberg Friebrich Heilmann, in Rücksicht auf seine geleisteten 50jährigen treuen Dienste, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrist:„Für 50jährige treue Dienste“!;— am 31. Juli dem Distrietseinnehmer ber Districtseinnehmerei Butzbach II. Caspar Schaarmann, mit Rüchsicht auf seine 50jährigen treuen Dienste, das Ritterkreuz zweiter Klasse des Philipps⸗Ordens. VII. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Orbens. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnätigst geruht: am 22. Juli dem Commerzienrath Dranz Anton Pro bst zu Mainz die Erlaubniß zur An— nabme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät bem Könige von Preußen verliehenen rothen Adlerordens vierter Klasse zu ertheilen. VIII. Versetzungen in den Ruhestand. Seine König⸗ liche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 25. Juli den Kassier bei der Verwaltung Heidelberg der Main⸗Neckar⸗Eisenbahn Heinrich Schleuning in den Ruhestand zu versetzen. IX. Concuitenz für: die evangelische Pfarrstelle zu Wendelsheim mit einem Gehalte von 1505 fl. 50 kr. Friedberg.„Preußen ist zu klein für die Uebungen seiner Artillerie,“ hat unlängst ein Blatt gesagt. Die Sache verhält sich richtig, denn es wird schwer sein, eine so menschenleert Gegend aufzufinden, daß nicht die dringende Ge— fahr vorhanden ist, die weit treibenden Geschosse schlagen unvermuthet in sehr entfernten Orten ein und richten Verheerungen an. Aus allen Landes- theilen, wo in der letzten Zeit Schießübungen statt⸗ gefunden haben, laufen Nachrichten ein von dem Schrecken, den weit über die angenommene Tragweite hinaus vagabondirende Kugeln verursacht haben. Nur wie ein Wunder muß es erscheinen, daß bis jetzt kein Menschenleben auf diese Weise verloren gegangen ist, und ob zuverlässige Vorsichtsmaß⸗ regeln getroffen werden können, erscheint bei der weiten Flugbahn und der Gewalt der Kugeln Manchem zweifelhaft. So wäre durch einen vorher unbeachtet gebliebenen Umstand auch hier dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Friedberg. Interessant ist eine Vergleichung der Urtheile der französischen und englischen Presse über den Verlauf des Wiener Schützenfestes. Die französischen Blätter, so verschieden sonst ihre Stellung ist, sind ziemlich einig in der Freude über die dort manifestirten großdeutschen und anti⸗ preugischen Gesinnungen und gaudiren sich über den Aerger einiger norddeutschen Blätter darüber. Die Bewegung, sagt der„Sidele“, die sich jenseits des Rheins kundgibt, beweist, daß wir weise handelten, wenn wir nun schon seit zwei Jahren der französischen Regierung anriethen, durch etwaige Versuche, sich in die inneren Angelegenheiten Deutschlands zu mischen, Herrn v. Bismarck nicht die Unterstügung des germanischen National- gefühls zur Verwirklichung seiner ehrgeizigen Pläne zu verschaffen. Die englischen Zeitungen drücken vorzugsweise ihre Befriedigung aus über die Rede des Herrn v. Beust, die den Frieden, die Versöhnung und Nichteinmischung in deutsche Angelegenheiten ver— kündete. Selbst die eigentliche Kriegspartei müßte sich dem gegenüber für geschlagen bekennen. Herr v. Beust, sagt die„Times“, verdient Anerkennung für seine Beständigkeit, womit er an dem Programm „gut österreichisch zu sein, ohne aufzuhören gut deutsch zu bleiben“ festhält. Sein alter Plan, aus Preußen und Oesterreich und den übrigen deutschen Staaten ein gemeinsames Vaterland zu machen, scheint ihm heute noch ausführbar. Das englische Blatt hatte freilich, als es diese Worte schrieb, noch keine Kenntniß von den grollenden Kundgebungen der Ungarn und anderer österreichischen Nationalitäten; gleichwohl aber hat Deutschland Ursache, dem österreichischen Reichs⸗ kanzler dankbar zu sein für seine Gesinnung. Die Rache ist süß, ihr zu entsagen ist edel, und die Geschichte wird es dem österreichischen Minister hoch anrechnen, wenn er auf seiner Zurückweisung des französischen Bündnisses beharrt. Wir hegen alle Freundschaft für die Franzosen, ein Angriff Deutschlands auf Frankreich ist gegenstandlos, da wir keine„Rheinlinie“ zu erobern haben; dagegen mögen sie aufhören, die Schutzwächter deutscher Wohlfahrt sein zu wollen.— Die Deutschösterreicher fühlen sich als Deutsche, das nationale Band zwischen ihnen und dem Mutterland ist neu gekräftigt, die österreichische Regierung entsagt feierlich jeder feindseligen Tendenz gegen Preußen und Deutschland, selbst Preußen hat alle Ursache, damit zufrieden zu sein. Preußen. Am 11. August ist endlich die Zollgränze zwischen dem Zollverein und Mecklen⸗ burg gefallen. Abgeseben von den wirthschaft⸗ lichen Vortheilen, die davon zu erhoffen sind, glauben wir auch, daß, im Verein mit der Ge⸗ werbefreiheit und der Freizügigkeit, mag man letztere in Mecklenburg auch noch so beschränkt zur Geltung kommen lassen, das wirthschaftliche Leben in Mecklenburg einen Aufschwung nehmen wird, welcher bald ein ferneres Festhalten an der alten Feudal⸗Verfassung zur Unmöglichkeit machen muß. Es wird sich hier zeigen, wie ein gesundes wirthschaftliches Leben mit Nothwendigkeit auch zu einer freien Staatsverfassung führt, denn man kann nicht mit dem einen Fuß in dem Mittelalter und mit dem andern in der Neuzeit stehen. — Die„Provinzial-Correspondenz“ spricht sich sehr anerkennend über die Rede Beust's beim Schützenfeste aus, besonders wegen der darin ausgesprochenen Erkenntniß, daß innerhalb des Kaiserstaates das deutsche Element keine maß- gebende Stelle einnehme und daß Oesterreich weder als deutscher Staat noch als berufen gelten könne, auf Deutschlands Geschicke einen leitenden Einfluß auszuüben. Preußen werde die innere Entwicke⸗ lung Oesterreichs nicht stören und gern Freund- 2 .————— w— — e eee e ee ee schaft mit demselben halten, wenn Oesterreichs Politik den aufgestellten Grundsätzen„Friede und VBersöhnung“ treu bleibe.— Der König wird Ende August nach Potsdam zurückkommen und im Laufe des Septembers mit der Königin die Elbberzogthümer besuchen. — Der vierte deutsche Handelstag wird vom 20. bis 23. October hier tagen.— Der Land- tag wird, sicherem Vernehmen nach, schon im October zusammentreten. Kassel. Die hier tagende Rabbinen⸗Ver⸗ sammlung(an 20 Mitglieder) ward am 11. d. von dem diesigen Landrabbinen Dr. Adler mit einer Ansprache eröffnet, in der er den Zweck derselben dahin erläuterte, daß die Versammlung nur deßhalb zusammengetreten sei, um das religiöse Leben, nicht aber hierarchische Bestre⸗ bungen zu fördern und den Gemeinden behülflich zu sein, ihre Autonomie wieder zu erlangen, welche ihnen der Büreaukratismus entzogen habe. Schlüchtern, 11. Aug. Der„Frankf. Ztg.“ wird berichtet:„Heute Morgen wurde hier auf Anordnung der Hanauer Behörden ein höherer französischer Offizier(capitaine major) verhaftet. Derselbe trug Civilkleidung und führte verschiedene Zeichnungen der hiesigen Gegend, sowie viele Landkarten bei sich. Dem Landrathe erwiederte er bei seinem Verhöre, daß er zum Vergnügen reise und aus demselben Grunde sich auch dieser Beschäftigung unterziehe; hierauf wurde sofort nach Kassel und von da nach Berlin telegraphirt, von wo heute Nachmittag um 5 Uhr die Nachricht eintraf, den Verhafteten zu entlassen, was auch sofort geschah, jedoch nur, nachdem derselbe sein Ehrenwort gegeben hatte, sofort seine Rückreise anzutreten.“ Wiesbaden. Wie wir erfahren, soll man übereingekommen sein, gegen jede Union der hiesigen Kirchengemeinden, sei es nach preußischem oder nassauischem Muster, Protest einzulegen. Man wird sich nich: allein auf die königl. Proclamation bei der Besitzergreifung Frankfurts, sondern auch auf die wohlerworbenen Rechte der hiesigen Kirchengemeinden berufen und jeden Eingriff in die inneren Angelegenheiten auf Grund der pro testantischen Gewissensfreibeit zurückweisen. Nament⸗ lich soll die französisch ⸗reformirte Gemeinde ent⸗ schlossen sein, den passiven Widerstand consequent bis zur Schließung ihrer Kirche durchzuführen; zu diesem Ende würde man den Gottes dienst dann in Offenbach halten, gerade so wie man früher nach Bockenheim ging, als der lutherische Senat dieser Stadt im vorigen Jahrhundert den Reformirten die Ausübung ihree Glaubens in einer Kirche nicht gestattete. Erst 1787 wurde diese Intoleranz beseitigt. Auf die Entwicklung dieser Angelegen⸗ heit darf nicht allein Frankfurt, sondern, wie uns dünkt, die ganze protestantische Kirche sehr ge⸗ spannt sein. — Die Frage der Rheincorrection ist in ein neues Stadium getreten. Herr Strombaudirector Nobiling in Koblenz hat den Auftrag erhalten, den Plan zu einer anderweitigen Regulirung der betreffenden Flußstrecke unter thunlichster Berück⸗ sichtigung der Beschwerden des Rbeingaues zu entwerfen. Frankfurt. Die„Weser⸗Zeitung“ ist jetzt in der Lage, den Inhalt des in der Sitzung des Bundesraths vom 31. v. M. über den Antrag des Bundeskanzlers betreffs der Deckung des Desicits gefaßten Beschlusses näher zu präcistren. Hiernach lautet derselbe wie folgt:„1) daß vom 1. Juli d. J. an mit der Einzahlung der Matri⸗ kularbeiträge in monatlichen Raten an die Bundes⸗ kasse, so wie mit Einsendung der monatlichen Cassenübersichten der nach Art. 38 der Verfassung in die Bundescasse fließenden Zoll- und Steuer- einnahmen, so wie der für Rechnung des Bundes geleisteten Ausgaben sortzufahren sei; 2) daß die Bundesmilitär⸗Verwaltung in den letzten sechs Monaten des Jahres, auch im Laufe jedes einzelnen Quartals, auf die bei den Landescassen einge- gangenen Zölle und gemeinschaftlichen Verbrauchs⸗ steuern Anweisungen solle erlassen können, und diese Anweisungen auf die Cassen derjenigen Staaten, welche verhältnißmäßig größere Ein⸗ r nahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern haben, in stärkerem Maße erfolgen dürfen; 3) daß in Betreff des weiteren Antrags die Beschlußfassung auszusetzen sei, da zur Zeit ein fester Anhalt für die Höhe des durch Beiträge der einzelnen Bun- desstaaten zu deckenden Ausfalls und für die Ver ⸗ theilung desselben auf die Post- und Zoll- und Steuer⸗Einnahmen nicht vorhanden und eine Ver⸗ legenheit für die Bundescasse in den nächsten Monaten nicht zu erwarten sei.“ — 12. Aug. Die heute dahier stattgehabte Conferenz des Regierungsraths v. Prittwitz mit dem lutb. Consistorium und Kirchenvorstand hat ein verhältnißmäßig befriedigendes Resultat ergeben. Regierungsrath v. Prittwitz machte nämlich Hoff⸗ nung auf Fortbestand des Consistoriums, falls man dem Cultusministerium die drei Punkte ein- räume: 1) Bestätigung der gewählten Geistlichen, 2) Prüfung und Ordination der Candidaten, 3) Einholung einer Zustimmung des Cultus- ministeriums bei beabsichtigten Aenderungen der Liturgie. Man hielt die Zugestehung dieser drei Punkte für unbedenklich, da sie theils schon zu den Rechten des Senats gehört hatten, theils dem bisherigen confessionellen und presbpterialen Charakter der Kirche nichts vergeben. Auch die lutherischen Landgemeinden würden im alten Complex verbleiben. Ablehnender dagegen soll die Haltung der Presbyterien der französisch⸗ und deutsch reformirten Gemeinden den Erörterungen des preußischen Bevollmächtigten gegenüber ge wesen sein. Bremen. Die neueste Ueberlandpost bringt die Nachricht, daß die bremische Schunerbark „Lesmona“ südlich von Hainan von chinesischen Seeräubern überfallen und angebohrt wurde. Nachdem die Räuber die Mannschaft gezwungen, alles Wünschenswerthe auszuliefern, haben die Hallunken für gut befunden, die Besatzung und Passagiere wie Häringe in den kleinen Raum für die Ankerkette im Vorschiffe einzupferchen, die Luken mit allerlei schweren Gegenständen zu ver- barrikadiren und mit Eintritt der Nacht das Schiff anzubohren. Nach fast übermenschlichen Anstrengungen gelingt es den einem furchtbaren Tode Geweihten auszubrechen. Die Löcher des am wenigsten zerstörten Bootes werden mit Bett- zeug dicht gestopft, Decken drum genagelt und Todesangst erhält es flott. Die Hälfte der Mannschaft rudert, die andere Hälfte darf nicht aufhören, mit Eimern das Wasser fortwährend „auszuösen“, so, während 2 Tagen unter glühen ⸗ der Tropensonne, 2 Nächten voller Regenböen schlagen sie sich nach Hainan durch, wo sie sofort von den Strandläufern wie von hungrigen Wölfen angefallen und ihres Zeuges vom Leibe beraubt werden. Von Brandblasen und eiternden Wunden bedeckt, werden sie endlich am fünften Tage im Hafen von Kiuchifu von cinem chinesischen Kano; nenboot aufgenommen, dessen Commandant, Fran- zose(Marcy heißt der Ehrenmann) von Geburt „Gentleman every inch“ Alles Mögliche zur Erleichterung der Armen gethan und dieselben nach Hongkong gebracht hat. Sachsen. Hirschberg. Zur Geschichte der Paßfreiheit innerhalb des norddeutschen Bun⸗ deslandes wird der„Berliner Montags⸗Zeitung“ aus unserem Städtchen nachstehender Beitrag ge- liefert:„Ein Staatsbürger und Mitglied des norddeutschen Bundes ist ohne Paß nach Berlin gereist, weil man ihm auf dem Landrathsamte bedeutet habe, daß der Paßzwang aufgehoben sei und er daher solchen nicht mehr brauche. Das vertrauensvolle Mitglied des norddeutschen Bundes aus unserem„Stadtdorfe“ Grunau wurde in Berlin, weil ohne Legitimation, aber eingesperrt. Das königl. Polizeipräsidium daselbst soll ihn zwar bald wieder entlassen, dabei aber ausgesprochen haben, daß„auf Erfordern“ stets ein Paß vor⸗ gezeigt werden müsse. Bayern. München. Fürst Hohenlohe ist am 13. August nach Kissingen abgereist.— Das Bezirksgericht zu Traunstein hat den Beneficiaten Forstmayer wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Wehrverfassung zu zweimonatlicher Festungsstrafe verurtheilt. Baden. Karlsruhe. In diesen Tagen findet auch die Prüfung der kleinen Schule statt, welche von dem Großherzog für den jungen, jetzt 11jährigen Erbgroßherzog gegründet wurde, und in welcher derselbe mit noch elf Altersgenossen aus verschiedenen Ständen von Lehrern hiestger Anstalten Unterricht erhält. Die erwartete Rütk⸗ kehr des Großherzogs aus St. Moritz hängt jeden⸗ falls auch mit dieser Prüfung zusammen. Oesterreich. Wien. Der Pester„Lloyd“ drückt nicht nur seine vollständige Zustimmung zu dem Artikel des„Naplo“ aus, sondern er nimmt auch keinen Anstand, unverhohlen zu erklären, daß die Spitze dieser Angriffe auf das„gros deutsche kraftlose Wollen“ sich gegen den Reichskanzler selber richte. Ihn intriguirt besonders das Wort von der„Fühlung Oesterreiche mit Deutschland“. Dabei könne sich Jeder denken, was er wolle, aber eine„deutsche“ Politik Oesterreichs bedeute jetzt entweder den unvermeidlichen rieg mit Preußen oder ein von Preußen ins Schlepptau genommenes Oesterreich. Ungarn nun werde mit allen Kräften gegen die Tendenz ankämpfen, Oesterreich die Oberherrschaft in Deutschland zurückerobern zu helfen; noch viel weniger aber trachte es nach jener Pariarolle, die seiner im Verbande mit einem von Preußen ins Schlepptau genommenen Oesterreich harren würde. — Die„N. fr. Pr.“ läßt sich über ein Moment bei Gelegenheit des Bonner Jubiläums aus, das nicht sympathisch berührt hat: die Pro⸗ motionen. Sie schreibt:„Die Universität am Rhein feierte dieser Tage das Jubiläum ihres fünfzigjährigen Bestandes. Herr Curator Beseler und der derzeitige Rector v. Sybel ermangelten natürlich nicht, den Bruderkrieg von 1866 zu verherrlichen. Wen überrascht dies! Aber daß man die Animosität gegen Oesterreich so weit trieb, bei den Ehren Promotionen nicht einen einzigen Oesterreicher zu berücksichtigen, ist wohl ein starkes Stück. Die Auszeichnungen wurden an Engländer, Franzosen, Russen verliehen, an Deutsch⸗Oester⸗ reicher keine. Auch nicht ein Mitglied einer einzigen Fakultät irgend einer österreichischen Hoch⸗ schule wurde für würdig befunden. Die Rokitauskpy, Hyrtl, Skoda, Hebra und andere Autoritäten existirten für die Bonner Magister nicht. Wie dann nur die auf preußischen Universitäten gra⸗ duirten Doctoren auf den Einfall kommen können, die Collegien dieser nichts bedeutenden Männer zu frequentiren und die weite Reise hierher zu machen, um sich die Zeugnisse ihrer Frequenz in Wien zu holen? Wir erinnern uns eines im Jahre 1865 begangenen 500jährigen Jubiläums der Wiener Universität und der dabei ängstlich beobachteten Rücksicht auf deutsche Gelehrte, unter denen die preußischen die meisten Auszeichnungen erhielten. — Der Vorschlag des Schützenfest⸗Comites, die Gemeinde Wien möge das Desicit übernehmen, ist bis jetzt von den Vertretern der letzteren be⸗ harrlich zurückgewiesen worden. Das Ausgabe ⸗ Budget Wiens ist freilich ohnehin beträchtlich genug. Im Jahre 1867 belief es sich auf fast 8¼ Millionen Gulden. Davon kam auf die städtischen Beamten über eine halbe Million; die Straßensäuberung u. Bespritzung kostete 427,000 fl., die Beleuchtung 368,000 fl., die sehr mangelhafte Localpolizei 288,563 fl., die Armenpflege 570,000 fl. Für Gymnasien und Realschulen gab die Stadt Wien im vorigen Jahre 146,611 fl. aus, für die Volksschulen 433,119 fl., für die Tur nschule 23,900 fl. Frankreich. Paris, 10. Aug. Bei der heutigen Preisvertheilung weigerte sich der junge Cavaignac, Sohn des verstorbenen Präsidenten der Republik, den großen Preis, welcher ihm für griechische Uebersetzung zugesprochen wurde, aus den Händen des Prinzen entgegen zu nehmen und sich von demselben umarmen zu lassen. Darob großer Beifall unter den Studenten, später Händel mit der Polizei, Verhaftungen und große Auf- regung.— Ferner haben Unruhen stattgefunden, die sich auf die Angelegenheit Rocheforts, des Redakteurs der„Lanterne“, bezogen. Mehrere Verhaftungen sollen vorgenommen worden sein. Nachricht aufgenom Kauonenb unfern vo der„Ag nur zu e tritt der Untiefen räuber n. „Algerine 20 Mann und ewa fangs 21 Mann 7000 Dol zurüd. für Iran von Ind Kreisen. hat ganz einem sö Eingebor Der„Fr rung nac ein engl als Engl ganz J. hat übri Mall G. YAngeno in seiner gehen, il dien ei Ita gros. anzler D Wort zd eppliau de mit impfen, schland N aber att im cpptau et tin laums . Pro⸗ dt an ihres Beseler Nänntt eder zu zuenz in its 18 bilaust ingflich „ Anfer nungen emites, nehmen, un be⸗ 1 dit 000 fl, gelhaftt 000 f. Stad! 10. st schult Rochefort hat übrigens für gut befunden, sich einstweilen zurückzuziehen. Er befindet sich bereits in Brüssel.— Heute Nacht ist in der Umgegend von Paris, in Bellevue, Meudon und einigen anderen Orten ein ziemlich starker Erdstoß ver- spürt worden. Die Leute wurden aus dem Schlafe aufgerüttelt. Unglücksfälle kamen nicht vor, aber mehrere Häuser an dem Eisenbahnhofe erhielten Risse. . London. Aus den chinesischen Gewässern langt ein Bericht über ein Zusammentreffen zwischen dem englischen Kanonen— boote„Algerine“ und eingebornen Seeräubern ein, der über die Sicherheit jener Küsten kein besonders günstiges Licht verbreitet. Am 26. Mai ging das genannte Schiff aus dem Hafen von Hongkong ab, um ein Fahrzeug zu verfolgen, das in nächster Nähe des Hafens einen räuberischen Angriff gemacht. In der Bai von Mirs stieß man auf eine Dschonke von etwa 100 Tonnen, deren Bemannung sich alsbald aus dem Staub machte und nicht einzuholen war. Das Fahrzeug, das seine Bestimmung unverkennbar verrieth, wurde ohne Weiteres verbrannt. Nach einem kurzen Abstecher nach Macao, um frisches Wasser und Nachrichten zu holen, wurde die Verfolgung wieder aufgenommen und am 3. Juni fand sich das Kanonenboot schwer bewaffneten Piratenfahrzeugen unfern von Namoa gegenüber. Der Befehlshaber der„Algerine“ rief die Dschonken an und es kam nun zu einem mehrstündigen Kampfe. Nach Ein- tritt der Dunkelheit und als die See gefährliche Untiefen zeigte, wurde dem Entweichen der See— räuber nichts mehr in den Weg gelegt und die „Algerine“, die sich mit drei Geschützen und 20 Mann gegen eine Uebermacht von 130 Kanonen und etwa 800 Mann behauptet, kehrte mit einem Anfangs geenterten Schiffe, das 28 Kanonen, 21 Mann Bemannung und einen Cargo von 7000 Dollar Werth führte, nach der Station zurück. — Die projectirte Ernennung des Ministers für Irland, Lord Mayo, zum Generalgouverneur von Indien findet nicht nur hier in liberalen Kreisen heftige Gegner, auch die indische Presse hat ganz andere Dinge im Sinn und spricht von einem königlichen Prinzen, der besonders den Eingebornen ungemein willkommen sein würde. Der„Friend“ meint, mit der jährlichen Wande rung nach den kühlen Höhen von Simlah werde ein englischer Prinz Indien so angenehm finden, als England.„Eine derartige Ernennung würde ganz Indien mit Sturm erobern.“ Die Sache hat übrigens auch ihre Kehrseite und die„Pall— Mall Gazette“ deutet darauf hin mit der Frage: „Angenommen, der prinzliche Gouverneur geriethe in seiner Politik auf falsche Wege, würde es an⸗ gehen, ihm in einem Briefe des Ministers für Indien einen Wischer zu ertheilen?“ Italien. Neapel. Die Nachrichten über das Brigantenthum sind noch immer dieselben. In der Umgebung von Catanzara, wo Oberst Milon sich beliebt zu machen gewußt, sind, unlängst vierzehn Brigantenhehler aufgehoben worden, an deren Spitze sich der Pfarrer befand. Sie wurden unter dem Geheul der Weiber fortgeführt, die nach dem Verschwinden der sauberen Schaar in die Kirche stürzten, um die Statue der Santa Madonna zu zertrümmern, indem sie riefen:„Du bist zu nichts gut, da du erlaubt hast, daß die Piemontesen unsere Männer Pfarrer fortführen!“ Amerika. New⸗Nork. Der„fenische Picknick“ in Buffalo ist am 27. Juli gefeiert worden, ohne daß es zu irgendwelchen Ruhe- störungen gekommen wäre. Die Angaben über die Zahl der Theilnehmer weichen sehr aus— einander, eine schätzt sie auf 12,000, eine andere auf nicht weniger denn 25,000 Personen, welche aus allen Theilen des Landes, bis an die Zähne bewaffnet, nach Buffalo gezogen waren, um activ oder als Zuschauer der großen Truppenrevue am Ufer des Niagara beizuwohnen. Ob O'Neill den schon mehrfach für den 1. August in Aus- sicht gestellten Einfall in Canada auszuführen ge— dachte, war unbestimmt, da die Verhandlungen und unseren f des unmittelbar vorher zum Abschluß gelangten Congresses in Buffalo vollständig geheim gehalten wurden. Der„Buffalo Courier“ sagt, er sei ermächtigt, mitzutheilen, daß Etwas von großer Bedeutung beschlossen worden sei, und daß Canada und das britische Reich überhaupt„sehen werde, was es binnen nicht gar zu langer Zeit erleben werde“. Diese„authentische Angabe“ ist zwar sehr allgemein gehalten, sie verfehlt indessen nicht, allerlei Befürchtungen wachzurufen.— Auf der Nordseite des Lake Superior ist ein Waldbrand entstanden, welcher bereits für 6 Millionen Doll. Schlagholz zerstört hat. Bisher waren alle An— strengungen, das Feuer zu löschen vergebens.— Hr. C. Burchardt in New⸗Nork hat auf eine Er— findung Patent genommen, durch welche Eisen— bahnwagen, wenn sie entgleisen, sich von selbst loskuppeln, und so die Gefahr für die andern Waggons vermindern. Außerdem, daß die neue Kuppelung selbstthätig aushakt, hakt sie sich auch selbstthätig ein, und schließlich können während des Fahrens eine beliebige Anzahl Wagen abge— hängt werden; die ganze Kuppelung soll sehr ein— fach und billig herzustellen sein. Friedberg. Was die beiden alten Leute aus Ober— Rosbach, welche sich hier im Gesangniß erhängten, zu dieser That trieb, ist vollständig räthselhaft. Aus der Ge— meinde Ober-Rosbach erhielten sie einen Jahrgehalt von fl. 300— und wurden auch sonst noch mannigfach unter⸗ stützt. Der Mann hatte bei der Untersuchung der Leiche mehrere Gulden in der Tasche. Die Strafe wegen Bettelns wäre so unbedeutend gewesen, daß die Leute auch Angst hiervor nicht zum Selbstmord veranlaßt haben konnte. Darmstadt. Die diesjährigen Herbstübungen der Großherzoglichen Division sind nunmehr definitiv ange⸗ ordnet. Demnach exerciren in den letzten Tagen des August die einzelnen Regimenter in und um ihre Garnisonsorte; die auswärtigen Truppen treffen Anfangs September bei Darmstadt ein, woselbst vom 1.—5. Seplember Brigade-Uebungen und vom 9. bis 11. Felo⸗ dienstüdungen stattfinden. Am 12., 14., 15., 17., 18. und 19. finden dann die eigentlichen Feld-Manöver stait. Die Brigade-Uebungen sollen dem Vernehmen nach zwischen Langen und Babenhausen, die Divisionsmanöver um Dieburg und Umstadt statifinden. Am 17. findet allge⸗ meines Bivouac statt. Die eine Brigade wird ständig von General v. Wittig, die andere anfangs von Oberst Bickel, in den letzten Tagen dagegen von General v. Jungenfeld commendirt. Lindenfels. Fahren mit Hunden. Das hiesige Kreisamt hat mit Ermächtigung des Gr. Ministeriums unterm 29. v. Mio. veroronet, daß auf mit Hunden be— spannten Fuhrwerken während des Fahrens erwachsene Personen leinen Platz nehmen und daß die zum Ziehen verwendeten Hunde nicht zu schnellerem, als dem gewöhn⸗ lichen Lauf angetrieben werden dürfen. Zuwiderhandlungen sollen mit 30 kr. bis 2 fl. bestraft werden.— Es möchte zu wünschen sein, daß diese Maßregel nicht allein auf den Kreis Lindenfels beschränkt bleibe, sondern überall da ein⸗ gefaͤhrt werde, wo man Hunde zum Zug benutzt. Gar oft schon wurde gerügt, daß herzlose Hundehalter den Thieren nicht allein eine zu schwere Fuhre, soudern zu dieser noch die eigene Last aufbürdeien. „ Telegraphische Postanweisungen. Es ist im Publikum noch vielfach unbekannt, daß die Postanstalten auch Postanweisungen innerhalb des norddeutschen Bundes und nach Säddeulschland bis zur Höhe von 50 Thalern zur Besoͤrderung auf telegraphischem Wege annehmen. Die Einzahlung geschieht auf eine gewöhnliche Postan⸗ weisung und kann der Absender außerdem Bemerkungen hinzufügen. An Gebühren werden erhoben: 1) die Post⸗ gebühren mit 2 Sgr. bis 25 Thlr. und mit 4 Sgr. dis 50 Thlr., 2) die regelmäßigen Depeschengebühren, 3) ein Expreßbotenlohn von 2½ Sgr. wenn die Telegraphen⸗ station sich nicht mit der Postanstalt in einem Gebzude befindet.— Für Reisende, welche durch unvorhergesehene Umstände in Verlegenheit gerathen, ist diese Einrichtung gewiß sehr zweckmäßig, da die Auszahlung des Betrags osort am Bestimmungsorte der Depesche erfolgt. „% Die Dürre in England. Wer jetzt mit der Eisenbahn durch die fruchtbarsten Gefilde des Landes reist, schreibt die„Angloamerikanische Correspondenz“, wird allenthalben, selbst von gleichgiltigen Reisenden, Ausdrücke des Erstaunens über den höchst traurigen Anblick der Aecker, Wiesen und Felder vernehmen. Nie hat man etwas Derartiges zuvor in England gesehen. In früheren Jahren langer Dürre waren die Wiesen wohl auch bis auf eine staubige braune Decke aufgetrocknet, die Ströme und Flüsse bis zu einer seichten Fläche in der Mitte des Bettes zurückgetreten, die Teiche sast zum Boden leer, die Erntefelder blaß: ein langgestrecktes Panorama verbrannter und geschwärzter Felder aber ist ein ganz neuer Anblick, welcher unseren Tagen vorbehalten geblieben ist. So lange es Esenbahnen gegeben, sind in trockenen Jahres- zeiten längs der Linien gelegentlich Feuer entstanden, und faft in jedem Sommer konnte man große Flächen ver— brannten Grases an den Einschnitten und auf den Dämmen sehen. Aber alle die zufälligen Brandver— heerungen zusammengenommen würden nur wenig im Vergleich zu den furchtbaren Zerstörungen ausmachen, welche der gegenwärtige Sommer verursacht hat. Meile um Meile längs der großen Haupteisenbahnlinien erblickt das Auge rechts und links schwarze verbrannte Felber. Erst waren es nur die aufgetrockneten Wiesen, welche litten, und hie und da sah man ein knisterndes Feuer dampfend sich über die Oberfläche des Bodens dahin⸗ schlängeln, eine verkohlte Wüste hinter sich zurücklassend. Mit der Zunahme der Trockenheit aber und der Hitze trockneien die Gräben aus und die Hecken und bas reife Korn erreichte nun dasselbe Schicksal, wie das iodte Gras der Wiesen. Da war kein Einhalten, Felder um Felder, Heckenreihen, Anpflanzungen, und selbst Kornselder wurden in manchen Gegenden verzehrt, und die Verheerung dehnte sich aus, soweit nur das Auge des vorbeieilenden Reisenden reichen kann. Das Traurigste aber blieb bis zur Erntezeit aufgespart. Korn auf dem Halmen brennt selten, dennoch giebt es viele Felder, wo das Feuer durch die Halme Straßen gefurcht und ganze Massen in halbverkohltem Zu⸗ slande zurückgelassen hat. Leichter noch fiel das geschnittene Korn dem verzehrenden Elemente zum Opfer. Die kurzen Stoppeln brennen wie Wildͤseuer, und mancher Farmer, der am Abend zuvor das Korn oder die Gerste eines Ackers in Garben oder Bündel zusammengebunden auf dem Felde zurückgelassen, fand am anderen Morgen nur noch einen Haufen Asche. So sieht mau längs mancher Eisenbahnen ganze Felder mit langen Reihen von Aschen⸗ hausen oder Hügeln von verbranntem Korn und verkohlter Gerste. Ueberall in England bictet sich dem staunenden Blicke der gleiche traurige Anblick dar. Nie wohl hat, soweit die Erinnerung der gegenwärtigen Generationen reicht, zur Zeit der Ernte die Farmer eine Verheerung heimgesucht wie die, von welcher die längs der Eisenbahnen gelegenen Aecker ein trauriges Zeugniß geben. , Der in Cincinnati erscheinende„Volksfreund“ bringt solgende Probe der Freiheit, mit welcher manche deutsch⸗ amerikanischen Blätter die deutsche Sprache behandeln:„Wir haben ein neues deutsches Blatt vor uns liegen, das irgendwo im Hinderwalde von Illinois erscheint und sich zwar nicht durch seinen Witz, wohl aber durch seine schöne Sprache auszeichnet. An einer Stelle des Blattes zeigt der Redac⸗ teur den Tod des Herausgebers eines benachbarten englischen Blattes an und bricht dabei in das folgende rührende Klaglied aus, das wir wörtlich und buchstäblich abdrucken: „Mit traurigem Herzen geben wir die Nachricht unseres ge⸗ schiedenen Freundes. Sein junges blühendes Leben, mußte auch dem prophezeienden Todesverkündiger(Auszehrung) Raum geben, und seine kräftige Feder, die theuren Prin⸗ cipien, sein vielgeliebtes Blatt— muß Trauern.“ Ja wohl, man„muß trauern“. Sag an, o Unglücklicher, was hal Dir die arme deutsche Sprache gethan, daß Du sie so schändlich mißhandelst? Hier ist noch ein köstlicher Brocken aus der Localspalte:„Unfall.— Friedrich Jaggi, Sohn des Heern Christian Jaggi, Senior, treibte heute ein Gespann von seines Vaters Ziegelbrennerei, indem die Esel ihm durchgingen, und seinen Arm wahrscheinlich zerbrach.“ Es liegt die Vermuthung nahe, daß einer der Esel, die selbiger Christian„treibte“, sich in die Druckerei des Blattes verirrt und sich des Redactionsstuhles be— mächligt habe.“ Aufruf an die Bewohner Fricdbergs. Es hat sich bei dem letzten Brandunglücke berausgestellt, daß der hiesigen freiwilligen Turner⸗ Feuerwehr noch Mancherlei fehlt, um bei einem Brande wirksame Thätigkeit entfalten zu können. Vertrauend auf die Opferwilligkeit der hiesigen Einwohner ersuchen wir den von uns abgesandten, unser Bittgesuch colportirenden, Feuerwehrmännern Beiträge zu spenden, um unsrer lückenhaften Aus⸗ rüstung theilweise aufzuhelfen. Indem wir Ihnen die Versichtrung geben, die gespendeten Gelder auf das Vortheilhafteste und nur zum Besten der Stadt anlegen zu wollen, sehen wir einer dem Werthe der Sache entsprechenden Betheiligung Seitens der hiesigen Bewohner vertrauensvoll entgegen. Die freiwillige Turnerfeuerwehr. Fr. Roßbach. Für die Abgebrannten in Laisa sind in Folge meiner Ansprache in Nr. 93 des Anzeigers für Oberhessen an milden Gaben eingegangen: Von Hrn. Kaminfeger Frick in Friedberg 2 fl., ein Ungenannter 30 kr., Frau Hofapotheker Wahl 1 fl. 45 kr., Hr. Director Matthias 1 fl. 10 kr., Hr. C. Hd. 1 fl., C. H. 2 fl., H. P. 1 fl., Hr. Apotheker Philipp Werner 1 fl. 10 kr., Frau Pfarrer Wickenhöfer 2 fl., Frau Kreisratb Dieffenbach 1 fl., Hr. Mayer Hirsch 1 fl. 10 tr., aus der Gemeinde kasse zu Münster 8 fl., aus der Gemeindekasse zu Oder— Mörlen 20 fl., von Hrn. Bürgermeister Maul und andern Einwohnern zu Ossenheim 18 fl. 48 kr., Hrn. C. M. Schudt in Dorheim 2 fl., Irn. Pfarrer Walloth in Ost— heim 1 fl. 45 kr., Hrn. Justizvath Dr. Geyzer in Assen⸗ heim 3 fl. Den Gebern herzlichen Dank. Zur Annahme weiterer Unterstützungen bin ich bereit. Friedberg den 18. August 1868. Tra pep, Regierungsarath. * PPP 55 1916 5 F s Dit Gräsliche Hosgäaͤrtnerei Assenheim 5 l Windecker 8 el enke 1 E l. 5 1908 verkauft gegen Baar diverse Sorten Stelnobst. 5 Nächsten Sonntag den 16. August, nur bei günstiger Witterung: a 5 1 8 5 21242. Ein braver Junge 1 0 es 0 1 U Ur 8 ncer 7 1906 tann die Bäckerei erlernen. Wo? s. d. Exy. d. Bl. 2 9 . 7 5 9 l 9¹0 ausgeführt vom ganzen 1 1 k ch pape 2 2 N p u en 1 er bel 1** 2 1 1 8 ö dabltl 906 . Musikrorps des Großh. I. Jägerbataillons aus Gießen, n eps 5 N ö(unserer demnächstigen Garnison), f tet. 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August. ö 18 Rennen mlt Preisen zusammen im Werthe von citea Thaler 12000, und 2 Ehren⸗Preisen. 8 sch ee Angabe der Metzger.* st 1 Eintrittspreise: 4 Für Friedberg: 8 1 Erster Platz: für Herren: fl. 3, für Damen: fl. 2½½ 1 perrenbillet für drei Tage fl. 10. a 5 15 5 N Zweiter Platz: fl. 1.— Dritter Plat: 30 kr.— Stehplatz: 18 kr. Ochsenfleisch pr. 8 19 kr. Schweinefleisch pr. g 18 kr. N 1 19²² Das Directoriam des Rheinischen Nenn⸗Vereins. Kuhfleisch, gem. 17„ Leber⸗ u. Blutwurst 24 1918 Ne 1 FFUUCCCCCCCCCCC0TVThTCVTCTsTTfTGkT(kkkkkTTB—B'§ ̃ ̃ñͤ:::.:... Aae 15 1 5 800 20 4 dun 1 2 2 2 5 Hammelfleis 1„Schwartenmagen 2 5 Amtliche 3 Keil und Carre 18„ Geräucherter Speck 32„ Mautei 15 Die landw. Lehranstalt Friedberg in Oberhessen e„ f 1820 beginnt ibren Wintercursus 1868/69 am 2. November d. J. Der Unterricht erstreckt 7 10 ene e 8 285 er 1 5 a 5 s 7 z, ausgel. 32 Bran 1 sich über* Zweige der Landwirthschaft und ihre naturwissenschaftlichen Grundlagen und Hammelssett 16„ Schmalz, unausgl. 8 nußtaug 1 wird von Dr. Henkelmann, Stabs.Veterinärarzt Dr. Zimmer, Dr. uloth und einigen Ausnahmspreise: Dörrfleisch bei Heinrich Gert I Luffe 3 Hülfslehrern ertheilt. Außerdem ist in Gemeinschaft mit tüchtigen Lehrkräften ein Cursus Jie Ka,. 8590 e W. 1 90 45 zur Vorbereitung für das Einjährig⸗Freiwilligen⸗Examen eröffnet, an dem sich dei Peter Engel, Philipp Engel II., Heinrich Gerth ug 5 f sowobl Zöglinge, als Nichtzöglinge betheiligen können. Unterrichtshonorar mit Wohnung im 19 5 un dee de h e Jun, 10 Hause des Directors 45 Thlr. pro Semester. Nähere Auskunft ertbeilt bereitwilligst seisch 110 e ae e Hum Pongell 90 Friedberg im Juli 1868. 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Red.: Hermann Schimpff. der Fosege A. Strauß in der Burg. M. Mondigler auf dem Daagk. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf. 1 e (Hierzu Unterhaltungs- Blatt Nr. 33 und eine Beilage.) n duch . 2— 1.18 l 4 20 ved N 2⁰ 2. 32 1.* * rich Etrlh, — Sczinlen nich Earth anf n III. e k., Kalb mmtlöfetl 1 Bei Karl A. Buch, in Nauheim Ph. Jac. Weiß. Beilage zum Anzeiger für Oberhessen. 2 96. — Mobiliar-Versteigerung. 1887 Montag den 17. August d. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, werden in hiesigem Rathhause auf freiwilligen Antrag der Frau Hofapotheker Wahl Wiw dabier verschiedene Mobilten, als: Mehrere Sophas, Tische, Stühle, Schränke, Bettstellen, Spiegel, Vettwerk, Welßzeug, Porzellan, Glas, Fässer und Bütten sowie sonstige Haus- und Gartengeräthschaften öffentlich meist— bietend gegen Baatzahlung versteigert. Friedberg den 10. August 1868. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg oe a x. Immobiliar-Versteigerung. 1909 Dienstag den 18. August d. J., Vormittags 11 Ubr, sollen in biesigem Rathhause die zum Nachlasse des verstordenen Adam Stemmler gehörenden Immo— dilien, nämlich eine Pofratthe in der Stadt und ein Grabgarten am Ringgraben nochmals öffentlich frei— willig verstetgert werden. FIrledberg den 12. August 1868. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg F ue ar Bekanntmachung. 1913 Nachsten Dienstag den 18. d. M., des Vormit⸗ tags 11 Uhr, wird auf hiesigem Rathhause Oachdecker— arbeit, weiche auf dem Dache der Kirche dahier ausge— fübrt werden soll und zu 58 fl. 40 kr. veranschlagt ist, veraccordirt. Nieder⸗Wöllstadt den 12. August 1868. Für den Kirchenvorstand: Stoll, Bürgermeister. Oeffentliche Aufforderung. 1919 Nach mißlungenem Güteversuch ist über das Vermögen des Ackermanns Johannes Schäfer von Wachenbuchen der förmliche Toncurs erkannt worden Es werden deßhalb sämmtliche Gläubiger des Ge— nannten aufgefordert, ihre Ansprüche den 1. September d. J., Vormittags 9 Uhr, bii unterzeichneter Gerichtsstelle, Schloßstraße Nr. 26, mit dem erforderlichen Bewtis versehen anzumelden und zu begründen. Die Ausbleibenden werden von der Masse ausgeschlossen und mangelhafte Anmeldungen zurückgewiesen. Das Präclusiv⸗Decret wird nur durch Anschlag ir Gerichts local publicirt. Hanau am 4. August 1868. Königliches Amtsgericht Abthetlung II. Cõ st er. vt. Störckel, K. A. Möbel Versteigerung. 1918 Nächsten Montag den 17. und Dienstag den 18. d. M., tedesmal von Mergens 9 Übr ab, werden sämmtliche dem Gastwirth Georg Fleischbauer zu Naubeim zugehörigen Mobiltargegenstände, nämlich: 10 vollssändige Betten und J Kinderbett, 4 Sopha, 10 Kommoden, eine mit Aussatz, 8 Kleiderschränke, 3 Brandkisten, 6 Wasch⸗ und 6 Nachttische, 4 runde nußbaumne und 2 Klappentische, 6 Dutzend Rohrstühle, 1 Buffet, 2 Anrichten, 18 Wirtheusche und 10 Bänke, 1 Küchenschrank mit Glagaufsatz, 8 große Spiegel, Wanduhr, 1 geschnittener Nußbaumstamm, Weiß⸗ zeug, Vorhänge und Roultaux, 400 Flaschen Wein, Aum, Liqueure, sammtliche Fässer mit Lager, Glas, Porzellan, Haus- und Küchengerälbe, Handwerks- geschur für Metzger und 1 große und kleine Waage, beide neu, in dessen Wohnhause, Paikstraße Nr. 303, abzugs halber öffentlich an den Meifdietenden versteigert. Nauheim am 13. Augußt 1868. Der Stadtschreiber Schutt. Uuterleibs-Pruchleidende, 1696 selbst solche mit ganz alten Brüchen, finden in weitaus den meisten Fällen vollständige Heilung durch Gottlieb Sturzeneggers Bruchsalbe. Ausführliche Gebrauchsanweisung mit einer Menge übertaschender, amtlich destätigter Zeugnisse zur vor⸗ herigen Ueberzeugung gratis. In Töpfen zu 3 Fl. zu beziehen durch den Erfinder Gottlieb Sturzenegger in Herisau, Kanton Appenzell, Schweiz. 1839 Donnerstag den N. August d. J., soll die III. IV. Fe 7) 660 Maaß Rü auf dem Summissionswege vergeben werden. Die Summissionen müssen bis zum 27. August portofret und mit der Bezeichnung»die Lieferung von der Summission findet in Gegenwart der erschtenenen Die Lieferungsbedingungen können vom 12. Nu Dorheimer Bergwerk am 30. Juli 1868. X Näateriallieferung für das Großherzogliche Dor heimer Braunkohlenbergwerk. Lieferung nachstehend verzeichneter Materkallen, nämlich: I. Floßholz 1) 120 Böden 10. Stämme, 2) 12 Böden 9. Stämme. II. Bretter. 3) 50 Stück Hlattige Schreinerdiele, 4) 40 Stück breite Doppeldtele, 5) 100 Stück Latten. Pfähle. 6) 16000 Stück Elchenschachtpfähle. ttwaaren. böl, 8) 50 Pfund Talg d. J. Vormittags 10 Uhr an die unterfertigte Stelle betreffend“ abgegeben werden. Die Eröffnung Summittenten kurz nach 10 Uhr statt. guft d. J. an bet uns eingesehen werden. Großherzogliches Bergamt Dorheim. Storch. 1911 versenden Blumenzwiebeln und Knoll Nr. 1 für 3 fl. 30 kr. I 5 „„ ö, 5 Zur Auspflan Nr. 4 fur 1 fl. 45 kr. 12 Sorten Hyacinthe „,, o,, ee. 5 0 75 Specielle Verzeichnisse stehen Gebrüder Born in Erfurt, Samenhandlung, Kunst— und Handelsgärtnerei, engewächse in gemischten Sortimenten Zur Treiberei in Töpfen. 12 Sorten Hyacinthen, 25 Tulpen, 25 Erocus, 12 diverse Zwiebeln 25 7 7 300 50 50 100 M 100 zung in's Freie. n, 25 Tulpen, 25 Crocus, 12 diverse Zwiebeln. O 50„ 25 5 1000 100„ 30 55 franco und gratis zu Diensten. , 189 wirkt, Dieses ausgezeichnete Hausmittel, welches am wie z. 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