7 Fueter — lieben Ing. Heinrich N ene icdbetg i st. tkirche: kirche S 110 K 4 Dienstag den 6. August. 4 92. Anzeiger für Oberhessen. Entbält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friebberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. .——— Betreffend: Die Matbildenstiftung für verwahrloste Kinder im Kreise Friedberg. Amtlicher Theil. 5 50 Friedberg den 4. August 1867. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Gelegentlich der auf Dienstag den 13. August l. J., Nachmittags präeis 2 Uhr, auf das hiesige Rathhaus anberaumten Generalversammlung des der Mathildenstiftung für verwahrloste Kinder im Kreise Friedberg von wir Ihnen Indem wir Sie zum Erscheinen hierbei auffordern, tragen Männer, die sich für diese wohlthätige Anstalt interessiren, und von welchen einzuladen. Mathildenstifts des Kreises Friedberg wird auch der Rechenschaftsbericht dem abgelaufenen Verwaltungsjahre erstattet werden. zugleich auf, die Herren Geistlichen, Lehrer und andere hierzu in unserem Namen ingen eine Theilnahme zu erwarten steht, Betreffend: Die Prüfung und Annahme der Einsteher bei der Truppenergänzung im Jahre 1867. an dieselben. Dasselbe Nach einer Benachrichtigung Großherzoglichen Kriegs⸗Ministeriums vom 1. am 1. Oktober d. J. eine weitere Aushebung von 1280 Recruten stattfinden soll. das Stellvertretungsgesetz vom 14. Juli 1851 noch zur d. J. erfolgte,— von welcher sie eine Fortsetzung ist—, Friedberg den 4. August 1867. 1 d. M. zur Nr. K. M. 11250 ist beschlossen worden, daß Für diese Ergänzung kommt, wie für die am 1. April Anwendung. Da hier⸗ nach den bereits ausgedienten gemeinen Soldaten und den ungedienten Leuten nochmals Gelegenheit geboten ist, von den Vortheilen dieses Gesetzes Gebrauch zu machen, so wollen Sie dies alsbald in Ihren Bürgermeistereien bekannt machen sichtigte Anmeldungen zum Einstehen alsbald zu geschehen haben. lassen, mit dem Anfügen, daß beab⸗ Tera pp. 3 Betreffend: Untersuchung gegen die Ehefrau des Georg Wagner aus Griedel wegen Diebstabl. Friedberg den 2. Nugust 1867. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und die Großherzogliche Gendarmerie des Kreises 5 Bei der in Nauheim wegen Diebstahls verhafteten Ehefrau des früheren Eisenbahn⸗Wärters Georg Wagner aus Griedel verzeichnete Gegenstände erhoben worden, über deren rechtlichen Erwerb dieselbe sich nicht genügend ausweisen konnte: 1. Ein Wasserkrug mit zinnernem Deckel Beschlag auf demselben der Buchstabe F. 2. Zwei Fenstervorhänge. 3. Drei Ober- und vier verschiedene Untertassen mit Goldverzierung. 4. Kaffee⸗ und Milchkanne. 5. Eine Zuckerdose, eine Ente vorstellend. 6. Ein geschliffenes Trinkglas. sinde nach 7. Ein Weibwasserbehälter von Por zellau. 8. Zwei verschiedene Kaffe A 9. Eine Porzellanfigur. a 10. Eine Theekanne. 11. Ein geeichtes Viertelschoppenblech. 12. Ein Bild und 13. Ein Sonnenschirm. Wir beauftragen Sie geeignete Nachforschungen nach den Eigenthümern jener Gegenstände anzustellen und etwaige Resultate anher zu berichten. e E i u Dienstag den 13. Angust d. J., Nachmittags präcis 2 Uhr, findet die Statutenmäßige Generalversammlung des Mattildenstifts auf dem Rathhause dahier statt. Zur Verhandlung kommen: 1. Rechnungsablage ꝛc. 2. Definitive Verwilligung der vorgesehenen Beträge fuͤr Industrie⸗ schulen für 1867. 3. Feststellung des Voranschlags für 1868. ladung. . 4. Erstattung des Verwaltungsberichts der Mathildenstiftung fur verwahrloste Kinder im Kreise Friedberg. 5. Abänderung der Statuten, namentlich bezuglich der Verzinsung. 6. Ergänzung des Vorstandes. Die Mitglieder des Vereins, namentlich die Herrn Bürger⸗ meister des Kreises werden zu zahlreicher Betheiligung hiermit eingeladen. Friedberg am 4. August 1867. Der Präsident des Mathildenstifts des Kreises Friedberg Trapp. e en cn Muß nene. Ebristoph Nau von Holzmühl ist wegen Uebertretung der Dienstboten⸗ Ordnung vom 7. April 1857 auf die Dauer eines Jahres aus dem Kreise Friedberg gewiesen worden. Friedberg den 1. August 1867. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp. Hessen Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 32 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Beslätigung von Süftungen und Vermächt. nissen betr. Im Laufe des zweiten Quartals d. J. sind von des Großherzogs Königl. Hoheit nachfolgende Stif⸗ tungen und Vermächtnisse bestätigt und hierauf die betr. Tehörden zu deren Annahme ermächtigt worden: die Schenkung des Philipp Joseph Dessoy zu Dromersheim an die kathol. Kirche daselbst, im Dekanate Bingen, im Betrag von 180 fl., für die Abhaltung breier Jahrge⸗ dächtnisse;— die Schenkung des kathol Kirchenbauvereins zu Offenbach, im Beirag von 600 fl., und mehrerer Un⸗ genannter zu Bürgel, im Betrag von 210 fl., an den tathol, Kirchenfonds zu Offenbach, zum Zwecke der Ver; größerung der katholischen Kirche baselbst;— das Legat des Dombckans und Generasvicars Leunig in Mainz an die kathol. Kirche zu Gaulsheim, im Dekanate Bingen, im Betrag von 500 fl., für die Abhaltung eines Anni⸗ versariums;— das Vermächtniß des Fräulein Karoline von Lersner zu Darmstadt an das Diakonissenhaus „Elisabethenstift“ daselbst, im Betrag von 1000 fl.;— die Schenkung der Eheleute Adam Dilliß II. zu Kostheim an die kathol. Pfarrei daselbst, im Dekanate Mainz, be⸗ stehend in einem Acker im Werth von 180 fl.;— das Vermächtniß der Susette Eyttner zu Worms an die F Propsteikirche St. Peter baselbst, im Betrag von 200 fl., zur Abhaltung von Seelenämtern;— die Schenkung des Hrn. Grafen zu Erbach-Fürstenan, im Betrag von 100 1770 und Ungenannter in Hesselbach und benachbarten Orlen, im Betrag von 410 fl., an die kathol. Kirche zu Hessel⸗ bach, im Dekanate Deppenheim, für die Anschaffung einer neuen Orgel;— das Vermächtniß des Fräulein Marie von Koffler zu Darmstadt an die kathol. Kirche daselbst, bestehend in verschiedenen Werthpapieren im Nominalbetrag von 500 fl., für die Abhaltung eines jährlichen Seelen⸗ amtes für die verstorbenen Angehörigen der Famtlie von Koffler;— das Vermächtniß des Johannes Sern I. von Leihgestern, im Kreise Gießen, Wie von 300 fl., zu Gunsten der Armen daselbst;— Ie Stiftung der Nicol. Jacob II. Eheleute zu Fürth an die kathol. Kirche dase, um Dekanate Heppenheim, im Betrag von 100 fl., für die Abhaltung eines Seelenamtes;— die Schenkung des ranz FIrhrn. Wambolt von Umstadt an die katholische Kirche zu Groß⸗Umstadt, im Dekanate Dieburg, bestehend in verschiedenen Paramenten im Werth von 8 f;— die Schenkung des katholischen Kirchenbauvereins zu Offen⸗ bach an die katbolische Kirche daselbst, im Dekanate Seligen⸗ siadt, im Betrag von 150 fl. zum Zwecke der Vergrößerung der Kirche daselbst;— die Schenkung des iorgelitischen Frauenvereins zu Gießen an die dasige israelitische Religionsgemeinde, für die Anschaffung von Synagogen⸗ geraͤthschasten, im Betrag'von 682 fl. 54 kr.;— das Vermüchtniß des Johannes Müller II. zu Bensheim an die Kleintinderschule das., im Betrag von 500 fl.,— die Schenkung des Johann Georg Boxrheimer zu Abenheim an die katholische Kirche daselbst, im Decanate Osthofen, im Betrag von 2759 fl., für die Abhaltung zweier jähr⸗ lichen Seelenämter;— die Schenkung der Sparkasse zu Zwingenberg an das Mathilden-Landkrankenhaus, im Betrag von 100 fl.;— die Stiftung der Anna Maria Mittelmayer zu Mainz an die katholische Kirche zu St. Quintin daselbst, im Betrag von 110 fl., für die Ab⸗ haltung von drei jährlichen heiligen Messen;— die Schenkung des Joseph Strauß zu Flonheim, im Kreise Alzey, an die israelitische Religionsgemeinde daselbst, be⸗ stehend in einem silbernen Thoraschild im Werth von 200 fl.;— die Legate des Domdecans Franz Adam Lennig zu Mainz: a. im Betrag von 300 fl., zu Gunsten der katbol. Kirche zu Zellhausen, im Decanate Seligen— stadt, für die Abhaltung eines Auniversariums und für die Armen in Zellhausen,— b. im Betrag von 500 fl., zu Gunsten der katholischen Kirche zu Froschhausen, im Decanate Scligenstadt, für die Abhaltung eines Anni⸗ versariums und für die Armen in Froschhausen,— e im Betrag von 500 fl., zu Gunsten der katholischen Kirche zu Seligenstadt, im Oecanate Seligenstadt, für die Ab⸗ haltung eines Anniversariums und für die Armen in Seligenstadt,— d. im Betrag von 500 fl., zu Gunsten der katholischen Kirche zu Klein-Welzheim, im Occanate Seligenstadt, für die Abhaltung eines Anniversariums und für die Armen in Klein-Welzheim;— das Legat des Johann Conrad Bücher von Nordamerika, zuletzt in Offenbach wohnhaft, im Betrag von 100 fl., zu Gunsten der Armen in Offenbach;— die Schenkung der eesten israelitischen Jünglingsgesellschaft zu Angenrod, im Kreise Alsfeld, an die israelitische Religionsgemeinde daselbst, be⸗ stehend in einem silbernen Schild und zwei silbernen Griffen, im Werth von 200 fl.;— die Schenkung eines Ungenannten an den Frühmessenfonds der katholischen Kirche zu Büdesheim, im Decanate Bingen, im Betrage von 100 fl.;— die Schenkung des Bischofs von Mainz Freiherrn v. Ketteler an die katholische Kirche zu Offenbach, im Decanate Seligenstadt, im Betrage von 500 fl., zum Zwecke der Abtragung eines Restkausschillings. In Folge Allerhöchsten Auftrags werden diese Stiftun⸗ gen zum ehrenden Andenken der Stifter dankend zur öffent— lichen Kenntniß gebracht. II. Bekanntmachung Großherzoglichen Kriegsministe⸗ riums, die Ergebnisse der Rechnung der Einstandskasse auf die Periode vom 1. April 1865 bis dahin 1866 betr. III. Bekauntmachung Gr. Kriegsministeriums vom 29. Juli, die Zahlung der gesetzlichen Vertretungssumme für die Kriegsdienstpflichtigen, welche an der diesjährigen Loosziehung Theil genommen haben, betreffend. Nach der⸗ selden können die Vertretungssummen für Kriegs dienst⸗ pflichtige, welche an der diesjährigen iehung Theil genommen haben, für dieses Jahr noch in der bisherigen Weise vom 1. künftigen Monats an in die Einstandokasse 85 bezahlt werden. IVV. Ermächtigungen zur Annahme fremder Orden. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 2. Juli dem vormaligen General-Post⸗ Directionsrach G. Wilhelm Meyer zu Frankfurt a. M. die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von S. M. dem Könige von Preußen verliehenen Kronen⸗ ordens 3. Klasse,— am 12. Juli dem Vice-Oberstjäger⸗ meister, Kammerherrn und Mitglied der Ober-Forst- und Domänen ⸗Direction Berthold Freiherrn von Bibra die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von S. M. dem Kaiser von Rußland verliehenen St. Stanis⸗ laus⸗Ordens 1. Klasse— und am 15. Juli dem Großh. Consul August Ewald zu Paris die Erlaubniß zur An⸗ nahme und zum Tragen des ihm von S. M. dem Kaiser der Franzosen verliehenen Ritterkreuzes der Ehren⸗ legion zu ertheilen. V. Namensveränderungen. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 5. Juli dem Karl Loth von Bernsfeld zu gestatten, statt seines bisherigen Familiennamens in Zukunft den Familiennamen Seng— und am 9. Juli der Lydia Weitz zu Alsfeld zu gestatten, statt ihres bisherigen Familiennamens in Zukunft den Familiennamen Arnold zu führen. VI. Ertheilung eines Erfindungspatents. S. Königl. Hoheit der Großherzog haben am 12. Juli dem Kauf⸗ mann Nicolaus Back in Stuttgart und dem Fabritanten Wilhelm Kunz daselbst ein Erfindungspatent auf die durch Abbildungen näher erläuterte Militär⸗Tornister⸗Einrichtung unter dem Vorbehalte jedoch, daß durch bas ertheilte Patent Niemand in der Anwendung bereits früher bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll. während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogthums allergnädigst zu ertheilen geruht. VII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 5. Juli den Ober⸗Forst⸗Calculator 1. Klasse, charaklexisirten Ober⸗ Forst⸗Revisor Schneider zum wirkl. Revisor— und den Ober⸗Domänen-Calculator 2. Klasse Rube zum Calculator 1. Klasse bei der Calculatur der Ober-Forst- und Do⸗ mänen⸗Direction zu ernennen;— an demselben Tage dem evangel. Schullehrer zu Königsberg, im Königreich Preußen, Pfeiff, die evangel. Schulstelle zu Sichenhausen zu übertragen;— am 9. Juli dem epangel. Pfarrer zu Eier Kromm, die evang. Pfarrstelle zu Holzhausen, — dem ersien evangel. Schullehrer zu Dornheim, Mit⸗ prebiger Rullmann, die ev. Pfarrstelle zu Essenheim,— und am 12. Juli dem Schulamts⸗Aspiranten Gunschmann aus Villingen die dritte evang. Schulstelle zu Hungen zu übertragen;— an demselben Tage den Adam Laun aus Groß-Gerau zum Rentamtsdiener bei dem Rentamte Groß-Gerau zu ernennen.(Schluß folgt.) Darmstadt. In Folge der Mittheilungen, welche dem Finanzausschuß zweiter Kammer zum Zwecke der Aufstellung der Staatseinnahmen ge— worden, sind die wesentlichsten Bestimmungen über den Pachtvertrag mit der Spielgesellschaft in Nau— heim bekannt geworden. Der Vertrag datirt vom 1. Juni 1854 an und ist von da ab auf 24 Jahte gültig abgeschlossen. Für die Erlaubniß des Betriebs des Glückspiels und für die mit— verpachtete Wirthschaft verpflichtete sich der Pächter zu zahlen: für die ersten fünf Jahre je 10,000 Thaler jährlich, für die folgenden 5 je 15,000 Thaler, für die weiter folgenden 5 je 20,000 Thaler und für die letzten 9 Jahre 30,000 Tha⸗ ler. Außerdem verpflichtete sich der Pächter einen Kursaal und ein abgesondertes Gebäude zur aus⸗ schließlichen landesherrlichen Benutzung, mit einem Kostenaufwand von 325,000 Thaler zu erbauen, ferner für Park- und Garten-Anlagen 150,000 Thaler zu verwenden, sowie überdies noch zur Umwandlung des sogenannnten Teichhauses in einen Vergnügungsort mit Kaffeehaus und Re— stauration 25,000 Thaler. Nach Ablauf der 24jährigen Pachtzeit sollen alle ausgeführten und erworbenen Gebäude und Anlagen mit Grund und Boden, desgleichen alles Zubehör, sowie auch sämmtliches vom Pachter angeschafftes Mobiliar (mit Ausnahme der Spieltische) in das volle Eigenthum des kurhessischen Staats ohne irgend welche Entschädigung übergehen. — Ueber den Stand unserer Eisenbahnfrage berichtet die„Hessische Landeszeitung“ daß S. K. H. der Großherzog den Verkauf der so hoch ren— tirenden Main-⸗Neckar⸗Bahn nicht mit dem Inte— resse des Landes vereinbar finde und daß dem Ministerium die Erklärung zugegangen sei, er werde dem Verkaufe dieser Bahn seine Zustimmung nicht ertheilen. Dagegen soll der Landesherr den Willen geäußert haben, daß der Ausbau des hes— sischen Bahnnetzes keinen weiteren Aufschub erlei⸗ den möge und demgemäß befohlen, daß alsbald von dem Ministerium eine Vorlage zu machen sei, durch welche die Mittel und Wege, wodurch der— selbe zu bewerkstelligen wäre, angegeben seien. — Das„Frankfurter Journal“ schreibt:„Ob⸗ gleich den Postbeamten vor beiläufig vierzehn Tagen die Weisung zugegangen, bis zum 1. August die Uniform der preußischen Postbeamten anzulegen, ist hierüber anscheinend doch noch nicht definitiv entschieden, da von Seiten des Großherzogs bis jetzt die Ratification des Vertrags noch nicht er- folgt ist.“ Die Redackion der„Hessischen Volks⸗ blätter“ macht dazu folgende Bemerkung: Wie wir aus guter Quelle zu wissen glauben, ist es Preußen, das schon längere Zeit den Vertrag zur Ratisication in Händen hat, ohne ihn bis jetzt zu ratifictren. — 2. August. Die II. Kammer setzte heute zunächst die Berathung über den Hauptvoranschlag der Staatsausgaben fort. Gelegentlich des Po⸗ stens:„Einnahmen aus Stempel“ kommt ein Ge⸗ setzts⸗Entwurf, die Stempelabgaben in Rheinhessen betreffend, zur Berathung und wird mit einigen vom Ausschuß beantragten Aenderungen angenom- men.— Die Kammer ertheilte sodann dem Ge— setzesentwurf, betreffend die Erhebung einer Abgabe von Salz, ihre Zustimmung.— Weiter beräth die Kammer über die Recommunication des an- deren Hauses, die Militär-Convention und den Allianzvertrag mit Preußen betreffend. Die Kam⸗ zu beharren und eine gemeinsame Adresse, in wel ⸗ cher die Verschiedenheit der beiderseitigen Auffas⸗ sung hervorzuheben ist, nicht zu erlassen.— Für Ankauf von Militärpferden werden 33,000 fl. ver⸗ willigt. — Die deutschen Irrenärzte werden ihre dießjährige Generalversammlung am 16. und 17. September zu Heppenheim abhalten und steht ein zahlreicher Besuch derselben in Aussicht. — Prinz und Prinzeß Ludwig sind nach längerem Aufenthalt in England hierher zurück⸗ gekehrt, um nach ganz kurzem Aufenthalte sich zu einer Badekux nach der Schweiz zu begeben. * Friedberg. Durch Erlaß Großherzog— lichen Ministeriums ist Herr Regierungsrath Trapp mer beschlieht, auf ihren früher gefaßten Beschlüssen machen. dahier für die bevorstehenden Reichstagswahlen zum Director des zweiten Wahlkreises ernannt worden. Ueber den Tag der Wahl ist noch keine Bestimmung getroffen. * Friedberg. Das aus Officieren, Unter- officieren und Soldaten der vier Infanterie-Regi⸗ menter zusammengesetzte Lehr-Bataillon ist nunmehr formirt und wird das Exercitium unter Leitung eines preußischen Oberstlieutenants wäh—⸗ rend cirea 14 Tagen in Darmstadt stattfinden. * Friedberg. Durch Reseript Großherzog⸗ lichen Ministeriums wird für den 1. October d. J. eine weitere Aushebung von 1280 Recru— ten aus der Musterung 1866, als Fortsetzung der am 1. April d. J. erfolgten, angeordnet. Es ist hierbei die Stellvertretung in der bisherigen Weise noch erlaubt. 6 Preußen. Berlin. Der„Staatsan⸗ zeiger“ enthält einen von den Ministern v. Mühler und zur Lippe gegengezeichneten königlichen Erlaß! vom 14. Juli, durch welchen Graf Bismarck zum Bundeskanzler ernannt wird, und ferner eine Verordnung vom 26. Juli, welche das Erscheinen von Bundesgesetzblättern des norddeutschen Bundes verfügt. — Die erste Nummer des Bundesgesetzblattes ist erschienen. Es enthält ein Publicandum des Königs aus Ems vom 26. Juli: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von Preußen ꝛc., thun kund und fügen hiermit im Namen des Norddeut⸗ schen Bundes zu wissen: Nachdem die Verfassung des Norddeutschen Bundes von Uns(folgen die Namen wie im Einleitungs Paragraphen der Bundesverfassung bis zum Worte Hamburg) mit dem zu diesem Zwecke berufenen Reichstage ver⸗ einbart worden, ist dieselbe im ganzen Umfange des Norddeutschen Bundesgebietes wie folgt(siehe Bundesverfassung) unterm 25. Juni verkündet worden und hat am 1. Juli Gesetzeskraft erlangt. Indem Wir dies hiermit zur öffentlichen Kenat⸗ niß bringen, übernehmen Wir die Uns durch die Verfassung des Norddeutschen Bundes übertragenen Rechte, Befugnisse und Pflichten für Uns und Unsere Nachfolger in der Krone Preußen. Wir befehlen, dieses Publicandum durch das Bundes⸗ gesetzblatt zu veröffentlichen. Urkundlich unter ꝛc. Wilhelm. Gegengez.: Bismarck. f — August Böckh, Professor der Geschichte an der hiesigen Universität, ist am 3. ds. gestor⸗ ben. Der Verblichene, der am 15. März d. J. unter allgemeiner Theilnahme sein 60 jähriges Doctorjubiläum beging, hat das hohe Alter von fast 82 Jahren erreicht. Ems. Graf v. d. Goltz, der preußische Gesandte in Paris, ist dahier eingetroffen und hat mit dem König conferirkt. Auch Graf Bis“ mark wird erwartet. he wos si Baden. Ueber die wegen der einzuführen⸗ den Tabakssteuer unter den Tabakspflanzern herr⸗ schende Stimmung gibt die„Bad, Ldsztg,“ folgende Nachricht: Auf einer Reise an der Bergstraße, wo viel Tabak gepflanzt wird, hat man die über⸗ zeugende Erfahrung gemacht, welche große Miß⸗ stimmung die Tabakssteuer erzeugt. Sie sagen: „Wenn wir uns schließlich in das Unabänderliche fügen müssen, so steht uns doch wenigstens noch so viel ftei, daß wir unser Eigenthum behauen können, womit wir wollen, und daß wir al ann aber keinen Tabak mehr bauen, das liegt wohl auf flacher Hand!“ So werden es noch Viele 1 3—ͤ— Heidelberg, Die„Karlsruher Zeitung“ bringt die Ernennung des Professors Dr. v. Treitschke in Kiel zum ordentlichen Professor der Geschichte in Heidelberg. Schweiz. Der von dem internationa- len Friedens-Congresse ergangene Aufruf lautet: 0 „Ju Erwägung, daß die Herstellung und Aufrecht⸗ erhalkung des allgemeinen Friedens eine der ersten Pflichten und Interessen der Nationen ist; daß dieses Ziel nicht anders erreicht werden kann, als durch die Conföderation der Völker, welche untrennbar ist von ihrer politischen, Emancipation; in Erwägung, daß der Frieden ebenso noth⸗ wendig aus der Freiheit enwächst, als der Krieg aus der Unterdrückung; in Erwägung, daß in Ermangelurg eines internauonalen Rechtes, welches zugleich den Frieden und die Freiheit sichert, das einzige Mittel, den Uebeln und — 2 2 2 — 2 2 lied der pre Hugo; Si Schiff aus MAmold Nah diner; J. aus Schwert mobiseriscer Dr. Nauwer Welder, Frank Kaisers N zwischen de Minister w D de nimmt nun verloren ha von 40,006 der Fremde ungen zuri Denz des Kaifer⸗ Du dan wird u Se es heiß, d sich einzufn lcherweise Napolenn Belg Kaiserft Belgier i woselhst de 1b 19 hingen. Di schealiches saß sehr die dert, alt f Irrenarzee dun d 1 Ain d. 60 Habriget 0 Alter ver 1 preußisch moßen un! Stef B 10 ab- * herr selgendt ergttaß 1 dit Udet drokt Ni Verbrechen der Eroberungs- und Angriffskriege vorzu⸗ beugen, nur gesucht werden soll und kann in der freien, dauernden und öffentlichen Vereinigung der Bürger jeder Natlon, welche die Großartigkeit dieses Werkes erkennen und dessen Verwirklichung wirksam anstreben: fordern die Unterzeichneten zur Bildung eines internationalen Friedens⸗ congresses auf, dessen erste Sitzung am 9. September 1867 in Genf eröffnet werden soll und dessen Zweck sein wied, in allen Ländern durch alle Mittel, welche den Mitgliedern zur Verfügung stehen, für Gründung und Aufrechthaltung der Freiheit, des Rechtes und des Friedens in Europa zu sorgen. Sie beschließen, daß es, um Mitglied des Congresses zu sein, genügt, sich zu unterzeichnen und einen oder mehrere Beiträge von 25 Centimes(7 kr. oder 2 Sgr.) beizusteuern. Sie laden alle Freunde der freien Demo— kratie ein, daran Theil zu nehmen, und sich persönlich dazu einzufinden oder vertreten zu lassen. Genf, 6. Juli 1867. Für das provisorische Centralcomite: Der Secretär: C. Menn.“ Von bekannten Namen haben ihre Bethei— ligung bereits zugesagt: Achard; Louis Blanc; Dolst aus Florenz; Julius Favre; Garibaldi; Carl Grün aus Heidelberg; A. Lacroix, Bug- händler; Lavertujon, Redacteur; Mauro Macchi, Mitglied des italienischen Parlaments; Stuart Mill; P. Prévost; Sandon; Albert, vorm. Mit- glied der provisorischen Regierung; Carnot; Victor Hugo; Simon von Trier; Seinguerlet; Prof. Schiff aus Florenz; Armand Gögg; Al. Herzen; Arnold Reinach; Karl Vogt; Werthheimer, Rab⸗ biner; P. Dolgorukow; G. D. Hardegg; Demmler aus Schwerin; Olshausen, vormals Mitglied der provisorischen Regierung von Schleswig-Holstein; Dr. Nauwerk; Dr. A. Ladendorf; Geh. Rath Welcker. Frankreich. Paris. Die Reise des Kaisers Napoleon nach Salzburg erfolgt zwischen dem 16. und 18. d. M. Keiner der Minister wird den Kaiser begleiten. — Der Besuch der Pariser Ausstellung nimmt nun ab, nachdem sie den Reiz der Neuheit verloren hat; im Durchschnitt wird sie täglich von 40,000 Personen besucht. Im Ganzen ist der Fremdenverkehr hinter den gehegten Erwar- tungen zurückgeblieben. — Französtsche Blätter melden, daß die Abreise des Kaisers auf nächsten Montag festgesetzt ist. Die gesammte kaiserliche Familie von Oesterreich wird in Salzburg versammelt sein, wo auch, wie es heißt, Herr v. Metternich Befehl erhalten hat, sich einzufinden. Es wird auch gesagt, daß mög; licherweise der König von Preußen den Kaiser Napoleon nach Ems einladen würde. Belgien. Brüssel. Die unglückliche Kaiserin Charlotte ist mit der Königin der Belgier im Schlosse zu Tervuren eingetroffen, woselbst der aus Ostende herübergekommene König und der Graf v. Flandern dessen Schwester em⸗ pfingen. Die verwittwete Fürstin, deren herbes, schreckliches Loos allgemeines Mitgefühl erregt, sah sehr bleich aus, hat sich aber weniger verän⸗ dert, als man erwarten könnte. Der belgische Irrenarzt, Dr. Bülkens, hofft bestimmt, die Für⸗ stin zu heilen. Die unglückliche Fürstin weiß nun, daß ihr Gemahl todt ist, jedoch ist ihr nicht bekannt, daß er erschossen wurde. England. London. Zwei Dampfer, welche die Regierung den in den Eiemassen des weißen Meeres N Kauffahrern zu Hülfe gesandt hatte, die Brenda und der Montezuma, sind, ersterer nach England, letzterer nach Schott⸗ land, zurückgekehrt. 132 britische Matrosen, aus drohender Lebensgefahr gerettet, kehrten mit ihnen in die Heimath zurück. Im weißen Meere sind 64 Schisse von den Mannschaften verlassen worden; 14 derselben wurden nachträglich in Sicherheit ebracht, die übrigen 50 aber sind untergegangen. er 18. und der 19. Juni waren die schlimmsten Unglückstage, denn nicht weniger als 250 Fahr- zeuge lagen im Eise eingeklemmt. 330 Seeleute haben sich nach Archangel gerettet, darunter etwa 100 Engländer und die übrigen meist Norweger. Darmstadt. Der Großh. Salzmagazinsverwalter Mar loff ist auf sein Nachsuchen in Ruhestand versetzt worbͤn. Schon 1853 wurde ihm von dem Großherzog, bei Gelegenheit seines 50jährigen Amtsjubiläums, das itterkreuz J. Classe Philipps des Großmülthigen verliehen Der noch füstige Greis ist einer der wenigen Veleraalen, der außer vier Feldzügen auch die Campagne in Rußland mitgemacht hat. Darmstadt. Ein Geschäftsmann aus Messel bei Darmstadt, der bedeutend überschuldet sein soll, hat das Weite gesucht. Wie verlautet, soll der selbe Wechsel im Gesammtbetrag von über 10 000 fl. gefälscht und die bevorstehende Entdeckung dieses Vergehens zunächst seine Flucht veranlaßt haben. Ems. Vor einigen Tagen starb dahier der bekannte de Wellens, Direktor der Spiele in den Taunnsbädern, an den Folgen eines zweiten Schlaganfalles. Der erste hatte ihn hier vor einigen Wochen auf offener Straße ereilt. Würzburg. Die unterfränkische Regierung warnt die Bierbrauer ihres Regierungsbezirks unter Androhung richterlicher Einschreilung vor Anwendung des von Aug. Sigerist in Mengen als Malzsurrogat angepriesenen Malzzuckers nebst Biercouleur, sowie dessen Geheim— mittel zur Wiederherstellung saurer und verdorbener Biere. In Malta herrscht gegenwärtig eine Hitze, wie sie seit 20 Jahren nicht vorgekommen. Admiral Kelett gab den österreichischen und russischen Offizieren ein Bankett, wobei die Temperatur so hoch war, daß die nicht brennen⸗ den Wachskerzen auf dem Tische buchstäblich vor Wärme schmo'zeu. Einer der Anwesenden, der zweimal im Juli die Wüste durchzogen, erklärte die Hitze für größer, als er sie dort jemals gefunden. 4% Falsche preußische Banknoten von 10 Thaler. Die Königl. Bankcommandite in Glogau hat ein solch gefälschtes Werihzeichen am 18. d. M. ange⸗ halten. In der Schweiz ist man einer Fälschergesellschaft auf die Spur gekommen, welche fast in allen Hauptstädten ihre Helfershelfer hat. Vor lurzem soll dieselbe nicht weniger als 200,000 falsche Napoleonsd'or fabricirt haben, die den echten auch im Gewicht täuschend ähnlich sind, und die sie jetzt in Umlauf zu setzen sucht. Greuben⸗Unglück. Aus Mährisch⸗Ostrau, 29. Juli. Auf der Rothschild'schen Steinkohlengrube „Tiefbau“ hat sich(wie bereits in voriger Nummer d. Bl. gemeldet) heute Nachmittag 3 Uhr ein schreckliches Unglück ereignet. Die schlagenden Weiter haben sich entzündet, während die gesammte Mannschaft in der Grube beschäftigt war. Die Anzahl der in der Grube befindlichen Arbeiter wird auf 100 Mann angegeben. Die Wetterleitung ist zerstört, das Dach des Maschinengebäudes durch die Kraft des Luftdruckes abgehoben, die Zimmerung in den Strecken niedergerissen, die Strecken verbrochen, die Schachzimme⸗ rung gleichfalls zerbrochen, das Einfahren in den Schacht unmöglich. Abends 8 Uhr: Der Fahrschacht noch un⸗ brauchbar. Die Leitung in dem ausgemauerten Förder— schachte so weit hergestellt, daß man mittelst Förderschale einfahren kann. Um 9 Uhr: 26 Personen herausgeschafft; davon 12 lebend, 12 tobt. Das Vordringen in den ver⸗ brochenen Strecken ist äußerst beschwert und gefährlich. Nachts 11 Uyr: 50 Personen zu Tage gefördert; davon 30 noch am Leben, zum Theil gräßlich verstümmelt, 20 todt. Die Nettungsversuche werden fortgesetzt. Auch die Venti⸗ lation ist wieder nothdürftig bergestellt. Das Entzünden der Ease soll durch eigenmächtige, den Bergleuten dort streng untersagte Sprengung mittelst Schießpulvers ver⸗ anlaßt worden sein. Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent. Das Hamburger Postdampfschiff„Germania“, Capt Schwensen, welches von New⸗York am 20. Juli abging, ist nach einer ausgezeichnet schyellen Reise von 10 Tagen 4 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Fraukreich be— stimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe bringt 108 Passagiere, 1000 Tons Ladung, 87200 Dollars Con⸗ tanten und 13 Briefsäcke. Das Bremer Postdampsschiff„Hansa“, Capt. K. v. Oterendorp, welches am 18. Juli NewYork verließ, ist nach einer schnellen und glücklichen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Pas⸗ sagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen sortgesetzt. Dasselbe bringt 75 Passagiere, volle Ladung und 300000 Dollars Contanten. Schiffsnachrichten. Mitgetheilt von Che. Hecht in Friedberg, Spec. Agent. Angekommen in New-Mork: Am 9. Juli Dampfer„Ottawa“ von Antwerpen, 14 Tage. Am 10. Juli Dampfer„Atalanta“ von Havre, 15 Tage. Am 25. Juli Dampfer„Bremen? don Bremen, 13 Tage. Am 29. Juli Dampfer„Borussia“ von Ham⸗ burg, 16 Tage. Segelschiff„Scranton“ von Antwerpen. Segelschiff„Jamesfsoster“ von Liverpool, Für die Hinterlassenen der verun⸗ glückten Lugauer Bergleute sind weiter folgende Gaben bei uns eingegangen: von den Beamten und der Knappschaft der Saline Nauheim 35 fl. 39½ kr.— Von den Bediensteten und Arbeitern der Grube„Wilhelmshoffnung“ bei Dornassenheim 13 fl. 32 kr., zusammen 49 fl. 11%½ kr. In Summa bis jetzt eingegangen 91 fl. 24½ kr. Weitere Gaben werden mit bestem Dank angenommen. Die Red. Friedberg, 3. August. Wir sind in der erfreu⸗ lichen Lage, die Mittheilung machen zu können, daß so⸗ eben der letzte unserer Reconvalescenten das Seminar verlassen hat, um in seine Heimath zurückzukehren. Damit haben Gottlob die seit 4 Wochen in unserer Anstalt bestandenen Maßregeln und Einrichtungen bezüglich der Krankenpflege ihr Ende erreicht. Zugleich können wir, gestützt auf amtliche Mit- theilungen von competentester Seite her, die Ver— sicherung geben, daß die bedauerlichen Krankheits- erscheinungen in hiesiger Stadt in raschem Ab— nehmen begriffen und die in den letzten Tagen durch entgegengesetzte Nachrichten öffentlicher Blätter auswärts aufs Neue erregten Besorgnisse durch die Thatsachen nicht gerechtfertigt sind. Steinberger. Oeffentliche Erklärung. Schon mehrfach sind in öffentlichen Blättern und so erst kürzlich in einem, aus der„Main⸗ zeitung“ in die Beilage zu Nr. 212 des„Frank⸗ furter Journals“ übergegangnen Artikel Berichte erschienen, welche in äußerst übertriebener und entstellender Weise die in hiesiger Stadt in der letzten Zett vorgekommenen Krankheitserscheinungen besprochen und durch Verschweigung des wahren Sachverhalts nur geeignet waren, das Publikum zu beunruhigen und den Verkehr zu hemmen. Thatsache ist allerdings, daß seit Anfang Juli in Friedberg verschiedene Erkrankungen an gastrischem, gastrisch-nervösem Fieber und am Typhus vor- gekommen sind, daß vorzugsweise das nun schon seit längerer Zeit geschlossene Seminar sowie das Militär-Hospital weniger die Stadt selbst, hiervon heimgesucht war;— Thatsache ist aber auch, daß die Krankheit durchaus keinen bösartigen Charakter hatte, daß nach amtlichen Notizen am 31. Juli nur eine verhältnißmäßig geringe Anzahl meist Leicht⸗ erkrankter, vorhanden war und wir seit Beginn der Krankheit nur 9 Todesfälle zu beklagen haben. Sämmtliche erkrankt gewesene Seminaristen sind mittlerweile in ihre Heimath abgereist; im Militär- Hospital hat seit dem 16. v. M. ein neuer Zu⸗ gang nicht stattgefunden. Bemerkenswerth dürfte noch in Bezug auf das Militär ⸗Hoepital sein, daß in demselben die Kranken aus den drei Garnisonen Friedberg, Offenbach und Butzbach Aufnahme finden, und daß bei dem gegenwärtigen sehr hohen Dienststand die Gesammtzabl aller Kranken nicht mehr als 40 beträgt. Dies zur Steuer der Wahrheit und hoffen wir zur Beruhigung des Publikums! Die verehrl. Zeitungs- Redactionen werden gebeten, von vorstebender Erklärung gefälligst Notiz nehmen zu wollen. Fried berg, den 4. August 1867. Wee Friedberg. . V. d. B. Der Großherzogliche Beigeordnete Foucar. 1700 Wenn in gesundheitlicher Beziehung ein Mittel verdient, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, so ist es in der That die Bruchsalbe des Herrn Gottlieb Sturzenegger in Herisau, Kant. Appenzell. Schweiz, — gegen Unterleibsbrüche. Sie verdient dies aus zwei Gründen,— einmal, weil dieselbe in weitaus den meisten Fällen die Brüche, die nur ohne Operation zu heilen mög⸗ lich sind, obne jede Entzündung u. dgl. vollkommen heilt; zweitens weil unsers Wissen die ganze medieinische Wissen⸗ schaft zur Stunde noch kein Mittel gegen Unterleibsbrüche zu Tage gefördert.— Es ist deßhalb erfreulich, daß schon eine bedeutende Anzahl der Herren Aerzte die Praxis über die Theorie hinwegsetzen und in Anerkennung der wirklich vorzüglichen Eigenschaft der Sturzenegger'schen Bruch- salbe dieselben bei Unterleibsbrüchen verschreiben. Ein große Auswahl von sehr billigen 9 5 8 Bildern, zum Ausschmücken van Wirthalokalitäten geeignet, halten wir vorräthig, worauf wir die Besitzer von Gasthöfen aufmerksam machen. Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim. Jahrmarkt und Volksfest 1 1851 Sonntag den 23. dieses Monats wird markt, den zweiten blos Krämermarkt und den wieder abgehalten werden, Vilbel am 1. August 1867. Directe Hambutg Saxonia, . apt. Haack, Germania,„ Schwensen, 1 Die mit“* bezeichneten Passagepreise: Erste Cajüte preuß. Cour. Rthlr. Hamburg-Amerizanische Packetsahrt-Actiengesellschaft. Post⸗Dampfschifffahrt zwischen I und Uew-Hork 5 vermittelst der Post⸗Dampfschiffe— 8 am 10. Aug., Allemannia, Capt Meier, 17. Aug., Cimbria,“ Dampfschiffe laufen Southamplon nicht au. Vilbel. Dienstag den 20 und Mittwoch den 21, sowie den darauf folgenden und zwar am ersten Tage Vieh- und Krämer⸗ Sonntag ein Volksfest dahier auf den Wiesen wozu wir zu recht zahlreichem Besuche hiermit einladen. Großherzogliche Bürgermeisterei Vilbel Simon. — am 24. Aug. Trautmann,„ 31. Aug. 165, Zweite Cajüte preuß. Cour. Rthlt. 115, Zwischendeck preuß. Cour. Rthir. 60. Und zwischen Hamburg und Neu⸗Orleans, Bavaria, Capt. Meyer, am 1. October Teutonia, Passag preisen Ersie Cajute Pr. Crt. Rthir. 200, Capt. Bardua, am 1. November. Zweite Cajüte Pr. Ert. Rihlr. 150, Zwischendeck Pr. Crt. Rthlr. 60. 1852 Näheres bei Christ. Hecht, Spectal-⸗Agent in Friedberg. Eine äußerst interessante Ansicht der Stadt Friedberg, wohl mehrere hundert Jahre alt, wurde in sehr gelungener Photographie vervielfältigt und ist in in Bogengröße zu fl. 1. 43 7. Quart „Visitekartenformat Bindernagel 8 Schimpff. zu haben bei Friedberg. verschiedenen Formaten kr. 48„ 18„ Cdictal ladung. 1080 Barbara Launhardt von Ober Rosbach, am 15. Juli 1776 gedoten, Tochter des Johann Heinrich Launhardt und dessen Ehefrau, Anna Katparine, ged. Halderftadt, daselbß ist sett vielen Jahren abwesend. ohne daß über ihr Leben oder ihren Tod zlaubhafte Nachricht bierber gelangt ist. Auf Antrag ergebt an die gedachte Barbara Laun⸗ hardt, welche das 90. Lebensfahr überschritten haben würde, oder au deten Leibes, resp. Testamcuts-Erben hiermit die öffentliche Aufforderung, innerbald einer Frist von drei Monaten und spätefsens bis zum 15. August l. J. sogewiß in Selbstperson oder durch ge. berig Bevollmächtigte dabhter zur Empfangnahme ihres seliher euratorisch verwalteten Vermögens sich anzu⸗ melden, als außerdem die Barbara Launhardt für todt erklärt und deren Nachlaß den sich legitimirt habenden Erben ohne Caution überwlesen werden wird. Friedberg am 27. April 1867. Greßberzogliches Landgericht Friedberg. 3. B. d. L. Zimmermannx, Steinberger, Landgerichts ⸗Assessor. Landgerichts⸗Assessor. Bekanntmachung. 1815 Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Georg Wolf IV. von Wohnbach durch Verfügung Großherzoglichen Hofgerichts zu Gießen wegen Ber⸗ schwendung unter Turatel gestellt worden ist, und daß alle, mit ihm ohne Einwilligung der ihm beigegebenen Curatoren, Christtan Klein und Ludwig Wolf V. von Wohnbach, abgeschlossen werdenden Rechtsgeschäfte unverbindlich find. Hungen den 25. Juli 1867. Großherzogliches Landgericht Hungen 3. V. d. L. Pilger, Landgerichts⸗Assessor. Jaselochs⸗Versteigerung. 1854 Donnerstag den 8. Augußt d. J., Vormittags 11 Uhr, soll auf dem Rathhause dahier ein Jaselochs, sehr gut geeignet zum Schlachten, öffentlich meistbietend verstelgert werden. Dornassenheim den 4. August 1867. Großherzogliche 2 Dornassenheim a ck. Flaschen⸗Etiquette pr. 100 Stück 36 kr. bis zu 2 fl. 48 kr., bet Bindernagel& Schimpf. Edietalladung. 1850 Konrad Meier von Nauhelm beabsichtigt nach Amerika mit Familie auszuwandern Rechts an⸗ sprüche an denselben sind bipnen 4 Wochen bei Großh. Landgerichte Nauheim anzuzeigen, widrigenfalls die Entlassungsurkunde ertheilt werden wird. Friedberg den 26. Juli 1867. Großherzogliches Kreis amt Friedberg Ter a p p Bekanntmachung. 1836 Mittwoch den 21. August d. J., Morgens 10 Uhr, soll die im Orte Reichelsheim gelegene, dem Großh. Fiscus gebörige Hofraltbe, welche seither als Amts- dieuerwohnung und Gefängniß benutzt wurde, in dem Gasthause des Herrn Eon rad öffentlich an den Meist · bietenden versieigert werden. Das Anwesen besteht in einem zwelstöckigen Wohn bause nebst kleinem Stall und Hofraum in der sog. Heinftraße lt. Stockbuch Nr. 6857 6 Ruthen 59 Schuh und in einem Garten beim Haus lt. Stockbuch Nr. 6858= 1 Ruthe 82 Schuh grob. Die deßfallfigen Bedingungen können bei Bürger⸗ meifierei Reichelsheim und auf unserem Bureau ein- gesehen werden. Friedberg am 1. August 1867. . Rentamt Friedberg in de ck Bekanntmachung. 1853 Nächsten Donnerstag den 8. d. M.. Vormittags 11 Uhr, wird die dem Bäcker Konrad Meter dahier zustehende Hofralthe, bestehend aus Wohnhaus, Scheuer, Stallung, neuerbautem Backhaus mit neuem zur Stein⸗ koblenheizung eingerichtetem Backofen und Hofraum, sowie dret Morgen Ländereln auf hiesigem KNathhause nochmals öffentlich an den Meiftbietenden verstelgert. Nauheim am 2. August 1867. Großherzogliche Bürgermeisteret Nauheim A. d. Der Beigeoidnete vdt Schutt. billigen Preisen K. Friedrich neben der Post. Filet-Decken, 1725 die neusten und schönsten Muster, verkauft zu sehr 2 möblirte Zimmer 1855 find zu vermietben bei Anton Heck's Wittwe. Ein Logis, möblirtes Zimmer für einen einzelnen Herrn, beldes sogleich zu beziehen, hat zu vermiethen Wittwe Sieck. Ein kleines Logis 1856 hat zu vermiethen 5 Nikolaus Müller. 1813 Ein überflüssig gewordenes gebrauchtes Scheuer⸗ thor, eirca 12 Fuß hoch und 16 Fuß brett, ist um den dilllgen Preis von fl. 9. zu erhalten. sagt die Exped. d. Bl. unter Nr. 1813. Wo? 1814 Ein gebrauchter, aber im besten Qustande befind- l Ladenerker, bestebend in zwei Schaufenstern, jedes 5 Fuß breit, 10 Fuß hoch mit 10 großen Scheiben nebst einer zwei flügeligen Ladentbüre von 6 Fuß Breite und 10 Fuß Höbe, mit 8 großen Scheiben und messingenem Knebel. drücker, alles aus Eichenholz, ist billig abzugeben. Bei wem? sagt die Exped. d. Bl. unter Nr. 1814. 8 55 Pferde⸗Loose. statt findenden großen Verloosung von Pferden, Wagen ze. ie. Loose à fl 1. 48. oder Rthlr. 1. Frank furt a. M. G. Krämer, 2 Liebfrauenstraße 2 1778 in Gläsern à 15 und 24 kr., feinste Clycerin⸗ seife à 4, 6, S und 10 kr. bet H. Diehl in der Usagasse. Beuteltuch, 1848 in allen Gattungen wieder frisch angekommen bel Kümmich. Käse⸗ Oßerte. 5 1773 Emmenthaleec⸗, Schweizer ⸗„ Nahm: un Limburger⸗Käse eigener Fabrikation in der Schweiz und in Baiern empfehle ich bei Abnahme von mindestens 25 Pfund äußerft billig g 18 Reinhold Heydecke, Frankfurt a. M., Bräckhoffiraße Nr. 20. Kirchen buch san zzügt. Evangelische Gemeinde. Getrau te: Den 28. Jult. got ann Christlan Koch, hlelger Bürger und Kuͤfermeisser, Sohn des verft. bies. Bürgers Küfers und Bierbrauermelsiers Johannes Koch Schreinermeisters Franz Albrecht 1 f Den 1. Auguff. Karl Ebriflian Wilhelm Draudt, evangelischer verfl. evangelischen Pfarrers Ebristoph Heinrich Draudt und Margaretha Weckerling, Tochter das bies. Bürgers, Glasermeisters sowie Kirchen und Schulvorstebers Heinrich Weckerling. N Getaufte: Den 28. Jull. Ein unezelcher Sohn Ludwig El Frledrich Philipp geb., den 8. Juli. Beer d ig te: Den 31. Juli. 0 hiesigen Bürgers, Küfers und Bierbrauermelsters Philipp Heinrich Preußer. a 56 August. Philipp Söllner, ehel, led, Sohn des hies. Bürgers und Sellermeister Philipp Konrad Söllner, alt 31 Jahre, 2 Monate, 16 Tage, T den 31. Juli. 475 5 bn de Pfarrer zu d Auguf Verantw. Red.: Hermann Schimpf, ei Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. 1837 bestehend aus 4 Zimmern nebst Zubehör, sowie ein zweiflügelig, 1823 Zu der am 28. August d. J. empfiehlt Malacoff). Feinste Ochsenmarkpommade und Juliane Ruppel, Tochter des diesigen Otztgers und 0 Friedericke Auguste Ein todtgevornes Söhnchen des . r VIII Nil von Heer Muglichket z eben;— al 2. Reiterregi Mililärdiens maun v. Zan körperlicher E unter Verschl. den caraltenf Regiment zu' Gataklberistrten dum wufliche den Wiumesst corps, Con terisitten Y 4. Lehter ar Dr. Krätzing den seitherig mitprebiger! — und den Oernsheim zum Garniso den intetimiß Oberst Becker seten;— an Tragen folge 14 5 ver lieutenant und den Wicander⸗ d cee St. Vumeu.d Keim, Cemn Orden 1. C herrn v. Ge dem Ernere laus⸗Orden tanten v. — dem M — und den für den S. den vormal Heufrnant v. 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