1868. Donnerstag den 13. August. N 95. An. eiger für Oberhessen. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. — Betreffend Die Rinderpest. fe Amtlicher Theil. Rt Hi che Friedberg den 11. August 1868. Bekanntmachung. Der Gesundheitszustand des Viehs in den an Frankreich angrenzenden Gegenden und die Maßregeln, welche von der Großherzogl. Regierung im Verein mit den Regierungen von Baiern, Württemberg und Baden in Gemäßheit der zu Mannheim im Jahre 1867 abge— schlossenen Uebereinkunft gegen die Rinderpest ergriffen worden sind, haben die Kaiserlich Französische Regierung bestimmt, die zur Verhütung des Einschleppens dieser Krankheit nach Frankreich angeordnete Grenzsperre vollständig aufzuheben. Demzufolge sind alle mit Rücksicht auf die Rinderpest in Frankreich eingeführt gewesenen Beschränkungen des Einbringens von fremdem Vieh an der ganzen französischen Grenze und in allen franzoͤsischen Häfen außer Kraft gesetzt worden. Auf Weisung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 7. l. M., zu Nr. M. der Kreisangehörigen. d. J. 8957, bringen wir dies zur Kenntniß Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp. Hessen. Darmstadt. Prinz und Prinzessin Bürgermeister der Hansestädte, die volljährigen Ludwig sind, von England zurückkehrend, am 9. August Vormittags hier eingetroffen. S. Gießen. Aus dem soeben erschienenen Verzeichniß der Vorlesungen für das Winterhalb— jahr 1868/69, welche am 2. November begonnen werden, hat die biesige studirende Jugend mit Freuden ersehen, daß die nunmehr erledigte Pro— fessur in der juristischen Fakultät, schon wieder besetzt ist und zwar in der Person des Herrn Professor Dr. Regelsberger aus Zürich, der sich nicht nur durch verschiedene juristische Abhand— lungen bekannt gemacht hat, sondern auch als Docent einen guten Ruf genießt. Derselbe wird sogleich im nächsten Winterhalbjahr seine Vor lesungen über Pandekten beginnen.— Auch für die Studirenden der Thierarzneikunde wurde nun- mehr in anerkennenswerther Weise gesorgt, indem dem bisherigen ordentlichen Honorarprofessor Pflug, als zweiter Lehrer noch Herr Dr. Leonhardt, Kreisveterinärarzt von hier, beigegeben wurde. S. Gießen. Herr Professor Ihering, welcher in diesen Tagen unsere Stadt verlassen wird, um sich an seinen neuen Bestimmungsort Wien zu begeben, erhielt von den hiesigen Juristen noch eine Ovation in der Gestalt eines solennen Mahles, an dem nicht nur der Rektor und die gesammte juristische Fakultät, sondern auch eine große Anzahl von Freunden und früheren Schülern, des so hoch geschätzten Mannes Theil nahmen. Worms. Der Ausschuß des Luther⸗Denk⸗ mal Vereins veröffentlicht sein 73. und letztes Verzeichniß der Beiträge zum Denkmal. Es sind hiernach vom 18. Januar l. J. bis zum 7. August weiter eingegangen: 1936 fl. 9 kr., und beträgt 1 dit Summe sämmtlicher Beiträge 160,383 fl. 1 Preußen. Berlin. Graf Münster hat vor wenigen Tagen bei F. A. Brockhaus unter dem Titel:„Der norddeutsche Bund und dessen Uebergang zu einem deutschen Reiche“ eine poli— tische Broschüre erscheinen lassen, welche bei der politischen und socialen Stellung ihres Verfassers Aufsehen erregen wird. Der Graf dringt auf tine alsbaldige weitere Ausbildung und Reform des norddeutschen Bundes im Sinne größerer Einheit; er fordert die conservative Partei auf, sich an die Spitze der nationalen Bewegung zu stellen, die Fürsten aber, aus freier Initiative dazu die Hand zu bieten. Die Reform, die er vorschlägt, soll darin bestehen, daß der König von Preußen auf Wunsch der deutschen Fürsten den Titel eines Königs oder Kaisers von Deutsch— land annähme, daß der Bundesrath aufhörte und an seine Stelle einerseits ein vom Könige von Preußen zu ernennendes verantwortliches Bundes- ministerium, andererseits ein Fürstenhaus trete, in dem die Fürsten der Bundesstaaten und die drei Prinzen des preußischen sowie drs sächsischen Königshauses, ebenso die volljährigen Erbprinzen der anderen Häuser, ferner die bisherigen Standes— herren, vielleicht auch einige vom Könige zu er— nennende erbliche Mitglieder sitzen würden, wo— gegen das preußische Herrenhaus in Wegfall kommen, überhaupt die preußische Verfassung be— deutend vereinfacht werden müßte. Bonn. Der Festrausch ist verflogen und nun finden sich am Boden des Bechers doch einige unliebsame politische Rückstände, Herr Stiehl, der Vater der Regulative, hat ebenfalls an der Ehren— promotion— natürlich der sogenannten philo— sophischen Facultät— Theil nehmen sollen. Ein Geheimrath, Mitglied derselben, gab sich recht heftige Mühe darum, hat aber auch nicht eine Stimme für seinen Herrn Candidaten gewinnen können. Andererseits soll im Schoße der medi— cinischen Facultät bei dem Vorschlage von Paget, dem Londoner Chirurgen, vorsorglich in Erinnerung gebracht worden fein, daß derselbe einst auf Ca- prera einen Consultationsbesuch bei Garibaldi's Fußwunde abgestattet habe. Da inzwischen die Usedom'sche Depesche bekannt worden war, zer- streute sich an dieser das Bedenken. Unter den deutschen Universitäten, welche zum Glückwunsche erschienen waren, fehlte nur Wien. Hanau. Zur Abhaltung des sechsten mittel- rheinischen Turnfestes hatte die ganze Stadt ein Festgewand angelegt und selbst die Regierungs- gebäude blieben nicht zurück. Die Straßen ge— währten einen prächtigen Anblick; die Farben schwarz⸗weiß waren nur sehr zerstreut zu schauen, dagegen flatterten Tausende von schwarz⸗roth- goldenen Fahnen in der Luft. Der Empfang der mit ihren Fahnen zum Feste eilenden auswärtigen Turner war ein wahrhaft herzlicher und die Gast⸗ freundschaft der Hanauer eine überaus lobens- werthe. Ein ausgebrochener heftiger Brand ver— zögerte die auf 1 Uhr fesigesetzte Aufstellung des Festzugs um eine Stunde. Sonst verlief das Fest in besler Ordnung; nur die Hitze auf dem san⸗ digen Festplatz war unerträglich. Nachdem Mainz und Frankfurt als Fest⸗ und Vorort abgelehnt, wurde als solcher Worms gewählt. Wiesbaden. Der Kaiser von Rußland wird in den nächsten Tagen hier eintreffen. Don nerstag Abend wird der König von Preußen erwartet. Am Freitag findet die Grundsteinlegung des Militär⸗Badehauses statt. — Die Generalversammlung der Aetionäre der Taunusbahn hat am 11. d. einstimmig die Anträge wegen eines doppelten Geleises von Frankfurt nach Höchst und wegen des Baues einer Zweigbahn nach der Fabrik Griesheim genehmigt. Schwerin. Laut großherzoglicher Verord- nung erfolgt mit dem 11. August der Eintritt Mecklenburgs in den Zollverein. Für ausländische Waaren findet eine Nachversteuerung statt. Baden. Karlsruhe. Nach amtlicher Zusammenstellung ist der Stand der badischen Staatsschuld auf 1. Januar 1868 folgender: 1) Anlehen von 1842 zu 3½ Proz. 9,780,600 fl.; 2) Lotterieanlehen von 1845 zu 3½ Prozent 12,990,722 fl.; 3) Anlehen beim Canton Basel Stadt von 1854 zu 3½ Proz. 1 Mill.; 4) An⸗ lehen von 1850—61 zu 4 Proz. 18 Millionen; 5) Anlehen von 1862-64 zu 4 Proz. 25,312,500 fl.; 6) Anlchen von 18066 zu 5 Proz. 944,666 fl.; 7) Anlehen von 1866 zu 4½ Proz. 17,499,825 fl.; 8) Prämienanlehen von 1867 zu 4 Prozent 21 Mill.; 9) Vorschüsse der Amortisationscasse zu 4 Proz. 5,503,981 fl.; 10) unverzinsliches Papiergeld 3½ Millionen Gulden, zusammen 108,532,295 fl. Oesterreich. Wien. Nach dem Festjubel kommt das Deficit. Nach dem„N. W. Tagbl.“ beläuft es sich indessen nur auf 15000 fl., während undere Nachrichten es auf 97000 fl. angeben.— Es ist Aussicht vorhanden, daß der Kaiser die Schützenhalle im Prater der Wiener Schützen- gesellschaft als permanenten Schießplatz überläßt. Das durch das Fest angeregte Projekt, eine Jugend- wehr in Wien zu errichten, soll demnächst in einer öffentlichen Versammlung weiter besprochen werden. — Herr v. Beust hat sich am 7. ds. zur Fortsetzung seiner Badekur wieder nach Gastein begeben. Auch Dr. Giskra, der Minister des Innern, sucht Erholung von seinen anstrengenden Arbeiten. Der Finanzminister Dr. Brestel ist nach der Schweiz abgereist, um einige Wochen im oberen Engadin zu verweilen. — Die Rede des Reichskanzlers v. Beust ist nicht blos ein rhetorisches, sondern auch ein diplomatisches Meisterstück. Sie freut sich der deutschen Sympathie für Oesterreich und konstatirt andererseis die österreichischen Sympathien für Deutschland, legt aber dabei die Verhältnisse, worin sich der österreichische Staat befindet, ohne alle Bitterkeit gegen den siegreichen Nachbar aus- einander, und bedeutet die Heißsporne von süd⸗ deutschen Demokraten, daß Oesterreichs Politik sich heute nicht in die Angelegenbeiten von Deutsch- land drängt. Oesterreich fühle mit Deutschland; aber wolle man Deutschösterreich zum Träger dieses Gedankens machen, so dürfe man es von den andern Stämmen nicht trennen, die mit gleicher Berechtigung und mit gleicher Treue dem Reiche angehörten. Diese Worte waren mit geschickter Wendung nach Berlin und nach Ungarn gerichtet, um dort allenfallsigen unliebsamen Er⸗ örterungen die Spitze abzubrechen. Daß in magyarischen Kreisen das Wiener Fest mit seinen deutschen Kundgebungen bereits anfing Eifersucht und Mißtrauen zu erregen, zeigt das„Pesti Naplo“, das darauf hinweist, daß durch den Aus⸗ ritt Oesterreichs aus Deutschland die Lösung der österreichisch-ungarischen Fragen vereinfacht worden sei. Neige aber Oesterreich zu Deutschland, dann börten die Verträge auf Geltung zu haben. Oesterreich also habe nur die Wahl, entweder die deutsche Einverleibung vorzuziehen, dann müßte Ungarn seine eigenen Wege gehen, oder aber es entsage ohne Hintergedanken jedweder Einmischung in deutsche Angelegenheiten, dann würde Ungarn die pragmatische Sanction und die 1867er Ver- einbarung halten. — Das von dem biesigen Arbeiterbildungs⸗ verein projectirte„Arbeiterverbrüderungs⸗ fest“, welches am 7. Sept. in Wien stattfinden und eine Verbindung sämmtlicher Arbeitervereine in Oesterreich herbeiführen sollte, wied von der Regierung nicht erlaubt. Es wurde darüber in einem Ministerrathe verhandelt, und eine officiöse Mittheilung sagt, die Regierung habe die Ueber⸗ zeugung gewonnen,„es gehe nicht an, daß man sich noch die sociale Frage auf den Hals lade und einer Agitation freieren Spielraum gewähre, die, was die Anstifter betrifft, durch und durch anti ⸗österreichisch sei.“ — Auf Verfügung des ungarischen Justiz⸗ ministeriums hat gestern Abend der Oberstadt⸗ hauptmann von Pest die Verhaftung des Fürsten Alexander Karageorgiewitsch vorgenommen, nachdem die serbische Regierung gedroht hatte, man werde künftig in Serbien auch etwaige Agitationen gegen die ungarische Regierung nicht verhindern, wenn die Pester Behörden den Proceß gegen die Mit⸗ schuldigen an der Ermordung des Fürsten Michael einschlafen ließen.— Wie das„Tageblatt“ meldet, ist der Fürst im Gefängnisse zu Pest bedeutend erkrankt. Triest. Der neuernannte Statthalter für Triest und das Küstenland, FM. Möring, hat sein Amt mit einer Proclamation an die Bewohner der Statthalterschaft angetreten, worin er mit vertrauenerweckender Geradheit die jüngsten Vorgänge bespricht, zur Ordnung und Gesetzlichkeit einem Staatsganzen gegenüber mahnt, das den Fortschritt und die Freiheit wolle, dagegen den festen Entschluß kundgibt, allen Denjenigen mit Entschiedenheit entgegenzutreten,„welche die wahre Freiheit verletzen, indem sit ihren Gesetzen den Gehorsam verweigern oder diese Freiheit für Eigenzwecke mißbrauchen, die Ruhe und den Frieden stören, welche als fremde Wühler es wagen sollten, Hand anzulegen an die Integrität eines Reiches, das die waltende Vorsehung zur Erfüllung einer hohen Mission berief.“ Frankreich. Paris. Am 8. d. wurde die „Laterne“ auf Befehl der Untersuchungsbehörde mit Beschlag belegt. Etwa 50,000 Exemplare wurden in der Druckerei weggenommen. Es scheint jedoch eine nicht unbedeutende Anzahl von Laternen vorher schon in Paris, wie in den Departements unter das Publikum gelangt zu sein. Polizeidiener umstanden am Nachmittage die Druckerei, was natürlich eine ziemlich bedeutende Menschenmenge heranzog. Bereits wird mit den Exemplaren, welche der Hand der Gerechtigkeit sich zu ent⸗ ziehen gewußt, ein ganz einträglicher Geheim⸗ handel getrieben. Gegen 2 Uhr bezahlte man die incriminirte Nummer, die an und für sich 40 Cent. kostet, mit 2 Frs., und voraussichtlich wird, der starken Nachfrage gegenüber, in den nächsten Tagen sich noch ein stärkerer Absatz in der ver⸗ botenen Waare kundgeben. Uebrigens soll eine neue Auflage der Nummer in Belgien veranstaltet werden. Wie der„Figaro“ mittheilt, sind wegen dieser Nummer zwei Klagen gegen H. Rochefort eingeleitet: eine wegen Aufreizung zum Haß und zur Verachtung der Regierung, und eine andere wegen Beleidigung der Person des Kaisers. — Das Journal„La Presse“ veröffentlicht heute die Reiseeindrücke des Prinzen Napoleon, welche diesem Blatte offenbar von einer dem Prinzen nahestehenden Person mitgetheilt wurden. „In Berlin wurde der Prinz sozusagen in Festlichkeiten eingewickelt und die Staatsmänner Preußens waren ebensovitle große Herren geworden, die sich beeilten, dem nächsten Verwandten des Kaisers ihre Höflichkeit zu bezeugen. Inmitten dieser Zerstreuungen blieb wenig Raum für ge⸗ heime Unterhaltungen. Der Prinz habe jedoch die wunderbare Ordnung bewundert, die überall in Preußen herrsche, den militärischen Geist, der sich in der Bevölkerung entfaltet und jene macht⸗ volle Einheit, in der sich etwas von dem Genie wieder findet, das in Frankreich nach der Revo⸗ lution bei Organisirung der Nation obwaltette. In Oesterreich sei es anders gewesen. Indem er die Anstrengungen, die Franz Joseph macht, um sein Reich auf freiheitlicher Grundlage neu zu gestalten, nach ihrem Werthe schätzt, so verhehle er sich doch die Größe und Schwierigkeit der Aufgabe nicht. Italien. Mazzini regt sich wieder ein⸗ mal. In einer Adresse an seine Freunde von Bologna, Genua und Fasnza beklagt er die gegenwärtige Lage Italiens und sagt von dem Unternehmen gegen Rom:„Der letzte, so heroische Anschlag auf Rom konnte nicht gelingen. Die in der Provinz begonnene Bewegung— ich habe es Euch gesagt, aber Ihr habt nicht auf mich gehört— mußte unfehlbar die Erhebung Roms unmöglich machen und sofort die fremde Inter⸗ vention nach sich ziehen. Man hätte vielmehr vorsichtig alle Angriffsmittel in Rom vereinigen und von Rom aus das Signal geben müssen. Gegenwärtig untersagt sich nach den traurigen Folgen des letzten Anschlages auch dieses Ver⸗ fahren von selbst. Die Aufgabe muß anders gestellt werden. Aus den Städten Italiens muß die Befreiung Roms kommen. Dieses Unternehmen darf nicht mehr das Unternehmen einer Partei, es muß das Unternehmen der Nation sein.“ Asien. In den chinefischen Gewässern ist es trotz englischer, amerikanischer, französischer und norddeutscher Kreuzer immer noch nicht geheuer. Das englische Kanonenboot„Algerine“ hatte kürzlich dort ein ernstes Gefecht zu bestehen mit eingebornen Seeräubern. Das Schiff war aus dem Hafen von Hongkong ausgelaufen, um ein Fahrzeug zu versolgen, das in nächster Nähe des Hafens einen räuberischen Angriff gemacht hatte, als es sich plötzlich einer Anzahl schwerbewaffneter Piratenfahrzeuge gegenüber befand, die alsbald Front machten. Es entspann sich ein hitziges Gesecht, in dessen Verlauf es der Energie der Engländer gelang, eines der Fahrzeuge zu entern und die übrigen in die Flucht zu schlagen. Friedberg, 10. August. Gestern wurden hier 2 alte Leute, Mann und Frau, von Oberroßbach wegen Bettelns in das hiesige Arresthaus verbracht. Als man heute Nach⸗ mittag nach denselben sah, fand man Beide erhängt. VBahrscheinlich halte sie Mangel an Subsistenzmitteln zu dieser That geirieben. Sie wurden nach Gießen auf die Klinik gebracht. S. Gießen. Bei einem am 8. d. M. von dem bier garnisonirenden Jägerbataillon nach Grünberg unter⸗ nommenen großen Reisemarsch, hatte ein Corporal, wie man vermuihet durch einen Sonnenstich, das Unglück sein Gehör zu verlieren; Tags darauf zeigten sich indeß wieder einige Symptome der Besserung. Köln. Der nördliche Thum im Wesien des Domes ist in diesem Jahre so sehr gefördert worden, daß er bald bis zu gleicher Höhe des jüdlichen Thurmes, der früher den Domkrahnen trug, gediehen ist. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, um beide Thürme hoch oben ein gemein⸗ schaftliches Gerüste aufzuschlagen, um im nächsten Jahre beide Thürme gleichmäßig weiter auszubauen. Dank der Dombau⸗Lotterie sieht zu erwarten, daß der Kölner Dom etwa innerhalb 8 Jahren vollendet wird. „, Conservirung der Blumen. Ein sehr ein · saches Mittel, Blumen lange in einer Vase zu erhalten, ist folgendes: Man schütte einen Löffel voll gestoßener Holzkohlen in das Wasser, das bestimmt ist, die Stängel der Blumen aufzunehmen; die Kohle wird sich rasch auf den Boden der Vase niederschlagen, das Wasser aber hell bleiben. Nach dieser Operation braucht man weder das Wasser noch die Kohle zu erneuern und die Blumen be⸗ halten Tage laug ihre Frische und ihren Dust. % Ein fossiler Menschenschädel in Cali⸗ fornien. Nach einer Mittheilung in der„Anthropological Review“ vom Januar 1868 ist in Californien ein Menschenschädel in einer Tiefe von 130 Fuß aufgefunden worden, der nach seiner Lagerung viel weiter in die Ver⸗ gangenheit zurückreicht, als die Verfertiger der Stein⸗In⸗ strumente der ältesten bisher aufgefundenen Periode bei Abbeville. Her Watson hat diesen Fund in einem Berg⸗ werksschachte gemacht, bei Altaville in der Nähe von Angelo, Calvarus County, California. Die Schichten, welche über dem Schädel lagen, sind von oben nach unten folgende: Schwarze Lava 40 Fuß. Kies 3 Fuß. Helle Lava 30 Fuß. Kies 5 Fuß. Helle Lava 15 Fuß. Kies 25 Fuß. Dunkle braune Lava 9 Fuß und endlich Kies von 5 Fuß Dicke, welcher den Schädel umschloß. Die hier erwähnten Lavaschichten bestehen aus einer festge⸗ wordenen vulcanischen Aschenmasse. Der Schädel selbst war bedeckt und inerustirk mit Steinmasse. Erhalten waren: Das Slirnbein, die Nasenbeine, der Oberkiefer der rechten Seite, ein Theil des linken Schläsenbeins, das Jochbein und beide Augenhöhlen. Auffallend ist die Dicke der Schädelknochen, sonst aber zeigen sie einen ganz normalen Typus. Die Thatsachen im Betreff der Ent⸗ deckung dieses Schädels wurden durch Prof. Whitny der Akademle der Wissenschaften in Californien mitgetheilt. „Ein Wahnsinniger. In der Commune Lafare (Aix) hat man, dem„Semaphore von Marseille“ zufolge, eine schreckliche Entdeckung gemacht. In alten Kalköfen fand man vier nebeneinanderliegende Leichen, welche un⸗ zweifelhafte Spuren gewaltsamer Tödtung an sich trugen. Die Juftizbehörde begab sich an Ort und Stelle und nahm den Thalbestand auf. Es ist bis jetzt zwar noch nicht gelungen, die Persönlichkeit der Ermordeten festzustellen, aber der vierfache Mörder ist bereits ergriffen. Es ist ein Wahnsinniger. Dieser Unglückliche war eine Zeitlang Insasse der Irrenanstalt zu Aix, von wo man ihn nach langer Behandlung entlassen hatte, da er sich stets friedlich und ungefährlich gezeigt hatte. In Wirklichkeit stand er indessen unter dem Einflusse von Hallucinationen und man war enssetzt über seine Beantwortung der Fragen, welche man ihm betreffs der Veranlassung zum Morde vorlegte. Er erklärte ohne irgend welche Erregung, daß er die Personen nicht kenne, welche er ermordet habe. Allein man habe ihm seit zwanzig Jahren fortwährend versichert, daß er von einem der Vagabonden getödtet werden würde, welche in den Kalköfen ihr Nachtlager auf⸗ zusuchen pflegten. Um sich diesem Verhängniß zu ent⸗ ziehen, habe er die Unglücklichen, welche sich an jenen Ort zu begeben öflegten, jede Nacht aufgesucht und im Schlafe ermordet, ihre Leichen aber dann mit eigenen Händen vergraben. % Aus dem Seebade Colberg schreibt man der „Volks Ztg.“: Da die Reunions⸗Bälle dem hier zahlreich weilenden pommer'schen Adel und den Offizieren nicht mehr genügten, so beschlossen einige Herren(an der Spitze stand v. Meyer inck) eine Separat⸗Reunion zu gründen. Laut Contract darf aber während der Saison das Gesellschaftshaus seine Räume zu keiner Privatgesell⸗ schaft vermiethen und so blieb jenen Herren nichts übrig, als eine Art Subscriptlon zu eröffnen, wozu man sich unter Angabe von Namen und Stand melden mußte. Juden und getaufte Juden seien ausgeschlossen! Das war mittelst Placat am Gesellschafshause öffentlich bekannt ge⸗ macht. So geschehen zu Colberg im Lande Preußen am 26. Juli 1868.— Was diese junkerliche Absonderung im Grunde zu einer curiosen macht, ist der Umstand, daß der genannte Herr v. Meyerinck die Tochter eines getauften Berliner Juden zur Frau hat; derselbe ist nämlich der Schwiegersohn des vor einigen Jahren verstorbenen Bankiers M. Oppenheim, der bei der Taufe den Namen Oppenfeld annahm und„geadelt“ wurde. Die Firma lautet noch heute M. Oppenheim Söhne. Ob Herr v. Meyerinck ohne seine Frau, die so wesentlich zur Auf⸗ frischung seines adeligen Stammbaums beigetragen hat, zum Balle geht, wissen wir nicht. e, Seltsame Argumentation. Ein junger amerikanischer Arzt— erzählt der„Courier des Etats Unis“— entführte eine seiner Patientinnen, ein kaum 17jährigee Mädchen, und heirathete sie. Die Eltern des Mädchens klagten ihn der Trigamie an, wogegen er sich folgendermaßen vertheidigte:„Ich habe mich drei Mal verehelicht. Meine erste Verheirathung war rechtsgültig, meine zweite aber null und nichtig, da im Momente ihrer Vollziehung meine erste Frau noch lebte. Die dritte Ver⸗ heirathung ist aber vollkommen legal, da die erste Frau gestorben ist und die zweite nicht in Anschlag gebracht werden kann.“ Der Gerichtshof von Chicago hatte gegen dieses Plaidoyer nichts einzuwenden. Friedberg 11. August 1868. Nach von Hrn Prof. Dr. Petermann in Gotha direct er⸗ haltener Nachricht war die deutsche Nordpol⸗ Expedition bei zwar sehr veränderlichem, zum Theil höchst stürmischem Wetter, aber doch nach rascher und glücklicher Fahrt schon am 5. Juni bis zum 74 50 Nördl. Breite, 10 38“ Westl. Länge von Greenwich, bis zu 67 nautische Meilen Entfernung von der ostgrönländischen Küste, vor⸗ gedrungen. Dort sah man das erste Eis, in das die„Germania“ zwar muthig eindrang, so daß sie noch den 75% 19“ N. Br. erreichte, von dem sie aber doch nach dreitägiger angestrengter Arbeit nach und nach bis 730 20“ N. Br., 160 18“ W. L. zurückgedrängt wurde. An dieser Stelle kam zu den im Eise Besetzten ein Boot von dem 4 Meilen seewärts im offenen Wasser liegenden englischen Schiffe„Diana“, welches auch die überkommenen Nachrichten vermittelt hat. Nach denselben war das Wetter sehr schön, der Wind hatte sich nach Nordwest gedreht und es war die — 819 Dia ihren Ewa werden desh, können, au 5 Urkunden 0 des Art. 20 — — r . 5 11 10 „ Ftau adtacht 1. gegen Absicht des Capitän Koldewey, sofort wieder den K N 9 3 9 N 8 Kampf mit dem Eise aufzunehmen, um in das muthmaßlich hinter ihm liegende offene Polarmeer zu gelangen. Von seinem Schiffe schreibt er: „Das Schiff hat sich ausgezeichnet bewährt, ich bin mit ihm in jeder Beziehung zufrieden;“ über die Mannschaft spricht er sich ebenfalls sehr lobend aus und am Schlusse seines Briefes sagt er:„Die Temperatur hält sich immer zwischen + 2% und— 2 R., kälter als— 20 ist es noch nicht gewesen. Unser Befinden ist bei dieser Temperatur ausgezeichnet, Jeder an Bord fühlt sich ganz behaglich— haben wir doch warme Kleidung, gutes, gesundes Essen und ein starkes, schönes Schiff unter den Füßen. Was kann ein Seemann mehr verlangen?“— Gewiß ruft ein Orgel! Was bie Musik an Macht über das menschliche jeder Leser den kühnen Schiffern im Geiste ein treugemeintes„Fahrewohl!“ zu. Dr. M. Das Orgelkonzert des Herrn Dr. Volkmar. Es war in den letzten Jahren in Friedberg vielfach Gelegenheit gegeben, die bedeutendsten musikalischen Kunst⸗ schöpfungen von anerkannten Künstlern vortragen zu hören. Wir erwähnen nur des Klavierkonzerts der Frau Ritter— Bondy, des hinreißend schönen Streichquartetts der Herren Heermann und Genossen, der hier veranstalteten Konzerte der ehemaligen Gießener Kapelle ꝛc. Seltener dagegen wird uns der Genuß eines Orgelkonzerts zu Theil. Doch sagen wir nicht Genuß, es wäre Profanation; Erbauung ist es, Meisterwerke unserer Kirchenmusik auf der Orgel zu hören. Welch ein herrliches Instrument ist doch die Gemüth besitzt, das tritt uns ba in überwältigender Majestät entgegen, kald uns tief erschütternd, bald zu stiller Andacht stimmend, bald mit sanfter Gewalt uns emporhebend zu lichten Höhen, wo Engelstimmen uns Botschaft bringen von himmlischer Liebe und himmlischem Erbarmen.— In diesen wenigen ungeschickten Worten werden die Vielen, die dem im verflossenen Winter dahier stattgehabten Orgelkonzerte deigewohnt haben, die Stimmung wieder erkennen, mik welcher sie damals die Stadtkirche verließen. Wir können darum das von Herrn Dr. Volk⸗ mar für kommenden Samstag angekündigte Orgelkonzert in unserer Stadtkirche nur willkommen heißen. Dr. Volk⸗ mar nimmt unter den Orgelkomponisten und Virtuosen der Gegenwart eine hervorragende Stelle ein, und es erscheint sonach im Interesse aller Freunde auch der ernsten und erhabenen Musik, auf sein Konzert hier nochmals hinzuweisen.— ihren Erwerbtitel nachtragen lassen, können sich aber über den Erwerb derselben nicht urkundlich ausweisen. werden deßhalb Dritte, welche aus irgend einem Rechtsgrunde Ansprüche an diese Immobilien glauben bilden zu Oeffentliche Aufforderung. 1879 Die Besitzer der unten verzeichneten Immobilien wollen dieselben theils verpfänden, theils veräußern, theils Es können, aufgefordert, solche binnen 3 Monaten so gewiß dahier geltend zu machen, als sonst die Veräußerungs⸗ Urkunden ohne Rücksicht auf sie bestätigt, beziehungsweise die bekreibenden Theile im Grundbuche nach Maßgabe des Art. 29 des Gesetzes vom 21. Februar 1852 als vermuthete Eigenthümer werden eingeschrieben werden. Ord. Namen Bezeichnung f Gemarkung. 1 Nr. Dei de der Immobilien. 1 Philipp Leonhard und Ehefran Anna Elisa-⸗ Ober⸗ und Nieder-] X. 1277. bethe, geb. Cunz in Ober-Rosbach Rosbach a 2 Peter Jökel von Nieder⸗Florstadt Ober⸗Florstadt 4,88. 5,127. 3 Wilhelm Koch II. Wittwe in Nieder⸗Florstadt J Nieder-Florstadt 2.205. 4 Johannes Mäuser II. in Ockstadt Ockstadt III. 452. 5 Johannes Mäuser II. in Ockstabt 7 7 N 188 1 2087 1008 bb 5 I. ieder⸗Wöllstad ieder⸗Wöllstadt 208.... 581. A f 53. 691. 979. 1009. 1I. 249. 389. III. 330. IV. 77. 109. 137. 274. 398. 478. V. 36. 122. 148. 233. VI. 206. 281. VII. 92. 211. 228. 25 1. IX. 82. 89. 227. X. 165. 181. 197. 492. 494. 567. XI. 143. 212. XII. 189. 316. 380. XIII. 1. 128. 204. 271. 368. 460. 519. 635. XIV. 161. 182. 236. 284. XVI. 71. XVII. 30. 59. 249. XVIII. 256. 371. 442. 772. 793. 616. 630. XIX. 8. 49. 131. 148. 408. 531. 549. XVIII. 687. VII. 76. 7 Konrad Becker IV. in Ober⸗Rosbach*— Nieder⸗ II. 471. os ba ini i 3 Nieder⸗Florstabt I. 539. II. 135. 215. IV. 174. 307. 400. 8. Christian Alles von Nieder⸗Florstabt Florst 101. V. 38. 43. 214. 478. 589. 674. 675. 676. 677. 678. 679. VII. 35. 256. 273. 274. IX. 18. 19. 396. 397. 429. 456. 457. X. 396. 397. XI. 97. III. 222. 223. X. 260. b. Jakob Schmidt I. Wwe. von e n 1 4 11 0 e. Joh. Friebrich Schmidt von Ober⸗Florstadt J Nieder⸗Florstadt Ä 1. 2 ie 4 ab Nieder⸗ lorstadt I. 614. 543. II. 126. 219. 372. III. Johannes Schäfers Erben von Nieder⸗Florstabt Florst 307. 365. IV. 352. 362. 260. V. 180. 195. 463. 514. VI. 7. 111. 126. 151. 196. VII. 226. VIII. 52. 247. IX. 374. 485. 319. III. 108. X. 18. XVII. 93. XVIII. 7. ieder⸗Florstabt][ Ober⸗Florstabt II. 160. III. 353. IV. 133. 260. 9 Johannes Schüfers Erben von Nieber⸗Florst Ober⸗Florst 337. V. 283. 374 100. VI. 304. V. 505. 462. IV. 388. VII. 454. 425. III. 206. N 1. 548. II. 179. 10 J Peter Jitel ven Nieder Flortabt Nice gad 510 il 316 11 Johannes Schäfers Erben von Nieder⸗Florstadt J Nieder⸗Florstadt. a- II. i ber⸗ Ober⸗ und Nieder⸗ IX. 688. 1064. I. 309. 934. 1011. een Rosbach II. 88. 196. III. 115. 214. Iv. 295. 734. 853. 311. V. 328. VI. 195. VII. 460. 469. 490. VIII. 89. IX. 848. X. 448. XI. 142. XxX. 221. 298. 322. 340. XXI. 130. 276. II. 294. 416. IV. 506. 646. 862. 1 IV. 259. XXI. 411. 13 J Christoph Moll II. von Weckesheim Weckesheim X. 291. 14] Bernhard Thomas in Fauerbach b. 5 Tauerbach b. Fr. I. 356, alt 729,4. 111 i 1 3 a Ober⸗ und Nieber⸗ IX. 990. VI. 123. VIII. 452. 640. A Rosbach Vill. 898. X. 58. 117. 182. 1424. 1046. XII. 170. XIII. 166. 167. 168. 275. 515. XIV. 388. XV. 230. XVI. 680. XIX. 508. XII. 710. IX. 1357. X. 1587. XVII. 403. 5 Balthasar Arnold Hörle 1. Nieder⸗Ros bach Wide hen 1 N 1510 1 Heinrich Fey III. in Weckesheim eckes heim% en e. 1 a le 3. Ockstadt I. 909. 1229. II. 429. 817. 828. e Ken I. ven Oahabt 1 III. 67. 448. IV. 4. v. 388. 377. VII. 132. 331. 431. 676. VIII. 213. 498. IX. 13. 286. X. 15. 213. XII. 94 206. 207. 338. 413. 1. 1000, 3. 142. b. Straßheim II. 12⁴ Heinrich Müller zu Ockstabt Ockstabt I. 83. Friedberg am 1. August 1868. Großherzogliches Landgericht Friedberg Rei t Edictalla dung. 1722 Nachdem der Herr Graf Friedrich Eduard zu Alt⸗Lelningen⸗Westerburg zu Schloß Ilben⸗ ftadt gestorben ist und der Herr Graf Victor zu Alt- Leiningen-Westerburg die Erklärung abgegeben hat, daß er als gesetzlicher Vertreter seines noch mindersährigen Sohnes, des Herrn Grafen Aug ust zu Alt⸗Leiningen⸗ Weflerburg, die dem Letzteren als alleinigem Intestat⸗ Erben zugefallene Erbschaft des Allodlal⸗Nachlasses seines Großvaters, des Herrn Grafen Friedrich Eduard zu Alt⸗Leiningen-Weßerburg, nur unter der Rechtos⸗ wohithat des Inventars antrete, so werden alle Die⸗ jenigen, welche Forderungen oder sonstige Ansprüche an die Allodtal⸗Verlassenschaft des Herrn Grafen Friedrich Eduard zu Alt⸗Leiningen-Westerburg bilden zu können vermeinen, biermit aufgefordert, solche binnen vier Wochen, von dem ersten Erscheinen dieser Bekannt⸗ machung in den öffentlichen Blättern an gerechnet, bel dem unterzeichneten Gerichte so gewiß geltend zu machen und zu begründen, als sie sonst bei Abschluß des In⸗ ventars und Regulirung des erwähnten Nachlasses keine Berücksichtigung finden werden. Friedberg am 15. Juli 1868. e Landgericht Friedberg etz Steinberger, Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor. Hofraithe⸗ und Güter⸗ Det st e ige nne 1873 Freitag den 14. Aug ust l. J., Vormittags 9 Uhr, werden in hiefsigem Rathhause auf freiwilligen Antrag der Frau Adam Kehr's Wittwe nachbeschriebene Im⸗ mobilien: Flur. Nr. Klftr. Gemarkung Friedberg. 1. 17/ù. 101. 230,3. Hofraithe in der Stadt, 1. 17%. 101. 171,8. Grabgarten daselbst, sowie circa 60 Morgen Aecker, Wusen und Gärten parzellenweise öffentlich meiftbietend versteigert und bier⸗ bei demerkt, daß sich die Hofraithe, in welcher schon lange Jabre eine Oetonomte und Wirthschaft mit dem besten Erfolg betrieben worden ist, sich auch zu jedem anderen Geschäftsbetrieb eignet. Friedberg den 7. August 1868. In Auftrag Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Foucar. Yer st eigne 1895 Freitag den 14. August l. J., Nachmittags 5 Ubr⸗ werden im Gräflichen Schloßgarten dahier: Die Reineclauden don 5 Bäumen und die Mirabellen von 5 Bäumen öffentlich an den Meistbletenden versteigert. Schloß Ilbenstadt den 10. August 1868. Bernhardt. Obligations-Verloosung. 1893 In der heute daher stattgehabten Gemeinderaths⸗ versammlung wurden die Partlal⸗Obligationen der Ge⸗ meinde Altenstadt aus den Anlehen vom Jahre 1835: Nr. 69 und 84 jede über 200 fl. durch das Loos auf den 31. Dezember J. J. zur Rück⸗ zahlung bestimmt. Die Inhaber dieser Nummern werden blermit von dieser Verloosung in Kenntniß gesetzt und zugleich auf⸗ gefordert, diese Beträge gegen Rückgade der Schuld⸗ urkunden und der noch nicht fälligen Zins coupons dis längstens zum 31. Dezember l. J. bei der Gemelnde⸗ Einnehmerei dabhier in Empfang zu nehmen, da von diesem Zeitpunkte an eine weitere Verzinsung derselben nicht mehr stattfindet. Altenstadt den 10. Auguft 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Altenstadt Kreuder. Süßäpfel-Versteigerung. 1900 8 bis 10 Bäume Süßbäpfel werden Freitag den 14. d. Mts., Vormittags 11 Ubr, in der Freiberrlich v. Lö w' schen Allee öffentlich verflelgert. Wisselsheim den 10. August 1868. In Auftrag Hofmann. TTT — 2588 55 1903 Sonntag den 16. d. ich mir mit dem Bemerken höflichst einzuladen erlaube, im Waͤldchen für dieses Jahr schließen werden, wenn man sich noch schönen Wetters zu erfreuen haben wird. Jagdhaus deu 10. August 1868. (den 20. k. M-) Osseuheim er Ossenheimer dhl dchen. daß hiermit die Tanzen nicht am Tage der Kirchweihe G. F. Korndörfer. Eisenbahn-Frachtbriefe sind zu haben bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Feuerwehr. Donnerstag den 13. 9 Uhr, im steinernen Erscheinen wird ge⸗ Krank- oder Verreist⸗ Fr. Roßbach. Freiwillige 1897 Versammlung d. M., Abends halb Haus. Pünktliches“ wünschi und kann nur sein entschuldigen. Kirchweihfest zu Wisselsheim. 1899 Sonntag den 16. und Montag den 17. August findet bei dem Unterzeichneten gut besetzte Tanzmufik statt, wozu derselbe mit dem Bemerken höflichst einladen, daß für gute Speisen und Geiränke bestens gesorgt sein wird. Wisselsheim. Chr. Seng. Gastwirth. Einladung. 1898 Sonntag den 16. August wird auf meiner Kegel⸗ bahn ein schöner lebendiger Rehbock sowie ein Hammel ausgekegelt und lade ich hierzu freundlichst ein. Melbach den 11. August 1868. W;ᷓs Philippi. 1896 Sonntag den 16. August findet bei Unterzeich⸗ netem zu Erbstadt ein Preis-Scheiben-Schießen ftatt, wozu derselbe sreundlichst einladet. Friedrich Empter, Gastwirtb. Ein tüchtiger Feuerschmied 1894 wird gesucht in der landwirthschaftl. Maschinen und Geräthe⸗Werkstätte von K. Häuser in Fauerbach. 3000 Gulden 1700 werden in hiesiger Stadt gegen hypotbekartsche Sicherheit zu leihen gesucht. Näheres unter Nr. 1700 bei der Exped. d. Bl. Ein gut gehaltenes 5 Tafelelavier 1901 steht zu verkaufen. Corseten& Crinolines 1905 bei K. Friedrich neben der Post. Zwei möblirte Zimmer 1888 find zu vermiethen. Auf Verlangen kann auch die Kost gegeben werden. Das Nähere bei der Exped. d. Bl. Ein gelber Hund 1904 ist mir entlaufen und erhält Derjenige, welcher denselben an mich abgibt, eine Belohnung. W. Wind, Metzger. Ein Webstuhl 1902 mit sämmtlichem Zubehör steht zu verkaufen bet Joh. Hetechen in Melbach Bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim ist vorrätbig: Neuster Caschei Fahrplan Mittel⸗Rheingegend, Hessen, Nossar, Frankfurt, Rhein⸗Preußen. Saaterbsen 1584 bei Gebr. Löb. Fruchtpreise. Per Malter. Friedberg, 12. August. Waizen 12 fl. 15 kr.; Korn 8 fl. 40 tr.; Gerste 7 fl. 15 kr.; Hafer 5 fl. 15 kr. Frankfurt, 11. August. Waizen 12 fl. 15 kr.; Korn 10 fl.— kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 10 fl. 10 kr. Grünberg, 8. August. Waizen 12 fl. 5 tr.; Korn 9 fl. 15 kr.; Gerste 7 fl. 23 kr.; Hafer 5 fl. 25 kr.; Molter 8 fl. 35 kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— f. — kr.; Saamen 13 fl. 32 kr.; Kartoffeln— fl.— kr Mainz, 7. August. Waizen 12 fl. 10 kr.; Korn 8 fl. 49 kr.; Gerste 7 fl. 34 kr.; Hafer 5 fl. 20 kr. b 13 fl. 30 kr.; Roggenstroh per 100 Gebune — fl.— kr. Eine geübte Damenschneiderin 2555 1 Bestellungen. Näheres bel der Exped. Neueste Erfindung! 1747 Die von Sr. Maj. dem Kaiser von Oesterreich laut Reskript Nr. lebe mit einem Patent bevorzugte 1908 ausschl. prio. Politur- Composition ist äußerst beachtenswerth für Tischler, Drechsler und Holzarbeiter zum Fertigpoliren von neuen Möbeln, und für Private ꝛc. zum Aufpoliren von alten und abgestandenen, ober solchen Möbeln, wo das Oel hervortritt.— Durch diese Composition wird das zeitraubende und kostspielige Fertigpoliren von neuen Möbeln durch Spiritus gänzlich beseitigt, da durch Anwendung einiger Tropfen in wenigen Minuten ein Tisch oder Kasten fertig polirt ist, und kann bei einem mit dieser Composition polirten Gegenstand das Oel nie hervortreten.= Die Anwendung ist höchst einfach, das Resultat überraschend.= Alte und abgeständene Möbel können durch ein⸗ faches Reiben mittelst eines befeuchteten Leinwand⸗ lappens überpolirt werden und erhalten einen Hoch- glanz, welcher durch das Poliren mit Spiritus nie erzielt werden kann.— Mit einem Fläschchen dieser Composition kann man ohne Beihilfe des Tischlers in einigen Stunden eine complete Zimmerein richtung renoviren Haupt- Versendungs- Depôt en- gros et en- détail bei Friedrieh Müller, k. k. Privilegiums⸗Inhaber, in Wien, Gumpendorf, Hirschengasse Nr. 8, wohin die schriftlichen Aufträge erbeten, und gegen Einsendung des Betrages(da bei Versendungen nach dem Auslande Postnachnahme nicht möglich ist) umgehend effectuirt werden. Preis: 1 Flacon(mit Belehrung) 15 Sgr.— 1 Dutz. Flacons 4½ Thlr. Weniger wie 2 Flacons lönnen nicht ver⸗ sendet werden. Aviso 111 Man bittet diese Annonce nicht un⸗ berücksichtigt zu lassen. Da bei richtiger Anwendung dieser Composition solche Vortheile erzielt werden, daß die bis jetzt übliche Ari des Polirens bald ganz dieser neuen präktischen und billigen Erfindung weichen muß, so ersucht man das P. T. Publikum sich durch einen Probeversuch davon zu überzeugen, und weisen wir auf das veröffentlichte Zeugniß eines der ersten wissenschaftlichen Kapacitäten Deuischlands, sowie auf die Resultate, welche in Oesterreich durch die Politur⸗ Composition erzielt wurden, hin. Gleichzeitig wird auf die neu ermäßigten Fracht⸗ Tarife aufmerksam gemacht, durch welche die Fracht⸗ spesen bedeutend reduzirt wurden. Es wird ersucht, bei brieflichen Bestellungen den Betrag gleich mitzu⸗ senden, da Versendungen nach dem Auslande pr. Postnachnahme oder Postvorschuß hier nicht angenom⸗ men werden. Teugniss: Sehr geehrter Herr! Vor einigen Tagen wurde mir eine Probe Ihrer Politur⸗Composition übergeben mit dem Ersuchen, selbe einer chemischen Analyse ihrer Bestandtheile zu unterziehen. Ich habe diese Probe einer genauen sowohl qualitativen als quantitativen Analyse unterworfen und deren zweck⸗ mäßige Zusammensetzung völlig für gut befunden dc. ꝛc. Ihr ergebenster Dr. Werner, Direktor des polytechnischen Institutes in Breslau. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. Mitgetheilt von d I Oest. 250 fl. b. R. 1839 48 G. S. Linduelmer. Frankfurter Cours. E„ ee 8 2 100 Pr. L. 1858 142½ G. 12. August 1868. Cours der Staatspapiere. 3„500, v. 1860% 78% 0. ester./ Met. 1850 1. Lst. 9. Jr. Hes. J Ubilgat. 89% J 100 Pr. v. 1804 10% d. 5 5% Nat.-Anl. 1854 54 6. ö„ 3½% Obligation. 1 ö 2 chsed. Tulr. 10-L. 10/ b. 5 5% steuerfreie Oblg. 52% G. Nassau 4½% Obl. b. Rth. 95 G S.d. 35 fl. Loose 53% 8 breusseu 4½ö% Obligat. b. Rth. 958% G.„ 50 do do 87 2 Kurk. 40 Tn.-t. b. u. 535 0, g, ee, eee. Kurhess. 4% Obl. b. k. à 105 88¼ 0. 2 as. Hess. 50 fl. L. b. l. 18% 6. Bayern 50% Obligation. 102 6. Frankf. 3½% Obligat. 805% G. 12 5 e„ eee 5 4½0% ½ Jähr. b. Rth. 96/ G. 5 30% 0. 2 Nass. 25 fl. L. b. R. 36 ½ G. 5 40 do do 90 ½ d. Russland 50% Obl. 1. L. à fl 12 84/ g I Send. 36 Er. L. b. B. Würtemb. 4½0% Obl. b. Rth. 95 G. Finnland 4½% Pfdbr. 1. R. 105 80 P.. Pistolen fl. 9 46—48 1 4% do do 80 P. Schweden 4½0% O. 1. R. à 105 85½ G. 18„ Doppelte„ 9 47-49 Baden 46ů0 7205 Obligat. 94% G. 5 4½0% Pfb. 1. R. 2 105—— 2 Preuss. Friedrd'or» 9 58½¼—59½ 2 4/9 Obligat. 188 ½ P. N.-Amer. 60% St. 1. E. 1882[ 75% G. oll. fl. 10 Stücke„ 9 3456 Voll einbezahite Eisenbahn- Actien und Prioritäten. 1 1 8 9 1 4¼%% FEeyr. Ostbahn 130 6. 1 30% Liv. C. D.& D,. fr. 4 28 kr. 30/8 G. 2 Eugl. Sovereigns.„ 11 53½—57 ½ 5% sächsische Pfandbr. b. K. 93½ P. 50% Tosc. Centr.-Eisenb.-Pr. 47 P. I Russ. Imperiales 7 4749 f 30% Oeésterr..-Elsenb.-Prior. 53½ G. 5% Eltsabethbahn-Prior. 6½% ö 75½½ G. E old pr. Zoll.-Pf. 5 1 60% Oest. Sü“ St. u. Lomb. E. B. 95½ 6. 5% do. neueste Emiss./ 73/8 G. Ich. Silb. pr. Z. Pf.— 30% Oest. Süd. St. n. Lomb. E. B. 43 ¼ G. 1 i ö 4572070 Hess. Ludwiesb-Prior. 93% G.% Preuss. Kassensch.„ 1 44%—45½ jener Wechsel- Cours 104, G. 90 4— Dollars in Gold„ 227— 28 = Auskunst über Verloosungen, Coupons- Zahlungen d. s. W. Für An- und Verkauf aller Werthpapiere empfiehlt sich bestens unter Zusicherung reeller Bedienung und ertheilt gerne jede gewünschte S. Lindheimer in Friedberg. 1808 — „ anstlll die — getreist n! Das U soll. 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