1868. * Donnerstag den 2. Januar. 5 0 1 . 0 Anzeiger fur Oberhessen. er Cin, 1 10 ubalt die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Jutelligenzblatt. Erscheint jeden Diensiag, Donnerstag und Samstag. Abonnements⸗Ein ladung. 0 dreimal, Dienstag, 184 Markt- und Cours Berichte, uterhaltungs⸗ Blatt interessante Novellen Mit dem 1. Januar beginnt ein neues halbjäbrliches Abonnement auf den Anzeiger sü Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. und wichtigsten Tagesbegebendeiten, allgemein belehrende und unterhaltende Aussaͤtze, Verloosungen von Staatspapieren und locale Notizen, und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Räthsel, Wonuenten muß uns die erfreulichste Aufmuntecung sein, die Geschäste der Redaction in der bisher Das Abonnement beträgt halbjährlich: N für die Abonnenten in hiesiger Stadt 1 fl., * 7 4 1 Bestellungen bei der Post Unterbrechung eintritt. Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Abbestellung ersolgt. bei sämmtlichen Postämtern des Großherzogthu Derselbe bringt die kreisamtlichen Crlasse, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, r Oberhessen, welcher auch ferner wöchentlich sod ann eine kurze Uebersicht der interessantesten geschäst liche außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Bilderräthsel 1c. Die stets wachsende Zahl der eingehaltenen Weise fortzuführen. us 1 fl. 6 fr. belliebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Stadt werden wir das Blatt auch für das neue Halbjahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich Die Redaktion. 7 * Be Hans Georg Ambrostus aus Amtlicher Theil. een ee eee ee ee wolle sofort sestgenommen und n g. 4 Mons hausen bei Gladenbach, welcher der Brandstistung dringend verdächtig ist und wahrscheinlich ü der Wetterau als Knecht oder Taglöhner im Dieusie steht, Friedberg den 22. Dezember 1867. an uns abgeliefert werden. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts- Assessor. OFtiedberg am 31. Dezember 1867. Die] die Bemerkung auf, daß dasselbe, obwohl ein] besorgt machen mußte, ausschließlich auf Rechnung aten Römer hatten einen Gott, Janus, den Gott rs Zeitenwechsels, den stellten sie dar mit doppeltem lage, mit dem einen fach rückwärts, dem indern nach vorwärts schauend. Es will uns sedünken, als müsse der Leitartikel eines öffent⸗ ichen Blattes am Ende eines Jahres auch selch' en doppeltes Angesicht haben, damit er jurück⸗ llicke auf den Zeitabschnitt, der mit dem heutigen tag seinen Abschluß findet und sich zugleich der ukunft zuwende, der wir in dem neuen Jahr nntgegengehen. Denn gleich dem Wanderer, der, tuf einer Höhe angelangt, stille steht und aus- muhend den zurückgelegten Weg noch einmal über- baut und dann erst den Gefilden sich zuwendet, tie jenseits der Höbe sein m Blick sich oͤffnen, ist e dem Menschen Bedürfniß, von Zeit zu Zeit kine zu stehen und durch einen prüfenden Rück⸗ slick auf die Vergangenheit die nöthige Samm- ung zu gewinnen zum Welterwandern in die kunft hinein. Der Jahreswechsel fordert hierzu sanz besonders auf 4 Ein Jahr, 365 Tage, der Jugend, die be; timmten, aus der Ferne lächelnden Zielen ent- zegensehnt, eine kleine Ewigkeit, dem vorgerückteren, nit dem Leben allmählig abschließenden Alter eine urze Spanne Daseln, dem Weisen ein Tropfen uin dem Meer der Zeiten, welche Fülle von Er⸗ 5 bnissen gebiert es dennoch aus seinem Schooß! Der Blick verliert sich in's Weite, ein wirres, sast beängstigendes Gefühl überkömmt uns, ge⸗ tenken wir für einen Augenblick der millionenfach herschlungenen Lebenspfade der staubgeborenen Erdenwaller mit all' der Wonne, die sie umgaukelt und all' dem Weh, das sie umlagert. Eilig lächeen wir zurück aue diesem Labyrinth; nur tin höberes als das blöde Menschenauge schaut far in dem Gewühle, sieht Zweck und Bedeutung, Richtung und Ziel, wo uns nur ein betrübendes Wirrsal entgegentritt. Wir müssen uns damit begnügen, die Zustände und Ereignisse ganzer Länder und Völker im Großen und Allgemeinen une zu vergegenwärtigen und eine Uebersicht varüber zu gewinnen.* a so einen kurzen Rückblick hun auf das v ene Jahr, drängt sich vor Allem — * Friedensjahr, doch nicht eigentlich zu den glück lichen zu zählen ist. Wir wollen nicht undankbar sein; nicht allzu große Dürre, nicht übermäßiger Regen oder andere Naturereignisse baben unsre Erntehoffnungen vernichtet, die Fruchtbarkeit des Jahres 1867 ist in unsern Gegenden zumal eine mehr als mittelgute zu nennen. Aber es berrschte gräßliche Hungers noth in Schweden und in Finn- land, in Preußen nimmt die Noth in erschrecken⸗ der Weise überhand und überall, vornehmlich in größeren Städten, klopft der Mangel in Folge des Darniederliegens der Industrie und des Handels bei den unbemittelten Klassen bedenklich an die Thür. Dazu bat die Choltra wieder ihren unheimlichen Zug durch verschiedent Länder Europa's gehalten, und eine ungewöhnliche Anzahl der traurigsten Unglücksfälle auf Eisen⸗ bahnen und in Bergwerken, von bedeutenden Feuersbrünsten u. dgl. rersetzten die Oemütder in deängsiigende Aufregung.— Wir daben vorbir das Jahr 1867 ein Friedens jahr genannt und das mit Recht, denn mit Ausnahme des blutigen Aufstandes auf der Insel Kandia und der kleinen probe der französischen Chassepot-Geweore dei Mentana hat Europa im Laufe desselden leinen Kampf in offener Feldschlacht gesehen. Und den- noch konnten die Völker dieses Friedens nicht froh werden, da sein Bestand immer nur an einem Seidenfaden hing. Da wurde die Luxem- burger Frage angezettelt, und als es kaum ge- lungen war, dieselbe auf gütlichem Wege zu erledigen und man sich der Hoffnung bingeben zu dürfen glaubte, so Regierungen als Völker würden mit ausgesöhnten Herzen nur dem Gotte des Friedens opfern, dem in der Weltausstellung zu Paris ein so herrliches Fest gefeiert wurde, so folgten die beunruhigenden Kalserbesucht in Salzburg und Paris mit ihren Gerüchten von französisch ⸗oͤster. reichischer Allianz zum Zweck des Angriffs, und schließlich kamen die italienischen Wirren auf die Tagesordnung, der nun schon lange permanent den curopäischen Frieden bedrobenden orlentalischen Angelegenheiten gar nicht zu gedenken. Indessen nur eine oberflächliche Anschauung der Dinge könnte, was uns um die Erhaltung des Friedens Proben um mer. 1 8 frevelvoller Laune einzelner Persönlichkeiten setzen wollen. Es gibt Zeiten im Völkerleben, wo Ber⸗ bältnisse und Formen, die sich lange bingeschleppt daben, sich als unbrauchbar erweisen, und dann enistebt ein gewaltiges Drängen und Ringen nach neuen Gestaltungen. Wir leben in einer solchen Zeit, und die vorjährigen Ereignisse haben zu tiefgreifende Veranderungen dervorgerufen, als daß es uns Wunder nebmen dürfte, wenn wir den Ausbau derselden und die neue Ordnung der Dinge nicht ganz so sicher und schwankungslos vor sich geben seden, als die friedebedürstige Welt es wünscht.— Große Ideen bewegen die Gegenwart. Die lang ersehnte und vielfach angestrebte Einheit der deulschen Nation hat, zum wenigsten für einen großen Theil derselben, im norddeutschen Bund lebenskräftige Pestalt gewonnen. Süddeutschland ist darum nicht isolirt, die Gefahr der trennenden Mainlinie darf als beseitigt angeseben werden. Zu Recht bestehende Verträge umschließen Nord und Süd, in dem demnächst zusammentretenden Zollparlament werden auch die Vertreter des Südens die materiellen Interessen von ganz Deuischland mitbtratden, und eine Form wird sich finden lassen, unter welcher alle deutschen Stämme ohne die dem germanischen Geiste widerstrebende mechanische Centrali⸗ satien zur lebendigen Einheit sich zusammeuthun. Das erniedrigende Schausptel einer zweiten Auflage des Rheinbundes wird dem deutschen Volk erspart bleiben, so sehr auch neidische oder irregeleitete Nachbarn ihre Hoffnungen darauf bauen. Nicht minder bedeutungsvoll sind die Vorgange, die wir in Oesterreich sich entwickeln und voll⸗ ziehen sehen. Wenn auch die selbständige Stellung, die Ungarn in diesem Jahr errungen, für den Bestand des Ganzen und die Ueberwindung der finanziellen Schwierigkeiten ihre bedenkliche Seite daben mag,— der neue Geist, der seit dee Niederlage von Sadowa den alten Körper durch- dringt, und der in dem Reichstag zu Wien einen vielversprechenden Ausdruck gefunden, kann, falle es seinen verlüngenden Bestrebungen vergbnnt ist, einen kräftigen Ausschwung zu nedmen, für die * Völter des Kalserstaakes nur von segensreichen Folgen sein.— Daasselbe nationale Streben, das Deutschland beseelt und das, freilich in verschwommener, unklarer Gestalt, auch die slavischen Stämme erfaßte und den Panslavismus erzeugte, durchglüht auch die Bewohner der apenninischen Halbinsel. Unter Frankreichs Protektion und thatsächlicher Unter- stützung entwickelte sich dort die nationale Idee und nahm Fleisch und Blut an unter dem Namen „Königreich Italien“. Früher war man gewohnt zu vernehmen, daß Frankreich dem jungen Italien die helfende Hand gereicht als hochherziger Be schützer unterdrückter Nationalitäten. In der historisch denkwürdigen Sitzung vom 5. Dezember werden wir belehrt, daß dieß nur geschehen, um Oesterreich zu schwächen und aus Italien zu werfen. Dann war's jedenfalls nicht folgerichtig, ein„Königreich Italien“ zu schaffen, das da reicht von der Poquelle bis zu dem Fuße des Aelna, denn dazu gehört Rom, und es kann diesem von Frankreich beschützten und großgesäugten „Königreich Italien“ nicht sonderlich verdacht werden, wenn es die Hoffnung begte, Frankreich werde trotz aller Septemberverträge einer Er⸗ werbung Roms keine ernstlichen Schwierigkeiten vereiten. Daß die französische Regierung schließ⸗ lich, wie es scheint unter dem Einfluß heftiger Debatten, ihr„niemals, niemals“ ausgesprochen, scheint der objektiven, parteilosen Anschauung der Sachlage nach in keinem Zusammenhang mit ihrer Vergangenheit zu stehen. Wir sind weit davon entfernt, damit sagen zu wollen, Italien habe zu seiner Existenz Rom durchaus nöthig, wir degreisen im Gegentheil wohl die Aufregung, die die Gefährdung des päpstlichen Besitzes unter den Katholiken hervorgerufen; nur dünkt uns die Behauptung nicht stichhaltig, als sei damit die Wirksamkeit des Papstes als Oberhaupt der Kirche gefährdet. Das Papstthum hat Jahrhunderte lang eine über das ganze Abendland ausgedehnte Wirk⸗ samkeit entfaltet ohne den Besitz eines Fürstenthums, und diese Wirksamkeit hängt auch heutzutage von keiner Königskrone ab. Mit mehr Recht könnte vielleicht behauptet werden, die geistige Regierung der katholischen Kirche werde durch die weltlichen Angelegenheiten der Beherrschung eines Staates beeinträchtigt und erschwert. Sei dem, wie ihm wolle, wir, die wir den Frieden wollen, müssen uns auch damit zufrieden geben, daß dem Löwen von Caprera zu weiteren kühnen Sprüngen der Weg ver- legt ist; es gibt der brennenden Fragen noch genug in der Welt, wir haben kein Bedürfniß nach der man, ein preußlsch⸗ russisches gegenüber treten. Sollte Oesterreich mitten in seiner Neugestaltung und trotz seiner mißlichen Finanzlage in einen über Sein oder Nichtsein entscheidenden Krieg sich stürzen 2 Auf welcher Seite würde Italien kämpfen? Auf französischer doch nur gegen Auslieferung Roms, und das ist vorderhand nicht denkbar. Sollte Preußen mir nichts, dir nichts mit Ruß- land durch Dick und Dünn auf dem Weg zur Gründung des geträumten Reiches aller Slaven⸗ stämme geben? Man sieht, noch manche Zweifel⸗ fragen sind gestattet, und widersinnig ist es nech nicht, an die Erhaltung des Friedens zu glauben. Daß doch heute Jemand auftreten und der Welt den Frieden verbürgen könnte für's kommende Jahr und für immer, daß Gerechtigkeit die Völker leitete und ihre Streitigkeiten schlichtete, damit das Vertrauen wiederkehrte, Handel und Wandel seine Schwingen wieder regte, das Schwert zur Pflugschar sich verwandelte und die Kraft der Jugend nur Verwendung fände zur Hebung des Wohlstandes und der Gesittung der Völker. Hessen. Darmstadt. Der Wiederzusam⸗ mentritt der Kammer soll nunmehr für den 15. Januar bestimmt sein. Unter den neuen Vor- lagen wird in erster Linie ein Zusatzbudgetentwurf genannt, in welchem die durch die Militärcon- vention mit Preußen veranlaßten Mehrausgaben und die Mittel zu deren Deckung vorgesehen sind. Zur Aufbringung der legzteren ist dem Vernehmen nach u. A. auch die Einführung einer Einkommen- steuer beabsichtigt. Es steht überdieß die Beschluß⸗ fassung der Kammern über das Wahlgesetz zum Zollparlamente noch zurück, zu welchem die südlich des Mains gelegenen hessischen Gebietstheile im Ganzen 6 Abgeordnete zu wählen haben werden. — Die„Hess. Ldeztg.“ bringt die Nachricht, daß dahier im Laufe dieser Woche, angeregt durch die preußische Regierung, eine durch die verschie⸗ denen Staaten des Norddeutschen Bundes beschickte Conferenz von Schulmännern zusammentritt. Zweck derselben ist es zunächst, eine allgemeine Norm festzustellen, welche den Bestimmungen über die Befähigung und Berechtigung zum einjährigen freiwilligen Dienste zu Grunde gelegt werden soll. Auf preugischer Seite will man nur Denjenigen, welche das Gymnasium besucht, ohne weitere Prüfung die Berechtigung zum einjährigen frei- willigen Dienste zugestehen, wenn nicht die latei⸗ nische Sprache auch bei den sechsklassigen Real- schulen zum obligatorischen Unterrichtsgegenstande römischen.— Von hervorragender Wichtigkeit ist unser Verhältniß zu Frankreich. Dit Besorgnisse vor der Kriegslust der französischen Nation sind so allgemein, daß Viele der Meinung sind, über kurz oder lang werden wir doch von daher an- gefallen, der Kampf bleibe nicht aus. Haben sie wirklich recht? Allem dem gegenüber, was zur Unterstützung dieser Ansicht angeführt werden kann, und dessen ernste Bedeutung nicht angezweifelt werden soll, darf wohl auch auf die Thatsache hingewiesen werden, daß das Jahr 1867 eine zahlreiche Partei in Frankreich hat entstehen sehen, die erhaben über nationale Eisersucht und krapkhaften Ehrgeiz, jene Chimäre, womit der unwissende Theil der Nation so leicht in Aufregung versetzt werden kann, als ob nämlich Frankreich von dem geeinigten Deutschland bedroht sei, belächelt und einen Krieg mit Deutschland, möge er ausfallen, wie er wolle, für ein nationales Unglück haͤlt. Daß jene Partei täglich an Einfluß gewinnt und daß ein merklicher Umschwung in der öffentlichen Meinung zu Gunsten Deutschlands allmäblich vor sich geht, ist sicher. Wird sie, die jetzt freilich noch in der Minder ⸗ heit ist, noch Zeit genug haben, den Chauvinis⸗ mus unschädlich zu machen, oder wird ein baldiger Krieg das angefangene Versöhnungewerk vernichten? Die Zeitungen weisen in den letzten Tagen wieder auf beunruhigende Symptome hin, und mit Spannung erwartet man die kaiserliche Neujahrs⸗ rede. Ist die Lage in der Tyat so ernst? Einem sranzösisch ⸗österreichischen Bündniß würde, sagt erhoben wird. Die hessische Regierung wird bei dieser Conferenz durch Herrn Oberstudienrath Wagner vertreten, und ist derselbe, gutem Ver- nehmen nach, dahin instruirt, sein Votum im Sinne der im Großherzogthum Hessen als Prinzip angenommenen Lehr- und Lernfreiheit abzugeben; in diesem Sinne legt unsere Regierung daher keinen Werth darauf, wo die Kenntnisse, welche der einjährige Freiwillige besitzen muß, ob auf Gymnasien, Realschulen oder in Privatanstalten, erworben werden, und soll namentlich der Wir⸗ tungskreis der letzteren keine Beschränkungen erleiden. Mainz. Als eine wesentliche Erleichterung in der Ableistung der Militärpflicht erscheint es, daß hessischen Militärpflichtigen, welche als ein⸗ jährige Freiwillige jener genügen wollen, der Eintritt in preußische Regimenter gestattet ist. Zwei Bürgerssöhnen in Mainz ist dieses, und zwar nicht als Ausnahme, sondern als eine selbst⸗ verständliche Folge der Militärconvention bewilligt worden. Preußen. Berlin. Der„Staatsanzeiger“ bringt eine Verordnung vom 29. Dezember, welche das preußische Militärstrafrecht im ganzen Gebiete des norddeutschen Bundes einführt. — Die Nachrichten aus Ostpreußen über den dert herrschenden Nothstand lauten täglich trauriger und trostloser. Ein in Tilsit erscheinendes Blatt „Bürger und Bauernfreund“, also ein glaub · würdiger Augenzeuge vom Schauplatz des Elends selbst, enthält einen Aufruf, dem wir folgende bezeichnende Stellen entnebmen: Ein großes all ⸗ gemeines Unglück hat unsere Provinz getroffen. Eine totale Mißernte, wie sie wohl noch nie vor⸗ gekommen, haben wir in, diesem Jahre erlebt, nachdem 1864 und 1865 sehr schlechte Ernten vorhergegangen. Durch politische mißliche Zu- stände, wohin wir vor Allem die Gränzsperre gegen Rußland und Polen rechnen, liegen schon lange Handel und Industrie in unserer Provinz darnieder, hat noch nie Capltalreichthum sich hier anhäufen können. So trifft uns, die wir nur vom Landbau leben, und auf ihn angewiesen sind, jede Mißernte doppelt hart.— Das Leiden der Arbeiter und Armen ist auf's Höchste gestiegen, zumal der Winter sich auch mit für uns unge wohnter Strenge zu früh eingestellt hat. Schon jetzt im Dezember befinden sich in unserm Gum; binner Lazarethe einige am Hungertyphus dar⸗ niederliegende Kranke. Was soll bis zum Früh⸗ jahre, was bis zur nächsten Ernte werden? zumal, wenn von der zur Hülfe competentesten Seite diese Hülfe leicht eintreffen könnte, wenn es zu spät ist. Nun sind uns von befreundeter Seite aus Deutschland geradezu Aufforderungen zuge⸗ gangen, die Wohlthätigkeit unserer deutschen Brüder für unsere Armen in Anspruch zu nehmen Wir wissen, daß Privatwohlthätigkeit allein uns nicht helfen kann, aber auch nur die Leiden einiger Hungernden zu mildern, schnell zu mildern, ist ein gutes Werk. Helst uns Mitbürger, und einpfangt im Voraus unsern Dank. Frankfurt. Die Oberpostdirektion hat nach; stehende Bekanntmachung erlassen, welche einen bedeutsamen Schritt zur faktischen Einführung der Thalerwährung in sich schließt:„Vom 1. Januar k. J. ab soll es gestattet sein, bei den Postan⸗ stalten in Frankfurt a. M., Sachsenhausen, Vorn⸗ heim, Oberrad, Niederrad, Niederursel und Bonames den Betrag der baaren Einzahlungen auf den Post⸗Anweisungen sowohl in der preuß. Thalerwährung als in der südreutschen Gulden⸗ Währung anzugeben. Von demselben Termin ab werden die bezeichneten Postanstalten alle ein · gebenden Postanweisungen, welche in der Thaler ⸗ Währung eingezahlt worden sind, auch in Münzen des Thalersußes auszahlen, die Auszahlungen von Postanweisungen dagegen, welche auf die Guldenwährung lauten, nach der Wahl des Adressaten, in Münzen des Gulden- oder in Münzen des Thalerfußee bewirken.“ Württemberg. Stuttgart. Eine königliche Verordnung bestimmt die Einführung evangelischer Landessynoden und die Vertretung der Kirchengenossen gegenüber dem Kirchenregiment. Die Spuode wird aus 46 gewählten und 6 von Könige ernannten Mitgliedern besteher. Gegen⸗ stand der Berathung soll die Kirchenverfassung sein. Lehrstreitigkeiten sind ausgeschlossen. Oesterreich. Wien. Wie die Abend⸗ blätter vom 30. Dez. berichten, ist die Bildung des neuen Cabinets vollendet und habe der Kaiser die bezüglichen Ernennungen bereits vollzogen. Das cisleithanische Ministerium wird aus folgenden personen bestehen: Fürst Auersperg, Minister · Präsident; Graf Taaffe, Vicepräsident, Landes vertheidigung und Landespolizei; Dr. Giskra, Inneres; Herbst, Justiz; Brestl, Finanzen; Hasner, Cultus und Unterricht; Plener, Handel; Berger, ohne Portefeuille; Graf Alfred Potocki, Ackerbau. Frankreich. Paris. Man unterhält sich, schreibt die„Presse“, von einem merkwürdigen und bedeutenden Prozeß, welcher in Paris zur Verhandlung gelangen wird. Der Gesandte der Vereinigten Staaten General Dix klagt in Namen seiner Regierung gegen den Schiffsrheder Arman, den Banquier Erlanger und den Präsidenten der Handelskammer von Nantes Herrn Voruz auf Rückerstattung von 6 Mill. Dollars, die von den conföderirten Südstaaten für die Er⸗ bauung mehrerer Schiffe gezahlt worden waren, welche nicht abgeliefert und später an Preußen und andere Staaten verkauft wurden. Ferner verlangen die Vereinigten Staaten 2 Millionen Dollars für die Kosten der Ausrüstung von Kriegs ⸗ schiffen, welche sie an die französischen Küsten schicken mußten, um die erwähnten Schiffe an der Abfahrt zu verhindern. N Großbritannien. London. Genauere Untersuchungen des durch die neuliche Explosion —— — gerti sundene * verursachten Schadens haben ergeben, daß nicht weniger denn 200 Hauser(freilich meist nur 2 Fenster Fronte) mit etwa 600 Miethsparteien beschaͤdigt und zur* Entschädigung der Betroffenen 12,000—15, 00 L. erforderlich sind. Troß der unter den Beschadigten herrschen⸗ den Noth will die Regierung erst dann ein- schreiten, wenn die Mildtbätigkeit dee Publikums nicht das gewünschte Resultat erzielen sollte. — Die Fenier in Amerika haben fetzt ihr Glaubensbekenntniß veröffentlicht. Es erklärt unverhohlen, daß ihr Vaterland sich mit bloßen Concessionen nimmermehr begnügen werde. Voll⸗ ständige Trennung von England sei der Zweck der Fenierbewegung. Ihre Berechtigung liege in der insularen Lage, in der Geschichte und in den national-kirchlichen Bedürfnissen Irlands, wobei natürlich behauptet wird, daß das Gläck, der Friede und die Cultur des ganzen Erdballs durch eine derartige Lesreißung Irlands mächtig geför- dert werden würden. Frankfurt. In der letzten Sitzung des technischen Bereins wurde durch Hrn. Seelig über ein neues consistentes Maschinensl reserirt. Dieses von Korff er⸗ fundene Oel zeichnet sich besonders dadurch aus, daß man dei ebenso vollkommener Schmierung in der gleichen Zeit unverhältnißmäßig weniger verbraucht, als bei den gewohn⸗ lich zum Schmieren verwendeten Oelen. Diese Ersparniß ist so bedeutend, daß man z. B. bei einem Lager, welches per Tag zwei Loth gewöhnliches Maschinenöl brauchte, mit derselben Quantität Korss'schen Oeles 190 volle Tage ausreicht. Die Anwendung dieses Oeles erfordert keinen desonderen Apparat, und kann daoeselbe überall da mit Vortheil verwendet werden, wo man bisher das Maschinen- Oel verwendele. Frankfurt. Am Samsiag Nachmittag sand auf dem Main neben der alten Brücke eine schreckliche Scene Ratt. Vier Sachsenhäuser Buben von etwa 10—12 Jahren gingen gegenüber der Brückenmühle, um zu schleisen, auf das Eis. Als dieselben in der Mitte angekommen waren und eben mit ihrer Belufligung beginnen wollten, brach die Eisdecke und alle vier versanken. Mit Anstrengung hielten sich die Knaben am Eisrande sest und es gelang, — derselben durch dargereichte Stangen zu retten. Die iden andern jedoch kämpften, da ihnen vom Land aus keine Hülfe werden konnte, einen verzweifelten Kampf. Der eine Knabe sank unter und trieb eine erhebliche Strecke unter dem Eis fort, dis er wieder zur Oberfläche kam und in Tobescugst zu schwimmen degann, wodurch er dem Lande näher kam und eme hlngehaltene Stange erxsassen konnte. Nun kämpfte noch der vierte Knabe mit dem Tod; doch auch er wurde durch einen Schisser gerettet, der mit aller Macht seinen Kahn in das Eis bieb, daß es barst und so der Zugang zu dem Verunglückten mößlich war. Frankfurt. Um die Mitte verflossener woche wurde ein Mauofallenhändler, etwa 17— 18 Jahre alt, in das Hospital zum heil. Geist aufgenommen. Derselbe war in den Weiden an der neuen Brücke mit vollständig erfrorenen Füßen durch Zufall aufgefunden worden, ein Jagdhund halle den Halberfrorenen entdeckt und bewirkte durch an haltendes Bellen, daß sein Herr zur Sielle kam. Der Verunglückte erhielt nun am Samstag beide Beine unter dem Knie abgenommen. Nach der schmerzlichen Operation war der von solchem Schicksal Betrossene ganz heiter und lachte. Darmstadt. Am 29. Dezor. wurden zwel Insassen te städuschen Hospiials(Daum und Leichtwels) beerdigt, die ihr Leben auf tragische Weise enden mußten. Die Genannten halten am ersten Feiertag Abend ein Flasche Wein und Backwerk als Christgeschenk erhalten. Einem von ihnen wurde von diesem ungewohnten Genuß in der Nacht unwohl, er stand auf und zündete die Gas⸗ lampe an, blies sie später aus, ohne indeß den Krahnen vollständig zu schließen. Am frühen Morgen bemerkt eine Diaconissin einen starken aus dem Zimmer strömenden Gasgeruch, sie eilte, Hülse herbei zu bolen, allein es war schon zu spat. Leichtweis lag todt in seinem Bett; Daum bingegen lebte noch, ja es hatte den Anschein, als hätte die ihm zu Theil gewordene ärztliche Hülse Aussicht auf Ersolg; die Besserung war leider nus eine vorübergehende und am Abend war auch Daum seinem Kameraden ins bessere Jenseits nachgesolgt. Dicser traurige Vorfall mahnt zur größten Vorsicht in Schlafzimmern, welche durch Gas beleuchtet werden und empfiehlt dringend in Spitälern u. dgl. Anstalten solche Einrichtungen zu kresseu, daß den einzelnen Bewohnern derselben unmsglich ist, seldst die Gaslrahnen zu öffnen. „ Die Cisen bahnen in Europa und den übrigen Erdtheilen. Unser Erdtheil wird gegen⸗ wärlig von Badajoz dis Nischnij⸗ Nowgorod d. h. vom Tajo bis zur Wolga in einer Längenausdehnung von 850 deutschen Meilen von Schienensträngen durchzogen und diesen Weg könnte ein Reisender in beiläufig 5 Tagen durchfahren. Die Gesammtlänge der Eisenbahnen unsetes Erdiheils beträgt 10,778 geographische Meilen, dann folgt Amerika mit 7865, hierauf Asien mit 794, Australien mit 131 und Afrika mit 81 Meilen, so daß die Gesammt⸗ länge 19.639 geogr. Meilen deägt. Europa hat daher selbst dann noch eine größere Gesammtlänge der Schienen⸗ . 0 J wege aufzuwelsen, wenn in Noßb⸗Amerika die bret großen Linlen, welche den Osten mit dem Westen, ben Atlanlischen mit dem slillen Occan verbinden sollen, vollendet wären. Eine dieser Linien, die füdliche, von St. Louis aus gegen den Colorado, überschreitet diesen Strom bei bem Orte La Paz und endet in San Diego am stillen Weltmeere. Die gauze Länge dieser Bahn beträgt 424 beuische Mellen, so daß man nach ihrer Fertigstellung bequem in 4 Tagen nach Californien gelangen kann, so daß ein Reisender in 3 Wochen von Peteroburg aue die Ostkästc des großen Oceans erreichen könnte. Die curopälschen Eisenbahnen verwandeln jährlich eine Wasf tmasse in Dampf mit der das gauze Siadigebiet von Berlin“) 1 Zuß hoch über⸗ schwemmt werden könnte. Sämmtliche Locomoliven durch⸗ laufen in derselben Zeit eine Distanz von 36 Millionen Meilen, oder ungefähr die doppelte Entfernung der Erbe von der Soyrnec. Die Summe der Entfernungen abet, die von allen Wagen sammt den Locomotiven durchlaufen werden, beträgt etwa 1000 000,000 Meilen ober wöchentlich den Weg von der Erde zur Sonne. Die Zahl der Loco⸗ moliven beträgt 18,000, wozu 40,000 Personen⸗ und 500,000 Güterwagen gehören. Diese Wagenreihe würbe hintereinandergestellt die Strecke von Paris bis Peteroburg ausfüllen. Zum Bau dieser Vahnen wurden 150,000 Millionen oder etwa ½ Billion Zeniner Material ver⸗ wendet, was ungefähr ½ Billiontel der ganzen Erbmasse beträgt. Sämmiliche eurepäische Eisenbahnen führen zu⸗ sammen über 65,000 größere oder kleinere Brücken und 21 deutsche Meiten weit durch untetirdische Tunnels hindurch. ) Nach der Zählung von 1864 hat Berlin 632,749 Einwohner. Der Einf. % Neue Erdölguellen find in Virginten ent deckt worden, welche cine ganz neue und wichtige Ver⸗ wendung dieses kostbaren Stoffes ermöglichen. Dicselben sind nämlich so außerordentlich fett, daß sie, gereinigt, eines der besten Schmierble liesern, welches man hat. Dieses neue, Vulkandl, genannte Schmiermittel hat sich in der kurzen Zeit, seit es auftauchte, so rasch Anerkennung verschafft, daß es überall bereits in Europa bekannt ist. Welche Bedeutung die Sache hat, mag man daraus er⸗ messen, daß dieses Oel das seinste Olivenöl, Wollraih und Knochenöl ebensowol ersetzt, wie Rüböl. Da nun die neuen Quellen ganz außerordentliche Mengen liefern, so wird das Rüdöl, das als Leuchtmittel schon abgesetzt ist, vollends noch als Schmiermittel verschwinden und der Repsbau dem Getreidebau weichen müssen, was bei der gegenwärtigen Theuerung nicht unerwünscht kommt, dz der Oelbau immerhin einen beträchtlichen Theil des Bodens dem Getrtidebau entzieht. Eine hervorragende Eigenschaft des neuen Oeles ist, daß es adsolut frei von Sauren it und nicht barzt, also die reibende Fläche nicht angreift. Bekanntmachung. 3 Vom 1. Jauuar 18868 ab treten für den Aus⸗ tausch zwischen den Postaustalten des Nord⸗ deutschen Bundesgebietes folgende Porto Beim mungen ein: Das Porte für den fraukirten bis 1 Loth schweren Brief beträgt ohne Untetschled der Ent ⸗ sernung 1 Sgr., bet den in der Guldtuwährung rech ⸗ nenden Post⸗ Anstalten 3 Kreuzer; für einen Brief von mehr als 1 Loth im Gewicht 2 Sgr. oder 7 Kreuzer. Bet unfraukirten Brlesen tritt ein Zuschlag⸗ o von 1 Sgr., ohne Unterschled des Gewichts des rieses, hinzu. Bei unzureichend fraukirten Briefen wird, neben dem Ergänzunge- Porto, ebenfalls das Zuschlag⸗ Porto von 1 Sgr. in Ansatz gebracht. Portopflichtige Dienstbriefe werden mit Zu⸗ schlag-Porto alsdann nicht belegt, wenn die Eigenschaft elben als Dienfisacht, durch den Vermerk„Porto- pflichtige Dlenstsache“ auf dem Couvert vor der Pofl⸗ aufgabe erkennbar n worden ist. Dieser Vermerk muß in die Augen fallen; es empfiehlt sich, daß derselbe oben links in der Ecke auf der Adreßseite des porto⸗ ichtigen Dienstbriefes von dem Absender niederge⸗ trieben werd. Das Porto für die den reglementmäßigen Bestim ⸗ mungen enisprechenden Drucksachen und Waaren; proben(Waatenmuster) beträgt ohne Uunterschied der Entfernung für je 2½ Loth ½ Sgr., bei den in der Guldenwährung rechnenden Pon Anstalten 1 Kr. ür gedruchle e aller Art, welche mit⸗ telß offener Karten expedirt werden, wird pro Stück ½ Sgr., beziehuagswelse 1 Kr. erhoben Dle Gebühr für Zahlungen mittelst Post⸗ Anwei⸗ sung beträgt: bel einer Zahlung unter und bie zu 25 Tolr.(43% fl.) einschließlich 2 Sgr. eder 7 K. bel einer Zablung über 25 Thlr.(43% fl.) bis zu 50 Thlr.(87 ½ fl.) einschließlich 4 Sgr. oder 14 Kr. ohne Unterschied rer Entfernung; für jene Gebühr können die Post-Anwelsungen auf dem Coupon mit brieflichen Notizen, unter Wegfall der bis ⸗ derigen Beschränkungen, versehen werden. Im Stadtpost- Verkehr wird für Post- Anwelsungen, welche auf Beträge bie zu 50 Thlr.(87 ½ fl.) lauten können, der gleichmäßige Satz von 2 Sgr. oder 7 Kr. Enwer dung finden. gur Postvorschuß Beträge wird außer dem Porto für die Sendung an poftvorschuß⸗ Gebühr er boben für jeden Thalet im Minimum aber 1 Sgr.; fur jeden Gulden oder Theil eines Guldens; 1 Kreuzer im Minimum abet 3 Kreuzer. Vorstebende Sätze gelten auch dei den Pos Austalten in demfeuigen Theil des Großherzogthums Hesseu, welcher dem Norddeutschen Bunde nicht angehört. Diese Sätze finden erner, in Folge der vom 1. Januar 1808 ab in Kraftetteteuden Postverträge vom 23. Nodember c., auch für den Postverkebr zwischen dem Gebiete des Nortdeutschen Bundes 4. mil den Süddeutschen Staaten: Bayern, Württemberg und Baden, sowie d.— abgeseben von Post-Anweisungen und Post⸗ vorschüssen— mit dem Kaiserthum Seger. reich und außer den Postvorschussen— mit Großherzogthuüm Luxemburg Tuwendung. Die Einführung des Post Anweilsungs⸗ und Post Vorschuß- Verkehre im Austausch mit dem Kaiserthum Oesterreich i einem späteren Termine vorbehalten; Postvorscuß Sendungen werden darch die Staatsposten des Großherzogthums Luxemburg nicht vermittelt. In Betreff der Porto- ic. 1c. Sätze für Packete ohne Werth⸗ Declaration und für Sendungen wit declartriem Wertde— im Berkehr der Postanstalten des Nord⸗ beutschen Bundeogebiets unter sich— wird auf das in Ne. 8 des Bundesgesetzblattes abgedruckte Gesetz über das Posttaxwesen vom 4. November d. J. Bezug ge⸗ nommen; die betreffenden Sätze finden auch del den 8 im südlichen Theil des Groß herzogtbums essen, fsowie auf den gesammien Aus tausch mit den dorstedend sub e und d bezeichneten Staaten Anwen- dung; die Staatsposten im Großberzogtbum Luxemburg unterhalten keinen Auctausch von Päckereten und von declarirten Werthbriefen. Der Veikauf Norddeutscher Poft⸗Freimarken für die verschicdenen Nennwerthe des Stempels, sowie Norddeutscher Frauco⸗Couverts mit dem Werthstempel von 1 Sgr. und zwar— incl. der Derstellungekosten der Couverte— sür den Absatzpreis von 1 Sgr. 1 Pfg. beginnt mittem 31. Dezember d. J. Dieselben können erst vom 1. Jannar 1868 an zun Franken la Gebrauch genommen werden. Die biober im Gebiete des Norkdeulschen Bundes gangbaren Frelmarken und Franco Couverte, welche vom Begiun des Jahres 1868 außer Anwen⸗ dung kommen, können vom 31. Dezember d. J. ad und ferner innethald des ernen Quartale des künftigen Jahres bel den Postanstalten gegen Nordreuische Poss⸗ odet Theil eines Tbalets: ½ Sgr., dem Hreimarken beztebungswelse Francz-Gouverts(den Ber⸗ tausowerto dec neuen Franco- Couverts zu 13 Silber; pfeunigen gerechnet) umgetauscht oder gegen daare Bezablung zurückgegeben werden. Der Umtausch de⸗ ziebungsweist diet Einsssung kann jedoch, je nach der Wäbrung, auf welche die Werthieichen der zurück⸗ zuliefetuden Marken und Converts lauten, nut bei den Poftanstalten dessenigen Gebiets staltfinden, in welchem die Ausgabe der Marken u. s. w. erfolgt ist. Berlin den 24. Dezember 1867. General- Post- Amt v. PD ili s dbor n. 6 Vom nächten Jabre a werden neue Postan⸗ weisungs Formulare eingefübtt, welche zunächst de⸗ dümmt find: für den Postanwelsungs-Berkehr innerhalb des Norddentschen Postbezirks, einschließlich der nicht zum Norddeutschen Bunde gebörigen Ge⸗ bietsheile des Großhberzogthums Hessen, für den Austausch mit Bayern, Württemberg und Baden, owe mit dem Gropherzogtdum Luxemburg; außerdem nd dieselben für daate Ein zahlungen nach Danemark und nach den Bereinigten Staaten von Nord⸗Amertka verwendbar. Die Zormulare werden von den Postanstalten um entgeltlich vetabfolgt. Die Ausgabe derselden degtum am 1. Januar 1868. Oie Correspondenten werden darum ersucht, die in ibten Dänden desind lichen al gormulare bei Empfangnahme neuer zurückzulese Unter Benutzung der alten germulare können im aufg des Monats Januar 1868 nur noch Zadlungen nach solchen Orten geleistet werden, wohin die Adsendung von Pokanweisungen vermittelst der alten For⸗ mulare bisher schon deßand. Hingegen können die alten Formulare vom 1. Januar 1. J. ab nicht denuß! werden, sondern sind neue Formulare zu ver wenden, wenn es sich um Poflanwelsungen nach dem Königreich Sachsen, den Großherzogthümern Mecklenburg⸗Schwerin und Strelitz und Olden⸗ burg, dem Herzogthum Braunschweig, der Hansestadt Lübeck, den Koͤnigreichen Bapern und Württemberg und den Großberzogtdümern Baden und Luxemburg handeit. Berlin den 27 December 1867. General- Po- Amt von Pipe dor. Abonnenten, welche den„Anzeiger“ von der Post beziehen, wollen ihre Bestellungen für das erste Halbjahr 1868 baldigst machen, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintritt. X Jraunkohlenverkauf. 2999 Für die gegen Credit zu bezlebenden Braunkohlen beginnt auf dem Großherzoglichen Dorbetmer Bergwerk mit dem 2. Januar 1868 eine neue Creditpertode laufend dis Ende März und verbunden mit elner Zablungs srist bis Ende Junt 1868. Der Preis der Kohlenklöße ist wie seither 12 kr. für den Centner= 14 Stück Klötze. Die Fuhrleute wollen die Gegenscheine, welche ibnen bei Abgabe des Bürgscheins eingehändigt werden, dei jedem Koblenbezuge mitbringen, damit die einzelnen Bezüge in dem Gegenscheln nottrt werden können Bei Zablung de Credüssumme an Großherzogliche Bergkasse zu Friedberg ist gleichfalls die Vorzeigung des Gegen⸗ eins erforderlich. 1 brit Bergwerk den 21. December 1867. Gronda Bergamt Dorheilm to erch. Einladung zum Abonnement. 2998 Vom 1. Januar 1868 an erscheint das Anzeigeblatt für die Provinztalhauptstadt Gießen unter dem Titel: „Gießener Anzeiger“ „(Anzeige- und Amtsblatt fuͤr den Kreis Gießen)“ dreimal wöchentlich, Dlenstags, Donnerstags und Samstags, und hoffen wir, durch diese Neuerung sowohl dem Bedürfniß, als auch dem Wunsche vieler unserer veser entgegenzukommen; wir hoffen aber auch ferner, daß die dierdurch in größerem Maßffabe an uns berantretenden Opfer eine angemessene Würdigung unserer Leser finden werden. f Der Inbalt wird derselbe sein wie seither, nur ist uns durch das dreimalige Erscheinen des Blattes eber die Möglichkeit gegeden, größere Aussätze von allgemeinem Interesse öfters unseren Lesern mitthellen zu können; auch dem inserirenden Publikum wird eine raschere Verbreitung der Anzeigen aller Art nur erwünscht ein können. J Die kurze Uebersicht über die wichtigsten Tages⸗ Begebenheiten, welche wir von jetzt ab in leder Nummer bringen wollen, kann für viele unserer Abonnensen, welchen größere, täglich erscheinende Blätter zu Gebote ehen, nicht mebr als eine gedrängte Zusammenstellung und kurze Wiederholung bereits bekannter, anderwärts schon gelesener Ereignisse sein, also diesen Lesern ein besonderes polttisches Interesse nicht bieten, dagegen aber will der Anzeiger“ auch einer großen Anzahl Abonnenten, welchen Zeit und Berhältnisse das Lesen politischer Tagblätter nicht gestatten, weniastens von den wichtigsten und interessantesten Tagesbegebenheiten Kenntniß bringen. Eine besondere Aufmerksamkeit wollen wir hierbei unseren localen, provinziellen und Landesinteresseu zuwenden, nicht minder allen wichtigen unser gemeinsames deutsches Vaterland berührenden Ereignissen und Zuständen. Mehrere sehr achtb are und tüchtige Kräfte haben uns in dieser Beziehung ibre willkommene und dankenswerthe Mitwirkung zugesagt und werden wir die uns etwa von anderer Seite zukommenden Artikel mit deflem Danke entgegennehmen, ständige Beiträge unter entsprechender Honortrung. In einem dem Hauptblatte angedruckten„Feuilleton“, welches an Umfang dem seitherigen als Beilage zum Anzeigeblatt beigegedenen Unterhaltungsblatt ungefähr gleichkommen wird, liefern wir unseren Lesern gediegene und spanneude Novellen, Miscellen, Aneedoten, Gedichte, Räthsel ꝛc. Das Abonnement beträgt für Auswärtige, welche nur bei der zunächst gelegenen Post-Expedition oder den Landpoftdoten abonniten konnen, vierteljäbrlich 82 Kreuzer, wozu jedoch noch ein Poffausschlag kommt. Die Expedition des Gießener Anzeiger. Für Jedermann nothwendig ist es, auf die angenehme und zugleich nützliche Ausfüllung seiner Mußestunden bedacht zu sein. Nichts ist dazu geeigneter, ais eine Zeitschrift, die in anregender und fesselnder Weise das Unterhaltende und Belehrende zu verbinden weiß, und eine solche ist das illu— strirte Familienblatt„Omnibus.“ Gleich beliebt im Salon wie in der Hütte des Arbeiters, hat sich der„Omnibus,“ in der kurzen Zeit seines Bestehens einer so lebhaften Theilnahme zu erfreuen gehabt, daß er seinen siebenten Jahrgang mit einer Auflage von 65,000 Exemplaren beginnt. Diesen seltenen Erfolg verdankt der„Omnibus“ dem rastlosen Bestreben, seinen Lesern im reichsten Wechsel das Beste und Interessanteste darzudieten. Spannende Er⸗ zahlungen, populäre Naturbilder, fesselnde historische Skizzen, malerische Schilderungen aus der weiten Welt, bumoristische Scenen, Belehrungen für die Familie und das Haus, kurz Alles, was den Geist beleben und das Herz erfrischen kann, wird durch Wort und Bild sich zu dauernder Erinnerung gestalten. In jeder Wochennummer bringt der„Omnibus“ 36 Spalten Tert nebst 3—4 schönen Illustrationen und das Alles für einen Silbergroschen!!! Er kostet demnach vierteljährlich nur 46 fr. und kann in Wochennummern und Monats- heften bezogen werden. 3 Der neue Jahrgang beginnt mit drei außerordentlich spannenden Erzählungen: „Der Major,“ vor Ernst Fritze,„Verschwunden,“ don Fr. Feiedrich und „At. 608)“ diesen folgen nach: Vor dem Schwurgericht.— Der Kloster⸗ müller.— Des Wilderers Ende.— Freiherr von Betschar. Ein Abenteuer aus dem Kriege von 1866 u. f. w., u. f. w. Wer den„Omnibus“ zu halten wünscht, wird ersucht, seine Bestellung baldigst bei einer Buchhandlung seines Ortes oder bei dem nächstgelegenen Postamte zu machen, damit rechtzeitige Zusendung erfolgen kann. Jeder Cclporteur übernimmt ebenfalls die Besorgung. Omnibus Expedition in Leipzig. 201 fl. 24 kr. ! llegen in der Kirchenkasse zu Münster zum Aus⸗ leihen bereit. Zsegenberg, am 31. December 1867. R. Bindewald, Kirchenrechner. Versteigerung eines Faselochsen. 7 Dienstag ben 7. Januar 1868, Vormittags 10 Uhr, soll daher ein ant gehaltener zum Sprunge untaug⸗ 11 Ischer Faselochse öffentlich verffeigert werden. Ober⸗Florstadt am 28. Dezember 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober⸗Florstadt Schmidt. Bekauntmachung. 4 Vom 1. k. Mito. ab wird die Lokal- Personenpost zwischen Gleßen und Lich bis Nidda ausgedehnt und erhält solgenden Gang: aus Gleßen: durch Pungen: in Nidda: 880 Vm., 1120 1125 BUm., 12586 Nm., zum Anschluß an die Personenposten nach Büdingen und nach Frtedberg; aus Nidda: durch Hungen: in Gleßen! 2 Nm., 30.— 325 Nm., 65 Abds., nach Ankunft der Personenpost von Schlltz. Darmstadt den 26. Dezember 1867. Der Königlich a Ober⸗Post-Director a h l. Bekanntmachung. 9 Vom 1. k. M. ab wird die Personenpost 1 von Büdingen nach Altenstadi um 880 Uhr früh aus Büdingen abgefertigt. Darm ftadt den 28. Dezember 1867. Der Königlich e Ober⸗Post⸗ Director a h l. Aufforderung. 2 Wer aus dem laufenden Jahre noch eine Forderun an unsere Anstalt ober einen ihrer Zöglinge hat, wolle d Rechnung bis längstens zum 11. k. Mis. u. J. bei uns einreichen. Friedberg den 28. December 1867. Großherzogl. Direction des Taubstummen⸗Institute Dr. Matthias. Spenglerarbeit- Vergebung. 1 Samstag den 4. k. Mio., Vormittags 11 Uhr, soll dahter auf hiesiger Rathhausstube die Anfertigung der erforderlichen Laternen mit allem Zubehör zur Be⸗ leuchlung der Ortsstraße öffentlich wenigstnehmend ver⸗ strigert werden. Bönstadt den 29. December 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Böͤnstadt ei eib el. Einen noch guten lügel 12 bat der Gesangverein Lieder- kranz dahier zu verkaufen. iegenberg. 31. Dezbr. 1867. 88 R. Bindewald, Schullehrer. Heirathsgesuch. 8 Ein junger Kaufmann mit einigem Vermögen sucht aus Mangel an Damen⸗Bekanntschaft auf diesem Wege sich mit einem Mädchen oder einer jungen kinderlosen Wiltwe zu verbinden. Etwas Vermögen wäre erwünscht, doch wird mehr auf sanften Character und Sinn für Häuslichkeit, als auf dieses gesehen. Hierauf Reflectirende werden gebeten ihre Briefe mit vollftändigen Namen und Photographie unter A. L. Nr. 12, poste restante Frank⸗ furt a. M., vertrauensvoll einzusenden, da strengste Discretion auf Ehrenwort hiermit zugesichert wird. Verloren 10 wurde von Ossenbeim bis Oornassenheim ein Pferdeteppsch. Der redliche Finder wolle denselben gegen eine Belohnung bei Wirth Schmidt in Ossen⸗ beim abgeben. Todesanzeige und Panhsagung. 3 Indem wir Verwandte, und Freunde von dem Ableben unserer geliebten Mutter und Schwieger⸗ mutter Frau Nosine Heil von Vilbel in Kenniniß setzen, sagen wir zu gleicher Zeit allen Denjenigen unsern beslen Dank, welche sie zu ihrer letzten Ruhestätte geleiteten. Die trauernden Hinterbliebenen. Fruchtpreise. Per Malter. Friedberg, 31. Dezember. Waizen 16 fl. 15 tr.; Korn 12 fl. 20 tr.; Gerste 9 fl. 5 kr.; Haser 5 fl. 25 kr. Frankfurt, 30. Dezember. Waizen 16 fl. 50 kr.; Korn 14 fl.— kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 9 fl. 35 kr. Grünberg, 28. Dezember. Waizen 16 fl. 5 kr.; Korn 12 fl. 15 kr.; Gerste 8 fl. 51 kr.; Hafer 5 fl. 19 kr.; Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Linsen— fl. — kr.; Saamen 14 fl. 15 kr. Kartosseln— fl.— kr. Mainz, 27. Dezember. Waizen 16 fl. 34 tr.; Korn 2 fl. 55 kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 6 fl. 10 kr.; * 15 fl. 48 kr.; Roggenstroh per 1 Gebund — kr. Veraniw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Berlag von Bindernagel& Schimpfl. 1 — bittet: 4 0 * ch zum Bez dem nach sige! Die Belanntmach dtirtssen J üütrtichischen im Beiretus Beitefsent 0 1. Uatertn lui cangellcg II. Nrert lenden dcn Ul. S0 ar Iinanpen Auntenscheinen IV. Orte r Großen St gungen ninterbent; ö miserum Ausf bet pt