Abonnenten, welche den Anzeiger durch die Post beziehen, wollen ihre Bestellung für das II. Halbjahr 1 baldigst machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintritt. 1868. M 79. nzeiger für Oberhessen. 1 Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Dienstag den 7. Juli. — 8 Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag un Samstag. — Abonnements⸗ Einladung. Mit dem 1. Juli beginnt ein neues halbjähriges Abonnement auf den Anzeiger für Oberhessen, welcher auch ferner wöchentlich drei⸗ mal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinenen wird. Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten und wichtigsten Tagesbegebenheiten, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen geschäftliche Nachrichten, Markt⸗ und Cours ⸗ Berichte, Verloosungen von Staatspapieren und locale Notizen, außerdem wöchentlich einmal im beigegebenen Unterhaltungs- Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Räthsel, Bilderräthsel 1c. Die stets wachsende Zahl der Abonnenten muß uns die erfreulichste Aufmunterung sein, die Geschäste der Redaction in der bisber eingehaltenen Weise fortzuführen. Das Abonnement beträgt halbjährig: für die Abonnenten in hiesiger Stadt 1 fl., bei sämmtlichen Postämtern des Großherzogthums 1 fl. 6 kr. 159 51 — Abbestellung erfolgt. Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das neue Halbjahr zusenden, wenn nicht ausdrückliche Die Expedition. Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte ist zu publiziren: Nr. 34. sub. 1. Bekanntmachung, die Denaturirung von Vieh- und Gewerbesalz, sowie die Controle binsichtlich des abgabefrei denaturirten Salzes ber.— ab. 2. des Tabaks betr.— aub. 4. Bekanntmachung, die Ausgleichung der Kriegskosten des Jahres 1866 betr. Nr. 35. aub. 1. scheinen betr.— sub. 3. Bekanntmachung, die Ausgleichung der Kriegskosten des Jahres 1866 betr. Friedberg am 3. Juli 1868. Bekanntmach ung, die Abänderung einzelner Bestimmungen der Zollordnung und det Zollstrafgesetzgebung detr.— sub. 3. Btkanntmachung, die Besteuerung Verordnung, die Orgauisatlon des Kriegsministeriums betr.— sub. 2. Bekanntmachung, die Vernichtung von eingezogenen Grundrenten⸗ aeemaiee 8 Friedberg „ B. d. K. Eritzler, Kreis⸗Afsessor. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden: Nr. XIX. Nr. 116. Gesetz, betreffend die Bewilligung von lebenslänglichen Pensionen und Unterstützungen an Offiziere und obere Militärbeamte der vor⸗ maligen Schleswig⸗Holsteinischen Armee, sowie an deren Wiitwen und Waisen. Nr. 117. Gesetz betr. die Verwaltung der nach Maßgabe des Gesetzes vom 9. November 1867 aufzunehmenden Bundesanleihe. Vom 14. Juni 1868. Vom 19. Juni 1868. Nr. 118. Die Aufhebung der Oberpoft⸗Dircklion zu Straisund und Vereinigung mit der zu Stettin betr. Nr. 119 und 120. Die Ernennung und Empfangnahme von Consuln betr. Betreffend: Das Landgestüt, hier die Erhebung eines Fohlengeldes für 1868. Das Großherzogliche Kreis amt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Unter Bezugnahme auf unser Amtsblatt Nr. 2. von 1865 bringen wir die Aufstellung und umgehende Einsendung der in obigen Betreffe vorzulegenden Verzeichnisse hiermit in Erinnerung. Friedberg am 3. Juli 1868. J. B. d. K. Kritzler, Kreis- Assessor. Hessen. Darmstadt, 3. Juli. Erste Kammer. Die Regierungs vorlagen in Betreff von Militärbauten in Gießen und Darmstadt werden in Uebereinstimmung mit den Beschlüssen zweiter Kammer angenommen. Die für die verschiedenen Kealschulen von der anderen Kammer bewilligten weiteren Unterstützungen erhalten gleichfalls die Billigung des hohen Hauses.— Graf Erbach⸗ Fürstenau spricht seine warmen Sympathien für vie Realschulen aus und ist wahrhaft erfreut, daß einmal Geld für nichtmilitärische Zwecke veraus⸗ gabt werde, insbesondere wo wie eben die Kräfte des Großherzogthums ausgesogen würden und das Land seinem Ruin entgegensehe.— Die von K. J. Hoffmann beantragte Erhöhung des Staats- beitrags für die Offenbacher Realschule wird da⸗ gegen ähnlich wie von der zweiten Kammer ab⸗ gelehnt.— Auf Grund mündlichen Berichts des Grafen Görz erhalten die mit Preußen abgeschlossenen Eisenbahnverträge die einstimmige Zustimmung der Kammer. Der Gesetzentwurf wegen Aufhebung der der Verehelichung und Niederlassung als Orts- bürger entgegenstehenden Beschränkungen wird nach der Fassung der Regierung angenommen— Der Rechenschaftsbericht über das Eisenbahnwesen pro 1860—62 wird genehmigt, dagegen das Ver⸗ langen zweiter Kammer auf Aufhebung der Schnell- zugstaxen verworfen.— Der Antrag des Abg. Wernher auf Annahme eines Anlehens von einer Million zur Bestreitung der außerordentlichen Militärbedürfnisse wird gleichfalls angenommen, ebenso die Vorlage der Regierung wegen Ent⸗ schädigung der übernommenen ehemaligen Kurhessi⸗ schen Ortssteuererheber. — 4. Juni. Erste Kammer. Die Gesetzes⸗ vorlagen des Justizministeriums über die Abkürzung der Fristen für Vorladungen und Ergreifung von Rechtsmitteln in der Provinz Rheinhessen, die Aufhebung der Wuchergesetze, die Aufhebung der Schuldhaft und die Erhebung von Stempelab⸗ gaben in der Provinz Rheinhessen werden an⸗ genommen. Dem Beschluß des andern Hauses über die privatrechtliche Stellung der auf Selbst⸗ hülfe beruhenden Erwerbs- und Wirthschafts⸗ Genossenschaften tritt die Kammer nicht bei. Der Vertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und Hessen über die Besteuerung des Branntweins und Biers wird genehmigt. Die Beschwerdevorstellung der orthodoxen, israelitischen Religionsgesellschaft zu Mainz wegen Beschränkung in Bezug auf die Religionsübung wird der Regierung zur Berück- sichtigung empfohlen. Die Vorstellung des Vor⸗ standes der Stadt Friedberg wegen der Verwendung des Augustinerfonds daselbst wird abgewiesen. Dem auf Antrag des Abg. Soldan an die Regierung gerichteten Ersuchen, um die Vorlage eines Schul- gesetzes versagt die Kammer einstimmig ihren Beitritt. — Dem„Fr. J.“ wird mitgetheilt, daß bei sämmtlichen in jüngster Zeit statigehabten Avan- dem Kriegsministertum die ausdrückliche Erklärung beigefügt sei, daß die ertheilte höhere Charge zu keinem anderen Pensionsanspruche berechtige, als solche bei den jetzo veränderten Verhältnissen dem⸗ nächst normirt werden wird. Das Kriegsministerium bethätigt hierdurch sein Bestreben, die enorm ge⸗ steigerten Kosten, mindestens seinerseits, so viel als thunlich zu mindern. — Die größeren Herbstübungen unserer Truppen werden im laufenden Jahre in der Gegend von Babenhausen-⸗Dieburg⸗Reinheim abgehalten werden. Die im Bereich des Manöverseldes gelegenen Orte erhalten in den Tagen vom 7. bis 20. September Einquartierung mit Verpflegung nach preußischen Reglements. Es ist denselben jedoch freigestellt, ob sie die Mannschaft selbst verköstigen, oder deren Verpflegung von den Truppentheilen geschehen lassen wollen. Aus Oberhessen. In Folge des furcht⸗ baren Hagelschlags im Vogelsberg ist den davon betroffenen Gemeinden ein Steuerniederschlag be⸗ willigt worden. Mainz. Die diesjährige Generalversammlung der Ludwig- und Alicen⸗Stistung fand am 1. d. im Akademiesaale des Schlosses unter zahlreicher Betheiligung des hessischen Lehrerstandes statt. Aus dem Jahresbericht pro 1867, sowie aus der Rechnung des vorigen Jahres heben wir hervor, daß die Anzahl der Mitglieder der Stiftung über cements von Offizieren und Militärbeamten von! 1300 beträgt. Durch die Einlagen der Mitglieder, N .—— durch eine frühere günstige Verloosung von Ge⸗ schenken, sowie durch die oft reichen Ehrengaben ist der Capitalstock bis Ende 1867 auf beinahe 11,000 fl. herangewachsen. In Folge hiervon konnte das Beneficium schon seit einigen Jahren auf 35 fl. jährlich festgesetzt werden; außerdem bestimmte der Verein auch dieses Jahr, wie solches schon voriges Jahr vorgesehen war, 200 fl. zur Unterstützung von armen Wittwen und Waisen. Durch letztere Bestimmung konnten der Stiftung zugleich Corporationsrechte verliehen werden. Eine Abänderung der seitherigen Statuten führte zu einer mehrstündigen Diskussion und wurde die Versammlung, welche um 10 Uhr eröffnet worden, nachdem noch verschiedene Anträge erledigt waren, erst gegen 4 Uhr des Nachmittags geschlossen. Preußen. Berlin. Das preußische „Militär⸗Wochenblatt“ schreibt: Das Kgl. Kriegs ministerium hat sich zur Behebung etwaiger Un⸗ gewisheiten veranlaßt gesehen, darauf aufmerksam zu machen, wie es nach Art. 63 der Verfassung des Norddeutschen Bundes und nach Einführung der Preußischen Militär⸗-Gesetzgebung, namentlich der Bestimmungen über Servis⸗ u. Einquartierungs- wesen, Verabreichung von Naturalverpflegung und Vorspann im ganzen Gebiete des Norddeulschen Bundes(Nr. 10 des Bundesgesetzblattes) bez. im Sinne des F. 5 der Convention mit dem Großh. Hessen vom 7. April v. J. keinem Zweifel unter liegt, daß das gesammte Bundesgebiet, wie in allen übrigen militärischen Beziehungen, so auch in Bezug auf das Marschwesen eine territoriale Einheit bildet, welcher sich in Folge der voran- geführten Convention auch das links des Mains gelegene Gebiet des Großherzogthums Hessen an- schließt. Hieraus ergibt sich von selbst, daß es bei Märschen von Bundestruppen aus dem Gebiete eines Bundesstaates in oder durch dasjenige eines anderen, bez. des genannten Großberzogthums nicht mehr, wie früher, besondere Verhandlungen zwischen den betreffenden Staatsregierungen bedarf, sondern daß es genügt, wenn künftig in Bezug auf derartige Truppenmärsche die betreffenden Militärbehörden der gesammten Bundesarmee mit den betheiligten Civilbehörden im ganzen Bundes ⸗ gebiet lediglich wegen der zur Ausführung des Marsches selbst erforderlichen Maßnahmen in analoger Weise, wie bisher innerhalb der Preuß. Armee und des Preuß. Staatsgediets geschehen, direkt in Verbindung treten. Die bisher mit ver⸗ schiedenen Staaten des Norddeutschen Bundes bestandenen Etappen ⸗Conventionen sind als durch die Bundes verfassung außer Kraft gesetzt anzusehen. — Dem Stadtgerichtsrath Twesten ist die beantragte Entlassung aus dem Staatsdienste durch königliche Dimissoricle vom 17. Juni d. J. in Gnaden ertheilt worden. Bayern. Aschaffenburg. Am 14. Juli wird das bei Aschaffenburg zum Andenken an die im Kampfe vom 14. Juli 1866 gefallenen k. k. österreichischen Offiziere und Soldaten errichtete Denkmal mit einer patriotischen Feier der Stadt Aschaffenburg übergeben werden. Unter allen Denkmalen, welche der Krieg von 1866 hervor⸗ gerufen hat, dürfte das dahier errichtete einen hervor⸗ ragenden Rang einnehmen. Etwa 10 Minuten von Aschaffenburg entfernt, auf dem gegen Gold⸗ bach sich hinziehenden Kampfplatze, ragt dasselbe, 50 Fuß hoch, von einem Hügel in reizender Um⸗ gebung weit in die Gegend hinein. Die„Hoffmann' sche Corrtspondenz“ meldet: Der König hat den bayerischerseits ausgearbeiteten Entwurf betreffs Bildung einer ständigen bayerisch⸗ württembergisch»badischen Militär- Commission zur Beaufsichtigung des Defensivsystems Süddeutsch⸗ lands, im Zusammenhange mit der Vertheidigung Gesammtdeutschlands, genehmigt. Desfallsige Ver⸗ handlungen hierüber werden demnächst beginnen. Württemberg. Stuttgart. Am 4. d. wurde die zweiundneunzigste Jahresfeier der Unabhängigkeits⸗Erklärung der nordamerikanischen Union unter Betheiligung von etwa 500 Theilnehmern in der Liederhalle festlich begangen. Der Consul Klauprecht eröffnete die Feier mit einer Rede, in welcher er die Bedeutung dieses Ereignisses sowohl für Amerika als für die Volks⸗ freiheit der ganzen Welt hervorhob. Weitere Redner waren: Herr Morlock aus Luisiana und Williams aus Indiana. Musik und Gesang fehlten ebenfalls nicht. Der amerikanische Gesandte Bancroft war nicht anwesend, da er zur Audienz beim König nach Friedrichshafen gereist ist. Baden. Tauberbischofsheim. Den bei Hundheim, Walldürn und Werbach gefallenen badischen Soldaten werden zwei gleiche Denkmäler errichtet, das eine bei Hundheim, das andere bei Werbach. Letzteres ist bereits vollendet und trägt auf dem Sockel die Inschrift:„Das dankbare Vaterland den Tapfern, welche in den Gefechten bei Werbach und Walldürn am 24. Juli 1863 den Tod auf dem Felde der Ehre fanden.“ Auf den beiden Seitenfeldern des pyramidenförmigen Monuments sind die Namen der Gefallenen ein- gehauen. Die Enthüllung des Denkmals in Hund⸗ beim wird am 23., desjenigen in Werbach am 24. Juli, als an den Jahrestagen der Gefechte, statifinden. Oesterreich. Wien. Die„Wiener Ztg.“ veröffenilicht die Ausführungsverordnung zum Ehe gesetz. Durch dieselbe wird die Dispensation von Eheaufgeboten und Ehehindernissen den politischen Behörden zugewiesen, werden die Modalitäten bei Abschließung von Noth-Civilehen bestimmt und die Führung der Civilregister geregelt. — Ueber die gegenwärtige Stellung der öster⸗ reichischen Regierung gegenüber der päpstlichen Allocution gibt ein Preßburtau⸗Artikel, der von sämmtlichen offiziellen und osfiziösen Provinzblättern gebracht wird, einigen Ausschluß. Es wird darin gesagt, die Einmischung des päpstlichen Stuhls in die rein staatlichen Gebiete müsse und werde unter allen Umständen entschieden zurückgewiesen werden. Die römische Curie wird ermahnt, den Gegensatz nicht zu verschärfen, der durch die Allocution aufgestellt worden sei; der Staat werde sich versöhnlich zeigen, wenn die Allocution„ein bloßes Wort“ bleibe. Es wird an die Garantie des Kirchengutes erinnert, welche in der December⸗ verfassung ausgesprochen wurde, sowie an die Mäßigung, welche die Regierung durch die Sen⸗ dung Crivelli's und Meysenbug's bethätigt habe. Von mehreren Seiten wird heute versichert, daß die„energische“ Note des Herrn v. Beust, welche die Allocution beantwortet, bereits zwischen Wien und Rom unterwegs ist. Der interimistisch öster⸗ reichische Geschäftsträger v. Ottenfels wird diese Note dem Cardinal Antonelli vorlesen, und von rer Rückäußerung der römischen Curie soll die Forts⸗tzung oder der Abbruch des diplomatischen Verkehrs abhängen. — Das„Tagblatt“ meldet, daß der Reichs⸗ triegsminister eine sofortige Beurlaubung von 22 Mann per Compagnie angeordnet habe, wodurch eine ungefähre Reduktion der Armee um 36,000 Mann erzielt wird.— Wie das„Neue Fremden ⸗ blatt“ erfährt, ist die Antwortsnote des Grafen Beust auf die Allocution des Papstes an das letzte Consistorium am 4. d. abgegangen. Frankreich. Paris. Im gesetzgebenden Körper erklärte der Finanzminister Magne bei Fortsetzung der Finanzdebatte, die Lage Europas sei feit zwei Jahren exceptionell, was seinen Gegendruck auf die Finanzen äußern müßte. Es gäbe zwei Arten, um den Frieden zu erlangen: entweder allgemeine Entwaffnung oder Herstellung des Gleichgewichts durch allgemeine Bewaffnung. Wenn alle Völker entwaffneten, so dürfe auch Frankreich nicht bewaffnet bleiben. Er stimme sehr dafür, denn es helfe den Finanzen auf. Der Minister weist schließlich die übertriebenen Angriffe gegen das Budget zurück. Ollivier sagt, die Regierung wolle Alles zugleich thun. Sie wolle zugleich Ausgaben für den Frieden und für den Krieg machen. Frankreich sei erdrückt und gezwungen, seine Schulden durch Anlehen zu siquidiren. Schließlich werde die Rentensteuer, die Papiervaluta u. dgl. unausbleiblich sein. „Entwaffnen wir zuerst und ganz Europa wird uns nachfolgen!“ Serbien. Belgrad. Am 2. Juli procla⸗ mirte die Skuptschina Milan Obrenowitsch IV. unter großem Volksjubel, Kanonendonner und ö Olockenläuten, zum Fürsten von Serbien. Derselbe begab sich nach Topischider, wo die Skuptschina und die Vertreter der auswärtigen Mächte ver⸗ sammelt waren. Der Fürst hielt eine Anrede, in welcher er sagte, daß er, obwohl noch jung, hoffe, sein Volk glücklich machen zu können. Auf den Antrag der Abgeordneten ward eine Regentschaft, bestehend aus dem Kriegsminister Braznavaz, dem früheren Minister des Aeußeren Ristitsch und dem Senator Gavrilowiisch niedergesetzt. Friedberg. Sehr häufig wird man die Wahrneh⸗ mung machen können, daß Fuhrleute, welche sich kurz vor Eintreffen von Eisenbahnzügen den Barrieren nahen, von dem betreffenden Bahnwärter noch Durchlaß mit ihrem Fuhrwerke und zwar oft in ungestümer Weise verlangen und manchmal auch erzwingen. Wie gefährlich dies unter Umständen sein kann, zeigt nachstehender Fall, durch wel⸗ chen ein Schnellzug der hessischen Ludwigselsenbahn bei Mainz in große Gefahr gerieth. An einer mit Leinwand⸗ ballen beladenen Rolle des Spediteur Nillius brach eine Axe, während sie gerade den Uebergang an dem Mühl⸗ thore passirte. Der in demselben Augenblicke herankom⸗ mende Schnellzug konnte, trotzdem daß die Warnungssig⸗ nale gegeben wurden, nicht mehr zum Stehen gebracht werden und überfuhr die Rolle, die er mitten durchschnitt und völig zertrümmerte, ohne jedoch dabei selbst zu ent⸗ gleisen. Außer einigen Beschädigungen an der Locomotive ist glücklicher Weise kein Unfall zu beklagen; die Passa⸗ giere kamen mit dem Schrecken davon. Dem Fuhrmanne war es noch vor dem Zisammenstoße geglückt, das Pfer d auszuspannen, wodurch dasoselbe ebenfalls vor einer Be⸗ schädigung bewahrt wurde. Nidda. Am 12. und 13. Juli wird dahier das dritte Turnfest des oberhessischen Gauverbandes abgehalten. Das ausgegebene Programm besagt, daß am Vorabend die eiwa eintreffenden fremden Turner feierlich empfangen werden und das Fest mit Musik und Böllersalven einge⸗ leitet wird. Sonntag den 12. Juli Morgens Böllersalven und Musik, Empfang und Einquartierung der fremden Turner. Um 11 Uhr Verhandlungen des Turntags. Mittags 2 Uhr Festzuz. Nach einer Ansprache auf dem Festplatze beginnt das Festturnen, hierauf Tanzvergnügen und Abends bengalische Beleuchtung des Festplatzes. Der Montag Vormittag ist zu einem Ausflug auf die Alten⸗ burg bestimmt, um 10 Uhr Preisturnen, am Nachmittag wiederholen sich der Festzug und die Unterhaltungen auf dem Fesiplatz wie Tags vorher. Aus dem Kreise Vilbel. Nach der„Zeilschrift für Landwirihschaft“ ist auf Anregung des Herrn Lehrer Rückert von Rodheim(Kr. Vilbel) für die Orte Holz⸗ hausen, Ober⸗Erlenbach, Ober ⸗Eschbach, Rodheim und Petterweil ein landwirihschaftliches Casino gegründet wor⸗ den, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, seine Mil⸗ glieder über verschiedene Zweige der Landwirthschaft zu belehren, über neue Culluren und Culturpflanzen zu be⸗ richten und den Bezug von Saatgut, Hülfsdüngern ꝛc. zu vermitteln. Zu diesem Zwecke wird es si im Sommer alle Monate, im Winter alle 14 Tage abwechselnd in einem der obengenannten Orte versammeln. Als Vor⸗ sitzender wird der Bürgermeister der Gemeinde, in welcher die Versammlung stattfindet, funziren. Das Secretariat ist dem Lehrer Rückert zu Rodheim übertragen. Darmstadt. Den„H. V.“ entnehmen wit die interessanie Mutheilung, daß ein hiesiger Ingenienr kürz⸗ lich eine Sendung von baarem Gelde aus Indien ohne Werthangabe erhielt, bei ber ein 20⸗Frc.⸗ Stück fehlte. Man steilte auf der Post Recherchen an und es ergab sich, daß bei dem Ausleeren des indischen Postbeutels in Lon⸗ don ein 20⸗Fic.⸗Stück herausgefallen war, das dem Adressaten nachträglich zugestellt wurde. Durch die schlechte Verpackung war ds Geld aus dem Packet entkommen. Jedenfalls ist eine Organisation bewundernswerth, bei der es möglich, ein auf dem Weg von Indien nach Darm⸗ stadt verloren gegangenes Geldstück wieder aufzufinden. Mainz. Es ist schon mehr von der in hiesiger Stadt bestehenden Falschspielerbande die Nede gewesen⸗ Der„M. A.“ schreibt neuerdings hicrauf bezüglich: Ein zugereister Handweiks bursche wurde durch dieselbe gestern Nachmitiag in eine Wirthschaft des Gartenfeldes verlockt und ihm seine in 5 Gulden bestehende Baarschaft im Spiele abgewonnen. Auf eine Anzeige hin wurde einer der Falschspieler durch die Polizei arretirt und unter gro⸗ ßem Zusammenlauf gegen Abend auf das Stabthaus geführt. Worms. Rö gierungsrath Pfannebecker wurde von dem König von Preußen, welcher bei seiner Anwesenhelt in Worms in dem Hause des Herrn Pfannebecker abge⸗ stiegen war mit dem Kronenorden 3. Classe decorirt. Dekan Keim erhielt das Ritterkreuz des württembergischen Kron⸗ Ordens, Hr. Dr. Eich dasjenige des Friedrichs⸗Ordens. In gleicher Weise wurden die zur Dienstleistung bei dem König von Württemberg commandtrten OH. Hauptmann v. Röder II. und Oberlieutenant Weigand decortrt.— Der Verkauf der Tribünenplätze auf dem Festplatz bat circa 4100 fl. ertragen, von den Erinnerungsmedaillen des Prosessors Schnitzspahn wurden 2500 Stück abgesetzt. Wien. Der Magen des Schützenfestes. Dem „Festblatt“ entnehmen wir über die nicht unwesentliche culinarische Bedentunz des Schützenfestes folgende Notizen: 6000 Eimer Bier, 160,000 Flaschen Schützenwein, 20,000 Flaschen feine Weine, 6000 Flaschen echter Champagner und 400 Flaschen Schaumwein haben die Bestimmung, ihren Inhalt in die Kehlen der Herren Schützenbrüder laufen zu lassen und Selters eigens für das Fest erbaute schlürsen.— Appen, schöne es werbe nie vielleicht bei sic debzelben Zehntuusend Werkzeuge uf bemüht sein, eiligen.— die Scherben Klust auszufül 9000 Seibel, 000 Sffässe gaäher, 2000 2 was begehrst 1 e, Wer unt gewissen kausende Pudl einfach; es ge woher ihr mochten wir sehler macht buben, bie S Rebacloren E 1123 Nachd von Fauerba Hinterlassung se ihre Ge Kinder zu ihr Amer ka mit Scwefser, W don Nieder W Ander ihrer Themas aus Aden Sobafabrik liefert nicht weniger als 6000 Sypbons und . 75 8 15 böte nur, welche niedliche Be⸗ sdellungen für die Bankets der deuischen Schützen bereits eingeleitet sind. Auf Flein des Dampfes langen aus Galizien achtzigtausend Pfund Fleisch, aus den Lenden wohlgemästeter Bukowiner geschnitten, an, elne Heerde von Hunderten Kälbern und eben so vielen Schweinen ist be⸗ reits dem sicheren Tode geweiht und muß ihr junges Le⸗ den für die Schsltzengäste lassen, 20,000 Hühner werden aus Un zarn bestellt, 3000 Gänse langen mit ordnungs- mäßig ausgefolgten Heimaihscheinen aus Eipeldau an, 2000 Enten werden freudig den Opfertod fürs theuere Vaterland erleiden. Aus 100 Centner echten Prager Schinkens werden die zarlesten Theile zum Aufgeschnittenen ausgewählt, zwanzig Cenmer westfälischer stellen das Gleich⸗ gewicht zwischen südlicher und nördlicher Geschmacksrich⸗ tung her, zehn Centner Veroneser Salami ergänzen die Elemente des kalten Fleisches und endlich sind 25 Centner Emmenthaler auch keine zu verachtende Zu jabe. Die Küchengärten der Umgebung sind schon seit Wochen für die Bedücfnisse des Festes in Veschlag genommen, bedarf j unser Wirth nicht weniger als 100,000 Häuptel Salat, eine Quantität, mit der man bequem den ganzen Schieß stand pflastern könnte.— Aber, wird erschreckt die sorg⸗ same Hausfrau fragen, wird auch genug Geschirr vorhan⸗ den sein, um dieses Chaos von Eßwaaren zu bewälligeu? Sorgen Sie nicht, liebenswürdige Frau— es ist Alles vorhanden. Man servirt die Suppe in 440 Töpfen und auf 7000 Porcellantellern, 23.000 Stücke flache Speise⸗ teller dürften für den ersten Anlauf genügen, 8000 Dessert⸗ teller, 1000 Saucieren, 1000 Fleischschüsseln, 500 Gemüse⸗ und ebensoviel Salat⸗ und Compoischüsseln bilden die für weitere Gänge bestimmte Geschirr⸗Batterie. Freunde edlen Molkkas werden ihre Leidenschaft vollständig befriedigt fin⸗ den und können den Göttertrank aus 4000 Schälchen schlürfen.— Aber noch eine Frage schwebt auf Ihren Lippen, schöne Dame, ich kenne sie schon. Sie fürchten, es werde nicht gewechselt werden können, und man wird vielleicht bei Paradiessaueen, Essigersme und Chaudeau sich desselben Besteckes bedienen müssen? Fehlgeschossen! Zehntausend Paar Bestecke, ebensoviel Löffel dienen als Werkzeuge und 200 Abwaschdamen werden unausgesetzt bemüht sein, die verschiedenen Geschmäcke gründlich zu be⸗ seiligen.— Das Glaswaarenlager des Festes ist imposant, die Scherben allein dürften hinreichen, um jede nationale Kluft auszufüllen, 15,000 Halbflaschen, 10,000 Bierkrügel, 9000 Seidel, 7000 Stengelgläser, 5000 Bordeauflaschen, 2000 Salzfässer, 2000 Champagnergläser, 2000 Liqueur⸗ gläser, 2000 Wasserflaschen enthält das Inventar— Herz was begehrst Du mehr? „, Wer macht die Druckfehler? so fragt mit einer gewissen Berechtigung sehr oft das abonnirende und kaufende Publikum. Die Antwort aber ist nicht so ganz einfach; es geht uns ungefähr wie wenn die Kinder fragen, woher ihr neues Geschwisterlein gekommen; und fast möchten wir antworten: Verehrtes Publikum, die Druck⸗ fehler macht der liebe Gott. Der die Lauf⸗ und Drucker⸗ buben, die Setzer, die Buchdrucker, Correctoren, Fictoren, Redacloren und Autoren, die Prosaiker und Poeten und in seiner Langmuth sogar Orthographie verachtende Bür⸗ germeister geschaffen hat, der neben dem Guten das Böse duldet, zwischen dem Waizen das Unkraut wachsen läßt, der läßt zwischen den Lettern auch dle Druckfehler gedeihen. Der Druckfehler in eine Naturerscheinung wie Hagelschlag, Pestilenz und theuere Zeit; er ist eine physische Macht wie der Blitz und eine metaphysische Nothwendigkeit wie das Uebel; er wurzelt in der Unvollkommenheit der irdi⸗ schen Dinge und in der Schwachheit des menschlichen Fleisches. Seine Abwesenheit beruht darauf, daß 1) der Verfasser oder Einsender das Richtige geschrieben, 2) dieses Nichlige deutlich geschrieben hat, daß 3) der Setzer in alle Fächer des Setzkastens lauter richtige Lettern geworfen hat, 4) die richtige Letter greift, 5) sie richtig einsetzt, 6) der Corrector richtig liest, 7) der Setzer die erste Correctur richtig verbesserk, 8) der Corrector die zweite Correctur richtig liest, 9) die zweite Correctur richtig verbessert, 10) die Nevision richtig gelesen wird, und daß 11) noch ein Dutzend andere Umstände sich ebenso glücklich abmachen. Und da nun eig Geoßoktavbogen in gewöhnlicher Schrift 50 bis 55,000 Buchstaben zählt, so müssen jene 10 bis 20 gün⸗ stigen Umstände sich 50—55,000mal wiederholen, um dem lieben Publikum einen einzigen fehlerfreien Bogen in die Hand zu liefern. Für die größten und häufigsten und am wenigsten beachteten Druckfehler aber, für die inneren Dummheiten des Werks, was wir mit einem Ausdruck unserer Kunstsprache die innere Form nennen könnten, dafür müssen wir dann bitten, uns Jüngern Gutenbergs die Verantwortung zu erlassen. Wir machen euch wohl hie und da einen für ein u, die Herren Gelehrten und Schriftsteller aber machen euch noch viel häufiger ein für ein u. , Nachahmungswertb. In Preußen besteht schon längst die löͤbliche Bestimmung, bei Einzahlung einer, nebenbeibemerkt sich zu 3 Thalern berechnenden, Hundesteuer einen Maulkorb fär den Vierbeiner zu em⸗ pfangen, dessen beständiges Tragen den letzteren einzig und allein vor der Schlinge und dem Knüppel des Schin⸗ ders, sowie den Besitzer vor erheblichen Unkosten bewahrt. Verloosungen. Kurhessische 40 Thaler-Loose. Gewinn⸗Ziebung am 1. Juli. Nr. 79235 36.000 Thlr., Nr. 30864 8000 Thlr., Nr. 159269 4000 Thlr., Nr. 10025 2000 Thlr., Nr. 20555, 112625 je 1500 Thlr., Nr. 19737, 98098, 141330 je 1000 Tylr., Nr. 68 157, 68465, 84583, 104732, 132551 je 400 Tolr., Nr. 13643, 13648, 21151, 80449, 87583, 90408, 91435. 112603. 142930, 159327, je 200 Thlr., Nr. 3190, 9286, 16026, 56283, 61222, 62811, 75615, 81576, 87590, 91432, 98373, 109239, 111752, 118402, 123703, 123720, 134993, 134998, 154053 je 125 Thlr. Mailänder 45 Frs.⸗Loose. Ziehung am 1. Juli. Serien: 613, 1565, 2344, 2972, 4872, 5785, 6862, 6874 und 7798. Haupipreise: Serie 1565 Nr. 15 100,000 Lire, S. 643 Nr. 22 5000 Lire, S. 5872 Nr. 49, S. 6874 Nr. 16 und S. 7798 Nr. 34 je 1000 Lire, S. 5785 Nr. 32. S. 6874 Nr. 14 und S. 7798 Nr. 5 und Nr. 44 je 400 Lire u. s. w. Schwurgericht der Provinz Oberhessen. III. Quartal 1868. Anklagen: 1) Montag den 6. Juli, Vormittags 9 Uhr, gegen Peter Becker von Lumba, wegen ausgezeichneten Diebstahls; Vertheidiger: Gr. Hofgerichtsadvokat Hensler.— 2) Diens⸗ tag den 7. Juli, Morgens 8 Uhr, gegen Georg Sauer von Mainzlar, wegen Körperverletzung mit tödilichem Er⸗ folg; Vertheidiger: Großh. Hofgerichtsadvokat Dr. Eckstein. — 3) Mittwoch den 8 Juli, Morgens 8 Uhr, gegen Heinrich Schombert von Kirtorf und Ernst Schäfer von da, wegen ausgezeichneten Diebstahls; Vertheidiger: Großh. Hofge⸗ richtsadvokaten Labrossse und Krauskopf.— 4) Donnerstag den 9. Juli, Morgens 8 Uhr, gegen Philipp Kling von Ober⸗Mörlen, wegen Verführung zur Unzucht; Verthei⸗ diger: Großh. Hofgerichtsadvokat Kraft.— 5) Freitag den 10. Juli, Morgens 8 Uhr, gegen Heinrich Hild von Ortenberg, wegen ausgezeichneten Diebstahls; Vertheidiger: Großh. Hofgerichtsadvokat Pfannmüller II.— 6) Sams⸗ tag den 11. Juli, Morgens 8 Uhr, gegen Daniel Walter's Ehefrau von Freien⸗Seen, wegen Meineids. Für die Wetterbeschädigten in den Kreisen Grünberg und Schotten sind in Folge der Erklärung in Nr. 73 d. Bl. folgende Gaben eingegangen: Bei Pfarrer Baur von K. B. 1 fl.— Bei Kaufmann Fertsch von ihm selbst 1 fl.— Bei Kaufmann Mayer Hirsch: Ungenannt 1 fl., A. B. 15 kr., von ihm selbst 1 fl.— Bei Diakonus Meyer von Herrn Director De. Schwabe 2 fl.— Bei Hofrath Dr. Pilger: von Frau P. 36 kr., F. P. 30 kr., Herrn Ingenieur Heil 35 kr., Herrn Gastwirth Schott 30 kr. Summa 8 fl. 28 kr. Um weitere Gaben wird gebeten. Der Vorstand des Hülfsvereins. 5„ Jür die hagelbeschädigten Vogelsberger ist ferner bei uns eingegangen: J. Preiß in Nauheim 30 kr., Chr. Hosmann's Wittwe 1 fl., Professor Roth 1 fl., zusammen 2 fl. 30 kr. Im Ganzen bis jetzt 14 fl. 55 kr. Um weitere Gaben bittet Die Expedition. Vorschuß- und Credilverein zu Fritdberg. Geschästsbericht pro Inni 1868. Einnabme. Ausgabe. 7261 fl. 15 kr. Discontirte Wechsel 7021 fl. 44 kr. 5804,—, Conto⸗Corrent 6885„— 725„—, Depositen 2450„— 3254, 35„ Darlehen⸗ u. Spareinlagen 420— Mitgliederzahl 454. Edictalla dung. 1128 Nachdem die ledige Marie Katharine Billasch von Fauerbach bel Friedderg am 2. Januar l. J. mit Hinterlassung eines Testaments gestorben ist, in welchem ie ihre Geschwister und vorverstorbener Geschwiser Einder zu ihren Erben ernannt, jedoch die angeblich in Amer ka mit unbekanntem Aufenthaltsorte abwesende Schwesler, Wilbelmine, Ehefrau von Hartmann Kappes von Nieder- Wöllstadt, und deren beiden Söhne, sowie die Ander ihrer Schwester, Anna Eva, Ehefrau von Caspar Thomas auogeschlossen bat, werden die erwähnten Geschwister und Geschwisterkinder aufgefordert, das Testament der Marle Katbarine Billasch binnen Frist von drei Monaten so gewiß dahier anzufechten, als sonst dasselbe als von ihnen anerkannt angesehen, und der Nachlaß den eingesetzten Erden üderlassen werden wird. Friedberg den 5. Mai 1868. Greßherzoglichts Landgericht Friedberg Reiß, Steinberger, Landrichter. Landgerichts Assessor. Oeffentliche Aufforderung. 1273 Forderungen und Ansprüche jeder Art an das Bermögen des Johannes Jung I. in Odstadt, über welches der formelle Concurs erkannt worden ist, sowie etwaige Vorzugslechte find Mitwoch den 5. August l. J., Vormittags 8 Uhr, bel Meidung Ausschlusses von der Masse, dah ier anzu melden. In diesem Termine soll zuerst über gütliche Erledigung dieser Sache, weiter nöthigenfalls über Berwaltung und Verfilberung der Masse, über Bestel⸗ luna eines Massecurators, Wahl eines Gläubtgeraus⸗ schusses u. s. w. Beschluß gefaßt werden. Die aus⸗ bleibenden oder durch Bevollmächtigte nicht vertretenen Gläubiger werden als den Beschlüssen der Mehrheit der erschlenenen Gläubiger beigetreten angesehen. Friedberg am 9. Mal 1868. Groß herzogliches Landgericht Friedberg Reltz, Zimmermann, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. Ein Schweizer 1629 f ten Lohn leich plaelrt werden. Naberes be. 1 Ferd. Damm. Oeffentliche Auf forderung. 1361 Die Geweikschaft der consolidirten Braunkoblen⸗ Zeche Wilhelms⸗ Hoffnung bei Dorn ⸗Assenheim, destehend aus: 1) den Erben des Hofgerichtsadvokaten Wilhelm Trapp III. zu Friedberg, 2) den Erben des Salinen Inspectors Heinrich Wilbelmi zu Nauheim, 3) den Erben des Peter Carl Seitz zu Ockstadt, 4) dem Kaufmann Philipp Dantel Kümmich zu Friedberg, daben ihre Braunkohlengruben nebst dem zugelegten Felde, ihr sämmtlicheszu diesen Grubenseldern erworbenes Grun eigenthum u. s. w. an seine Durchlaucht den Fürsten Ferdinand zu Solms⸗Braunfels verkauft. Nach dem Beiggegenbuch find 1) 26% dem Kaufmann Pö. D. Kümmich und 20% dem Hofgerichts⸗ Advocaten W. Trapp III. zu⸗ geschriebene Kuxen unterm 20. April 1853 dem Großherzoglichen Phpfikatsarzt„Dr. Möbus zu Dieburg“ für 1625 fl., 2) 26 dem Kaufmann Ph. D. Kümmich und 26¼ dem Hofgerichts⸗Advocaten W. Trapp III. zu⸗ geschriebene Kuxen unterm 23. März 1854„dem Hermann Schenk(Schwan) zu Gleßen“ für 1105 fl. verpfändet. Die diesen Verpfändungen zu Grunde liegenden Forderungen sollen nach An⸗ gaben der Geweikschaft und ihres Repräsentanten getilgt sein. Die Urkunden aber sind nicht zu be⸗ schaffen, und ergeht darum an Alle, welche dezüg⸗ lich der angegebenen Verpfändungen Ansprüche geltend machen wollen, blermit die Aufforderung, solches um so gewisser innerhalb 90 Tagen, vom erfimaligen Etscheinen dieses in der Zeitung ge⸗ rechnet, zu thun, als sonst die beantragte Löschung dieser Eigenthums⸗Beschränkungen vollzogen wer⸗ den wird. Friedberg den 18. Mal 1868. Groß herzogliches Landgericht Friedberg Reiß, Zimmermann, Landrichter. Landgerichte Assessor. Vorzügliche Saaterbsen 1621 empfehlen May& Oppenheimer. Lieferung für das Landeszuchth aus. 1580 Donnerssag den 16. Juli l. J., Vormittags 10 Uhr, soll dahier die Lieferung von 25 Stück wollenen Bett⸗Teppichen, 280 Centner Ruhrer Steinkoblen, Fettschrot 1. Qualität durch Soumission vergeben werden. Muster und Lieferungsbedingungen liegen auf unserem Bureau zur Einficht offen. Martenschloß den 26. Juni 1868. Großherzogliche Landeszuchthaus- Direction Knutspel. Mobiliarversteigerung. 1593 Dienstag den 7. d. M., Nachmittags 2 Ubr, sollen auf dem Seminarhof ungefäbr 30 gut erhaltene, für uns aber wegen Ausquartierung eines Theils der Seminarister überflüsffig gewordene Bettladen und ver⸗ schiedene sonstige Modiliargegenstände öffentlich ver⸗ sleigert werden, wozu Kaufliebhaber mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die zur Versteigerung kommenden Gegenflände schon Vormittags auf dem Seminarhof eingeseben werden können. Friedberg am 1. Juli 1868. Großberzogliche Seminardtrektion Feind er ger S — 8 1 0 Holz⸗-Versteigerung. 1603 Freitag den 10. d. M., Vormittags 9 Über, sollen in dem Freiberrlich v. Nothschild schen Walde Altenderg 2½ Stecken Eichen ⸗Schälbolz(Werkholz), 7525 Stück„ Schälwellen, 4„ Stämmchen öffentlich meistbietend versteigert werden. Okarben am 1. Juli 1868. Der Freiherrl. Repierförster Dilgenreiner. Als Setzerlehrling kann ein mit den erforderlichen Schulkenntntssen ver⸗ sehener junger Mensch in unsere Buchdruckerei eintreten. Bindernagel& Schimpf. N ——— * * 9 rr Weizen- Versteigerung. 1634 Dtienstag den 7. Juli d. J., Vormittags 11 Uhr, soll in biesigem Ratbbause auf freiwilligen Antrag des Ebristtan Seibel zu Gießen die diehfäbrige Weizen eindte von, Morgen am Riedweg binter der Burg öffentlich meifibietend verfleigert werden. Friedberg den 6. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermeisteret Friedberg Foucar. Fruchtversteigerung auf dem Halm. 1635 Dienflag den 14. Juli d. J., Vormittags 10 Uhr, sollen in hiesigem Rathbause auf freiwilligen Antrag der Jobannes Supp's Erben dahier die denselben zu⸗ slebenden dießjährigen Halmfrüchte von eirca 30 Morgen Weizen, Hafer und Gerste öffentlich meifibtetend ver⸗ steigert werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wir“ den Steigerern Credit bis Ende September d. J. bewilligt. Friedberg den 7. Juli 1868. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Foucar. Rechnungen mit Geschäfts⸗Firma per Buch 32 kr., in größeren Quantitäten billiger, liefern Bindernagel& Schimpff. Aepfelwein, 1591 per Ohm fl. 10., bei größerer Abnahme billiger, bei 3. Philippi im„Steinernen Haus.“ Hesten Weißenrübsamen, lange grünköpfige, 1583 empfiehlt K. J. Leineweber. 1633 Zur Unterstützung der leidenden Hausfrau wird in ein Pfarrhaus ein erfahrenes Frauenzimmer aus gebil⸗ detem Stande gesucht. Adresse bei der Exped. d. Bl. zu erfragen. Ein Zuverlässiges Mädchen, 1630 welches eine bürgerliche Haus haltung zu fübren verfleht, kann gegen guten Lohn sofort eintreten. Wo? sagt die Exped. d. B˖. 1632 Vielfache irrige Gerüchte, als sei ich von hier versetzt worden, veranlassen mich zu erklären, daß dieß nicht der Fall und daß ich nach wie vor in Friedberg bleiben werde. Dr. Schäfer. 5 Zur Warnung. 1626 Vom 2. dis 3. d. M. sind mir zwei Stücke Flächsern⸗Tuch von baumwollen Einschlag, eirca 358—40 Ellen, auf der Bleiche entwendet worden, vor deren Ankauf gewarnt wird. Derjenige, welcher den Thäter namhaft machen kann, erhält eine Belohnung von 10 fl. Kirch⸗Göns den 4. Juli 1868. A. Kloos. Friedrich Nöhrichs Wetterauer ärztlicher Verein. 1625 Nächste Versammlung Dienstag den 7. d. M., 6 Uhr Abends, im Hötel Trapp zu Friedberg. Verl o o u n von Zuchtvieh, Pferden, kandwirthschaftlichen Maschinen und sonstigen Gegenstaͤnden in Darmstadt am. September d. J. 1631 Gelegentlich der am 24. bis 27. September in Darmstadt siattfindenden Ausstellung soll eine Ver⸗ loosung von Rindvieh, Pferren, Maschinen u. s. w. slattfinden. Es sollen 20,000 Loose à 86 kr. ausgegeben, und der ganze Erlös, nach Abzug der Unkosten, zum Ankauf von mindestens 400 Gewinnen verwendet werden. Sämmtliche Loose find mit dem Stempel des landwirtbschaftlichen Vereins für Starkenburg versehen, und ist dem derrn Bankier Ferdinand Sander in Darmstadt der ausschließliche Verkauf der Loose über⸗ tragen worden. Darmstadt im Juni 1868. Das Verloosungs⸗ Comité dts laundwirthschastlichtn Vertins für Starktuburg. In Bezugnahme auf Vorstebendes bitte ich Wledervelkäufer, sich franco an mich wenden zu wollen, und gestatte ich bei Abnahme größerer Partieen einen entsprechenden Rabatt. Ferdinand Sander, vormals A. Htssel, Eck der Rheinstraße und des Louisenplatzes in Darmstadt. Wichtig für Hotelbesitzer und Familien. 1624 Wer sich auf die billigste Weise schöne Vorhänge in allen Gattungen, brochirte und gestickte Gardinen in Moll und Tüllborduren(schon von fl. 3. an das Fenster) für Zimmerausstattung verschaffen will, der findet die vortheilhafteste und ohne allen Zweifel die billigte Gelegenheit im Ausverkauf des Schweizer ⸗Weißwaaren⸗ Fabriklagers Nr. 16 großer Hirschgraben in Frankfurt a. M., welcher für kurze Zeit noch stattfindet. Ein und dreißigster Rechenschafts-Bericht Berlinischen Lebens- Versicherungs⸗Gesellschaft. 1622 Im Jahre 1867, dem 31. Geschäftsjahre der Gesellschaft, wurden 1,195 Versicherungen mit 1.399.300 Thalern abgeschlossen und 264 Sterbefälle mit 30 1,600 Thalern angemeldet. Die Prämien- und Zinsen⸗Einnahme von 1867 betrug 665,727 Thaler, der Versicherungs⸗ Destand am Schlusse des Jahres 10,702 Personen mit Dreizehn Millionen 817,600 Thalern mit einer Gesammt⸗Reserve von 3, 170, 868 Thalern. Unvertheilte Ueberschüsse der letzten fünf Jahre: 516,720 Thaler. Gesammt⸗Fonds: A. 698,289 Thaler. Dividende der Versicherten für 1868: 17½ Procent. Der ausführliche Geschäfts⸗ bericht pro 1867 kann in unserm Büreau, sowie bei sämmlichen Herren Agenten in Empfang genommen werden. Berlin, den 2. Mai 1868 Direction der Berlinischen Lebens⸗Versicherungs⸗Gesellschaft. E. Baudoin. von Bülow. von Magnus. Wintelmann. Busse Directoren. Vollziehender Director. Vorstehenden Bericht bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, mit dem ergebenen Bemerken, daß der Geschäfts⸗Bericht des Jahres 1867 bei mir unentgeldlich ausgegeben wird, und Anträge auf Versicherungen von 100— 20,000 Thlr. jederzeit angenommen werden. Friedberg, den 2. Juli 1868. 8 5 5 Louis Winheim, — Agent der erlinischen Iebtus-Ptrsichtrungs- Gtstuschast. Ein möblirtes Zimmer, Zu vermiethen. 1627 mit und ohne Kost, hat zu vermiethen 1612 Ee W 5 ohnung im mittleren Stock, von fiinf Adam Engel. anetnanderstoßenden Zimmern, zwei Mansarden, Küche, rühmlich st bekannter Arrowroot- Kinderzwicbach ein vollständer Ersatz der Muttermilch, 1009 erfunden und mit besiem Erfolge angewandt von der berühmten Ge⸗ burtshelferin und promovirten Doctor in Frau Profess. Dr. Heiden⸗ re ich geb. von Siebold iß ssets vor⸗ räthig in ½ Paqueten à 10 kr. und zwei noch ganz gute bisher benutzte Pferdegöpel nenester Construktion überflü sollen billigst abgegeben werden bei 22 geschlessenem Vorplatz und allen sonßigen Bequemlich⸗ Pferdegöpel! keiten. a Ebenso eine Parterre⸗Wohnung von 2 Zimmer 1600 Wegen Anschaffung einen Dampfmaschine sind uso eine e Woh 3.. mit oder ohne Möbel. W. Bendheim. Reine Erbsen geworden und Heyl& Chelius in Wickstadt. ½ Paqueten à 3 kr. in Friedberg bei Vy. Dan. Kümmich. F. S. Dieser Zwieback wire zugleich allen denjenigen, deren Verdauungs⸗ 1609 zur Aussaat bei J. L. Nappolt. Ge such. 1613 Die Dreschmaschinen⸗ Gesellschaft zu Rodheim Airchen buchsauszügt. Heinrich Diehl II. organe bhesonderer Schonung be⸗ sucht einen erfahrenen Maschinensührer. Alle hierauf Evangelische Gemeinde. . 1 75 n 1 B wollen dem Ugzemelchneten ihre desfallsige 57 erdau gsmittel em⸗ erte machen. i. pfohlen. f 0 Georg Jacobi Il. 28. Juni. Dem Bürger zu Kirtorf und Schneider, 5 gegenwärtig hier wohnhaft, Andreas Kaspar ein Sohn 0 Heinrich, geb. den 16. Mai. 66————— E gen I me 28. Juni. Dem hiesigen Bürger und Heilgehilfen 1 Ein Wagnuerlehrling 1628 wird gesucht von Fr. Hanstein, 501 in Selde, Alpaka und Baumwolle, zu sehr billigen Pressen bei eine Tochter Katharina, geboren den 27. Mai. 5 K. Friedrich, Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Wagnermeister. neben der Post in Friedberg. Druck und Berlag von Bindernagel& Schimpf. . a nal, Dienf 3 wichtig Nachrichten, lnterbal Abonnenten De —— Betreffend Un nagen wir Bon och ⸗Wesse l r., 250 erg 22 7 fl. 11% —— Hes bessische 9 bis zum! um dort Pionnier⸗ finden wir vernehmen, Bestimnun, darüber 5 an allen J liegenden E dabei stets di nit seither a0 dae an nebun in La 5