0 Anzeiger ö 1868. Donnerstag den 9. Januar. M4. für Oberhessen. Eutbält die amtlichen Exlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Julelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. 6— Bestellungen auf den„Anzeiger für Oberhessen“ werden noch fortwährend von allen Poststellen und der Verlagseppedition für das erste Halbjahr — angenommen fe Amtlicher Theil. ntlich e Bekanntmachung. Nach Beschluß der Generalversammlung des landwirthschaftl. Bezirks-Vereins des Kreises Friedberg vom 14. Dezember v. J. sind 100 fl. zur Unterstützung solcher jungen, unverheiratheten Leute, die in den in der Kürze in dem pomologischen Institute zu Reutlingen beginnenden Lehrcurs für Obstbaumwärter eintreten wollen, aus der Kasse des Bezirks⸗Vereins zu verwenden. Ich fordere daher Lusttragende zur als baldigen schriftlichen Anmeldung bei mir unter dem Anfagen auf, daß den Anmeldungen Bescheinigurg über einige Uebung in der Baumcultur und besondere Liebe zur Erlernung der Obstbaumzucht so wie guter Ruf und Alter anliegen müssen Die Großherzoglichen Bürgermeiste reien wollen Vorstehendes in Ihren Gemeinden thunlichst bekannt machen und selbst auch geeignete Personlichkeiten vorschlagen. Friedberg den 6. Januar 1868. Der Director des landw. Bezirks⸗Vereins des Kreises Friedberg Trapp. Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Kegierungsblatt Nr. 52 enthält: g I. Bekanntmachung, das Reglement zu dem Gesetze über das Postwesen des Norddeulschen Bundes betreffend. Das genannte Reglement wird,— unter Bezugnahme auf Axt. 3 des Postvertrags mit Preußen vom 19. Juli, sowie auf die Bekanntmachung vom 25. November 1867, die Einführung der Posigesetze des norddeutschen Bundes in den zu diesem Bunde nicht gebörigen Gebietstheilen des Greßberzogthums betreffend— von Großherzoglichem Ministertum des Großherzoglichen Hauses und des Acußern mit dem Anfügen zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß dasselbe für das gesammte Gebiet des Großherzogthums am 1. Januar 1868 in Wirksamkeit tritt und daß alle disher destandenen, mit dem Reglement nicht übereinstim menden Vorschristen als aufgehoben zu betrachten sind. II. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 25. August den seiiber im Engagement gestandenen Kapellmtister Nesvadba zum Hofkapellmeister zu ernennen;— am W. November den früheten kurfürstlich bessischen Amtephysikus Pr. Bobe zum Kreisaizt des Kreiemedicinalamte Nauheim, — den Kreisbauaufseher⸗ Aspiranten Schaum aus Klein⸗ inden zum Hausverwalter und Rechner bei der Landes⸗ rren⸗Anstalt,— am 30. November den praktischen terinärarzi Gebb zu Nieder⸗Wöllstadt zum Krets⸗ veterinärarzz des Kreisveterinäramtes Grünberg,— an demselben Tage den Bataillonstambour im 3. Inf.⸗Reg. Allendorf von Heppenheim, den Corporal im 1. Inf.⸗Reg. Schröder von Ober⸗Lals,— den Feldwebel im 1. Inf.⸗Reg. Gambe von Lengfeld, den Feldwebel im 1. Jäger⸗ Bataillon Kronenkerget von Hackenheim,— den Musketier im 4. Inf.⸗Reg. Weber von Schlitz zu Bremsern dei der Main ⸗Weser⸗Eisenbahn— und am 3. Dezember den Inspektions⸗Assistenten bei der Station Gießen der Main Weser⸗Eisenbahn zu ernennen;— am 6. Dezember den Ober⸗Domäanen Calculatoren 1. Klasse bei der Obersorst und Domänen ⸗Ditektion Blisch und Pisgen die S'uellen von Registratoren bei dieser Fehörde, Ersterem mit dem * verausgabte, welche gleiche Summen zu Dotatlonen für Gentrale verwenden konnte und an die de⸗ possedirten Fürsten entrichtete, daß eine Regierung, deren Verwaltung als die beste und durchgreisendste Amtetitel als Oter⸗Domänen⸗Registrator und Letzter m gilt, deren Finanzen nach der eigenen Erklärung mit dem Amtstitel als Ober ⸗Forst⸗Registrator zu über tragen;— am 13. Dezember dem Salinen ⸗Rentmeister bei der Saline Theodorshalle Sasinen⸗Inspeklor Ziegler gleichzeitig die Stelle eines Rendanten bei dem, 1. Januar 1808 in Wirksamkeit tcetenden Salzsteueramte auf der genannten Saline— und dem Finanz⸗Accessisten Irhrn. Gedult v. Jungenseld aus Darmstadt die Stelle eines Einnehmers dei dem mit demselben Zeitpunkte in Wirksamkein tretenden Salzsteueramte Wimpfen mit dem Amtetitel„Salzsteueramts⸗Rendant“ zu übertragen. II. Concurtenzeröffnung für die Distriktecinnehmetei[ aber von Seite Groß ⸗Umstadt, wofür cine Diensicautien don 3000 fl. erfordert wird; concurtrenzsätzige Bewerber daben sich dinnen 14 Tagen anzumelden. IV. Gestorben: am W. Februar der penstonitie Schul lehter Rühl zu Köddingen;— am 28. Oktober der Schul⸗ lehret an der evang. Schule zu Mümlings⸗ Grumbach Wolf;— am 29. Oktober der pensionirte Ministerial⸗ Kanzlist dei dem Mimisterium der Finanzen Kanzlei⸗ Secretär Gernert. 8 m Friedberg. Es ist in der That eine höchsß beklagenswerthe und betrübende Erscheinung, daß eine Regierung wie die preußische, die kaum erst ihre großartigsten Machtmittel auf das Ueber- raschendste der Welt entfaltet hat, welche in kür⸗ zester Frist Hunderttausende auf die Beine stellte, Millionen zu Kriegszwecken aufzubringen wußte und für Zündnadelgewehre und Gußstahlkanonen mit dem 1 22— 8—— der Minister in blühendem Zustande sich befinden, anschesnend nicht mit der nöthigen Energie die fu Hülfsmittel zu finden und die rettende Kraft zu entfalten weiß, um die Bewohner einer ihrer Provinzen vor dem Hungertode zu schüzen,— denn an dem ernsten und besten Willen, in ausgiebigster Weise Hülfe bringen zu wollen, dürfen und können wir nicht zweifeln. Was der Regierung bis jetzt zur Lin⸗ derung der entsetzlichen Noth geschehen, erweist sich, Zeitungsberechten zufolge, als vollständig un⸗ genügend und unzureichend, denn wahrhaft berz⸗ zerreißend lauten die Nachrichten, welche den Nothstand in Ostpreußen als von Tag zu Tag in stets wachsendem Maße schildern. Dazu ist nun noch die mit so großer Strenge dort herr— schende Kälte getreten, welche bedauerlicherweise das Elend zum Aeußersten steigert und den armen darbenden Bewohnern einen lauten Hülferuf und Notbschrei der Verzweiflung nach dem andern aus dem befümmerten Busen preßt. Die Mittel und Kräfte der Regierung erweisen sich nach den vorliegenden Thatsachen diesem großen Nothstande gigenüber als uicht gewachsen und nicht ausreichend Bauaccessistlen Otto von Lauterbach zum Bahnhofs⸗ Die Nilguellen. Non Dr. Curtman. iin g. Stit uralten Zeiten hat man nach den Quellen dee ägypptischen Stromes, des Nils gesorscht, aber dennoch vergeblich. Erst unserer Zeit war es vorbehalten, ihre Forschungen bis ins Innerste von Afrika aus- udehnen, und das so lange Gesuchte zu finden. Das wußte man wobl on längst, daß der ägpptische Fluß, aus zwei Zweigströmen entstehe, denen man auch besondere Namen beilegte. Den östlichen nannte man nämlich den Blauen Fluß(Bahr el Azrek), den westlichen, größeren, den Weißen Fluß(Bahr el Abiad), und über dessen Ursprung datte man bloße Bermuthungen, während man die Entstehung des Blauen auf den abessinischen Gebirgen hinreichend sicher erkannt hatte. Um endlich auch über den Ursprung des Weißen Flusses, also des eigentlichen Nils, Auf- Härung zu erhalten, unternahmen zwei Engländer, Speke und Grant, tine neue Reise, aber diese nicht von Norden her durch Aegypten, sondern von Südosten, von der Küste Zanzibar. Wirklich gelang es ihnen, bis zu einem sehr großen Landsee vorzudringen, welchen sie der Königin von England zu Ehren Victoria Npanza nannten, und dessen Ausfluß sie vor länsg ale den Ursprung des Nilstroms ansahen. Dech hörten sie auch von einem zweiten Ste, in welchem der Fluß sich noch verstärke; doch konnten sie denselben nicht selbst besuchen. Als sie auf ihrer Rückreise, bhalbkrank und zerlumpt an der ägyptischen Gränze ankamen(1864), wurden sie durch das Zusammentressen mit tinem anderen entlischen Nil- Reisenden überrascht, mit dem Reisenden Baker, der seine Frau zur Begleitecin hatte. Anfangs wollte Baker mit ihnen umkehren, weil er meinte, es sei nun Alles erforscht, und seine M. he werde vergeblich auf⸗ gewendet werden. Als er aber hörte, daß jenen beiden Reisenden der eine See ganz, und auch manche sonstigen Nebenumstände der Entstehung des Stromes unbekannt geblieben wären, entschlossen sich der wackere Baker und sein beldenmüthiges Weib dennoch ihre Reise fortzusetzen, und es ist ihnen gelungen, ihr Ziel zu erreichen. Daß wir bier wirklich der muthvollen Frau viel zu danken haben, geht aus soltender Stelle von Bakers Tagebuch hervor.„Das Fehlschlagen aller früheren Unter- nehmungen kann nicht in Erstaunen setzey, da die Expeditionen aus Gesell⸗ schaften bestanden, die sobald Schwierigkeiten eintraten, in Zwist geriethen und endlich umkehrten.“ Seine Frau dagegen ließ sich auf keine Weise bestimmen, in England zu bleiben, und wiese alle Vorstellungen mit den Worten Ruths zurück:„Rede mir nicht darein, daß ich dich verlassen sollte, und von dir umkehren. Wo du bingebst, da will ich auch hin⸗ gehen, wo du bleibst, da bleide ich auch.“ Frau Baler hat wirklich mit ihrem Manne alle Mühen und Gefahren getheilt, und ist in Krankheiten seint treue Pflegerin gewesen, und bat sich dadurch um die Entdeckung wesentliche Verdienste erworben. II. Abdessin tier. Während der englische Reisende Baker an der Gränze von Aegppten noch auf die Rückkehr der andern Reisegesellschaft(Speke und Grant) aus zu durchgreifender Hülfe, die Privatwohlthaͤtigkeit muß deßhalb ohne Zögern unterstützend und mit helsend beispringen. Jener Nothschrei, welcher aus ven ostpreußischen Laͤndesthellen ertönt, wird all- gewaltig in die Herzen des deutschen Volkes dringen und aller Orten opferwillige Menschen- freunde zu dem gemeinsamen Werke der Nächsten⸗ liebe vereinen, um die Noth dieser deutschen Brüder nach Kräften zu lindern.— Tem Beispiele anderer Städte folgend, will man auch in unserer Stadt bei den Sammlungen für die hungernden Bewohner Ostpreußens nicht zurückstehen und hat sich deßhalb der biesige Hülfeverein, wie aus einem in dem Inseratentheile befindlichen Aufrufe ersichtlich, zur Leitung dieser Sammlung bereit erklärt, nachdem auch von anderer Seite zur Bildung eines Comités schon einleitende Schritte geschehen waren. Wir empfehlen allen Lesern dieses Blattes den erwähnten Aufruf zur thalkrästigsten Beherzigung und wünschen nur, daß derselbe überall so die Herzen wie die Hände offen finden möge zu reichlicher Spende. K Friedberg. Zu einer in diesen Blättern kürzlich gebrachten Mittheilung bezüglich der Er— nennung von Bataillons-Commandeuren der neu zu bildenden Landwehr ist ergänzend und berich- tigend zu bemerken, daß die dort genannten Herren für die erwähnten Chargen noch nicht definitiv ernannt, sondern vorläufig nur für dieselben be- zeichnet sind, wie dieß auch hinsichtlich der Regi- ments-Commandeure geschehen, als welche nämlich die Oberstlieutenants Klingelhöffer und Weber ausersehen sein sollen. Diese sämmtlichen Herren, sowie mehrere zu Adjutanten in der Landwehr bestimmte Offiziere der Linie, werden in den nächsten Tagen in Darmstadt zusammen- treten, um unter Leitung eines preußischen Stabs- ossziers von dem Landwehrwesen vollständige Kenntniß sich anzueignen. Auch die zu Bezirks- feldwebeln und Bataillonsschreibern ausersehenen Unteroffiziere wurden zu gleichem Zwecke aus den verschiedenen Regimentern nach Darmstadt beordert. Die vollständige Organisirung der Landwehr wird demnach erst in einigen Wochen geschehen können. * Friedberg. Am 31. Dezember v. J. wurden die Sträflinge aus dem Gebiete der freien Stadt Frankfurt, welche in dem Landes- zuchthaus Marienschloß die ihnen zuerkannten Strafen zu verbüßen hatten, nach Dietz verbracht. Es waren 31; die weiblichen Sträflinge sind in Eberbach untergebracht worden. Zur Verpflegung und Haft der Sträflinge hatte Frankfurt bekannt- lich mit dem Großherzogthum einen Vertrag ab⸗ geschlossen, der demnach von Preußen nicht er⸗ neuert worden ift. * Friedberg. Am 7. d. sind die Herren Oberstudienrath Wagner und Oberconsistorial- rath Göring dahier eingetroffen, um, wie man vernimmt, die für den dreijährigen Cursus im großherzoglichen Schullehrer⸗Seminar erforderlichen Preußen. Berlin. Die Organtsation des Bundesheeres macht neue Fortschritte. Je nach dem Ausfälle der Anfang Dezember erfolg- ten Volkszählung werden mit Beginn des neuen Jahres nunmehr auch die bisher noch sistirten militärischen Maßregeln in Ausführung treten. Es sind dies die Errichtung der drei Infanterle— Regimenter Nr. 97, 98 und 99, wie die je eines Festungs-Artillerie-Regiments beim 10. und 11. Armeecorps und die Erweiterung der beim 9. und 12.(sächsischen) Armeecorps bereits bestehen den Festungs-Arlillerie-Abtheilungen zu Regimen— tern von je 8 Compagnien. Eben so sollen bei diesen vier Armeecorps die Feld- und Festungs— Artillerie-Regimenter zu je einer Artilleriebrigade vereinigt werden. Die ebenfalls noch projektirte Errichtung von 4 neuen Cavallerie- Regimentern, davon 3 bei den Contingentsstaaten, wird dagegen erst mit der Steigerung des Beitrags dieser letz; teren in mehreren Jahren erfolgen. Eben so steht bis zum nächsten Frühjahre hin eine dem für 1868 in Aussicht befindlichen Zuwachse der nord— deutschen Marine um vier große Schlachtschiffe, davon drei, der„König Wilhelm“, der„Kron— prinz“ und„Prinz Friedrich Karl“, ersten Ranges, entsprechende Steigerung des Mannschaftsstandes der Flotte, wie auch der Marine-Infanterie und Artillerie zu gewärtigen. — Bei dem gegenwärtig stattfind enden Um tausch der alten Briefmarken kommt zu Tage, welch ein beträchtliches Kapital unverzinslicher Anleihe in Form dieser Werthzeichen im Publikum umläuft. So sollen nach der„Rhein. Ztg.“ bei der bedeutendsten der 38 Berliner Postexpeditionen am ersten Tage der Convertirung für nicht weniger als 10,000 Thaler an Marken und Couverte zur Umwechselung gekommen sein. — Nach dem neu herausgegebenen Zeitungs- Preiscourant von 1868 beträgt die Gesammtzahl der Deutschen Zeitungen 2566, darunter 761 politische, 947 nicht politische steuerpflichtige und 858 nicht politische steuerfreie, während im vorigen Jahre die Gesammtzahl 2297 betrug, darunter 687 politischen, 813 steuerpflichtige nicht politischen und 797 steuerfreie nicht politischen Inhalts. Württemberg. Stuttgart. Eine von der Volkspartei zusammenberufene Landesversamm⸗ lung sprach sich einstimmig gegen das Militär- gesetz, sowie den Regierungsentwurf über die Berfassungs- und Verwaltungsreform und mit großer Mehrheit gegen die Wahlen ins Zoll⸗ parlament aus. Desterreich. Wie n. Die„presse“ schreibt: Zwischen Frankreich und Italien stehe Berständigung bevor. Schon nächster Tage solle eine neue Convention, welche die Beziehungen Italiens zum Papstthum auf neuen Grundlagen regele, abgeschlossen und sodann einer europälschen Conferenz als Berathungegrundlage vorgelegt werden. Italien erkläre sich aus schließlich der Einrichtungen anzuordnen. greisen in europaͤlsche Fragen vermelden zu wollen, wogegen Frankreich seine Truppen aus dem Kirchenstaate zurückziehen werde. Frankreich. Paris. Dem Senate llegt eine Petition vor, welche beantragt, gemeinschaft— liche Maßregeln der einzelnen europälschen Staaten gegen das Umsichgreifen der Rinderpest durch eine internationale Commission berathen und ergreifen zu lassen. Die Regierung ist mit der Ueberweisung dieser Petition an die betreffenden Ministerien einverstanden und der Senat erledigt in diesem Sinne die Angelegenheit. — Bei der Austheilung der Belohnungen für die landwirthschaftliche Ausstellung erhielten drei große Preise: die Kaiser von Rußland und Oesterreich wegen der Verbesserung der Pferdezucht, der Kaiser der Franzosen wegen seiner Schöpfungen und Verbesserungen auf dem Gebiete des Acker- baues. Goldene Medaillen erhielten: Die Preußen Kouznetroff, Graf Mielzynski und Werner, ferner der Dr. Rau aus Baden. Zu Rittern der Ehren- legion wurden ernannt: Architekt Meper und Herr Wittmark, preußische Mitglieder der Jurp. — Der Bischof von Algier hat an die „France“ ein Schreiben gerichtet, worin er auf⸗ fordert, dem schrecklichen Nothstand, der Algerien durch den Hunger beimsucht, durch schleunige Bei⸗ steuern abzuhelfen. Die Araber, schreibt er, leben fast nur noch von Blättern und Gras. Großbritannien. London. Der pariser Berichterstatter des„Nord“ will wissen, daß das Hauptquartier der Fenier nicht in Dublin, New⸗ Aork oder London, sondern in der französischen Hauptstadt existire, von wo die Befehle an die Untergebenen diesseits des Kanals ertheilt werden. Wichtige fenierische Schriftstücke seien durch die kaiserliche Polizei in einem Hause des Faubourg du Temple aufgefunden und der englischen Regie⸗ rung als Neujahrs-Angebinde übersandt worden. Italien. Florenz. Das neue Ministerium ist gebildet. Menabrea: Präsident und auswär⸗ tige Angelegenheiten; Senator Cadorno: Inneres; Cambray Digny: Finanzen; Berthole Viale: Krieg; Deputirte Filippo: Justiz; Broglio: Un- terricht und Handel; Cantelli: öffentliche Arbeiten; Ribotti: Marine. — Das„Fr. J.“ schreibt: Dem„Movimento“ vom 2. Januar zufolge ist in den römischen Ge⸗ fängnissen urplötzlich eine mysteriöse Krankheit zum Ausbruch gekommen, welche unter der Menge junger und kräftiger Gefangenen, die in denselben zusammengedrängt find, schreckliche Verheerungen anrichtet. Die Regierung behauptet, es sei weder Cholera noch Typhus. Sie fürchtet, daß man ihr die Schuld gebe, weil die Gefangenen ohne jegliche Vorsichtsmaßregel in unreinen und un⸗ gesunden Räumen angehäuft sind. Die Aerzte bleiben stumm und die Bevölkerung gibt sich Con⸗ jekturen hin, die der Regierung keineswegs inneren Reorganisation widmen und jedes Ein⸗ günstig find. dem Süden wartete, glaubte er seine Zeit am besten auszufüllen, indem er die von Osten kommenden Zuflüsse des Nil näher erforschte Der Band seiner Reisebeschreibung, welcher diese Nebenreise schildert, ist noch nicht erschienen“). Einstweilen hat Baker die Gewässer Abessiniens in Folgendem dargestellt: Zwei Ströme, der Atbara und der Blaue Nil, führen dem Haupt- strom Nil die sämmtlichen Gewässer Abessiniens(also vom Osten her) zu. Beide kommen nur zur Regenzeit in Betracht. Der Atbara hat vom März bis zum Juni gar kein fließendes Wasser, und bildet in dieser Zeit einen Theil der Wüste, die er durchschneidet. An den tiefsten Stellen bleiben Wasserlachen stehen, in welche die flußbewohnenden Thiere sich zurückziehen. Diese Stellen beherbergen dann Massen von Krokodilen, Nilpferden, Fischen und großen Schildkröten, die erst bei dem Beginne der Regenzeit durch das zuströmende Wasser wieder in Freiheit gesetzt werden. Der Blaue Nil versiegt zwar nicht in dizser Weise, allein er hat während der trocknen Jahreszeit so wenig Wasser, daß selbst die kleinen Schiffe ihre Fahrten einstellen müssen. Dann aber ist das Wasser schön klar, und nimmt, da es den wolkenlosen Himmel widerstrahlt, die blaue Farbe an, welche dem Fluß seinen Namen verschafft hat. Dies Wasser ist auch gut zum Trinken, und nicht schlammig, wie das im Weißen Nil. Die ersien abessinischen Regen fallen im Mai; aber der Boden ist dann so ausgedörrt, daß er alle Nässe begierig aufsaugt, und ) Durch den Feldzug der Engländer gegen den bald frcisinnigen, bald grausamen Kaiser Theodorus von Abessinien ist jetzt bie Aufmerksamkeit Europas auf das Land Abessinien(Habesch) gerichtet. daß die Flüsse sich erst in der Mitte des Juni füllen. Nun wird jede Schlucht zum Bergstrom, der Atbara und der Blaue Nil zu gewaltigen Strömen, welche Bäume und Thiere, sogar Büffel und Elephanten mit fortreißen. Vereinigt mit dem Weißen Nil überschwemmen dann die abessinischen Gewässer Aegypten, und geben ihm seine bekannte Fruchtbarkeit. — r. Alte Geschichten, so heiter zu lesen 1623. Den 14. Juni sind etliche Soldaten von dier nach Dornassenheim gegangen, in willens gewesen, Schase zu fehlen, die Bauern aber solches vernommen, und Haufenweis hinzugelausen zu den Soldaten. Einer aber mit Namen Dür(7) Becker, welcher allein aus Vorwitz zu ihnen(den Bauern) unter den Haufen geschossen, einen Bauern getroffen. Die Bauern derohalben nicht faul, es hauete einer mit einer Sense auf den gemeldeten Becker, und trifft ihn so wohl, daß er drei Löcher im Kopf gehabt, daß man ihm das Hirn gesehen, die Hand ist auch bald(fast, beinahe) ab gewesen. Man hat ihn auf einem Karch(Karren) gebracht. Ist hernach den 20. Juni gestorben und von den Soldaten begraben worden.. Den 24. August hat ein Reuter, Jung, welcher allhier, zum Hirsch genannt, gelegen, seinem Herrn oder Corporal eine gute Summe Geld genommen, und sich zum Thor hinaus gemacht, und haben ihn in dem Roßbacher Wald bekommen, ihn zwischen zwei Pferden in die Stadt gebracht, worauf er am 16. Sept. mit Ruthen der Usergaß durch den Henker gepeitscht worden.(Sehr praktisch!) Den 28. August hat man binter der Burg eine Wasserweiung(7) gehalten, und ist ein großer Pfahl geschlagen worden. Nachdem solches verrichtet, haben die Schüler gesungen, darnach man einem jeglichen eine rothe Nestel(alideulsch: nestila Schnürlitze am Hut der Hechzeitsgäste) und einen Groschen zum Gebächtnus gegeben. 1624. Den 25. Januar hat ein Bauer zu Naubeim, mit Namen Friedrich Becker, mit einer geladenen Flinte seiner Frau gegenüber gestanden und damit feritet, als wollt er schießen, sobalb ist die Flint losgangen, und die Frau erschossen, darnach ist er entlaufen. 55 e ref 2 — 128 * a2 eee een nnn . 8 Fried Der vor einigen Tagen verunglückte Locomotlosübrer Rausch ist in der Klinik zu Gießen am 6. d. M. in Folge seiner schweren Verletzungen gestor ben. 558 Gießen. Prosessor Heger, Lehrer der Geburtshülse an der Universtiät Freiburg i. Br., bat einen Ruf nach Gießen erhalten, für dessen Annahme Hoffnung vorhanden sein soll.— Es kann die erfreuliche Thalsache gemeldet werden, daß die Sitzungen des 1. Quartals der Schwur⸗ gerichte unscrer Provinz deshalb ausfallen, weil nicht eine einzige Anklagesache dis daher an jenes Gericht zu ver⸗ weisen war. Frankfurt. Die Sammlungen für Ostpreußen nehmen dei der hi sigen Bevölkerung einen sehr erfreulichen Forigang und sind die von Einzelnen gezeichneten Summen nicht unerheblich. Zeichnungen von 100 fl. sollen nichts Seltenes, ja 500 fl. von Einzelnen gezeichnet sein. Darmstadt. Ein bei dem hiesigen Stadtgerichte deschästigter Actuartatsgehülfe wurde verhaftet, weil er verdächtig erscheint, vor Kurzem die Stempelkasse des Actuariats bestohlen zu haben.— Das erste Bataillon des J. Inf.⸗Regiments wurde am 6. d. M. von Darmstadt nach Pfungstadt auf die Dauer von drei Monaten ver⸗ legt und rückie an dessen Stelle das zweite Jägerbataillon dahier ein.— Papiermüller Steigauf von Groß⸗Zimmern in, nachdem die Untersuchung keine genügenden Anhalto⸗ — für seine Miibetheiligung an der Entwendung und rausgabung falschen hessischen Papiergelds ergeben, seiner Haft wieder entlassen worden. In Darmstadt sind nahezu 60 Eiskeller, der größte (W. Diehl) enthält 41000 Kubikfuß. Nach einer an⸗ näternden Berechnung brauchen sämmtliche Gruben zu ihrer Füllung etwa 600 000 Kubitfuß. 88 99 Bon Mainz wird mit Bezug auf den Eisbebarf bieser Stadt gemeldet: Ein neuer Erwerbezweig hat dleses Jahr eine ungeahnte Ausdehnung genommen. Die Aushedung von Rheincis ist in Folge der vermehrten Anlage von Eickellern über 150 000 Karren gestiegen, von denen die Actienbrauerei wohl über ein Drittheil erfordert. Da für den Karren durchschnittlich 48 kr. gezahlt werden, ergibt sich eine Summe von 120 000 fl., welche im Winter erwerblosen Arbeitern zu Gute kommen. F. Postverkehr mit den Vereinigten Staaten von Uordameriha. Nach dem neuen Postvertrag kostet seit dem 1. d. M. ein einfacher Brief nach allen Orten der Vereinigten Staaten von Nordamerika: ) bei der Beförderung über Bremen oder Hamburg 14 kr., d) bei der Beförderung über England 21 kr. Unfrankirte Briefe erleiden einen Zuschlag von 7 kr. Necommandirte Briefe müssen frantirt werben und kostet die Recommandation 7 kr., zusammen also ein recommandirter Brief 21 oder 28 kr.— Zeitungen, ireularien und andere gedruckte Gegenstände, sowie Waarenproben haben ein ermäßigtes Porto von 4 kr. für je 2½ Loth über Bremen oder Hamburg und 6 kr. für je 2½ Loth über England, müssen jedoch frankirt werden.— Auch können bei jeder Post⸗Anstalt des Norddeutschen Postgebiets Gelder behufs Wieder⸗ auszahlung in Orten der Vereinigten Staaten von Nord⸗ amerika mittelst Postanweisung eingezahlt werden und wird für welcher vorausbezabhlt werden muß.— Wit machen auf dlese ermäßigten Porto- Taxen aufmerksam und bemerken noch, daß der Weg über Bremen ober Ham! nut auf ausbrückliches Verlangen des Absenbere gewählt wirb, bie Briefe also für biesen Fall bie Ausschrift„wia Bremen“ ober„via Hamburg“ tragen müssen Petition der Spatzen. jehorsamst unterfertigten Spatzen, Finken, Meisen, Ammern u. s. w. ersuchen hiermit sämmtliche Natur⸗, Thier⸗ und Menschenfreunde, insbesondere die des landwirihschaft⸗ lichen Standes und bie Kinder und Großen ber Stadt, anjetzt, nach hereingebrochener grausamer Winterszeit, bei Schnet und Kälte, uns für einstweilen als genügsame Kostgänger an⸗ nehmen zu wollen, und an getigneten Orten von Zeit zu Zeil ein Paar Hände voll Samen, Korn, Brosamen und andere Abfälle hinzustreuen. Wir versprechen auf unsere Ehre, solche mildihätige Handlung damit zu bezahlen, daß wir Frühlinges⸗ und Sommerszeit alles vorhandene Ungeziefer beflissentlich wegfressen und schon anjetzt auf die vorhandenen Raupennester, Larven und Eier dieses Geschmeißes emsig vigiliren werden.— Namens der hungrigen Hauptversammlung: Der Centralausschuß Wit di Verloos ungen. Mailänder 45 France Loose. Ziehung vom 2. Januar. Gezogene Serien: 592, 1765, 1101, 3109, 3154, 3763, 6458, 6550, 7934. Hauptpreise: Serie 6550 jeden Thaler 1 Sgr.= 3½ kr. berechnet, Nr. 33 100 000 France, Serie 7934 Nr. 3 5000 Francs Holz ⸗Versteigerung. 48 Dienssag den 14. Januar l. J., Vormittags 11 Upr, kommen in dem Königlichen Domantalwalddlstrict Clecbaum II. Tol., Oberförsteret Brandobern⸗ dorf, Gemarkang Cleedberg: 1etchener Werkbolz Stamm von 35 Cblsß., 1⅜ Klaster eichenes Scheitholz, 2 bduchenes Scheitbolz, DN buchenes Prügelbolz, 1¼„ gemischtes Holz, 5 eichenes Reisig. 59„ bduchenes Reisig, „„ gemischtes Neisig, 37. Stockdolt, 12½ Karren Schlag- Abraum zur öffentlichen Versteigerung. Clecberg den 3. Januar 1868. Der Königliche Oberförster Tb. Ferger. ein- Deser- Bahn. 50 Zur Untformirung der Wärter und Portlers soll die Lieferung von 36 Röcken, 88 Posen, 74 Mützen und 14 Paletots, veranschlapt zu 1484 fl. 24 kr., auf dem Submisstonswege vergeben werden. Die Liesezungsbedingungen können auf dem Bürkau des Großberzoglichen Maschinenmeisters dahler eln⸗ gesehen werden und find die Gebote bis längstens 22 d. Mie, Nachmittags 3 Uhr, verslegelt und mit der Ausschrift„Unisormirung betreffend“ einzureichen. Giesen den 7. Januar 1868 Großherzogliche Magazins Commisston Eicke meper. Mobiliar-Versteigerung. 2 Otenstag den 14. d. M. Vormittags 9 Uhr an⸗ saugend, sollen in der Freiberrlich von Löw'schen Be⸗ bausung in der Burg dahier verschiedene Mobilien, bessehend in Möbel allen Art, Glas, Porzellan, Paus und Küchengerätbschaften, sowie verschiedenen Daus baltungsgegenständen, öffentlich freiwillig gegen Baar⸗ zahlung versteigert werden. Friedberg ar 8. Januar 1868. In Auftrag N 1 Irtdberg d. B. Der vicnftältetie Gerichlemaun goucar. Bekanntmachung. 56 Mittwo p den 15. Januar 1868, Sormitiags 9 Uhr und die folgenden Tage sollen in der Behausung des Dastwirths Ph IItpy dahter, wegen Aufgabe seines Oeschäfts, 2 Pferde, das eine sechs, das andere vler alt, 4 Kade, 3 zwel⸗ und 2 einjährige Rinder, Ziegen, 1 fettes Schwein von circa 300 Pfund, 1 tkächtiges Multerschwein, 15 Sprenger, Gänse und dner, 2 vollständige Wagen und 1 kleiner Wagen, Pflage von verschtebener Art, 1 Egge, 1 sechsohmiges bifaß, 2 vollßändige Wagen und Acker- Pferdege⸗ t, 40 Oĩm Aepfelweln mit Faß, 1 Kelter mit Aepfelmüble, 1 Windmühle, circa 100 Malter Kartoffel, Centner Rangen, 100 Centner Peu, 60 Ceniner Orummet, 200 Körbe Spreu, eine Quantität Roggen, Walzen-, Gerste⸗ und Hafer Stroh, sowie sämmtliche Daus, und Wirthschaftsgeratbe, Möbel und Betten nicht ausgenommen, dem öffentlichen Verstrich aus⸗ —5 werden. Mit dem Bieb soll die Verstelgerung en Anfang nehmen. Groß- Karben den 6. Januar 1868. Großherzogliche 89 Oroßb-Karben t. 2999 Für die gegen Credit zu beziehenden Braunkohlen mit dem 2. Januar 1868 eine neue Die Fuhrleute wollen die Gegenscheine del jedem Koblendezuge mitbringen, damit die einzelnen Zablung de Credissumme an Großherzogliche Bergkasse scheins erforderlich. Friedberg im Januar 1868. 15 als: Canzleu, Concept- und Postpapier, Briefebuverts in allen Größen, und Notizbücher nach jedem Muster,(was nicht vorräthig, allen Sorten Schulheften, Spielkarten, als: zu allen Preisen, bringe in empfehlende Erinnerung. * Zraunhohlenverkauf. beginnt auf dem Großherzoglichen Dorbeimer Bergwer Creditperiode laufend dis Ende März und verbunden mit einer Zablungs⸗ frist die Ende Junt 1868. Der Preis der Kohlenklotze ist wie seither 12 kr. für den Centner S 14 Stück Klötze. welche ibnen bei Abgabe des Bürgscheins einge händigt werden, Bezüge in dem Gegenschein notirt werden können Bei zu Friedberg ist gleichfalls die Vorzeigung des Gegen⸗ Dorbeimer Bergwerk den 21. December 1867 Großherzogliches Bergamt Dorbeim S 18088 ch. Mein Lager in Schreibmaterialien, 5 Geschäfts⸗ kaun baldigst angefertigt werden) v'bombre-, Whiste- und Piquetkarten Ph. Garde. Bekanntmachung 57 Olenstag den 14. d. M. Nachmittags balb 2 Ubr, soll auf hiesigem Nathbause das zur Concursmasse des Bernbard Dörfler daßter gebörtge Wobnbaus nebff Garten in der Martelgasse nochmals öffentlich mei bietend versteigert werden, wobel demerkt wird, daß mlt dem Zuschlag die Genehmigung erfolgen soll. Butzbach den 6. Januar 1868 Großberzogliches Ortsgericht Butzbach Küche l Zur Beachtung! 63 Sämmtliche Ausstände des Perrn Apotheker Louts Werner werden, wenn solche nicht bis längstens Ende dieses Monats an den Uuterzeichneten bezahlt find, gerichtlich eingeklagt. Frledberg den 8. Januat 1868. 5 Nömig. Mehrere Webergesellen 39 konnen gegen bohen Lohn in Arbeit treten bei Kaufmann Anton Löhr in Wetzlar. Kegenschirme 1237 in Seide, Alpaka und Baumwolle, zu sehr billigen Preiscu bei K. Friedrich, neben der Post in Frledberg. Bel Bindernagel& Schimpff ist erscktenen und zu haben: Fiedberget Adreßhalender f ür 1868. reren 0 n Illustrirter Familienkalender. 000%% 69 Mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Stempel 11 kr. Prämien für 1868: 105 fl., 87 fl. 30 kr., 70 fl., 52 fl. 30 kr., 35 fl., 5 f. und se det vierte Theil als Berkäuferprämte. Zu baben bel Bindernagel& Schimpff. FIrtedderg. Osen-, Flamm und Schmiedekohlen 2630 empfleblt Jac. Schimpf. Naubeim. Aufru an die Bewohner Friedbergs und der Umgegend. Angesichts des schrecklichen Nothstandes, welcher in Folge mehrerer auf einander folgender Mißerndten und des strengen Winters in der Provinz Ostpreußen unter der ländlichen Arbeiterbevoͤlkerung ausgebrochen ist und dessen näherer Schilderung wir uns um so mehr enthalten dürfen, als alle öffentlichen Blatter taglich herzzerreißende Nachrichten darüber bringen, glaubt der unterzeichnete Vorstand des hiesigen Hülfe vereins im Sinne seiner Mitbürger in Stadt und Land zu handeln, wenn er die Veranlassung giebt, daß auch aus unserer Gegend den bedrängten Brüdern in jener Grenzprovinz des Vaterlandes mogliche Hülfe gebracht wird. N f Sämmtliche Unterzeichnete erklären sich darum bereit, aus hiesiger Stadt und der Umgegend milde Gaben für die Nothleidenden in Ostpreußen in Empfang zu nehmen, darüber in diesen Blattern zu quittiren und sie in geeigneter Weise an den Ort ihrer Bestimmung gelangen zu lassen. Auch die kleinste Gabe wird willkommen sein, und rufen wir nur noch im Hinblick darauf, daß bei dem taglich wachsenden Ciend schnelle Hülfe dringend Noth thut, unsern Mitbürgern zu:„Doppelt giebt, wer bald giebt.“ Friedberg den 6. Januar 1868. Baur, Pfarrer. Dr. Diegel, Professor. W. Fertsch, Stadtrath. Foucar, Baͤrgermeisterei⸗Verwalter. Maper Hirsch, Kaufmann. Dr. Köhler, Professor. Meyer, Diakonus. Müller, Rentier. Nau, Landgerichts⸗Actuar. Dr. Pilger, Hofrath. J. Steinhäuser, Rentier. Steinberger, Director. Trapp II., Hofgerichtsadvocat. Wahl, Hofawpotheker. Wie bei allen ähnlichen Veranlassungen wollen auch wir im vorliegenden Falle uns zur Empfangnahme von Beiträgen berelt erklären und unsere freundliche Bitte um Zuweisung recht vieler Gaben aussprechen. a Für heute können wir bereits den Empfang folgender Gaben anzeigen, von: Seminarlehrer Wahl 1 fl.— Bergrentmeister Nebhuth 1 fl.— Frau Schimpff 2 fl.— Vom Christgeschenk des kleinen Hermann 1 fl. Die Expedition des Anzeiger für Ober hessen. Hotel Trapp. Mittwoch den 15. Januar Ball Harmonie-Musik, Anfang präcis 8 Uhr. 5. e 2 0 55 Der Vorstand. Gebrüder Söllner aus Carlsbad. Gütervertauf. Anfang Abends 6 Uh 7 54 Die den Erben der verstorbenen Frau Kah. rc banstein von Frledberg gehörigen sämmtlichen Güterffücke werden Samstag den 11. Januar 1868, Abends 7 Uhr, zu Ockstadt im Rathhaus einer letzten öffentlichen Versteigerung ausgesetzt. Bemerkt wird, daß der Zuschlag bei annehmbatem Gebot alsbald erfolgt und daß der Flurschütz Heinrich Kopp von Friedberg über die Lage der einzelnen Parzellen die nöthige Auskunft ertheilen wird. Winterhandschuhe 2612 bet K. Friedrich neden der Post. Bindernagel& Schimpff in Friedberg empfehlen sich zur Besorgung aller im Buchhandel erschesnenden illultrirten, belletristischen und wissenschasllichen Jeitschristen, sowie auch aller Modezeitungen c. ꝛc. L. Schneider in Hungen. I r u ch 15 rei se. a 1 Per Malter. F. Trebes in Nidda. Friedberg, 8. Januar. Waizen 16 fl. 25 kr. Kot! 12 fl. 25 kr.; Gerste 9 fl. 10 kr.; Hafer 5 fl. 20 kr. Frankfurt, 7. Januar. Waizen 17 fl.— kr.; Korn 14 fl.— kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 9 fl. 35 kr. Grünberg, 4. Januar. Waizen 16 fl. 45 kr.; Korn 12 fl. 32 kr.; Gerste 9 fl. 12 kr.; Hafer 5 fl. 27 kr.; Molter 11 fl. 20 kr.; Erbsen 10 fl. 20 kr.; Linsen— fl. — kr.; Saamen— fl.— kr.; Kartoffeln— fl.— kr. — 7 ch R ch Mainz, 3. Januar. Waizen 16 fl. 50 fr.; Kern Zwei Buchbinder, echnungen a 4 d 0 6 Auswärts nehmen Bestellungen für uns an: 23 welche einige Erfahrung'm Porteseuille⸗Geschäst 19 fl— kr daben, werden zu sofortigem Elnürstt gesucht bel mit Geschäfts Firma— Buch 32 kr., in größeren 5 Wilhelm Weis, Quantitäten beüiger. liefern Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Nr. 70, nächft der Pof. Bindernagel& Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf. Mitgetheilt von b—— 2. IIahelener. Frankfurter Cours. re 00 be ede, 165. 500, v. 1860% 70—¼ 0. „ 100 Pr. v. 186 75 0. Schwed. Thlr. 10-L. 10 P. Dei dert 10 K. F. f. u. 124 6, 3. Januar 1868. Cours der Staatspapiere. Oes torr. 5% Met. 1859 1. Lst. 0 C. J Or. Hess. 4% Obligat. 90% P. 4 5% Nat.-Anl. 1854 53½ d. 1 3½0% Obligation.—— 5 5% steuerfrele Oblg. 48¼ 6. Nissan 4½% Obl. b. kth. 95 P. Vrenssen 4¼% Obligat. b. Rh. 96 P. J0 1 2 2 E . — * 2 8 ie dee e. 2 5 4% Ad. de. 90 P. Kurhess. 4% Obl. b. k. 4 10590 P. 5 6. H.. 50 l. L. b. K. 144% r. besern 5% Obligatien. 100% 0. brankf. 3½% Obligat. 81½ 0. 2. 2„„ 41½ C. 1 4½% lahr. b. Kn. 94 ½ 0.„ de 12% 6. 3 Nass. 2 fl. L. b. n. 7½ F. 5 40% 4. 4% 88½ G. Rasslend 50% Obl. I. I. à f. 12 84 P. EL.. Würtemb. 139** 5 1 93½ 6. Finnland 4½% Pfdbr. I. R. 105] 82 P. Pte len 1. 9 48—50 8 4% 0 0—— Schweden 4½% O. i. R. à 105 84½ p.„ ho ppelte Bades 30 Obligat. 93½ P. 2 4½% Pfb. I. R. à 105 2 2 Preuss. reledkd or 5 3 277 600 5 ö— 86 E. N.-Amer. 60% St. l. E. 1882 76 ½/ S eu. 4. 10 Sit„ 9 5385 Voll eilnbezahlte Eisenbahn- Keen und Prio richten. 2 I Rand.-Dnssten 1333 7 Fedder 20 Franes- Stücke„ 9 29—30 57% Bayr. ahn 118¼ 8. 3% Liv. C. D.& D/. fr. A 28 kr. 27½ P. 2 Engl. Sovereigns. 11 54—58 2 Pfandbr. d. Frkf. Hp.-B.—— 5% Tose. Centr.-Eisenb.-Pr. 41 P. Russ. Imperiales 84031 9% Oesterr. St.-Elsenb.-Prior. 51 P. 5% Elisabethbahn-Prior.% 74½ P. Gold pr. Zoll- FT.—— / Oest. Süd. St. 8. Lomb. k. B. 90 P. 5% de., neueste Emiss.% 72 ½ F.— Hehh. S IIb. pr. Z. Pf. 2 % Oest. Süd. St. u. Lomb. E. B. 41¾ f. 4½% Hess. Lad vieex.-Prier. 94½ 6. I preaes. Kassenseh. 8 144s⁰—45 Wlener Wechsel- Cours 97% G. Ibo i Gold 227—28 2 . Fi An- und Verkauf aller Werthpapiere empfiehlt sich bestens unter Zusieberung reeller Bodienun und ertheilt gerne jode gewünschte Auskunst über Verloesungen, Cospens- Zahlungen 1. s. 1 5 b indheimer in Friedborg. 2 * f 4 liche Rig I. Coin betreffend Oberappella eimera ih L rum it Medicinal ·T esgerichtt ili de Oibeimttalt