rein de ung * 1867. Jamstag den 22. Juni. M73. Anzeiger für Oberhessen. nsen, 1 1 den jen — 22 gel 2 Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Abonnements⸗ Einladung. Mit dem 1. Juli beginnt ein neues halbjährliches Abonnement auf den Anzeiger für dreimal, Dienstag, Donnerstag und und wichtigsten Tagesbegebenheiten, Nachrichten, Markt- und Cours⸗Berichte, Unterhaltungs-Blatt interessante uns die erfreulichste Aufmunterung sein, Das Abonnement beträgt halbjährlich: Samstag, erscheinen wird. allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, Verloosungen von Staatspapieren und locale Notizen, Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Räthsel ꝛc. die Geschäfte der Redaction in der bisher eingehaltenen Weise fortzuführen. für die Abonnenten in hiesiger Stadt 1 fl., bei sämmtlichen Postämtern des Großherzogthums 1 fl. 6 kr. Bestellungen bei der Post Unterbrechung eintritt. O berhessen, welcher auch ferner wöchentlich Derselbe bringt die kreis amtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Die stets wachsende Zahl der Abonnenten muß beliebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das neue Halbjahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich Abbestellung erfolgt. Die Redaction. Betreffend: Pferdeankauf im Lande. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherz Indem wir Sie benachrichtigen, daß nach einer Mittheilung Großherzoglichen Krieg 8922 der Ankauf des diesjährigen größeren Erforderuisses an Reitpferden am 3. Juli und zwar in beiden Orten Vormittags um 10 Uhr anfangend, stattsindet, beauftragen wir Sie, Amtlicher Theil. in möglichst rascher Kenntniß des Publikums zu bringen. Betreffend: Die öffentlichen Schulprüfungen im Jahre 1867. Dasselbe an die Ortsschulvorstände. Diejenigen von Ihnen, welche mit Erledigung unserer Auflage vom 18. April l. Betreffend: Die Verwaltung vet Oberförsterel Butzbach, Forstes Friedberg. Be Wir bringen zur öffentlichen Kenntuiß, Butzbach widerruflich bestellt worden ist. . W Friedberg den 20. Juni 1867. oglichen Bürgermeistereien. sministeriums vom 18. Juni l. J. zu Nr. K. M. Butzbach und am 5. Juli zu Selgenhof, dies in Ihren betreffenden Gemeinden zu Era Friedberg den 20. Juni 1867. J. noch im Nückstande sind, werden hieran erinnert. „ Friedberg den 20. Juni 1867. n g. daß der Großherzogl. Forstaccessist Sell zum interimistischen Verwalter der Oberföͤrsterei Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp. 1 Hessen Darmstadt. Das Großherzog ⸗ liche Regierungsblatt Nr. 27 enthält: I. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 22. Februar d. J., des Abends gegen 9 Uhr, waren Ja⸗ cob Scherer, Peter Gertel, beide von Worms, und Adam Kraft von Bensheim, im Auftrage des Holzhändlers Franz Reuter zu Worms damit beschüftigt, die in dessen Hof⸗ taithe vefindliche Abtriutsgrube zu leeren. Mau ging hierbei so zu Werke, daß Scherer in die Latrine auf eine vorher in dieselbe gelegte Diele herabstieg, dort mittelst eines Eimers von der Masse schöpfte und jenen alsdann gefüllt seinen Begleitern hinaufrelchte. Es mochte dieser letztere Vorgang etwa zwölfmal wiederholt worden sein, als der in der Grube befindliche Scherer plötzlich, ohne einen Laut von sich zu geben, nach vornen in den Kolh kürzte. Kraft, dies wahrnehmend, stieg alsbald in die Tieft, um Scherer zu Hülse zu kommen, aber er hatte denselben kaum erfaßt, als er auch schon, betäubt durch die unten herrschenden Gase, auf den Körper des Scherer nieberfiel. Jetzt begab sich Gertel in die Grube. welcher jedoch, alsbald von Schwindel erfaßt, sein Vorhaben, seine Kameraden zu retten, aufgeben mußte, weßhalb er eilends wieder nach oben stieg und Hülfe in den Personen des Philipo Wermuth und Caspar Sattler holte. Nach⸗ dem auch Sattler, der sofort in die Grube stieg, kaum daselbst angelangt, bewußtlos niebergesunken war, ließ man jetzt den Wermuth an einem Seile hinab und gelang es hierbei, den Kraft zu erfassen und nach oben zu bringen. Nunmehr aber glaubte es Wermuth nicht mehr wagen zu können, noch die übtigen in der Cloeake befindlichen Per⸗ sonen zu reiten und da auch von den anderen Anwesenden sich Niemand hierzu verstehen wollte, so schickte man in der Noth nach den Abtrittöseger Stephan Dannhei⸗ mer, welcher in kurzer Zeit erschien. Dieser sitet auch sogleich in die Cloake hinab und gelang es demselben, zu⸗ erst den Satler und sodann den Scherer nach oben zu verbringen. Scherer war bereits lobt, Sattler 2 er⸗ langle allmälig das Mewußtsein wieder.— Zufolge Aller- hoͤchster Enischließung Seiner Königlichen Hohtit des Groß. herzogs wird biese menschenfreundliche, mit Muth und eigener Lebensgefahr ausgeführte That des Stephan Dannheimer, neben der an denselben erfolgten Be— willigung einer Geldprämie, hiermit zur öffentlichen Kennt⸗ niß gebracht. II. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Heppenheim, die Erbebung einer weiteren Umlage zur Bestreitung der Flur⸗ und Parcellen-Vermessungs⸗ und sonstigen Kosten für 1866—68 in der Gemeinde Seehof, Kreises Heppenheim, betreffend. III. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Worms, die Erhebung einer Umlage von den zu dem Friedhofverbande zu Dalsheim gehörigen Joraeliten be— treffend. IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Offenbach, den Steuerausschlag zur Bezahlung des Gehalts des Rabbinen zu Offenbach für das Jahr 1867 betreffend. V. Uebersicht der für das Jahr 1867 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfnisse der Gemeinden des Kreises Worms. VI. Deßgleichen in den Gemeinden des Kreises Lin⸗ densels. VII. Abwesenheitserklärung: Durch Urtheil Groß⸗ herzoglichen Bezirksgerichts Alzey vom 6. Junt 1867 wurde Heiyrich Winterberger, Schreiner von Sprendlingen, für abwesend erklärt. VIII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 4. Mai den practischen Arzt Dr. Sehrt aus Battenberg zum ersten Assistenzarzt bei dem Landeshospital zu ernennen; — desgleichen dem Schulamts-Aspiranten Faustmann aus Fürth die 2. katholische Schulstelle zu Astheim zu übertragen;— desgleichen den Schaffuer bei der Main— Weser⸗Eisenbahn Strack zum Zugführer,— die Brem⸗ ser Bopp, Huber, Traß und Schütz zu Schaffnern bei dieser Eisenbahn zu ernennen;— am 7. Mai den Ober⸗Nechnungs⸗Probator 2. Klasse bei der zweiten Justi⸗ ficatur⸗Abtheilung der Ober-Rechuungs⸗Kammer Stei⸗ nius zum Probator 1. Klasse bei dieser Justificatur⸗Ab⸗ theilung zu ernennen;— am 10. Mai dem evangelischen Pfarrer Kern zu Ensheim die exangelische Pfarrstelle zu Eich,— und dem Schulamis- Aspiranten Dörr aus Mettenheim die 7. Lehrerstelle an der Musterschule zu Friedberg zu übertragen;— desgleichen den Cabinets- kassier Rechnungsrath Winter zum Director der Cabinets⸗ Direction zu ernennen;— desgleichen den Bahumeister auf der Station Langen der Main⸗Neckar⸗ Eisenbahn Hoffmann von seinem seitherigen Dienste zu entheben und denselben zum Expeditor auf dieser Statlon,— so⸗ wie den Bau-Accessisten Stegmayer von Darmstadt zum Bahnmeister der Bahnmeisterei Langen der Main-⸗Neckar⸗ Eisenbahn zu ernennen;— am 14. Mai dem Vorstande der Eisenbahnstation zu Offenbach Klöpper den Amts⸗ titel als„Bahn- Inspector“ zu verleihen;— desgleichen dem evangelischen Schullehrer zu Homberg an der Ohm Müller die 1. evangelische Schulstelle zu Trebur zu übertragen;— am 18. Mai den Gerichts- Accessisten Rothe aus Darustadt zum Ministerial⸗Secretär 3. Klasse bei dem Ministerium des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern zu ernennen;— desgleichen dem Ministerial⸗ Kanzleidiener bei dem Ministerium der Justiz Lippert die Nebenstelle eines Hausbeschließers in den beiden Col ⸗ legienhäusern zu verleihen;— desgleichen dem Schul⸗ amis⸗Aspiranten Simon aus Alteustadt die evangellsche Schulstelle zu Wippenbach.— und dem 1. evangelischen Schullehrer zu Auerbach. Mitprediger Eckstein die evan⸗ gelische Pfarrstelle zu Leihgestern zu übertragen;— 21. den Forst⸗Accessisten Marx aus Laubach zum Oberförster der Oberförsterei Ortenberg— und am 22. den seitherigen Oberarzt Dr. v. Hesse zum Hofarzt zu ernennenz— den Kreisarzt des Kreismedicinalamtes Laubach Dr. Ihe ring auf sein Nachsuchen von dieser Stelle zu entheben und ihn auf seine frühere Stelle als Kreiswundarzt des Kreismedicinalamtes Laubach zurückzuversetzen.— den Kreiswundarzt des Kreismedieinalamtes Seligenstadt Dr. Köhler in Babenhausen zum Kreisarzt des Kreismedi⸗ cinalamtes Laubach— und den Regiexungs ⸗ Accessisten Freiherrn v. Schenck zu Schweinsberg aus Rülsen⸗ rod zum Seecretär dei dem Ober- Consistorium zu armen nen;— desgleichen dem Schulamtes„ Aspirauten Meeg aus Kirch- Brombach die 2. evangelische Schulstelle zu Vilbel,— dem Schulamts Aspiranten Grebner aus Weisenau die 4. facholische Schulstelle zu Gonsenheim zu übertragen,— den von dem Herrn Fürsten zu Solms⸗ Braunsels auf die 2. evangelische Pfarrsselle und 1. Schul. stelle zu Hungen präsentirten Pfarramts- Candidaten Hildebrand aus Hungen für diese Stelle,— den von dem Herrn Fürsten zu Isenburg-Birstein auf die evangelische Schulstelle zu Bindsachsen präsentirten Schulamts⸗Aspi⸗ ranten Corvinus aus Altenstadt für diese Stelle— und den von dem Herrn Grafen von Schlitz genannt von Görtz auf die evangelische Schulstelle zu Willofs präsen⸗ tirten Schulamts- Aspiranten Mergott aus Bottenhorn für diese Stelle zu bestätigen;— am 31. Mai dem evan⸗ gelischen Pfarrer zu Steinbach Perschbacher die evan⸗ gelische Pfarrstelle zu Merlau,— und dem Lehrer an der 4. katholischen Knabenschule zu Heppenheim Roos die 3. katholische Mädchenschulstelle daselbst zu übertragenz— desgleichen dem Pfarramts⸗Candidaten Gisser aus Bin⸗ genheim die evangelische Pfarrstelle zu Steinbach,— dem Lehrer an der 3. katholischen Mädchenschule zu Heppen— heim Nack die 2. katholische Knabenschulstelle daselbst,— dem Schulamts⸗Aspiranten Schmidt aus Friedberg die 4. katholische Knabenschulstelle zu Heppenheim— und dem Schulamts⸗- Aspiranten Blum aus Monzernheim die 4. katholische Mädchenschulstelle zu Heppenheim zu übertragen. IX. Charakterertheilungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 23. Mai dem Salinen ⸗Inspector bei dem Salinenamt Nauheim Schreiber den Charakter als Bergratg— und am 25. Mai dem Ministerial⸗Secretär 1. Klasse bei dem Ministerium des Großherzoglichen Hauses und des Aeu⸗ ßern Dr. Neidhardt den Titel„Legationsrath“ zu ver— leihen.„„ X. Dienstentlassungen. Seine Königliche Hoheit der Großheczog haben allergnädigst geruht: am 18. Mai den katholischen Schullehrer zu Appenheim Roth auf sein Nachsuchen von seiner Dienststelle— und am 25. den evangelischen Pfarrer zu Bensheim Simon auf sein Nach⸗ suchen von seiner Dienststelle zu entlassen. XI. Versetzungen in den Ruhestand. Seine König⸗ liche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 10. Mai den evang. Schullehrer zu Steinheim, Conrad, auf sein Nachsuchen,— an demselben Tage den Mainzollamts⸗Rendanten Trupp unter Anerkennung seiner vieljährigen treuen Dienste,— am 14. den Secretär bei dem Ober⸗Consistorium Dr. Krach auf sein Nach⸗ suchen und unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste,— am 28. den Kreis⸗Assessor bei dem Kreisamte Friedberg, de Beauclair, auf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit— und am 31. den Lehrer an dem Gymnasium zu Gießen, Dr. Köhler, in den Ruhestand zu versetzen. XII. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die ev. Pfarrstelle zu Kriegsheim mit jährl. 582 fl 50 kr.,— die ev. Schul stelle zu Kirchbeerfurt mit jährl. 300 fl. und 22 fl. jährl. Vergütung für Heizung des Schullocals; (Präsentation des Herrn Grafen zu Erbach⸗Erbach.) XIII. Gestorben. Am 5. April Schullehrer Zim⸗ mermann zu Frei⸗Laubersheim;— 14. der ordentliche Professor an der Landes⸗Universität und Director der Entbindungs⸗Anstalt Geheimerath Dr. v. Ritgen zu Gießen;— 21. Mai Obergerichtsrath Gredy zu Mainz; — 25. evangelischer Pfarrer Saalfeld zu Bischofshein; — 4. Juni evangel. Pfarrer Rappolt zu Bellersheim. Darmstadt. Der hiesige Anwalt⸗Verein hat in seiner zahlreich besuchten Versammlung folgende Beschlüsse gefaßt: 1) es widerspricht der Ehren- haftigkeit des Anwalts sich gewerbsmäßig oder in gewinnsüchtiger Benutzung seiner anwalt⸗ lichen Stellung mit Wechselgeschäften, dem Erwerb von Forderungen, Debit⸗ und Concurs⸗ Massen, Güterschlächtereien und dergleichen zu befassen. Ferner hat er beschlossen: 2) sämmt⸗ liche Collegen aufzufordern, dieser Erklärung durch ihre Unterschrift beizutreten und 3) dieselben auf⸗ zufordern, alle für die Folge gegen jenen Beschluß sich ergebenden Zuwiderhandlungen zur Kenntniß des Vereins zu bringen, damit derselbe über die⸗ sen Fall nöthigenfalls durch Ausschließung jenes Anwalts, welcher sich ihrer schulrig gemacht hat, aus dem Verein oder auf andere geeignete Weise im Interesse des Standes beschließe. — Aus der neuesten Nummer der Mittheilungen der großherzoglichen Centralstelle für die Landes- statistik entnehmen wir folgende Angaben bezüglich der Ein- und Auswanderungs-Verhältnisse unseres Landes: Im Jahre 1864 wanderten in das Groͤß⸗ herzogthum Hessen ein 1071 Personen(361 in Starkenburg, 373 in Oberhessen, 337 in Rhein- hessen;) dagegen wanderten mit Aufgebung des Indigenats aus 1923 Personen(536 aus Star⸗ kenburg, 967 aus Oberhessen, 420 aus Rhein- hessen.) Im Jahre 1865 wanderten ein 1071 Personen(366 in Starkendurg, 306 in Ober— hessen und 399 in Aheinhessen;) es wanderten aus 2281 Personen(724 aus Starkenburg, 849 aus Oberhessen, 708 aus Rheinhessen.) * Friedberg, 21. Juni. Königl. Hoheit traf gestern Abend, von Konrads- dorf kommend, in dem hiesigen Schlosse ein, unter- nahm heute um die Mittagsstunde eine Fahrt nach Nauheim, um die dortigen Badeetablissements zu besichtigen, und kehrte des Nachmittags um 4 Uhr mittelst Extrazugs nach Darmstadt zurück. * Friedberg. Wie wir vernehmen, trafen am 15. d. drei Mitglieder des Finanzausschusses II. Kammer, die Abgg. v. Goldmann, Heß und Wernher auf dem Dorheimer Bergwerk ein, um Einsicht der ganzen Anlage zu nehmen und sich über einzelne Fragen und Zustände den für die Berichterstattung nöthigen Aufschluß an Ort und Stelle zu verschaffen. Hoffen wir, daß sich die erwähnten Abgg. von der großen Wich- tigkeit der Braunkohlenaufbereitung für unsere Gegend überzeugt haben und demgemäß bei der in der Kürze stattfindenden Budgetberathung den für ferneren ergiebigen Betrieb unabweisbaren Anforderungen und Bedürfnissen aufs Wärmste das Wort reden werden und daß die Kammer die nothwendigen Bewilligungen beschließen wird. Den billigen Wünschen der dortigen Beamten in Bezug auf den Zustand ihrer Dienstwohnungen wird dann wohl auch die verdiente Berücksichtigung zu Theil werden. Gießen. Dieser Tage wurde hier dem Bezirksrath von der Regierung ein eigenthümlicher Fall zur Begutachtung vorgelegt. Ein, wohl ein Menschenalter an der hiesigen höheren Töchter⸗ schule thätiger, fleißiger und gewissenhafter Lehrer, ist penstonirt worden und zwar mit dem vollen Gehalt von 800 fl.— Die Stadt ist gerne bereit, einem Manne, der im Dienst der Menschen⸗ bildung ergraute, diesen Betrag auszuzahlen, auch noch einen Vicar zu honoriren; weigert sich da- gegen ganz entschieden, die erwähnten 800 fl. als Pension zu zahlen, will vielmehr dieselben Des Großherzogs unter irgend einem andern Namen, etwa Sub- vention unter die Reihe ihrer Ausgabeposteu gestellt haben. Wer die hiestgen Verhältnisse kennt, für den ist die Sache kein Räthsel, gespannt sind wir aber, welche Erklärung der Bezirksrath darüber abgeben wird. Preußen. Berlin. Die„Börsenzeitung“ will von zuverlässiger Seite erfahren haben, daß, Kaiser Napoleon die Einladung nach Berlin an— genommen habe, allein seinen Besuch erst im Oe— tober ausführen werde. — Nach einer Vorlage, welche, wie die „Voss. Ztg.“ meldet, Finanzminister v. d. Heydt entworfen haben soll, wird 1) der Zoll erhöht werden a. vom rohen Tabak von 4 Thaler auf 10 Thaler, b. vom bearbeiteten Tabak von 11 auf 15 Thaler, o. von Cigarren von 20 auf 25 Thaler; 2) soll außerdem eine Fabrikations- und Consumtions⸗Steuer erhoben werden von 15 Sgr. von je 1000 Cigarren und von 1 Sgr. von jedem Pfund Rauch- und Schnupf⸗Tabak; 3) soll der Tabaksbau mit 20 Thalern der Morgen be⸗ steuert werden. Auch das Monopol mit all seinen Plackereien, welche es für den Landwirth im Ge— folge hat, soll bereits in Aussicht genommen sein, und hat man in Berlin bereits ausgerechnet, daß vermittelst desselben die Regierung in Frankreich vom Kopfe 29½ Silbergroschen aufbringe, wäh⸗ rend dasselbe im Zollverband nur 2 Sgr. vom Kopfe erträgt. — Herr v. Bennigsen und Graf Mün⸗ ster sind aus Hannover hier eingetroffen und vom Grafen Bismarck empfangen worden. Sie sollen Betreffs der Organisation Hannovers ge— hört werden. — Die„Nordd. Allg. Ztg.“ meldet: Graf Tauffkirchen hat gestern den Beitritt Bayerns zur Zollübereinkunft unterzeichnet. Die am 26. Juni zusammentretende Zolleonferenz wird von Tariffragen nur einen andern Modus der Tabaks⸗ steuer, im Uebrigen aber nur das allgemeine neue Verhältniß des Zollvereins auf Grund der Ueber- einkunft vom 4. Juni berathen. Frankfurt. Die von dem Finanzministerium zur Annahme vorgelegte Auseinandersetzung bezüglich des Stadt- und Staats⸗Vermögens hat sowohl der Senat als das Einundfünfziger⸗Colleg einstimmig abgelehnt. Die hierzu zwingenden Gründe sind in einer an das Gesammtministerium gerichteten Denkschrift niedergelegt, welche, wie berichtet wird, bereits nach Berlin abgegangen ist. Bayern. Würzburg. Am 16. d. M. fand auf dem Friedhofe zu Helmstadt die Ein⸗ weihung des den im Kampfe vom 25. Juli 1866 gefallenen und auf dem genannten Friedhofe be⸗ erdigten preußischen Kriegern errichteten Denk- mals statt. Auf den an den beiden Seiten des Denkmals angebrachten Metalltafeln sind die Na⸗ men all Derer verzeichnet, welche unter demselben ruhen, und zwar sind es 36 Offiziere und Soldaten. () Mexiko und der Kaiser Maximilian. Da wo der mexikanische Continent in der Mitte sich zu einem ver— hältnißmäßig schmalen Streifen Landes verengt, gleich einem riesigen Zwerchsack, der vom hohen Norden, wo die Eskimo's Thran saufen und Wallroßspeck essen, bis zu den Feuerlandsinseln tief im Süden, wo die Pescheräh's als Begegnungsgruß, anstatt wie hier zu Lande den Hut ab⸗ zuziehen und„guten Tag“ zu sagen, die Nasen aneinander reiben, nur die Kleinigkeit von 2000 Meilen lang ist, also daß, wollte ihn Einer aufhocken, er ein gewaltiger Packträger sein müßte,— liegt das jetzt vielgenannte Mexiko, das Land, wo der habsburgische Prinz Erzherzog Maximilian einen neuen Kaiserthron aufzurichten gedachte. Es ist ein in jeder Beziehung merkwürdiges Land, dieses Mexiko: groß, mehr als doppelt so groß als Deutschland, und doch nur von 8 Millionen Menschen be— wohnt; reich an Fruchtbarkeit und Schätzen im Innern der Erde—„von 1521 bis 1856 hat Mexiko edle Metalle an Werth von 2636 Millionen Piastern= über 5000 Millionen Gulden geliefert“— und doch arm und zumal der Staat mit Schulden beladen; im Besitz einer ausgedehnten Seeküste— es grenzt im Westen an den stillen Ocean, im Osten an den Golf von Mexiko— und doch hat es nur wenig Häfen, keine Seemacht, keinen nennenswerthen Handel; weit nach Süden, fast zur Hälfte in der heißen Zone gelegen und doch, mit Ausnahme der niedrigen, feuchtheißen Küste, wo das gelbe Fieber wüthet, in dem rasch bis zu der Höhe von mehreren tausend Fuß ansteigenden Land— die ausgedehnte Hochebene im Innern hat eine Höhe von 7000 Fuß— ein mildes, ein wahres Frühlingsklima; die Bevölkerung aus Creolen(Abkömmlingen von euro⸗ päischen, hier vorherrschend spanischen Einwanderern), Mestizen(Nach⸗ kommen von Weißen und Rothhäuten) und Indianern, Negern und Mulatten zusammengesetzt(die etwa 30,000 Deutsche, Franzosen und Eng⸗ länder kommen dabei nicht in Betracht), sittlich verkommen, an spanischen Despotismus Jahrhunderte lang gewöhnt, und doch wie zäh an der republikanischen Staatsform festhaltend, wie energisch im Kampfe gegen das ihr aufgedrungene Kaiserthum. So könnte man mit Aufzählung von Gegensätzen noch lange fort⸗ fahren, fürchteten wir nicht den Leser zu ermüden. Werfen wir darum lieber einen kurzen Blick auf die Geschichte Mexiko's.— Als der große Genuese, Christ. Columbus, vor nunmehr bald 400 Jahren uns den Weg nach Amerika gewiesen, da waren es zuerst die weslindischen Inseln, die von spanischen Abenteurern überfluthet wurden. Aber die Geldgier, die einzige Leidenschaft dieser ruhmreichen(7) Helden, trieb sie weiter. Schon nach kurzer Zeit hatte man das Festland von Südamerika betreten, im Jahr 1519— bei uns in Deutschland hatte dazumal gerade die Reformation begonnen und der Reichstag zu Worms war nicht fern— landete der Spanier Ferdinand Cortez mit einem Hausen verwegener Gesellen an der mexikanischen Küste, in der Gegend der(von den Spaniern erbauten) Stadt Vera-CEruz. Aber das waren keine Wilden, die man da fand, nein man stand einem zahlreichen Volk gegenüber, das trotz des Mangels aller Zugthiere— die Reiter mit den Pferden waren den Indianern ein Ehrfurcht erweckender Anblick, man glaubte sie mit den Pferden zusammengewachsen, Wesen höherer Art— und der Unbekannt⸗ 70 war bi tieriag, 0 hesuch! „ Restar mill.—— aalen und daß det 5 rel wender n loch in den 1 Wagen um Gelde zu — Die hal begonnen bert von J der eren jut und die Groß Viztkönig? Neireffen und verdindert war Die Könige Woche angel nigin von gewonnen. meldet wird, serin von 10. Juli ne Marsan bew sbe absteigt, Emanuel nicht nach N Correspondent wächst, Ned das wüde können. — Der ter nation im Ministeri Vertreten w land, Oeste nemark, Sy chenland, J. NMonptgen, inberg. Italien aus Rom: 1 hier ein. B — schaft mit de wann erband le Stadl 90 Insel mitte herrlich gel ihrer 6179 durch die 8 die Schiffe — r bemsclbtr Soldaten. ö 1 Jsceln, * 1 Geldgitt it weilt! 5 Baden. In einer in Mannheim statt⸗ gehabten Versammlung von Tabaks-Producenten und Fabrikanten erklärte Ritzhaupt, Präsident der Heidelberger Handelskammer, jede Besteuerung des Tabaks gleich einer Zerstörung des allgemei- nen Wohlstandes in Baden und der Pfalz, und beantragt die Bildung eines Ausschusses, um gegen eine solche Steuer energisch zu agitiren. Der Präsident der Mannheimer Handelskammer, Moll, unterstützte diesen Antrag und hob hervor, daß die in Aussicht stehende Steuer dem kleinen Baden zwei Drittel ihres Ertrags aufbürde, um ihm bei der Vertheilung einen verschwindend kleinen Theil als Rückersatz zu gewähren. Frankreich. Paris. Am zweiten Pfingst⸗ seiertage war die Ausstellung von 136,000 Per- sonen besucht; Abends 6½ Uhr fehlte es in mehreren Restaurationen vollständig an Lebens- mitteln.— Die nächste Folge der Abreise des Czaren und des Königs von Preußen ist die, daß der Fremdenverkehr in Paris etwas weniger stark geworden. Man findet wieder Platz in den Hotels und braucht sich nicht mehr einen Wagen mit List und noch dazu mit schwe⸗ rem Gelde zu erkaufen. — Die zweite Serie der fürstlichen Besuche hat begonnen sich einzustellen. Kronprinz Hum⸗ bert von Italien bildete den Uebergang aus der ersten zur zweiten Reihe. Der Großherzog und die Großherzogin von Baden, sowie der Vizekönig von Aegypten sind bereits ein⸗ getroffen und da der Kaiser durch Unwohlsein verhindert war, von der Kaiserin empfangen worden. Die Königin von England ist für die nächste Woche angekündigt und selbst die Reise der Kö— nigin von Spanien hat an Wahrscheinlichkeit gewonnen. Wie der„France“ von Wien ge— meldet wird, werden der Kaiser und die Kai- serin von Oesterreich zwischen dem 3. und 10. Juli nach Paris reisen und den Pavillon Marsan bewohnen. Der Sultan, der im Ely⸗ sée absteigt, will vorher noch den König Viktor Emanuel besuchen. Der letztere aber wird nicht nach Paris kommen, er soll sich, wie ein Correspondent des„Schwäbischen Merkurs“ be— richtet, geäußert haben, er besäße nicht einmal das nöthige Geld, um dritter Klasse fahren zu können. — Der„Moniteur“ zeigt an, daß die in⸗ ternationale Münzconferenz sich am 17. im Ministerium des Auswärtigen versammelt hatte. Vertreten waren auf derselben: Frankreich, Eng— land, Oesterreich, Baden, Bayern, Belgien, Dä⸗ nemark, Spanien, die Vereinigten Staaten, Grie— chenland, Italien, die Niederlande, Schweden und Norwegen, die Schweiz, die Türkei und Wür⸗ temberg. Italien. Rom. Man schreibt dem„Monde“ aus Rom:„Jeden Tag treffen zahlreiche Fremde hier ein. Bis jetzt befinden sich 18 bis 19 fran- zösische Bischöfe in der ewigen Stadt, außerdem sind noch viele andere französische Priester an— gekommen. Bereits zählt man deren 250 und man hofft, daß diese Zahl während der Canoni— sationsfeste selbst bis auf 1200 sich erheben werde. Sämmtliche Zöglinge des Seminars von Mon- tauban werden erwartet. Die französische Geist— lichkeit wird von dem Papste einmal oder zwei— mal in einer Generalaudienz empfangen werden.“ Großbritannien. In London ist die telegraphische Nachricht eingetroffen, daß Kaiser Maximilian vor den Nationalcongreß gestellt zu werden verlange und daß man dessen Verban— nung für wahrscheinlich halte. Rußland. Warschau Die Kaiserin ist am 17. ds. Abends um 8 Uhr und der Kaiser am 18. Vormittags um 11 Uhr hier eingetroffen. Der Empfang war Seitens des Volkes ein enthu— siastischer, die Stadt war mit Nationalflaggen geschmückt, Abends großartige Illumination. Amerika. Newyork. Ueber die Gefan— gennehmung Maximilians meldet die„New— vorker Handelszeitung“ unter anderen Details, daß der Exkaiser seinen Degen dem General Es— cobedo persönlich überreicht habe, daß er am Tage darauf erkrankt sei und der General ihn durch seinen eigenen Leibarzt behandeln ließ. Dieß scheint die frühere Nachricht, daß man eine humane Behandlung dem Gefangenen angedeihen lasse, zu bestätigen. Aus dem weiteren Berichte ist zu entnehmen, daß man ihn höchst wahrschein— lich unversehrt entlassen wird, aber nicht ohne vorherige„Urphede,“ d. h. die Erklärung einer feierlichen Verzichtleistung auf den Thron von Mexico und das Versprechen, nichts gegen die Republik unternehmen zu wollen. » Friedberg. Wie alljährlich waren auch diesmal die Tage der Musterung und Loeosziehung voll wüsten Lärmens und die himmelschreienden Gesänge der be— geisterten Jugend mußte man bis in den entlegensten Straßen der Stadt vernehmen. Die Ausgelassenheit er⸗ reichte natürlich am Loosziehungstage ihren Höhepunkt und machte sich schließlich in einigen gründlichen und aus- giebigen Prügeleien Luft, in welchen es, namentlich zwischen Soldaten und Conscriptionspflichtigen, beider⸗ seits blutige Köpfe absetzte und man es an schlagenden Be— weisen von Rauf- und Kampflust nicht fehlen ließ.— Es wird uns wohl vergönnt sein, einstweilen schon im Voraus aufs nächste Jahr uns zu freuen. Nach Friedberg marschiren, Lassen wir uns visitiren, Ob wir tauglich, ob wir tauglich, ob wir tauglich sind ins Feld! 5 Ober-Mörlen. Im vorigen Monate hielt Herr Dr. Henkelmann von Friedberg dahier seinen Wandervortrag vor einer sehr besuchten Versammlung, nachdem er Tags vorher mit Gemeinderathsmitgliedern die Gemarkung besichtigt hatte. Zuerst besprach derselbe die hereinbrechende Ackerbaukrisis und erläuterte, daß der— selben hauptsächlich durch größere Viehzucht vorzubeugen sei. Hierbei wurden die verschiedenen Racen besprochen und die der Vogelsberger besonders hervorgehoben. Da⸗ rauf wurde hingedeutet, daß man mehr Futterkräuter pflanzen möchte und wurde gelegentlich die hiesige neue Wiesenanlage sehr belobt; es wurden nämlich durch die Regulirung der Usa über 20 Morgen öden Lanbes ge— wonnen, welche, jetzt angelegt, die besten Wiesen geben. Auch das Mähen der Wiesen wurde besprochen und dargethan, daß das Wiesengras in seiner Blüthe ge⸗ mäht werden müsse, wolle man nicht gehaltloses Gras⸗ stroh, das überdies noch schlechten Dünger liefere, ärnten. Hierauf wurde zur praktischen Düngerlehre übergegan⸗ gen und die Produftion des Stallmistes, die richtige Be⸗ handlung, die Anlage von Miststätten und Pfuhllöchern, Composthaufen, besprochen. Ueber die große Zersplitterung der Felder sprach sich derselbe nicht günstig aus; die Nach⸗ theile derselben sind ja allgemein bekannt. Zuletzt wurden Fortbildungs- und Ackerbau-Schulen empfohlen. Die Versammlung hörte vom Anfang bis zum Ende mit der größten Aufmerksamkeit zu und war über den Vortrag, welcher über drei Stunden dauerte, sehr befriedigt, und sprach man allgemein den Waunsch aus, daß Herr Dr. Hen⸗ kelmann seinen Besuch wiederholen und weitere Vorträge halten möge. Von der Bergstraße wird gemeldet, daß man dort von der Einführung der Tabakssteuer große Nachtheile für das Tabak bauende Publikum befürchtet und einer Entwerthung von Grund und Boden mit Besorgniß entgegensieht. Folgende Notizen über die Tabakscultur in Deutschland dürften von Interesse sein. Hessen bepflanzt 5,113 Morgen mit 41,077 Centner, Baden 33,669 Morgen mit 300,282 Centner, Bayern 22,192 Morgen mit 166,249 Centner, Württemberg 786 Morgen mit 8,450 Centner, zusammen 61,760 Morgen mit 516,058 Ceniner. Der Norddeutsche Bund bepflanzte 1865 ein Arnal von 31,907 [pr. Morgen worauf 251,081 Centner getrocknete Blätter gewonnen wurden. Der Werth des Erzeugnißes schwankte zwischen 4½ bis 7½ò Thlr. per Centner. Worms. Die Fortbildungsschule für Frauenzimmer mit viermonatlichem Cursus ist nunmehr unter der Direction des Herrn Lehrers Landmesser eröffnet worden. Außer Herrn Landmesser, welcher den Unterricht in der gewerb⸗ lichen Buchhaltung, dem kaufmännischen Rechnen und im kaufmännischen Styl ertheilen wird, werden die Herrn Dr. Münch und Dr. Schneider die Güte haben, je wöchentlich einen Vortrag, ersterer über die Gesundheits⸗ pflege des Menschen, letzterer über Nahrungsmittel zu halten. Hechtsheim. Kürzlich zechten 6 Preußen dahier, als ihnen einsiel, daß früher ein einem in Mainz garni⸗ sonirenden Regimente zugetheilter Soldat(Kurhesse) wegen eines Einbruchs im Pfarrhause und Verwundung des Pfarrers arretirt und der Militärbehörde überliefert wor⸗ den war. Als die 6 muthigen Krieger nun den Kaplan des Ortes erblickten, zog einer derselben gegen ihn den Säbel; Hechtsheimer Einwohner eilten dem Bedrohten zu Hülfe und so entspann sich eine förmliche Schlägerei, dei der ein Soldat schwer verletzt, auch von den Dorfbewoh⸗ nern 6 Säbel erbeutet wurden. 2% Während der König Wilhelm in Paris war, wurden nahezu 500 Gesuche um Verleihung preußischer Orden auf der preußischen Gesandtschaft eingereicht; die Leute waren theils Franzosen, theils Fremde, welche die Gelegenheit benützen wollten. Auch an 200 Gesuche um eine Audienz wurden an den Grafen Bismarck gerichtet; er hat aver kaum zehn dieser Gesuchsteller zu sprechen Muse gefunden. Die springende Prozession zu Echternach fand bei schönem Wetter auch diesmal wie alljährlich am Pfingstdienstag ftatt. Schon im Voraus hatte man mit Bestimmtheit gesagt, daß diese eben so originelle als alter- thümliche Prozession dieses Mal äußerst stark besucht sein würde, weil Krieg, Cholera und mangelhafter Ausfall der Ernte viele Landleute im vorigen Jahre zu einem Bitt⸗ gang nach Echternach bestimmt hätten. Schon am Pfingst⸗ montag sah man von allen Seiten aus dem Regierungs- bezirke Trier Wallfahrer nach Echternach wandern, und frühe am oben genannten Festtage langten so viele Karossen schaft mit dem Gebrauch des Eisens doch eine verhältnißmäßig hohe Stufen] wurden nicht nur nicht der Kultur erklommen hatten und in einem ziemlich geordneten Staats- verband lebte, an dessen Spitze ein König stand, dessen Residenz, die Stadt Mexiko mit einer Bevölkerung von 60,000 Einwohnern, auf einer Insel mitten in einem See, und nur auf langen Dämmen zugänglich, herrlich gelegen war. Daß es dieser Handvoll Spanier— es waren ihrer 617 Mann mit 13 Musketen, 16 Pferden und 14 kleinen Kanonen— durch die Klugheit und wilde Entschlossenheit ihrers Führers, der sogar die Schisse hinter sich verbrennen ließ, um der Mannschaft nur Sieg oder Tod übrig zu lassen, gelang, binnen wenigen Jahren Mexiko nicht nur zu erobern, sondern der spanischen Krone dauernd zu unterwerfen, mußte in Anbetracht der dabei verübten Gräuel und der nichtsnutzigen spanischen Verwaltung heute noch von jedem Menschenfreund beklagt werden, wenn der Sinn dieses soust harmlosen Volkes nicht umnachtet gewesen wäre von finsterem Götzendienste, der zahlreiche Menschenopfer heischte, denen teuflische Priester bei lebendigem Leibe das Herz aus der Brust rissen, um es den Göttern darzubringen. Allein was hat Spanien aus diesem schönen Lande gemacht, was ist in seinen Händen aus all' seinen amerikanischen Be- siungen geworden, die zusammengenommen 27mal so groß waren als das Mutterland? War die spanische Regierungsweise daheim ein System der Verdummung, der Aussaugung und der Corruption, so war das hundert— mal schlimmer noch in den übersceischen Besitzungen.„Das reiche Land Mexiko ward in rücksichtslosester Weise zum augenblicklichen Vortheil des Mutterlandes ausgebeutet, die Einwohner geknechtet und zu gänzlicher Unwissenheit und Unmündigkeit vervammt.“ Handel, Industrie und Ackerbau unterstützt, sondern unterdrückt; einmal ließ die Regierung sogar alle angepflanzte Reben, die vorzüglich gedeihen, und alle Maulbeerbäume umhauen, damit Seide und Wein nur von Spanien be— zogen würden. An Aufklärung und Bildung des Volkes, an Gründung von Volksschulen wurde nicht gedacht. Noch im Jahr 1850 stand es damit so erbärmlich, daß zugegeben werden mußte, 3 Viertheile der Nation wüßten nicht, daß es ein Ding in der Welt gäbe, das man A B C nennt. — Dankbare Anhänglichkeit konnte unter diesen Umständen das Mutter- land nicht von seinen amerikanischen Besitzungen erwarten, und es ist er— klärlich, daß dieselben, angeregt durch den nordemerikanischen Befreiungs- kampf, die günstige Gelegenheit erspähten, das Joch abzuschütteln. Dieselbe erschien, als Napoleon im Jahr 1808 Spanien mit Krieg überzog und damit auch dessen Macht in Amerika lahm legte. Nach wiedererlangtem Frieden wurden zwar wiederholte Versuche gemacht, jene Besitzungen zurückzuerobern, allein vergeblich. Nur Cuba und Portorico sind in spanischem Besitz geblieben.— So war nun Mexiko selbständig und frei; aber Freiheit und Selbständigkeit sind Güter, die verstanden und gewürdigt sein wollen, die zu genießen man fähig und werth sein muß, wenn sie zum Segen aus- schlagen sollen. Die Verhältnisse in Neuengland und Mexiko waren grund- verschieden; dort ein von Haus aus tüchtiger Menschenschlag, in stetem Kampf mit seindseligen Wilden und einer weit weniger freigebigen Natur gekrästigt und an freiere Institutionen gewöhnt, hier ein Conglomerat von Europäern, Mischlingen und Indianern, durch drei Jahrbundert lange Knechtung herabgewürdigt und verderbt.(Schluß folgt.) ländlichen und städtischen Charakters und so vie le Wallfahrer und Prozessions⸗Schaulustige aus dem Luxem⸗ burgischen, Frankreich, Belgien und Deutschland an, daß das Städtchen von 4000 Einwohnern durch mindestens 20,000 Fremde buchstäblich angefüllt wurde. Auf der preußischen Seite begann das Fest mit einer Feldpredigt und zwischen 8 und 9 Uhr setzle sich das wogende Heer der Springenden über die Sauerbrücke und Landesgrenze durch die Stadt nach der hochgelegenen Kirche in Bewe⸗ gung. Ueber 15,000 Personen haben gesprungen; erst um 2 Uhr Nachmittags batte die Prozession geendet. Die Betheiligung an dieser Prozession hat bei sonniger heißer Witterung eine außerordentliche Anstrengung und Erschöp⸗ fung des Körpers zur Folge, indem jeder Springende mindestens 2000 Sprünge, zwei Sprünge vorwärts und einen Sprung rückwärts, zu thun hat. Man muß diese Prozession selbst gesehen haben, um das rechte und wahre Bild davon zu gewinnen. Den Eindruck einer andächtigen und religizsen Handlung konnte sie seiner Zeit nicht auf uns machen, das Ganze sah mehr einem fröhlichen Volks⸗ feste ähnlich, um ihn nicht mit anderen tollen Aufzügen zu vergleichen. Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent. Das Bremer Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Hermann, Capt. Wenke W., welches am 6. Juni New⸗ York verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen sortgesetzt. Dasselbe bringt 247 Passagiere 1000 Tons Ladung und 322000 Dollars Contanten. Das Hamburger Postdampsschiff Bavaria, Capt. Meyer, von der Linie der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt⸗ Aktien⸗Eesellschaft, welches von New-York am 5. Juni abging, ist nach einer schnellen glücklichen Reise von 13 Tagen wohlbebalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe bringt 51 Passagiere 100 Tons Ladung und 56000 Dollars Contanten. Das Bremer Postdampfschiff Weser, Capt. Wenke G., des Norddeutschen Lloyd, welches am 1. Juni von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in New-York angekommen. Das Bremer Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Union, Capt. Santen, trat am 15. Juni wiederum eine Reise via Southampten nach New⸗Hork an und halte außer einer starken Brief- und Packelpost 648 Passagiere und 420 Tons Ladung an Bord. Von den Passagieren reisen: 5 10 Erwachsene, 1 Kind,— Säugling in I. Cajüte oberer Salon; 65 Erwachsene, 1 Kind, 3 Säuglinge I. Cajüte unterer Salon; 493 Erwachsene, 61 Kinder, 14 Säuglinge im Zwischendeck. weniger Jedermanns Sache ist, als dazu ein tiefgebildeter Geist, ein feines ästhetisches Gefühl, eine gründliche Kenntniß unserer Literatur überhaupt und ein liebevolles Sichhineindenken in die Kindesseele gehört, um heraus⸗ zufinden, was derselben frommt und was nicht. Und doch ist die Sache von unberechenbarer Wichtigkeit! Das Bedürfniß nach Lektüre ist da, auch bei der Jugend, und wir beklagen dies nicht, im Gegentheil, wir freuen uns dessen; nur erwächst daraus für die Hüter der Jugend die ernste Pflicht, dieses Bedürfniß zu überwachen und zu leiten. Ist eine Jugendschrift nicht klassisch in Bezug auf Inhalt und Form, so taugt sie nichts; das Lesen derselben seistet der Denkfaulheit, der Scheu vor ernster Arbeit Vorschub und befördert die Neigung zum gedankenlosen Hinbrüten, oder sie regt die Phantasie unnatürlich auf und gibt derselben eine ungesunde Richtung. Das vorliegende Werkchen ist als kundiger Führer auf dem Gebiet der Jugendliteratur um so verdienstlicher, als es das erste seiner Art ist. Geistliche, Lehrer, zumal Vorsteher von Schüler⸗ Bibliotheken werden es uns Dank wissen, sie darauf aufmerksam gemacht zu haben. (0 Geschichte der deutschen Jugend⸗ literatur von Merget, Direktor des Kö⸗ niglichen Lehrtrinnen⸗Seminars zu Berlin. Berlin, Plahn' sche Buchh. 1867. Unter diesem Titel ist ein Büchlein erschienen, das von allen Erziehern und Freunden der Jugend wird willkommen geheißen werden. Wer war bei der Auswahl von Jugend⸗ schriften nicht schon in peinlicher Verlegenheit? Jede Messe bringt eine Fluih von Büchern für die„liebe Jugend“, und ach! wie viel seichte Fabrikarbeit, wie viel Geschriebsel Unberufener, wenn nicht Schlimmeres ist darunter! Wo soll da für jeden Einzelnen die Zeit herkommen zu sichten und zu prüfen? Selbst vorausgesetzt, daß überall das rechte Krikerium vorhanden wäre, das bekanntlich um so Der Wetterauer Zweigverein der Gustav⸗Adolf⸗ Stiftung beabsichtigt Sonntag den 23. Juni Nachmit⸗ tags halb zwei Uhr in der Gemeinde Dor heim sein Jahresfest zu feiern. Indem alle Freunde des Vereins zur Theilnahme an dieser Feier ein⸗ geladen werden, werden zugleich die Ortsvereine aufgefordert, sich durch Abgeordnete vertreten zu lassen, weil mit diesem Fest die Neuwahl des Vorstandes verbunden sein wird. Friedberg den 11. Juni 1867. Eine äußerst interessante Ansicht der Stadt Friedberg, wohl mehrere hundert Jahre alt, wurde in sehr gelungener Photographie vervielfältigt und ist in verschiedenen Formaten in Bogengröße zu fl. 1. 45 kr. 7. Quart 7 „Visitekartenformat zu haben bei Friedberg. 48 18 7 4 Bindernagel 8 Schimpff. Mädchen⸗Institut zu Friedberg. 1473 Das neue Schuljahr beginnt Montag den 24. Juni. besondrer Aufsicht einer französischen Lehrerin. Auch welche noch die Elementarklassen der hiesigen Volksschule besuchen, beginnt Kost und Logis, fur solche Kinder, wieder ein neuer Cursus in Handarbeiten später ihre Kinder uns ganz Anmeldungen nehme ich jederzeit entgegen. und stehn dieselben unter und anzu vertrauen, in meiner Wohnung bei Herrn Reuß an der Eisenbahn Ich nehme Schülerinnen in Französisch. Allen Eltern, welche beabsichtigen sei dieser Cursus aufs beste empfohlen. Zinßer. Dampfmaschinen 1582 in allen Dimensionen, Einrichtung von Dampfsägewerken, Brauereien und Brennereien nach den neuesten Systemen, landwirthschaftliche und Haushaltungs- Maschinen zu den verschiedensten Zwecken, in verbesserten und neuen Constructionen. empfehle billigst unter den ausgedehntesten Garantien und günstigen Zahlungsconditionen. Zeichnungen und Preislisten stehen auf Verlangen gerne zu Diensten. Gießen. Georg Nenzel, Maschinenfabrik. Flche Gniebenkuchen 1575 find steis zu haben, und kaufe ich rohe und geschmolzne Fette zu den höchsten Preisen an. S. Samuel. Soolbad Nauheim. 1581 Wegen Wohnungs Veränderung bin ich gesonnen mein in hiesiger Hauptstraße, unter Nr. 209 ½ bezeichnetes Wohnbaus auf 3 oder längere Jahre zu verpachten. Dasselbe besteht aus 2 heizkaren Wohnungen, Stallungen, Remise denebst Baum-, Pflanz⸗ und Bleichgarten mit der schönsten Aus sicht nach dem Johannisberg. Auch wird dasselbe unter günstigen Bedingungen käuflich ab⸗ gegeben. Ehristian Bingel, Schneidermelster. Eine gute Ziege 1576 fit zu verkaufen. Näheres zu erfragen unter Nr. 1576 bei der Exped. d. Bl. 400 fl. 1580 Vormundschaftsgeld können sofort durch den Unterzeichneten ausgeliehen werden. Och stadt. G. Ewald IV. Eine kleine Kelterpresse, auch für Färber geeignet, wird billig abgegeben von Bindernagel& Schmipff. 1574 Von beute an wohne ich nicht mehr bei Herrn erdinand Damm, sondern in der Judengasse r. 286. Ich empfeble mich gleichzeitig mit meiner bekannten Seise bester Qualität zu den billigsten Preisen. S. Samuel. 1563 zum Anfirich fertig bei H. W. Hatteroth. Farben in Leinöl gerieben Bad Nauheim. Teichhaus. 1546 Sonntag den 23. Juni Concert, Nach mittags 3½ Uhr. Nach demselden Tanzbelustigung, wozu freundlichst einladet E. Kramm. Bad Nauheim. Sonntag den 23. d. Mts. 8 Tan zmusik, 1586 wozu mit dem Bemerken freundlichst einladet, daß auch Schaumwein die Flasche 2 24 kr. verzapft wird. D. Fritz. Badehosen 1584 in verschiedenen Größen bei Jos. Hoffmann, Posamentier. Bindernagel& Schimpff in Friedberg empfehlen als vorzüglich: Schwarze Kaiser Tinte von J. Scholz in Mainz. Diese, aus Pflanzenffoffen bereitete Tinte ißt frei von Säure, fließt sebr gut aus der Feder, die sie nie⸗ mals angreift, schreibt sich dunkelviolet, wird aber nach kurzer Zeit für immer tief schwarz. Die Copirtinte ist unübertroffen, Abzüge davon lassen sich noch nach 8 Tagen nehmen. 4 Das Fläschchen 8 kr. Kirchliche Anzeigen für Iricdberg. Sonntag den 23. Juni. Evangelischt Gemeinde. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Köhler. Gsttesdienst in der Stadtkirche Vormittags: Herr Candidat Draudt. Nachmittags: Herr Candida Marguth. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags: Herr Pfarrer Diegel. Nachmittags: Herr Candidat Lucius. Katholischt Gemtinde. f um halb 10 Uhr: Hochamt. In demselben Vorlesung eines Hirtenbriefes des Hochwürdigsten Herrn Bischofs. Montag und Mittwoch sind heilige Messen. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 27 und eine Beilage.) 1530 Mitlwog werden in bit fig die den Kinder Leonhardt J beschriebenen Ju 9. 4. 145. oͤffentich meistd e Heugte n Montag soll in defigem den uachgenan Sauer⸗ und vordern und öffentuch meiff Friedbert 1000 S0 50 1 eichen. Ortevenm rertrier zu uwahl des Beilage zum Anzeiger für Oberhessen. m O 9 1 3. Edietalla dung 80 ohann Heinrich Scheuermann, Sobn des W Bürgers und Bierbrauere Jobann Konrad Scheuermann und de ssen Ebefrau, Gertraude, einer geb. Müllmersiadt, gelzoren den 13. December 1763, ist seit vielen Jabren, unbekannt wo? abwesend. Auf Antrag ergeht an den genannten Johann Heinrich Scheuermann oder seine Teflaments., Ver⸗ trags⸗ oder Leibes-Erben biermit die Aufforderung, sich zur Empfangnahme des seither curatorisch ver⸗ walteten Vermögeus im Betrage von 1932 fl. 8½ kr. binnen drei Monaten, von dem ersten Erscheinen dieser Aufforderung in den öffentlichen Blättern gerechnet, unter Begründung ihrer Ansprüche dahier anzumelden, als sonst Johann Heinrich Scheuermann für verschollen erklärt und sein Vermögen den sich legitimtrenden nächsten Seiterverwandlen ohne Cautton überlassen werden wird. Friedberg am 14. Mai 1867. f Großberzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Hofmann, Landrichter. Landgerichts Assessor. Immobiliar⸗Versteigerung. 1530 Mittwoch den 26. Junt l. J., Vormittags 11 Uhr, werden in biefigem Ratbbaus auf freiwilligen Antrag die den Kindern und Erben der dahier verstorbenen Leonhardt Füller's Eheleute gehörenden, nachstehend beschriebenen Immobilien, nämlich: Gemarkung Friedberg. Flur Nr.[O Klftr. 18 49,3. Hofraithe auf dem Haag. 2. 154. 71. Grobgarten an der Hockenmühle. 118 43. Grasgatten auf dem Haag. 1. 155. 165. Grabgarten die Grabengärten. 7. 20. 205. Acker an der Warte. 1. 166,5. 2,8. Grabgarten auf dem Haag. 1. 169,5. 3,4. Grabgarten daselbst. 1. 165,5. 9,7. Grabgarten die Grabengärten. 2. 153. 71 Grabgarten an der Hockenmühle. Gemarkung Fauerbach b. Fr. 4. 145. 238. Acker obig dem Dienheimer Pfad gegen die Leimenkaut öffentlich meistbietend versteigert. Friedberg den 15. Juni 1867. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. . Der dlenfiälteste Gerichtsmann Fouc ar. Bekanntmachung. ö 1569 Donnerstag den 11. Juli, Vorintttags 10 Uhr, sollen 15½ Centner zur Vernichtung ausgeschledene Acten in dem Landgerichtslokal versteigert werden. Nidda den 15. Juni 1867. Großherzogliches Landgericht Nidda J. B. d. L Wegelin, Gr. La argerichts-Assessor. z Verstei Holz- Versteigerung. 1572 Donnerstag den 27. l. Mis. Vormittags 9 Uhr aufangend, soll im Butzbacher Stadtwald, Distrtet Schrenzer, folgendes Polz matsthietend versteigert werden, als: 24 Stecken Eichen⸗ und Kiefern Scheidholz, 55½„ Buchen Prügelholz, 43½„ Birken⸗, Eichen-, Kiefern und Aspen ⸗ Prügelbolz, 275 Stecken Buchen⸗, Birken⸗, Eichen⸗ und Kiefern⸗Stockbolz, 3600 Wellen Buchen-Reisholz und 2200„ Birken-, Eichen⸗, Kiefern-, und Aspen⸗ Reisholz. Die Zusammenkunft ist an der Schrenzerstraße oberhalb dem Pohlgraben. Butzbach den 19. Juni 1867. Großherzogliche Buürgermeisterel Butzbach Küchel. Kirschen⸗Versteigerung. 1570 Montag den 24. d. Mts., Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen die Kirschen von den Bäumen am Vieinalweg nach Ossenbelm hin, öffentlich meistbietend auf Ort und Stelle verstetgert werden. Fauerbach b. F. den 19. Juni 1867. Großherzogliche Bürgermeisterel Fauerbach b. F. Holler. Heugras ⸗Versteigerung. 1550 Montag den 24. Juni 1867, Vormittags 9 Uhr, soll das der Gemeinde gebörige Peugras in der Bäun⸗ bachs in mehreren Abthetlungen im hiesigen Gemeindehaus oͤffentlich meistbietend versteigert werden. Ober⸗Wöllstadt den 19. Juni 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober⸗Wöͤllstadt Feuerbach. Heugras⸗Versteigerung 1495 Montag den 24. d. Mts., Vormittags 9 Ubr, soll in diesigem Ratbbause das dießjährige Deugras von den uachgenannten städtischen Wiesen, nämlich: der Sauer⸗ und Sauweide, der Lachenwiese sowie det vordern und hintern Pfingfiweide, in Abtheilungen öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg am 13. Juni 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg 3.. Der Großberzogl. Beigeordnete err Versteigerung von Tannen⸗ Bauholz, Dachdielen u. s. w. zu Altenstadt. 1559 Montag den 24. Juni d. J., Bormittags 9 Uhr, werden folgende Matertalten von dem bei Altenstadt gestandenen Bohrthurme, als: 2400 lauf. Fuß Tannen ⸗Bauholz von 5—9“ flark und sehr wenig verlocht, 1000 Stück einfache Dachdielen, 50„ doppelte breite Dielen, 1 eichener Wellbaum, 32“ lang und 18“ pier⸗ kantig stark, mehrere starke Leitern und Seiler für Scheuern geeignet, einige Centner Schmiedeisen und Schraubenbolzen, ein vollffändiges neues Schmiedeinventar, darunter eine Schneldkluppe mit 2 Zoll starken Bohrern, sowie ver⸗ schledene kleinere Gegenstände— unler den bet der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen verkauft werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Credit bis Ende dieses Jahrs gegeben. Salzbausen am 18. Junt 1867. Im Auftrag Plock. Heugras ⸗Versteigerung. 1579 ODiensag den 25. d. Mis., Vormittags 10 Uhr, soll das Heugras von den Gräflich Solms Laubachtschen Wiesen in Altenßädter Gemarkung bei Herrn Gaftwirth Holzapfel daselbst und ittags 2 Uhr das in Oberauer und Höchster Gemarkung bet Derrn Gastwirth Altvater zu Höchst versteigert werden. Engelthal em 19. uni 1867. Die Gräflich Solms Laubachische Rentet nner. In Sachen det Friedrich Fritsch Wittwe zu Bonames gegen Peter Lahr Eheleute zu Rodheim 1573 werden Mittwoch den 26. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, die den Beklagten gehörigen Immobilien, als: Flur. Nr.[OOKlafter. 19. 106.— 146 Hofraithe(die Tannenmüßle) 19. 105.= 1463. Acker bei der Tannenmühle, 19. 107. 70 Grabgarten daselbst, 20. 2.= 2015 Acker daselbst, 20. 3.— 63 Grabgarten daselbst, 20. 4.= 1850 Wiesen daselbst, 20. 7.= 868 5 3 20. 8. 949 Acker in der Au, 20. 9.— 318 Wiese bei der Tannenmühle, öffentlich meistbietend auf hiesigem Gemeindehause versteigert. Die Hofratthe besteht in einem zweistöckigen Wohn⸗ haus, Mahlmühle mit zwet Gängen, hinlänglicher Scheuer und genügenden Stallungen für Pierde, Rind- vieh und Schweine, sowie Holzschoppen. Das Ganze wurde sich auch gut zu einer Fabrik- anlage eignen. Rodheim am 17. Juni 1867. Großherzogliches Ortsgericht Rodheim Jae b Kirschen- Versteigerung. 1577 Die den beiden Gemeinden Groß und Klein— Karben an der Straße nach dem Ludwigsbrunnen zu⸗ stehenden Klrschen sollen den 25. d. Mts., Vocmittags 10 Uhr, an Ort und Stelle versteigert werden. Die Zusammenkunft ift am Ludwigsbrunnen Groß und Klein⸗Karben den 20. Juni 1867. Großh. Bürgermelstereien Groß- und Klein-Karben Bär. Schneider. Holz-Versteigerung. 1583 Montag den 24. d. Mis., Vormittags 8 Uhr, wird im Ober⸗Rosbocher Gemeindewald, Distrikt Salz- berg, folgendes Holz öffentlich meistbtetend versteigert: 10 Stecken geschaltes Eichen Scheitholz, 28 ¼ 77 7 5 Prögelholz, 2956 Wellen 4„ Resserholz, 34„ Nadel⸗Retserholz, 3 Wagen Schlagabraumholz und 26 Haufen Halde. Ober⸗Ros bach am 19. Junt 1867. Großberzogliche Bürgermetsterei Ober-Rosbach Bleche r. Heugras Versteigerung. 1578 Montag den 24. l. M., Vormittags 10 Uhr, wird das diesjährge Heugras von Gemeinde-Wiesen in hlefigem Rathhause in einzelnen Abtheilungen öffentlich meistbietend versteigert. Assenhelm den 20. Junt 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Assenheim Schmidt. Gras-Versteigerung 1587 Montag den 24. d. Mis., Vormittags 11 Ubr, wird das diesjährige Gemeinde-Gras zu Heu abtheilungs⸗ welse an Ort und Stelle öffentlich und meißbletend verkauft. Schwalheim am 20. Junt 1867. Großberzogliche Bürgermeisterei Schwalheim el. Emser Pastillen 30 seit einer Reihe von Jahren unter Lettung der Königlichen Brunnenverwaltung aus den Salzen des Emser Mineralwassers bereitet, bekannt durch ihre vor⸗ züglichen Wirkungen gegen Hals- und Brust⸗ leiden, wie gegen Mag enschwäche sind stets vor⸗ räthig in Friedberg bei Pra. Hofapotheker C. Wahl, in Nauheim bei Herrn Ph. J. Weiß. Die Pastillen werden nur in ettkettirten Schachteln vetsand:. Königliche Prunnenperwaltung zu Bad Ems. Einladung zum Abonnement 1567 auf die bei C. W. Leske in Darmstadt erscheinende Hessische Landes-Zeitung. Organ für die gesammten Interessen des Landes. Durch eine umfasseude politische Uebersicht, durch Leltartikel von speclell bessischem und allge⸗ meinem Interesse, gate Correspondenzen, interessante Local- Notizen, Handels ⸗ und landwirtd⸗ schaftliche Nachrichten, sowie ein sorgfältig redi⸗ girtes Feuilleton, werden wir unseren Lesern so viel wie möglich Belebrendes und Unterhaltendes bieten. Die Tendenz der Zeitung ist eine entschleden frei⸗ sinnige, fußend auf der Vergangenheit des Blattes. Im wahrhaft natsonal-deulschen Sinne für die Wieder vereinigung des großen Vaterlandes wirkend, wird unser Blatt fortfahren, dem Leser ein genaues Bild der Tages-Exreignisse zu verschaffen. Strebend nach Recht und Wahrheit, wird es, stets ein getreuer Sprecher der öffentlichen Meinung, der VBolksstimme Ausdruck geben und eine wahrhafte Volks ⸗Zeitung sein. Der Abonnementspreis für einen Monat beträgt für die biefsigen Einwohner und solche Intertssenten, welche das Blatt direct von unserem Bureau bezieben, statt(wie früher) 40 kr. nur 20 kr., derjenige für ein Vierteljahr flatt 2 fl. nur 1 fl.— Auswärts, durch die Pofl dezogen, kostet das vierteljährige Abonnement nur 1 fl. 27 kr.— Man beflelle auswärts in dem Falle nur dei dem nächfigelegenen Post⸗Amte, daß ein directer Bezug, etwa durch Boten, nicht staltbaden kann oder beliebt wird. Darmstadt, im Juni 1867. Die Redaction und Verlagshandlung. Ernst⸗Ludwig⸗Straße 5. 1565 Die vollkommene Beseitigung meiner Zahn- schmerzen habe ich nur dem Buche„Keine Zahnschmerzen mehr“ zu verdanken. Man dekommt es in allen Buchhand ungen für 5 Sgr. und balte ich es für Pflicht, alle Zabnleidende auf diese nützliche Schrift gufmerksam zu machen. A. Holmer, bebrer. Hausverkauf in Friedberg. 1481 Ein dreistöckigeß, vor 25 Jabren neu erbautes Haus nebst geräumigem Hinterbau, an der Dauptstrahe in bester Geschäftolage gebend, ist unter sebr günßigen Bedingungen zu veikaasen. Näberes zu erfragen dei Lederbändler Heinrich Bechstein daselbst oder dei J. Dansteln in Gleben. —. B Err r r 1422 Bei dem g Vorschuß& Credit⸗Verein zu Friedberg können stets Kapitalien in jeder beliebigen Größe gegen 4% Zinsen eingelegt werden. 1571 En gli sch E * ückselschneidmaschinen mit 2 Messern, im gußeisernen Schwungrad, pr, Stück 40 fl. vorräthig dei Bu ch Unipersal-Magen Liqueur von Carl von Metternich in Mainz 29 empfiehlt per Flasche 1 fl. 24 kr., per halbe Flasche 45 kr., per viertel Flasche 24 kr. Ph. Dan. Kümmich. Abonnements- Einladung. 1520 Zum Abonnement auf das mit dem 1. Juli 1867 „Frankfurter Anzeiger“ nebst täglichem Unterhaltungsblatt Frankfurter Familienblätter laden wir ergebenst ein. Abonnementspreis für Frankfurt fl. 1. er Qi dem conventionsmäßigen Postaufschlag. vollständige Uebersicht der Tages-Erkignisse. betrifft, so stehen wir keinem politischen Blatte nach, besonders wichtige Nachrichten werden durch Extra. blätter veröffentlicht. Die täglich beigegebenen„Familienblätter“, welche am Schlusse des Jahres zwei Bände mit circa 1250 Seiten bilden, werden sich nach Verhältniß ihres Raumes mit Allem befassen, was im Bereich der Belletristit, der Kunst und Wissenschaft liegt. Ferner bringen wir das Frankfurter Amts⸗ blatt im Auszuze, von den wichtigsten Handelsplätzen die Getreide, Oel⸗, Branntwein⸗ ꝛc. Pretse, sowie auch die Resultate der jeweiligen Staatslotterie- Ziehungen.*— a Inserate find bei dem ausgebreiteten Leserkreis dieses Blattes von dem günstigsten Erfolg für den Dieses Blatt bringt eine kurzgefaßte aber Aufgeber.— Probeblätter auf Verlangen gratis. Frankfurt am Main, im Juni 1867. beginnende dritte Quartal für den 15 kr. per Quartal,— auswärts mit Was die Schnellig⸗ keit der Mittheilungen Die Expedition. Buchgasse 3. 1566 Durch das in dem Buche:„Keine Hä⸗ morrhoiden mehr!“ empfohlene ausgezeichnete Mittel wurde ich von meinen Hämorrboidalleiden ganz und gar befreit und halte ich es für meine Pflicht, jedem Hämorrhoidartus diese nützliche Schrift, welche in allen Buchhandlungen für 5 Sgr. vorräthig ist, zu empfehlen. Pfarrer N. Ein Lehrling 1539 wird gesucht von G. A. Velte. Beste steyerische Sensen& Sicheln 1536 unter Garantie empfiehlt Carl Bauer in Assenheim. Verbesserte Wasch⸗Ring⸗Maschinen 1561 verleihe ich iag⸗ und halbtagweise; pr. Tag 24 kr., halben Tag 15 kr., sowie einzelne Ringmaschinen pr. Tag 6 kr. in und außerhalb der Stadt. Auch werden solche für annehmbare Preise abgegeben bei Strohhüte, 1016 das Neuste für diesen Sommer, in großer Auswahl und zu sehr billigen Preisen bei Heinrich Diehl, usagasse. 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