Er ſcheint wo⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 12 kr.; durch — Jutelligenzblatt. Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Einruckungsge⸗ 1 bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum ec e Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. e mmen 7 k. S1. Freitag, den 16. Oktober. 1857. Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes. Betreffend: Die Erhebung von Gebühren für Beglaubigung der Unterſchriften der Empfänger von Geld- und Werthſendungen. Da Beſchwerde darüber erhoben worden, daß von einem Theile von Ihnen, der Vorſchrift des Ausſchreibens vom 25. November 1845(Amtsblatt Nr. J) zuwider, bisher noch für Beglaubigungen der Unterſchriften auf den Empfang⸗ ſcheinen von Geldſendungen Gebühren erhoben worden ſeien; ſo ſehen wir uns hiermit veranlaßt, den Befolg dieſes Ausſchreibens unter dem Anfügen einzuſchärfen, daß etwa dennoch weiter vorkommende Zuwiderhandlungen mit aller Strenge geahndet werden müßten. Friedberg am 8. Oktober 1857. Müller. Aan Nee lb e n. Betreffend: Hagelſchlag in dem Kreiſe Schotten. Im Laufe dieſes Sommers iſt eine größere Zahl von Gemeinden des Kreiſes Schotten und unter dieſen mehrere, welche zu den ärmſten des oberen Vogelsbergs zählen, von ſtarkem Hagelſchlag betroffen worden, welcher einen großen Theil der Erndte vernichtete. Um einen hiernach zu befürchtenden Nothſtand in dieſen Gemeinden abzuwenden, hat Großherzogliches Mini— ſterium des Innern beſchloſſen, für die durch Hagelſchlag beſchädigten ärmeren Einwohner dieſer Gemeinden eine Collekte in ſämmtlichen Kreiſen der Provinz Oberheſſen— mit Ausnahme von Biedenkopf und Vöhl— zu geſtatten. Wir empfehlen Ihnen dieſe Collekte alsbald zu veranſtalten und die geſammelten Beiträge an Großherzogliches Kreisamt Schotten einzuſenden, hierher aber einzuberichten, was eingegangnn iſt. Friedberg am 10. Oktober 1857. Müller. Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen. Fiſcherei⸗ Verpachtung. 11695 Die dem Gräfl. Hauſe Solms⸗Rödel⸗ beim zuſtehende Fiſchereiberechtigung in der Wetter und zwar von der Wiſſelsheimer Grenze bis an das Salinen⸗Kunſtrad bei Schwalheim ſoll Dienſtag den 20. J. M., Vormittags 10 Ubr, bei Herrn Gaſtwirth Wilhelm Bingel zu Dor— heim auf mehrere Jahre verpachtet werden. Aſſenheim den 7. Gräflich Solms-Rödelheim'ſche Rentkammer. Oktober 1857. Neue Holländiſche Haͤringe [1664] pr. Stück 4 kr. bei H. W. Hatteroth. Die Kokosnußpalme. Der vielſeitige Nutzen dieſes Baumes, eines der ſchönſten der Tropenwelt, eines wahren„Fürſten der Pflan— zenwelt,“ iſt ſprüchwörtlich geworden. Nirgendwo aber verſteht man ſich vielleicht beſſer auf ſeine Verwerthung, als auf der Inſel Ceylon. Das„Herz“ oder die innern jungen Blätter der Krone liefern den Palmkohl, ein vor— treffliches Gemüſe, das entweder für ſich gekocht, oder mit gedünſtetem Fleiſch, Hachis oder Ragouts ſervirt wird. Die Eingaleſen bedienen ſich der getrockneten alten Blät— ter als Fackel, ſowohl um in den dunkeln Nächten ihr Haus zu erleuchten, wie es im Schwarzwald, den Voge— ſen und andern deutſchen Gebirgen durch die Lichtſpäue geſchieht, oder um ſie vor den Wagen und Palankinen der Europäer herzutragen. Ebenſo wird die getrocknete Blüthenſcheide zur Feuerung benützt, und vertritt die Stelle des Kienholzes; auf Rotuma und andern Inſeln Polyneſiens dient ſie ſtatt der Schwefelhölzer. Auf Ton⸗ gatabu, einer der Freundſchaftsinſeln, verfertigt man Kämme aus der Mittelrippe der Abſchnitte, und der obere Theil dieſer Kämme wird mit der Faſer der Fruchtſchale oder Bulu ſchön ausgeputzt.„Dieſe Kämme,“ ſagt Ben— net,„waren wegen ihres niedlichen Ausſehens immer ſehr geſucht, während ich mich auf jener Inſel aufhielt; und die Weiber waren während unſeres Verweilens ſtets em— ſig mit deren Anfertigung beſchäftigt, um ſie gegen Klei— nigkeiten an die fremden Offiziere und die Mannſchaft der Schiffe auszutauſchen. Die Kämme waren mittelſt der Rinde des Kokabaumes gefärbt und gebeizt, ſo daß ſie eine dunkelrothbraune Farbe hatten, welche für eine rohe Nachahmung von Schildpatt gelten konnte.“ Die Wäſcherinnen von Ceylon verbrennen die Blät— ter der Kokospalme wegen des reichen Gehalts ihrer Aſche an Laugenſalzen; die zuſammengebundenen Mittelrippen der Blätter geben treffliche Beſen für die Schiffsverdecke. Die Eingaleſen bedienen ſich der noch unentfalteten Blät— ter zur Herſtellung von Verzierungen bei Gelegenheit ir— gend eines Feſtes, zur Ausſchmückung von Bogengängen u. ſ. w. in verſchiedenen maleriſchen Geſtalten von Krän— zen, Blumen ꝛc. Namentlich Ein Theil des Baumes hat die Aufmerk— ſamkeit der Beobachter in hohem Grade angezogen,— nämlich eine Art Netzwerk an der Baſis des Blattſtiels. 338 Verſteigerung von Steinklopfer arbeiten Obligations⸗Verlooſung. [1655] Bei der heute ſtattgehabten Verlooſung der Partial⸗Obligationen hieſiger Gemeinde wur⸗ den die Nummern 10 über 200 fl. und 112 im Baubezirk Friedberg pro 1857. 117131 In den nachbemerkten Terminen, jeden Morgen um 10 Uhr, ſoll das Zerſchlagen der Straßen. Unterbaltungsſteine bro 18 entlich an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden — 5 über 100 fl. den 31. Dezember d. J. rück⸗ zahlbar gezogen. Den Inhabern dieſer Num⸗— mern wird dieſes unter dem Anfügen hierdurch 0 8 mitgetheilt, daß die Beträge bei biefiger Ge⸗ 8 Der Verſteigerung 8 E Namen der Bauauf⸗ meindekaſſe, ing bei ider 8 8 ſeher der be⸗ Einnehmer J. Rieſinger zu Vilbel gegen 2 2 2 5 Rückgabe der Obligationen und der nicht fälligen T S treffenden 1 Zinscoupons in Empfang genommen werden a g. De Dea 2 ſtrecken. können und daß vom 1. Januar 1858 ab die— Verzinſung beider Obligationsdeträge nicht mehr 11 Montag den 2. November Butzbach Rathhaus 16 Hölzer. ſtattfindet. 2 Dienſtag den 3. November Nieder⸗Mörlen Gafthaus zum Löwen 1 u 2[Diehl und Weide. Zugleich wird der Inhaber der ſchon im 3 Mittwoch den 4. November Ilbenſtadt Chauſſeehaus 6u 7 Mettenheimer und vorigen Jahre zur Auslooſung gekommenen 4 Donnerſtag den 5. November Nieder ⸗Wöll⸗ Bormutb. Partialobligation Nr. 172 über 100 fl. zur 5 ſtadt Gaſthaus zur Waldluſt 4 u 5 Götz und Schäfer. Empfangnabme des ſeit 1. Januar nicht mehr 5 Freitag den 6. November Ober ⸗Eſchbach Gaſthaus zum Hom⸗ verzinslich ſtehenden Kapitals wiederholt aufge⸗ 60 Freitag den 6. November burger Hof 13 Schmidt. fordert. Nachmittags 4 Uhr Steinbach Gaſth. zum Schwanen 14 Michel. Okarben am 25. September 1857. 7] Samſtag den 7. November Rödelheim Gaſthaus zum Frank- Großherzogliche Bürgermeiſterei Okarben furter Hof 15 Lützel. Henſel. 8] Montag den 9. November Wölfersheim Gaſth. d. Ad. Hofmann 17. Krämer. — 5 9] Dienſtag den 10. November Altenſtadt Gaſthaus zum Adler 8. Dingeldein. Ankauf von Kartoffeln. 100 Mittwoch den 11. November Lindheim Gaſtwirth Koch's Haus 9u n] Donges und Groß. 11696] Montag den 19. dieſes Monats, Vor⸗ 11] Donnerſtag den 12. November Büdingen Salinenhof 12 Kleyenſteuber. mittags um 10 Uhr, ſoll auf dem Verwaltungs⸗ 12 Freitag den 13. November Nieder ⸗Mor⸗ a büreau des 1. Bataillons 4. Infanterieregiments 5 15 18 ſtadt Rathhaus 10 Jäger. die Lieferung von 450 Malter Kartoffeln für 130 Samſtag den 14. November Friedberg Gaſthaus zur Stadt die Menagen des Bataillons durch Summiſſion 5 5 Frankfurt 5 3 Kreß. in Accord gegeben werden. Friedberg den 15. Oktober 1857. e ee e Friedberg. 05 Friedberg den 12. Oktober 1857. Nicola, Amelung, Baucandidat. Oberquartiermeiſter. Marienſchloß. 116981 Montag den 19. Oktober l. J. läßt die Unterzeichnete dahier Möbel aller Art, Zinn, iſt zu verkaufen. Nauheim. Ein wachſamer Hofhund, 11677] kräftig und ſchön gebaut, däniſche Dogge, Näheres zu erfragen bei Herrn Uhrmacher Schuckhardt, Kaufhalle in Er klärung. 1705) Philipp Wagner III. von Mai⸗ bach hat eine Warnung gegen ſeine Frau in das Blättchen ſetzen laſſen; das hätte aber um⸗ gekehrt ſein ſollen, denn er iſt ein Verläumder. Bücher, Kleidungsſtücke, Waffen und ſonſt noch Allerlei gegen Baarzahlung verſteigeru.— Der Er prozeßt jetzt ſchon/ Jahre mit ſeiner Frau, welcher er fortgelanfen iſt, hat derſelben einen Anfang geſchieht des Morgens 9 Uhr.— Johanna Weigel. Empfehlung. 1700] Einem verebrlichen Publikum mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mit mei⸗ ner Meſſerſchmiederei noch ein Feilhauergeſchäft verbunden habe und verſpreche prompte und reelle Bedienung. Zu näherer Auskunft und Uebernahme der Feilen iſt Herr Zeugſchmied Joh. Fillmar in Friedberg bereit. Carl Sartorius in Gießen. Leere Oelfäſſer [1703] zu Bütten, Pfuhl⸗, Kühl⸗, Sitt⸗, Regen⸗ und Krautfäſſern beſonders geeignet bei W. Hanſtein. Empfehlung. L704] Es empfiehlt ſich in allen Putzarbeiten in und außer dem Hauſe Lui ſe He ß. Pariſer Zahnperlen, [404] um Kindern das Zahnen zu erleichtern, empftehlt in Etuis 2 1 fl. 45 kr. N P. F. Schmittner in Friedberg. % Jahre alten Sohn überlaſſen und kümmert ſich weder um ſeine Frau noch um ſein Kind, erhebt aber die Zinſen von meinen als Dienſt⸗ mädchen ſauer erſparten 80 Gulden und ich muß taglöhnern um nur mich und mein Kind durchzubringen. Dabei hat er mich, als ich über Feld gehen wollte, verfolgt, mich auf den Bo⸗ den geworfen, meine Kleider zerriſſen und mich mißbandelt, daß ich 2 Stunden wie todt da⸗ gelegen habe. Maibach. Eliſabethe Wagner. Rheinbaieriſchesiaſtanien C1706] bei Wilhelm Fertſch. Dieſes Gebilde iſt in ſeinem jungen Zuſtande zart, ſchön weiß und durchſichtig; hat es aber ſeine Reife erreicht, ſo wird es grob und zäh und nimmt eine braune Farbe an. Es wird in großen Stücken abgeſtreift und man bedient ſich ſeiner auf Ceylon als Durchſchlag oder Seihtuch, namentlich bei Bereitung des Toddy oder Palmſaftes, welcher gewöhnlich voll Unreinlichkeit iſt, wenn er friſch vom Baume weggenommen wird, da ſeine Süßigkeit eine Menge Inſekten anzieht. Auf Taheiti nennt man dieſen Stoff Aa, und gebraucht ihn nicht nur zum Durchſeihen von Pfeilwurz(KArrowroot), Kokosnußöl u. ſ. w. ſon⸗ dern die Eingebornen pflegen auch, wenn ſie mit Graben, Fiſchen und ähnlichen anſtrengenden Arbeiten beſchäftigt find, mehrere Stücke von dieſem Netz zuſammenzufügen und ein Loch in der Mitte anzubringen, ſo daß es ganz die Geſtalt jenes Kleidungsſtückes aus Rindentuch hat, das ſie Tiabuta nennen und für gewöhnlich tragen. Sie bedienen ſich dieſer aus jungen Hüllen der Plattſtiele der Kokospalme zuſammengefügten Kleidung alsdann bei der Arbeit, um ihre Kleidung aus Baumrindentuch zu ſchonen, und dieſes Negligee liefert zwar allerdings kein Gewand, das wegen ſeiner Feſtigkeit oder Biegſamkeit Bewunde⸗ rung verdient, aber es eignet ſich trefflich für Fiſcher oder ſolche, die im Waſſer arbeiten muͤſſen, da es von der Näſſe durchaus nicht zerſtört oder beeinträchtigt wird, während die Tappa oder das Rindentuch, das nach Subſtanz, Aus⸗ ſehen und Stärke die größte Aehnlichkeit mit Papier hat, im Waſſer augenblicklich zu Grunde gehen würde. Jeder Kokosbaum trägt mehrere Bündel Nüſſe, und jedes Büſchel beſteht aus zwölf bis zwanzig großen Nüſ⸗ ſen ſammt mehreren unergiebigen und unausgewachſenen. In günſtigen Lagen wird die Frucht vier- oder fünfmal im Verlaufe eines Jahres eingeſammelt. Die Nuß wird meiſt als Nahrungsmittel verwendet, ſowohl als Speiſe, wie als Getränk; als letzteres namentlich wenn ſie noch jung und grün iſt, wo ſie eine Maſſe köſtliche, kühlende Flüſſigkeit, die ſogenannte Kokosmilch, enthält, welche man entweder roh, oder mit einem Zuſatz von Madeira, Branntwein u. ſ. w. genießt. Die äußere Rinde oder Hüulſe der Kokosnuß iſt ſehr faſerreich und liefert in reifem Zuſtande die ſogenannte Roya oder Coir des Handels, welche gegenwärtig in Europa und Nordamerika zur Verfertigung von Matten, Bürſten, Hüten u. ſ. w. ſo maſſenhaft verwendet wird. —— 9 Lebe Nach! Kapu und ge Zins un! ſtalt belie 0 Um ſſe, Monate! geſchlager Iſt dieß bis die 0 tet werd kelwerk zum dick Das Ta an, un! tigen S riſſen, ö den Stu N V Aaſtanien elm Fertſch. roßen N vachſenen fünfmal u wird 8 Speiſe, 1 ſie noch 47, kühlende zalt, welche 1 Nadeita/ uuß iſt ſehl * vaenannle iin Awärtig! 10n Naltn, bendet wul 339 Pereins-Frachtbriefe nach dem neueſten Reglement der deutſchen Eiſenbahn⸗Verwaltungen ſind zu den Preiſen: 1000 Stück zu fl. 4. 30, 100 Stück zu 28 kr., 30 Stück zu 18 kr., 25 Stück zu 9 kr., zu haben in C. Gindernagel's Buchhandlung in Friedberg. Die Renten und Lebensverſicherungs- Anſtalt zu Darmſtadt übernimmt unter Garantie eines dermalen über 706,300 fl. betragenden Vermögens: 1) die Verſicherung ſteigender Renten gegen beliebige Kapitaleinlagen. Ende 1856 belief ſich die Zahl der Rentenverſicherten auf 6576 mit 11,010 Einlagen und ca. 706,585 fl. Vermögen. Die ſeit dem 1. Januar v. J. wird mit Ende d. J. geſchloſſen. in der Bildung begriffene 9. Jahresgeſellſchaft iſt nunmehr vollzählig und D Lebensverſicherungen in Beträgen von 100 bis 10,000 fl. auf ein einzelnes Leben gegen feſte, zu keiner Nachzahlung verpflichtende Verſicherungsbeiträge; ſeit 1. Juli 1855 wurden 901 Lebensverſicherungen mit einem Kapital von 550,580 fl. abgeſchloſſen. Für eine lebenslängliche Verſicherung von 100 fl. betragen die jahrlichen Verſicherungsbeiträge bei einem Alter von 30 Jahren: 2 fl. 1 kr. 20 Jahren: 1 fl. 34 kr. 25 Jahren: 1 fl. 45 kr. 35 Jahren: 2 fl 21 kr. 50 Jahren: ꝛc. ꝛc. 4 fl. 18 kr. 40 Jahren: 45 Jahren: Aufl 48 kren SJefl. 26 kr. 3) Leibrentenverſicherungen, womit auch Wittwenrenten erworben werden können. 4) Depoſitengelder bis zu Beträgen von 25 fl. herab, welche vom 30. Tage nach der Hinterlegung bis zur Zurücknahme mit 3½% verzinſt und auf Verlangen ganz oder ſtückweiſe zurückbezahlt werden. betrug die Summe der hinterlegten Gelder 744,187 fl. Ende 1856 Die Anſtalt gibt Darlehen gegen hypothekariſche Sicherheit, ſowie gegen Fauſtpfänder in Werthpapieren und gewährt mittelſt ihrer Amortiſationsordnung Gelegenheit, aufgenommene Kapitalien durch Zahlungen auf Zins und Kapital(Tilgungsrenten) allmählig abzutragen. Wegen näherer Auskunft, ſowie wegen des unentgeldlichen Bezugs von Proſpecten und Statuten der An— ſtalt beliebe man ſich an deren Herren Bevollmächtigte zu wenden.“) Darmſtadt, im April 1857. Die Direction. ) In Friedberg an Herrn Kaufmann Heinrich Hahn. 7 Butzbach 77, Bürgermeiſter J. J. Seippel. 17621 Um ſtie zu bereiten, werden die abgelösten Hülſen einige Monate lang in Waſſer eingeweicht, gewaſchen, in Stücke geſchlagen und dann zum Trocknen in die Sonne gelegt. Iſt dieß geſchehen, ſo werden ſie wieder tüchtig geklopft, bis die Faſern ſich ſo theilen, daß ſie wie Hanf verarbei— tet werden können; gleich dieſem werden ſie dann zu Ta— kelwerk verſponnen und zwar vom dünnſten Strick bis zum dickſten Ankertau, die aber nicht getheert werden. Das Tauwerk aus Coir fühlt ſich in der Hand rauher an, und das daraus gefertigte Takelwerk hat auch nicht das hübſche Ausſehen, wie das aus Hanf gefertigte, über— trifft aber das letztere nicht nur an Leichtigkeit und Elaſti— cität, ſondern auch an Dauerhaftigkeit, zumal wenn es häufig in den Fall kommt, mit Seewaſſer genetzt zu wer— den. Wegen ſeiner Elaſticität iſt es beſonders werthvoll für Kabeltaue, denn es ſetzt die Schiffe in den Stand, leichter auf dem Anker zu„reiten,“ als bei einem hän— fenen Kabeltau oder einer Ankerkette. Bennet erzählt, er ſeye einſt am Bord eines Schiffes geweſen in einem hef— tigen Sturm, wo hänfene Kabeltaue und Ankerketten ab— riſſen, das Fahrzeug aber endlich, wider alles Erwarten, den Sturm an einem dünnen Kabel von Coir überſtand. 1 Auf den Freundſchafts-Juſeln wird alles Tau- und Takel— werk für die Canoes aus dieſem Stoffe verfertigt. Schalen, aus welchen dieſe Faſern noch nicht entfernt worden ſind, dienen auf Ceylon ſtatt der Buͤrſten und Lappen zum Scheuern von Fußböden, und man verfertigt aus den Faſern auch Beſen, Matten und Säcke. Ein weiteres werthvolles Produkt der Kokospalme iſt das Oel, welches neuerdings ein ſehr wichtiger Aus— fuhr-Artikel für Ceylon und andere Theile Indiens für ſehr viele Inſeln Polyneſiens geworden iſt. Es dient zu verſchiedenen Zwecken des menſchlichen Haushalts. Zu— nächſt iſt es ein treffliches Oel zum Brennen, und wird hiezu beſonders geſchätzt, weil es mit ſehr heller, reiner Flamme brennt, keinen Rauch gibt und keinerlei Geruch entwickelt; es hat daher neuerdings in Europa einen noch bedeutenderen Werth und eine noch größere Verwendung gefunden, ſeit man entdeckt hat, daß man es zu Kerzen verarbeiten kann, welche mit denen von Wachs oder Wall— rath wetteifern können, und doch nicht höher zu ſtehen kommen, als ſolche aus Talg. Auch zur Seifenbereitung hat man es bei uns verwendet. Am reichlichſten aber wird es von den Aſiaten, Polyneſiern und andern Bewohnern Die 340 Indem wir unsere Journal-Lese-Anstalt, zu welcher jederzeit neue Theilnehmer beitreten konnen, hiermit in empfehlende Erinnerung bringen, laden Wir zur gefälligen Betheiligung ein. Es zirkuliren jetzt in derselben 2 2 Zeitschriften, für deren präcisen und geregelten Umtausch wir angelegentlichst besorgt sind. Die näheren Abonnements- Bedingungen wie das Verzeichniss Friedberg. der Zeitschriften stehen den Interessenten zu Diensten. C. Bindernagel's Buchhandlung. In C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg iſt zu haben: Ge ſ ch i chte der Stadt und Burg Friedberg in der Wetterau von Philipp Dieffenbach. Nebſt vier lithographirten Skizzen. Preis fl. 1. 45 kr. Zu ver miethen. 11707] Der obere Stock meines Hauſes it zu vermiethen und kann bis den 1. Dezember, auf Verlangen auch früher, bezogen werden. Friedberg. Wittwe Müller 5 am Mainzerthor. Ein Garten, 11708] in den Liebfraugärten gelegen, mit Aepfel⸗ und Zwetſchenbäumen, iſt auf mehrere Jahre zu verpachten bei Jakob Heß. Friedberg. Verſtei gerung. 11709] Donnerſtag den 22. Oktober, Nach⸗ mittags 2 Uhr, wird bei dem Unterzeichneten ein Pferd, ein Wagen, ein Pflug, eine Egge, ein Frachtſchlitten und ein vollſtändiges Fahrge⸗ ſchirr an den Meiſtbietenden verſteigert. J. Georg Weil zu Friedrichsdorf. 11710] billig bei Kirchweihfeſt zu Altenſtadt. 11711] Sonntag den 18. und Montag den 19. Oktober, gelegentlich der Einweihungsfeier der neu hergeſtellten Kirche dahier, findet in meinem Saale vom Mufikchor des k. k. öſterr. I. Jägerbataillons ausgeführte Tanzmuſik ſtatt, wozu ich mit dem Bemerken ergebenſt einlade, daß ich durch Ver⸗ abreichung guter Speiſen und Getränke mir die Zufriedenheit des mich beehrenden Publikums zu erwerben ſuchen werde. Altenſtadt den 12. Oktober 1857. D. 5 ee a pie k, Gaſtwirth zum ſchwarzen Adler. Zum Ausleihen! 11712] 10,500 fl. milde Stiftungskapitalien werden gegen gute Hypotheken durch meine Ver— mittlung in einzelnen Raten ausgeliehen. Friedberg im Oktober 1857. Empfehlung. 11685 Es empfiehlt ſich in allen Putzarbeiten, in und außer dem Hauſe Lin a Becht. 1128] In der C. J. Edler'ſchen Buchhandlung in Hanau iſt erſchienen und in C. Binder⸗ nagel's Buchhandlung in Friedberg zu haben. Der f Kleine Engländer oder die Kunſt die engliſche Sprache ohne Lehrer auf eine leichte und ganz faßliche Art in einigen Tagen, ſelbſt ohne vorher ein Wort davon zu verſtehen, richtig ſprechen zu lernen. Ein Hülfsbuch für Auswanderer und diejenigen, welche ſchnell engliſch lernen wollen. Herausgegeben von Prof. Dr. A. J. Grün. Achte vermehrte Auflage, Preis 18 kr. Geld⸗Cours. Frankfurt, am 14. October. 1857. Piftolen. Friedrichsd'oaor„ Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 41-42 Rand⸗Ducaten 20 Frankſtücke„ 9 16-17 Engliſche Souverains.„ 11 36-40 Preußiſche Thaler. 1 5 Preußiſche Caſſenſcheine 1 44% 5 Fres.⸗ Thaler 5 Kirchliche Anzeigen. 19. Sonntag n. Trin. den 18. Oktober. Pfarramtswoche: Hr. Stadtpf. Schwabe. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Candidat Neff. Nachmittags: Herr Stadtpfarrer Schwabe. Gottesdienſt in der Burgkirche: M. L. Goldmann. Joſeph Straus. Vormittags: Herr Stadtpfarrer Baur. Nachmittags: Herr Candidat Peters. der Tropenwelt für ihre eigene Perſon, zum Einreiben der Haut und der Haare, gebraucht. Auf Tongatabu und vielen andern Inſeln Polyneſiens bedient man ſich ſeiner, nachdem man ihm mit Sandelholz einen Wohlgeruch ge— geben, und auf dieſe Weiſe leiht es den wallenden Locken und zierlichen Geſtalten der dunkeln ſchönen Weiber jener zauberiſchen Inſeln einen lieblichen Duft. Bei kaltem Wetter wird dieſes Oel(wie die meiſten vegetabiliſchen Oele) ſehr hart, und muß erſt geſchmolzen werden, bevor man es zum Brennen verwenden kann. Der Proceß der Oelbereitung iſt ſehr einfach. Hat man den Kern aus der Schale ausgeloſt, ſo wird er eine Weile in Waſſer geſotten, dann in einem Mörſer geſtoßen, herausgenommen und ausgepreßt. Die ſo gewonnene Milch wird alsdann über langſamem Feuer gekocht, worauf das Oel oben auf ſchwimmt, abgeſchöpft und dann ſelber gekocht wird. Vierzehn bis fünfzehn Kokosnüſſe liefern ungefähr zwei engl. Quart Oel. In friſchem Zuſtande kaun man das Kokosnußöl zum Kochen verwenden und es hat einen trefflichen Geſchmack. Die Cingaleſen reiben ſich nach dem Baden den Körper damit ein und bedienen ſich ſeiner ſtets zum Salben des Haares, dem es ein be— ſonders glattes und glänzendes Anſehen gibt, weßhalb es auch bei beiden Geſchlechtern zu dieſem Behuſe ſehr ge⸗ ſucht iſt. Hunderte von jenen kleinen Koralleneilanden des ſtillen Oceans, welche hauptſächlich nur Kokospalmen tragen, ſind heutzutage je von einer oder mehreren Fami⸗ lien unternehmender Briten bewohnt, die hier ihre hidrau⸗ liſchen Preſſen und ihre Quetſchmühlen, durch Pferdegöpel oder Dampfkraft getrieben, haben, und ſich mit der Ver⸗ fertigung des Palmöls und der Mäſtung von Vieh und Geflügel befaſſen, denn die ausgepreßten Oelkuchen oder Träber dieſer Nüſſe enthalten noch eine Menge Nahrungs⸗ ſtoff. Dieſe Menſchen fuhren auf ihren Eilanden ein wah⸗ res Robinſonsleben. Alle drei bis vier Monate legt ein Schiff bei ihnen an, nimmt ihre gefüllten Oeltonnen, ihre gemäſteten Thiere oder ihr Pöckel⸗ und Rauchfleiſch in Empfang, um dieſelbe nach der Kapſtadt oder nach Sid— ney oder Melbourne zu bringen, und verſorgt ſie dagegen mit Mehl, Zucker, Kattun und allen anderen Bedürfniſſen des civiliſirten Lebens. Für dieſe Anſiedler iſt, wie für die Wilden Polyneſiens, die Kokospalme ein wahrer Le— bensbaum.— Verlag und Schnellpreſſendruck von C. Bindernagel's Buchhandlung. Verantwortlicher Redacteur: Hermann Schimpff. (Hierzu Beiblatt Nr. 42.) 2 1 — — 2 2 2 3 2 Betreffend: Sie Mitwirkung Kaufm forderung ve geſtellt hatte Gemäß merkt, daß mit einer N der Caution Frie Nach dieſes oder ſchaßſhichen ſtadt Depi landwirthſ. Frie Ueber 2 Verf ſich mit de Wiedereinf nen. Derf ger„prakti hin von der Anhänger v moraliſche Allem, wa Zweck die tens hat ſſi dieſer Blat dem Mittel weck errei ſes Mutel ud wie f. Anſecht b doch ſelbſt enen Mitt Rachteten des Artkele