* inbeim * N85 0 Samstag den 9. November. M133. nzeiger für Oberhessen. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. U Stiedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. A 2 Auf den„Anzeiger“ kann man noch für die Monate November und Dezember bei den Poststellen des Großherzog— thums mit 22 kr. und bei der Verlags-Expedition mit 20 kr. abonniren. * Amtlicher Theil. Betreffend: Die Arretirung des Heinrich Schuchmann von Staden wegen Widersetzung. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und die Großherzogliche Gendarmerie des Kreises. Heinrich Schuch mann von Staden, welcher durch Urtheil Großh. Stadtgerichts Gießen auf die Dauer eines Jahres unter polizeiliche Aufsicht gestellt worden war, hat sich aus seinem Heimathsorte ohne Erlaubniß entfernt und treibt sich voraus sichtlich bettelnd in der Umgegend herum. Wir beauftragen Sie nach demselben zu fahnden und ihn im Betretungsfalle uns vorführen zu lassen. Friedberg den 6. November 1867. T i à p p. ia n n em a chen. Nachstehenden Auszug aus dem„Rechenschaftsbericht der Mathil— deustiftung zur Rettung verwahrloster Kinder in dem Kreise Friedberg für 1866/7“ bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß: 1 Die Zahl der Pfleglinge im vorigen Jahr betrug 10, wovon einer zu Pfingsten confirmirt wurde und daher aus der Pflege der Stiftung heraustrat, mithin verblieben in Pflege 9 Hierzu sind im Laufe des Verwaltungs jahres neu gekommen Mithin beträgt die Zahl der Pfleglinge gegenwärtig an 2. Für diese Pfleglinge néthig gewesen sind zusammen 3. Diese Summe ist auf folgende Weise aufgebracht worden: a. Beitrag des Mathildenstifts für 1866 b. Beiträge der Gemeinden: Assenheim 24 fl., Bauernheim 5 fl., Bodenrod 5 fl., Bönstadt 40 fl., Bruchenbrücken 20 fl., Butzbach 35 fl., Fauerbach v. d. H. 12 fl., Fauerbach b. Fr. 5 fl., Friedberg 50 fl., Gambach 25 fl., Hausen 2 fl., Ilben— stadt 5 fl., Kirch⸗Göns 15 fl., Langenhain mit Ziegenberg 10 fl., Maibach 7 fl., Melbach 15 fl., Münster 6 fl., Nieder— Florstadt 15 fl., Nieder⸗Mörlen 20 fl., Nieder⸗Rosbach 5 fl., Nieder⸗Wöllstadt 25 fl., Ober⸗Florstadt 5 fl., 30 fl., Ober⸗Rosbach 15 fl., Ober-Wöllstadt 15 fl., Ocstadt 10 fl., Oppershofen 8 fl., Ossenheim 4 fl., Ostheim 10 fl., Pohl⸗Goöns 8 fl., Rockenberg 15 fl., Södel 25 fl., Staden 10 fl., Trais⸗Muͤnzenberg 4 fl., Weckesheim 10 fl., Wissels⸗ heim 5 fl., Wölfersheim 20 fl., Wohnbach 12 fl. Zusammen 13 c. Ertrag einer Sammlung bei Privaten in den Ge— meinden Beienheim, Griedel, Hochweisel, Münzenberg, Nieder⸗ 0 sgeld Weisel, Oes, Steinfurt, Wickstadt i N 24 eee d. Beitrag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, für 1867 N 7 100— fl. kr e. Aus dem bei dem Mathildenstift deponirten Reserve⸗ 500— fonds wurden enthoben 269 59 Zusammen 1449 fl. stützung. Friedberg den Ober⸗Mörlen Schließlich empfehlen wir die Stiftung, die sich für den ganzen Kreis als außerordentlich wohlthätig erweist, allen Gemeinden und wohlwollenden Privaten zu fernerer geneigten Beachtung und Unter— 6. November 1867. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trap p. Hessen. Darmstadt. Major v. Jungen⸗ feld von der Reiterei ist unter Verleihung des Charakters als Oberstlieutenant zur Disposition gestellt worden. g — Die Zulagsdecrete für Kreisassessoren sind kürzlich ausgegeben worden. 17 Kreisassessoren erhalten eine Gehaltsausbesserung von je 200 fl. — Nach einer Bekanntmachung der Direktion der Einstandskasse haben die Loospflichtigen des Jahres 1866, welche bei der Staatsversicherungs⸗ anstalt für Stellvertretung eine Einlage von 275 fl. bertits gemacht haben, noch eine Nachzahlung von 180 fl. zu leisten. Für diejenigen, deren Ver⸗ sicherte nur 5 Jahre zu dienen haben würden, reducirt sich der Betrag auf 150 fl. Die Nach- zahlung muß bis längstens den 15. Dez. l. J. geleistet werden. Gießen. Dem„Fr. J.“ wird von hier unter dem 30. Okt. geschrieben: Heute wurde Dr. Stoy, Professor der Pädagogik an der Universität Heidelberg, von hiesiger theologischen Fakultät zum Ehrendoctor der Theologie promovirt. Professor Stoy geht mit Genehmigung des badi⸗ schen Ministeriums auf die nächsten Monate nach Bieliz, um das erste evangelische Lehrerseminar Oesterreichs ins Leben zu rufen. Mehrere seiner pädagogischen Schüler sind bereits dort, mehrere folgen süm jetzt. Man erkennt in dieser Berufung vas Ausstreben der österreichischen Regierung für die ihm mehr als je nothwendige, wenn auch früher ziemlich stiefmütterlich behandelte Volks- Hildung. Hoffentlich wird dies erste protestantische Seminar, sowie das in Wien durch tüchtige Männer organisirte protestantische Schulwesen ein Beispiel zur Nacheiferung für die anderen Unter- richtsanstalten, wenigstens in Deutsch-Oesterreich, werden. Preußen. Berlin. Nach einem Berliner Telegramm vom 5. Nov. hat Italien die„guten Dienste“ Preußens für die Schlichtung seiner Mißverständnisse mit Frankreich angerufen. Preußen hat zuvächst ablehnend geantwortet und wird sich nur für den Fall in die Verhandlungen über die römische Frage einmischen, wenn seine Vermittlung auch von Frankreich nachgesucht wird. — Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht das Gesetz über die Freizügigkeit und das Bundes— budget pro 1867.— Die Nachricht verschiedener Journale, der Kaiser Napoleon habe die Mächte zu einer Conferenz über die römische An- gelegenheit eingeladen, wird, soweit sie Preußen betrifft, für unbegründet erklärt. — Außer dem Salze waren bisher nur noch Spielkarten und Kalender, wegen des ihnen auferlegten landesherrlichen Stempels, vom freien Verkehr im deutschen Zollverein ausgeschlossen, beziehungsweise besonderen Beschränkungen unter— worfen. Die Kölner Handelskammer hat in ihrem letzten Jahresbericht auch auf diesen Uebelstand aufmerksam gemacht, und es sollen von dem Bundeskanzleramte gegenwärtig Erörterungen an— gestellt werden, in wie weit bei den verschiedenen Zollvereinsregierungen eine Geneigtheit besteht, den Stempel von diesen beiden Gegenständen gleich mäßig sestzusetzen und den ungehinderten Vertrieb derselben im Zollverein zu ermöglichen. — Das Anerbieten Badens, in den nord- deutschen Bund einzutreten, soll von Preußen nicht ganz zurückgewiesen, aber der Eintritt der beiden jenseits des Mains gelegenen hessischen Provinzen Starkenburg und Rheinhessen in den Nordbund als Vorbedingung aufgestellt worden sein. — Nach einer Mittheilung der„Prov. Corresp.“ wird vie Eröffnung des Landtags am 17. oder 18. d. M. durch den König erfolgen. — Das nur theilweise bekannt gewordene Wahlresultat ist: 1. Wahlkreis: Waldeck und Dr. Löwe(Calbe); 2. Wahlkreis: Dr. Johann Jakoby und Runge; 3. Wahlkreis: Schulze⸗ Delitzsch; 4. Wahlkreis: Stadtgerichtsrath Eberth und Franz Duncker. Im Stadtkreise Posen ist Berger C(nationalliberal), in Erfurt Bering(libe⸗ ral), in Kassel Oberapellationsgerichtsratß Bähr, in Hannover Horst(beide nationalliberal) ge- wählt worden. Frankfurt. Bei der am 7. d. unter Vor⸗ sitz des Polizeiprästdenten v. Madai vorgenommenen Wahl zweier Abgeordneten in das preußische Ab- geordnetenhaus wurde Apellationsgerichtsrath Dr. Kugler mit fast Stimmeneinhelligkeit und Direktor Schiele mit großer Stimmenmehrheit gewählt. Bremen. Die„Deutsche Zeitung“ sieht sich zu folgender Warnung veranlaßt:„Wir haben Ursache zu glauben, daß in Deutschland für Aus- wanderung nach einer gewissen Colonie Marien- thal im Gran Chaco, Provinz Sta. Fe in Süd- amerika, agitirt wird. Wir mülssen auf das Nachdrücklichste abrathen, sich für dieses Project gewinnen zu lassen, denn der Ort, wo die Colonie angelegt werden soll, eignet sich in keiner Weise für deutsche Ansiedler, und würden dieselben einem sicheren Elende entgegengehen.“ Oesterreich. Wien. Nachdem unter dem Ministerium Belcredi dem Wiener Gemeinderatbe unter Hinweisung auf das Concordat nicht ge— stattet worden, eine Lehrerfortbildungsanstalt ohne confessionellen Charakter zu gründen, und nach · dem das gegenwärtige Ministerium mit der Stadt⸗ vertretung in der Pädagogiumsfrage lange verhandelt hatte, so daß erstere bereits den Be⸗ schluß gefaßt hatte, zu dem Ausweg zu greifen, die Candidaten an auswärtige Bildungsanstalten zu senden— ist nunmehr durch Erlaß des Unter- richtsministers v. Hye das Pädagogium ohne alle Bedingungen bewilligt worden. Die nun zu schaffende Anstalt wird ein confessionsloses, also für die Lehrer aller Bekenntnisse zugängliches Institut sein. — Das Herrenhaus überwies in seiner Sitzung vom 5. d. das Schul- sowie das Ehe— gesetz an eine aus 15 Mitgliedern bestehende Commission. Das Staatsgrundgesetz über die Einsetzung eines Reichsgerichtes wurde angenommen mit der einzigen Abänderung, daß es ebensoviel Mitglieder aus dem Herrenhaus wie aus dem Unterhaus haben solle. — In der Sitzung des Herrenhauses vom 5. d. wurde die Petition einer(8— 900 betra- genden)„Anzahl katholischer Männer Wiens“ für Beibehaltung des Concordats überreicht. Zugleich mit derselben übergab Graf Blome eine eben dahin zielende Petition des Decanats zu Kaaden, und Fürst Jablonowski zwei Petitionen aus Oltschau und Hirschberg, die ebenfalls für das Concordat sich aussprechen. An demselben Tage wurden dem Abgeordnetenhause 46 Petitionen aus verschiedenen Gemeinden für Aufhebung des Concordats und für Trennung der Schule von der Kirche eingereicht. Frankreich. Paris. Es ist noch nicht genau bekannt, ob die Franzosen Theil an dem Kampfe bei Tivoli genommen. Sie sollen Velletrie und Frosinone besetzt haben.— Man versichert die italienischen Truppen würden das päpstliche Gebict verlassen. — Der„Moniteur“ theilt mit, Garibaldi sei am 4. Nov. von den italienischen Autoritäten verhaftet, derselbe sei mit seinen zwei Söhnen nach dem Fort Varignano bei Spezzia gebracht worden. Die römischen Staaten seien gegen; wärtig von allen Banden befreit. Die italienische Regierung habe den königlichen Truppen, die einige Punkte des päpstlichen Gebietes nahe an der Gränz: besetzt hätten, Befehl gegeben, dieselben zu verlassen und sich auf italienisches Gebiet zurückzuziehen.— Die telegraphische Verbindung mit Rom ist wieder hergestellt. — Der„Moniteur“ vom 6. d. berichtet: Die Schlacht am 3. Nov., die bei Montana ge- römischen Kriegsminister gelangten Schätzungen nahmen 10,000 Garibaldianer daran Theil. Die— selben verloren 500 Mann an Todten und Ver⸗ wundeten, 1500 Gefangene, 5- 6000 Gewehre und 5 Kanonen. Die Päypstlichen hatten 150 sichert, das Rundschreiben des Baron Beust existire gar nicht. Dasselbe Blatt meldet, 5000 Franzosen hätten mit den Päpstlichen an der Schlacht bei Tivoli Theil genommen.— Die „France“ erklärt, die Franzosen müßten so lange in Rom bleiben, bis der heil. Stuhl vollständig gesichert sei — Genaue Details über den Kampf von Tivoli sind noch nicht in den Blättern zu finden. Nur der ossicibse„Etendard“ weiß über den Her— gang Folgendes zu berichten:„Es war bestimmt, daß die vereinigten französischen und päpstlichen Trappen am 4. d. Monte-Rotondo angreifen sollten. Schon Tags vorher hatten sie ihre Bewegungen begonnen und ein päpstliches Corps hatte in Tivoli Posto gefaßt, um Monte⸗Rotondo im Rücken anzugreifen. Einige Compagnien des 39. Linienregiments standen ihm zur Seite. Indeß Garibaldi, mochte er nun von dem beabsichtigten Angriffe Wind gehabt haben, oder mochte diese Bewegung sonst in seine Pläne passen, schickte ein Corps Rothhemden aus, um Tivoli zu nehmen, welches er von Truppen entblößt glaubte. Die Angreifenden wurden von den Päpstlichen zurückgeworfen. Garibaldi seiner- seits schickte Verstärkungen. Es war 4 Uhr. Eine Stunde später war der Kampf allgemein. Alle päpstlichen Corps, welche gegen Monte ⸗Rotondo convergirten, kamen ins Feuer und dieser Ort wurde der Schauplatz eines hartnäckigen Kampfes, welcher nach einigen Stunden mit der Vernichtung der Freiwilligen endigte. Das Gemetzel war fürchterlich. 300 Eisenbahnwaggons, welche von der italienischen Gränze requirirt worden waren, genügten kaum für die Aufnahme der Verwundeten.“ Belgien. Wegen der Rinderpest wird vom 10. d. an die belgische Grenze nach Deutschland hin für die Ausfuhr von Rindvieh geschlossen. Grofsibritannien. Es werden bedenkliche Ruhestörungen gemeldet, welche in Exeter wegen Theuerung der Lebensmittel stattfanden. Fast alle Bäckereien und Magazine wurden angegriffen und ausgeplündert. In Exminster wurden Getreidemagazine verbrannt. Italien. Florenz. Die„Gazzetta ufficiale“ meldet, daß die italienischen Truppen aus dem Kirchenstaate zurückberufen seien. Sie hofft eine befriedigende Lösung sowohl für die nationalen Bestrebungen, wie die Gewissen der Katholiken. Nach Lösung der Krise werde die Regierung dem Parlamente Rechenschaft ablegen. Garibaldi sei verhaftet und nach Varignano ge · bracht worden. — Die„officielle Zeitung“ erklärt: Garidaldi, liefert wurde und sich bis Monte Rotondo er⸗ welcher ungeachtet der Regierungsrathschläge sein Todte und Verwundete.— Der„Etendard“ ver- streckte, war eine sehr ernste. Nach den an den Unternehmen fortsetzen wollte, wurde bei Tivoli Die Regierung er⸗ angegriffen und geschlagen. achtete für nothwendig ihn nicht nach Caprera gehen zu lassen, sondern ihn in Varignano zurück zuhalten. Die Regierung verweigerte die Annahme der Volksabstimmung, wodurch viele Ortschaften des päpstlichen Gebietes den Wunsch nach Annexion an das Königreich ausgesprochen haben. Die Freischaaren sind aufgelöst worden. Die Noth- wendigkeit jeder Intervention muß aufhören. Die Regierung des Königs berathschlagte wegen des Rückganges der italienischen Truppen in die Gränzen des Königreichs. Die Entwaffnung der Frei- willigen und die Zurückberufung der Truppen müssen jeden Grund oder Vorwand zu einer fran⸗ zösischen Intervention aufheben. Die Regierung erwartet, daß conform den Erklärungen des kaiser⸗ lichen Ministers des Aeußern vom 25. Okt. die französischen Truppen zurückgezogen und zur Be⸗ tretung des Verhandlungsweges behufs definitiver Lösung der römischen Frage geschritten werde.— Die„Opinione“ versichert, bis jetzt sei keine Macht den Conferenzvorschlägen Frankreichs wegen der römischen Frage beigetreten, nur Spanien habe den Wunsch ausgedrückt, sich an der Conferenz zu betheiligen. Sie erwähnt das Gerücht, Frankreich werde seinen Vorschlag auf⸗ geben, falls die Conferenz blos aus den katholischen Mächten bestehen sollte. — Die Franzosen übergaben der italienischen Regierung 1100 von den päpstlichen Truppen bei Montana gefangene Garibaldianer. Die Ueber⸗ gabe anderweitig Gefangener steht bevor.— Ein italienischer Oberst traf bei General Failly ein, um von ihm zu erlangen, daß die eompromittirten Unterthanen des Papstes unbehelligt bleiben möchten. Failly sagte dafür seinen ganzen Ein⸗ fluß zu. — Nach Berichten aus Florenz hat sich ein großer Theil der zersprengten Garibaldianer in die Berge geworfen. Man fürchtet, daß die⸗ selben einen Aufstand im Neapolitanischen organi⸗ siren. Es sind von verschiedenen Seiten Truppen gegen sie ausgesandt. Die Stimmung ist hier und an andern Orten sehr niedergeschlagen. Die Sprache der Franzosen gegen das Florentiner Ministerium soll drohend und übermüthig sein. — Ein Schreiben höherer Garibaldischer Offiziere sagt, daß die Verstärkungen, welche die Päpstlichen in der Schlacht bei Montana erhielten, als die Garibaldianer wieder Stellung gewonnen und die Päpstlichen sich zurückgezogen hatten, fran⸗ zösische Regimenter waren. Die„Opinione“ führt die Nummern der französischen Regimenter auf, welche an dem Gefecht bei Montana Theil genommen. — Die französische Regierung hat die Regierung des Papstes telegraphisch eingeladen, alle Repressalien gegen Personen zu verhindern, die sich durch kund⸗ gegebene Volksabstimmung compromittirt hätten. — . —— — Die Insel St. Helena. Von Dr. Curtman. Diese vom atlantischen Meere umbrauste Insel ist ein einziger Ba⸗ saltkegel von 5 Meilen Umfang, welcher den vorbeisegelnden Schiffen als eine schwarze, zerrissene, schroff aufstrebende Masse erscheint. Die von ewig schäumender Brandung umtobten Felsenwände steigen bis zu 1200 Fuß aus dem Meere empor, und den einzigen Zugang bildet die Bai von James⸗ town(Jakobsstadt) mit ihrer schönen sicheren Rhede. Man darf indessen nicht glauben, daß der einsame Fels ganz öde und reizlos sei. Es ist eine tropische Vegetation vorhanden, und überall findet man frische Quellen. Das Klima ist überall gesund und prächtig, so daß wenigstens der Vor⸗ wurf, welchen man den Besiegern Napoleons I. einst machte, sie hätten denselben durch das ungesunde Klima tödten wollen, ungerechtfertigt ist. Etwa der vierte Theil der Insel ist vortrefflich angebaut, und zwar einigt sich die afrikanische Vegetation dergestalt mit der europäischen, daß neben Birnen, Aepfeln und Kastanien Kokospalmen und Feigen gedeihen. Statt des Winters hat die Insel jährlich eine 10wöchentliche Regenzeit. Die höchste Spitze des Eilandes, der 2500 Fuß hohe Dianenpik, ändert das Klima nicht wesentlich ab. Die einzige Stadt der Insel, Jamestown, scheint in steter Gefahr, von den überhängenden Felsen verschüttet zu werden. Zu der Citadelle hinauf führt eine 600 Stufen zählende Treppe. Die Stadt selbst macht einen freundlichen Eindruck, ihre 2000 Ein⸗ wohner sind größtentheils Europäer, die übrigen 4000 Bewohner der Insel dagegen überwiegend Mischlinge mit dunkler Hautfarbe. Diese be⸗ schäftigen sich theils mit Schiffbau, theils mit Landwirthschaft. Zu den Erträgen der letzteren gehört auch ein sehr edler Wein; doch fehlt es auch keineswegs an gutem Viehfutter. Die einsame Lage der Insel erzeugt in den meist wohlhabenden Einwohnern oft eine Art Heimweh, weshalb sie sich immer auf die Ankunft eines Schiffes oder gar eines größeren Ge⸗ schwaders außerordentlich freuen. Kein Wunder, wenn Napoleon und seine Gefährten sich in ibrem Longwood noch viel einsamer fühlten. Dem Verfall der Gebäude in Longwood wird jetzt auf Befehl der englischen Regierung abgeholfen. Doch wird der historisch⸗ denkwürdige Ort wohl schwerlich von vielen Reisenden besucht werden. Denn abgesehen von der auffallenden Theuerung des Ortes, ist eine Insel, welche 300 Meilen von dem nächsten Lande entfernt liegt, nicht gerade das Lieblingsziel eines Touristen. Volksbildung in England. O Im Parlament zu London wurde letzthin eine Bill eingebracht, des Inhalts, daß für die Kinder der Ackerbauer das in den Fabrikbezirken geltende System der halben Arbeitszeit und halben Schulzeit eingeführt werde, außer während der dringenden Erntearbeit und in den strengsten Wintermonaten, wo der Weg nach einer fernen Schule vielen Kindern unmöglich wird. Das Parlament sollte eine Art Garantie für die imänmischet K 810 ermöglicht eschäftlichen ah Berufung inte Wahl geltostel. Schülern 4 Wit wünscen en Friedberg cutsus an huge aben sich 2 fu und M dieß ar Aufalt um In Vorlie genden geb die hiesige 4 10 etebens von, 15 besuch immer eine sehr. Anslalt jernetes f von allen Selen dienen.— Mainz. Da tigener Art peru Vahnbose groge An von Bingen aus besummlen Train Rheinufer überzu gramm von Bin Diebstahls einer Cigarren beschuld hier in Empfang gund auch bei eil In hielt ihn wahischänlich, d wohnen wird. Mainz. baden einen te beschnitlener an, dieselben ve Franzoße, erhal!, feiner Hosen ein * n endet wat Wan Vos deckungen, wel machte, keinem zugeschnittener kehr befinden, Schneiber dur seiner Thäligte Kassel. Wilhelm Ssen ihn sosort auf 1 Tage d erheblich gegus Sinh „Aus Cob sücthen, 19 alen sind, wr g suhrmang aug m die Suullun erscheint ein ö Enichtun nehmen. 1 bar sei, we. so viel Arb Olüc 7 t stan⸗ Regierung 2 des kaiser⸗ „ Okt. die d zur Be⸗ defnitiper dau M sei lein Frankreichs Atten, zur at, sch an erwähnt de * Slag 8 latholichen stalienischer Truppen b. Dit lleber der.— Cu Faillz ch tonittirti N* ichen ergani · 1 Tmppen % hir agen. Da Nartranug udig stin danibaldisch „ pelcht di At trhieltte, 23 genen allen, It al „Oviniont Regimen atang Thel 1 Kegitrung attsclite uud lun — In Mailand haben Unordnungen statt- gefunden, bei welchen die Nationalgarde ein- geschritten ist. H. Friedberg. Wenn wir in unserem neulichen kurzen Berichte über die dahier devorstehende Eröffnung einer Fortbildungsschule für das weibliche Geschlecht mit⸗ theilten, daß bereits 13 Anmeldungen zur Theilnahme an dem Unterrichte erfolgt seien, so sind wir heute in der erfreulichen Lage diesen Bericht dahin ergänzen zu müssen, daß mit Beginn des Unterrichts sich die Betheiltgung dis zu 51 Schülerinnen gesteigert hatte. Dieß gewiß höchst günstige Resultat mag dem Vorstande des Local— gewerbvereins ein erfreulicher Beweis sein, wie sehr der— elbe mit Gründung einer Anstalt, welche die Erwerbung kausmännischer Kenntimisse dem weiblichen Geschlechte unserer Stadt ermoglicht, einem wirklichen Bedürsnisse unseres geschäftlichen Lebens genügte und wie er auch in der Berufung eines Vertrauen erweckenden Leiters eine gute Wahl getroffen. So wird denn sicher bei regem Eifer der Schülerinnen ber schönste Erfolg erwartet werden dürfen. Wir wünschen dem Unternehmen das beste Gedeihen. * Friedberg. Am(. November wurde der Winler⸗ tursus an hiesiger Ackerbauschule eröffnet. Wie wir hören, haben sich 26 junge Leute zum Besuch derselben gemeldet und ist dieß ein neuer Beweis, welchen Rufes sich die Anstalt im In- und Auslande erfreut. Nach dem uns vorliegenden gedruckten Verzeichnisse der Schüler wurde die hiesige Ackerbauschule während der 13 Jahre ihres Bestehens von 276 Schülern, Hospitanten nicht mit⸗ gerechnet, besucht, welche Frequenz für eine Fachschule immer eine sehr zufriedenstellende ist. Wir wünschen der Anstalt ferneres freudiges Gedeihen und die Anerkennung von allen Seiten, welche ihre bewährten Leistungen ver— dienen.— Mainz. Der„M. A.“ berichtet: Eine Verhaftung eigener Art verursachte gestern Morgen auf dem hiesigen Bahnhofe große Aufregung. Mehrere Pferdehändler langten don Bingen aus mit ihrem für den Hochheimer Markt bestimmten Train hier au, um sofort auf das andere Rheinufer überzugehen. Es war ihnen jedoch ein Tele⸗ gramm von Bingen vorausgeeilt, in welchem sie des Diebstahls einer jedenfalls beträchtlichen Anzahl von Cigarren beschuldigt waren. Die Polizei nahm sie daher bier in Empfang, stellte sofort eine Untersuchung an und sand auch bei einem der Pferdehändler die corpora delieti. Man hielt ihn sammt seinen Rossen fest und es ist nicht wahrscheinlich, daß er dem Pferdemarkt in Hochheim bei⸗ vohnen wird. Mainz. Vor einigen Tagen verhaftete man in Wies⸗ baden einen Franzosen, der dort eine große Anzahl wohl⸗ beschnittener Friedrichsd'ors ausgegeben hatte. Er gab an, dieselben von einem hiesigen Schneidermeister, ebenfalls Franzose, erhalten zu haben, dem wegen des guten Schnittes seiner Hosen ein wohlverdienter Ruf zur Seite steht. Daß er auch nebenbei im Zuschneiden von Goldstücken excellice, war nicht bekannt, aber es unterliegt nach den Ent⸗ deckungen, welche die hiesige Polizei in seiner Wohnung machte, keinem Zweifel mehr. Große Summen von ihm zugeschnittener Friedrichsd'ors sollen sich bereits im Ver⸗ kehr befinden, und man fand für gut, den geschickten Schneider durch sofortige Verhaftung dem stillen Kreise seiner Thätigkeit zu entziehen. Kassel. Am Morgen des 4. d. wurden dem Schaffner Wilhelm Stemmler beide Beine abgefahren. Man brach te ihn sofort auf das Landkrankenhaus. Ferner soll an dem⸗ selben Tage der Hülfsarbeiter Dippel auf dem Bahnhofe erheblich gequelscht und auf der Station Hönebach ein Streckenarbeiter überfahren worden sein. Aus Coblenz, 5. Nov. wird berichtet: Ein Gauner⸗ stückchen, wie solche überhaupt in letzter Zeit nicht gar selten sind, ward gestern in unserer Stabt verübt. Ein Fuhrmann aus Hachenburg stellte am Morgen zwei Pferde in die Stallung eines hiefigen Wirthes. Am Nachmittag erscheint ein junger Mensch, einem Fuhrknechte ähnlich, daselbst unter dem Vorgeben, er sei von dem Eigenthümer der Pferde beauftragt, eines derselben zur Schmiede zu führen. Der Wirth, nichts Böses ahnend, überläßt ihm solches, und, als eine halbe Stunde später der Fuhrmann erscheint, um seine Pferde zur Heimfahrt anzuschirren, stellte sich die Sache als eine Schwindelei heraus. Alle Versuche, des Schwindlers habhaft zu werden, waren ver— gebens;— Roß und Reiter sah kein Auge weiter. % Der Winter in Baden-Baden. Der an⸗ muthige, das ganze Jahr hindurch von Fremden besuchte Badeort wird nunmehr auch eine Wintersaison erhalten. Vor wenigen Tagen wurde dem Publikum bekannt gemacht, daß künftig im Winter sämmtliche Säle des Conversationg— hauses, mit Ausnahme des großen Saales, sowie die Restaurationslocale geöffnet bleiben, geheizt und erleuchtet sein werden. An drei Abenden der Woche werden musi⸗ kalische Aufführungen des Curorchesters, wöchentlich einmal Opern- und Schauspielvorstellungen des Karlsruher Hof— theaters statifinden, außerdem die Lesezimmer geöffnet und so ein Mittelpunkt der Geselligkeit geschaffen sein, an welchem Baden-Baden bisher im Winter empfindlichen Mangel litt. Auch der wissenschaftlichen Vorlesungen von Heidelberger Gelehrten hofft man sich diesesmal zu erfreuen, aber am— Spiele wird es zur Würze aller dieser höheren Genüsse auch nicht fehlen. „ Frommer Schwindel. Die Beschwindelung armer, nach Brod und Beschäftigung seufzender Menschen, vor welcher nicht genug gewarnt werden kann, tritt jetzt in den verschiedensten Gestalten auf. Neuerdings hat diese schnöde Erbarmungslosigkeit auch einmal eine fromme und ehrbare Miene angenommen. In Wien kündigt nämlich ein Mensch an, daß er Jedem gegen Einsendung von dreißig Kreuzern eine Beschäftigung nachweisen werde; es ist kaum zu glauben, aber buchstäblich wahr, daß er mit Briefen und Geld förmlich überschüttet wurde.— Als Antwort erhalten die Einsender eine Reihe von Ge⸗ meinplätzen über die segensreichen Früchte der eigenen Arbeit:„Der Teufel geht herum, wie ein brüllender Löwe; der Teufel in Wien sind die Aulockungen zu den vielen Vergnügungen, Arbeit und Mäzigkeit ist das beste Mittel da⸗ gegen. Von dem Tage des Erhaltens dieses Briefes gehen Ew. Wohlgb. in sich, führen ein christliches Leben, unter⸗ lassen alle Sünden, streben nach Selbsiständigkeit und Besitz und wollen in Zukunft jedem Briese zwanzig Kreuzer beischließen, wenn sie von mir einen weiteren Rath ver⸗ langen. Bereitwilligster E. P. poste restante.“ Die Falle war plump genug angelegt, und doch sind bis jetzt sehr viele Opfer dieses Schwindelbumors geworden. 3 Fortgelaufenes Gepäck. Jemand wollte seinem Freunde durch die Uebersendung zweier Hasen ein Freude machen. Um das Maß der Ueberraschung voll zu machen, hatte er die Thiere lebend eingefangen, sie an eine Schnur befestigt und ihnen eine in Chloroform getränkte Leinwand noch um den Kopf gebunden, so daß die Gebrüder„ ampe“ seiner Berechnung nach im betäubten Zustande ankommen mußten. Sie wurden auf der Expeditson in gewöhnlicher Weise behandelt, und jedem derselben eine Frachtgut— Nummer auf den Pelz geklebt. Als auf der letzten Station einige Gegenstände abgeladen werden sollten, warf der Conducteur auch die beiden Hasen aus dem Waggon. Bei dieser Gelegenheit ward die Kopfumhüllung des einen entfernt, und das Thier durch den heftigen Fall aus seiner Lethargie erweckt. Mit aller Kraftanstrengung sprang es seldeinwärts, seinen noch immer betäubten Kameraden mit sich schleppend, während der Conducteur, starr vor Ent⸗ setzen, ihnen nachsah und dann die Meldung machte,„daß das Gepäck Nr. 107 und 108 davon gelaufen sei.“ Am folgenden Tag erhielt der gute Freund zu seiner nicht ge⸗ ringen Verwunderung das Begleitschreiben des Geschenk— gebers mit dem amtlichen Bemerken, daß die Direktion wohl für„abhandengekommenes“, aber nicht für„fort⸗ gelaufenes Gepäck“ verantwortlich gemacht werden könne. „ Kaffeebohnen-Fälschung. In der letzten Zeit ist man einem Industriezweige auf die Spur ge- kommen, dessen Betrieb zur Verfälschung von Lebens- mitteln gehört. Man hat neulich die Entdeckung gemacht, daß unter den zum Verkauf kommenden gebrannten Kaffee bohnen sich künstliche aus Cichorien und Mehl täuschend ähnlich hergestellte Bohnen befinden. Als Fabrikort, wo man so der Natur ins Handwerk pfuscht, wird Köln am Rhein genannt. Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent. Das Bremer Postdampfschiff„Baltie“, Capt. Rogers, von der Linie der Newyork⸗Bremer Dampsschiffsahrts⸗ Gesellschaft, trat am 2. Nov. wiederum eine Reise via Southampton nach Newyork an und hatte außer einer starken Brief- und Packet-Post 409 Passagiere und volle Ladung an Bord. Das Bremer Postdampfschiff„Bremen“, Capt. Ney⸗ naber, trat am 2. Nov. wiederum eine Reise via Sout⸗ hampten nach Newyork an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packetpost 342 Passagiere und 480 Tons Ladung an Bord. Das Bremer Postdampfsschiff„Hermann“, Capt. Wenke, welches am 19. Okt. von Bremen abging, ist nach einer schnellen und glücklichen Reise von 11 Tagen wohl— behalten in Newyork angekommen. Das Hamburger Postdampfschiff„Germania“, Capt. Schwensen, welches am 21. Okt. von Hamburg 41a Sout⸗ hampton abging, ist nach einer schnellen und glücklichen Reise von 12 Tagen wohlbehalten in Newyork angekommen. Landwirthschastliches und Gewerbliches. E. Damit die Wirksamkeit der landwirthschaftlichen Vereine eine noch umfassendere werde, bedarf es, und es kann dies nicht oft genug wiederholt werden, der Gründung weiterer Organe für dieselben. Es erscheint als ein dringen⸗ des Gebot der Gegenwart: Lehrer, hervorragende Land— wirthe und Freunde des Ackerbaues in allen Berufsklassen zur Einrichtung, Leitung und Unterstützung s. g. Orts⸗ besprechungen, Casinos, Kränzchen, Ortsvereine zu gewinnen. Derartige Kränzchen sind die treuesten Gehilfen der Bezirks- vereine, tragen Anregung und Belehrung in diejenigen zahlreichen Kreise, in welche die Bezirksvereine nicht zu dringen vermögen, in Familien, denen man die Bildungs⸗ gelegenheit, so zu sagen„ins Haus bringen muß“; sie verbreiten das richtige Verständniß von den Bestrebungen und der Bedeutung der landwirthschaftlichen Vereine, führen ihnen eine größere Zahl von Mitgliedern zu, fördern ihr Gedeihen, bilden ihre äußersten in den Betrieb hinein⸗ ragenden Spitzen, aus denen sich fortwährend Belehrung in die untersten Reihen der Ackerbau treibenden Bevölkerung ergießt. Es herrscht jetzt(fteilich nur hie und da, es muß aber allerwärts so werden) unter den Gemeinden, Bürgermeistern, Lehrern ein großer Wetteifer bezüglich der Errichtung von Fortbildungsschulen. Die Bezirksvereine haben den Lehrern dierüber allgemeine Andeutungen gegeben, und es steht zu erwarten, daß die Lehrer die Erfahrungen in der nächsten Zeit eifrig benützen werden, um an der Hand der ihnen empfohlenen Grundsätze die einzuschlagenden Wege sich mit immer deutlicherer Schärfe vorzuzeichnen. Die laudw. Bezirksvereine müssen darauf rechnen, daß die Gemeinden, innerhalb deren solche Anstalten entstehen, ihren Lehrern und Vorstehern kräftig zur Seite stehen, die wünschens⸗ wertheste Beihülfe zur Anschaffung von Lehrmitteln, Schul⸗ geräthen gewähren und dem Lehrer den Besuch der landw. Bezirksversammlungen, überhaupt dessen Ausbildung in der Landwirthschaft erleichtern. Wir müssen wiederbolt den Satz aussprechen, daß wir in den Volksschullehrern ungemein wichtige Werkzeuge zur Förderung der Landwirthschaft erblicken. Die Lehrer sollen immer mehr in den Stand gesetzt werden, in die Bestrebungen der landwirthschaftlichen Vereine thätig einzugreifen, mit diesen zu arbeiten an der Förderung der Wohlfahrt der ihnen anvertrauten Jugend und der Exwachsenen ihres Wirkungskreises, und dann werden sie auch auf diesem Felde dem bedeutungsvollen Namen Volkslehrer Ehre machen.— Errichtung einer Schule in jedem Dorfe von einer gewissen Seelenzahl über-** Der Antrag mußte zurückgenommen werden, weil er unausführ- nehmen. Von der durch ihre Dampfspritzen berühmten Fabrik Merrp⸗ weather and Sons in London ist ein„häuslicher Rettungsapparat“ bei bar sei, wenn man nicht——— die Pächter zwingen wollte, zweimal so viel Arbeiter zu halten als bisher. Glückliches England, dessen Gesetzgebung sich fürchtet, Volksschulen für die Landbevölkerung zu errichten! Nur Ein Mitglied wagte schüchtern das Wort„Schulzwang“ auszusprechen. In Deutschland, der Schweiz ꝛc., selbst neuerdings in dem freien Amerika(Staat Massachusets) ist man anderer Ansicht- Man nennt da den Schulzwang den wohlthätigsten und berechtigtsten von allem Zwang, weil er der Weg ist zu wahrer Geistes⸗ freiheit für Alle, und hält an dem Satz fest, daß die Eltern genau ebenso zur geistigen Erziehung, wie zu genügender leiblichen Pflege ihrer Kinder verpflichtet seien, und daß der Staat, sowohl im eigenen Interesse als auch als oberster Beschützer der Menschenrechte jedes Einzelnen nicht dul⸗ den dürfe, daß auch der Geringste seiner Angehörigen geistig verkümmere.— Die Sache eröffnet uns aber auch einen Blick in englische Verhält- flachen Lande: Pächter großer, den Lords gebörender Güter- complext und lose Arbeiter, das ist die Landbevölkerung. Es zeigt sich uns da eine traurige Schattenseite der gepriesenen englischen Herrlühleit. Nicht die Größe und der Glanz nach Außen, wohl aber das Glück der Bewohner Deutschlands beruht auf seinem Kleinbesitz. Schätzen und schützen wir diesen Kleinbesitz und die Bildungsstätte für die Klein- besitzer, die Volksschule! Feuersgefahr empfohlen worden, welcher manchem beklagenswerthen Ereigniß vorzubeugen wohl geeignet erscheint. Er besteht aus einem starken ledernen Gürtel oder statt dessen, wo zahlreiche Familien ein Haus bewohnen, auch aus einem Sacke; daran befindet sich ein Seil mit Flaschenzug und an der Decke oder sonst einem festen Punkte der oberen Zimmer ist ein starker Haken eingeschraubt. Der Rettungsapparat wird im obersten Zimmer auf- bewahrt, wo eintretenden Falls der Flaschenzug nur eingehakt zu werden braucht, so daß jedes Familienglied zuerst die anderen, zuletzt sich selbst herunterlassen kann, indem das Seil lang genug ist, um doppelt die Ent⸗ fernung von dem Giebel des Hauses bis zum Boden zu erreichev. Der Apparat ist ebenso einfach und billig, als zweckmäßig. 8 Ein anderer, mit welchem jüngst auf dem königlichen Bauwerft in Portsmouth Versuche angestellt worden sind, setzt in den Stand, im dicksten Rauch frei zu athmen. Dieser zweite nützliche Apparat besteht aus einem feuerfesten Sack, der mittels zweier Guttapercha-Röhren mit dem Munde communitirt. Mit dem durch einen Blasebalg mit Luft erfüllten Sack auf dem Rücken begab sich der Erfinder, Gallibert, in einen dichtverschlossenen Raum, der zu diesem Zweck durch ein Feuer von feuchtem Stroh u. s. w. mit dickstem Rauche gefüllt war, und vermochte dort ohne Beschwerde sich länger als acht Minuten aufzuhalten. Das Experiment wurde nach ihm von mehreren Arbeitern mit gleichem Erfolge wiederholt. 3 — Hotel Frapp. Sonntag den 10. November Großes Concert 1 im neu hergerichteten Saale, aus geführt von dem Nauheimer Kurorchester unter persönlicher Leitung des Herrn Kapellmeister E. Neumann. * Anfang 7 Uhr.— Entree: 13 kr. Restauration à la carte. 2615 Zu recht zahlreichem Besuche ladet ganz ergebenst freundlichst ein L. C. Trapp, Nachfolger. Heute Abend und morgen wiener Boppelbier. Heute Abend auch„Hir schbraten“ im Württemberger Hof. Für Weihnachten. 2632 Zur Herstellung von Puppen und Puppenstuben babe ich jetzt schon eine Aus— stellung der neuesten Gegenstände, welche ich hiermit empfehle. Jos. Hoffmann. Holländischer Syrup. 8 Bienenhonig 2639 in bester Qualität, billigst bei„Dau. Kümmich. Bekanntmachung. 2652 Auf freiwilliges Anstehen werden Donnerstag zener 1 den 14. November 1867, von Vormittags 9 Ubr an⸗ fangend, auf hiesigem Rathbause folgende Gegenstände 2253 ist angekommen und 1 billig abgegeben bei gegen gleich baare Zahlung verkauft: Friedberg. Louis* Eine große Parthie Kaputzen, von den geringsten bis zu den feinsten Sorten; Eine Anzabl Seelenwärmer, ferner Kinder⸗Kleidchen, Kinderjacken, wollene Hals⸗ und Kopftücher, Knabenkäppchen, 5 sowie feiner eine Laden⸗ Einrichtung, bestehend in 2641 in vorzüglicher Qualität S einem Ladentisch, 0 Ph. Dau. Kümmich. einem großen und einem kleineren Ladenschrank, einer Wage mit dem dazu gehörigen Gewichte. Friedberg am 7. November 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg Foucar, Beigeordneter. Strohlieferung. 2650 Montag den 11. November d. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Ratbhause d das zur Ein ⸗ winterung der städtischen Wasserleitung und Brunnen erforderliche Stroh, nämlich: 2½ Fuder Kornstroh, 252 Fuder Walzenstroh, 4½ Fuder Gerstenstroh, sowie 2 einspännige Wagen Pferdedünger öffentlich an den Wenigstfordernden in Accord gegeben werden, Friedberg am 7. November 1867. Großherzogliche e Friedberg Soeben ist erschienen:; Der Großherzogliche Beigeordnete RD Dampfmasehinen⸗Verkauf. 2648 Auf dem Hofgute Büdesheim, Krets Vilbel, E Familienkalender⸗ v οοοοοο 0 6 iin 5 Großherzogthum Hessen, ist eine gebrauchte, feststehende, N a jedoch in sehr gutem Zustanve sich befindende Expan⸗ N 5 sions⸗ und Condensatlons⸗ Maschine, zeynpferdekräftig, 2 16 9 k I sammt Kessel, Vorwärmer und Armatur zu verkaufen. 5— Pre r. Die durch Brand beschädigte Transmission ist eben⸗ 6 71 0 8 falls abzugeben. 82 n Büdesheim den 6. November 1867.. 2— Die Dr. Berna sche Verwaltung.— Feuerfeste Steine. Prämien 15. ee 105 fl., 67 fl. 30 kr., 70 fl., 52 fl. 30 kr., 35 fl., 5 2649 Auf dem Hofgute Büdesbelm, Kreis Vilbel, und je der vierte Theil als 1 0 find circa 4000 Stück gebrauchte aber noch gut erhaltene Münsterer feuerfeste Steine 2 1 er Wiederverkäufer erhalten von uns Der Bruch kann als Mörtel verwendet werden. den höchsten Rabatt, Büdesbeim den 6. November 1867. und machen wir dieselben darauf aufmerksam, daß die Die Dr. Berna'sche Verwaltung. Verlagshandlung den Alleindebit in Oberhessen Zu vermiethen ung übertragen hat und demzufolge direct bei ihr 2616 ist der mittlere Stock meines Hauses und kann einlaufende Bestellungen unbeachtet lassen wird. sogleich— werden. J. P. Starck's Wittwe. Friedterg. Bindernagel& Schimpff⸗ Neue Kästanien! Osen-, Slamm- und Schmiedekohlen [Liederkranz 2622 Abend unterhaltung Sonntag den 17. November im Saale des Hotel Trapp. Beginn präcis 7½ Uhr. Der Vorstand. Einladung. 2646 Sämmtliche Gesellen in Friedberg werden auf Sonntag den 10. November, Abends um 8 Ubr, zur Besprechung wegen Abhaltung eines Balles in den Saal den Herrn Gastwirth Simon dahier eingeladen. „.„N e. Fräulein Betychen D.... in F. 2633 zu ihrem zweiunddreißigstien Geburtstage am 11. November. Möge Ihnen der Himmel an Ihrer zweiten Bekanntschaft verleihen, was Ste an W ersten verloren. S. Oelfässer 2252 in allen Größen billigst bei Friedberg. Louis Winheim. euer Lubberdan! Vollhäringe& Sardellen, Bückinge zum Backen und Rohessen, 2036 direct aus Holland de bei Wi. Fertsch⸗ Zu vermiethen 2637 im unteren Stock meines pauses ein Logis, be⸗ stehend aus 5 Zimmern, Küche, Kammer und Kelle, welches gleich, auch bis Ende Januar 1868 bezogen werden kann. Friedrich Schäfer, Messerschmied. Kapußhen, 2567 p Kopftücher, Filzschuhe, Winter hanpschuhe, Corsetten und Erinolines billigst bei Fr. Söllner. Ein Dienstmädchen, 2631 das bürgerlich kochen kann, wird zum soortigen Eintritt gesucht. Nieder⸗Wöllstadt den 6. November 1867. Fresenius, med. Dr. Wollen e ö Halstücher 2612 für Herren bei K. Friedrich neben der Post. Oelfässer 2640 zu Kraut geeignet in großer Auswahl bei Dan. Kümmich. Danksagung. 2657 Allen denjenigen, welche unsere geliebte Schwesier TChrtstiane Hill 5 zur letzten Ruhestälte geleiteten, uusern innigsten Dank. Die trauernden Geschwister. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Sonntag den 10, Ro vember. Evangelische Gemeinde. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Köhler Gottes dienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Candidat Sell. Nachmittags: Herr Pfarrer Töh lar, Gottesdienst in der Bürgkirche. Vormittags: Herr Diakonus Meyer.— — Nachmittags: Herr Candidat Katholische Gemtinde. Sonntag halb 10 Uhr Hochomt mit Predigt; Machmittags halb 2 Uhr ist Andacht; Dien siag und Frettag sind heilige Messen. g g 70 6 4 N 10 W 2640 empfiehlt Beranlw. Ned.: Hermann Schimpff. ö 10 5 8 5 9. He 2 pff. 74 100 2532 bei W. Fertsch. Nau beim. Jae. Schimpf. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. 5 1(Hierzu Unterhaltungs blatt Rr. 47 und eine Beilage.) 55. Belreff jend In! vom h. v. Auftrag Gn anzumelsen, Gewerbe⸗ egi ogthum nich 1 Wi mationskarte 21. April(2 vereinsstaate Hessen. Maphischen J Großherzogs waldbahn (uach Vorst entschieden. Aus O fosgende M, Fiap aufgew daga in dem stü hörigen so haben, das Provin O