5 au PE r 5 28 XZ ER 2 81 * * EU r r 1868. Anzeiger für Oberhessen. Sriedberger Jutelligenzblatt. 0 Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. 0 — Einladung zum Abonnement. Auf den wöchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinenden Anzeiger für Oberhessen kann man für die Monate April, Mai und Juni in hiesiger Stadt bei der unterzeichneten Expedition für 30 kr. und bei allen Postanstalten innerhalb des Großherzogthums für 33 kr. abonniren. Der Anzeiger bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten und wichtigsten Tagesbegebenheiten, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, landwirthschaftliche und ge werbliche Mittheilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt- und Coursberichte, Verloosungen von Staatspapiecen und locale Notizen; außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungsblatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Bilderräthsel, Räthsel, Rechenaufgaben ic. W Bei der großen Verbreitung unseres Blattes werden amtliche Bekanntmachungen und Versteigerungs⸗Anzeigen ꝛc., sowie geschäftliche Annoncen und Empfehlungen aller Art stets von dem besten Erfolge begleitet sein.— Die einspaltige Petit⸗Zeile oder deren Raum wird mit 8 kr. ber echnet; bei größeren Aufträgen oder ständigen Annoncen gewähren wir einen entsprechenden Rabatt Donnerstag den 2. April. 40. V Zum geneigten Abonnement, sowie zur Benutzung des„Anzeiger für Oberhessen“ zu Veroöffentlichungen aller Art ladet ein Friedberg. Die Expedition. Vetreffend: Den im Monat März l. J. Amtlicher Theil. vorzunehmenden Wiesengang. Friedberg am 31. März 1868. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir bringen unser Ausschreiben vom 26. v. Mis. in Nr. 26 des Anzeigers in Erinnerung, und erwarten von denjenigen, welche mit dessen Erledigung noch im Rückstande sind, daß solches ungesäumt erfolgt. Trapp. Hessen. Darmstadt, 31. März. Zweite— Die beiden letzten Gegenstände der Tages- Bayern. München. Aus dem Testamente ftammer. Erster Gegenstand der Tagesordnung ordnung betreffen einmal die Uebernahme der König Ludwigs J. theilt die„Allg. Ztg.“ fol⸗ ist die Vorlage Gr. Kriegsministeriums, die Ein- Unterhaltungskosten der stark benutzten Vicinal⸗ gendes Nähere mit: Es wird aus dem Nachlasse führung der Königl. Preuß. Militärstrafgerichte in straße von Friedberg nach Staden auf die Staats- ein Fideicommiß errichtet, dessen Nutznießer Prinz dem Großherzogthum betr. Dernburg bean- kasse, sodann eine Bitte um Pensionserhöhung. Luitpoldt als Haupterbe sein wird. In dieses tragt bei der Generaldebatte den Zusatzartikel zu Beiden Gesuchen wird indessen keine Folge gegeben. Fideicommiß sind auch die neue Pinakothek und dem Gesetze, die Regierung möge bei der nord⸗ Preußen. Berlin. Der Reichstag be- die Glyptothek inbegriffen. Zum Nachfolger des deutschen Bundesregierung dahin wirken, daß für schloß am 30. März über die Anträge auf Rede- Prinzen Luitpold in diesem Fideicommisse ist dessen das gesammte norddeutsche Heer eine neut Straf- prozeßordnung eingeführt werde, basirend auf den Prundsätzen der Oeffentlichkeit und Mündlichkeit. Der Berichterstatter Zentgraf bezweifelt, ob bei der strengen Subordination im Militär das Institut der Staatsanwaltschaft durchzuführen sei. Auf den Wunsch Zentgras's, wie Hallwachs, er· flärt sich Dernburg bereit, seinem Antrage eine allgemeinere Fassung, auf Erlassung eines neuen Militärstrafgesetzes zielend, zu geben. Dumont sragt, ob Artikel 9 des preußischen Militärstraf⸗ gesetzes, die Verkündigung des Kriegszustandes betreffend, auch für die linksmainischen Provinzen Geltung haben solle, worauf die Regierungscom- missäre die Erklärung abgeben, daß hier haupt⸗ sächlich Meuterei des Militärs selbst ins Auge genommen sei. Dumont beantragt indessen, ausdrücklich zu erklären, daß Art. 9 nur auf Militärpersonen auch in Oberhessen anwendbar sein solle, damit jede andere Auslegnng hinweg ⸗ fallt. Des Gesetz wird mit allen gegen die Stimme von Keil und Backé angenommen, ibenso der Antrag Dumont mit 25 gegen 13 Stimmen und das von Dernburg mit 33 gegen 5 Stimmen.— Die weitere Vorlage des Kriegs ⸗ ministeriums, die Gesetzentwürfe, die Versorgung der als Invaliden entlassenen Unterossiziere und Soldaten, die Pensionserhöhung für die im Krieg invalid gewordenen, sowie für die überhaupt durch den aktiven Militärdienst verstümmelten oder er- blindeten Offiziere der Linie und Landwehr und die oberen, beziehungsweise im Offiziersrang stehenden Militärbeamten, sodann die Unterstützung der Wittwen und Kinder der im Kriege gebliebenen Militärpersonen aller Rangclassen betreffend, er⸗ halten ebenfalls, da sie den bezüglich en preußischen Gesetzen nachgebildet sind, mit einigen unwesent⸗ lichen Modifikationen die Billigung des Hauses. freiheit und Diätenbewilligung die Plenarvor— berathung, über die Anträge auf gemeinsame Strafprozeßordnung, sowie gegen das gleichzeitige Tagen des Reichstages und der Einzellandtage die Schlußberathung. Die Wahl des Grafen Schulenburg⸗(Filehne) wurde für ungültig erklärt und die Strosberg's beanstandet. — Mehrere Blätter berichten von einer höchst bemerkenswerthen Kundgebung des katholischen Pfarrers Dr. Michelis, des bekannten früheren Landtags- und Reichstags⸗Abgeordneten. Derselbe hat, wie man meldet, fünfzig Thesen über die kirchlichen Verhältnisse der Gegenwart erscheinen lassen, worin es u. A. heißt:„§. 47. Wenngleich die in der Eneyelica und dem Syllabus fest— gehaltene Form der mittelalterlichen Anschauung ohne Zweifel nur dem üblichen Kanzleistyle zuzu⸗ schreiben ist, so ist es doch besser, dieses offen an⸗ zuerkennen und so auf eine Aenderung veralteter Formen hinzuarbeiten, als durch eine gezwungene Interpretation dem Verdachte Raum zu geben, als könne noch wirklich eine Intention auf Wie derherstellung der alten Verhältnisie vorhanden sein. F. 49. Das Handschreiben des Kaisers von Oesterreich in Angelegenheiten des Concordats ist eine mannhafte That und verdient die volle Sympa⸗ thie und Zustimmung des kathol. Deutschland.“ Diese Thesen erregen begreiflich großes Aufsehen. Frankfurt. Die Stadtverordnetenversamm⸗ lung ist in ihrer letzten nichtöffentlichen Verhand⸗ lung über die Vermögenstheilungs- Angelegenheit; zu dem wichtigen Beschluß gelangt, daß die von der preußischen Regierung in Besitz genommenen Eisenbahnen der ehemals freien Stadt Frankfurt als reines städtisches Eigenthum zu betrachten seien und solglich für dieselben von Seiten der Stadt Frankfurt volle Entschädigung in Anspruch zu nehmen ist. ältester Sohn, Prinz Ludwig, bestimmt, welchem außerdem zwei kostbare Vasen vermacht sind. Aus den Erträgnissen des Fideicommisses ist dem Prinzen Adalbert eine jährliche Rente von 40,000 fl. hinauszuzahlen, und die dem Prinzen Luitpold noch bleibende Jahresrente auf 60,000 fl. angeschlagen. Prinz Leopold erhält das Schloß Leopoldskron und die Marmorbrüche am Unters- berg. Prinz Arnulf, dritter Sohn des Prinzen Luitpold, die Villa Malta in Rom, mit der aus⸗ drücklichen Befugniß, sie zu veräußern aper zu vermiethen. Von den beiden Söhnen des Prinzen Adalbert erhält der ältere, Prinz Ludwig Ferdinand, die Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben in der Pfalz, der jüngere, Prinz Alphons, die Summe von 30,000 fl. Die Walhalla bei Regensburg erklärt der Erblasser als ein Vermächtniß an ganz Deutschland, die Ruhmeshalle bei München, die Befreiungshalle bei Kehlheim und die übrigen noch vorhandenen Gebäude, welche Eigenthum des Verstorbenen waren, sollen dem König Ludwig II. vermacht sein, welchem auch die Armen, die von 1 55 Ludwig J. Unterstützung erhielten, empfohlen ind. — Bei der Landwehr-Controlversammlung in Traunstein fanden tumultuarische Auftritte und Excesse statt, wobei die Excedenten das Rathhaus demolirten. Eine Militärabtheilung wurde von hier nach Traunstein gesandt; die Ruhe ist dort wieder hergestellt. Oesterreich. Wien. Minister-Präsident Fürst Auersperg und Unterrichtsminister Hasner, deren Berufung an das kaiserliche Hoflager nach Ofen viele abenteuerliche Gerüchte veranlaßte, sind hierher zurückgekehrt. In Parlamentskreisen ist die Ueberzeugung allgemein, daß der ganze Complex der confessionellen Gesetze die kaiserlicht Sanction erhalten werde, wie dieß schon von n R* K 5 N a N a Anbeginn zu erwarten war, nachdem dieselben in beiden Häusern des Reichsraths zur endgültigen Erledigung gekommen. Alle gegentheiligen Gerüchte, insbesondere die Meldung, daß die Votirung dieser Gesetze nur als Pression auf Rom dienen sollte, ferner die angebliche Sendung des Erz— bischofs Heynald nach Rom entbehren aller Be— gründung. — Das Tagblatt meldet, es gehe das Gerücht, daß der cieltithanische Ackerbauminister, Graf Potocki, seine Entlassung eingereicht habe. — In Bezug auf die Verzögerung der kaiser— lichen Sanetion des Ehegesetzes bringen die officiösen Blätter beschwichtigende Mittheilungen, welche jedoch die Thatsache, daß der Kaiser einen Auf— schub in Aussicht gestellt hat, umgehen. Das offiziöse Organ des Erzbischofs von Wien gibt zu verstehen, daß der Kaiser wegen des nahe bevorstehenden Familienereignisses Bedenken tragen werde, gerade jetzt einen Conflikt mit der Kirche herbeizuführen. Die Linke des Abgeordnetenhauses wird darauf dringen, daß das interconfessionelle Gesetz, welches das Todesurtheil für das Con- cordat enthält, schon in der nächsten Zeit zur Er— ledigung gelangt; man hofft, daß es bereits in der kommenden Woche auf die Tagesordnung gesetzt wird. — Herrenhaus. Bei der am 30. März begonnenen Debatte über das Schulgesetz, be— antragte die Majorität des Ausschusses die An— nahme des Gesetzes in der Fassung des Ab— geordnetenhauses, ausgenommen einige Punkte, wodurch der Kirche die Leitung der religiös— sittlichen Erziehung eingeräumt werde. Die Minorität des Ausschusses beantragt die Zurück— weisung des Gesetzentwurfss behufs der Umarbei— tung desselben unter Wahrung des Einflusses der Kirche auf die katholische Jugend und des con— fessionellen Charakters der Volks- und Mittelschulen. — Am 31. wurde die Debatte fortgesetzt. Der Cultusminister Hasner bezeichnet die Ent— wicklung des Volksunterrichts als dringend noth— wendig und empfiehlt ein Eingehen in die Special— debatte. Der Ministerpräsident ersucht im Hinblick auf die Wichtigkeit des Gegenstandes um Ent— scheidung und bezeichnet die Annahme des Mino— ritätsantrags als ein Mißtrauensvotum. Die Generaldebatte wird geschlossen und der Minoritäts⸗ antrag abgelehnt. In der Specialdebatte wurde das Gesetz mit unwesentlichen Modificationen in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen. — Die„Neue Fr. Presse“ meldet: In der Versammlung der Majorität des Herrenhauses gab der Ministerpräsident Auersperg beruhigende Erklärungen über seine und des Cultusministers Berufung an das kaiserliche Hoflager in Pest ab. Der Ministerpräsident theilte mit, daß die frag— liche Berufung zunächst durch falsche Alarm⸗ nachrichten veranlaßt worden sei, welche über die Vorfälle am 21. März an das kaiserl. Hoflager gesendet wurden. Der Ministerpräsident erklärte, daß die Sanction der confessionellen Gesetze niemals fraglich gewesen und die Besorgnisse der Bevölke⸗ rung unbegründet seien.— Die„Presse“ meldet: Die römische Curie habe in einem Memorandum die Vorschläge der Regierung betreffs der Revision des Concordats abgelehnt. e 4 10 25 Frankfurt. Bei der am 30. März stattgehabten Prämtirung der schönsten zu Markt gebrachten Pferde erhielt das Aecessit für leichte Zugpferde, zwei dunkelbraune Wallache, Herr F. Löwenthal in Bönstadt. Darmstadt. Vor einigen Tagen wurde von Seiten des Großh. Gewerbvereins, in Gegenwart der Herren Ministerialrath Schleiermacher und Commerzienrath Fink und einer großen Anzahl Fachmänner in dem Ziegelofen des Herrn Haas ein von Hosschlosser Schnabel ge⸗ fertigter feuerfester Kassenschrank geprüft. Von Morgens 9—12 Uhr wurde gefeuert und eine solche Hitze en wickelt, daß das Eisen am Boden fast den Schmelzgrad erreicht hatte. Um 12 Uhr beseitigte man das Feuer und ließ den Schrank bis Abends 3½ Uhr stehen, wo er alsdann unter Aussicht obiger Herren geöffnet wurde. Es fanden sich in dem Schrank die eingelegten Gegenstände gut er⸗ halten und wurde die Construction des Schrankes all— gemein als eine sehr gute anerkannt. Darmstadt. Die„H. V.“ erzählen: Das älteste Brauspaar in der hiesigen Stadt, vielleicht in ganz Deutschland, hat unlänast auf dem hiesigen Ortsgerichts⸗ bureau Ehepacten gemacht. Der Bräutigam erfreut sich des ansehnlichen Alters von 78 Jahren, während über die Braut 72 Lenze hingerauscht sind. Beide waren noch nicht verehelicht und wollen jetzt nachträglich noch den Segen der Kirche über ihren Bund aussprechen lassen. Bensheim. Der hiesige Postverwalier Hallwachs hat kürzlich einen schönen Geburtstag gefeiert. Er empfing an diesem Tage sein Decret als Postmeister und als Ehrenbürger der Stadt Bensheim. Seine unablässigen, jetzt von dem gewünschten Erfolg gekrönten Bemühungen um die Herstellung einer Schienenverbindung zwischen Bensheim und Worms waren die Veranlassung der letzt⸗ genannten Auszeichnung. Posen. In einem Städtchen unserer Provinz er- krankte vor mehrerrn Tagen eine arme Frau und ließ sich, da sie sich dem Tode nahe fühlte, den Geistlichen mit den Sterbesaceramenten kommen. Diesem gestand sie sodann in der Beichte, daß sie vor eirca 30 Jahren von einem Knaben entbunden, einen Dienst als Amme bei der Gräfin X. erhielt, die ebenfalls mit einem Knaben nieder⸗ gekommen war. Als sie nun eines Tages mit dem gräf⸗ lichen Kinde ihr eigenes besuchte, zog sie dem ersteren die Kleiderchen ihres Kindes und diesem wieder die des gräflichen Kindes an, und nahm ihr eigenes Kind in die gräfliche Familie und ließ das gräfliche Kind als ihr eigenes Kind zurück. Da weder die Pflegefrau ihres indes noch die gräfliche Familie ihren Tausch bemerkt bat, so hat auch Niemand bis auf den heutigen Tag da⸗ von etwas erfahren. Ihr Knade ist als junger Graf er⸗ zogen und hat sich als solcher auch bereits mit einer Dame aus alter gräflicher Familie verheirathet; der wirk— lich gräfliche Sohn ist als armer Junge erzogen, hat ge⸗ dient und sich endlich verheirathet und wohnt gegenwärtig unweit seiner gräflichen Besitzungen Komornik mit einigen Kindern. Sie gestand, daß sie nicht sterben könne, ohne dies Geheimniß offenbart zu haben. Der Geistliche wandte sich sofort an seine vorgesetzte Behörde und erhielt von dieser die Weisung, nochmals zu der Frau zu geben und sie zu fragen, ob sie bei ihrem Geständnisse bleibe, und falls dies der Fall sein sollte, sofort davon Anzeige zu machen. Dies soll denn auch, da die Frau bei ihrer Aussage verharrte, geschehen sein. Die gerichtliche Unter⸗ suchung ist bereits eingeleitet. „ Wiedertäufer. Vor etwa sechs Wochen wurden durch den Prediger der in Köln etwa 50 Mitglieder starken Baptistengemeinde vier Mannspersonen und vier Frauenzimmer an einem Abende, wo ein abscheuliches Schnee⸗ und Hagelwetter herrschte, unterhalb Deutz im hochangeschwollenen Rheine getauft. Von diesen Neu⸗ etauften ist ein erwachsenes Mädchen am 28. Februar egraben worden. Eine Erkältung, welche sie sich bei ihrem Taufacte zugezogen hatte, soll Schuld an ihrem Tode sein. Die Annahme der Baptisten, daß eine solche Taufhandlung keine Nachtheile für die Gesundheit herbei⸗ führen könne, ist hiernach wohl nicht ganz stichhaltig. Wir entnehmen der„Köln. Ztg.“ nachfolgende Darstellung des Vorgangs am 25. Januar:„Die vier weiblichen Täuflinge traten zum Zwecke der Umkleidung in eine Kammer des Zeltes(zwischen Deutz und Mühlheim liegt das„Fischer⸗ zelt“ der Gebr. Waltler), die vier männlichen, der Täufer (Prebiger der Gemeinde) und ein Diakon geschlossenen Netzschuppen, Täufer, in schwarzem Talare und rundem Hute, und die Täuflinge, bekleibet mit einem Hemd aus sogenanntem Biberstoffe, über welches sie einen weißen woklenen, mit leinenem Gürtel versehenen Mankel gewo fen hatten, in dessen Saum unten kleine Bleikugeln eingenäht sind. Die Fußbekleidung bestand aus Ueberschuhen. Die Täuflinge, sämmtlich im Alter von 15—28 Jahren, traten alsdann in einen Kreis um den Täufer, um sie herum die Gemeinde⸗ mitglieder. Mit entblößtem Haupte sprach der Täufer ein auf die bevorstehende Handlung sich beziehendes, die Anwesenden sichtbar ergreifendes Gebet, welchem ein ein⸗ stimmiges„Amen“ der Gemeinde folgte. Der Täufer nahm dann den ersten Täufling bei der Hand, stieg mit ihm das User hinab und muthig ins Wasser hinein, etwa zehn Schritte weit, so daß ihnen das Wasser bis an die Hüsten ging. Nun sprach der Täufer die in allen christ⸗ lichen Confessionen bekannte Taufformel und tauchte den Täufling vollständig unter Wasser. Inzwischen war der Diakon mit dem folgenden Täufling ins Wasser gefolgt, diesen dem Täufer zuführend. Hierauf geleitete er den zuerst Getauften bis ans Ufer, wo derselbe von einem andern Diakonen zur Ankleidekammer geführt wurde. Die weiblichen Täuflinge geleitete eine Diakonissin. In laut⸗ loser Stille verharrte die zuschauende Menge am Ufer. Nach Beendigung des Taufactes zog die Schaar, nachdem die Neugetauften von einem jeden einzelnen Mitgliede herzlich bewillkommt worden waren, fröhlich von dannen und ge⸗ langte, Psalmen singend, gegen 10 Uhr in Köln wieder an. Bekanntmachung. Nachdem Herr Direktor Steinberger über den Er⸗ trag der von dem Hülfsvereins⸗Vorstande veranstalteten Sammlung für die Nothleidenden in Ostpreußen Rech⸗ nung abgelegt und nachgewiesen hat, daß die Gesammt⸗ summe der bei ihm und den übrigen Mitgliedern des Vorstandes vom 12. Jauuar bis zum 16. März d. J. eingegangenen Beiträge, einschließlich der bei der Expedition des Anzeiger für Oberhessen eingegangenen Summe, 1290 fl. 58 kr. beträgt, nun durch Vorlegung von 15 Quittungen den weiteren Nachweis geliefert hat, daß er dieselbe Summe von 1290 fl. 58 kr. vom 14. Januar bis zum 17. März d. J. an den Hülfsverein für Ost⸗ preußen in Berlin abgegeben hat, so erklären wir hier⸗ mit die fragliche Sammlung unsrerseits für geschlossen und sagen allen unsern verehrten Mitbürgern in Stadt und Land, die sich durch ihre Gaben daran bethelligt haben, unsern aufrichtigsten Dank. Zugleich entledigen wir uns eines von dem Berliner Hülfscomité empfangenen Auftrags, indem wir gleich aufrichtigen und warmen Dank auch in dessen Namen allen mildthätigen Gebern hiermit aussprechen. Endlich sagen wir auch der Redaktion und Expedition des Anzeiger für Oberhessen unsern ver⸗ bindlichen Dank dafür, daß sie ihr Blatt zur unentgelt⸗ lichen Veröffentlichung aller in Angelegenheiten unsrer Sammlung erschienener Artikel mit bereitwilligster Zuvor⸗ kommenheit zur Verfügung gestellt hat. Friedberg am 28. März 1868. 5 Der Vorstand des Hülfsvereins und Namens desselben: Baur, Vorsitzender. Zur gef. Beachtung. Zur Empfangnahme von Gaben für Ostpreußen und Weiterbeförderung derselben an den Ort ihrer Bestimmung erklärt sich auch ferner noch bereit, um Zusendung ge⸗ neigter Gaben freundlichst bittend, Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen. Die Sammlung für Ostpreußen betreffend. In der in Nr. 35 des Anzeiger vom 21. März b. J. veröffentlichten 16. Sammelliste ist ein Druckfehler unter⸗ laufen. Unter den bei Herrn Pfarrer Baur eingegangenen Beiträgen werden nämlich aufgeführt:„Ungenannt 1 fl. 30%; es muß aber heißen: 3 fl. 30. In der Summirung ist der letztere Betrag richtig eingerechnet, und erleidet demnach die in jener Liste angegebene Untersumme, sowie die Haupt⸗ summe aller eingegangenen Beiträge keinerlei Aenderung. Friedberg am W. März 1868. Steinberger. Holzversteigerun im Domanialwald der Oberförsterei Hoch⸗Weisel. 708 Montag den 6. April l. J., Vormittags ½10 Uhr beginnend, kommen im Disttet„Vorderer und Mittler Köppel“, zur öffentlichen Versteigerung: 3 Stecken Buchen⸗Prügelholz, 10„ Bucken⸗ und Nadelzockholz, 16250 Wellen Buchen⸗DDurchforstungs⸗Reisbolz, 600„ Eichen. Aspen⸗ und Nadelbolz, Reis holz, 3 1 05 00 und Stangenholz. ahlungsfrist bis 1. October 1. J. Zusammenk Morgens 9 Uhr in Bodenrod. e Münster am 24. März 1868. Großherzogliche Oberförsterel Hoch⸗Weisel Sommer. 743 In ein seines Specereigeschäft wird ein Lehrling ohne Lehrgeld bei freier Kost und Wohnung gesucht. Franco Offerten sub M. M. poste restante Frankfurt a. M. Friedrich Kassel am 18. März 1868. jede gewünschte Auskunft bereitwilligst. Wilhelm, Preußische Lebens- und Garantie-Versicherungs-Actien-Gesellschaft zu Berlin. 770 Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir Herrn Carl Kümmich in Friedberg eine Agentur unserer Gesellschaft übertragen haben. Die Subdirection der„Friedrich Wilhelm“ Emil Fräuckel. Bezugnehmend auf obige Annonce empfehle ich mich bestens zum Abschluß von Lebens,, Aussteuer⸗ und Sterbekassen⸗Versicherungen und ertheile gratis Prospecte sowie Der Agent der„Friedrich Wilhelm“ Carl Kümmichen Friedberg. dn ub Bald darauf erschienen den 1 berstelge 47 100 E mir sür pbviorzügl scwach Die bi den nie hin du geword sondern nicht zu pflichtet * 8 768 Montag den 6. und Dienstag den 7. April, jedes Bekanntmachung. 764 Montag den 6. April d. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, soll das nachbenannte Holz aus der Wald- parzelle, die Halde genannt, ganz nabe bet dem Feld⸗ deimer Wald, einer offentlichen Versteigerung ausgesetzt werden, und zwar: 0 47 Stecken Kiefern ⸗Prügeldolz, 22 0 Stockholz, 285 Schichten Retsholz, 240 Stück Kiefern Stammholz, 1909 Cbkfß. haltend, und 464 Stück Kiefern⸗Stangenholz, 1946 Cbkfß. haltend. Die Zusammenkunft ist auf dem Fahrweg nach Hungen, an der Hunger Grenze. Bellersbeim am 30. März 1868. Großberzogliche Bürgermeifterei Bellersbeim Bo p p. Lieferung von Butter. 769 Mittwoch den 15. April l. J., Vormittags 10 Uhr, wird dahter die Lieferung von 14 Ctr. ftischer Butter in Ausgeboten von 1 Ctr. öffentlich versteigert. Martenschloß den 31. März 1868. Großherzogliche Landeszuchthaus⸗Direction Knispel. Holz ⸗Versteigerung. 7 mal Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in dem Gemeindewald Nieder Florstadt, Distriet Heide und Steinernwand, folgende Holzsortimente meistbletend versteigert werden: 47 Stämme Eichen⸗ Bau⸗ und Werkholz von 8 bis 35“ Durchmesser und 15 bis 59“ Länge, 3598 Cubtikfuß haltend, 1 Stamm Hainbuchen, 10 Cubikfuß haltend, 10 Stämme Aspen, 218 Cubikfuß haltend, 1 Stamm Kiefern, 16 Cubikfuß haltend, 20 Stück Buchenstangen(Langwieden), Die Zusammenlegung der Grundstücke und Anlegung von Gewannwegen. 766 Die in Nr. 35 d. Bl. enthaltene Entgegnung auf unser Inserat in obigem Betreff macht noch einige Bemerkungen wünschenswerth, wobei wir indeß Manches unerwähnt lassen können, was durch einen weiteren, in diesen Blästern(Nr. 38) inzwischen veröffentlichten Aufsatz über denselben Gegenstand bereits erledigt ist. Zunächst könnten wir dem Herrn Verfasser in Nr. 35 den an die Spitze gestellten, mit Emphase ausgesprochenen Satz unter dem Anfügen zurückgeben, daß, wenn es überhaupt nicht gerade zum guten Ton gehört, eine Entgegnung mit einem Anlauf auf die Person des Gegners zu beginnen, die Sache noch mißlicher wird, wenn Einem dabei das Mißgeschick begegnet, bei diesem Anlauf alsbald zu stolpern. Der betreffende Satz steht nämlich mit der Logik auf ziemlich gespanntem Fuß. Der Verfasser sagt:„Dieser Ausspruch“(er meint damit unsern Satz: Mit unserer Drei⸗ felder ⸗Wirthschaft und der durch die Praxis bewährten Feldordnung sind wir bislang ganz gut zurecht gekommen, auch ohne Gewannwege)„charakterisirt den Verfasser sammt seiner Arbeit, und wir brauchen zur Vervollständigung dieser Charakteristik kein Wort hinzuzufügen.“ Also durch diesen Ausspruch ist eine vollständige Charakteristik nicht allein der Arbeit sondern auch des Verfassers gegeben, oder, was dasselbe ist, sein Charakter ist dadurch vollständig festgestellt. Wie merkwürdig! Wir haben es hier mit einer Behauptung über den Werth der Dreifelder⸗ Wirthschaft und der Anlegung von Gewannwegen zu thun. Diese Behauptung ist entweder begründet oder sie beruht auf Irrthum. Gesetzt aber, das Letztere wäre der Fall, was hat der Charakter damit zu schaffen? Menschencharaktere lassen sich im Wesentlichen in edle und schlimme eintheilen. Soll nun gesagt sein, daß Alle, die Gewannwege nicht für„unumgänglich nöthig“ halten, schlechte Kerle seien, während die Gegenseite aus lauter liebenswürdigen Burschen bestehe? Jemand spricht z. B. die Ansicht aus, Schäfercien taugten nicht viel in Gegenden von hohem Culturstand, ein Anderer dagegen behauptet, auch da seien ste von großem Nutzen. Jeder von Beiden kann jeder mögliche Charakter sein. Wo ist unsere Berechtigung, aus diesen Aeußerungen darauf einen Schluß zu wagen, oder gar von einer dadurch gegebenen vollständigen Charakteristik zu sprechen? Hätte der Verfasser sich damit begnügt zu sagen, unser Ausspruch charakterisire unsere Stellung zu der Sache oder unsere Anschauungen darüber, so wäre wenigstens gegen die Fassung seiner Behauptung nichts einzuwenden gewesen. Gehen wir aber zu unserm Gegenstand selber über. Das gegnerische Inserat gesteht zu, daß die zusammengelegten Grundstücke wieder auseinander gerathen werden, tröstet uns aber mit dem 40„ Kiefern von 3“ Durchmesser, 10 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 21„ Eichen⸗ 7 6„ Aaopen⸗* 64„ Buchen⸗Prügelbolz, 22„ Eichen⸗ 0 23„ Ascpen⸗* 137„ Buchen ⸗Stockholz, 27„ Eichen⸗ 10 6 17 Aspen · 7 3325 Stück Buchen⸗Wellen, 625„ Eichen⸗„ 400„ Aspen⸗„ 150 Kiefern Der Anfang wird auf der Heide gemacht. Nieder Florstadt am 31. März 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder⸗Florstadt Wagner. Unterleibs- Bruchsalbe betreffend. Aerztliches Zeugniß. 166 Euer Wohlgeboren ersuche ich biermit ergebenst, mir für Pattenten wiederholt 7 Töpfchen Ihrer höchst vorzüglichen Bruchsalbe zu senden, und zwar von der schwächeren Sorte 2 Töpfe, von der flärkern 5 Töpfe. Die bis jetzt von Jynen erhaltenen Portionen haben den nie geahnten günstigen Erfolg gehabt, und it mit⸗ bin durch Sie der leidenden Menschheit ein Mittel geworden, welches nicht nur allen Theorien spotlet, sondern auch die bruchkranken Mitmenschen Ihnen mi⸗ nicht zu beschreibenden Worten dankend segnend ver⸗ pflichtet find. Steuduitz⸗Stegendorf, Kreis Hapnau, Preuß. Schlefien, den 31. Jult 1867. Dr. Kraudt. Obige Salbe ist sowohl direet vom Erfinder Canton Appenzell(Schwetz) zu beziehen, als auch durch Herrn G. Bleicher, großberzogl. bessischer Hofbandagist in Lindt in Frankfurt Gottlieb Sturzenegger in Herisau, Mainz u. Dr. Apoth. J. B. a. M., Schnurgasse 58. Preis pr. Topf 3 fl. den meisten Fällen sicher. weiteren Zeugnissen gratis. in Bruchbändern. Kleesamen 520 empfiehlt N Nauhelm. J. Schimpf. — gegen Einsendung des Betrags. Heilung, ohne Entzündung, in weitaus Gebrauchsanweisung nebft Reichhaltiges Lager Hinweis, daß immer aufs Neue wieder vollzogene Tauschhandlungen dem begegnen könnten. Tausch⸗ händel mögen hie und da vorkommen, warum nicht? Daß sie aber in so ausreichendem Maße geschehen, daß die durch Vrrerbung oder Verkauf auseinander gerissenen Grundstücke alsbald wieder zusammen kämen, glauben wir einfach nicht, und halten unsere Behauptung entschieden aufrecht: Nach 15—20 Jahren wird von der heute vorgenommenen Zasammenlegung wenig mehr zu sehen sein. Es wäre in der That wunderlich, daß seither verhältnißmäßig so wenig Tauschhändel vor— gekommen sind, wenn dieselben sich so leicht wachten. Freilich wurden wir belehrt, die Feld- und Wegregulirung hebe die Schwierigkeiten des Tausches; nur vermögen wir leider die dafür an⸗ geführten Gründe nicht als zureichend zu erkennen. In Wahrheit verhält es sich so, daß man eben Aecker nicht so leicht vertauscht, wie die Buben die Klicker. Verschiedenheit der Qualität, der Lage(ob näher oder ferner), der Instandhaltung, Voreingenommenheit werden auch nach der neuen Regulirung sich dem Massentausch entgegenstemmen. Man kann das beklagenswerth finden, ändert aber dadurch an der Sache nichts; unbillig würde es indessen sein, dicke Steine auf die Masse der kleinen Grundbesitzer zumal werfen zu wollen, weil bei ihnen, die ihr Brod im Schweiße ihres Angesichts essen, in der Regel gar knapp und ängstlich gerechnet wird. Ob sie dadurch in unserm Fall auf große Vortheile verzichten? Die Entgegnung rechnet uns 25 Morgen vor, die in einer mittelgroßen Gemarkung durch Zusammenlegen gewonnen werden sollen. Wir sind nicht geneigt, dieselben auf 10,000 fl. zu taxiren, schon deßhalb nicht, weil sie uns, selbst wenn wir sie richtig gewännen, mit dem unvermeidlichen Auseinanderfallen der Grund⸗ stücke wieder verloren gingen. Aber auch abgesehen von dieser letzten Fatalität, denken wir geringer von den angeblichen 2⁵ Morgen. Wir meinen so: Halmfrucht wächst auch in den Gränzfurchen, wenn auch etwas kümmerlicher, und Kartoffeln, Dickrüben u. dergl. werden ohnehin weit gesteckt und gesetzt. Der Nachtheil, den uns die Gränzfurchen bringen, ist also so erheblich keineswegs. Wir haben von einer möglichen Gefahr gesprochen, der Vorschub zu leisten man sich hüten solle. Wir halten nicht für überflüssig darauf zurückzukommen, indem wir wiederholen: Die Wohl⸗ fahrt eines Volkes und Staates beruht wesentlich auf einem vielgegliederten kleinen Besitzstand. Der Grundbesitz ist aber überall, wo nicht Fideicommisse ihn unveräußerlich machen, in stetem Wechsel begriffen: alljährlich werden Viele besitzlos, Andere arbeiten sich zu Besitzenden empor. Die Möglichkeit des Letzteren für Jedermaun, auch den Geringsten, zu wahren, muß jedem Wohl- meinenden von großer Wichtigkeit sein. Sie besteht hauptsächlich in der Berechtigung der Theilung bis zu einem Minimum, welches anzukaufen vorkommenden Falles auch dem Wenigbemittelten möglich ist. Angenommen nun, die Zusammenlegung der Grundstücke vollzöge sich allenthalben, würde dadurch nicht der eclatanteste Beweis für die sehr großen Nachtheile der Güter⸗Zerstückelung und da, wie die Erfahrung lehren wird, die Zusammenlegung nur sehr vorübergehend abhilft, für die Nothwendigkeit der Erhöhung jenes gesetzlichen Minimums gegeben sein von ½ oder 1 Morgen auf 2 oder 3. Die Geschichte von dem A., der seine 3 Morgen veräußern will, ist demnach nicht so ohne. Dem Kapital, dem großen Besitz(man darf dabei an den Grundadel in Deutschland denken) könnten wir es nicht verbieten, wenn er sich darüber freute, durch eine solche gesetzliche Bestimmung eine ganze Legion von Concurrenten, die bei Veräußerungen nicht mehr mitkönnten, beseitigt zu sehen, und Klagen über Ueberfluß an Selbstsucht und Mangel an Nächstenliebe würden uns auch nichts helfen. Es fällt uns im Traum nicht ein, den eifrigen Fürsprecher der Zusammenlegung im Inserat Dr. Pattison's Gichtwatie Undert sofort und heilt schnell Gicht und Rheumatismen aller Art, als: Gesichts, Brust⸗, Hals, und Zahn 273 schmerzen, Kopf⸗, Hand- und Kniegicht, Gliederreißen, Rücken und Lendenweh. In Paketen zu 30 kr. und halben zu 16 kr. bei J. A. Windecker. 642 mit jener Freude in Verbindung zu bringen, und die wohlmeinenden Intentionen der Ver— waltung in Bezug auf unsern Gegenstand sind schon durch den das Zustandekommen der Sache erschwerenden Abstimmungsmodus, daß Nichterscheinende als dagegen stimmend angesehen werden, außer allen Zweifel gestellt. Sache der Besitzer ist es aber, die Wichtigkeit und Tragweite der an sie herantretenden Frage nach allen Seiten zu erwägen. Der Verfasser des Inserats 642 gibt uns als Gegenmittel gegen Kapitaldruck die in der Zusammenlegung der Grundstücke sich vollziebende freie Association an. Wir bitten ihn recht schön, es nicht übel nehmen zu wollen, wenn wir nach Obigem diese Art Association nicht für ganz unbedenklich halten und darum nicht gemeint sind, über Hals und Kopf von derselben Gebrauch zu machen. Ohne uns darauf etwas zu Gute zu halten, lieben wir den Fortschritt zum Besseren PPP ˙- ˙· aufrichtig und wissen die Bedeutung der Associationen wohl zu würdigen. Der Gegner hat aber übersehen, daß das, was er Zunftzwang, Zunstzopf nennt und mit den Zehntlasten in eine Linie stellt, nichts mehr und nichts weniger ist, als eine freie Association. Gerade wie jetzt nach seinem Wunsche die Güterbesitzer die von dem Ortsvorstande in die Hand zu nehmende neue Regulirung beschließen sollen, so haben unsere Voreltern sich über die gemeinschaftliche Bewirthschaftung ihrer Felder geeinigt und gewisse Regeln festgesetzt, wonach sich Jeder zu richten hatte,— weil sie ihren gemeinsamen Vortheil dabei fanden. Sollte diese Association darum schon verwerflich sein, weil sie älteren Datums ist? Wer wird die Fortschritte der Landwirthschaft verkennen wollen? Aber nicht alles Gute ist neu, und nicht alles Neue ist gut. Die seitherige und die vorgeschlagene Art der Bewirthschaftung verhalten sich in der That nicht wie Zopf zu freier Association, sondern wie freie Association zu freier Association. Es fragt sich nur, welche für jeden einzelnen Fall die ver⸗ nünftigere, will sagen, die vortheilhaftere ist. Dies führt uns auf die Gewannwege. Es mag Gemeinden und Gegenden geben, wo die durch Gewannwege ermöglichte freie Bewirthschaftung solche Vortheile mit sich bringt, daß ihretwegen auch größere Opfer nicht gescheut werden dürfen. Dies mag z. B. da der Fall sein, wo die Produktion eine sehr mannigfaltige ist, wo Weinbau getrieben wird und verschiedene Handelskräuter, Tabak u. dergl. gezogen werden. Sagt man uns, daß gerade darin der rationelle Betrieb besteht, daß man sich keiner gewinnbringenden Produktion verschließt, und daß die Möglichkeit jeder Pro- duktion gegeben sein müsse, so antworten wir: Die geschmähte Dreifelder-Wirthschaft, die wie das Inserat 723 des Weiteren nachweist, für uns bei unserm vorherrschenden Getreidebau immer noch ihre Berechtigung und ihre Vortheile der sogenannten freien Bewirthschaftung gegenüber hat, schließt keinerlei Versuche aus. Bewähren sich dieselben und verändert sich in Folge davon unsere Produktion, so wird das Uebrige sich bald finden. Daß ja einmal eine Verlegenheit mit Gerste, die leicht einbricht, entsteht, ist uns nicht unbekannt; aber wir wissen auch, daß ihr fast immer begegnet werden kann, wenn auch nur unter Anrufung nachbarlicher Freundlichkeit und Nachsicht, und blog deßwegen viele Morgen des besten Geländes und damit deren jährlichen bedeutenden Ertrag den Wegen zu opfern, will uns nicht räthlich dünken. Das Produtiren hat seine Gränze, neue Aecker wachsen nicht mehr, und die Phrase von dem Versumpfenlassen ist, auf unsere Friebberger Gemarkung bezogen, eben nur— eine Phrase. Da werden wir aber mit der Bemerkung zurechtgewiesen, daß das Gelände, das als dritte oder vierte Wagenspur an den seit⸗ herigen Wegen verfahren wird, auch Nichts einträgt. Gemach! Einmal ist das nicht ganz so gefährlich, und dann wird durch die Gewannwege ähnlichen Kalamitäten nicht abgeholfen. Ist uns denn die Beschaffenheit der Wetterauer nicht chaussirten Feldwege nicht bekannt? Ein Oekonom darf bei Regenwetter(und er wird keine Veranlassung mehr haben, sich ein wenig nach der Witterung zu richten) einige Morgen mit Mist befahren, und die Gewannwege werden in dem Maße aus⸗ gefahren sein, daß rechts und links ausgebrochen werden muß. Also Schaden hier, Schaden dort, nur ist er hier permanent, weil die Gewannwege Nichts, gar Nichts mehr eintragen. Als die Anlage von Gewannwegen für das kleine Wartfeld beschlossen wurde, kam die Sache nur deßwegen zu Stande, weil versichert wurde, es sollte mit diesem kleinen Feld ein Versuch gemacht werden, von den andern Feldern wäre keine Rede. Wir haben nun die beste Gelegenheit, die gegenseitigen Vortheile und Nachtheile durch die Erfahrung sich feststellen zu lassen. Warum will man uns die Zeit dazu nicht lassen? Wo ist denn die Gefahr des Verzugs? Oder fürchtet man, die zu machenden Erfahrungen möchten uns den Geschmack an der neuen Einrichtung gründlich verderben? Das wäre(ben nicht geeignet, unsere Bedenken zu heben. Billigstes illustriries Familienblatt: 250,000 Autt. Wöchentlich 2 Bogen in gr. Quart. Aufl. 250,000. f Mit vielen prachtvollen Illustrationen. Vierteljährlich 54 kr. Mithin ber Bogen nur oa. 5½ Pfennige. Hierzu die Feuilleton⸗Beilage„Deutche Blätter“ nach Belieben apart 21 kr. vierteljährlich. 765 Außer den Beiträgen der bekannten Mitarbeiter bringt das zweite Quartal: Reichsgräfing Gisela. Novelle von E. Marlitt.(Wir boffen mit der Veröffentlichung derselben noch im zweiten Quartal den Anfang machen zu können.)— Das Mädchen von Liebenstein. Eczählung von Fr. Bodenstedt.— Im Hause der Bonaparte. Novelle von Max Ring. Die Junischlacht in Paris. Von Johannes Scherr.— Aus der Zeit der weit⸗ geschaffenen Seelen. Mit Abbildung von Ludwig Pletsch. Von drei großen Zauberern. Eine räthselhafte Ge⸗ schichte von Rudolf Löwenstein. Könige von Gottes Gnaden. Rothwein⸗ Skizze von Paul Wendt. Mit Illustration. Oesterreichische Berühmtheiten der Jetztzeit. von Sigismund Kolisch. An Bettina's Theetisch.— Aus Immermann s Kreis. Mit Illustration von Ludwig Pietsch.— Bilder aus dem Berliner Rechtsleben. Nr. 2.— Der Präsident der Vereinigten Staaten auf der Anklagebank. Von einem Augenzeugen.— In der Jörfterssube. Mit Abbildung von Guido Hammer.— Der Sieur d'Artagnan. Von George Hiltl.— Das Thierleben in Paris. Von L. Kalisch.— Plaudereien aus meinem Leben. Von it ge Holtei u. ꝛc. Die Verlags handlung von Ern eil in Leipzig. Alle Päsimter und Buchhandlungen nehmen Bistelungen an. 5 95 5 Zur gefl. Beachtung. 745 Wir bitten Diejenigen, an welche wir noch vom vorigen Jahre für gelieferte Photographien zu fordern haben, um deren baldige gefl. Berichtigung. Trapp& Münch. bei K. Friedrich Herteukragen 4 Ein möblirtes Zimmer 758 hat zu vermtethen Carl Frick. Turnverein. 767 Freitag den 3. Apri' Generalversammlung. d der sier un In teresse eines geordneten e botene Einrichtung bei den Mitgliedern des Vereines allgemein daß der Cassier nur in den genannten Stunden Der Vorstand des Vorschuß⸗& Creditvereins. 2 SSS S2 —= 7— 2 S3 2 2 2—— 2 2 9— 2 22 2 2* S8 3 22 3 E 2 S 22 2 3 781 88 2 8 8 S Sn 3 32 2 33 2 S 2 2— 8 — 2 55 S2 0. 2= S—— 2 SS 8 32 23 2*—— 8 ——— 2 2 3 838 8 W 85 5 85 2 E S 2 333— E W 2 2e.— 2 2 2 2 22 2— E 2 2 1. 2 2 20 222— 2 SSS 2 S222 3 2 2 8 82 8 7 2 S2 2252 S E 2— SS SSS 8 S 8 — 2 5 23— *— S SY SAS SS— 85— 8— 2 S2 8— *—* 2 8 8 3— 2 S 2 S S 2 2 SWS Se ESS — 2 2 8 2 2 S 2 S2 228 S 3 28 2285 2 n TE 2— 2 2 2 S 2 0 2—— 2 SSS S 2 22— D SSS 2 SSS — SSS 555 CCT — 2 2 0—— 2 e—. 2— Ss SSS 3 2 3 2 1 2 D 2* 2— 22 S SS 2 2 2 S 2 5 2388 8 — 8— 2 8 2 2 SSS 2 O — S 2 8 2 SS S SS 2 8 8 S SE S2 — 2—. 2— 2828 8 2 2 232 2 S co SSS SSS 222 2— —3 SS 8 82 38 E LSA SS S Wohnungsperänderung. 769 Einem geehrten Publikum die ergebenste Anzeige, daß ich von beute an mein Geschäft in mein Haus neben Herrn Kaufmann Huber in der Usagasse ver⸗ legt habe, und bitte das mir seither geschenkte Zutrauen mir auch ferner bewahren zu wollen. Georg Gröninger, Ochsenmetzger. Kleesamen 712 in allen Gattungen bei 5 Ph. Dan. Kümmich. 2 geübte Schuhmacher 755 können gegen guten Lohn auf ganz Stück dauernde Beschäftigung erhalten bei Heinrich Wihelm Kautz, Ludwigsstraße Nr. 73. Eine große Parthie Mist 753 hat zu verkaufen H. Weller. 768 Allen theilnehmenden Freunden und insbesondere Denjenigen, welche meinen verewigten Gatten gestern zu seiner letzten Ruhestätte geleitet haben, sage ich meinen und meiner Kinder gerührten Dank. Friedberg den 31. März 1868. Katharina Renner, geb. Kunhardt. Iruchtpreise. Per Malter. Friedberg, 1. April. Waizen 17 fl.— kr.; Kor! 13 fl. 40 kr.; Gerste 9 fl. 55 kr.; Hafer 6 fl.— kr. Frankfurt, 30. März. Waizen 17 fl. 30 kr.; Kor! 14 fl. 30 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 10 fl. 15 kr. Grünberg, 28. März. Waizen 17 fl. 11 kr.; Korn 13 fl. 27 kr.; Gerste 10 fl. 26 kr.; Hafer 6 fl. 15 kr.; Molter— fl.— kr.; Erbsen 11 fl. 56 kr.; Wicken 9 fl. 45 kr.; Saamen u. Lein 16 fl.— kr.; Kartoffeln 4 fl. 9 kr. Mainz, 27. März. Waizen 17 fl.— kr.; Korn 13 fl. 53 kr.; Gerste 9 fl.— kr.; Hafer 6 fl. 18 kr.; 2 10 fl. 16 kr.; Roggenstroh per 100 Gebund — kr. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Berlag von Bindernagel& Schimpff. papiers Nr. 30, Register. in Dar Beitesst —— Hef Gier G. lage der Frites, nllärung on 18b6 nd. Di st die, für todt