1 W 11 1 ö N untl deschetbun 1 Deft der ver! belt der vn eeepc r Ppüesepht, ce, Locke, rsche, „ gesucht den Strauß. —— berg kern. 1111. t uber. oillon littwoch um tt · Oitttiot.& Neu eintretenden Abonnenten auf den„Anzeiger“ für 1869, welche jetzt schon ihre Bestellungen machen wollen, liefern wir das Blatt für den Monat Dezember d. J. gratis. Samstag den 5. Dezember. 144. 1868. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Anzeiger für Oberhessen. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Hessen. Darmstadt. Dem Vernehmen nach soll sich der Großherzog vor wenigen Tagen einer Deputation des hiesigen Gemeinderathes gegenüber in sehr bestimmter Weise gegen die Ausführung des von der hessischen Ludwigsbahn— Gesellschaft vorgelegten Bahnhofsprojects ausge- sprochen haben. Friedberg. Nach einer Mittheilung der „M. Ztg.“ haben wir am dritten Weihnachts- feiertage, Sonntag den 27. December, dahier eine Versammlung des deutschen Fortschrittsvereins zu erwarten. Aus Oberhessen schreibt die„M. Ztg.“: Die oberhessische Eisenbahn ist erst von Gießen bis nach Angersbach genehmigt. Die schwierigere Strecke von Angerebach bis Fulda steht noch nicht fest, indem die Richtung über Großenlüder oder über Schlitz sich streitet. Wir sind entschie⸗ den für letztere Richtung, welche ein sehr fleißiges Städtchen für frühere Unbilden der kurhessischen Regierung entschädigt und zugleich den Verkehr des Fuldathales theilweise gewinnt. Preußen. Berlin. Die„Prov.⸗Corr.“ bezeichnet die rumänische Thronrede, sowie den Ministerwechsel in Rumänien als geeignet, die allgemeine Friedenszuversicht noch zu verstärken. — Bei der Berathung des Etats des Ministe- riums des Innern im Abgeordnetenhause erklärte der Minister: Die Regierung gedenke allmälich eine selbstständige provinzielle Vermögensverwal⸗ tung unter einer aufs Nothwendigste beschränkten Aussicht Seitens des Staates durchweg einzuführen. Ferner sollen auch für die Kreise Ausschüsse mit besonderen Befugnissen eingeführt werden. Die Kreisordnung werde demnächst vorgelegt werden und nach deren Genehmigung solle die provinzialt und ländliche Gemeindeordnung folgen. — Die wegen Beschlagnahme des Vermögens des Königs Gtorg niedergesetzte Commission des Abgeordnetenhauses beschloß, die Verfassungs mäßigkeit der behufs Beschlagnahme seines Ver⸗ mögens erlassenen königlichen Verordnung auf Grund des Artikels 63 der Verfassung anzuer⸗ kennen und den Gesetzentwurf anzunehmen. Eine Resolution auf Annullirung des mit dem König Beorg abgeschlossenen Vertrages wurde abgelehnt. — Graf Bismarck ist am 2. Dez. Nachmittag um 3 Uhr hier angekommen und wurde im Bahnhofe von seinen Söhnen und dem Legations- rath v. Keudell empfangen. Kassel. Seitens der Staatsregierung wird für den König das Patronatsrecht bei Besetzung der katholischen Pfarreien des vormaligen Kur- fürstenthums beansprucht. Bisher besetzte der ka- tholische Bischof zu Fulda alle Pfarreien ohne Ausnahme und der König, vordem der Kurfürst, genehmigte lediglich diese Besetzungen. Wie der Bischof sich diesen Ansprüchen gegenüber verhalten wird, ist noch nicht bekannt. — Am 5. Dec steht vor hiesigem Appellations- gericht öffentlicher Verhandlungstermin in der Klagsache des Prinzen Wilhelm gegen seinen Vater, den Kurfürsten. Lübeck. Der Senat verlieh Emanuel Geibel das Ehrenbürgerrecht. Baden. Freiburg(Britisgau). In der Angelegenheit der Wiederbesetzung des erzbischöf. wird, eine Wendung vollzogen, welche eine Ver— ständigung mit der Regierung in sichere Aus- sicht stellt. Oesterreich. Das ungarische Ministerium ist endlich auch mit dem Eingeständniß eines Deficits herausgerückt. Dasselbe soll über 8 Mill. betragen, würde sich aber noch um einige Millionen erhöhen, wenn der Plan, die ungarische Landwehr (Honved) sogleich in größerem Maßstabe, als das Wehrgesetz annimmt, aufzustellen und aus- zurüsten, verwirklicht würde. Wien. Minister Dr. Berger hat sich ver- mittelst einer Note in den officiösen Blättern gegen die Folgerungen zu vertheidigen gesucht, die man aus seiner Rede im Herrenhause über den Unter- schied des Prügelns und Krummschließens als militärgerichtlicher Strafe oder als Disciplinar- mittels gezogen hat. Die allgemeine Entrüstung, welche durch die Vermuthung hervorgerufen wurde, daß auch in Zukunft die k. k. Armee unter dem Stock stehen solle, hat jedoch das Ministerium Giskra zu der Erklärung btwogen, es verbürge sich dafür, daß mit der Publication des Wehr gesetzts die Stockprügel nicht nur als Strafe in Folge militärgerichtlichen Urtheils, sondern auch als Zwangsmittel der Disciplin definitiv abge⸗ schafft sein werden. Pest. Die österreichische Delegation nahm das Budget des Kriegsministeriums größtentheils nach den Anträgen des Budgetausschusses an. Fürst Czartoryski sprach Namens der polnischen Landsleute für die Bewilligung der Regierungs- vorlage, indem er die Nothwendigkeit der Schlag- fertigkeit des Heeres bei etwaigen europäischen Verwickelungen betonte. — Das berühmte 1250 von einem Hirten Wielicz entdeckte Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau scheint durch Wasserstürze zerstört werden zu sollen. Bis jetzt ist es wenigstens noch nicht gelungen, das seit einigen Tagen mit steigender Gewalt empordringende Wasser zu bewältigen. Den österreichischen Finanzen würde dadurch ein Ausfall von 6 Millionen erwachsen und Tausen⸗ den eine unersetzliche Arbeitsquelle enzogen werden. Frankreich. Paris. Die demokratischen Blätter warnen ihre Partei vor Ungesetzlichkeiten für den 2. und 3. Dezember. Man würde da⸗ durch nur willkommenen Anlaß zum Einschreiten geben.„Möge die Demokratie friedlich und gesetzlich ihre Eroberungen verfolgen. Ihr Triumph ist unausbleiblich“ sagt der„Siecle“. — Der Berichterstatter des„Gaulois“ in Madrid ist von General Prim ermächtigt, auf das Entschiedenste in Abrede zu stellen, daß er, der General, irgendwelche Verbindung mit irgend— welchem Mitgliede der Familie Bourbon unter- halte; die Unterstellung vollends, daß er auf einen Staatsstreich sinne, weist Prim mit tiefster Ent- rüstung zurück: nicht um zu unterdrücken, sondern um zu befreien, sei er zur Macht gelangt. — Die Regicrung hatte für den 2. Dezbr. außerordentliche Naßnahmen getroffen, um etwaige Demonstrationsversuche zu verhindern. Es scheint jedoch zu solchen nicht gekommen zu sein. — Die Königin von Mohely, die in diesem Sommer so viel Aufsehen in Paris machte, hat sich, den neuesten Nachrichten zufolge, nach einem lichen Stuhles hat sich, wie als verbürgt gemeldet mehrwöchentlichen Aufenthalt in Cairo, wo der — Vicekönig von Aegypten ihr einen Palast zur Verfügung gestellt hatte, in Suez eingeschifft, um sich in ihre madagaskarischen Staaten zurückzu- begeben. Die Madagassen sollen schon seit August Vorbereitungen zu ihrem Empfang machen. — Die Adventpredigten haben ihren Anfang genommen und versammelt namentlich der Pater Hyacinth in der Metropolitankirche ein ungemein zahlreiches Publikum. — Vom 15. Dezember ab erscheint hier eine neue Turner-Zeitung unter dem Titel:„Moniteur de la gymnastique“. Dem Vernehmen nach wird der bekannte Gymnastiker Eugene Paz das neue Blatt redigiren. Belgien. Brüssel. Die Aerzte berath- schlagen über die Möglichkeit einer Ueberführung des kranken Kronprinzen in ein warmes Klima. Schweden. Die in Stockholm statt⸗ gehabten Ruhestörungen, welche ein militärisches Einschreiten zur Folge hatten, entbehrten jedes politischen und socialen Hintergrunds. Es waren wegen der bevorstehenden Enthüllung der Statue Karl's XII. neben der Statue Tribünen und re— servitte Plätze errichtet worden. Der Pöbel war darüber aufgebracht und versuchte in der Nacht dieselben niederzureißen. Der Tumult nahm all- mählich eine solche Aus dehnung an, daß das Einschreiten der Militärgewalt nöthig ward. Großbritannien. London. Disraeli veröffentlicht ein Circular an die Conservativen beider Häuser, worin er erklärt, daß die Minister ihrer Ehre und Politik schuldig seien, nicht einen einzigen Tag länger als nöthig im Amte zu ver- bleiben, da dieselben nicht über das Vertrauen des neuen Hauses verfügen könnten. Die Minister seien jedoch überzeugt, daß die Politik Gladstone's betreffs der Kirche im Principe unrecht und wahr- scheinlich undurchführbar sei, und auch im ent- 1 Falle von verderblicher Wirkung sein müßte — Der„Daily Telegraph“ meldet, Gladstone sei bereits zur Königin befohlen; die Demission des Cabinets Disraeli sei definitiv angenommen. Spanien. Madrid. Ein Circular des Ministers Sagasta beschuldigt die Reaction, die vorhandenen revolutionären Tendenzen zu über⸗ treiben, um die liberalen Ideen zu discreditiren, und ermahnt die Gouverneure in den Provinzen, die Ordnung überall und um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Italien. Florenz. Wie versichert wird, hat das Ministerium des Aeußern eine Note an die Regierungen von Frankreich, England, Preußen und Oesterreich gerichtet, um zu erklären, daß die am 25. November angenommene Tagesordnung die Bedeutung habe, gegen die provocirende Politik der päpstlichen Regierung zu protestiren. — Die Deputirtenkammer genehmigte mit 184 gegen 42 Stimmen den Gesetzentwurf, durch welchen allen Italienern derjenigen Provinzen, welche noch nicht Bestandtheile des Königreichs Italien bilden, die in letzterem geltenden bürger— lichen und staatsbürgerlichen Rechte gewährt werden. — Madame Rossini hat eingewilligt, daß der Leichnam ihres Mannes nach Italien über— führt werde. Rom. Gaetano und drei Genossen, welche .———— bei den römischen Unruhen im Herbst 1867 be- theiligt waren, sind zum Tode verurtheilt worden. Donaufürstenthümer. Bukarest. In der Sitzung der Deputirtenkammer entwickelte der neue Ministerpräsident Demeter Ghika das Pro- gramm dee neuen Ministeriums, und erklärte hierbei: wir wollen die Jahrhunderte alte Ver- bindung mit der Pforte mit vollster Loyalität aufrecht halten, wir wollen die strengste Neutra⸗ lität beobachten, sowohl bezüglich unserer allge⸗ meinen Beziehungen zu den Garantie-Mächten, als auch hinsichtlich unserer Beziehungen als gute Nachbarn zu den angrenzenden Staaten. Rußland. Die russische Regierung soll gegenwärtig an einem neuen Organisationsplan der russischen Armee arbeiten und dabei die Ein⸗ führung eines modificirten Milizsystems im Auge haben. Amerika. vom südamerikanischen Die eingetroffenen Nachrichten Kriegsschauplatze reichen bis zum 24. October. Die Alliirten befanden sich noch immer vor Villeta. 12,000 Brasilianer unter dem Befehl des Generals Argolo marschir⸗ ten durch Chaco, um den Paraguay oberhalb Villeta zu überschreiten und die Armee des Marschalls Lopez in den Flanken anzugreifen; gleichzeitig sollte dann Marschall Caxias den Platz selbst stürmen. Zehn Panzerschiffe haben die Geschütze der Paraguiten forcirt und unterhalten die Verbindung mit der Armte von Chaco. Newyork. Die revolutionäre Junta von Cuba hat eine Proklamation erlassen, worin sie die Annahme der angebotenen Begnadigung ver⸗ weigert, und den Entschluß ausspricht, für Unab⸗ hängigkeit zu kämpfen. Friedberg. Der„Rh. Herold“ macht die Mit⸗ theilung, daß am 1. November in einem Garten in Worms ein Sträußchen frisch blühender, lieblich duftender Märzveilchen gepflückt worden ist. Wir sind in der Lage dem hinzuzufügen, daß uns noch am 14. November vier üppig blühende Märzveilchen gebracht wurden, die nach glaubhafter Versicherung an einer sonnigen Stelle im Freien als die dritte Blüthe in diesem Jahre hier gefunden worden waren. Aus Butzbach wird ein frecher Diebstahl gemeldet, der mittelst Einbruch verübt wurde. Der Died drang, nachdem er sich mit den ersorderlichen Werkzeugen einen Weg durch eine Badsteinwand gebahnt, in den Laden einer Ellenwaarenhandlung, woselbst er sich mehrere Stücke von verschiedenen Stoffen ancignete und Kassensturz vor⸗ nahm. — Gießen. Nachdem bereits am vorigen Dienstag die Reihe der Winterconcerte eröffnet wurde, sieht uns für nächsten Montag ein noch größerer Kunsigenuß bevor, da es dem Concertverein gelungen ist, das bekannte schwedische Gesangsquartett, welches in letzter Zeit Darm⸗ stadt, Frankfurt und Cassel mit größtem Ersolge besucht hat, auch zu einigen Gesangsvorträgen in hiesiger Stadt zu gewinnen. Frankfurt. Nach einer Mitheilung der„Allg. Ztg.“ wärt Dombaumeister Denzinger zu Regensburg zu der Leitung des Wiederaufbaues des Doms zu Frankfurt a. M. berufen worden; er werde jedoch noch bis zum Jahr 1870 die Leitung des Baues der Domthürme zu Regensburg fortführen und daselbst seinen Wohnsitz be⸗ halten. Darmstadt. Die Blätter der Residenz bringen die Mittheilung, daß vor einigen Tagen, dort die Trauung eines unserer Universitätsstadt Gießen entstammenden Bräutigams mit einer dortigen Dame stattfinden sollte. Alle Vorbereitungen waren getroffen, der Geistliche harrte seines Amtes, Küche und Keller hatten das Mögliche ge— leistet, die Hochzeitegäste hofften, allein der Bräutigam er⸗ schien nicht. Eine Nachforschung ergab, daß derselbe kurz vor der enischeidenden Stunde nach der Heimath zurück- gedampft war. Darmstadt. Aus der Wohnung des viesigen Bayeri⸗ schen Gesandien v. Thüngen wurde dieser Tage, während sich derselbe zur Tafel bei Prinz Alexander besand, eine Partie Silberzeug von nicht unbedeutendem Werthe ge— stohlen.— Mainz. Durch die Genehmigung des Eisenbahn⸗ projects Biebrich-Gusta vs burg sieht sich der hiesige Handelsplatz empfindlich bedroht, da mit dessen Aus⸗ führung der Schwerpunkt des Verkehrs von dem Ruhr— gebtete nach dem Oberrhein Bayern und Oesterreich mehr noch, wie dies seither der Fall, nach Gustavsburg verlegt wird. Die jüngst ventilirte Frage wegen der direkten Ver⸗ bindung von Wiesbaden mit Mainz dürfte unter diesen Umständen auch wieder in den Hintergrund treten. Aus Rheinhessen schreibt man: Bei dem dieser Tage in Offenstein stattgehabten Treibjagen wurden 700 Hasen geschossen; vor einigen Tagen fanden Treibjagden in Pfeddersheim und Aslbeim statt, wobei an ersterem Orte 600 und an letzterem 700 Hasen erlegt worden sind. Diese Jagdergebnisse gelangen zum größten Theile nach Frankreich, indem ganze Wagenladungen geschossener Hasen durch Wildprethändler dorthin versender werden, welche das Stück mit 1 fl. 30 kr. bezahlen. In Magdeburg hat eine Wittwe von 73 Jahren am 24. Novbr. den siebenten Mann, einen angehenden Dreißiger, geheirathet; dazwischen war sie mit einem jungen Manne verlobt, den ein plötzlicher Tod wegraffte. In Wittenberg spuken die Trichinen wieder. Es sollen dort über 100 Personen in Folge Genusses derselben erkrankt sein. Landwirthschaftliches.) Am 28. Nov. wurde im Saale der goldenen Reichs- krone zu Friedberg die Jabresversammlung des unter dem Namen„Friedberger Kränzchen“ bestehenden lanwirth⸗ schaftlichen Vildungs⸗ und Versuchsvereins abgehalten. Der Verein zählt über 30 Mitglieder aus etwa 20 ver⸗ schiedenen Orten der Wetierau und hat sich die schöne Aufgabe gestellt, durch gemeinschaftliche Zusammenkünste, in welchen gemachte Erfahrungen gegenseilig ausgetauscht, Mittheilungen über alle Zweige der Landwirthschaft gemacht, Vorträge gehalten und wichtige Tagesfragen besprochen werden, sowie durch einen landw. Lesecirket und durch gemeinschaftliche Cultur versuche die berufliche Bildung seiner Mitglieder zu fördern; außerdem will er denselben Gelegenheit geben, auch ihre wissenschastliche und gesellschaftliche Bildung zu vervollkommnen. Die Herren Dr. Henkelmann zu Friedberg und Dr. Uloih zu Nauheim wurden als Ehrenmitglieder aufgenommen und ersterer als Vorstand und Herr Oekonom Dietz zu Friedberg als Sccretär und Rechner gewählt. Zur Be⸗ streiiung des Ankaufes von Büchern und Zeitschriften, sowie aller in Vereinsangelegenheilen enistehenden Kosten hal jedes Mitglied einen jährlichen Beilrag von 2 fl. zu entrichten. Die Bibliothek des Lesevereines ist im Lause des Jabres auf 32 Bände vortrefflicher, populärer Schriften gewachsen und schon hierdurch den Miigliedern Gelegen⸗ heit geboten, sich mit den Foctschritten ihres Beruses be⸗ 8) Obgleich wir schon in voriger Nr. d. Bl. einen kurzen Bericht über denselben Gegenstand brachten, wollen wir den verehrl. Lesern diesen uns während des Druckes der vor. Nummer zugegangenen Bericht nicht vorenthalten, da er ersteren ergänzt und mehrfach von Interesse sein dürfte. Die Red. . kannt zu machen und die langen Winterabende nützlich auszufüllen. Die Tagesorbnung der dießjährigen Jahres. Versammlung war: 1. Geschäftliche Angelegenheiten; 2. landwirihschaftliches Foribildungsschulwesen, eingeleitet durch Vortrag von Dr. Henkelmann und 3. Vortrag von Dr. Uloth. Außer den Mitgliedern hatten sich auf Einladung etwa 8 Lehrer zu der Versammlung eingefunden. Dr. Henkelmann gedachte in seinem einleitenden Vortrage der Ursachen, welche dem Gedeihen der Forlbildungsschulen entgegenstehen und der mit so wenig Erfolg gekrönten Bemühungen der Lehrer und Vereine, solche ins Leben zu rufen. Ein Haupthinderniß fand er in dem Gelbpunkte. Niemand könne einem Lehrer, der täglich 6 Stunden Schule zu halten, dabei hänfig dae Geläute und Uhren⸗ aufziehen zu besorgen, einen Gesangverein zu leiten, Sonntags kirchliche Functionen zu verrichten, wöchentlich so und so viele Aussätze zu corrigiren und sich auf manche Unterrichtsgegenstände vorzubereiten habe, zumuthen, noch 3 bis 4 Abende seiner knapp zugemessenen Zeit einer Fortbildungsschule zu opfern, sür welche ihm gar keine oder nur eine kärgliche Entschädigung werde. Ein so ohne Unterstützung dasiehender Lehrer müsse auch bei dem besten Willen ermalten und die Lust verlieren. Man solle daher statt des vielen erfolglosen Redens einmal anfangen zu handeln und für jede zu gründende Foribildungsschule ein angemessenes Honorar für den Lehrer und die nöthigen Summen für Lehrapparate gewähren und bald würden Fortbildungsschulen aufblühen und gedeihen. Der Lehrer solle in den Fortbildungsschulen naturwissenschaftlichen Unterricht ertheilen; wie sei dieß moͤglich, ohne die nöthig⸗ sien unentbehrlichsten Lehrmittel(Abbildungen der ver⸗ schiedenen Racen unserer Hausthiere, der nützlichen und schädlichen Thiere c., kleine physikalische und chemische Apparate, ein, die wichtigsten Eulturpflanzen, Wiesengräser und Unkräuter umfassendes Herbarium u. s. w.)? Frage man, woher das Geld zu dem Allen nehmen? so sei die Antwort nicht schwer: Es sollen Alle, welche ein Interesse daran haben, daß die rechte allgemeine und berufliche Bildung in den Bauernsiand dringe, ihren Beitrag dazu liefern und dieß seien die Gemeinden, die Eltern der Schüler, die landw. Vereine und der Staat. Sodann wurde noch die Frage besprochen: Welche Lehrgegenstände sind in den Lehrplan der Fortbildungs⸗ schule aufzunehmen? wobei man sich dahin einigte, daß ein Normal⸗Lehrplan nicht aufgestellt werden könne, weil sich derselbe nach den jedesmaligen Localverhälinissen, der Qualification der Lehrer, der Vorbildung der eintretenden Schüler, der Zahl der Unterrichtsstunden, welche dem Cursus zu Gebote siehen, zu richten habe. Dr. Henkel⸗ mann gab noch eine Uebersicht über die Einrichtung der in Rheinpreußen und in den ösilichen Provinzen des preußischen Staates, sowie der in Würtemberg und in anderen Ländern besiehenden Foribildungsschulen, wobei auch die Frage, ob Zwang oder nicht bei Gründung von Fortbildungsschulen anzuwenden sei, zur Verhandlung kam. Die Herren Lehrer Pabst von Bönstadt und Loos von Södel sprachen sich eben so entschieden für Zwang, als Dr. Henkelmann und Lehrer Rückert gegen denselben aus. Nach Besprechung zweckmäßiger Lehrmittel für den Foribildungsunterricht, wurde die Discussion über diese Frage geschlossen und Herr Dr. Uloih hielt zum Schlusse einen äußerst interessansen und belehrenden Vortrag über das Leben, die Fortpflanzung, Entwicklung und Verliigung der Flachsseide, diesen großen Feind der Kleefelder, und unterstützte seinen Vortrag durch treffliche Zeichnungen und Vorzeigung der Pflanze und ihrer Samen. Es hal wohl tein Theilnehmer diese Versammluvg ohne Befriedigung verlassen und wir können nur wünschen, daß derar tige Versammlungen recht oft wiederkehren! „Die Palme 2956 gebührt dieses Jahr wieder dem Lahrer hinken⸗ den Boten.“ (Dr. Gihr's S onntagsblatt.) eng: 2976 Mittwoch den 9. Dezember 1868, Morgens 9 Uhr aufangend, werden regen Ablebens der Cas par Weisels Eheleute zu Steinfurth in deren Be e gleich baare Zahlung öffentlich versteigert: e, 1 Rind, 3 Schweine, 1 Wagen, Pflug und Egge, verschiedenes Küferholz, sowie sämmtlichte Oeconomie⸗ Wirthschafts⸗ und Hausgeräthe. Steinfurb am 3. December 1868. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Nauheim Großherzogliches Ortsgericht Steinfurth Schultheis. Zwei intinandergehende Bimmer 2953 im Hause des Herrn Apotheker Sturmfels find mit oder auch ohne Möbel an einzelne Personen zu vermiethen. Näheres bei Joseph Butzbach. 1000 fi. 2962 liegen gegen doppelte Sicherung zum Ausleihen bereit. Näheres del der Exped. d. Bl. etroleum, 2902 vester Qualität, sowie Petroleumlampen zum Hängen und Stellen in schönger Auswahl, für deren Güte garantirt wird, empsieblt zu billigen Preisen Wilhelm Söllner, Spenglermeister. 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An den Labrikanten der Knüttelverse mit der Aeberschrist:„An dit vornehme Gesellschast Ur. 2“ 2958 zu Reichelsheim. „Was hör' ich draußen vor dem Thor, „Was auf der Straße dudeln?! „Ein solches Zeug muß Herz und Ohr „Zerreißen und besudeln! „Geh, bole mir den armen Wicht; „Ich will ibn Mores lebren, „Hat er noch Scham im Angesicht, „So wird er sich bekehren.“ So sprach gestreng Frau Poeset, Der Diener lief und brachte Den langen Dudelmann herbei, Dem's Herz im Leibe krachte. „pe, sage mir, Du dummer Mops, „Ist dies die Art zu reimen? „Da gebt's ja knipe, knaps, bips und hops, „Das nennt der Dichter leimen.“ „Marsch, packe Dich und lern' zuvor „Geschmack, Gesetz und Regel; „Bis fetzt bist Du ein armer Thor, „Ein Stümper und ein—.“ Es holperte der Dudelmann Ganz mäuschenflill nach Hause, Dort klopft er Blech, macht Anschläg“ dran, Das ifi des Liedes Pause! Oeffentliche Erklärung. 2973 Um verschtedenen irrthümlichen Meinungen, be⸗ züglich des Einkasfirens der Ausflände von Frau Hof⸗ Apotbeker Wabl's Wittwe entgegen zu lommen, erkläre ich hiermit, daß sämmtliche Ausflände der Frau Wahl durch Generalvollmacht von Herrn Hofgerichts⸗Advocat Trapp IV. beigebracht werden sollen, und ich in dieser Tache auf keine Weise betheiligt bin, da ich nächst der Post. NB. Besonders erlaube mir die geehrten Damen darauf aufmerksam zu machen, daß fortwährend Stickereien angenommen und geschmackvoll verfertigt werden. achten belieben. Man findet di die Ausstände nicht mit übernommen habe. Ich diite deßhalb mich nicht, wie es schon vorgekommen ift, ungerecht deschuldigen zu wollen. Wilh. Sturmfels, Wahl's Nachfolger. Orange-Rum-Punsch-Essenz, Ananas-Arac-Punsch-Essenz, in halben und ganzen Flaschen. Neue Mandeln, 2896 Citronen, Vanille, Citronat, Orangeat, Chocolade, Stearinlichter biligst bei Christian Werner. 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Charaktergemälde in 5 Abtheilungen. W. Kern, Thpeater⸗Director. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Sonntag den 6. December 1868. Zweiter Advent. Evangelische Gemeinde. Pfarram:swoche: Herr Pfarrer Köhler. Gottesdienst in der Stadtkirche Vormittags: Herr Candidat Heintze. Nachmittags: Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags: Herr Pfarrer Schwabe. Nachmittags: Herr Candidat Neuroth. Veranlw. Red.: Hermann Schimpff. Wohnung bei Herrn Zos. Hoffmann. Druck und Berlag von Binbernagel& Schimpff. Hierzu Unterhaltungsblatt Nr 49 und eine Beilage.) Amts ti der Un Aufüge Aus fta Reuim quittirt Jet gehalt Zahlur de Loh d 1 sind n die K auch och Graft S 961 songen! Hoden Up NU ˙,CSuaννjiqu Hau uα¹ — — nien, etlein. 0 tanmtt an. Petri. aren dit Geldengel, un i CThnst⸗ 8eis, Stecker. herg nber. herz, Sunset von 57 peer Be⸗ 7781 Sand. mber. ke. 1g „Circttet —ʃ bett 68 Beilage zum Anzeiger für Oberhessen. u 144. ie ferung. 2926 Donnerstag den 10. December er., Vormittags 11 Über, wird die Lieferung des Brodbedarfs für die Garnison Friedberg für das 1. Quartal 1869 auf dem Soumissionswege in Accord gegeben. Bedingungen liegen arf dem Büreau des Zahlmeisters, woselbst auch die Soumissionsverbandlung staltfinden wird, zur Ein⸗ sicht der Interessenten offen. Friedberg den 30. November 1868. Groß berzogliches Commando des 1. Jägerbataillons. An schü tz, Major und Batatllons-Commandeur. Versteigerung getragener Montirungsstücke. 2937 Mittwoch den 16. December d. J., Vormittags von 9 Uhr an, werden in der Klostercaserne dahier eine Parthie ausrangirter Montirungsstücke, als: Mäntel, Waffenröcke, Tuchhosen, Mützen ꝛc. ꝛc. öffentlich ver⸗ stieigert werden. Friedberg den 3. December 1868. Die Bekleidungs⸗Commission des 1. Jäger⸗Batalllons. Daudistel, Hauptmann und Compagniechef. Bekanntmachung. 2938 Nachdem die bobe Vormundschaft des Gräflichen Dauses Alt⸗ Leiningen Wesierburg zu Schloß Ilbenftadt sich bewogen gefunden dat, den Gräflichen Rentamtmann Bernhardt zu Ilbenstadt auf Nachsuchen seines Otenftes zu entlassen und dessen Dienststelle provisorisch dem Finanzaspiranzen Lotz von Darmstadt mit dem Amtstitel eines Rentmeisters zu übertragen, so bringt der Unter zeichnete dies in hohem Auftrage mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß von beute an Ausftände der Rentei nur von dem gena nten neuen Renimeisser in Empfang zu nedmen und gültig zu quittiren fine. Jeden Samstag in der Woche wird ein Zahltag ab- gebalten, an anderen Tagen werden in der Regel weder Zahlungen angenommen, noch Auszahlungen effectuitt. Das Geschäftszimmer des provisorischen Rentmeisters Lotz befindet sich vorerst im Schlosse ebener Erde. Alle schristlichen dlenstlichen Eingaben und Briefe find nicht an die Person des Nentmeifters, sondern an die Gräfliche Nenteiverwaltung und in geeigneten Fällen auch direct an den Vormund, den jetzigen Chef des dochgräflichen dauses, Seine Erlaucht den Herrn Grafen Victor zu Alt⸗ Leiningen-Westerburg zu richten. Schloß Ildenstadt den 1. December 1868. Aug st, Großberzoglicher Oberdomänen⸗Registrator. Holz⸗Versteigerung. 2961 Otenstag den 8. d. N., 9 Uhr Mor ens an; songend, werden im Oder Mörler Gemeindewald, District Bodenberg öffentlich versteigert: 2½ Siecken Kiefern⸗Prügelbolz, 1„ Stocholz, 33232 Stück Wellen geringes Eichen⸗Reis holz, 218 5 Kiefernholz 2967 Gebund Ginstern. 5 Zablangstermin bis zum 1. Juni 1869. der- Mörlen am 3. December 1868. Großherzogliche ee Ober Mörlen e cke l. Güter ⸗ Verpachtung. 70 Otenstag den 8. December d. J., Vormittags 10 Ubr, sollen in blesigem Rathhause auf freiwilligen Antrag der Frau Georg Stein bäußers Winwe dabter circa 20 Morgen Ackerland, in Friedberger und Fauerbachet Gamarkung, auf weitere 9 Jaort öffentlich meistdietend verpachtet werden. zrtedberg den 4. November 1868. Oreßberzogliches Ortsgericht Friedberg FNoucar. An Magenkrampf, Verdau⸗- ungsschwäche ꝛc. Leidenden 321 wird das rühmlichst bekannte Heilmittel des Dr. med. Doeceks empfohlen und ist Näherte aus einer Broschürt, welche in der Expeditton v. Bl. gratis ausgegeben wird, zu ersehen. Das Mittel wird en halben und ganzen Kuren allein durch den Apotheter Doceks in Ba! nsdorf (Haunoder) verabfolgt. Mittel ⸗& Kranzdär ne 25d be Wichael Nosenthal. Nauheim. W Wasserhelles Petreltum 2244 in unübertroffener prima Qualität nebst den dazu gebörigen Lampen aller Art zum Fabrikpreis, bel Wilh. Fertsch. 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