1868. Samstag den 1. August. 4 90. Anzeiger für Oberhessen. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. 1 Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. —— Amtlicher Theil. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. find im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden: Nr. XXV. Nr. 136. verzinslichen Schotzanwelsangen.— Nr. 137 und 138. Nr. XXVI. Nr. 1390. Gesetz, betreffend die Fesistellung des Daushalts⸗ Etats des Norddeuts Nr. 140. Verordnung, betreffend die Festflellung des Etats der Militatrverwaltung des Norddeutschen Bundes für das Allerböchster Erlaß vom 4. Juli 1868, Die Empfangnahme und Bestellung von Consuln. Betreffend: Die Vertilgung der Maikäfer und ihrer Larven. betreffend die in Gemäßbeit des Gesetzes vom 9. November 1867 genehmigte Ausgabe von chen Bundes für das Jahr 1869 vom 29. Juni 1868.— Jahr 1869, vom 29. Junt 1868. Friedberg den 29. Juli 1868. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Diejenigen Großherzogl. Bürgermeistereien, welche unseren Erlassen vom 4. und 30. Mai sind, werden erinnert, dies binnen 3 Tagen bei Vermeidung der Qrdnungsstrafe zu thun. K F d. J. bis jetzt noch nicht nachgekommen Der d g p ng. Die Brandentschädigungsbeiträge pro 1868, sowie auch die Einkommensteuer pro Juli und August, werden mit der directen und Zuschlagssteuer im Monat August c. an den gewöhnlichen Zahltagen Dienstag und Donnerstag erhoben und beginnt das Mahnverfahren am 15. jeden Monats. Der nach Verfügung Großh. Ministeriums der Finanzen vom 21. d. M., Nr. F. M. 4300, uns zur Aus hülfe und beziehungsweise zum Stellvertreter im Dienste beigegebene Finanzaccessist Hunsinger, ist für alle Diensthandlungen der Districts⸗Einnehmerei Friedberg autorisirt und berechtigt, über die zur Steuerkasse fließenden Gelder gültig zu quittiren. Friedberg den 29 Juli 1868. A Großherzogliche Districts⸗Einnehmerei Friedberg e un Bit sch. 9. Die im Kreise Friedberg wohnhaften Reservisten von mehr als zwölfjähriger Dienstzeit, welche sich um eine Expeditionsgehülfenstelle an den Staatseisenbahnen bewerben wollen, werden hierdurch aufgefordert, sich alsbald und längstens bis zum 4. August bei ihrem Bezirks⸗ seldwebel anzumelden. Friedberg den 29. Juli 1868. Jäger, Major und Bezirks- Commandeur. Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche Regitrungsblatt Nr. 40 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, das Regulafiv über die zellamtliche Behandlung des Postverkehrs betreffend.— Dasselbe tritt mit dem 1. August 1868 in Kraft, und tritt das Regulativ vom 26. Juni 1828 über die Behandlung der mit den Staats⸗ posten versendet werdenden Packete auf die Zolleinrichtungen mit dem zenannten Zeiipunkte außer Wirksamkeit. II. Versetzungen in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 19. Juni den Oberrechnungs-Revisor bei der zweiten Inflificatur⸗Abtheilung der Oberrechnungskammer Friedrich Schwab, unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleiteten Dienste,— am 27. Juni den Lehrer an der ersten Klasse der höheren Töchterschule zu Gießen Mit⸗ 4 5 Johann Daniel Carl Balser— und am 21. Juli en Hofkulscher Christoph Andreß wegen gestörter Gesund⸗ heilt in den Ruhestand zu versetzen. — Das Gr. Regierungsblatt Nr. 41 enthält: 1. Gesetz, die Versorgung der als Invaliden entlassenen Unteroffiziere und Soldaten betreffend. II. Gesetz, 1) die Pensionserhöhung für die im Kriege invalid gewordenen, sewie für die überhaupt durch den acuven Militärdienst verstümmelten oder erblindeten Offiziere der Linie und Landwehr und die oberen, bezw. im Offiziers⸗ tang stehenden Militär⸗Beamten;— 2) die Unterstützung der Witwen und Kinder der im Kriege gebliebenen Militärpersonen aller Rangklassen betressend. III. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 2. April d. J. des Morgens um 9 Uhr fiel die sechszehn⸗ jährige Magdalena Brückner von Klein Steinheim in der Nähe dieses Ortes in den Main und war bereits dem Ertrinken nahe, als der Floßherr Georg Joseph Bauer von Kronach, im Königreich Vayern in das Wasser sprang, um sie vor dem Ertrinken zu retten. Allein die Stelle war so tief, daß er nicht nahe genug beikommen konnte, ohne sich selbst der Gefahr des Ertrinkens auszusetzen. An einem Vorbau im Main begaben sich nun die drei Floßknechte Mathias Bauer, Conrad Vauer und Lorenz Langold aus Kronach in das Wasser, bildeten mit den Händen eine Keite und so war es dem am äußersten Ende befindlichen Conrad Bauer, welcher den Haken handhabte, aber dabei selbst dem Ertrinken nahe war, möglich, das Mädchen an das Land zu bringen, woselbst sie allmälig das Bewußtsein wieder erlangte. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben dem Conrad Bauer aus Kronach für diese muthvolle, mit eigener Lebensgefahr verbundene That das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:„Für Reuung von Menschenleben? und den Schiffsknechten Mathias Bauer und Lorenz Langold für die hierbei ge⸗ leistete thätige Beihülfe einem jeden eine Geldprämie Allergnädigst zu verleihen geruht. IV. Ermächtigungen zur Annahme fremder Orden. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 17. Juli dem Gymnasiallehrer in Pension Dr. Eich zu Worms die Erlaubniß zur Annahme und zuu Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Könige von Preußen verliehenen Königlichen Kronen-Ordens dritter Klasse— und von Seiner Majestät dem Könige von Württemberg verliehenen Ritterkreuzes des Friedrichs⸗ Ordens zu ertheilen. V. Namensveränderung. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 15. Juli dem Paul Grode aus Odernheim zu gestatten, siatt seines bis⸗ herigen Familiennamens Grode in Zukunft den Familien- namen Schnorrenberger zu führen. VI. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: 1) am 23. Juni dem Schulamts-Aspiranten Rötger aus Astheim die erste katholische Schulstelle zu Gau-Bickelheim zu übertragen; 2) am 1. Juli den Lehrer an der Rralschule zu Gießen Dr. Stein zum Direktor an der der genannten Anstalt zu ernennen; 3) an demselben Tage dem Schullehrer an der evangelischen Schrle zu Dudenrod Gundermann die evangelische Schulstelle zu Ober-Schmilten,— dem Schul- amis ⸗Aspiranten Winkler aus Horchbeim die katholische Schulstelle zu Ober-Flörsheim— dem Schulamts-Aspiranten Grim aus Hesselbach die katholische Schulstelle zu Dorndiel — dem Schulamts-Aspiranten Hechler aus Asbach die zweite evangelische Schulsteile zu Nieder-Florstadt— und 4) am 10. Juli dem Schulamis-Aspiranten Bernhard aus Alzey die katholische Schulstelle zu Frei-Weinheim zu über— tragen;— 5) an demselben Tage den vormaligen Gerichts— vollzieher mit dem Amtssitze zu Worms Georg Emrich zum Aktuar bei dem Friedensgerichte Worms— und den Polizei⸗Com missär zweiter Klasse bei der Polizeiverwaltung der Kreisstadt Worms Anton Franz Nehr zum Actuar bei dem Friedensgerichte Alzey zu ernennen;— 6) am 15. Juli dem Schulamts-Aspiranten Kurz aus Dieburg die zweite katholische Schulstelle zu Ober-Wöͤllstadt zu übertragen;— 7) an demselben Tage den Veterinärarzt Dr. Leonhard aus Bönstadt zum Kecievetexrinärarzt des Kreisveterinäramtes zu ernennen;— 8) am 18. Juli dem Schulamts-Aspiranten Klassert aus Darmstadt die zweite katholische Schulstelle zu Eppertehausen zu über⸗ lragen;— 9) an demselben Tage den Ober-Rechaungs⸗ Probator erster Klasse Reuting zum Ober-Rechnungs— Revisor bei der zweiten Abtheilung der Justificatur der Ober⸗Rechnungs⸗Kammer— und den Ober-Rechnungs— Probator zweiler Klasse Gölz zum Ober⸗Rechnungs⸗Pro⸗ bator erster Klasse bei der zweiten Abtheilung der Justificatur der Ober⸗Rechnungs⸗Kammer zu ernennen. VII. Charaktereriheilung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 25. April dem Kaufmann Huber zu Darmstadt den Charakter als Hoflieferant zu verleihen. VIII. Concurrenz für: die erste katholische Schulstelle zu Rockenberg mit einem Gehalte von 544 fl. 30 kr. und einer Vergütung von 30 fl. 40 kr. für Heizung des Schullokals; dem Pfarrer und dem Gemeinderath zu Rockenberg feht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. IX. Gesterben sind: am 25. April der pensionirte Schullehrer Liit zu Zell;— am 2. Juli der Militär⸗ pensionär Mayat zu Mainz. — Die russische Kaiserfamilie wird vom 20. August an auf einige Wochen in dem Schlosse des Prinzen Alexander auf dem Heiligenberg des benachbarten Jugenheim residiren. Wohl nicht aus materiellen Gründen, sondern aus solchen der Courtoisie, beabsichtigt man nun preußischer Seits, der kaiserlich russischen Familie eine direkte Telegraphenleitung zur Verfügung zu stellen und erbat sich zu diesem Zweck die Ueberlassung einer geeigneten Räum- lichkeit in dem Schlosse von dem Prinzen Alexander, was jedoch erfolglos war. Ein an die Direction der Main-Neckar-Bahn gestelltes Ersuchen, die Anlehnung an deren Telegraphenleitung zu gestatten, wird voraussichtlich ebenfalls resultatlos bleiben, da von Seiten der Verwaltung selbst die geeig- neten Vorkehrungen getroffen worden, um der russischen Kaiserfamilie die Annehmlichkeit einer direkten Telegraphenleitung zu beschaffen. — Der Hauptverein der Gustav-Adolf⸗Stistung im Großherzogthum Hessen wird in Nieder- Ingelheim seine Jahresfeier abhalten. Die ver— schiedenen Zeitungsnotizen haben zum Theil den Tag der Feier irrig angegeben, die Feier findet am 19. August statt. — Herrn Mitzenius ist, wie die„M.-Ztg.“ hört, vom Ober ⸗Consistorium eine weitere Recht- fertigungsfrist verstattet, hierbei ihm aber zugleich eröffnet worden, daß eine wissenschaftliche Erörterung nicht platzgreiflich, vielmehr nur die Frage zu beantworten sei, wie er sein Schristchen mit dem — ˙—»ͤ—'Ä. ⁵ ͤkͤ—— ͤ—— von ihm geleisteten Ordinationseide in Einklang bringen könne.— Der Protestantenverein ver- öffentlicht eine„Erklärung“ in Betreff dieser An⸗ gelegenheit, die mit den Worten schließt:„Jede Verurtheilung, jede Maßregelung in dieser Sache erhalten wir für unbegründet, mit dem christlichen Geiste streitend, und vertrauen mit Zuversicht, daß keine Verfügung in anderem als der Gewissens⸗ freiheit günstigem Sinne erfolgen werde.“ Preußen. Berlin. Die Verhandlungen über den Anschluß Lübecks an den Zollverein, sind sicherem Vernehmen nach zum Abschluß gelangt. Der Bundeerath des Zollvereins und Nordbundes wird nächstens auseinandergehen. — Die Berliner„Gerichtszeitung“ schreibt, wie es scheint, officiös:„Sowohl der verstorbene König, wie König Wilhelm I. hatten stets, na; mentlich wenn sie sich auf längere Reisen begaben, oder an einem Orte außerhalb ihrer Residenzen längeren Aufenthalt nahmen, einen höheren Polizei- beamten des hiesigen Poliztipräsidiums und zwei Schutzleute in ihrer Begleikung, welche sich, wenn auch möplichst unbemerkt, in der unmittelbarsten Nähe der königl. Herrschaften aufzuhalten hatten. In diesem Jahre ist zum ersten Male kein Beamter des biesigen Polizeipräsidiums mit unserem König nach Ems gegangen. Ob dies auf allerhöchsten Befehl geschehen, oder ob, wie anderweit behauptet wird, die Centralpolizeistelle im auswärtigen Ministerium die Ueberwachung der persönlichen Sicherheit des Königs für sich beansprucht hat, ist nicht bekannt geworden. Der Polizeirath Goldheim, der bisher stets in der Begleitung des Königs war, ist in diesem Jahre in ein schlesisches Bad zur Herstellung seiner angegriffenen Gesund⸗ heit gegangen.“ — Das Zollparlament hat folgenden Antrag in Betreff des Einpfennigtarifs angenommen:„den Bundesrath des Zollvereins zu ersuchen, dahin zu wirken, daß der in Norddeutschland für Kohlen eingeführte Einpfennigtarif pro Centner und Meile auf den Transport aller Rohmaterialien und Erd⸗ produkte der Industrit, so wie der Schienen und des Stabeisens im Zollvereinsgebiete ausgedehnt und mit möglichster Beseitigung der Nebenkosten (Expeditionsgebühren) auf alle Entfernungen an⸗ gewendet werde.“ Der Ausschuß des Zollbundes⸗ raths glaubt sich in seinem Bericht darüber auf den Antrag beschränken zu müssen: Der Bundes- rath des Zollvereins wolle seinen Vorsitzenden ersuchen, den Beschluß des Zollparlaments zur Kenntniß der Contrahenten des Vertrages vom 8. Juli d. J. zu bringen. — Die Zahl der freisinnigen Richter mindert sich mehr und mehr. Außer dem Tribunalrath Frech(bekannt als Abgeordneter der Fortschritts⸗ partei) soll nach der„Zeidl. Corr.“ nunmchr auch der Geh. Justizrath Frentzel vom Kammer- gericht seinen Abschied zu nehmen beabsichtigen. — Nach der Glasbrenner'schen„Montags⸗ Zeitung“ soll hier mit Beginn des Winters ein national ⸗demokratisches Blatt(auf gleichem poli⸗ tischen Standpunkt mit der„Bresl. Zig.“) ins Leben treten. Als voraussichtlichen Redakteur nennt man Gustav Freitag. Marburg. In Ausführung eines vom biesigen Stadtrath gefaßten Beschlusses reiste am 24. d. eine aus dem Landrath Mayer und zwei Stadtraths⸗Mitgliedern bestehende Deputation nach Ems, um den dort weilenden König zu einem Besuche hiesiger Stadt einzuladen. Der König hat diese Deputation sehr freundlich aufgenommen und seinen Besuch zugesagt. Fulda. Wie der hiesige„Anzeiger“ meldet, wird der Chef des Generalstabes der Armee, General v. Moltke, am 16. August mit einem Gefolge von 16 Stabsoffizieren, 9 Hauptleuten, 2 Unteroffizieren, 32 Ordonnanzen und 62 Pferden eine dreiwöchentliche Uebungsreise antreten, welche von Salzungen aus beginnt, dann durch weimarisches uud preug. Gebiet südlich von Kassel weiter geht. Bayern. München. Die bayerische Staatsregierung weist den Vorwurf der Beschrän⸗ kung staatsbürgerlicher Rechte durch die Qualification des politischen Verhaltens der Geistlichen in der „Corresp. Hoffmann“ zurück. Der Mißbrauch staatsbürgerlicher Freiheit durch Entstellung und Herabwürdigung von Handlungen der Regierung könne jedoch im Interesse der staatlichen Ordnung bei den Bewerbern um Pfründen des landesherr⸗ lichen Patronates nicht geduldet werden. Baden. Freiburg. Auf der am 27. Juli hier stattgehabten Conferenz des mitteldeutschen Eisen⸗ bahnverbandes wurde die Auflösung des letzteren beschlossen und werden somit die gemeinschaftlichen Beziehungen mit dem Jahre 1868 ablaufen. Oesterreich. Wien. Von den Reden und Toasten, die bei den verschiedenen Festlich- keiten während der Schützentage hageldicht fielen, wurden namentlich die Worte des Ministers Giskra bei dem Festbankette mit Begeisterung aufgenommen. So sagte er, nachdem Mittermaier seine Festrede mit einem Toast„auf das freisinnige constitutionelle Ministerium Oesterreichs“ erwiedert hatte:„Sie brachten ein tausendstimmiges Hoch den Männern, die gegenwärtig durch das Vertrauen des Kaisers geehrt und durch das Vertrauen des Volkes geboben(stürmischer Beifall), es übernommen haben, die Regierung zu führen. Diese Männer übernahmen es in der Zuversicht, daß das schwer gebeugte Oesterreich nicht am Ende seiner Tage sei(allgemeiner stürmischer Beifall), sie über nahmen es in der Ueberzeugung, daß der große Körper nur krank gemacht worden war(lebhafter Beifall) durch schlechte Regierungsmaximen(all- gemeiner Beifall); sie übernahmen es in der Ueberzeugung, daß Oesterreich ein Riese werden kann, wenn ihm die Arme frei werden, die Arme, die ihm geknebelt waren durch Unverstand und durch unglückselige Verträge.(Lange andauernder stürmischer Beifall) Sie übernahmen das Amt in der Ueberzeugung, daß die Lösung der Fesseln den kranken Körper mit neuen Riesenkräften stark machen werde(lauter Beifall), und sie wissen, daß nur durch Lösung der alten Bande der Ver⸗ kümmerung des geistigen, des wirthschaftlichen Lebens, der Beengung des socialen Lebens, nur auf dem Wege entschiedenen Fortschrittes Oester⸗ reich kräftig werden kann(allgemeiner stürmischer Beifall), und sie haben die Ueberzeugung, daß auf der freien Bahn des Fortschritts, und nur auf dieser, Oesterreich wieder gewaltig werden kann(stürmischer Beifall), und wie bis jetzt Oesterreich durch seine Staatsgrundgesetze, Dank dem Kaiser, der sie gegeben(lebhafter Beifall, Hochruft), zu den freiesten Staaten Europas gehört(lebhafte Rufe: Sehr wahr, sehr wahr!), so wird Oesterreich auf der Bahn des Fort⸗ schritts, welche die Männer der Regierung ver- treten, das werden, was Sie Alle wünschen. (Stürmische Beifallsrufe.) Und so trinke ich, der Zustimmung der Tausende gewärtig, auf die Zu⸗ kunft des auf den Bahnen des Fortschritts sich verjüngenden Oesterreichs!“(Lebhafter, allgemeiner, stürmischer, nicht enden wollender Beifall.) Frankreich. Paris. Girardin empfiehlt in seiner„Liberie“ die Bamberger'sche Broschure über den Grafen Bismarck der Aufmerksamkeit des Herrn Rouher und kommt bei dieser Gelegen- heit wieder einmal zu dem Schluß, daß„ein Krieg unvermeidlich ist, nicht ein Krieg Deutsch⸗ lands gegen Frankreich, sondern Frankreichs gegen Deutschland.“„Dieses,“ fügt er hinzu,„hat seinen Bismarck gehabt; es ist gewiß, daß Frank- reich auch den seinigen haben wird. Wann? Bald!“ — Nach der„Patrie“ vertheilen sich die 429 Millionen, auf welche das Anlehen fesigesetzt ist, wie folgt: Kriegsministerium 131,922,000 Fr., und zwar Umwandlung der Bewaffnung 91,600,000 Fr., Artilleriematerial 2,500,000 Fr., Verbesse⸗ rung der Festungen 32,000,000 Fr., Militärtele⸗ graphen 200,000 Fr., Montirungen 5,622,000 Fr. Marineministerium 30,052,354 Fr., und zwar Artillerie und andere Waffen 21,500,000 Fr., römische Expedition 3,052,354 Fr., besondere Schiffsbauten 3,000,000 Fr., außerordentliche Löhnungen 2,500,000 Fr. Oeffentliche Arbeiten 83,419,646 F. und zwar Flußarbeiten 25,500,000 Fr., Canäle 14,500,000 Fr., Häfen 30,500,000 f Fr., gegen Ueberschwemmungen 9,275,000 Fr., Unbedeckter Rest von 1867 183,606,000 Fr., in Summa 429,000,000 Fr. — Bis jetzt hat der„Constitutionnel“ eine sehr günstige Meinung von dem Verlauf des großen Wiener Schützenfestes. Hr. Ed. Simon schreibt hierüber in dem Tagesbericht Folgendes::. „Indem die verschiedenen Redner freimüthig ihre Sympathien für Oesterreich an den Tag legten, vermieden sie Alles, was die preußischen Gäste hätte verletzen können, und bis jetzt wenigstens hat noch nicht der geringste Mißklang das Fest gestört, das ein wirklich moralischer Sieg des neugebornen Oesterreichs ist. — Der„Figaro“ bringt die Nachricht, für welche wir ihm gerne die Verantwortlichkeit über- lassen, daß fünfzig Beamte des Kriegs ministeriums gestern nach den östlichen Departements abgeschickt worden sind, um genaue Erkundigungen über die dort vorhandenen, zum Unterhalt einer Armee nöthigen Vorräthe einzuziehen. — Der gesetzgebende Körper hat mit 223 gegen 16 Stimmen den Gesetzentwurf betreffs einer Anleihe von 440 Millionen angenommen. Die Kammersession wurde geschlossen. Die Depu⸗ tirten trennten sich mit dem Rufe:„Es lebe der Kaiser!“ Italien. Florenz. Man versichert, daß die Voraussetzung der„Allg. Ztg.“, Kronprinz Humbert von Italien habe mit seiner Gemahlin, in Folge einer Mittheilung des italien. Cabinets, den König von Preußen in Ems nicht besucht, unrichtig sei. Ems habe nicht in der Reiseroute des prinzlichen Paares gelegen, welches sein Incognito aufrecht erhalten und die Rücksicht beobachten wollte, den König in seiner Zurück⸗ gezogenheit nicht zu stören. Serbien. Belgrad, 28. Juli. Die vierzehn zum Tode Verurtheilten sind heute Mor- gen außerhalb der Stadt, am Ufer der Donau, in Anwesenheit einer großen Menschenmenge und zahlreicher Militärmacht erschossen worden.(Das Volk stieß gegen die Verbrecher Verwünschungen aus. Während der Exekution ist ein Unglück zu beklagen. Der commandirende Offizier, der un⸗ vorsichtigerweise sich in der Nähe einer der Gru⸗ ben für die Exequirten befand, wurde von einer Kugel, die von dem Pfahle, an dem der Delin⸗ quent gebunden stand, abprallte, in die Stirne getroffen und blieb sogleich todt.) Türkei. Nach den neuesten officiellen Mit⸗ theilungen aus der Donauprovinz wären die meisten Banden, welche die Gränzen von der Wallachei aus überschritten haben, verwundet, getödtet oder gefangen genommen worden. Die Ergreifung der übrigen wird als nahe bevor⸗ stehend, und die Haltung der Provinzbevölkerung als ruhig geschildert. Rußland. Petersburg. Ein Rund- schreiben des Fürsten Gortschakoff fordert die Mächte auf, ihre Meinungen über die von Preußen vorgeschlagene, in Petersburg abzuhaltende Con- ferenz wegen Abschaffung der Explosionskugeln zu äußern. Das Rundschreiben schlägt vor, daß die Conferenz erst am 13. Oktober zusammentrete, da der russische Kriegs minister gegenwärtig beurlaubt ist. Afrika. Aus Alexandria wird der Tod von Oskar Becker berichtet, welcher den bekannten Mordversuch auf den König von Preußen gemacht hat. Becker wurde bekanntlich vor mehreren Jahren begnadigt und ging aus dem Zellengefängnisse in Bruchsal mit nicht unbedeutenden Mitteln, die für ihn deponirt waren, nach Belgien. Er starb im Diakonissenhospital in Altxandria. — Aus derselben Stadt meldet man vom 19. Juli: Ueber den hiesigen Aufenthalt Oskar Becker's ersährt man, daß derselbe mit seigem Projekte zusammenhing,„den Orient zu reformiren“. Um das Land zu studiren, glaubte er sich auf eine Stufe mit den Eingeborenen stellen zu müssen und eröffnete zu diesem Zwecke eine Schneider— Werkstälte, in der er längere Zeit gearbeitet hat. Außerdem erbot er sich, Musikunterricht zu ertheilen. Sein Projekt, die Reform des Orients, hatte er landwirthschaftliche Verbesserungen 3,644,646 Fr. hier durch Anschläge in den Straßen bekannt gemacht. lichen dersell verirr. genau An ei den Men wurde und in de und Jenn andert abe. sonen t mit 213 ar detrffz Agtnemmen. Die Depu⸗ Le lebe der rschert, daß Nronprirz Gemahlin, u. Cabinets, ict besucht, * Reistroutt sches stin Rücksicht urid. Juli. Die deute Mor⸗ er Donau, menge und tn.(Das schungen Aelüd zu t, det un; tt der Oru⸗ dt don einer der Delin⸗ dit Stirne scitllen Mit⸗ wärtn dit en von der verwundet, erden. Dit naht beror · sbevölltrung Ein Rund⸗ fordert dit 50l Prtußtn liendt Cor · zntlugeln x vet, daß die Er stalb zan vom Kalt Oskar * seiaen man ormittu“ 4 sich auf müsel ntidtk“ bellt hal. 1 theilt. 0, bal delannt 1 10 — — Battenberg. Am vorigen Sonntag ist das nur ½ Stunde von Lier entfernte Dorf Laisa ein Raub der Flammen geworden. Gegen 80 Oauser nebst der ent⸗ sprechenden Anzahl Scheuern und Stallungen, dabei ein Theil der eingebrachten Ernte sind im Verlauf von 5 Stunden, von Mittags 2 bis 7 Uhr, verbrinnt; vie Vieh ist umgekommen, der meiste Hausrat, darunter auch der vorhandene Geldvorrath, ist fort. Bei der schauder⸗ haften Schnelligkeit, mit der der Brand um sich griff, konnte nur wenig gerettet werden. Die wenige geborgene Habe und das gerellete Vieh, die jammernden Weiber und Kinder bedecken die umliegenden Aecker und Wiesen.— Das Dorf war ohnehin schon arm, jetzt ist es der Noth ganz hingegeben. Babenhausen. Der Vorzug eines Blitzableiters hat sich dahier glänzend bewährt. Eine clektrische Wolke ent⸗ lud sich kürzlich über dem hiesigen Schloß, der Strahl wurde aber durch den Blitzableiter unschädlich in die Erde abgeleitet. Es war ein Schlag, als ob eine Anzahl Be— lagerungskanonen gleichzeitig gelöst würden; die sichtbaren Flammengarben gewährten ein prächtiges Schauspiel. , Amerikanischer Humbug oder Wahrheit? Die Hitze in New⸗Pork stellt denn doch unsere europäische Temperatur, die uns im gegenwärtigen Sommer nicht verwöhnt hat, noch gewallig in Schatten. Der„Courier des Etats Unis“ entwirft folgende Schilderung:„Man muß bis zu dem Feuer- und Schwefelregen, welcher Sodom zerflörte, zurückgehen, um ein Beispiel einer so glühenden Temperatur zu finden, wie die ist, welche die unglücklichen Bewohner von New Pork jitzt verkohlt. Es ist sogar gewiß, daß die Hitze stärker ist, als sie in Sodom war, denn Lots Frau wurde in Salz verwandelt und zerschmolz nicht; jetzt würde nach Verlauf von zwei Se⸗ cunden keine Spur von ihr übrig bleiben, die Sonne würde sie sieden. Die Thermometer sind nie einer ähn⸗ lichen Probe unterworfen gewesen; auch faßt die Mehrzahl derselben den Entschluß, zu zerspringen, und die anderen verirren sich; wir haben daher nicht einmal den Trost, genau zu wissen, bei wie viel Grad wir geröstet werden. An einem einzigen Tage sind mehr als hundert Pferde in den Straßen von New Pork todt niedergestürzt. Die Menschen werden ebensowenig verschont; gegen dreißig wurden an demselben Tage von dem Sonnenstich getroffen und davon starben sechs auf dem Platze. Die Temperatur in der Nacht ist fast ebenso unerträglich, wie am Tage, und man erzählt von zwei Personen, Bernard Coopes und Jehn Murphy, ron denen der eine um Mitternacht, der andere eine halbe Stunde später vor Hitze starb. Gestern starben von 1 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends 26 Per⸗ sonen vor Hitze. Aus Brookiyn werden für dieselbe Periode nur 4 Todesfälle gemeldet. Wayrscheinlich wurden dabei mehrere vergessen. 2 Sonnenflecke und Erdmagnetismus. Bei dem erhöhten Interesse, das die Erforschung der Sonnen⸗ flecke gegenwärtig in der Wissenschaft behauptet, ist es wichtig, alle Beziehungen derselben zu uns bekannten Er⸗ scheinungen zu beachten. Eine solche Beziehung scheint nun zwischen den Sonnenflecken und dem Erdmagnetiomus zu beslehen. Sie wurde zueist i. J. 1852 von dem englischen Obersten Sabine ausgesprochen auf Grund sorgfälniger eigener Messungen und der Untersuchungen von Schwabe in Dessau. Dieser halte aus Beobachtungen in den Jahren 1828 bis 1848 im Erscheinen der Sonnen⸗ flecke elfjährige Schwankungen gesunden, so daß nach eiwa 5 Jahren einmal sehr viel und dann nach weiteren 5 Jahren sehr wenig Sonnenflecke gesehen wurden. Dasselbe Schwanken in denselben Perioden hatte Sabine in der Stärke des Erdmagnelismus beobachtet. Er machte auf diese merkwürdige Uebereinstimmung aufmerksam und stützte die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhanges zwischen Sonnenflecken und Erdmagnetismus durch die längst be⸗ kannte Beobachtung, daß im Winter zur Zeit der Sonnen- nähe der Erdmagnetismus am stärksten ist. In den Jahren 1859— 1865 hat nun Secchi in Rom ebenfalls gleich⸗ zeige Beobachtungen der Sonnenflecke und des Erd⸗ magnetismus angestellt, und aus ihnen dieselbe Ueber⸗ einstimmung zwischen dem häufigeren Erscheinen deer Sonnenflecke und der Größe der täglichen Schwankungen der Magnetnadel nachgewiesen. Ein solcher Einfluß der Sonne auf den Erdmagnetismus, daß mit der Zahl der Flecke auch die Größe der magnctischen Schwankungen zunimmt, scheint nach diesen übereinstimmenden Be⸗ obach:ungen vorhanden zu sein. Eine. Erklärung für diesen Zusammenheng, den auch schon Dumboldt vermuthet, kann jedoch vom gegenwärtigen Standpunkt der Wissenschaft aus nicht gegeben werden. „ Ein sonderbares Testament hat ein vor Kurzem in Abbey Hall, Cumberland, verstorbener Here ven eiwas excentrischen Ideen hinterlassen. Die Zeit hate seine Erbitterung gegen die Silloth-Eisenbahn, die über einen Theil seines Grundbesitzes hinwegsührte, nicht zu be⸗ sänftigen vermocht, davon legte auch das Testament Zeugniß ab. Einem Advokaten, der die Anlage der Eisenbahn zur Zeit bekämpft hatte, hinterläßt er nahzu 1000 Pf. Sterl. als Zeichen seiner Anerkennung; mit dem Rest des Ver- mögens ist ein Bekannter von ihm— kein Mitglied der Familie— bedacht, doch unter der Bedingung, daß er nie mit ben Direktoren der Eisenbahn ein Wort wechsle, nie auf ihr reise, noch auch Vieh oder andere Güter mit ihr verschicke. Vernachlässigt er dieses, dann geht die Erbschaft an die Familie des Verstorbenen über. Aber auch die Direktoren der Silloth⸗Eisenbahn hat Herr Poung⸗ husband— dies ist der Name des sonderbaren Erblassers nicht leer ausgehen lassen. Er vermachte ihnen je/ Penny. „„ Von Karl Gutzkow ist kaum nach Beendigung seines geschichtlichen Romans„Hohenschwangau“ bei Cotta bereits ein neues Buch unter dem Titel:„Vom Baum der Erkenutniß“ im Erscheinen. Außerdem hat er eine Reihe größerer Aufsätze verfaßt, die bei Hallberger in Stuttgart gesammelt herausgegeben werden sollen. „„ Gemütbliches aus Alexandrien. In Alexandrien nimmt die öffentliche Unsicherheit zu. Vor einigen Tagen wurde bei einem der sogenannten Cafés chantants eine förmliche Schlacht geliefert und nicht weniger als 50 Revolverschüsse abgefeuert. Drei Personen blieben todt, mehrere wurden verwundet. Die Consulats-Behörden cheinen die Sache sehr leicht zu nehmen. „ Es ist gegenwärtig im Werke, in London ein so⸗ genanntes„Teelolaller-⸗Hospital“ zu errichten, d. h. ein Hospital, in welchem Krankheiten ohne Anwendung von Medieinen oder Alkoholen curirt werden sollen. Eine Deputation des Comite's des„Temperance-Hygiene⸗ Hospilals“ machte am 11. Juni dem Erzbischof Manning ihre Aufwartung, um ihn zu bitten, diesem Systeme Behuf's dessen probeweiser Einführung in den Hospilälern der Londoner Armenhäuser seine Unterstützung zu leihen. Es wurde hervorgehoben, daß das bygienische System sich bis jetzt überall, wo es eingeführt, namentlich in Amerika, als sehr praktisch und heilsam erwiesen habe. Der Erz— vischof erkannte die Wohlthätigkeit des Systems an und versprach der Deputation, seinen ganzen Einfluß Behus's baldiger Anwendung und Einfährung desselben aufbieten zu wollen. „ Schroffer Schicksalswechsel. Kürzlich kehrte ein Schweizer aus dem Canton Luzern in seine Heimath zurück, nachdem er mehr als zehn Jahre in Amerika ge— wesen und sich ein großes Vermögen erworben hatte. Er wohnte auf kurze Zeit bet seiner verheiratheten Schwester, welche ein allerliebstes Mädchen von drei Jahren besaß. Eben hatte er sein mitgebrachtes Geld gegen Staats- papiere umgewechselt und diese zum Zählen auf den Tisch gelegt, da ging er in den Hof, und als er zurückkehrte, sah er nur noch ein Häuschen rauchender Asche von seinem Geide. Das Kind hatte ihn kurz zuvor mit dastehenden Zündhölzchen seine Pfeife anzünden sehen und ihm nach⸗ ahmend den Geldhaufen in Brand gesetzt. Der Mann schmetterte das unglückliche Wesen mit einem einzigen Fausischlage todt zu Boden und sitzt nun als Mörder im Gefängniß. Eine Heldenthat der Königsberger Feuerwehr. Aus Königsberg, vom 8. Juli, wird von der„Königsberger Hartung'schen Zeitung“ brichtet: Ein trauriges Ereigniß aus vergangener Nacht beschästigt heute die hiesigen Einwohner und gibt ihnen Stoff zu mannigfachen Erzählungen. Etwa um halb zwei Uhr stand nämlich plötzlich das große Gebäude Tragheimer Kirchenstraße Nr. 1, dem Particulier Görke gehörig, in hellen Flammen. Gegen zwanzig Familien, welche in diesem Haust wohnten, eilten unter Jammer und Wehklagen auf die Straße, während die schnell herbeige— kommene Feuerwehr ihre Thätigkeit zu entwickeln begann. Da erscholl der Ruf, es seien oben in der brennenden Dach⸗Etage noch mehrere Personen, denen die Rettung durch die brennende Treppe und fürchterlichen Rauch unmöglich gemacht werde, und in der That erblickte man einen Arm aus einem etwa 9 Zell im Durchmesser haltenden Loche in der Mauer, der nach Rettung zu winken schien. Von keiner Seite war ein Zugang mög- lich, obgleich der brave und unerschrockene Brand- dirtetor in eigener Person, von den Besten seiner Getreuen begleitet, kein Mittel unversucht ließ, zu dem Unglücklichen zu gelangen. Hier war keine Sccunde Zeit zu verlieren; er ergreift eine Leiter und will den Rettungs- versuch selbst wagen, woran ihn indeß drei seiner heldenmüthigen Feuermänner verhindern, während Feuermann Stenzel, ohne sich zu befinnen, das kühne Werk beginnt. Mit großer Sicherheit und Präcision steigt er mit einer Leiter an der Vorder— fronte des vierstöckigen Hauses in die Höhe nach der Oeffnung zu, wo noch immer der Menschen' arm sich bewegt; er hat den obersten Stock er— reicht und ist etwa nur noch eine halbe Leiter— länge von dem Unglücklichen entsernt, als er zu seinem Schrecken gewahrt, daß er die Leiter nicht nochmals anlegen könne, da an dem Dache kein Gegenstand ist, an welchem dieselbe eingehakt werden kann. Ein schnelles Verständigen mit den ihm gefolgten Kameraden ließ ihn nun ein Werk ausführen, das an Kühnheit und Unerschrockenheit alles bis jetzt Geschehene überstieg. Die Leiter wurde von den beiden Männern gehalten, während Stenzel sie besteigt, und da er immer noch etwa . vier Fuß von der beschriebenen Oeffnung entfernt war, sich auf die beiden spitzigen Leiterbéume stellt und so in dieser grausenerregenden Stellung mit seiner Axt die Oeffnung in der Mauer zu erweitern beginnt. Doch die leckenden Flammen zischen immer näher, der Unglückliche im Inneren brüllt nach Rettung und Stenzel verdoppelt seine Kräfte. Er reicht seine Axt demselben durch das Loch und ruft ihm zu, mitzuhelfen, wäbrend er sich eine andere Axt reichen läßt und rüstig das Loch erweitert. Und alles dies auf den beiden Enden der Leiter stehend, ohne jede andere Haltung oder Stütze. f Das Publikum wagt keinen Laut, es hält ein Jeder den Athem inne, während die Auf— regung dicke Schweißtropfen von den Gesichtern rinnen läßt. Da erschallt erst ein leiser allge— meiner Ruf, er wird stärker, Alles drängt näher, um eine kaum geahnte Möglichkeit von dem braven Feuermann möglich gemacht zu sehen: ein Freuden— schrei und ein endloser Jubel verkündete, daß der Unglückliche aus dem erweiterten Loche mit hundertfacher Lebensgefahr herausgezogen und von seinen Rettern heruntergetragen wurde. Leider sollte es den unsäglichen Mühen der Feuerwehr nicht gelingen, die noch oben befindlichen beiden anderen Menschen aus den Flammen zu retten. Der Sohn des Hauseigenthümers Görke, sowie ein Soldat vom ersten Infanterieregiment fanden den Tod, der Erstere durch Ersticken, der andere in den Flammen. Der Gerettete war gleichfalls ein Soldat vom ersten Regiment. Königsberg kann auf eine solche Feuerwehr in der That stolz sein. Es gelang der letzteren auch, das im höchsten Grade gefährliche Feuer nur auf dicses eine brennende Gebäude zu beschränken. Ueber die Enistehung ist noch nichts mit Sicher⸗ heit zu sagen. Hübner's Statistische Tafel. O Es ist eine schöne Sache um die Stattstik. Sie macht keine Voraussetzungen, sie spekulirt nicht; sie beob⸗ achtet, sie zählt und vergleicht, und die gefundenen Re⸗ sultate zeichnet sie auf, einfach und schmucklos. Sie bringt Thatsachen, unumstößliche Thatsachen, über die sich Jeder beliebig seinen Vers machen kann, und an deren Hand die verschiedensten Verhältnisse klar gelegt und die Gesetze, wonach sie sich ordnen, erkannt und festgestellt werden.— Eine ungleich schönere Sache aber ist es noch um das Bemühen, die Resultate der Stalistik für Jedermann klar, übersichtlich, in knappster Form und doch ausreichend, und zwar für wenige Kreuzer zugänglich zu machen. Davon überzeugt man sich deim Anblick der„Statisti⸗ schen Tafel aller Länder der Erde von Otto Hübner. 17. verbesserte und vermehrte Aufl. Frankfurt, Boselli'sche Buchhandlung, 18 kr.“ An die Wand geklebt und mit einem Blick überschaubar, gibt sie Ausschluß über tausend Dinge, die zu wissen uns interessant und nöthig sind und worüber wir uns sonst durch mühsames, überdies oft vergebliches Nachschlagen in dickteibigen Bänden der entsprechenden Lehrbücher(und die sind auch nicht immer bei der Hand) Rath suchen. Die Hübner'sche Tafel enthält Größe, Regierungsform, Staats⸗ oberhaupt, Bevölkerung, Ausgaben, Schulden, Papiergeld und Banknotenumlauf, stehendes Heer, Kriegs- und Han⸗ delsslotte, Em- und Ausfuhr, Zolleinnahmen, Haupter⸗ zeugnisse, Münze und deren Silderwerth, Gewicht, Ellen⸗ maaß, Hohlmaaß für Wein und Getreide, Eisenbahnen, Telegraphen, Haupistädte und die wichugsten Orte(mit Einwohnerzahl) aller Länder der Erde. Es ist z. B. die Rede von den Militär- und Marinelasten in den einzelnen Staaten. Die Tafel gibt darüber prompte Auskunft. Auf jede Familie betragen sie nämlich durchschnittlich; in Oesterreich 8 Thlr., Preußen 12, Grosbrittennen 7, Frank⸗ reich 15, Holland 9, Belgien 10, Rußland 8½, Italien 9¾, Spanien 10 Thaler.— Für Geschäftsleute, Gelehrte, Zeilungsleser, für jeden Gebildeten ist die statistische Tafel kaum entbehrlich. Aus den Anzeigen ist ersichtlich, daß der Opernsänger und Komponist Hr. Vincent, Sonntag Abend Liedervor⸗ träge halten wird. Die Herren Kreisarzt Diehl und Großherzogl. Assessor Königer von Butzbach geben dem Sänger die besten Zeugnisse. Letzterer sagt folgendes: Der so genußreiche Abend, den mir der Sänger und Komponist“) Herr Vincent durch schönen und gediegenen Liedervortrag bereitet hat, wird mir eine sehr angenehme Erinnerung gewähren, und empfehle ich allen Freunden des Gesanges, die Gelegenheit, einen so bedeutenden Künstler zu hören, nicht unbenützt vorüber gehen zu lassen. Butzbach, 30. Juli 1868. E. Königer. ) Komponisi der populären Lieders Sängers Traum, die deuische Mutter, Ungarlied. Sein ueuestes Lied „der Tag zu Worms“ ist bei Bindernagel und Schimpff für m9 kr. zu haben. — ˙·O—] — Das dies jäbrige Geld-Scheibenschießen zu Friedrichsdorf 1825 wird Sonntag den 2. und Montag den 3. August auf der neuen Schießplatz-Anlage bei meinem Hause abgehalten. Indem ich mich beehre, alle Freunde des Schießens und des geselligen Vergnuͤgens freundlichst einzuladen, kann ich allen mich beehrenden Gaͤsten die beste und ausmerksamste Bedienung und eine angenehme Unterhaltung versprechen, da auch die rühmlichst bekannte Musik des früheren Frankfurter Linienbataillons zu dem Feste engagirt ist. Friedrichsdorf. A. Foucar. Die landw. Lehranstalt Friedberg in Obethessen 1829 beginnt ihren Wintercursus 1868/69 am 2. November d. J. Der Unterricht erstreckt sich über alle Zweige der Landwirthschaft und ihre naturwissenschaftlichen Grundsagen und wird von Dr. Henkelmann, Stabs-Veterinärarzt Dr. Zimmer, Dr. Uloth und einigen Hülfslehrern ertheilt. Außerdem ist in Gemeinschaft mit tüchtigen Lehrkräften ein Cursus 5 Vorbereitung für das Einjährig⸗Freiwilligen⸗Examen eröffnet, an dem sich owohl Zöglinge, als Nichtzöglinge betheiligen können. Unterrichtshonorar mit Wohnung im Nähere Auskunft ertheilt bereitwilligst Dr. Henkelmann. 1818 Ich erlaube mir hiermit die ergebene Anzeige, daß ich durch das Ableben meines sel. Mannes das seither auf meinen Namen geführte Geschäft an Herrn Wilhelm Sturmfels käuflich abtreten werde. Indem ich nun einem geehrten Publikum für die meinem sel. Manne so vielseitig gegebenen Beweise der Freundschaft und Gewogenheit meinen aufrichtigsten Dank sage, bitte ich zugleich, dieses Wohlwollen meinem Nachfolger zu Theil werden zu lassen. C. Wahl's Wtw. In Beziehung auf vorstehende Anzeige erlaube ich mir, ein geehrtes Publikum auf⸗ merksam zu machen, daß ich unterm 1. August d. J. dae Geschäft der Frau C. Wahl Wittwe, Hofapotheke zum Mohren, auf meine Rechnung übernehmen werde; wobei ich bitte, das dem Geschäfte geschenkte Vertrauen, unter Versicherung der promptesten und reellsten Bedienung, auf mich geneigtenst übertragen zu wollen. Friedberg im Juli 1868. Wilhelm Sturmfels, Apotheker. Wichtig für Hotelbesitzer und Familien. 1823 Wer sich auf die billigste Weise schöne Vorhänge in allen Gattungen, brochirte und gestickte Gardinen in Moll und Tüllborduren(schon von fl. 3. an das Fenster) fur Zimmerausstattung verschaffen will, der findet die vortheilhafteste und ohne allen Zweifel die billigste Gelegenheit im Ausverkauf des Schweizer ⸗Weistwaaren⸗ Fabriklagers Nr. 16 groster Hirschgraben in Frankfurt a. M., welcher für kurze Zeit noch stattfindet. Nepskuchen Hause des Directors 45 Thlr. pro Semester. Friedberg im Juli 1868. Bad Nauheim. 1789 Am Freudentag der Israellten, Samstag den 8 1. August, findet von Nachmittags 4 Uhr an 5 B a 1831 stets frisch von der Mühle 28. Fertsch. statt, wozu freundlichst einladet D 2 it Neue Fritz. 27 f=holl. Vollhäringe Bekanntmachung. en q W. ling 1824 Da ich mein seit 41 Jahren geführtes Ellenwaaren⸗ Geschäft meinem Sobne Georg Eichelmann, welcher dasselbe bis daher für mich betrieben, vom 1. Sep⸗ tember d. J. anfangend überlassen werde, so eisuche bier⸗ durch böflichst alle diejenigen Kunden, welche Zahlungen an mich zu leisten haben, selbige bis zum 15 September d. J. an mich zu entrichten. Nach Ablauf dieser Zahlungs. frist werde die noch feblenden Rückstände einem Einnehmer zum cincaffiren übertragen. Gleichzeitig bitte ich, das mir seither erwiesene Zu⸗ trauen auch fernerhin meinem Sohne schenken zu wollen. Steinfurth den 30. Jult 1868. Jacob Eichelmann. Eine. g. englische Scheuer a der Großherzoglichen Bürgermeisterei ko 2 2 85 uft. Nauheim ist vorrätbig: 55 Zur gef. Be N Neuster ut el babe seit achtung. 8. Taschen 3 Johrplan Ein Lehrjunge wird gesucht von H. ee 3 junge Hunde(Pinscher), 1826 8 Wochen alt, schön gezeichnet, sind zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bl. Ein Logis, 1837 sofsort, auch später zu beziehen, sucht pens. Feld- webel Heß. Zahlung vortheilhaft. 1834 Bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg und wieder eröffnet und bitte auch fernerhiu um geneigten Zufpruch. J Rö mich, e bed Kappenmacher, wohnhaft bei Herrn Schreinermeister Hoffmann, nä der Stadtkirche. 90 Ein nöblirtes Zimmer 1833 hat zu vermlethen M. Steitz, Herrenkleldermacher. ee, Jommer- Mittel- Rhein gegend, Hessen, Nassau, Frankfurt, Rhein⸗Preußen. Sonntag den 2. Ang u st Bur goldenen Reichskrone Liedervorträge des Opernsängers und Kempontsten H. J. Vincent. Anfang: 8 Uhr. 1838 Wirthschast zur Wilhelmshöhe. 1827 Einem diefigen und auswärtigen Publikum diene hiermit zur Nachricht, daß ich unkerm Peutigen eine Wirtbschaft mit Metzgeret auf dem neuen Chaussechaus bei Friedberg errichtet bade. ßür gute Speisen und Getränke ißt bestene gesorgt, und halte ich mich meinen Gönnern freundlichst empfohlen. Neu Chausseebhaus bei Friedberg den 1. August 1868. Wilhelm Krauh Sohn. Brodpreise vom 1. bis 15. August. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg: 2 Waizen, ½ Korn. 2 Korn, ½ Waizen. Erste Sorte 4 8 16 kr. Zweite Sorte 4 8 14 kr. ** 2* 8* 45„ 2 2 7* „* 0 4 67 1 4 1* 3½ 9 2½ Loth Milchwaaren 1 kr. 3 Loth Wasserwaaren 1 kr. Für Nauheim: Kasseler Brod 4 8 19 kr. *** 971* 2* 1„ 4* Erste Sorte 1 1 16½ kr. Zweite Sorte 4 8 14 tr. „* 2„ 74 7*** 7* ** 1* 47*** 1 1 3½* Für Butz bach: Erste Sorte 4 8 16 kr. Zweite Sorte 48 14 kr. ** 2***** 7* ** 1* 4*** 1* 3½* Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1.— 15. August. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg: Ochsenfleisch pr. 8 19 kr., Schweinefleisch pr. 18 kr., Kuhfleisch, gem. 17„ Leber- u. Blutwurst 20 Rindfleisch, gem. 17„ Bratwurst 26 Hammelfleisch 16 Schwartenmagen 24„ Keil und Carre 18„ Geräucherter Speck 32„ Kalbfleisch 14„ Dörrfleisch 24„ Keil und Carre—„ Schinken 260 Nierenfett 24„ Schmalz, ausgel. 28„ Hammelsfett 16„ Schmalz, unausgl. 28„ Ausnahmspreise: Leber⸗ und Blutwurst bei A. Vogt's Erben 24 kr.— Bratwurst bei C. Fr. Walz Joh. Walz. Phil. Windecker und J. Wind's Witiwe 24 kr., bei A. Vogt's Erben 21 kr.— Schwartenmagen bei A. Vogt's Erben 28 kr.— Geräucherter Speck bei A. Vogt's Erben 28 kr.— Dörrfleisch bei N. Engel P. Engel, Ph. Engel, H. Gerih und J. Ruppel 26 kr., bei A. Vogt's Erben 28 kr.— Schinken dei H. Blum, H. Engel, A. Vogt's Erben und Joh. Walz 44 kr.— Schmalz ausgel. bei N. Engel 24 kr., bei A. Vogt's Erben und C. Fr. Walz 30 kr.— Schmalz, unausgel. bei H. Blum, H. Engel, W. Reuß und A. Vogt's Erben 24 kr., bei P. Engel, Ph. Engel, O. Gerth und J. Ruppel 26 kr.— Bei J. Hanstein III. Kuh⸗ und Rindfleisch 15 kr., Nierenfelt 16 kr., Kalb⸗ fleisch 13 u kr.— Bei Wilhelm Bieler Hammelsfett 20 kr., Kalbs-Keil und Carre 16 kr.— Bei Karl Söllner Kalbs⸗Keil und Carre 15 kr. Für Butzbach: Ochsenfleisch pr. F 19 kr., Schweinefleisch pr. 4 18 kr. Kuhfleisch, gem, 16„ Leber- u. Blutwurst 20 Rindfleisch, gem., 16„ Bratwurst 2„ Hammellleisch 16„ Schwartenmagen 24 Keil und Carre 17„ Geräucherter Speck 32„ Kalbfleisch 12„ Doörrfleisch 28„ Schaaffleisch—„ Schinken 0 Nierenfett 20„ Schmalz, ausgel. 30 Hammelsfett 20„ Schmalz, unausgel. 28„ Kirchliche Anzeigen sür Friedberg. Sonntag den 2. August 1868. Evangelischt Gemtinde. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Pfarrer Diegel. (Abendmahl). Nachmittags: Herr Candidat Schäfer. Gottesdienst in der Burgkirchen Vormittags: Herr Diakonus Meyer. Nachmittags: Herr Candidat Heintze. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Berlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 31.) 1 17²² zu 4 pat 9 Leinlag r als Sohnte Wesert Erben selues E Alt⸗ wohltha eigen, die Alle Eduard dermeln Vochen nachung dem unt und zu dentars Berüdsi Fri Beilage zum Anzeiger fur Oberhessen.. 90. — Oeffentliche Aufforderung. 1665 Der Ackermann Johannes Schäfer von Wachenbuchen, hat glaubhaft angezeigt, daß sein Ver⸗ mögen überschuldet set. Es wird deshalb zur summa— rischen Anmeldung der Forderungen und zum Güteversuch Termin auf den 4. August d. J., Vormittags 9 Ubr, vor unterzeichneter Gerichtsstelle— Schloßstraße Nr. 26— anberaumt. Die nicht erscheinenden Gläubiger werden als den Beschlüssen der Mehrheit beitretend betrachtet. Etwaiger Vergleichsbescheid wird lediglich durch Anschlag im Gerichtslocal veröffentlicht. Hanau am 3. Juli 1868. Königliches Amtsgericht Abtheilung II Co ster. vdt. Stönkel, K. A. Edictalladung. 1722 Nachdem der Herr Graf Friedrich Eduard zu Alt⸗Leiningen⸗Westerburg zu Schloß Ilben⸗ fladt gestorben ist und der Herr Graf Victor zu Alt. Leiningen⸗Westerburg die Erklärung abgegeben hat, daß er als gesetzlicher Vertreter stines noch minderfährigen Sohnes, des Herrn Grafen Aug ust zu Alt⸗Leiningen⸗ Weflerburg, die dem Letzteren als alleinigem Intestat Erben zugefallene Erbschaft des Allodlal⸗Nachlasses seines Großvaters, des Herrn Grafen Friedrich Eduard zu Alt⸗Leiningen⸗Weßerburg, nur unter der Rechts⸗ wohlthat des Inventars ankrete, so werden alle Die⸗ jenigen, welche Forderungen oder sonflige Ansprüche an die Allodial⸗Verlassenschaft des Herrn Grafen Friedrich Eduard zu Alt⸗Leiningen⸗Westerburg bilden zu können vermelnen, hiermit aufgefordert, solche binnen vier Wochen, von dem ersten Etscheinen dieser Bekannt⸗ machung in den öffentlichen Blättern an gerechnet, bei dem unterzeichneten Gerichte so gewiß geltend zu machen und zu begründen, als sie sonst dei Abschluß des In⸗ ventars und Regulitung des erwähnten Nachlasses keine Berücksichtigung finden werden. Friedberg am 15. Juli 1868. Greßherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor. erk an f. 1762 Dienstag den 4. August l. J., Vormittags 11 Uhr, wollen die Chrifllan Kern's Eheleute ihre in biesiger Gemarkung liegende Mühle, laut Grundbuch bezeichnet: 376— 122 Klftr. Hoftaithe, bestehend in Mühle, Wohn⸗ haus, Scheuer und Stallungen, 377— 82„ Grabgatten, 114—1397„ Acker bei der Mühle, 375— 90„ Wiese bet der Mühle. 378— 884„ Wiese dei der Mühle, freiwillig dem Meifigebole unter den im Termin eröffnet werdenden Bedingungen aussetzen lassen. Diese Mühle liegt an der Staats straße von pomburg nach Frankfurt, ½ Stunde von der Bahn Homburg und 2½ Stunde von der Frankfurter Bahn entfernt. Ober⸗Esch bach den 20. Jult 1868. In Auftrag: Großherzogliches Ortsgericht Ober Eschbach Himmelrelch. 2„* Immobilien- Versteigerung. 1769 Montag den 3. Auaust l. J., Vormittags 11 Uhr, werden ia hiesigem Rathhause durch Großherzogliches Orisgericht auf freiwilligen Antrag des Unterzeichneten, als Generalbevollmächtigten der Frau Hofapotheker Wahl Wittwe dahier, die folgenden in der Gemar⸗ kung Friedberg deiegenen Grundstücke unter den im Versteigerungstermine bekannt gemacht werdenden Be⸗ dingungen einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt, nämlich: 1) Flur I. Nr. 99. 195 0 Klafter Grabgarten an der Fauerbacher Straße; 2) Flur II. Nr. 5,6. 137 O0 Klaster Acker, der s. g. Ackergarten. Kaufliebhaber können die Ve stetigerungsbedingungen auch schon vor dem Versteigerungstermine auf meinem Bürcau einsehen Friedberg den 22. Jult 1868. Ed. Trapp IV., Hofgerichts⸗ Advokat. Uuterleibs-Bruchleidende, 1696 selbst solche mit ganz alten Brüchen, finden in weitaus den meisten Fällen vollständige Heilung durch Gottlieb Sturzeneggers Bruchsalbe. Ausführliche Gebrauchsanweisung mit einer Menge überraschender, amtlich bestätigter Zeugnisse zur vor⸗ herigen Ueberzeugung gratis. In Töpfen zu 3 Fl. zu bezieben durch den Erfinder Gottlieb Sturzenegger in Herisau, Kanson Appenzell, Schweiz. Vorräthig bei Bindernagel und Schimpff in Friedberg und Nauheim: Neuer praktischer Univerlal-BVriessteller für das geschäftliche und gesellige Leben. Ein Formular- und Muster-Vuch zur Abfassung aller Gattungen von Briefen, Contracten, Verträgen, Testamenten, Voll⸗ machten, Quittungen, Wechseln, Anweisungen und andern Geschäfts⸗ Aufsätzen. Mit genauen Regeln über Briefstyl überhaupt und jede einzelne Briefgattung insbesondere, einer Anweisung zur Orthographie und Interpunetion und einer möglichst vollständigen Zusammenstellung aller üblichen Titulaturen. Uebst einer Auswahl von Stammbuchsaufsatzen 0 und einem Fre m dwört er buche. Bearbeitet von Dr. F. Kiesewetter. 19. verbesserte und vermehrte Auflage. Preis 54 kr. 1 N 4. ee 88 J K rortegck 8 Aren 8 Die Dampf- Chocoladen-, Bonbons- und Zuckerwaaren-Fabrik 1249 von Franz Stollwerck, Hoflieferant in Cöln, beehrt sich ihre auf der jüngsten Pariser Weltausstellung wiederholt preisgekrönten Fabrikate ergebenst zu empfehlen. Sämmtiliche Waaren werden aus den besten Rohprodukten ohne je des fremdartige Surrogat bereitet, wofür die Fabrik jedem Consumenten und Chemiker gegenüber Garantie übernimmt. Sämmtliche Tafel-Chocoladen haben volles Zollgewicht, sind versiegelt und tragen Preis und obige Fabrikmarke, worauf Käufer zu achten belieben. Man findet die courantesten Sorten auf Lager in Friedberg bei Wilh. Fertsch, in Hungen bei A. Buch, in Nauheim bei Ph. Jac. Weiß. Die vaterländische Keuer-Persicherungs-Actien-Gesellschaft zu Elberfeld, 900 gegründet im Jahre 1822 mit einem Grundkapital von 3,500,000 fl. und Reserve⸗ Kapital von 1,500,000 fl., versichert Mobilien, Früchte, Vieh u. s. w. zu den billigsten, festen Prämien. 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Diese Ehrlich's Blutreinigunge Essenz ist in Origiral-Flaschen à fl. 1. 5 kr. oder Thlr. 1.— Sgr. 1— 6 07 n— 7* 0* . att Gedrauchs⸗Anwelsung * 7 5 0 0 77 N 85 77 nur allein ächt zu haben in Commission bei Fr. Hilbrechi in Friedberg. Briefe werden nur franco angenommen und bei Versendungen der Betrag unter billigster Be⸗ rechnung der Verpackung nachgenommen. Glacèé- Handschuhe Durchsichtige Glycerin-Seise, Haut, empfiehlt in Stücken à 4, 6, 9, 10, 12 kr. 1194 sowte n nl d' Roosge 1c. 1c. bei 73 anerkannt bestes Mittel zur Verschönerung der Wilhelm Fertsch. Friedrich neben der Pofl. VFFFF—TTTT—T—T— Mobiliar-Versteigerung. 1835 Donnerstag den 6. August d. J., Vormittags 9 Uhr, sollen in der Bebausung des verstordenen Adam Stemmler dahier auf freiwilligen Antrag dessen Erben verschiedene Mobllien, Haus geräthschaften sowle das findet man ein in tausenden von erprobtes und in diesen stets als vollkom⸗ men bewährt befundenes Verfahren, dessen Wirksamteit noch von keinem andern erreicht wurde, Weg zur Schriftchen 2 Dit Stärkung der vorhandene Wagnerwerkzeug öffentlich meistbietend gegen Baaczablung veisteigert werden. Friedberg den 31. Jult 1868. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar. Hofraithe- und Garten-Versteigerung. 1836 Montag den 10. August d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in hlesigem Rathbause die zum Nachlasse des ver⸗ flordenen Adam Stemmler dahter gehörenden Im— mobilien: Flur Nr. Klftr. Gemarkung Friedberg. 2. 337. 16810. Hofralth: in der Stadt. 2. 181. 255. Eingefriedigter Gemüse⸗ und Obst⸗ baumgarten am Ringgraben, auf freiwilligen Antrag der Erben oͤffeutlich meistbietend versteigert werden. Friedberg den 31. Juli 1868. Großhberzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar. dersteige run g 1821 Montag den 10. Aagust d. J., Nachmittags 2 Uhr, sollen in biesigem Rathhause eine große Parthie neue in gebbarem Zustande befindlichen Wanduhren öffentlich meifibietend gegen Baarzahlung versteigert werden. Friedberg am 28. Juli 1868. Großberzoelsches Ortsgericht Friedberg ea Güter ⸗ Verpachtung. 1822 Dienstag den 11. August d. J., Vormittags 10 Ubr, sollen in biefigem Rathhause die Martinstag d. J. leihfällig werdenden Gülerftücke der 2. Pfarrei Fried berg, bestebend in 35 Normalmorgen und 312 Klafter Ackerland, in Friedberger Gemarkung, auf weitere 9 Jabre öffentlich meifsbietend verpachtet werden. In demselben Termine werden gleichzeitig die am 11. November d. J. leilfälligen Wiesen und zwar 9 Normalmorgen 271 Klafter in Friedberger und 291 Klafter in Odstädter Gemarkung auf 9 Jahre anderwe it öffentlich meifibietend verpachtet. Friedberg am 28. Juli 1868. Großherzogliche Bürgermelsterei Friedberg Fouc ar. Bekanntmachung. 1830 Doynerstag den 6. Auguft l. J., Vormittags um 11 Uhr, sollen nachbenannte dem Kugelbausfonds ge⸗ boͤrige Gegenstände einer nochmaligen öffentlichen Ver⸗ sieigerung gegen gleich baare Zahlung ausgesttzt werden, als: 1) 5 Braukessel von 7 bis 8 Oha, circa 160 Pfund chwer; 2) Ein kleinerer Braukessel von 132 Maas, circa 40 Pfund schwer; 3) Eine Malzdörre, und 4) Ein Küßblschiff nedost Zubehör. Sämmtliche Gegenstände sind noch wenig gebraucht. Butzbach den 30. Jult 1868. Großherzogliches Ortsgericht Butzbach 1 Kü ch e l. arzt für Epilepsie Dr. O. Killisch, Berlin, Jägerstr. Epileptische Krämpfe. 1658 75, 76. Aus w. briefl. Schon über Qundert geh. Weiße leinene Taschentücher 1730 billiigst bet Geschwister Schloß. Gegen Uerpenschwäche Friedberg und Nauheim. N und daher stammende Leiden Fällen und das allein den einzigen sichern Genesung zeigt, in den Nerven. Ein Ratbgeber für Ner⸗ venleidende und Alle, welche geistig frisch und kör⸗ perlich gesund bleiben wollen von Dr. A. Koch. 11. Auflage. Preis 27 kr. Vorräthig bei Bindernagel& Schimpff in 1800 ee eee Englische Kaulschub-Glampasla zum dauerhaftesten, schönsten und billigsten Selbsteinlassen aller Gattungen Fußboden. 1766 Diese höchstvortheilhafteste Erfin- dung unterscheldet sich von den vielen zum Einlassen in Verwendung kommenden Lacken ꝛc. hauptsächlich dadurch,„daß vermöge der höch st gelungenen chem. Zusammensetzung und Legirung mit Kautschuk die Pasta eine eigen⸗ thümliche Zähigkeit erhält, die für die Dauer⸗ haftigkeit enorme Vortheile bietet,“ daher ein damit eingelassener Fußboden allen Strapazen trotzt und bei einiger Nachhilfe jahrelang schů n bleibt, ohne frisch eingelassen zu werden. Außer der Dauerhaftigkeit dürfte auch was Glanz und Schönheit anbelangt, kein ähnliches Prä⸗ parat am Continent existiren, und ein Versuch wird Jedermann von der Vortbellhaftigkeit dieser Pasta überzeugen. Die Arbeit ist ein ach und kann von jedem Kinde vollzogen werden. Eine Schachtel sammt Belehrung 1 Thlr. Hauptdepot bei Friedrich Müller, k. k. Priv.⸗Inhaber, in Wien, Gumpendorf, Pirschengasse Nr. 8., wohin die schriftlichen Aufträge erbeten und gegen Einsendung des Betrages prompt effectuirt werden. Es wird ersucht, bei brieflichen Bestellungen den Betrag gleich mitzufenden(da Versendungen nach dem Auslande pr. Pofinachnahme oder Poftvorschuß hier nicht angenommen werden) PAS! ATT Oeffentliche Anerkennung. 2977 Ich halte mich verpflichtet, die äußerst heilsamen Wirkungen, welche die Brust⸗ Bonbons des Hof⸗ Kieseranten Franz Stollwerck in Köln auf mich ausgeübt baben, öffentlich anzuerkennen. 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