2 1867. Dienstag den 3. September. 2 104. Anzeiger für Oberhessen. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Beureffend: Landwirihschaftlicher Unterricht, insbesondere die Ackerbauschule zu Friedberg. Land wirthschaftlicher Laubach den 29. August 1867. Fa terri cht. Nachdem der Ausschuß des landw. Vereins von Oberhessen im Büdget pro 1867 eine Summe von 1200 fl. zur Unterstützung landw. Unterrichts vorgesehen hat, aus der auch Stipendien an tüchtige, aber unbemittelte junge Landwirthe aus der Provinz, die den Winterkursus an der Ackerbauschule des Herrn Dr. Henkelmann zu Friedberg besuchen wollen, gewährt werden können, so bringe ich dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß derartige Unterstützungsgesuche bis längstens zum 1. Oktober d. J. hierher zu richten sind. Der Präsident des landwirthschaftl. Vereins von Oberhessen. Otto, Graf zu Solms-Laubach. Hessen Darmstadt. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 35 enthält: I. Gesetz, die Feststellung und Erhaltung der inneren Grenzen betreffend. 5 II. Gesetz, die Aufbringung der Keosten für das zur Erbauung von Eisenbahnen erforderliche Gelände betreffend. III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, Beitritt der Kaiserlich Russischen Regierung zur Genfer Convention betreffend. IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums ber Finanzen, den Verkehr zwischen dem Großherzogthum zessen und den angrenzenden Vereinsstaaten mit steuer⸗ flichtigen Gegenständen betreffend. V. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamtes Vorms, die Erhebung der Umlage für die israclitische Religionsgemeinde zu Worms für 1867 betreffend. VI. Bekanntmachung Großberzoglichen Kreisamts Schotten, die Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse ür die israelilische Religionsgemeinde zu Crainfeld, im Areise Lauterbach, für 1867 belreffend. VII. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Froßherzog haben allergnädigst geruht: am 12. Juli den JegierungsAccessisten Orth aus Griesheim— und den degierungs-Accessisten Spamer aus Wimpfen zu Kreis⸗ Tsessoren,— am 16. Juli den evang. Pfarrer zu Rein⸗ im Bernbard zum Decan des evang. Decanats Reinheim zr die Zeit bis zu Ende des Jahres 1870,— zu er⸗ knnen: am 20. Juli den Obersteuer⸗Protocollisten Jost segleich zum Secretär bei der Cabinetsgüter⸗Direction mit zm Amtstitel„Cabineisgüter-Secretär“ in dieser seiner (igenschaft zu ernennen;— am 26. Juli dem Schul⸗ drits⸗Aspiranten Aubel aus Wieseck die evang. Schulstelle u Albach zu übertragen; an demselben Tage den Feld⸗ bel im 4. Inf.⸗Reg. Möckel aus Darmstadt zum zweiten Endgerichtsdiener bei dem Landgerichte Ortenberg zu mennen;— am 28. Juli den von dem Hrn. Fürsten 1 Solms ⸗Braunfels auf die erste evang. Schulstelle zu Rünzenberg präsentirten Lehrer an der zweuen evang. Schulstelle daselbst, Metzler, für diese Stelle— und den un dem Hrn. Grafen zu Erbach-Fürstenau auf dte evang. echulstelle zu Ober⸗Fintenbach präsentirten Lehrer an der gang. Schule zu Hebstahl, Saal, für diese Stelle zu tätigen; am 30. Juli den Kanzlisten bei dem Hof⸗ drichie der Provinz Starkenburg Paul zum Kanzlei⸗ Mspector bei dem genannten Hofgerichte,— den Perquet⸗ hülsen des Ober⸗Staals-Anwalis bei dem Hofgericht or Provinz Starkenburg Paul aus Darmstadt zum sanzlisten bei dem Hofgericht der Provinz Starkenburg ernennen;— am 4 August den von sämmilichen Aeebescl Freiherrn zu Eisenbach auf die evang. Pfarrstelle „ Udenhonusen präsentirten Pfarramts⸗Candibalen Schufter n Lauterbach für diese Stelle zu bestäligen;— am 7 legust den Gerichte-Accessisten v. Zangen zu Darmstadi ann Megistrator bei dem Oberappellallons⸗ und Cassations⸗ Klichte zu ernennen. VIII. Versetzungen in den Ruhestand. Am W Juli er Portier auf der Station Bensheim der Main⸗Neckar⸗ enbahn Peter Hern,— am 3. August der Districts⸗ nehmer der Districtseinnehmerei: Fürth Hermann Aubolph wegen geschwächter Gesundheit temporär— und m 7. August der Registrator bei dem Oberappellations⸗ nd Cassationsgerichte L. Wittemann auf sein Nachsuchen. IX. Concurtenzeröffnungen. Erledigt sind: die vongelische Pfarrstelle zu Kelsterbach mit einem jährlichen balte von 1110 fl.; die evangelische Pfarrstelle zu Illersheum mit einem jährlichen Gehalte von 9885 fl. * kr.) dem Herten Fürsten von Solms-Braunfels steht 4 Präsentatlonsrecht zu bieser Stelle zu; die evang. ulstelle zu Hain⸗ Gründau mit einem Einkommen von (00 fl. und vier Stacken Holz zur Heizung des Schul⸗ Ao dem Herrn Fürsten zu Menburg- Büdingen steht a Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die zweite Umentar⸗Schulstelle zu Büdingen mit einem Gehalte von 300 fl. und sieben Stecken Holz zur Heizung des Schullocals; dem Herrn Fürsten zu Ysenburg-Büdingen steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die evang. Pfarrstelle zu Erbach mit einem jährlichen Gehalte von 1082 fl. 39 kr.; dem Herrn Grafen zu Erbach⸗ Erbach steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die evang. Schulstelle zu Beienheim mit einem Gehalte von 300 fl. nebst vier Stecken Holz zur Heizung des Schullocals; die evang. Schulstelle zu Zell mit einem Gehalte von 305 fl. 50 kr. und vier Stecken Holz zur Heizung des Schullocals; dem Herrn Grafen zu Erbach— Schönberg steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die Stelle eines Districtseinnehmers der Districts⸗ einnehmerei Färth, wofür eine Dienstcaution von 3000 fl. erfordert wird; concurrenzfähige Bewerber haben sich binnen 14 Tagen anzumelden. Darmstadt. schiedentlich als Brechdurchfälle auf und führten auch in einigen Fällen zum Tode, jedoch betrafen diese meist kleine Kinder oder ältere kränkliche Personen. So waren bis zum 17. August 64 Personen erkrankt gewesen und davon 12 ge⸗ storben. Von da an stieg die Zahl der Er— krankungen etwas rascher, die der Todesfälle aber unverhältnißmäßig, so daß in der Woche vom 17. bis zum 25. August 10 und darunter kräftige, sonst gesunde Personen starben; in einzel- nen Fällen erfolgte der Tod sehr rasch, in einem sogar nach kaum Sstündigem Kranksein. Die Krankheit zeigte somit eine entschiedene Bösartig⸗ Laut Bekanntmachung des keit, Verlauf und Erscheinungen nahmen vollständig Großherzoglichen Kreisamts Darmstadt vom 28. den Character der asiatischen Cholera an und auch ds., Vorsichtsmaßregeln gegen die Cho⸗ die Leichenerscheinungen boten das characteristische lera betreffend, hat sich die Zahl der Cholera- Bild dieser Krankheit dar. Im Ganzen find nun Erkrankungen in Gernsheim seit vermehrt. und der zwischen derselben und der hiesigen Stadt bestehende vielfache Verkehr die Gefahr des Ein— schleppens der Krankheit von dorther sehr nahe legen, so sieht die genannte Behörde sich veranlaßt, die im verflossenen Jahre angeordnet gewesene Maßregel der Des infection der in den Häu— sern, beziehungsweise Wohnungen befindlichen Ab— tritte und Abtrittsgruben zu erneuern und die hiesigen Einwohner aufzufordern, sogleich mit dieser Desinfection zu beginnen und dieselbe von 8 zu 8 Tagen fortzusetzen. Zur Desinfection einer Grube von gewöhnlicher Größe sind ent— weder 12 Pfund Eisenvitriol, in 30 bis 35 Maas Wasser aufgelöst, oder 36— 40 Pfund Chlorür⸗ lauge zu nehmen. — Am 28. und 29. August kam die Anklage wegen Gewaltthätigkeit, in dem Schlosse des Ritt— meisters v Dorth in Neckarsteinach, vor länger als Jahresfrist verübt, in der Appell⸗Instanz bei Groß— herzoglichem Hofgerichte zur öffentlichen Verhand- lung. Am ersten Tage füllte der Vortrag des Referenten den Vormittag aus, des Mittags wur⸗ den die Angeklagten vernommen. Am Vormittag des zweiten Tages wurden die Zeugen vernommen, um 11 Uhr begann das Plaidoyer, das bis 2 Uhr währte. Die Verkündigung des Urtheils wurde auf Freitag den 6. September vertagt. — Ueber den Stand der Cholera in Gerns— heim berichtet die„Darmstädter Zeitung“: Be- kanntlich herrschte in Gernsheim im Frühjahre und theilweise im Sommer vorigen Jahres die Cholera und forderte unter 89 Kranken damals 8 Opfer. Im Herbste und Vorwinter schien die Krankheit erloschen, dagegen traten bereits in den ersten Monaten dieses Jahres gastrische Erkran— kungen, besonders Katarrh des Magens und Darm- kanals auf, die hier und da auch mit Erbrechen und Durchfall verbunden waren, jedoch gutartig verliefen. Im Anfang Juli nahmen diese gastri- schen Erscheinungen an Häufigkeit zu, traten ver- 5 it wenigen erkrankt gewesen 105 Personen, davon gestorben Tagen um 17 und die der Todesfälle um 122. Da die Nähe der Stadt Gernsheim die energischsten und umfassendsten Maßregeln er— Den Bemühungen der Sanitätspolizei, die griffen, wird es hoffentlich gelingen, eine größere Verbreitung der Krankheit zu verhindern. Möge der nächste Wochenbericht ein baldiges Erlöschen derselben erwarten lassen. Ob dieselbe durch eine neue Einschleppung hervorgerufen worden oder eine Fortdauer, beziehungsweise ein Wiederausbruch der vorjährigen Epidemie ist, deren Keime sich erst nach dem schnellen Sinken des monatelangen hohen Standes des Rheines und Grundwassers rasch zu entwickeln und geltend zu machen ver⸗ mochten, darüber fehlen bestimmte Anhaltspunkte, jedoch scheint die letztere Entstehungsweise nach den bis jetzt gemachten Wahrnehmungen die wahr— scheinlichere. * Friedberg. Bei der am 31. August vorge⸗ nommenen Wahl eines Abgeordneten zum Reichstage gaben in hiesiger Stadt von 729 Wahlberechtigten 80 ihre Stimmen ab, sage achtzig, von welchen 79 auf A. Wendel von Butzbach fielen. Dr. Oppenheimer in Berlin hatte eine Stimme. Preußen. Berlin. Der bekannte Sta⸗ tistiker Dr. Otto Hübner hat sich in einem Wahl- Programm über die augenblickliche Lage Preußens folgendermaßen ausgesprochen:„Das Volk ist bereits überlastet. Außer den Waffen- fabriken liegen beinahe alle Gewerbe darnieder, um jedes kleine Amt bewerben sich Hunderte von Hungrigen, in den Städten wächst die Zahl der leer stehenden Wohnungen und der Bewohner, welche keine Miethe bezahlen können. Güter und Häuser kommen massenhaft zur Subhastation, die Armenanstalten sind von verkrüppelten Siegern und Arbeitslosen belagert, das Vertrauen zu Ge— genwart und Zukunft fehlt überall, und in das Budget des Aermsten dringt die Wahrnehmung, daß er für die Dienste des Staats bereis mehr bezahlt, als sie werth sind.“ Das Alles paßt nun nicht allein auf Preußen, das paßt auf fast alle Länder Curopa's! Die offieiösen preußischen Blätter selbst bringen übrigens die bezeichnende ä————————. 5 — ̃—.——— Ne Thatsache, daß mehr als dreihundert Gesuche um Anstellung beim Bundeskanzler-Amt eingegangen sind, darunter über hundert von existenzlosen Kauf— leuten und Oeconomen. — Dem„Temps“ wird von Berlin gemeldet, daß die schon früher besprochene Zusammenkunft des Königs von Preußen mit den süddeutschen Souveränen, wenigstens den Königen von Bayern und Würtemberg und dem Großherzog von Ba— den, am 6. oder 8. September in Baden-Baden stattfinden solle und der Großherzog von Baden es übernommen habe, seine süddeutschen Nachbarn dafür zu gewinnen. — Der Vertrag zwischen Preußen und Wal⸗ deck, durch welchen letzteres gleichsam seine Sou- veränität an Preußen abtreten wird, soll bereits am 1. October d. J. in Kraft treten unter nach⸗ träglicher Genehmigung des waldeckischen und reußischen Landtages. 105 9 5 r des Marineministeriums Ge⸗ neral Rieben, hat die nachgesuchte Dienstent⸗ lassung erhalten und ist mit Pension zur Dispo⸗ sition gestellt; einstweilen wird Contre-Admiral Jachmann sein Nachfolger. 5 — Wie verlautet, soll der Norddeutsche Reichstag spätestens am 15. September eröffnet werden. — Die neuesten Blätter bringen von vielen Orten das Resultat der Wahlen zum Reichstag. Wir erwähnen von diesen nur die Wahlen von Berlin, welche alle im Sinne der Fortschritts⸗ partei ausgefallen sind. Es sind gewählt: Dr. Löwe(Calbe,) Waldeck, M. Wiggers, Runge, Franz Duncker und Schulze⸗Delitzsch. Frankfurt. Die Frankfurter Zeitung wurde am 29. August in den öffentlichen Localen und auf der Post mit Beschlag belegt, auch die Form der Presse versiegelt. Das uns zugekom⸗ mene Exemplar enthält zwei anständige Censur⸗ lücken, wie sie weiland Anfangs der vierziger Jahre nichts Neues waren. Jetzt schreiben wir 1867. Bayern. München. Nachrichten aus München bezeichnen als Hauptpunkt des neuen Militär gesetzentwurfes folgendes: die Wehr pflicht ist eine allgemeine, das Loos entscheidet nur über die Priorität in der Einübung der Waffen. Diejenigen, welche an unwesentlichen Gebrechen wie Satthals, Kurzsichtigkeit u. dergl. leiden, werden ihrer Wehrpflicht nicht entbunden, sondern haben in Kanzleien, Lazarethen und Werkstätten Dienste zu thun; nur absolute Krüppel, die Söhne der Standesherren, Geistliche und die Söhne solcher Eltern, die schon mehrere Söhne im Feld verloren haben, sind von der Dienstpflicht ausgenommen. Im Falle eines Krieges wird alle streitbare Mannschaft bis zum 32. Lebensjahre aufgeboten. — Der deutsche Juristentag hat sich mit Ein⸗ stimmigkeit für Aufhebung der Wuchergesetze ausgesprochen. Baden. Die Universität Heidelberg hat eln neuer harter Schlag getroffen. Geheimerath Dr. Mittermaier ist am 28. August in dem hohen Alter von beinahe 81 Jahren verschieden. Der Verstorbene war 1787 in München geboren, wurde im Jahre 1811 Professor in Landshut, folgte 1819 einem Rufe nach Bonn und gehörte seit 1821 der Hochschule zu Heidelberg als eines der anerkanntesten und berühmtesten Mitglieder der juristischen Facultät an. Oesterreich. Im Gemeinderath von Wien hat Joseph Huber folgenden Antrag in der Concordatsfrage eingebracht:„Der löbliche Ge⸗ meinderath wolle dem hohen Abgeordnetenhause durch eine Adresse bekannt geben, daß die Ver⸗ treter der Stadt Wien den drei Gesetzentwürfen, vie der confessionelle Ausschuß am 19. v. M. dem hohen Hause vorlegte und von letzterm mit großer Majorität angenommen wurden, vollkommen beipflichten, und daß der hohe Reichsrath dahin wirken wolle, daß im allgemeinen Interesse des Reichs die gänzliche Beseitigung des Concordats durchgeführt werde.“ Der Antragsteller bezeichnet das Concordat als die Ursache der vaterländischen Misére in jeder Richtung und citirt zum Schlusse die Worte des frühern Erzbischofs Milde, der, als ihm das Concordat vorgelegt wurde, sagte: Diesen Vertrag empfehle ich nicht, das wäre ein Verrath an Kaiser und Vaterland. Baeck be⸗ zeichnet das Concordat als den Fluch, der auf Oesterreich lastet, es installire eine Regierung in der Regierung. Von einem Aufschwunge der Volksbildung könne nicht die Rede sein, so lange Oesterreich der Concordatsstaat bleibe. Steudel wünscht den Antrag dahin präcisirt,„der Gemeinde rath beschließe, es sei eine Petition an den Reichs; rath zu richten, um die gänzliche Beseitigung des Concordats zu erwirken, und die erste Section ist zu beauftragen, diese Petition binnen acht Tagen vorzulegen.“ Dieser Antrag wurde fast einstim⸗ mig angenommen. Schweiz. Dem am 9. September d. 8. in Genf zusammentretenden internationalen Friedene⸗ congreß werden folgende Fragen vorgelegt werden. 1) Ist die allgemeine Herstellung und Sicherung des Friedens, nach welchem die Menschheit sich sehnt, als nach dem Endziel der Civilisation, vereinbar mit jenen großen Militärmonarchien, welche die Völker ihrer lebenskrästigßen, kost⸗ balten und darauf ausgehen, die kleinen Staaten f* 8 94 75 1 4 barsten Freiheiten berauben, gewaltige Heere unter⸗ zu Gunsten despotischer Centralisationen zu unter⸗ drücken? Oder gibt es eine andere Lebensbedingung eines dauernden Friedens zwischen den Nationen als die Freiheit jedes einzelnen Volks und in ihren internationalen Beziehungen die Errichtung einer Conföderation freier Demokratieen, welche die ver⸗ einigten Staaten Europas bilden? 2) Welches sind die Mittel, diese Conföderation der freien Völker anzubahnen und zu beschleunigen? Wir müssen zurückkehren zu den großen Prinzipien der Revolution, welche endlich zur Wahrheit werden sollen; wir müssen sämmtliche individuellen und politischen Freiheiten wiedererlangen, an jegliche sittliche Thatkraft appelliren, das Bewußtsein wecken, den Volksunterricht verbreiten; die Vorurtheile der Race, der Nationalität, der Sekte, des Militär⸗ geistes u. s. w. müssen zerstört, die stehenden Heere aufgehoben, die ökonomischen Interessen durch die Freiheit in Uebereinstimmung, die Politik mit der Moral in Einklang gebracht werden. 3) Welches möchten die besten Mittel sein, die Wirksamkeit des internationalen Friedescongresses permanent und durchgreifend zu machen? Organisation einer dauernden Association der Freunde der Demokratie und der Freiheit. Die Hauptaufgabe des Genfer Congresses wird sein, die Grundzüge dieser Asso⸗ ciation zu entwerfen und den Grund zu derselben zu legen. Donaufürstenthümer. Bukarest. Das „Amtsblatt“ veröffentlicht die Namen der Mit⸗ glieder des neuen Cabinets: Stephan Go⸗ lesco, Präsident und Inneres; Steene, Finanzen; Demeter Brationo, öffentliche Arbeiten; Teriakon, Aeußeres; Oberst Hadrian, Krieg; Anton Arion, Justiz. Frankreich. Paris. Der„France“ zu⸗ folge wird der Kaiser von Oesterreich erst am 15. Oktober nach Paris kommen, da er vorher den sterblichen Ueberresten seines unglücklichen Bruders Maximilian, welche gegen den 1. Oktober in Wien anlangen können, die letzte Ehre er⸗ weisen wolle. — Wie von Straßburg berichtet wird, hätte Napoleon bei seiner kürzlichen Anwesenheit daselbst den um ihn versammelten Lehrern und Lehrerinnen die Bemerkung gemacht, daß er wohl wisse, wie die Elsässer tüchtige Franzosen seien, daß sie aber als eine Gränzbevölkerung eine Rolle der Vermittlung zwischen zwei Nationen zu über ⸗ nehmen hätten und darum auf die Kenntniß des Deutschen nicht verzichten dürften u. s. w. Das wäre, wenn wirklich ernst gemeint, ein Wort zu seiner Zeit! S. Die Peutinger Tafel. In der Erklärung der so viel besprochenen Peutinger Tafel scheint endlich der württembergische Finanzrath Paulus in einer darüber ver⸗ faßten Schrift das Die uns erhaltene Copie dieses räthselhaften römischen Kartenwerks dem Verfasser des bekannten Lebens der Jungfrau Maria, welcher jene Copie im Jahre 1190 von dem Original entnahm und der Bibliothek des Bene⸗ Aus dieser Bibliothek wußte sich ein gewisser Konrad Celtes die merkwürdige Karte zu verschaffen, die er dann dem berühmten Augsburger Gelehrten und Patrizier Konrad Peu⸗ Richtige getroffen zu haben. stammt von dem Mönche Werinher, nunmehr verschwundenen a diktinerklosters zu Tegernsee einverleibte. tinger zur Veröffentlichung übergab; aber noch starb Peutinger im Jahr 1547 und damit gerieth auch das kostbare Werk bis endlich Marx Welser im Jahr 1591 Bruchstücke desselben unter dem Titel„Fragmenta tabulae antiquae ex Peutinge- rorum bibliotheca“ zu Venedig bekannt machte. Karte vollständig unter Peutingers hinterlassenen 1753 Franz Christoph v. Anmerkungen und Erläuterungen in einem Folioband zu Wien heraus, wieder in Vergessenheit, dert entdeckte man die Handschriften und nun gab sie wohin nun auch die ursprüngliche Abschrift in gebracht wurde, in welcher sie sich zwar ein Facsimile von Den Namen„Peutinger Tafel“ Diese tabula Peutingeriann sollte, zufolge, eigentlich einen Straßenstern darstellen, Meilensäule im alten Strahlen nach allen noch befindet. Eine neue Ausgabe, und der ursprünglichen Copie dieser altrömischen Reise⸗ karte, erschien nebst einer Abhandlung darüber von Mannert in Leipzig 1824. hat man dem Werke gegeben, weil es zunächst aus Peutingers Papieren veröffentlicht wurve. den neuesten Forschungen dessen Mittelpunkt die große Rom bildete und von welcher die Hauptstraßen wie Richtungen ausgingen. Hätte man aber diese stern⸗ förmige Anlage, wie von Rom selbst zeigt, verlassen, Indeß büßte die Brauchbarkeit ein, ehe diese erfolgen konnte, wurde, welch' letzterem zweier Orte mehr Zeit Erst im 18. Jahrhun⸗ Scheyb mit Ferner sind auf die kaiserliche Bibliothek Gebirgs- an der Straße gelegenen Orte zu wissen. nun auf der Karte zwar äußerst ungenau gezeichnet, 5 scharfe Angabe derselben in Zahlen beigeschrieben, wobei stets berücksichtigt ob die Straße durch ebene oder gebirgige Gegenden führte, in Falle man natürlich auch bei kürzerer ren Fall mithin eine Angabe, welche sich nach unseren„ n die Entfernungen meist nicht beigeschrieben sind, nur schwe⸗ ermitteln läßt. schon in der Zeichnung angedeutet, war als die ganze Karte zc. Panoramen, Städte und Dörfer durch größere und kleinere Alle diese auffallenden Erscheinungen hat der Verfasser des zu An: fang genannten Schrifichens, insbesondere an disch(Vindonissa] in der Schweiz g n. und an der von Pfin(ad ines.) gleichfalls in der Schweiz, nach Augsburg(Augusta Vindelicorum,) die er beide selbst bereist,, nachgewiesen und dadurch dunkelen Fragen Licht gebracht. sie die Tafel in Wirklichkeit nur ganz in der Nähe für die ganze in ibrem weiteren Lauf nach dessen wirklicher Richtung einzeichnen wollen, so würde hierdurch eine allzugroßen davon lästige und unbrauchbare Karte entstanden sein. artiges dem Geist der praktischgesinnten Römer widerstrebte, die Straßenzüge gerade so dar, als ob dieselben, nachdem sie die Thore Roms nur nach zwei Karte dadurch für den denn ihm galt es, zunächst nur die Entfernungen der Karte beibehalten und die Straßen Raum einnehmende und in Folge Da etwas Der⸗ so stellten sie Seiten hin vom Straßenmittelpunkt ausliefen. Römer in keinem Punkt ihre Diese Entfernungen waren aber überall war eine direkter Entfernung braucht von einem Ort zum andern, als im erste · Karten, da ihnen Peutinger Tafel die Steigungen der Straßen was um so leichter zu bewerkstelligen die Gegenden, welche sie A in der Profilansicht bietet und auch wie diese Häuser kennzeichnet. der den Römerstraßen von Win nach Regensburg(Reginum) in den größten Theil der bisher noch ganz e darstellt, ähnlich unseren 11 Reinigung une sczter angord Tippichen gli müssen. Von det eben begonnene durchschnialch eächnel. Ein e dum Pee do! Lampert Neuschloß dun Frau, wech Erde ein S kauernd in entoeckte man Merkmahl, nicht eines n. gestorben sei. gerichtsäztlic unwiderleglic gerechtjertigt der Tod durd bie mit Eifer Worms. evangelischen V am N und wr der Der —— O effe 190 Da Holzheim a zu berwalte Johann G Curator für diermit zur Peron orer des Curaso trchlevrrbino Gleic zeil Anna Norga Johann 0 sorderun g, 0 entweder de gegenfalls f spaͤere Ber Lich an — — Dem„Etendard“ zufolge steht eine Ver- ändigung zwischen Berlin und Kopenhagen nit Sicherheit zu erwarten; Preußen verzichtet uf einen wichtigen Theil der Garantien für die n Nordschleswig wohnenden Deutschen, Dänemark zibt seine Ansprüche auf Düppel und Alsen auf. — Auf die Anrede des Präsidenten der Han- delskammer von Lille, antwortete der Kaiser: Die Heschäfte könnten allerdings besser gehen, aber die virkliche Situation werde durch die Besorgnisse der Journale übertrieben. Er hoffe, der Handel werde sich mit der Gewißheit der Erhaltung des Friedens wieder heben und das Vertrauen wieder gergestellt werden. Amerika. Aus Newyork ist die Nach richt eingegangen, daß dort der französische Ge— sandte in Mexico, Herr Dano, angekommen sei. Gießen. Der seit einiger Zeit spurlos verschwundene Hofgerichtsadvokat Frank von hier soll, wie man hört, wohl und munter in Wiesbaden angetroffen worden sein. Frankfurt. Bei der vor einigen Tagen vor⸗ genommenen Reinigung der Zimmer des städtischen Hauses „Hotel Beke“ fand man, daß eine Partie wollene Teppiche, einem am Dome wohnenden Tapezierer gehörig, welche in der Nacht des Dombrandes dorthin geschafft wurden, noch in einem glimmenden Zustande waren, so daß, wenn die Reinigung und Lüftung der Zimmer um eine kurze Zeit später angeordnet worden wäre, unfehlbar das an den Teppichen glimmende Feuer das Haus hätte anzünden müssen. Von der Bergstraße lauten die Berichte über die eben begonnene Tabaksernte günstig und wird dieselbe durchschnittlich als eine gute in Bezug der Qualität be⸗ zeichnet. Ein Gleiches verlantet von dem Hopfen, welcher zum Preise von 100 fl. verkauft wurde. Lampertheim. Ein Beamter der Fabrik im nahen Neuschloß fand kürzlich Abends 11 Uhr seine 32jährige Frau, welche angeblich längere Zeit kränklich zu ebener Erde ein Schlafzimmer allein bewohnt, todt nieder⸗ kauernd in demselben vor. Erst am folgenden Morgen entdeckte man rings um den Hals der Leiche ein Merkmahl, woraus man schließen konnte, daß die Frau nicht eines natürlichen, sondern eines gewaltsamen Todes gestorben sei. Die sofort vorgenommene ärztliche und gerichtsärztliche Untersuchung und Seknon hat denn auch unwiderleglich nachgewiesen, daß leider diese Befürchtung gerechtfertigt war! Ob hier ein Selbstmord?— oder aber der Tod durch eine dritte Hand herbeigeführt wurde, wird die mit Eifer betriebene gerichtliche Untersuchung ergeben. Worms. Ueber die 22. Hauptversammlung des evangelischen Vereins des Gustav⸗Adolf⸗Stiftung, welche am 27 und 28. August in Worms stattfand, entnehmen wir der Darmstädter Ztg. folgende Mittheilung: Seit gestern tagt der evangelische Verein der Gustav-Adolf— Stiftung hier auf seiner 22. Hauptversammlung. Die Zahl der bis jetzt eingetroffenen Deputirten und Gäste beläuft sich auf 284. In den beiden Gottesdiensten am 27. und 28. d. M. wurden die Festpredigten von Pastor Nonweiler aus Bremen und Kirchenrath Dr. Hofmann aus Leipzig gehalten. Herr Pastor Nonweiler hatte II. Cor. 3, 2 zu seinem Text gewählt und behandelte das Thema: Der Gustav-Adolf-Verein der Brief der evangelischen Kirche, der gelesen werden kann von Jedermann 1) um seines Juhalts, 2) um seiner Adresse, 3) um seines Siegels und 4) uvm seiner Träger und Boten willen. Hr. Kirchenrath Hofntann sprach über J. Cor. 15, 58.„Luthers Wort in Worms das Bekenntniß des Gustav-Adolf-Vereins beim Rückblick auf seine 25jährige Geschichte“, damit beschäftigte sich seine Festpredigt.„Hier stehe ich,“ sein gutes Recht, „ich kann nicht anders,“ seine heilige Pflicht,„Gott helfe mir! Amen,“ seine freudige Zuversicht, das war die Ueberschrift der einzelnen Theile der Predigt. Auf den Antrag eines der Deputirten wurde der Druck dieser Predigten beschlossen, nicht blos well dies stehender Brauch tst, auch nicht darum, weil die Predigten einen großen Eindruck auf die Versammlung gemacht hatten, sondern hauptsächlich um deßwillen, weil dies als das beste Mittel betrachtet wurde, um den Verein gegen die mannigfache Verkennung, Mißdeutung, und die seltsamen Vergleichungen zu vertheidigen, welche er in alter und neuer Zeit erfahren hat. Unter den Ansprachen, welche gestern und heute ge— halten wurden, verdient besonders hervorgehoben zu werden diejenige, welche Herr Prälat Dr. Zimmermann an die Versammlung richtete. Er begrüßte dieselbe im Auftrag des hessischen Hauptvereins, des Oberconsistoriums und des Landesfürsten, welch' Letzterer dem Verein von jeher eine warme Theilnahme gewidmet habe. Bei dem Festmahle wurde den Tischgenossen eine fröhliche Ueber— raschung, als der Hr. Prälat dem Präsidenten des Vereins, Herrn Kirchenrath Dr. Hofmann, im Auftrag des Großherzogs den Orden Philipps des Großmüthigen überreichte, mit der Erklärung, daß diese Auszeichnung nicht blos dem hochverdienten Kirchenrath, sondern dem Verein gelte, den er repräsentire. Bei den Verhandlungen am heutigen und gestrigen Tage wechselten in angemessenster Weise Begrüßungen im Namen der Obrigkeiten, Cor⸗ porationen, Gesellschaften, Gemeinden ab mit Bitten der Deputirten von hülfsbedürftigen Gemeinden und aus⸗ führlicheren Schilderungen einzelner Arbeitsgebiete des Vereins. Von längeren Vorträgen seien beispielhalber genannt die über die schlesische, bayerische, siebenbürgische Diaspora, über die Thätigkeit der Waldenser in Italien, der Straßburger und Pariser Missionsgesellschaft ꝛc. Die schönen Festtage werden hoffentlich allen Tyeilnehmern am Feste in freundlicher Erinnerung bleiben. Guntersblum. Der Mann, welcher bet dem letzten Gewitter Schutz unter einem Baume suchte und vom Blitze getroffen wurde, ist nicht todt, sondern war nur längere Zeit bewußtlos; auch die beiden Kinder konnten gerettet werden. „ Entsetzlicher Selbstmord. Die Pariser Gerichtszeitung erzählt unterm 19. d.: Als gestern Abend vor 7 Uhr einige Leute aus ber Straße de la Paix kamen und sich nach der Vendonte-Säule wendeten, bemerkten sie auf der Höhe der Säule einen Mann, der seinen Hut auf den Platz warf und ihnen ein Zeichen machte, daß sie sich entfernen sollten. Bevor noch die Leute recht wußten, was der Mann wollte, stieg er über das Geländer und stürzte sich auf den Platz hinunter. Der Körper drehte sich zwei Mal um sich selbst, prallte am Carnies des Sockels an, stürzte dann auf die Stacheln des Gitters, das den Sockel umgtbt, und stel endlich hart außerhalb de Gitters auf das Trottoir zu Füßen der Säule. Der Kopf des Unglücklichen war vollständig zerschmettert, das Gehirn zehn Schritt weit gespritzt, und eine Blutlache be⸗ zeichnete den Platz, wo er niedergefallen; die Glieder waren gebrochen, und ein Bein von den Gitterstacheln zerfetzt.— Der Mann schien etwa dreißig Jahre alt, und trug einen schwarzen, sehr anständigen Anzug. 4 Preußische Cassenanweisungen. Di Hauptverwaltung der Staatsschulden in Berlin fordert wiederholt die Besitzer von preußischen Cassenanweisungen von 1835 und von Darlehens ⸗Cassenscheinen von 1848 auf, dieselben behufs der Ersatzleistung bei der Controle der Staatspapiere oder bei einer der Regierungshauptcassen einzureichen. Wer bereits eingereicht, aber noch keinen Ersatz erhalten hat, wird aufgefordert, solchen an jenen Stellen gegen Rückgabe der ertheilten Empfangsscheine oder Bescheide in Empfang zu nehmen. „ Eine erschütternde Scene trug sich, wie das „Froͤbl.“ erzählt, kürzlich in Wien in der Wohnung des am Hundsthurm wohnhaften Graveurs Ernest Hutsch zu. Herr H. hatte schon zeitig Morgens die Wohnung ver— flassen; um 9 Uhr begab sich auch Frau H. aus der Wohnung, um nach dem Markte zu gehen, ließ aber im Bette ihr Kind liegen und verschloß die Thür. Als sie eine halbe Stunde später zurückkehrte, hörte sie ihr Kind jämmerlich schreien. Schnell öffnete sie die Wohnungsthür, wer beschreibt aber ihr Entsetzen, als sie eine Katze auf ihrem Kinde sitzen und an dessen Händchen nagen sah. Als sie eintrat, sprang die Katze zum Fenster hinaus, welchen Weg sie auch wahrscheinlich als Eingang benützt hatte. Die Katze hatte nicht nur einen Theil des Händ⸗ chens gefressen, sondern auch das linke Ohr und die Wange des Kindes angenagt. Der Schmerz der Mutter über diesen Unfall war ein so furchtbarer, daß sie plötzlich in Wahnsinn verfiel und in das Irrenhaus geschafft werden mußte. Verloos ungen. Karlsruhe, 31. August. Bei der heutigen Serien- ziehung der vadischen fl. 35 Loose wurden folgende 50 Serien à 50 Stück Loose gezogen: Serie 426 582 661 693 1242 1452 1720 1772 2311 2427 2433 2504 2563 3111 3255 3375 3544 3728 3796 3941 3959 4071 4367 4430 4528 4817 4901 4929 5158 5501 5606 5614 5769 6065 6218 6778 6812 6834 6861 6879 6912 7008 7190 7505 7663 7687 7806 7843 7976 und 7994. Die Gewinnziehung erfolgt planmäßig Ende September d. J. Oeffentliche Bekanntmachung. 1920 Da die Anna Margaretha Lenz ledig von Holzheim außer Stand in ihr Vermögen selbstständtg zu verwalten, so tist sie unter Curatel gestellt und Johann Georg Jung IX. von Holzbeim als Curator für sie bestellt worden, was unter dem Anfügen biermit zur Kenntniß gebracht wird, daß die, ihre Person oder ihr Vermögen betreffenden, ohne Mitwirkung des Curators abgeschlossenen Rechtsgeschäfte keine rechts verbindliche Wirkung haben. Gleichzeing ergeht an Alle, welche an gedachte Anna Margarctha Lenz oder deren verstorbenen Vater Johann Georg Lenz Forderungen haben, die Auf⸗ forderung, solche sogewiß binnen 4 Wochen specisictrt, entweder bei dem Curator oder dabier anzumelden, gegenfalls sie nach Regelung der Vermoͤgensverhältutsse spätere Berücksfichtigung nicht finden können. Lich am 3. August 1867. Großherzogliches Landgericht Lich In Beurl. des Landrichters Cellarius, Londgerichs- Assessor. ECdictal ladung. 1926 Ansprüche jeder Art an die nachverzeichneten Immobilten des Johannes Bangel zu Wölsersbeim in der Gemarkung Wölfersheim I, 35. III, 606. III, 607. V, 637. V, 638. und VII, 380., fint so⸗ gewiß binneg 4 Wochen dahier vorzubringen und zu begründen, als soust die stattgehabten Veräußerungen beslätigt und in das Mutations⸗Verzeichniß eingetragen werden. Hungen den 10. August 1867. Großberzogliches Landgericht Hungen Dry, Jer e. Gras ⸗Versteigerung. 2068 Montag den 9. September d. J., Vormittags 10 Uhr, soll das dießjährige Grummetgras von den blefigen Gemeindewlesen, circa 200 Morgen haltend, in einzelnen Abtheilungen versteigert werden. Die Großherzoglichen Bürgermeisterelen der um⸗ liegenden Orte und Städte werden ersucht, dieses im Interesse shrer Ortsangehörigen gefälligst bekannt machen zu lassen. Inbelden den 1. September 1867. Der Großherzogliche Bürgermeister Ko ch. Pferde ⸗Versteigerung. 2032(Butzbach.) Donnerstag den 5. k. Mts., Vor⸗ mittags 11 Uhr, werden in hiesiger Reitercaserne zwei Stück für den Militärdienst untaugliche Reitpferde gegen Baarzahlung öffentlich versteigert. Butzbach den 28. Auguff 1867. Großherzoglicher Verwaltungeratb der vereinigten Schwadronen der Reiterbrigade v. Bu seck, Major. Immobiliar⸗Versteigerung. 2028 Mittwoch den 4. September J. J., Vormittags 11 Uhr, werden in hiesigem Rathhaus auf freiwilligen Antrag des hiesigen Bürgers und Wagnermeiflers Wilbelm Hanusteln II. nachstehend beschriebene Immobilien, als: Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr. 5. 145. 67. Grabgarten am Schützenratn, 7. 157. 247. Acker im kleinen Wartfeld, 10. 252. 186. Acker an der Marburgerhohl, 14. 119. 209. Acker im Großgalgenfeld, 14. 69. 310. Acker im Großgalgenfeld. Gemarkung Fauerbach d. g. Flur. Nr. Kiftr. 4. 262. 169. Acker an der Wingertsgasse öffeutlich meifibietend versteigert. örtedberg den 28. August 1867. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg B. d B.: Der dienstälteste Gerichtsmann Fouc ar. Mobiliar⸗Versteigerung. 2042 Nächsten Dienstag den 3. k. M., von Morgens 9 Uhr ab, werden in der Wohnung der Frl. Ludwig dahier, Karlostraße Nr. 290, abzugs halber öffentlich an den Meistbietenden verstetgert, und zwar: 3 Sopha, 2 Glasschränke und 5 Commoden in Mahagont und Nußbaum, 6 Rohr- und 6 ge⸗ polsterte Stühle, 8 Tische, 3 Spiegel, 1 Etagdle, mehrere Bettstellen, 2 Seegras- und 8 Roßbaar- Matrazzen mit Schrägkissen, Porzellan, Haus- und Küchengeräthschaften. Nauheim den 28. August 1867. Der Stadtschreiber Schutt. Bekanntmachung. Lieferung von Salzsäcken. Die Lieferung von 12000 Stück Kochsalzsäcken, 143 Centimeter lang, 60 Centimeter dreit, (120 Centimeter Umfang) und 1000 Stück Viehsalzsäcken 75 Centim. lang und 45 Cen- timeter breit(90 Centim. Umfang). 2064 Die Säcke mussen von starkem Zettel angefertigt und die Nähte von innen zweimal mit gutem Zwirn festgenaͤht sein. Die Ablieferung hat im Oktober lau⸗ fenden Jahres zu beginnen und muß in monatlichen Quantitäten von je dem 5. Theil der Lieferung weiter geschehen. Offerten mit Muster sind bis zum 10. Sep⸗ tember d. J. mit der Aufschrift„Säckelteferung auber einzureichen. Auf portofreie Anfragen werden die nä⸗ heren Lieferungsbedingungen schrifelsch mitgetheilt. Nauheim den 27. August 1867. Großberzogliches Salinenamt Nauheim F. Schreiber. Weiß. Versteigerung von altem Bettstroh. 2071 Dienstag den 3. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, wird das alte Bettstroh aus 500 Strobsäcken und Ma⸗ tratzen des dahier garntsonirenden Bataillons auf dem Verwaltungsbüreau gegen baare Zahlung parthteen⸗ weise versteigert. Frledderg den 2. September 1867. Kalbfletsch, Oberquartiermeister. Bekanntmachung. 2057 Mittwoch den 11. September, Vormittags 11 Ubr anfangend, wird die Kreuzmühie in der Gemarkung Cransberg, bestebend aus Mahl- und Oelmüble und circa 6 Morgen Felpgütern und Wiesen, auf Ort und Stelle meistbtetend öffentlich sreiwillig versteigert. Die— selbe ist zu 4181 fl. taxirt. Cransberg den 28. August 1867. Wert b, Bürgermeister. Hesten Portland Cement 764 durch den directen Bezug zu seor billigen Preisen dei Jean Huber. P . W .— —— Auf den Reichelsheimer Markt, 2069 welcher Dienstag den 10. September abgehalten wird, ist gut besetzte Harmonie- und Tanzmusik G. W. Schmid, zur Lilie. Grummetgras⸗Versteigerungen. anzutreffen bei 2037 Das 1867er Grummetgras von den Großherzoglichen Domankalwiesen des Rentamts Nidda kommt unter den vorber bekannt gemacht werdenden Bedingungen in folgenden Terminen zur öffentlichen Versteigerung: D Größe. 2 G 5 Versteigerungs termin. Ort der 5 emarkung. 5e, 1867 . Wiesen. 5 Zusammenkunft. Morgen. 1] Bingenbeim 40[ Montag den 2. September Vorm. 10 uhr] Brütlwiese. Heuchelheim 9 Montag den 2. 1„ 1 im Rled. 2 Leidbecken 8 Dienstag den 3. 0 75 1 Gaftwirth Diehlmann. Blofeld 30 Dienstag den 3. 7 Nachm. 25 1 Brühlwiese. 5 Nidda 85[ Mittwoch den 4. 1 Vorm. 10„ Seewiese. 4J Berstadt 24 Donnerstag den 5. 7 1 1 5 Gastwirth Vöglers Wiw. 5 Gettenau 5 Freitag den 6. 10 Mittags 12„ Gastwirth Bachs Wiw. Bisses 1 Freitag den 6. 55 Nachm. 6„ Bürgermeister Hinkel. 1 Lißberg 89 Montag den 9. 5 e 1 hehe, ee, Mann. Vorm. 10„ zeller Teich. 7J Echzel* Dienstag den 10. 1 Mittags 12. Gastwirth Steffan. 8 Salzbausen 15 J Mittwoch den 11. 5 Vorm. 10„ am Gesundbunnen Unter ⸗Schmiten 7 Mittwoch den 11. 5 Mittags 12„ auf der Wiese. 91 Dauernbeim 2 J Donnerstag den 12. 5* 4 Gaftwirth Weith. Zu Nidda kommt vor der Grasversteigerung an der Seewiese daselbst eine Quantität Aepfel und Zwetschen zum Ausgebot. Bingenheim im August 1867. Großberzogliches Rentamt Nidda Welcker. Markt- Anzeige. 2029 Der dießjährige letzte Reichelsheimer Vieh- und Krämermarkt wird Dienstag den 10. September abgehalten, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Reichelsheim den 28. August 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Reichelsheim e Fur Unterleibspruchleidende. Briefauszüge an Gottlieb Sturzenegger in Herisau. Schweiz. „Mit Freuden ergreife ich die Feder und schreibe Ihnen, daß Sie mich, Gott sei Dank, durch Ihre Salbe von meinem 16jährigen Bruchleiden vollfändig curirt haben. Ich danke Ihnen tausendmal dafür. Gott und der Himmel wird Ihnen den Segen geben; denn Sie haben ihn verdient.— Könnte ich es allen Menschen sagen, die das Uebel haben, daß sie die gute Salbe von Herrn Sturzenegger brauchen sollten,— ich würde es thun!“ Coustanz am Bobensee, den 29. Juli 1867. H. Diese vorzügliche, durchaus keine schädlichen Stoffe enthaltende Bruchsalbe wird einfach Morgens und Abends eingerieben. Die Heilung geschieht ohne die mindeste Unannehmlichkeit,— ohne Entzündung zu verursachen. Einzig zu beziehen in Töpfen zu 1½ Thlr. Pr. Crt. oder fl. 2. 36 kr. Südd. Währg. oder fl. 3. Oe. W. beim Erfinder Gottlieb Sturzenegger in Herisau, Kt. Appenzell. Schweiz. NB. Mit einem Preiszuschlag von 3 Silbergr. ist die Salbe auch echt zu beziehen durch Herrn Günther, zur Löwenapotheke, Jerusalemstr. 16 in Berlin. Nach Oesterreich kann keine Nachnahme erhoben werden. 1726 m Aw. ꝛmmgmqg ůãwiuimmmmmmmmmm mi Schlesischer Fenchelhonig-Ertract von I. M. Xgers. 1265 als das wirksamste Hausmittel bei Hals- und Brustleiden, Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Kitzel und Beschwerden im Halse, Bräune, Kraripf⸗ und Keuchhusten ꝛc. hinlänglich bekannt, bei Kinderkrankheiten so zu sagen eingebürgert als Hausarzt jeder besorgten Mutter, wie nicht minder für an Hämorrhoiden und Verstopfung Leibende zum Zwecke einer leichten Leibesöffuung so sehr bewährt, wird eben seiner erprobten Güte und weltverbreiteten Absatzes wegen vielfach nachgepfuscht. Man achte deshalb genau darauf, daß jede Flasche des ächten Schlesischen Fenchelhonig⸗Extracts Siegel, Etiquette nebst Facsimile, sowie die eingebrannte Firma seines ee und alleinigen Verfertigers I. V. Egers in Breslau trage und gekauft wird nur bei Jos. Hoffmann in Fricdderg. A. R. Günthers Benzoé- Seife. 1824 Diese chemisch- reine Seise ist das anerkannt beste und wirksamste Schonheitsmittel und beseitigt in kurzer Zeit ganz sicher alle, auch veraltete Hautkrankheiten, enthält die feinsten beilkräftigsten Wohlgerüche und ist daher auch eine ganz vorzügliche Rasir- und Badeseise, giebt der Haut die jugendliche Frische, Weichheit und Zartheit wieder und befordert auch, als Kopfhaut- Reinigungsmittel angewendet, durch ihre neryvenstärkenden Be- standtheile den Haarwuchs unzweifelhaft. Vorräthig à Stück 18 kr. bei C. Th. Kranz in Friedberg. Eisenbahn-Frachtbriefe Find zu haben bei Generalversammlung. Ireiwillige. Feuerwehr. Ein guter Werner'scher Kochosen 2061 ist zu verkaufen. Näheres zu erfragen unter Nr. 2061 bei der Exped. d. Bl. Zu vermiethen, 2072 der untere und der zweite Stock meines Hauses und können alsbald bezogen werden. Heinrich Waas, Schuhmachermeister. Grummetgras⸗Versteigerung. 2067 Mittwoch den 4. September l. J., des Mittags um 1 Uhr anfangend, soll das der Gemeinde Nleder⸗ Rosbach zustehende Grummetgras, eirca 5 Morgen, auf blesiger Rathsstube meistbietend versteigert werden. Nieder Rosbach den 31. August 1867. Großherzogliche 1 Nieder⸗Rosbach 0 Verloren. 2063 Am 29. Augusf, Morgens zwischen 11 und 12 Uhr, wurde in Reichelsheim ein Brief mit 37 fl. 55 kr. verloren. Wer ihn an die Bürgermelsterei Reichelsheim abliefert oder sonß näbere Auskunft darüber erthellen kann, erhält eine gute Belohnung. Ein freundliches, mäblirtes Zimmer 2059 hat zu vermiethen Adam Engel, Bäckermeister. Gesucht 2060 wird zum alsbaldigen Eintritt ein Schweizer. Näberes bei Raphael Reichenberg, Metzger in Friedberg. Junge Leute, 2065 welche die Lebranftalten in Darmstadt zu besuchen beabfichtigen, finden sofort in einer gebildeten Fawilie neben freundlicher Behandlung Wohnung und Kost gegen entsprechende Vergütung. Auch kann auf Verlangen Nachbülfe in den Lehrgegenständen ertheilt werden. Näberes unter Nr. 2065 bet der Exped. d. Bl. Annonce. 2066 Bel Marcus Strauß, Franksurt a. M., Neue Rothbofstraße Nr. 8, ist eine Partie gute starke Spirstus⸗ fässer zu verkaufen. Fässer 2070 von 2 bis zu 7 Obm, weingrüne, billig bet Ehristian Koch, Küfermeister. Aepfelmühlen 2039 neuester Construetton zu äußerß bill gen Preisen, sowie alle sonstigen landwirthschaftlichen und gewerblichen Maschinen empfiehlt der Unterzeichnete. Alte Aepfel⸗ mühlen werden entweder zu den böchsten Preisen in Zahlung angenommen, oder vortbeilhaft umgeändert. Für sämmtliche Arbeiten und Lieferungen wird garantict. Friedberg. Karl Neuß, Mechantkus. Kirchenbuchsauszüge. Evangelische Gemeinde. Getauf te: Den 25. Auguft. Dem hies. Bürger und Metzger ⸗ meifser Georg Engel ein Sohn Georg, ged. den 17. Juli. 8 Katholische Gemeinde. Getaufte: Dem Gecoß herzoglichen Rentamtmann Stephaa Lindeck Zwillinge Wilhelm und Karl Ludwig, geb. den 15. August. J eer digte: B Am 8. Auguft. Der biesige Bürger Georg Frledrich Schweitzer, 66 Jahre alt. Am 19. August. Peter Ludwig Hellriegel eus Heppenbeim an der Bergstraße, Musketier in der IV. Compagnie des II. Infanterie Regiments, alt 21 Jahre, 9 Monate, 19 Tage. Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Veranlw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. 2062 Besprechung* wegen des Feuerwehr⸗ tages zu Darmstadt,. Dienstag Abend präcis 8 Ubr im oberen N Locale des rn. Car- Walz daher. 5 Fr. Roßbach. diefer 7 N Wir an Pfandgeld zaßlung du e Betreffend! Ver nehmen, fo unter Bezug Ftlemiuse in geboten erscht Mu Betreffend Wi Großh. Obe Bebrefsend: Nach Landw. Vonder Winzeriuu unter dem? — Hesser zessn Lud von einem St. Noriz wieder hier, — lebe Inhällnise f tichten gemel defnirtve E Das Ua ugersässiger Waoßdeng Dislotat den danach Reiterei un