Samstag den 21. September.. 112. ee S a 1 de 1% . 9 * 0—— * Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.“ 1 Friedberger Intelligenzblatt. Einladung zum Abonnement. Donnerstag und Samstag, erscheinenden Oberhessen Auf den wöchentlich dreimal, Dienstag, Anzeiger für dun dener hann man für die Monate Oktober, November und Dezember in hiesiger Stadt bei der unterzeichneten Expedition für 30 kr. und bei allen Jeck ben Oostanstalten innerhalb des Großherzogthums für 33 kr. abonniren. Der Anzeiger bringt die kereisamtlichen Erlasse, sodenn eine kurze 0 Hebersicht der interessantesten an! wichtigsten Tagesbegebenhelten, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsfätze, ge. ehrten Publ andwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilung und ale Notizen, außerdem wöchentlich ein Dedichte, Anekdoten, Buderräthsel, Bei der großen Verbreitung Annoncen und Empfehlungen aller Art stets von en, mal amtliche Bekanntmachungen dem besten Erfolge begleitet sein.— D geschäftliche Nachrichten, Markt- und Coursberichte, in dem beigegebenen Unterhaltungsblatt interessan Räthsel, Rechenaufgaben ꝛc. unseres Blattes werden Verloosungen von Staats papieren te Novellen und Erzählungen, und Versteigerungs-Anzeigen ꝛc., sowie geschäftliche le einspaltige Petit-Zeile oder deren Raum wird mit Nn 3 kr. berechnet; dei größeren Aufträgen oder ständigen Annoncen gewähren wir einen entsprechenden Rabatt. e eri, Zum geneigten Abonnement, sowie zur Benutzung des„Anzeiger für Oberhessen« zu Veröffentlichungen aller Art ladet ein 1 aße Friedberg. Die Expedition. 7——— der 1887 5 8 * 1*** 11 Amtlicher Theil. tb. Betreffend: Die Aufstellung der Gemeinde-Voranschläge für 1868 in dem Kreise Frledberg. Friedberg den 19. September 1867. e tis des Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. n Sergängerg we zugleich die! Die sofortige Einsendung der noch rückstebenden Voranschläg e bringen wir hiermit in Erinneruyg. a ip p. Woch auch en waar rl Bekanntmachung.. irc. Katharina Branz aus Oberhauen, dermalen Dienstmagd in Weckesheim, ist wegen Uebertretung des§. 12. der Verordnung een dom 7. April 1857„die polizeiliche Aufsicht über die Dieuscboten betreffend auf die Dauer eines Jahres aus dem Kreise gewiesen worden. an M u. Friedberg den 13. September 1867. Großherzogsches Kreisamt Friedberg u, daf t e der Julia 1 Neale. f 0 5 Hessen. Darmstadt, 19. September.— Der preußische Staatsanzeiger meldet, daß gegend die dringende Bitte, solches entweder direct lein Nachdem des Großherzogs K. H. sich zur dem Flügeladjutanten S. K. H. des Großherzogs, an die Bürgermeisterei Gernsheim oder in Darm⸗ Wettstein Begrüßung S. M. des Königs von Preußen Obersten v. Grolman, und dem Obersten vom stadt in der Wohnung des Obermedieinalraths — gestern Vormittag nach Frankfurt begeben und Artilleriecorps, Hartmann, der Königl. Kronen- Cellarius(Grafenstraße 20) abgeben zu wollen. e. den König zu einem Besuche an dein Hofe in orden 2. Classe, sowie dem Major Bechstatt— In Bürstadt hat eine dritte Erkrankung * Darmstadt eingeladen, kehrte der Großherzog um der rothe Adlerorden 4. Classe verliehen worden ist. stattgefunden, die, wie die erste, tödtlich geendet . 1 Uhr hierher zurück, nachdem beide hohe Herren— Prinz Ludwig, Divisionär der großher⸗ hat. Alle drei Erkrankungen haben in einem 11 bein der Westendhalle zu Frankfurt ein gemeinschaft⸗ zogl. Truppen, inspieirte am 17. ds. in Begleitung Hause stattgefunden und hofft man durch dessen 4 f 0 liches Frühstück eingenommen. Um 3 Uhr traf des königl. preußischen Majors v. Böhn das zu strenge Cernirung einer weiteren Verbreitung vor⸗ rA.“ 0 alsdann der König mittelst Extrazugs hier ein Worms in Garnison liegende 1. Infanterie-Re- zubeugen. Von anderen Orten, an denen Cholera ur* 14 und wurde von dem Großherzog, der Prinzessin giment, sowie dessen Kaserne. Auch die Garni⸗ erkrankungen stattgefunden, fehlen weitere Nach⸗ 2 W b Karl, dem Prinzen und der Prinzessin Ludwig sonen der anderen. Infanterie Regimenter werden richten. n und dem Prinzen Wilhelm am Bahnhofe empfan⸗ demnächst von Seiten des Prinzen einer Inspeetion— Zu der in Heppenheim abgehaltenen Ver⸗ Es ingen. Die Leib⸗ Compagnie des 3. Infanterie— unterzogen werden. Der nächste Besuch soll Offen- sammlung deutscher Irrenärzte hatten sich etwa 100 Regiments that den Ehrendienst. Ferner waren bach zugedacht sein. 40 Aerzte eingefunden, darunter einige Holländer — am Bahnhofe anwesend die verschiedenen höheren“— Ueber den Stand der Cholera im fund Russen. An den Berathungen betheiligte sich rr Hofchargen und der preußische Gesandte Baron Großherzogthum berichtet die Darmstädter auch Minister v. Dalwigk. Von Seite der groß⸗ 1 e Wentzel und Major v. Böhn. Im Gefolge Zeitung weiter: In Gernsheim hat sich in den herzoglichen Regierung wurde in Beisein des Letzt 17 des Königs befanden sich die Chefs des Civil- letzten vier Tagen vom 11. bis 15. September genannten den ärzilichen Gästen ein Diner gege— * und Militär⸗Cabinets, der Geheime Cabinetsrath die Sterblichkeit vermehrt, indem bei 33 neuen ben, worauf sich dieselben zum Theil zu der in 0 7 v. Mühler und Gentraladjutant v. Treskow, Erkrankungen 12 Todesfälle stattgefunden haben; Frankfurt a. M. tagenden Naturforscherversamm⸗ 655 0 der wirkliche Geheime Legationsrath Abeken, es hat sich darnach die Gesammtsumme der lung begaben. * dem auf der Reise das Referat über die aus- Erkrankten auf 345, die der Gestorbenen auf* Friedberg, 19. Sept. Vorgestern Abend 10 P. wärtigen Angelegenheiten übertragen ist, sowie 61 gesteigert. Von den beiden nach Gerns- traf der Commandeur der ersten Brigade, Groß- 34 verschiedene Hofchargen. Bei der Fahrt nach dem heim zur Unterstützung der dortigen Aerzte be- berzoglicher Oberst Bickel, zur Inspieirung des 100/ Residenzschlosse bemerkte man in dem ersten Wagen stimmten Aerzten hat der eine abgelehnt, der hiesigen Bataillons dahier ein. Heute Vormittag 57 den König, mit der Prinzessin Karl im Fond des andere ist sogleich dahin een; jedoch, da fand die Vorstellung der Compagnien und des * Wagens, S. K. H. den Großherzog auf dem der Krankenstand bei dem Umschlage der Witterung Bataillons nach dem von dem Königl Preußischen —— Rücksitze. In dem zweiten Wagen befand sich sich auf 25 vermindert hatte, vorerst wieder nach Major v. Böhn, Commandeur unseres Lehr- 1 1 Prinz Karl, sowie Prinz Ludwig und Gemahlin. Hause(Bensheim) zurückgekehrt. Dagegen ist be- bataillons, ausgegebenen Programme auf dem N Im Residenzschlosse fand Familientafel statt, bei reits vor zwei Tagen der großherzogliche Ober⸗ Exercierplatz statt, bei welcher Gelegenheit der 51 welcher nur der König und der Großherzog, Prinz medieinalrath Vix nach Gernsheim abgereist, Brigade Commandeur seine vollste Zufriedenheit 5 und Prinzessin Karl, Prinz Ludshig und Gemah⸗ einestheils, um an der Behandlung der Kranken über die ausgezeichneten Leistungen des Bataillons 2 lin, sowie Prinz Heinrich anwesend wgren. Der sich zu betheiligen, anderntheils, um die gehörige aussprach, dessen Mannschaft zum größeren Theile 1 König, der ursprünglich nach aer e weiter und sorgfältige Durchführung der sanitätspolizei⸗[ nur während 7 Tagen an der Einübung des 1 1 reisen beabsichtigte, kehrte um 6 Uhr nach lichen Maßregeln zu veranlassen und zu überwachen.] neuen Exereitiums theilgenommen batte. b 9 Frankfurt zurück, um in der Westendhalle zu Nach einem uns zutegangenen Berichte desselben Preußen. Berlin. Aehnlich wie der 7. übernachten. Später wohnte derselbe im Stadt- fehlt es den ärmeren Kranken an Leibweißzeug, französische Minister Marquis de Moustier hat 1 theater der Vorstellung der Oper„Robert der Bettwerk und alter Leinwand, und ergeht deßhalbs auch Graf Bismarck unterm 7. September 1 Teufel“ bei.— an die Bewohner der Stadt Darmstadt und Um⸗ in Betreff der Salzburger Zusammenkunft 5 2 Fr ͤ ˙ ˙.. 5 2—————————————— r. 0 MN 1 f 1 1 0 .— 0 1 4 0 ö ein Cireulär erlassen, welches in hohem Grade geeignet ist, zur Aufklärung über die Politik des RNordbundes gegenüber den süddeutschen Staaten beizutragen. Es heißt hier u. A.: „Wir haben es uns von Anfang an zur Aufgabe gemacht, den Strom der nationalen Entwicklung Deutschlands in ein Bett zu leiten, in welchem er nicht zerstörend, sondern befruchtend wirke. Wir haben Alles vermieden, was die nationale Bewe— gung überstürzen könnte, und haben nicht aufzu— regen, sondern zu beruhigen gesucht. Die süd⸗ deutschen Regierungen selbst werden uns bezeugen, daß wir uns jedes Versuches enthalten haben, einen moralischen Druck auf ihre Entschließungen zu üben, und daß wir vielmehr auf die Handhabe, welche sich uns zu diesem Zwecke in der Lage des Zollvereins bieten konnte, durch den Vertrag vom 8. Juli d. J. rückhaltslos verzichtet haben. Wir werden dieser Haltung auch ferner treu bleiben. Der norddeutsche Bund wird jedem Bedürfnisse der süddeutschen Regierungen nach Erweiterung und Befestigung der nationalen Beziehungen zwi⸗ schen dem Süden und dem Norden Deutschlands auch in Zukunft bereitwillig entgegenkommen, aber wir werden die Bestimmung des Maßes, welches die gegenseitige Annäherung innezuhalten hat, jederzeit der freien Entschließung unserer süddeut⸗ schen Verbündeten überlassen. Diesen Standpunkt glauben wir um so ruhiger festhalten zu dürfen, als wir in den gegenwärtig bestehenden vertrags— mäßigen Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden Deutschlands, wie sie in den abge— schlossenen Bündnissen und in der Vervollständi⸗ gung des Zollvereines sich darstellen, eine rechtlich und thatsächlich gesicherte Grundlage für die selbst— ständige Entwickelung der nationalen Interessen des deutschen Volkes erblicken.“ — Der Abg. Simson hat die auf ihn ge⸗ fallene Wahl zum Präsidenten des Reichstags angenommen. Zum ersten Vicepräsidenten wurde der Herzog v. Ujest mit 158 von 189 Stimmen gewählt(Löwe erhielt 27,) zum zweiten Herr v. Bennigsen mit 99 von 178 Stimmen; die Herren Arnim v. Heinrichsdorf und Löwe erhielten je 44 und resp. 29 Stimmen. Zu Schriftführern wurden gewählt: v. Unruh und Stumm(frei⸗ conservativ,) Forkel und Puttkammer(national- liberal,) Cornely(Fortschritt,) Hüffer(freie Ver⸗ einigung,) Schöning und Seydewitz(conservativ.) — Der„Staatsanzeiger“ meldet die Ernen⸗ nung des Grafen Otto Stolberg zum Oberprä⸗ sidenten von Hannover und publicirt eine könig · liche Ordre, durch welche der hannover'sche Pro- vinzial-Landtag auf den 21. September nach der Stadt Hannover einberufen wird.— Die„N. W. Hannov. Ztg.“ veröffentlicht die Ansprache des Grafen Stolberg an die Provinz bei seinem Amts- antritt und die Abschiedsansprache des bisherigen General-Gouverneurs 9. Voigt⸗Rheetz. — In der Sitzung des Reichstags vom 18. wurde ein zahlreich unterstützter Antrag auf Erlaß einer Adresse gestellt; das Haus beschließt Schlußbe— rathung. Von Vorlagen ist eingegangen: 1) der neue Zollvereinsvertrag; das Haus setzt die Be— schlußfassung über die geschäftliche Behandlung der Vorlage bis nach erfolgtem Druck derselben aus. 2) Gesetzentwurf, betreffend den Bundes⸗Etat für 1868; der Präsident schlägt die Schlußberathung vor, worüber eine längere Discussion entsteht. Reichensperger ist für Ueberweisung an eine Com- mission, wofür auch Löwe und Waldeck sprechen; Braun und Hennig sprechen für die Schlußbe— rathung. Im weiteren Verlauf der Sitzung be— schloß das Haus die Schlußberathung über das Paßwesengesetz und beschloß ferner, die Gesetze, betreffend das Postwesen und die Salzsteuer-Erhe— bung an Commisstonen zu überweisen. Auch nahm das Haus einen Antrag Miquel's auf Erlaß eines allgemeinen Wahlreglements für den Nordbund an. Hierauf folgten Wahlprüfungen. Miquel berichtete über die Wahl des Generals Vogel v. Falkenstein in Königsberg, welche die Abtheilung ungültig zu erklären beantragt. Nach langer De— batte wurde der von der Abtheilung auf Ungül— tigkeitserklärung der Wahl Vogels v. Falkenstein gestellte Antrag angenommen.. — In der Sitzung vom 19. ds. wurden ver— schiedene Commisstonen, so für das Postgesetz und Salzgesetz, gebildet, und wird dann mit den Wahl- prüfungen fortgefahren, die alle die Genehmigung erhalten. In nächster Sitzung wird wahrschein— lich die Adreßdebatte beginnen. — Das Ministerium soll beschlossen haben, dem Bundesrath und dem Reichstage den einheit lichen Portosatz der Post von 1 Silbergroschen für den norddeutschen Bund vorzuschlagen. Bayern. München. Nachdem die Rin- derpest in Mähren ausgebrochen ist, hat die bayerische Regierung angeordnet, daß die von ihr bezüglich des Transports von Rindvieh ꝛc. dc. nach oder durch Bayern getroffenen Maßregeln auch gegenüber von Mähren in Wirksamkeit zu treten haben. Baden. Karlsruhe. Ein größere Ab⸗ theilung der ehemaligen österreichisch-mexicanischen Legion, von Straßburg kommend, ist auf der Ruͤckkehr nach Oesterreich hier durchpassirt. Es mögen gegen 500 Mann gewesen sein. Oesterreich. In der Schlußsitzung der Katholiken-Versammlung zu Innsbruck wurden! 1 von Domcapitular Moufang aus Mainz sieben Resolutionen verlesen, welche als von der 18. General-Versammlung ausgehend bezeichnet wur den und sich auf folgende Punkte bezogen: 1) Die Herrschaft des Papstes sei unentbehrlich; Y die Katholiken seien zur wirksamsten Betheiligung an der Sammlung der Peterspfennige aufzufordern; 3) die General Versammlung drückt dem heiligen Vater ihren Dank aus für den Entschluß, ein allgemeines Concil zu berufen; 4) sie freut sich über die bevorstehende Zusammenkunft deutscher Bischöfe am Grabe des heiligen Bonifacius; 5) sie sieht es für ein Unrecht und Unglück an, das österreichische Concordat einseitig durch Gesetze zu beseitigen; 6) sie protestirt gegen die Trennung der Schule von der Kirche und gegen den Plan, das Unterrichtswesen im Staate zu monopolisiren; 7) sie theilt den Schmerz des heiligen Vaters über das Unglück Polens. Diese Resolutionen können als der Kern der Verhandlungen betrachtet werden. b Wien. Die„Debatte“ meldet, daß die Uni⸗ fication der Staatsschuld unter der aus⸗ drücklichen Bedingung in Aussicht genommen ist, daß die Rechte der Staatsgläubiger keine Schä⸗ digung erfahren dürfen.* — Die„Presse“ enthält ein Telegramm aus Turin vom 17. September, wonach unzweifelhaften Nachrichten zufolge Kossuth in den ersten Tagen des September mit dem russischen Gesandten, Grafen Stackelberg, in Dieppe zusammengetroffen ist und von demselben vorläufig 50,000 Francs aufgenommen hat. Virgil Szilagpi ist behufs ähnlicher Unterhandlungen mit der Regierung von Preußen in Berlin anwesend.(2) Frankreich. Paris. der Anwesenheit des Staatsministers Rouher in Nantes stattgehabten Banket brachte derselbe zu Ehren der Stadt Nantes und deren Handels kammer einen Toast aus, welcher mit folgenden Worten schloß:„Für Ausführung der großen Ar⸗ beiten, wie für die Belebung des Verkehrs ist die erste Bedingung der Friede. Nun haben aber alle Bemühungen der Regierung, alle und jede Politik des Kaisers nur die Erhaltung und lange Dauer des Friedens zum Zweck.(Bravo! Bravo!) Glauben Sie mir, und ich schätze mich glücklich, es in dieser Versammlung der Vertreter des Groß⸗ handels und der Großindustrie sagen zu können, der Kaiser wird sich von dem fruchtbringenden Ruhme des Friedens nicht abwenden lassen.(Bravo! Vive'Empereur!) Große Kriege sind heute nur möglich, wenn die Ehre, die Würde und die Hauptinteressen gefährdet sind. Nun aber sind, Gott sei Dank, diese kostbaren Güter für Frank- Die Luftreise der Gebrüder Berg in Frankfurt a M. Pfarrthurm sah in Mitten der Häusermassen wie ein Fingerhut aus, doch Bei einem während am 13. September). Es dürfte auch für unsere Leser von Interesse sein, einige Details über die am verflossenen Sonntag durch die Herren Berg veranstaltete Luftreise zu hören. Wir entnehmen daher der Didaskalia folgende inter ssante Mittheilungen aus dem Berichte eines Herrn Riegel, welcher die Reise in dem Ballon mitgemacht: Etwa/ vor 6 Uhr Abends, nachdem der kurz vorher ziemlich heftige Wind, der für die oberen Regionen Sturm anzeigte, sich glück licherweise gelegt und der Ballon bis zu drei Fünftel seines Cubikgehaltes gefüllt war, wurde das Zeichen zur Abfahrt gegeben.„Alle Hände los!“ hieß es, und einen Moment später schwang sich der Koloß, Anfangs langsam, dann, als Herr Berg, der in dem Reifen über der Gondel saß, einen halben Sack Ballast ausgeworfen hatte, mit einer immer gesteigerten Schnelligkeit majestätisch in die Höhe. Der Ballon stieg so rapid, die Gegenstände unter uns schrumpften so schnell zusammen, daß es mir na kaum einer Minute ganz unmöglich war, in der zahlreich versammelten Zuschauermenge, deren Jubelruf uns das Geleite gab, etwas mehr als einen Schwarm Mücken zu erblicken. Die Häuser wurden zusehends kleiner, der Main, die Straßen von Frankfurt und Sachsenhausen, der Eisenbahn⸗ damm immer schmäler und im Handumdrehen war die ehemalige freie Reichsstadt so groß, daß man sie füglich auf einem Theebrett hätte serviren können. Der ehrwürdige, gerade vor einem Monat so schwer heimgesuchte *) Eine zweite für verflessenen Donnerstag angekündigte Auffahrt des Lustballons der Gebrüder Berg konnte nicht in Ausführung kommen, da bei dem heftigen Wind eine Füllung des Ballons nicht möglich war. Die Auffahrt wird nun⸗ mehr, und zwar zum Abschied, am nächsten Sonntag den 22. Sepumber, Nach⸗ mitlags 5½ Uhr, vor dem Obermainthor zu Frankfurt stattfinden. Die Anzeige 156 Berg kündigt die Mitreise eines Elephanten in seiner vollen Lebens⸗ größe an. nur für kurze Zeit, denn bald verschwamm die ganze Stadt zu einem kleinen Fleck, der sich von der grünen Umgebung nur durch die Farbe unterschied. Die Mainbrücke, unter deren Bogen die Abendsonne auf den Main, der einem glitzernden Silberbande ähnlich sich durch die grünen Fluren schlängelte, ihre schrägen Strahlen warf, war beiläufig eine Spanne lang. Acht Minuten nach der Auffahrt befanden wir uns im Zenith von Offenbach, das mit seinen rechtwinkeligen geraden Straßen, von dieser schwindelnden Höhen gesehen, einen netten Anblick bot. Um diese Zeit erreichte unser Ballon, der ruhig in dem durchsichtigen Aether schwamm, die Höhe der Regenwolkenschicht, etwa 3000 bis 3500 Fuß über der Erde. Wir selbst kamen, da der Horizont nicht ganz bedeckt war, nicht selbst in die Wolken, sondern hatten deren vor, neben und hinter uns. Alle diese Wolken waren jedoch gleichförmig horizontal ausgebreitet, so weit das Auge reichte, und hingen wie eine riesige graue Decke über der Erde. Die Wolkenschichte war, nach der Zeit zu urtheilen, die unser Ballon brauchte, um sie zu übersteigen, meiner Berechnung nach beiläufig 1500 Fuß dick. Die Wolkengruppen vor uns spielten, da wir zwischen denselben und der Sonne schwebten, Regenbogenfarben. Die Erde erschien jetzt kesselförmig vertieft; der Punkt unter dem Ballon war am tiessten gelegen, während die Ränder des Horizontes auf⸗ stiegen und schließlich mit den darüber hängenden Wolken in Eins ber schwammen. Ein wunderherrliches Panorama, von der untergehenden Sonne zauberisch beleuchtet. Noch immer ging es raf ungeheure Schnelligkeit im Steigen . den blauen Aether hinein; dit konnten wir nur an den ausgeworfenen Papierstreifen wahrnehmen, die pfeilschnell wie Blei in die unermeßliche denn wir stiegen so rasch, daß 111 Tiefe sanken oder zu sinken schienen, bald über der erwähnten Wolkenschicht uns befanden. Ein neues herrliches Schauspiel bot sich meinen überraschten Blicken mlfutte, in Ste und Meize, 1 Nahe fl in dem i füt 2 Funlsut! Hale, an f all Ehren fo Simmung d heute! Cru wohnten Bes Nich, daß hochwichligen Hum daß 5 darauf gebt schwalzwie des Köniss r Frankfurt mil lichen und oy Kullur und Ein sprechende Dom. Delee tigten emal iet; de Mil seinem der Zersiöru Kraft und schůtlert in gleich, ber Hauptes mi wendet und lichka wäun veränderten Blüthe entg Bewohner — Der Ei Ernst, ber Sisnasiun m Großts verlor Sc nerungen an und hal es wesen zur auch der He Kebracht sei und darum wir doch 0 nahme, des ber zu gu feine Tochtes den Mund es erhtischt. — dar. Um. Sonne rölt nner frend lichen And Haren Net ni auc döhre fi Erde sscht allon n vergoldete 0 reich unter den Schutz seines Patriotismus und gegen jeden Angriff sicher gestellt.(Ja, ja! Bei- sall.) Zum Schlusse, meine Herren, sage ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank für Ihre zuvor— kommende und liebenswürdige Gastfreundschaft zc.“ Die officiösen Journale legen der Rede und dem Toaste des Staatsministers eine hohe Bedeutung bei. Amerika. Die Staatsschuld beträgt gegenwärtig 2,653,000,000 Doll. und ist dem⸗ mach in Jahresfrist um 35,000,000 Dollar tredueirt worden. O Frankfurt, am 18. Sepibr. Den Besuchern Frankfurts, insbesondere den Theilnehmern an der heute ihre Sitzungen beginnenden Versamm e ung der Naturforscher und Aerzte, muß es in unsern Mauern eigenthümlich zu Muthe sein. Lebhaft erinnert man sich an den Festjubel, in dem in früheren Jahren bei ähnlichen Veranlassungen ganz Franlfur: einstimmie, an die beflaggten Straßen und Häuser, an die Empfangsfeierlichkeiten an den Bahnhöfen mit Ehrenpforten und Musikchören, an die in festlicher Stimmung die Straßen durchwogende Menge,— und heute! Ernst und schweigend wandelt man seinen ge wohnten Beschäftigungen nach, nirgends ein öffenllches Zeichen, daß die deutschen Vertreter der in unseren Zeiten shochwichtigen Naturwissenschaften hier zu tagen beginnen, aum daß hie und da in öffentlichen Lokalen die Rede darauf gebracht wird. Andrerseiis kündigt eine einzige sschwarzweiße Fahne auf dem Haupfpostgebäude die Ankuuft des Königs von Preußen an. Ist dies noch das alte Frankfurt mit seinen für alle höheren Interessen empfäng— lichen und opferwilligen Bewohnern, der Hort deutscher Kultur und Wissenschaft, die Perle deutscher Städie?— Ein sprechendes Zeugniß der Frankfurter Zustände ist der Dom. Verheerende Kräfte haben ihn erfaßt, haben seine geweihten Hallen durchbraust und ihn seines Schmuckes tentkl idet; den Eindruck einer Ruine aber macht er nicht Mit seinem kühn nach oben strebenden Thurm, auch in ider Zerstörung Graus noch ein redendes Bild deutscher Kraft und deutscher Innigkeit, steht er noch da, uner— sschüttert in seinen Grundfesten, einem gewaltigen Helden gleich, der geschlagen, aber nicht besiegt, ungebeugten Hauptes mit ernstem Sinnen kommenden Tagen sich zu— wendet und von neuen Thaten und neuer künftiger Herr⸗ llichkkit räumt. Auch Frankfurt wird, wenn auch unter weränderten Verhältnissen, neuem Gedeihen und neuer Blüthe entgegengehen, wenn nur der tüchtige Sinn seiner Bewohner in trotzigem Unmuthe sich nicht selbst aufgibt. — Der Einsichtige aber und Billigdenkende wird den Ernst, der sich in der Haltung Frankfurts kundgibt, der Situation nicht ganz unangemessen finden. Franksurt hat Großes verloren. Es durfte stolz sein auf seine staatliche Selbständigkeit; knüpften sich doch daran glorreiche Erin— merungen an eine lange Reihe vergangener Jahrhunderte, mund hat es die selbe steis bewährt in glücktichem Gemein⸗ rwesen zur Wohlfahrt seiner Einwohner. Darf es sich nuch der Hoffnung nicht verschließen, daß so große Opfer gebracht seien zum Heil des ganzen großen Vaterlandes mund darum schließlich auch zu eignem Wohl, so versagen wir doch auch jenem Griechenfürsten nicht unsere Theil⸗ mahme, dessen Vaterherz blutete, während er zum Besten der zu großem Unternehmen vereinigten Griechenstämme eine Tochter dem Opferaltar enigegenführte, wie der durch den Mund des Priesters ihm verkündete Wille der Götter s erheischte. zaylen. Frankfurt. Der Reichtagsabgeordnete M. C. v. Rolthschild hat die Verhandlungen des ersten nord— deulschen Riichstags der hiesigen Stadtbibliothek zum Geschenk gemacht, Frankfurt. Am 17. ds. trug sich bei Eröffnung der Jagd im Walde ein Unglücksfall zu, der den raschen Abbe uch des Jagdvergnügens und die frühe Rückkehr der meisten Schätzen zur Folge hatte. Es hatte nämlich ein biesiger Barbier das Unglück, aus Unvorsichtigkeit einen Jagdgenossen, den Gerümpler S., durch einen Schuß zu tödten. Wie wir hören, soll der Letztere eine Frau mit sechs Kindern hinterlassen. Mainz. Die biesige Polizei soll Anhaltspunkte dafür gewonnen haben, daß der des Mords an Adam Volz in Eich verdächtige Schlossergeselle Grüll aus Gernsheim sich in hiesiger Gegend aufhalte. Er soll am Sonntage auf der Kirchweihe zu Marienborn gewesen sein und sich zur Fahrt einer hiesigen Droschke bedient haben. Möge es gelingen, auch hier die gesetzliche Sühne für ein so schauderhaftes Verbrechen bald eintrelen zu sehen. Pforzheim. In unserer Nähe, und zwar an der im Bau begriffenen württembergischen, nach Wildbad führenden Bahnlinie, hat sich kürzlich eine That der be— klagenswerthesten Rohheit zugetragen. Ein Arbeiter Italiener, weigerte sich, ein zerbrochenes Trinkglas zu be— Der Eigenthümer, ein Menagehalter, machte darob kurzen Proceß, ergriff eine Flinte und erschoß den Armen. Der Thäter ist von der württembergischen Be— hörde eingezogen worden. In Landau wurde dieser Tage ein Lehrer aus F. eingeliefert, welcher während der Kirchweihe in Minfeld den Opferstock beraubt hatte. Berlin. Auf der letzten Conferenz des nord deut- schen Eisenbahn- Verbandes wurde beschlossen, die Personenwagen auf den Linien des Verbandes mit Eintritt dieses Winters heizbar zu michen, und zwar nicht nur die Wagen erster und zweiter, sondern auch die dritter und vierter Classs. Ein unmittelbar hinter der Locomotive be— find icher Wagen wird bei den Zügen alsdann speciell be— ttimmt sein, die Heizapparate aufzunehmen. Letztere liefern warmes Wasser, welches alsdann in Röhren alle Waggons des Zuges durchströmt, und so die nöthige Wärme abgibt. Innerhalb der Waggons sind die Röhren von Kupfer, während zur Verbindung der Wagen untereinander Röhren von Gummi dienen. Durch die an den Kupferröhren an— gebrachten Ventile wird es möglich sein, die Wärme im Innern der Waggons nach Wunsch zu erhöhen oder zu vermindern. Gleichzeitig wird, dieß indeß versuchsweise, die Einrichtung getroffen werden, daß die Personenzüge des norddeutschen Verbandes eine Restauration und Closets mitführen. Ueber die Hopfenernte lauten die Berichte aus Nürnberg außerordentlich günstig, sie wird als die be— deutenoste und reichste bezeichnet, seitdem der Hopfenbau Eingang gefunden. Der Geschäftsverkehr auf dem dortigen Hopfenmarkt übertrifft deßhalb auch bei Weitem den aller früheren Jahre, es waren an einem Tage 1500— 2000 Ballen aufgefahren. Diese Preise stellen sich für guten Markthopfen auf 60—64 fl. Gebirgshopfen 66 fl., Halle⸗ tauer 60—65 fl., Schwetzinger 45—64 fl.—(Das wären ja herrliche Aussichten für durstige Bierkehlen,— wo nicht trotzdem Hopfen und Malz verloren ist bei dem Brauer. Der Setzer.) e Ein Gemeindewahl-Erlaß. Der Vorstand einer deuischen Gemeinde in Mähren erließ unlängst eine Kundmachung, welche wörtlich lautet:„Kundmachung. Es wird überall bekannt gemacht, daß 3 Jahre vorbei sind. Es wird quält am Sonntag im Gasthaus des N. N., welcher auch bei der Wahl ist. Die Gemeinde— Vortrettung die neue wird gewählet mit Stimmenmehrheit, wo jeder Mann wäblen kann, wenn er will, aber solches von jeden Wahl Körper in Gemeinde. Daß es jeder ver⸗ steht, wird jedem jetzt gesagt, nicht mit Stimmzetteln, sondern mundig, und so viel als er braucht. Weil aber das Gesetz sagt, so werden die, welche zu die Ausschüssen gewählt worden sind, an der Gemeinde Dafel durch ganze 8 Tage aufgehängt, und wann wer was einzuwenden hat, der sollte es zum Gemeindevorsteher vor⸗ bringen, wo sie denn zu der Statthalterei gehen muß. Anfang um 8 Uhr. Ende um 6 Uhr.“ 4 Eisenbahnunglück. Zwischen Liverpool und Birmingham ereignete sich dieser Tage eine Kette ver⸗ schiedener Unfälle, wie wohl selten Aehnliches vorkommt. Eln Viehzug fuhr in den Peak-Forest-Tunnel hinein und stürzte gegen einen dort haltenden Zug, wobei mehrere daselbst beschäftigte Arbeiter zu Schaden kamen und ein kleines Mädchen, das seinen Vater besuchte, den Tod fand. Die beiden Locomotiven des aus 25 Waggons mit Horn⸗ vieh und Schafen, im Ganzen an 1000 Stück, bestehenden Zuges wurden schwer beschädigt von den Schienen ge— worfen und die Viehwagen nebst einem Waggon dritter Klasse, worin die Besitzer und Treiber des Viehes, sowie ein Schaffner, in Allem 9 Personen, waren, rissen sich los und rollten durch die Gewalt des Rückstoßes erst lang⸗ sam und dann immer schneller auf der geneigten Ebene zurück. Die beschleunigte Geschwindigkeit bewog den Schaffner und drei der übrigen Leute, aus dem Waggon zu springen. Ueber ihr Schicksal liegen noch keine Nach⸗ richten vor. Mit den übrigen Wagen rollte der Zug ohne Leitung in einen anderen Zug, dessen Locomotioführer herabspringen wollte, aber an einem der Viehwagen hängen blieb und noch einige Schritte weit fortgeschleppt wurde, wo man ihn später unter den Trümmern bewußtlos, aber äußerlich wenigstens, nicht bedeutend verletzt, fand. Die Viehwaggons brachen, mit Ausnahme von neun, sämmt⸗ lich in Trümmer; die fünf Personen wurden schrecklich zugerichtet. Einer derselben nur, dem der Fuß weggerissen wurde, dürfte mit dem Leben davonkommen; 50 bis 60 Schafe lagen todt oder verendend auf den Schienen und der ganze Schauplatz war ein kolossaler Trümmerhaufen. „ Schweizer Blätter melden, daß durch das Steigen des Käsepreises die Schweiz dieses Jahr aus dem Artikel 2 Millionen Franken mehr löͤst, als letztes Jahr. Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent. Das Hamburger Postdampfschiff„Cimbria“, Capt. Trautmann, welches am 31. August von Hamburg direct abging, ist nach einer sehr schnellen und glücklichen Reise von 11 Tagen 1 Stunde wohlbehalten in New- York angekommen. Das Bremer Postdampfschiff„Deutschland“, Capt. Wessels, welches am 31. August von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 12 Tagen wohlbehalten in New⸗York angekommen. Verloosungen. Mailand, 16. Sept. Bei der heute stattgefundenen Zichung der Mailänder 10 Frs. Loose sind folgende 5 Serien gezogen worden: 562, 1245, 1970, 3023 und 5377, und fielen die Gewinne von 30,000 Fr. auf Serie 3023 Nr. 24, 1000 Fr. auf Serie 5377 Nr. 40 und 500 Fr. auf Serie 3023 Nr. 5. dar. Um uns herum breitete sich ein Ocean zusammengeballter, von der Wir überflogen den Main oberhalb Kesselstadt; ein plötzliches Sonne röthlich⸗gelb beleuchteter Nebelmassen aus,— wie Traumgebilde kiner fremden, nie geahnten Welt! Hingerissen, bezaubert von dem herr— lichen Anblick, merkte ich kaum, wie wir immer höher stiegen durch den Haren Aether, dem tiefblauen Horizont über uns entgegen. Bald erschien uus auch diese Wolkenlage concav, darüber als Wölbung eine zweite, höhere silberhelle Schichte leichterer Wolken, hier und da durch Lücken die Erde sichtbar, die bereits im tiesen Schatten lag, während für unseren Ballon noch die Sonne ihre letzten röthlichen Strahlen spendete und ihn vergoldete! Jetzt, etwa 25 Minuten nach unserer Abfahrt, hatte unser Koloß die höchste Höhe erreicht, die ihm die Herren Berg geben wollten. Einige zerrissene Nebelmassen, die uns von östlicher Richtung entgegenkamen, doch höher über uns, zeigten uns an, daß wir im Begriffe waren, in eine entgegengesetzte Luftströmung zu kommen. In dieser Höhe fing das Gas zu expandiren an, was sich durch ein Geräusch des Seidenstoffes, der sich in seinem Netz Platz zu machen uchte, andeutete. Sei es, daß diese Ausdehnung des Gases seinen Grund in der dünnen Luft hatte(wir waren 6000 Fuß hoch), sei es, daß die letzten Strahlen der untergehenden Sonne auf den Seidenstoff erwärmend wirkten; genug,— es schien, schon wegen der einbrechenden Dunkelheit, Zerathen, niederzusteigen. Die Leine des Ventils wurde angezogen; ein Geräusch des ent— weichenden Gases, nur in dieser lautlosen Stille hörbar, zeigte uns an, daß die Reise nach abwärts gehe. Ebenso wie beim Aufsteigen, waren es beim Niederfallen die Papierstreifen, die uns die Geschwindigkeit des Fallens andeuteten. Noch ein Ruck an der Leine und die Papierstreifen chossen pfeilschnell nach oben. Ein eigenthümliches Gefühl, etwa, wie wenn man träumt, daß man fällt, ein Druck auf das Gehirn, belehrten uns, daß wir uns der Erde rapid nähern. Drehen des Ballons um seine Axe deutete uns an, daß wir wieder von einer anderen Strömung erfaßt wurden, die uns über Hanau hinaus trug. Wieder drang Geräusch, der Jubel der überall herbeieilenden Menge, der Pfiff der Locomotiven, das Gerassel des Zuges auf den Schienen, an unser Ohr; wieder unterschieden wir die Gegenstände deutlicher, sahen die Menschen auf den Straßen und Plätzen von Hanau so groß, wie Mohn⸗ körner. Nach und nach schienen uns die Häuser entgegenzukommen; die Streifen Felder, die einen grün, die anderen hellbraun, wurden zusehends breiter. Noch immer fiel der Ballon mit rasender Geschwindigkeit. Jetzt waren wir noch einige hundert Fuß hoch. Um den Fall zu mildern, wurde wieder Ballast ausgeworfen; nun ging es sanfter abwärts. Ohngefähr 50 Fuß über der Erde angelangt, wurden die Anker ausgeworfen. Wir reisten mit der Schnelligkeit eines Eisenbahnzuges über die Felder hinweg, die Anker schleiften nach und rissen die Kartoffelstauden mit sich fort, bis sie endlich an einem Streifen Rasen etwas festeren Anhaltspunkt fanden. Nun galt es, sich an der Gondel festzuhalten. Ein starker Ruck,— der Ballon neigte sich, die Gondel prallte auf und stieg, emporgeschnellt, im Moment wieder bis zur Haushöhe; ein zweiter ge— linderer Anprall,— und, nachdem das Ventil ganz geöffnet war, wurde das Niedersteigen bewerkstelligt. Herbeieilende Leute hielten die Ankertaue fest, nachdem sie eine ziemliche Strecke fortgeschleppt wurden, und brachten den Ballon zum Stehen. Bald waren eine Masse Hanauer Einwohner herbeigeströmt, um das Wunderthier in der Näbe zu besehen. Nachdem man während zwei Stunden das Gas hatte ausströmen lassen, wurde schließlich der Ballon sammt Netz zusammengepackt, mit der Gondel auf einen großen Leiterwagen geladen und nach Frankfurt im Triumph zurückgebracht. — 8— 2 8 2 ——— Landwirthichastliche Lehr-Austalt zu Friedberg i. D. Wetterau. Winter⸗Semester 1867— 68. Beginn des Cursus am 1. November l. J.— Lehrkräfte und Lehrgeg mann, Allgemeine Experimental⸗Chemie, Bodenkunde, Bodenbearbeitung 1 züge der Betriebslehre und Volkswirthschaft, allgemeiner Pflanzen Maschinen⸗Kunde; b) Ober-Veterinärarzt Dr. Zimmer: Hufbeschlag, Thierbeilkunde mit thierärztlichen Demonstrationen; e) Dr. Physiologie der Pflanzen und Hausthiere mit mikroskopischen Demonstrationen, brauch des Mikroskopes; d) Hilfslehrer: Buchführung und landwirthschaftliches Rechnen, leitung und Uebung im Anfertigen von Briefen und Geschäfts-Aufsätzen. in einem Alter von 16 bis 26 Jahren befinden, wohnen in der Anstalt. man baldigst an unterzeichneten Vorstand gelangen zu lassen, liche oder frankirte schriftliche Anfragen nähere Auskunft zu ertheilen. i im A.. 1929 1 125 Dr. Henkelmann. Das Neueste 8 2216 in Kleiderzeugen, Wintermänteln, Jaquets und Jacken, und Paletotstoffen habe nebst vielen andern Artikeln in bester Auswahl frisch er empfehle dieselben zu den billigsten Preisen. f Mayer J. Hirsch. 75 g 2 enstände: a) Dr. Henkel⸗ und Düngerlehre, Grund— bau, Kleinviehzucht, Geräthe- und Exterieur des Pferdes und Rindes, Uloth: Anatomie und Anleitung im Ge— An⸗ Die Zöglinge, welche sich Anmeldungen beliebe der auch jederzeit bereit ist, auf münd⸗ in Buckskin halten und Handels⸗ 2204 Diese in schönster Lage am Südabhange des Taunus seit 3 Jahren etablirt linge jeden Alters auf und bereitet dieselben für den Handelsstand im weitesten Sinne, sow im Taunus. e Anstalt nimmt Zög— in die polytechnische Fachschule vor. Dem Unterrichte in den neueren Sprachen wird vorzügliche Auf— merksamkeit gewidmet.— Eltern, welche ihre Söhne schädlichen großstädlischen Einflüssen entzieben wollen, finden hier die ge- eigneten Verhältnisse vor; ebenso ist die Anstalt für physisch schwächliche Knaben, auf welche die milde Bergluft besonders stärkend und kräftigend einwirkt, zu empfehlen. Das Institatsgebäude ist neu erbaut und seinen Zwecken entsprechend aufs Beste eingerichtet.— Der Unterricht wird von 7 geprüften Lehrern ertheilt.— Die Pension beträgt p. a. Thlr. 1803 Nebenrechnungen kommen nicht vor.— Knies N Schmidt 6 6 Weitere Nachricht. Cursus zur Vorbtreitung für den einjährigen Sreiwilligendienst, sowie für das Lähndrichs-, Ossiziers- und Stemannseramen Die vorstehende Anstalt hat sich mit einem wissenschaftlich gebildeten O um auch in der Provinz Hessen jungen Leuten Gelegenheit zu bie Die Anstalt wird mit militairischer Strenge geleitet un wacht.— Der Lehrplan ist so eingerichtet, daß er auch für den Handels- far die Landwirthschaft den nöthigen Bildungsgrad gewährt— Der 3 jährige Cursus für junge Leute vom 13ten bis 17ien Lebensjahre kann auch je nach der Vor⸗ bildung in 2, resp. in einem Jahre absolvirt werden.— Junge Leute, durcharbeiten wollen, um sich für das nächste Frühjahrsexamen vorzubereiten, finde Eröffnung am 10. October. Nähere Auskunft berenwilligst durch den Vorstand. Sandsteinplatten, Geschwist Treppeutritte, Kuhkrippen, Schwein⸗ tröge, Kennelrinnen sowie Schleifsteine 2172 biülgs dei Ph. D. Kümmich. und Gewerbstand, so wie er S ch allen Sorten zu äußerst billigen Preisen. und Gewerbschule Soden 5 e für den Eintritt 12154 babe ich außer derrn C. Lang, Offizier in Verbindung gesetzt, f ten, sich für obige Zwecke vorzubereiten. F d die siuliche Vildung allseitig über- 2170, empfieblt sein neu assortirtes und Terneaux- Wolle, sowie seinen gestrickten wollenen welche blos den Wintercursus u dazu ebenfalls Gelegenheit. 2233 empfehlen ibr reichhaltig assortirtes Lager in Wolle& Wollen-Waaren Frumösischer Untericht 2195 Dermalen wleder ganz in Naube m eingebürgert und durch elnen dreijährigen Aufenthalt in der fran⸗ zösischen Schweiz der französischen Sprache vollkommen mächlig, habe ich mich enischlossen daher franzöfischen Unterricht zu erthellen, und ist denjenigen Mädchen, welche auch Unterricht in weiblichen Handarbeiten wün schen, Helegenheit geboten, mit deren Erlernung fran⸗ zösische Conversation zu verbinden. Diejenigen, welche darauf reflektiren, bitte ich, mich alsbald davon zu be⸗ nachrichtigen, zugleich bemerkend, daß die französischen Stunden das ganze Jabr, die weiblichen Handarbeiten aber nur während der Wintermonate fortgesetzt werden. Nauheim den 17. September 1867. Emilie Fennel, geb. Richter. Nachkirchweihfest zu Ockstadt. 2237 Zur Feier der Nachkirchweihe findet Sonntag den 22. September an z mu si k bei mit statt, wozu ich freundlichst einlade Katharina Steyer. Wilhelm Fritsch verlka 1) Zweit Faß. 2) An Instrumenten: Clarinette, 3) An Noten: Quartette und Quint 4) Ei altes und ein neues Pianino. Fr. Strubberg'sche Kunstfärberei& Druckerei in Rödelheim bei Frankfurt a. M., empfiehlt fich auf bevorstehende Saison im Färben und Drucken aller Garderobegegen⸗ flände, Vorhänge und Möbeldamast u. s. w. Bel prompter Bedtenung möglichst billige Preise. Um es einem geebrten Publikum zu erleichtern, Mainzerthor, auch Sattlermeister, ello. 2207 Herrn Gottfried Mörschardt, 9(wobnbaft det Herrn Posamentter Hoffmann nächst dem Rathhause) mit eir er Agentschaft betraut und liegen bei demselben elne reiche Anzahl der neuesten und ge⸗ schmackvollsten Muster zur gefälligen Ansicht offen. 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Nachmittags: Herr Pfarrer Köhler. Gottesdienst in der Burgkirche⸗ Vormittags: Herr Diakonus Meyer. Nachmitiags: Herr Candidat Fuchs. Andreas Guckelsberger in Obermörlen.. Zu vermiethen ein Laden mit geräumsger Wohnung auf der Näheres unter Nr. 2217 bei uder Sandsteinplatten, Steinkohlen de. 2217 im neuen Dielhof bei breiten Straße. Exped. d. Bl. 1867 Alle Sorten Diele, Katholische Gemeinde. Sonntag Hochomt und Predigt; Mon tag une Miktwoch sind heilige Messen. 4 Eduard Ruths. (Hierzu Unterhaltungsblatt Nr. 40 und eine Beilage.) 7 Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. — ö kaun man fl Postanstalle! hebersich endwirthf und locale Gedichte, N Bel bt Annoncen und 3 kr. berechn. Zum geneigte Fri — Betreffend Die bücher, Re 11. Novemd zu jassen, J zukommen, . wachst erfolg M. uberschriede acten, der berichtet, Bettefjen an die G. andere 3 in zwei ohne V. erst dure deim au karb die Mann 1