dug f Donnerstag den 25. April. M49. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Sriedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publiziren: Nr. 17 sub 1. Friedderg den 20. April 1867. Zetreffend: Die Taubstummen⸗Statistik im Groß h. Hessen, insbesondere die Aufnahme taubstummer Kinder in Bekanntmachung, die Zusammensetzung der Medizinalbezirk ger für das Jabr 1867 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfniss e in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend.— sub 4. Uebersicht e in den Gemeinden des Kreises Friedberg betreffend. Großberzogliches Kreisamt Friedberg Taubstummenanstalten des Großherzogthume. An die evangelischen und k Diejenigen von Ihnen, welche noch mit der Berichtserstattung in obigem unfehlbar zu erledigen. Trapp. Friedberg den 18. Npril 1867. atholischen Schulvorstände des Kreises. Betreffe im Rückstande sind, haben solche binnen 8 Tagen Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg Zetreffend: Die öffentlichen Schulprü fungen im Jahre 1867. Die Großherzogliche Kreisschulcommission Friedberg an die Orts vorstände. e Friedberg am 18. April 1867. Wir bringen die Vornahme der öffentlichen Schulprüfungen in Erinnerung und sehen demnächst der Vorlage der Protokolle hierüber(S. 4 pos. 2 der Instruction für die Ortsschulvorstände vom 20. Juni 1832) entgegen. ra o Hessen. Darmstadt. In einer am 17. 5. M. abgehaltenen Versammlung hiesiger Bürger wurde nachstehende Aufforderung beschlossen: „Die hessischen Abgeordneten haben im norddeulschen Reichstage interpellirt, ob dem Eintritte unseres ganzen Broßherzogthums in den norddeutschen Bund noch Hinder⸗ disse entgegenstehen. Die Antwort des Grafen Bismarck urgibt, daß solche von Seite Preußens nicht werden er⸗ hoben werden, und hiermit ist der Umstand weggefallen, welcher seither unsern Eintritt in die Ferne zu rücken schien; der Grundsatz der Mainlinie ist aufgegeben. Nach der Erklärung unseres Bundescommissärs in Berlin ist dei unserer Regierung gleiche Geneigtheit zu unterstellen. Dürfen wir hiernach hoffen, daß Se. k. Hoheit der Greß⸗ gerzog— im Anschluß an seine Protlamation vom 17. Sept. v. J.— auch für die südlichen Provinzen des Tandes dem norddeutschen Bunde in Bälde beitreten werde; so halten es die Unterzeichneten dennoch für geboten, daß die öffentliche Meinung bezüglich dieses Schrittes noch vorher sich deutlich kund gibt. Dec Eintritt des ganzen Großherzogthums in den norddeulschen Bund ist im In⸗ teresse Deuischlands wünschenswerth, im Interesse unseres Landes unerläßlich. Die Erwägungen, die dafür sprechen, sind bereus zur Genüge erörtert. Jetzt aber scheint uns jener Eintritt zugleich die geeigneiste Antwort zu sein, welche Hessen seines Theils auf die neueste Herauoforde⸗ rung geben kann, welche unserer Nation aus Frankreich wird. Zwar hoffen wir noch auf den guten Geist des französischen Volkes, mit dem wir in Frieden zu leben aufrichtig wünschen. Gilt es aber, den bedrohten Frieden zu retten, so ge. schieht es am besten dadurch, daß jede Rechnung, die man auf unsere Zerrissenheit gründen könnte, aufs schleunigste als irrig erwiesen wird. Lehren wir Diejenigen, die so rechnen, vielmehr, daß ihre Pläne nur dazu dienen, die Wiedervereinigung der zersprengten Glieder Deutschlands zu beschleunigen; lehren wir sie dies, indem wir den norddeutschen Bund durch Anschluß dem Ziel der Erwei⸗ terung zum deutschen Reich um einen Schritt näher führen. Was uns von dem Norden trennen möchte, dessen darf jetzt nicht mehr gedacht werden, und wenn uns die engere, die bundesstaatliche Verbindung mit ihm möglich gemacht wird, dürfen wir uns nicht mit der weniger engen be⸗ gnügen: denn je inniger verbunden, desto mehr werden die Kräfte Deutschlands leiten. Wir fordern unsere Mit⸗ bürger, sofern sie gleicher Meinung sind, auf, sich unserer Erklärung durch Unterschrift anzuschließen. Darmstadt, 17. April 1867. Buchner II., Dr. Rieger, Dr. Becker, Dr. Hüffel, Fabrikant Wenck, Dr. v. Wedekind, Welcker, Adv. Weller, Adv. Siegfrieden, Adv. Otto Hofmann J.“ Diese Aufforderung hat mittlerweile eine große Anzahl Unterschriften von Männern aller Parteien gefunden und ist noch größere Betheiligung zu erwarten. — Die„Hess. Landesztg.“ will vernommen haben, daß in der Kürze den hessischen Staats— angehörigen das Spielen an der Nauheimer Bank verboten werden wird. — Der Finanzausschuß zweiter Kammer hat bei Berathung der Anforderung der Regierung für die Geistlichen in seiner Mehrheit folgende Anträge von großer Bedeutung gestellt. 1) durch Aenderung der Verfassung der evan⸗ gelischen Kirche deren Selbständigkeit zu begründen, 2) die Steuerfreiheit der Kirchen- und Schul- güter aufzuheben, 3) die Hoheitsrechte des Staates und resp. Patronatsrechte des Landesherrn der Kirche gegenüber zu wahren und renitenten Geist⸗ lichen keine Besoldung aus Staatsmitteln zufließen zu lassen, 4) die Verordnung vom 30. Januar 1830, die Nothwendigkeit einer wirklichen akade- mischen Bildung für die katholische Geistlichkeit wieder zur Anwendung zu bringen und demzufolge in Erwägung zu ziehen, ob zu diesem Behufe die kath. theol. Facultät an der Landesuniversität wieder herzustellen sei, 5) die für die bekanntlich dermalen von Jesuiten verwaltete St. Christophs- pfarrei in Mainz geforderten 252 fl. so lange abzulehnen, als die nicht ordnungsmäßige Be; setzung, resp. Verwaltung, dieser Pfarrei fortdauere, 6) die zur Unterstützung der evangelischen Geist⸗ lichen geforderten 3000 fl. abzulehnen, jedoch eine gleiche Summe zur Aufbesserung zu gering votirter Pfarrstellen zu verwilligen. Eine Minorität des Ausschusses der zweiten Kammer und der Finanz- ausschuß der ersten Kammer ist diesen Anträgen nicht beigetreten. — In dem an die Stände gelangten Budget werden von der Regierung für die Kreisämter 131,610 fl. angefordert. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer beantragt in seiner Majorität: 1) die angeforderte Summe nach Abzug von 2000 fl. Repräsentationsgehalt und 300 fl. Natural- vergütung des Territorialcommissärs zu Mainz zu genehmigen, 2) die Staatsregierung zu er- suchen, das Kreisamt Wimpfen aufzuheben und in Erwägung zu ziehen, ob nicht noch weitere Kreisämter aufgehoben werden könnten; unter dieser Voraussetzung 5 Kreisassessoren mit je 800, 12 mit je 1000 und 5 mit je 1200 fl. zu hono⸗ riren. Die Befugnisse der Bezirksräthe wieder angemessen zu erweitern. Eine Minorität will in Oberhessen 2—3, in Rheinhessen 1 und in Starken⸗ burg 2 Kreisämter aufgehoben und an den Kosten für Schreibereien 4000 fl. gespart wissen. Bericht⸗ erstatter ist Abg. Hunsinger. — Die Mehrheit des Finanzausschusses bean- tragt weiter, den bisherigen Staatsbeitrag zur geistlichen Wittwenkasse von 6000 fl. auf 3000 fl. herabzusetzen, da jene Kasse einen durchschnittlichen Ueberschuß von 30,000 fl. jährlich und ihr Kapitalstack bereits eine Million überschritten hat. Die Minderheit will jeden Beitrag gestrichen sehen. — Wie verlautet, ist Ende voriger Woche die Militär-Convention mit Preußen durch den Großherzog unterzeichnet worden. S. Friedberg. In Betreff der in Nr. 47 dieses Blattes angekündigten Lehrer-Versammlung in Hildesheim ist es vielleicht von Interesse, zu wissen, daß noch nie derartige Conferenzen mit mehr Gewißheit eine zahlreiche Betheiligung er- warten durften, als gerade die bevorstehende. In Hildesheim befinden sich nämlich, wiewohl die Stadt nur 18,000 Köpfe zählt, folgende Anstal⸗ ten: zwei Gymnasien, ein protestantisches und ein katholisches, ein Priester⸗ und ein Schullehrer⸗ Seminarium, eine Realschule, zwei Handels- schulen, eine Ackerbauschule, ferner zwei Schulen für Handwerker, zwei für Techniker, eine für Mühlenärzte, drei höbere Mädchenschulen und zahlreiche Klassen der Volks⸗ und Elementar- schule, daneben noch eine Taubstummen-Anstalt, drei Irrenanstalten und drei Waisenhäuser. An allen diesen Bildungs-Anstalten stehen im Ganzen weit über 100 Lehrer und Lehrerinnen in Thätigkeit, so daß, wenn auch gar keine aus- wärtigen Theilnehmer sich einfinden sollten, die einheimischen schon genügen, um eine recht statt⸗ liche Versammlung zu bilden. * Friedberg. Stabsarzt Dr. Nebel dahier, welcher in dem Treffen bei Aschaffenburg durch einen unglücklichen Sturz einen Armbruch erlitten hat und nicht vollständig wiederhergestellt werden konnte, hat vor einigen Tagen seine Pen- sionirung erhalten. Mainz. Wie der„M. Anz.“ meldet, er- wartet man die Ankunft des Generalstabschefs Moltke in unserer Festung.. Aus Rheinhessen wird gemeldet, daß bei der evangelischen Geistlichkeit des Großherzogthums eine Adresse an den Großherzog zur Unter- schrift im Umlauf gesetzt sei, in welcher dieselbe eine entschiedene Verwahrung gegen die in der Sturmpetition des katholischen Clerus angestrebte Anerkennung der Jesuiten im Interesse der evan- gelischen Kirche ausspricht. Preußen. Berlin. Die neulich mit. getheilte Kundgebung der Pariser Studenten hat eine indirecte Beantwortung in hiesigen, wenn 1 „ 1 19 17 1 110 0 ö ö 0 1 40 10 gleich nicht studentischen der am letzten Sonntage anberaumten Sitzung des Maschinenbau-Arbeiter-Vereins, wo die Wahl eines Deputirten zur Pariser Ausstellung vor- genommen wurde, ward gleichzeitig beschlossen, dem Gewählten einen schriftlichen Gruß an die Pariser Arbeiter mitzugeben. Derselbe lautet nach der Mittheilung der„Zukunft“:„Die Maschinenbau— Arbeiter Berlins erklären: Wir verabscheuen jeden Krieg und halten besonders einen Krieg zwischen Frankreich und Deutschland für gleich sehr schäd— lich den Interefsen der Civilisation und der Freiheit. Wir wissen, daß beide Völker auf ibren weiten, schönen Gebieten Raum genug haben, um frei, glücklich und friedlich nebeneinander zu leben, und daß nur die Hetzereien Derer, die ein Interesse daran haben, der rohen Gewalt über Recht und Freiheit zum Siege zu verhelfen, die Völker zu gegenseitigem Hasse und zum Neide aufzustacheln suchen. Wir siad überzeugt, daß der Arbeiter nichts zu schaffen hat mit dem Lorbeer des Krieges, denn dieser Lorbeer wurzelt in den mit den Ge— beinen der Arbeiter gedüngten Schlachtfeldern, ist befeuchtet von den Thränen der Wittwen und Waisen und ist beladen mit den Flüchen ver⸗ bungernder Arbeiter. Wir halten die Coneurrenz der Arbeit für die einzige unserer Cultur ent— sprechende Wahlstatt, und den gemeinsamen Kampf sämmtlicher Nationen für die Freiheit gegen die Feinde derselben für den einzigen unserer würdigen Kampf. So senden wir unsern französischen Brüdern unsern friedlichen Gruß.“ — Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ nennt die Nachrichten auswärtiger Jvurnale, daß Preußen die Selbständigkeit der Niederlande bedroht und den Anschluß der Niederlande oder Luxemburgs an den norddeutschen Bund gefordert habe, einen frechen Betrug der öffentlichen Meinung und ein frivoles Spiel mit dem Frieden Europas. Dasselbe Blatt sagt ferner: Die Pariser Nachricht der„Independance belge“, daß Graf Bismarck vor zwei Monaten Drohworte an den holländischen Gesandten gerichtet, sei eine absichtliche Erdichtung. — Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht das Genossenschaftgesetz. Dasselbe ist vom 27. März datirt und tritt zunächst nur für die älteren preußischen Landestheile in Kraft. — Alle die Stadt durchlaufenden Gerüchte von preußischen Rüstungen sind rein erfunden. Bis jetzt sind keinerlei wirkliche Kriegsvorberei— tungen getroffen worden — Der„Staatsanzeiger“ enthält eine könig⸗ liche Verordnung, durch welche beide Häuser des Landtags auf den 29. April einberufen werden. — Die„Zeidler'sche Correspondenz“ stellt alle in Betreff von angeblichen Kriegsvor⸗ bereitungen in Preußen gebrachten Mittheilungen in Abrede. Es sei weder von einer allgemeinen, noch von einer partiellen Mobilmachung, noch von einer auf eine kriegerische Eventualität deutenden Maßregel bis jetzt überhaurt die Rede gewesen. Das officibse Organ betont namentlich die Ab⸗ wesenheit des Grafen Bismarck von Berlin als einen Beleg, daß die Situation minder bedenklich sei, als die allarmirenden Börsennachrichten sie darstellten, und macht schließlich darauf aufmerk- sam, daß den friedlichen wie den Kriegs nachrichten jede officielle Basis fehle, da directe Verhandlun— gen zwischen Paris und Berlin noch gar nicht stattgefunden haben Coblenz. Nachdem kürzlich auf dem Ehren⸗ breitstein ein fein gekleideter Herr, welcher sich eifrig mit der Aufnahme der Festungswerke be— schäftigte, arretirt worden war(derselbe soll sich später als ein französischer Offizier legitimirt haben), wurde neuerdings ein zweiter Fremder bei der Zeichnung der Werke auf dem Fort Alexander überrascht und zur Wache abgeführt. Wiesbaden. In der heutigen General⸗ Versammlung der Taunusbahn⸗Actionäre wurde die Dividende auf 8 Gulden per Actie festgesetzt und ferner beschlossen, in den Erneue⸗ rungssonds 83,000 Gulden abzusetzen und dem Pensionsfonds der Angestellten eine Dotation von 5000 Gulden; zuwenden. Wenig Debatten, Annahme einstimmig Kreisen gefunden. Ja — Der„Rh. K.“ wiederruft die Nachricht, daß das Hotel„Oranienhof“ in Kreuznach für den Prinzen von Frankreich gemiethet worden sei. Frankfurt. An Stelle des Herru Ober⸗ staatsanwalts Hecker ist Herr Staatsanwalt v. Schmieden in Posen ernannt worden. Derselbe übernimmt seine hiesige Stellung am 1. Mai. Oberursel. Am Sonntag den 14. d. M. fand hier eine, namentlich von vielen Katholiken besuchte Versammlung statt, in welcher Berathung über die Communalschulen gehalten wurde. Der Plan, hier eine Confessionsschule zu errichten, darf als vollständig gescheitert angesehen werden. Sachsen. Dresden. Durch eine Bekannt— machung des Gesammtministeriums wird der Land— tag Sachsens auf den 29. d. M. auf kurze Dauer einberufen Oester reich. Wien Die Specialcom— mission für die Berathung der Münzfrage hat, wie die Augsburger„Allg Ztg.“ erfährt, ihre Arbeiten bereits beendet, und sich dem Vernehmen nach im Princip für die Einfuhrung der Gold— währung(jedoch keinenfalls vor dem Jahr 1870) und für die Beschickung der von Frankreich aus— geschriebenen inter-nationalen Conferenz entschieden. — Die„Presse“ erfährt über die Mission des Grafen Tauffkirchen in Berlin und Wien, es habe sich in erster Linie um den Eintritt der süddeutschen Staaten in den norddeutschen Bund, eveatuell um ein Schutz- und Trutzbündniß zwi⸗ schen Oesterreich und dem unter Preußens Führung geeinten Deutschland gehandelt. Ersteres— sagt das Blatt— wäre dem bahyerischen Diplomaten in Berlin gelungen. Dagegen werde bestimmtest versichert, daß Graf Tauffkirchen eine Zusage in Betreff eines österreichischen Bündnisses mit Deutsch— land nicht zu erlangen vermochte. — Nachrichten aus Paris wollen wissen, daß der Herzog von Grammont ein eigenhändiges Schreiben des Kaisers Napoleon an den Kaiser Franz Joseph, welches diesen einlade, zum Besuch der Ausstellung nach Paris zu kommen, bei seiner demnächstigen Rückkehr von Paris mit— bringen werde. Frankreich. Paris. An der Börse zeigt sich noch immer wenig Vertrauen in die politische Lage. Die preußische Thronrede wird ungünstig ausgelegt. Man glaubt hier die Spannung zwischen beiden Mächten im Wachsen.— Fast alle Blätter beurtheilen die Rede des Königs von Preußen als nicht friedlich, indem sie hervor— heben, daß er zwar von Frieden rede, ohne jedoch zu sagen, daß man für Erhaltung des Friedens Opfer zu bringen geneigt sei.— Der König von Belgien ist nach Berlin abgereist — Die„France“ bringt einen Artikel über— schrieben:„Paris und Berlin“, in welchem sie nachzuweifen sucht, daß Krieg oder Frieden jetzt nur von Preußen abhängt, und welcher mit fol⸗ genden Worten schließt:„Frankreich ist geneigt, der Aufrechterhaltung des Friedens alle Opfer zu bringen, die mit seiner Nationalehre vereinbar sind. Wenn bie heute versuchte friedliche Bestre— bung nicht zum Ziele führt, so kann die Ver— antwortlichkeit es dafür nicht treffen.“ ö — Man liest im„Univers“:„Man hat die Haltung, welcher der Kaiser am vergangenen Sonntag bei dem Rennen von Longchamps gegen den Grafen v. d. Goltz beobachtete, sehr bemerkt. Der preußische Botschafter hätte sich dem Kasser genähert, der seinerseits ihn sehr verbindlich ge⸗ grüßt, aber kein Wort an ihn gerichtet hätte. Als der Botschafter sich später in den Wägeraum begab, fand er bei allen Personen beinahe, welche in näheren oder ferneren Beziehungen zur Regierung stehen, gleichfalls einen ziemlich kalten Empfang. Man hatte bereits die Haltung des Kaisers wahr- genommen, und es bedurfte nicht mehr, um die ganze officielle Welt sofort zu einer gleichen Hal⸗ tung zu veranlassen. Abends war großes Diner bei dem Senatsvräsidenten Troplong, zu dem auch Graf v. d. Goltz geladen war. Er fand daselbst den gleichen Empfang. Nur ein einziger Senator unterhielt sich mit ibm.“ — Die französische Regierung gibt den unstreitig stattfindenden Rüstungen gegenüber folgende Gründe ** an: Durch die mexikanische Expedition u. a. Unter- nehmungen wurden nämlich fämmtliche Mllitär— Magazine und Arsenale erschöpft, ohne daß es bis jetzt der Zustand der Finanzen gestattet hätte, bessernde Hand daran zu legen. Wenn daher auch nicht die Luxemburger Frage auf dem Tapet stände, so würde sich die Regierung doch genöthigt gesehen haben, endlich arbeiten auszuführen. — Es wird versichert, es sei den Vermittlungs- mächten gelungen, in der schwebenden Frage ein für beide Theile annehmbares, von Frankreich bereits angenommenes Ausgleichungsprineip auf— zustellen. Der Kaiser Napoleon soll sich gegen Marquis de Moustier für Rouher's Friedenspolitik entschieden ausgesprochen haben. Italien. Verschiedene Blätter melden, daß in Savoyen das Gerücht von einer Rückerwerbung dieses Landes durch Italien sehr verbreitet sei und Gefühle errege, die für Frankreich nicht sehr schmeichelhaft seien. Türkei. Belgrad. Die Türken haben die Festung dem serbischen Militär übergeben. Die Truppen beider Nationalitäten waren in Parade aufgestellt. Der Fürst verlas den Ferman, wodurch die Uebergabe von der Pforte bewilligt wird. einmal jene Rüstungs⸗ Mainz, 18. April. In dem vielbesprochenen Dieb⸗ stahl auf der hiesigen Eilgutexpedition der Ludwigsbahn sind durch das Bezirksgericht folgende Urtheile ergangen: Dem Hauptbeschuldigten Alex. Grünewald war der Betrug und die Unterschlagung, an einem Koffer von 800 fl., eines Kistchens Spitzen von 500 fle, einer Tasche mit Herrenkleidern von 45 fl., eines Heftes Elsenbahn Bons von 500 Francs und eines Stückes Sarsinet von 48 fl. Werth nachgewiesen, seinen milbeschuldigten Schwestern Margaretha und Sophie, sowie seinem Bruder Heinrich die Gehülfenschaft, beziehungsweise Begünstigung der Ver⸗ brechen zur Last gelegt. Der Hauptbeschuldigte wurde zu 6½ Jahr Correctionshaus, Schwester Margaretha zu 9, die kaum 16 Jahre alte Sophie Grünewald, in Berück⸗ sichtigung dieses Alters, zu 6 Wochen Gefängniß und Heinrich Grünewald zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt. Düsseldorf, 17. April. Gestern langte die große Krupp'sche Kanone hier an, um von hier nach Pacis zur Ausstellung geführt zu werden. Das Geschütz sammt einem eisernen Gestell lag auf einem, aus der Krupp'schen Fabrik hervorgegangenen achträderigen Wagen, stark genug, giese Riesenkanone nach ihrem Beslimmungsorte zu bringen. Ranone und Gestell wog nicht weniger als 80,000 Zoll⸗ pfund. Dazu kamen mehrere Geschosse, von denen jedes ein Gewicht von 1100 Pfund hatte. Unter dem Drucke einer solchen Kugel muß wohl jede, auch die stärkste Mauer, das stärkste Gewölbe brechen. 2* Deutscher Müllertag. Am 27., 28. und 29. Mai d. J. findet zu Berlin die erste Versammlung deutscher Müller und Mühleninteressenten im Saale der Ressource zur Unterhalfung, Oranienburgerstr. Nr. 18, statt. Die Discussion eestreckt sich nicht allein auf die Fortschritte der Mühlenbau-Technik, sondern auch auf die bei der Müllerei in Betracht kommenden rechtlichen Momente, und werden hier namentlich vielfältige Lücken in der Gesetzgebung zur Sprache kommen. Zu gleicher Zeit findet eine Ausstellung (andwirthschaftlicher Maschinen zu dieser Zeit in Berlin statt, und wird auch auf Vergnügungen jeglicher Art reichlich Bedacht genommen werden. z Nach der„Neuen Thurgauer Zeitung“ werden auf dem Schloß Arenenberg Vorbereitungen für ein baldiges Eintreffen der Kaiserin Eugenie von Frankreich und ihres Sohns getroffen. „ Entsetzlicher Vorfall. Am 5. d., Morgens 3½ Uhr, als während des fürchterlichen Schneesturmes jedes Hören und Sehen auch auf die kürzeste Strecke un⸗ möglich war, wurden in der Nähe des Maschinenhauses zu Löbau(Sachsen) zwei auf dem Heimweg befindliche Eisenbahnarbeiter von dem daher brausenden Personenzug erfaßt, der eine derselben wurde überfahren und so er⸗ heblich verletzt, daß er eine Stunde später verstarb. Dem audern erging es noch schlimmer. Er wurde von denn Aschkasten der Locomotive erfaßt und bis nach Pommritz geschleift, wo er endlich als formlose Masse liegen blieb. Auf dem ganzen Weg bis dahin fand man Kleidungs⸗ stücte und einzelne Glieder des Unglücklichen. Beide Arbeiter sind verheirathet gewesen und hinterlassen jeder drei kleine Kinder. ä—— Mathildenstiftung zur Rettung ver⸗ wahrloster Kinder. Friedberg, 22. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog aden die Gnade gehabt, der seit 2 Jahren im bicsigen Kreise bestebenden„Mathildentiftung zur Rettung verwahrloster Kinder“ einen jährlichen Beitrag von 100 fl. aus Allerhöchstihrer Kabinetslkasse zu be⸗ willigen. Indem wir von dieser für unsre Stiftung, die bereits 24 verlassene Kinder in Pflege genommen hat, göchst erfreulichen Bewilligung allen Juteressenten Kenniniß geben, verfehlen wir nicht, für diese hochherzige Gabe unsern unlerthänigsten und tiefempfundensten Dank auch au diesem Orte auszusprechen. Für den Vorstand: S ie me ge e. ö 1 mögensve all! leiden ausge ersonen, die dieimach wich der Veisse gun fach uw een Friedl lg g e Ba 1025 Dir un Rödelheim sch Holzve fteigerg Millwoch den 16. Mai feffge Wichstad! Ho 1021 Freitag anfangeno, sol Polgsorsimente . Stecke! * 0 p.. 1 75 Weh 3 Sta 750 Gebun 99„ Butzboc Gr Be 1029 für d, mendewald berffelgere 5 erffe Abfahrta Die Perrer un Gemeind Münfter Gr. 0 Lace * Kade Juen Muße 0 1035 0 ö Nr. 100 0 1 d. Urte, . . Al, Güter* 1 1 daß 71 Freitag den 26. 105. 5 995 run 9. Wol v d. J., Vormittags 11 Uhr* 3 erstei Ee 1 1028 Na Meuug ö ächsten Dlenstag den 30. 1 n der Oberförsterei Ortenb „on Vormittags präcis 9 e b 9 Uhr an, sollen rg. . n im Distriet St 5 1 ein nachstehende 1 daß ut ban, blen in blefigem 9 dam. kacke m Ratbhause di dab 8 der Philipp Schmidt e er oer. H 1 Ge ahter, nämlich:] Volz ortimente: Wan 2* Kstr. matkung Friedberg. 1 1 Scheldhol digt 94. St. G dolz Prügel 5 90 115 e rabgarten Lie! 1 8 üge S1 5 25 115. N. lebfrauengärt Buchen⸗ 8 S Stockhol 9 N.. 2 40 desgleichen daselbst 2 8 Eichen 1932½ 5 13 eden Reiser — 53. 33.— Nadelbloz⸗ 155 4 1 2540 . kochmals ö er or dem Main 466 S 5 5 47 547 mae e meisthtetend versteigert n 3 tecken Hachen. 11 f 25 dbern am 15. April 1867.. 14 Eichen Eschen Nutzscheltbolz. 235/ „Stämme von 26 335 7 Buche i on 26—33“7 urch 1 3 5 5 1 20„ nesser ö 5 13 Nadel- 23 33 und 10-30“ Läng ö„ 5.„ Lange, 6— 10“„ 1„ 20 60 In Auft Grof berzogliche 190 glichen Landg ( gericht e 6 Großberzogliches n J. V ch Friedbe g. F e r 0 m Distrikt bnd M(twoch den bei Bergheim, um dieselbe— Ma i Stomm⸗ Stunde anfangend: 12 5 De R d. 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J. besti e el Steinbrecherarbzit dem Dabing 7 allen Denjeniger g 71. 5 Herren Bu germeister 115 kenimmt worden. 10) Steindelfuhr 4 41 5 3 ngeschledenen wahr 1 ien gen, welche en Gemeinden gekälligst den ersucht, dieses 11) Stet 20 en Trost und Hilfe end selner Krankheit a1 10 Münster den 2³ ee machen zu lass 24 Steinklopferarbalt 68 24 deen se er dete Rubest ftr sowie reich 5 1867. 186 ö Die jährlichen Unterhal 80[den inniagste* en Rubestätte 5 Großherzogliche Bürgermeif N e. Unterbaltungs- und pan— enen Dank. hestätte begleiteten 1 W̃ 6 germeisterel Münster 13) Liefer n den Vicinalssraße en 2 Die 5 — 2 1. Sand 1 95 22 Ln H 29 8— e 2 1 2 2 olz⸗Versteigernt ö 122 ö 4 Kalk 9225 ere Ee reer eee u dem Münsterer Ghemeind 8%„ de 1 5 fo 7 8 emeindewald„ Ober Bu 6 9 8 00 n. 2 e 5 3 T f 4 4 3**. l 1 2 138 1 0 028 Ban e Hoch⸗Weisel n 0 üdesanzeige und Danhsagu 25 ac 5 7. er Bez. 1 3 1 0 0 Münsterer Samet den 2. Mai 1867 werde 8 Bezeuks Bauausseber 1036 Verwandten und Fr 1 ug. 5 damesat eindewald, Distrikte 1 en in dem 0 5 Burk. die schmerzliche Anz Freunden widmen wir 5 77„nachfolgende Holzsortl n Vollkopf und Verstei gefallen 9 Anzeige daß es dem Allmä 90 seigert: zsortimente öffentlich ge run 9 von A a gelisd bat, am 18. d Mie Allmächtigen ans 18 Stecken Buchen⸗Schelth— und Liefer Arbeiten FE 1 innigst 0 2 Eich Scheitholz, 1037 Sai unge Maria Katharina Schä 5 5 ichen 5 Samstag den 2 Aue 9 e n in ihre 8 ing Schäfer, ge 1 26„ Brchen-P.* Uhr, sollen Aa ve 27. Aplil l. J., Nachmtt a nad 1 noch nicht volle deten 1175 Haus, 41 0 rtügelholz nachfol emeind tags ach längerem Leiden in l edensfahre der 7 5 Birken ügelholt, achsolgende ei indebause zu e 5 Wer 0 Leiden in ein dae 9 bre 1 1 As 1 der Verstei mund Lieferung Weisel abzurufeg. besseres Jenseite 1* en⸗— gerus e gen, unter d 5 8 . 12⁰ 5 Buche Stock versteigett ee ee en 5 5 eier Zugleich verbinden wir bi 1 f 0 41 Stockholz, 1 ed e gegeben werden eee laben Dank für all'*— unsern berz ung a 5300 Stück N 1 1 2) Ma beit veranschlagt zu„ gan Verstorbenen währ le Theilnahme, welche 8 uchen Reis 2) Maurer und Weiß binder 78 fl. 41 kr vte 50 0 während tres. eiche der 9. Elch en⸗ wee 4 Dachveckrarbelt übinderarbett 58„ 12 kr. 1 8 8 erwiesen wurde Kankseins von 1 10 Sodann 8 N 1 be„ Aspen 5 4) Schreincrarbeit N 82. sagen wir Allen dene „ Aubten 1 Buch 2 N 5) Steinbau⸗ 2 4 erblichene zu ibrer enen, welche di . ar 4 El en. Stammbol,, 7 Cbkfß, enthal 6) S aden et** baden, un ern inn letzten Rubestätte begee 0 1 1 155 Stangen 16 enthaltend,. Schlosserarben 1 Die miasten Dank. begzeftet die Zuf adel⸗ 5 3 5 1 99 9 zu brechen 0 18 a 1. le trauernden Hlaterbliebenen 1 Nabe ift Mor zene 9 ub 1 a 93 Sensei zu brechen 8 1 24 5—— 22 e ruin Munser.] 10) 5 2. 2 1 g 7 167 teferun, 55 9 2 N efN—— n 1 osberzogliche Fergeamehene Münsle 10 We 19* Kles 2 5 10 1 r u cd t preise —ů— 10 5 uster 1 1 Kal 7 R Malter b 1(5 1— t ne T 12 8 Grünberg, er taiter a 1 77— 8„„ I Deckplatte 1 Grunberg, 20. Aprtr. W a 4 1 13). eckplalte„ II ft. 28 fl pet. Waizen 15 fl. 29 fr.g. K 22 + N In 0 8 51 14„ Backstetnen e 45„[Molt e Gerste 9 fl. 20 kr.; 90 15* ke Kor 7 9 U 5 1 r fl.— fer 5 fl. 31 035 ist 0 1 imer 15) Ste 0„Ziegeln 3% 20 kr.; Erbsen— fl e mii ee 1 enen e Saamen und Lei— f n 35 bei der Exped. d 3 es zu erfragen unter hutzbach am 23. April 1867 G Mai r. l kr. Kartoffe 8 1 E g 0 uz,. 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