osung, 1867. Dienstag den 22. Januar. N10. Anzeiger für Oberhessen. Enibült die amtlichen Erlasse für den Kre ————ů——ů——ͤů———— Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. seint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. * Bestellungen auf den„Anzeiger für Oberhessen“ für das erste Halbjahr werden fortwährend bei den auswärtigen Postämtern angenommen, für Friedberg bei der Expedition. Amtlicher Theil. Betreffend: Den Audlenztag bei Großberzoglichem Kreigamte. Friedberg den 18. Januar 1867. Das Großherzogliche Kreis amt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Wir fordern Sie unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 9. December 1859(in Nr. 97 des Int. Bl. von 1859) auf, in Ihren Gemeinden wiederholt öffentlich bekannt machen zu lassen, daß nur der Dienstag in jeder Woche, sehr eilende und dringende Fälle ausgensmmen, für diejenigen Angelegenheiten, in Ansehung welcher eine persönliche Verhandlung und Besprechung von den Kreis⸗ angehörigen für nöthig erachtet wird, als Audienztag bestimmt ist, und sie nur an diesem Tage darauf rechnen können, daß sie sich nicht vergeblich an den Sitz der Kreisverwaltung begeben. Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. Der 45 Jahre alte Ortsbürger Christiau Volp von Södel hat sich Ende November v. J. heimlich von da entfernt, ohne daß sein Aufenthalt bekannt geworden wäre. Ter a pp. Hessen. Darmstadt. Das Großherzog⸗ liche Regierungsblatt Nr. 3 enthält: I. Versrdnung, betreffend die Ausübung der Gerichts⸗ Harkeit in denjenigen Distrikten und Orten, welche in Folge des Friedensvertrags dom 3. September v. J. den Pro⸗ dinzen Starkenburg und Oberhessen einverleidt worden sind. Es wird durch diese Verordnung bestimmt, daß mit dem Zeitpunkte des Etscheinens derselben in fämmtlichen mit den Provinzen Starkendurg und Oberhessen zufolge des gedachten Friedendvertrags vertinigten Landestheilen in Rrast treten: 1) Unser Strafgesetzbuch vom 17. Sept. 1831 nebst den späteren, dieses Gesetzbuch theils abändern⸗ den, theils ergänzenden Gesetzen,— 2) Unsere in jenen beiden Provinzen geltende Strafprozeßordnung vom 13. Sept. 1865 und das in Betreff der Wahl der Ge⸗ chworenen und bezüglich der Bildung der Geschworenen⸗ dank erlassene Gesetz von demselben Tage, wie auch die zur Ausführung der Strasprozeßordnung gegebenen Ver⸗ zednungen,— und 3) das in beiden Provinzen für bürger⸗ licht Rechtsstreinigkeisen bestehende Verfahren, anstatt der⸗ enigen gesetzlichen Normen, welche bezüglich der erwähnten Naterien vother in jenen neu erworbenen Landestheilen n Witrksamkeit waren. II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums ver Finanzen vom 4. Januar, die Organisation der Salz⸗ magazinsverwaltungen betreffend. III. Bekaummachung Großherzoglichen Finanzmini⸗ teriums vom 8. Januar, die Organisatlon der Baubezirke vettefsend. IV. Ergebnisse der Rechnung der Einstandskasse auf ie Periode vom 1, April 1864 bis dahin 1865. V. Bekanntmachung Großh. Ober⸗Rechnungs⸗Kammer om 9, Jan., die Vergütung sür die in 1867 in Geid zu erichtigenden Besoldungs- und Pensions-Naturalien betr. — Der Serretär 1. Klasse am Gr. Justtz⸗ ninisterium, Freihert v. Stein sst zum Regterungs⸗ zommissär der Bank für Handel und Industrie, unter Belassung seiner Stelle an der Oberstudien⸗ Areetlon, der Seetetar 2. Klasse am Justiz⸗ ministerium Freihetr v. Ricon zum Serretär L. Klasse, Landgerichtsassessor v. Kraß in Groß- Berau zum Min ssterlalserrekär 2. Klasse ernannt, eie Landgerichtsassessoren Mittfer in Fürth und Becker in Groß Gerau in gleicher Eigenschaft an das Landgericht Groß-Gerau versetzt worden. Weiter sollen dem Vernehmen nach Landgerichts ⸗ Actuar Bierau von Wimpfen nach Hungen, Aktuar Schnauber von Ulrichstein nach Reinheim versetzt, Berichtsatressist Kronenberger von Seligenstadt um Actuar in Wimpfen, Actuariatsaspirant Roth aus Oberklingen zum Artuax in Ulrichstein, Actuarfatsaspirant Sele von Darmstadt zum Attuar in Lauterbach, A.-A. Burger von Gerns⸗ Em zum Actuar in Groß Gerau, Act. Asp. Döshing von Seligenstadt zum Actuar in Offen ⸗ Lach ernannt worden sein. — Die Ausstellungskommissäre don Oessen, Baven, Bayern und Württemberg begeben ich in biesen Tagen nach Paris, um den Vollzug der inzwischen vereinbarten gemeinschaftlichen Arrangements an Ort und Stelle anzuordnen. — Von Seiten der Großherzogl. Hessischen Oberförster ist ein Promemorla den Ständemetk⸗ gliedern zugestellt worden, worin, unter Ver⸗ gleichung mit dem Einkommen anderer Dienst⸗ stellen, in überzeugender Weise dargethan wird, wie die Aufbesserung der Gehaltsverhältnisse dieser Beamten eine unabweisbare Nothwendigkeit ist. Als Verfasser des Schriftchens wird ein Forst⸗ beamter in Fürth genangt. — Der Bericht des zweiten Ausschusses der weiten Kammer über die den Ständen vorgelegte Verordnung bezüglich der Wahlen zum Reichstag in Oberhessen beantragt folgende Zusätze:„Die Kosten einer durch die Wahl eines solchen Abge- ordneten zu bevorstehendem Reichstag nöthig wer⸗ denden Verwaltung seines öffentlichen Amtes fallen der Staatskasse zur Last.— Die Abgeordneten zu bevorstehendem Reichsfag erhalten eine tägliche Vergütung von 7 fl. und Ersatz der Reisekosten aus Großh. Staatskasse. Berichterstatter ist der Abgeordnete Zentgraf. — Von dem Abgeordneten Dumont wird der Antrag gestellt, daß 1) die Bildung und Wahl der Ortsvorstände von Neuem geregelt, und 2) für die städtischen Verhältnisse eine besondere Ord⸗ nung erlassen werde. — Der„Mainzer Ztg.“ wird von hier ge⸗ meldet, Preußen verlange von Hessen kein Con- tingent von 7000 Mann, sondern nur ein Regi- ment Infanterie und ein Regiment Cavallerte füt Oberhessen(Friedensstärke 2300 Mann, Kriegs- stärke 2900), also eine der Bevölkerungsziffer ent⸗ sprechende Truppenzahl. Hessen wünscht jedoch das oberhessische Contingent mit der Großh. Di⸗ vision vereinigt zu halten, während Preußen das⸗ selbe seiner 42. Infanterie-, resp. 21. Cavallerie⸗ Brigade zutheilen will. a — Die kriegsgerichtlichen Untersuchungen we⸗ gen des Verhaltens verschiedener hessischer Offiziere im letzten Feldzuge sollen dem Abschluß nahe sein und dne für einzelne Betheiligte ein unangenehmes sesultat zur Folge haben. Friedberg Aus England, Frankreich und der Schweiz treffen überallher Nachrichten ein, daß ungeheure Schneemassen Verkehrsstockungen, selbst der Eisenbahnen, verursacht haben. Dies soll namentlich im südlichen Frankteich der Fall sein. Die Post- und Telegrapben⸗ Verbindungen aus der Schweiz nach Italien sind unterbrochen. In Londor konnte während 36 Stunden die Post vom Continent nicht ausgegeben werden. 3B. Dornassenheim. Es mußte dahier sehr unangenehm berühren, daß Reichelsheim, wel⸗ ches sich, seit es dem Herzogthum Nassau ange- börte, stets eines Amtes, einer Reteptur und einer Landoberschultheißerei erfreute,“) bei Regelung der Gerichts- und Verwaltungsstellen in den dem Großherzogthum Hessen zugekommenen neuen Landes⸗ theilen so ganz und gar unbeachtet blieb; doch gibt man sich noch immer der Hoffnung hin, es werde den unermüdlichen Bemühungen unserer Nachbarn gelingen, mindestens ein Landgericht dorten zu erhalten. Sechs Nachbargemeinden Rei⸗ chelsheims würden durch Belassung ein ec Justiz⸗ behörde(Landgericht) daselbst ihre Wünsche in Beziehung der Rechtspflege befriedigt sehen. Ob es nicht an der Zeit sei, die billigen Wünsche Rechtsuchender aus 7 Gemeinden zu hören, über- lassen wir der weisen Beurtheilung an geeig- neter Stelle und wünschen nur, durch diese weni⸗ gen Andeutungen nochmals die Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand gelenkt zu haben. — Mainz. Die beiven Abgeordneten der Stadt Mainz haben nachstehende Interpellation an Großherzogliches Ministerum des Aeußern gerichtet: Im Gefelge des Friedensvertrags zwischen dem Eroß⸗ herzogthum Hessen und dem Königreich Preußen vom 3. Septmber 1806 verblieb letzterem ausschließlich das Be⸗ satzungsrecht in Mainz. Es sollen zwar die disber zwischen dem Bunde und der Territorialregierung maß⸗ gebend gewesenen Bestimmungen auf das Verhältniß zwischen Preußen und der Territorialregierung Anwendung finden. Allein diese alten Befliimmungen waren schon über nicht ausreichend, um der Stadt Mainz den ge⸗ dührenden Rechtsschutz dem Militärgouvernement gegen⸗ über zu verleihen; sik entsprechen sscher nicht der durch Wegfall des Bundestages ganz veränderten Sachlage. Der Gemeinderath der Stedt Mainz sah sich dahrt veranlaßt, unter dem 4. Oktober 1866 bei Großherzogsichem Mini- siexium des Aeußern eiue Denkschrift einzureichen, in welcher gebeten wird, diese Verhälinisse im Wege defonderer Ver⸗ eindarung mit der Kreue Preußens zu ordnen, fowie die dem Mainzer Universitatsfond zustebenden Anspriiche auf einen bedeutenden Häusercomplex in der Stadt Mainz, sei ec bei der für die alten, Bundesverbältinisse beüehenden Liquidatlonskommission, sei es bei der Kro Preußens, zur Geltung zu bringen. Die Umerzeichneten erlauden sich dieserhald die ergeberiste Anfrage: Ob und welche Schrine Greßherzogliches Ministerium wegen dieter für die ganz besondere Lage der Stadt Mainz bochwichligen Angelegenyeit eingeleitet vat und wie. weit die Sacht gediehen ser d Darm sta dt, 24. Oetember 1866. N Dr. Dument. Ur. Oechs net. e) Diejenigen unseret Leser, welche üldet diese drei in Reichelsheim bisher defindlichen, in einer Perion ver⸗ einigten Aemter Nöäbereg zu lesen wülnschen, machen ner auf einen keziügl. hen Areifel des Grenzen„daa Muster eines Beamten im Kleinaat“ ausmertsam. Die Red. —. ccc — * —— 5 3— 2 8 r 8 ä———— e Preußen. Berlin. Das Abgeordneten- haus bat in seiner Sitzung vom 17. ds. den Gesetzentwurf über Diätengewährung an die Mitglieder des Parlaments mit 178 gegen 106 Stimmen angenommen. Die Regierung lehnte zuvor den Entwurf ab, weil er vor den Reichs⸗ tag gehöre. — Die Prov. Correspondenz bezeichnet als Zweck des Parlamentes die feste Vereinigung von dreißig Millionen Norddeutschen und die Gewin⸗ nung eines Verbandes, um demnächst alle deutschen Staaten zu umschlingen. — Das Abgeordnetenhaus beschleunigt seine Arbeiten auf jede Weise, um es einzelnen Abgeordneten zu ermöglichen, noch vor dem am 5. Februar stattfindenden förmlichen Schluß der Session sich in der Heimath den Woͤhlvorberei⸗ tungen für das norddeutsche Parlament zu wid⸗ men. Von wichtigen Regierungsvorlagen sind jetzt nur noch wenige zurück. — Das Abgeordnetenhaus nahm in seiner Sitzung vom 18. den Hypotheken Entwurf des Abgeordneten Lasker an, welcher die Aufhebung der Beschränkungen des gesetzlichen Zinsfußes für Immobilien zur Erleichterung der Beschaffung von Capitalien für Grundbesitz bezweckt. Die Re⸗ gierung gab dem Gesetzesen:wurfe ihre Zustimmung und erklärte, sie werde suchen, die Zustimmung des Herrenhauses zu erwirken. — Die Justizcommission des Abgeordneten⸗ hauses hat, in Erwägung, daß dazu die Mit⸗ wirkung der Abgeordneten aus den neuen Landes- theilen erforderlich sei, den Gesetzentwurf, betreffend die Versetzbarkeit der Justizbeamten aus den neuen Landestheilen in die alten Provinzen, ab- zulehnen beschlossen. — Bevollmächtigte des Fürslen von Thurn und Taxis sind von Regensburg hier eingetroffen. Die Verhandlungen wegen Ueberlassung des fürstlichen Postwesens an Preußen haben bereits begonnen. — Die Verhandlungen mit dem Herzog von Nassau sollen dem Abschlusse nahe sein. Die Regierung hielt das Verbleiben des Domanial⸗ gutes in dem Privatbesitze des Herzogs mit dem wirihschaftlichen Interesse des Landes unvereinbar. — Das Einverleibungspatent für die Elbher⸗ zogthümer wird unverzüglich verkündet. Die Bewohner von ganz Schleswig sind berechtigt, an den Wahlen sich zu betheiligen. — Professor Kinkel hat auf eine Auf, forderung zur Uebernahme eires Mandats für das Parlament geantwortet:„Wenn ein deutscher Wahlkreis mich ins Parlament wählt, so erkenne ich darin ein verpflichtendes Mandat des einzigen Souveräns, dem ich Treue schuldig bin, nämlich des deulschen Volkes, und so angenehm meine jetzige Thätigkeit ist, werde ich sie unterbrechen, wenn ein solches Mandat an mich ergeht. Allein ich habe keine Hoffnung, daß für jetzt, eben da meine Qualification nicht über allen Zweifel er⸗ baben ist, Sie meine Wahl werden durchsetzen können, und halte ebenfalls dafür, daß die Zwecke dieses Parlaments kaum wichtig genug wären, um gerade für sie die eben angetretene neue Stellung wieder zu gefährden. Die Zeit wird kommen, wo ich vielleicht in einem größeren Par⸗ lamente besser zu brauchen bin, als hier. Ich fasse also die Sache so: Eine Wahl halte ich mich verpflichtet anzunehmen, wenn sie ohne mein Zuthun auf mich fällt, allein ich überlasse es Ihrer Einsicht in die Zustände und in die Stimmung Ihres Wahlkreises, ob Ihnen heute eine Agitation für meine Wahl zweckmäßig wäre.“ Frankfurt. Aus den Kreisen hiesiger Bürger ist ein aus zwanzig Personen bestehendes Wahlcomite zufammengetreten, welches sich mit Vertrauenepersonen aus Rödelheim und den früheren Frankfurter Ortschaften verstärken wird, um einen Candidaten für das norddeutsche Par- lament aufzustellen. — Auf den biesigen Aemtern wurden die seit- her noch im Gebrauch befindlichen Stempel der früheren„freien Stadt Franlfurt“ jetzt entfernt und durch königl. preußische Stempel ersetzt. Bayern. Der Ministerpräsident Fürst Hohen⸗ lohe gab in der Kammersitzung vom 18. d. M. über die Politik der Regierung folgende Er— klärung ab: Nach der Auflösung des Bundes und dem Austritte Oesterreichs aus demselben war die Stellung der Mittel⸗ staaten gefährdet. Die Erhaltung Deutschlands und die Einigung aller deutschen Stämme ist anzustreben und joweit dies unmöglich, doch des größten Theils derselben unter einer einheitlichen Centralgewalt mit parlamenta⸗ rischer Vertretung. Dies ist jtzt nicht unmittelbar für Bayern zu erreichen. Preußen bat die Mainlinie anerkannt. Dies ist zu beklagen, aber die Folge ist unbestreitbar, daß Preußen eventuell die süddeutschen Staaten zurückweisen müsse. Bei dem vorherrschenden Einheitsdrange ist es aber mit der Würde Bayerns nicht vereinbar, einen be⸗ dingungslosen Eintritt in den norddeuischen Bund nach⸗ zusuchen. Andererseiis ist die bayerische Regierung fest enischlossen, jedem Schritte gegen eine bundesmäßige Einigung Deutschlands entgegenzutreten. Bayern wird keinem Südwesistaatenbunde unter dem Protectorate einer fremden Macht beitreten, ebensowenig einem süddeutschen Staatenbunde unter der Führung Oesterreichs, wo das deutsche Element augenscheinlich in den Hintergrund trete. Ein Südwesibund würde die Kluft zwischen Süddeutschland und Nocddeutschland erweitern. Aber Bayerns Stellung ist nicht blos eine negative, sonst wäre Jsolirung die Folge. Bayern bedarf der Stütze und muß sich an einen Großstaat anlehnen. Dies könne nur Preußen sein. Die Bundes zenessenschaft mit Preußen ist Baperns Aufgabe. Dieses Verhäliniß bringt die Unterordnung des Heeres im Falle eines Krieges mit sich und erheischt die ent⸗ sprechende Umͤnderung des Heeres. Es ist wirksamer, wenn die fübwestdeuischen Staaten ebenmäßig sich reor⸗ ganisiren. Bayern ist dahin bemüht, um eine Annäherung Süddeulschlands an Norddeutschland anzubahnen. Die Zielpunkte der bayerischen Regierung sind: die Anbahnung eines Versassungsbündnisses mit den übrigen deutschen Staaten, sobald und soweit dies unter Wahrung der Souveränctät und Unabhängigkeit des Landes möglich ist. Bis zue Erreichung dieses Zieles ist aber die Schaffung einer Achtung gebietenden Macht durch die entsprechende Heeres organisation und durch den Ausbau der inneren Einrichtungen des Staates auf freiheillicher Grundlage zu erstreben. Wenn dies gelingt, so wird ein Bündniß mit uns gesucht und wir haben bann nicht nöthig, uns darnach umzusehen; wir werden dann im Stande sein, in wichtigen Fragen wie in der Reorganisation bes Zoll⸗ vereins die den Interessen des Landes entsprechende Lösung zu erzielen. Würtemberg. Stuttgart. Schon seit einiger Zeit sprach man davon, daß Kriegsminister v. Hardegg seine Entlassung erhalten werde. Nun heißt es, an seine Stelle werde ein Mann treten, der mehr zu einer Heerreform im Style Preußens geneigt wäre, als Hr. v. Hardegg. Großbritannien. London. Ein schreck⸗ licher Unglücksfall fand auf dem See in Regents Park statt. Das Eis brach ein. 200 Personen sanken ein und 30 ertranken. Italien. Flocenz. Vehufs Deckung des Deficits im Saatshaus halt von 185 Millionen schlägt der Finanzminister Scialoja verschiedene Ersparnisse vor, welche 85 Millionen betragen. Der Finanzminister glaubt, daß das Gleichgewicht im Budget im Jahre 1880 hergestellt sein werde. Um das noch 100 Millionen betragende Defieit für das laufende Jahr zu decken, wird der Mini- ster einen Gesetzentwurf über die geistlichen Güter vorschlagen, die zu 600 Millionen voranschlagt sind, welche Summe hinreichen werde, bis zur Wiederherstellung des Gleichgewichts im Budget die jährlich sich ergebenden Deficits zu decken. Der Minister sprach die Hoffnung aus, daß der Clerus das Project annehmen werde. — Neapel. Ein furchtbarer Sturm wüthete am 16. d. Mts. an der Küste von Neapel, der beträchtliche Schaden anrichtete. 20 Handels⸗ schiffe gingen zu Grund; man zählt 13 Todte. Auch in Baja versanken 4 Schiffe. Rußland. Der„Russische Invalide“ schreibt in seiner militärischen Rundschau:„Die Friedens- stärke der Armee beläuft sich auf 700,000 Mann; folglich ist eine Verminderung gegen früher um 100,000 Mann eingetreten. Die Completirung auf Kriegsstärke ersolgt im Falle der Noth inner⸗ halb einer Frist von sechs Wochen. Die Artillerke wird binnen zwei Jahren vollständig mit neuen Geschützen versthen. Im Jahre 1867 werden 300,000 Hinterladungsgewehre und 300 gezogene Geschütze vollendet.“ Amerika. Während des Monats November gingen 59 amerikanische Fahrzeuge im Werthe von 2,651,000 Dollars zu Grunde. h. Friedberg. Es ist hier ein Verein unter dem Namen„Museum' in der Bildung begriffen. Wie schon der Name andeutet, soll dieser Verein seinen Mitgliedern dei Erholung von der Berufsarbeit weitere geistige Genüsse und Anregungen bieten duch Conversalion, Zeitungs⸗ und Bücherlesen, Musik, Vorträge, Declamation u. s. w. Tanz ist nicht ausgeschlossen. Der Aufnahme fähig wird jeder ordentliche Mensch sein; Standesunterschiede u. s. w. sind dabei von keinem Einfluß. Die Beiträge werden nicht hoch, überhaupt wird die Tendenz des Vereins Ein⸗ fachheit sein. Frankfurt. Dieser Tage erhängte sich eine hoch⸗ betagte 75jährige Frau, welche, in den günstigsten Ver⸗ be lebend, ihren Erben ein Vermögen von fl. 100,000 hinterläßt. B. n. Ein interessanter Fütterungsversuch, zehrten beide 6 Pfund per Tag, allein nach Verlauf einer Woche nur r — eee— wonach man die Wahl des zu verzehrenden Futters ganz dem Instinkte der Thiere überließ, wurde im vergangenen Frühjahr auf einem größeren Gute in Norddeutschland mit zwei Sjährigen Kühen, weiche fr. sch gekalbt hatten und von mittlerer Größe waren, gemacht, nämlich: Dieselben wurden zuerst in einen Stall zusammengebracht, worin sie sich frei be wegen konnten und in welchem man die verschiedenen Tröge zur Aufnahme des Futters angebracht hatte und zwar einen zur Aufnahme von Roggen⸗ kleie, einen desgleichen für Runkelrüben, einen dritten für Oelkuchen, einen vierten für Heu und Gerstenstroh und einen fünften für Wasser. Da sich dieselben aber nicht zusammen vertrugen, sondern der Futterneid bei dem Verzehren des Lieblingefutters sich einstellte, wobei es heftige Stöße ab; setzte, so wurden dieselben durch eine Scheidewand getrennt und bekam tine jede Kuh ihre besonderen Tröge. Regelmäßig sing jede derselben zuerst an der trockenen Kleie zu verzehren an und nachdem dies geschehen, ging es an die Runkelrüben, dann an die Oelkuchen, dann ans Heu und Stroh und schließlich ans Wasser. Nachdem dieselben vollkommen sich gesättigt hatten, legten sie sich nieder, ruhten und wiederkauten bis des Nachmittags, wo sich der angegebene Turnus wieder von Neuem wiederholte. „Die Quantität des verzehrten Futters anlangend, so steigerte sich diese bei der Kleie nach und nach von 4 bis auf 14, bei den Runkel⸗ rüben von 40 bis auf 110 Pfund per Tag und Stück. Oelkuchen ver⸗ noch die Hälste und am 12. Tage versagten beide gleichzeitig dieselben gänzlich. Nach den Oelkuchen ging es ans Heu und Stroh und wurden fast gleichmäßig dieselben Quantitäten(20 Pfund) verzehrt. An reinem Wasser wurde zuerst per Stück 45, dann 40, endlich 30 und in der zweiten Hälfte der Versuchsdauer(die ganze war 45 Tage) wieder 4 Quart verzehrt. Die Kleie, ins Wasser gegeben, verzehrte nur 8 Pfund das Stück in einem Tage und am 19. Tage, 2 Pfund Repskuchen in dasselbe gethan, wurde nur die Hälfte gesoffen, dahingegen bei 1 Pfund die ganze Quantität. Verzehrt hat in den angegebenen 45 Tagen Nr. I. an Kleie 444 Nr. II. 448 „ Runkelrüben 3714 4009 „ Oelkuchen 90 Pfund. 86 Pfund. Heu und Stroh wurde, wie schon bemerkt, in gleichen Quantitäten verzchrt. Die Milchabsonderung steigerte sich bei Nr. I. bis zu 15, bel Nr. II. bis zu 18½ Quart täglich. Nr. I. wog beim Beginn des Ver⸗ suchs 1124, Nr. II. 941 und beim Schluß Ecstere 1196 und Letztere 914 Pfund, Nr. I. hatte demnach ein Mehrgewicht von 72 und Nr. II. ein Manco von 27 Pfund, welches in der Milchabsonderung begründet war. Aus diesen Versuchen geht hervor, daß 1) Kleie und Schrot, in trockenem Zustande verabreicht, dem Instinkte der Thiere am entsprechendsten ist, wie dieses die Engländer auch schon lange eingeführt haben, und 2) daß Oelkuchen nur in geringen Quantiläten zu verabreichen sind. Hesdi ton — 2 — 2 * bebanbe! 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Die Vortheile guter Wasch-Ring-Maschinen beim Gebrauch in den Haushaltungen sind zu augenfällig, als daß ihre allgemeine Anwendung lange auf sich warten lassen könnte.— Ein Hauptvortheil der Wasch-Ring⸗Maschine, der gewiß hoch anzuschlagen ist, ist die Schonung der Wäsche.— Durch das Gleiten der Wäsche auf den elastischen Walzen der Ringmaschine leitet dieselbe selbstverständlich viel weniger als durch das Reiben und Auswinden durch die Hände der Wäscherin, wodurch unter anderem bekanntlich die Fäden des Gewebes leicht aus ihrer Lage gebracht werden können.— Dann ist man bei vorhabender Wische mit der Maschine weniger von der zum Trocknen ungünstigen Witterung abhäag'g, da die Ringmaschine gleichzeitig die Wäsche halb trocknet. Die Seifen-, Brennmaterialiene, Zeit- und Arbeit⸗Ersparnisse durch eine gute Wasch⸗Ring⸗Maschine sind so bedeutend, daß sich dieselbe in kurzer Zeit frei arbeitet, resp. neben Schonung der Wäsche und Zeitersparniß, der Betrag für Mehrverbrauch von Seife und Brennmaterial in kurzer Zeit dem Kostenpreis der Maschine gleichsteht. Durch mehrjährige practische Anwendung von Wasch⸗Ring-Maschinen babe ich dieselben viel- fach verbessert, so daß solche bezüglich der Form, Zweckmäßigkeit und Haltbarkeit nichts zu wünschen übrig lassen und deßhalb mit Recht meine Wasch-Ring-Maschinen als die vollkommensten und zweckmäßigsten empfehlen kann. Vielfachen Wünschen entsprechend, mache ich hierdurch die Anzeige, daß Donuerstag den 21. Januar im Saalt des Hotel Trapp in Friedberg von Morgens 10 uhr ab eine Probe mit einer Wasch Ring ⸗Maschine statt⸗ finden wird, wozu ich höflichst einlade. Es werden bei dieser Gelegenheit noch einige andere nützliche Haushaltungsmaschinen, wie: 1 Eiweißschlagmaschine, 1 Messerputzmaschine, 1 Fleischhackmaschine, 1 Wurstfüllmaschine und 1 Aepfelschälmaschine zur Ansicht ausgestellt sein, die auf Verlangen auch Proben unterworsen werden. Ueber die Leistungsfähigkeit meiner Wasch-Ring-⸗Maschinen lasse ich nachstehend einige Zeug⸗ nisse folgen, mit dem Bemerken, daß bei jedem Verkaufe einer solchen Maschine eine genaue Ge⸗— brauchs⸗Anweisung beigegeben, und ein Jahr hinsichtlich des Materials und der soliden Arbeit garantirt wird. en, Georg Nenzel, Maschinenfabrik. Zeugnuisse. Ich habe von Herrn Maschlnenfabrikanten Georg Menzel dahier eine Wasch⸗ und Ring⸗Maschine erhalten, mit welcher meine Frau sehr zufrieden ist. Die Maschine ist mit de geringem Kraftaufwand in Bewegung zu 3 erfordert weniger Seise als das Handwaschen und reinigt außecorbentlich gut. Aus der Ring⸗Maschine kommt ie Wäsche so ausgerungen heraus, daß sie grade zum Trocknen aufgehängt werden kann. Nach diesen von meiner Frau und mir gemachten Beobachtungen kann ich den Ankauf einer Nenzelschen Waschmaschine nur dringend empfehlen. Gießen den 27. Februar 1866. Langsdorff, Stadtgerichts⸗Assessor. Seit einiget Zeit im Besitze einer von Herrn Menzel dahier gefertigten Waschmaschine, erlaube ich mir, den Hausfrauen Gi ßens derartiße Maschinen angelegennichst zu empfehlen, da dieselben eine große Ersparniß an Zeit unb Arbeitskraft, wie auch an Seife, möglich machen. Gießen den 27. Februar 1866. Bertha Hesse, geb. Zimmermann. Mit Vergnügen bezeuge ich hiermit Herrn Maschinenfabrikanten Nenzel zu Gießen, daß die von demselben] welche derselbe mir zur Benutzung zu hihen so gefällig war, völlig meinen Beifall er⸗ angefertigte Waschmaschine, langt hat. Dieselbe wascht in kurzer Zeit die schmutzigste Wäsche völlig rein, wobei noch Ersparniß an Seise und Schonung der Wäsche in Vergleich mit der seither üblichen Waschmethode zu berücksichtigen sind. Die Hauptvor⸗ tbeile bdieser meiner Waschmaschine sind also Zeitersparuiß und vermindertes Seifenconsum. Gießen den 27. Februar 1806. Marie von Löhr. 6———üüä—ͥ f Maschinenfabritant Herr Nenzel von Gießen liefere mir voriges Jahr eine Wasch⸗Ring⸗Maschine mit der ich in 90 Beziehung sehr zusrieden bin.— Die Hauptvortheile dieser Maschine sind folgende.— Die Maschine keinigt durchschnütlich per Stunde einen Korb voll Weißzeug u. s. w. mindestens eden so gut, als es nur Menschen⸗ hände vermögen.— Die Wäsche wird durch diese Maschine besser behandelt, als auf jedem gewöhnlichen Wege und dann wird an Seiße gespatt. siht Na Nonne nhof bei Nieder Wöllstadt den 27. Dezember 1866. Georg Brückmann. Da meine Frau bei Herrn Georg Brücmann auf dem Nonnenhof einer Probe mit der Wasch⸗Ring⸗ Maschine beigewohnt und dieselbe ihr ausgezeichnet gefallen hat, so habe ich von Herrn Maschinenfabrikant Nenzel aus Gießen eine gleiche erhalten. Hofgut Oed bei Frankfurt a. M. den 28. Dezember 1866. J. Neuhard. i uu zg lotus daooc 26210 usqunges Bunuuszzzuß zususbn bei ieee ee e ben eee i eg ehen eee eee D eee unnd eee en ehe * munen en ec ee 0 01g u og a S un beo 90 ann ma 15 da ian& ebf po zg Anu 1 5 us Uh zuuu 991 140095 ain Es ist diese Maschine für eine größere Haushaltung ganz unentbehrlich und deßhalb Parlaments⸗Wahl. 169 Mittwoch den 23. v. Mts., Abends 8 e liche Vetsammlung in dem Gasthaus zur goldnen Reichs krone dahier. Für das Comité: E d. Trapp IV., Hofgerichtsadvokat. Mobiliar-Versteigerung. 150 Mittwoch den 23. Januar d. J., Vormittaf 9 Ubr anfengend, werden in dem Haxmoniesaale dah auf frelwilligen Antrag des hiesigen Bürgers und Gasl⸗ wirtbs Martin Hertlein wegen Geschäfsaufgal nachstehende Mobilien und Witibschaftsutensilten, als: 22 große Wirthstische, mehrere Dutzend Strohstüh⸗ desgleichen Bänke, 1 großer Sprungherd, 2 gro Salonleuchtet mit Gaseinrichtung, eine große Parlie Wein⸗ und Blergläser, einige hundert We in⸗ und Bierflaschen, mehrere hunderf Messer, Gabeln und Löffel, Porzellanplatten, Teller, Tassen, Milchkännchen, Zuckerplättchen und Kaffeelöffelchen, mehrere Dutzend lackirte Kaffeebretter, 2 Weinstützen, 1 Flaschengestell, mehrere Flaschenkörde, 1 Buffet, einige Dutzend por⸗ zellanerne Bieruntersätze, sowie sonstige Haushaltungs⸗ und Geschäftsgegenftände öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung dersteigerk werden. 5 Friedberg den 18. Januar 1867. 5 0 In Auftrag: Rane Großherzogliches Ortsgericht Friedber 31 Walz. 160 Freitag den 28. Januar, Morgens 10 Uhr, soll auf dem Rasdhause zu Neichelshen die auf dem dortigen herrschaftuchen Fruchtispeicher liegende Frucht, beflebend in cirea 5 188 Malter Korn, 122„ Oersse, 98„ Haser, ö ele an der Meisibietenden gegen Baatzaplung versteigert werden. 958 a g Friedberg den 10. Januar 1867. Großherzog gps ee Friedberg n deck. ——— Preise verschiedener Gegenstände. Friedberg am 19. Janxar. Butter pr. B 24 kt.] Eier 1 Stück 2 tr. Brennholz, Buchen Scheitholz I., pr. Stecken 7 fl 30 ft. * 4 ann eee Verantw. Red.: Hermann Schimpf. Druck u d Verlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 5.) 8288 5 223 4 5 t 28 + 225 2 2 2— T 3 2 3 2 88 2 2 85 1 225 8„ 5 2 S2 5 2282—— 322 8 3288 f 8 7 1 3 4 2—* 2 282 — 2 3 E A5 36883 828 2 2 2 8— 2 88 3 SSS 2** A 8 9982 + a 3 22 2 2 2 2 S. 2 1 S s 8 2 2 a. 1. 28 2 8 S 2—— S S2 2 2. 90 2 SSS 0 2— 85 2 5 8 1 2 S Sf 3 Ns Sb 8=„ 28 . 5 2 T 2 2 2 E 2 2 8— 2 5— S 2 SS 328 G 2 2 5 2 85 2. 2 2 2 2 2 8—— 2 22 661 2 22 2 5 2 8 2 2 S S 5 2 2— S838 5 8 85 s — 2 2— S 3 5 8 c 8 2 2 S 8 2 82 2 2* —— 2* 1 98 58 884 8 33 38 2* 3 5 2 g 2 S 5 8 2 S 2 2 2 2 EL + 8 3 2* 2 r 22 8— 28 2 28 — 2— 2 7 288238 83 — 8388— 2 E 2 2— = 2 225 SS 2 3 S S S 26 S„ 280 2 2 D 2 8 2 SS 2 S SS S 2 2 282 2 3 22 3 8 8 3353 2 2 — 2 2K 8 8 222 2 SS S S S 2 35 2 S SS S 2* 2 5 2—— 4 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2— ss S2 8 5 8 9 Landroste hend d. regierung Regierun Iren d 0 Aus WIe Na Jude d Au Horbe met ½ Sch ———— Hef iche Nez I. Gee Ler Frlosn 905„N 6 1 n Uufruf Nealetaug M. 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