Er ſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Friedberger Intelligenzblatt. Einrückungs ge⸗ buhren fur die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum 2 kr.; die beiden ee Amts- und Verkündigungsblatt fur den Kreis Friedberg. fl. 1. 30 kr. ſammen 7 Nu 4. Dienſtag, den 13. Januar. 1 Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien Betreffend: Die Vornahme der Feuerviſitation fuͤr 1857. des Kreiſes. Wir haben die Feuergeſchworenen zur Vornahme der Feuerviſitation für 1857 angewieſen und geben Ihnen hiervon Nachricht mit dem Auftrag, demnächſt und längſtens bis zum 25. März d. J. die deßfallſigen Protokolle hier⸗ her zur Beſchlußnahme einzuſenden. Friedberg am 8. Januar 1857. In Verhinderung des Kreisraths: de Beauclair, Kͤreisaſſeſſor. Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. Die Kinder des Adam Elſter IV. zu Villingen. Heimliche Entfernung aus ihrer Heimath. Auszug aus dem Großherzoglichen Negierungsblatte. Nr. 45 vom 29. Dec.(Fortſ. u. Schluß.) 11. Bekannt⸗ machung der Gr. Civil⸗Miniſterien vom 13. d., das Papierformat zu den Acten der Gr. Behörden betr.: Es iſt in neuerer Zeit wiederholt vorgekommen, daß den Vorſchriften der in Nr. 3 des Reg.⸗Bl. von 1840 veröffentlichten Bekanntmachung vom 16. Jan. 1840 zuwider⸗ gehandelt worden iſt. Man ſieht ſich deßhalb veranlaßt, dieſe Be- kanntmachung zu erneuern und demgemäß wiederholt zur Nachachtung zu verordnen, daß die an die betr. Miniſterien und ſonſtigen Be— hörden gerichteten Berichte, ſowie alle Vorſtellungen und ſonſtigen Eingaben, mit Ausnahme der Eingaben, welche auf das in der Pro— vinz Rheinheſſen eingeführte Stempelpapier geſchrieben werden müſſen, auf gutes ſtarkes, nicht zu feines Papier von dem vorgeſchriebenen Format— 13,3 Zoll(geſetzliches Maas) lang und 8,2 Zoll breit — zu ſchreiben find, widrigenfalls die Behörden oder Privaten, von welchen die Eingaben herrühren, die Rückgabe derſelben, um ſolche auf Papier von dem vorgeſchriebenen Format umzuſchreiben, zu ge⸗ wärtigen haben.— III. Bekanntmachung Gr. Min iſteriums der Fi⸗ nanzen vom 24. Dec., den Ausſchlag der directen Steuern und der Beiträge zu den Koſten der Staats- und Provinzialſtraßen für 1857 betr.— IV. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums des Gr. Hauſes und des Aeußern vom 18. Dec., welche, mit Bezug auf die Publicationen vom 9. Dec. 1837(Nr. 48 des Reg.⸗Bl.) u. 23. Juli 1845(Nr. 23 des Reg.-Bl.), nachſtehenden von der deutſchen Bundesverſamm⸗ lung in ihrer 28. dießjährigen Sitzung gefaßten Beſchluß, den Schutz der Werke der Literatur und der Kunſt gegen Nachdruck und mecha⸗ niſche Vervielfältigung in den deutſchen Bundesſtaaten betr., zur Wiſſenſchaft u. Nachachtung im Großherzogthum bringt: Der durch den Art. 2 des Bundesbeſchluſſes vom 9. Nov. 1837 und den Bun- desbeſchluß vom 19. Juni 1845 für Werke der Literatur und der Kunſt gegen Nachdruck und mechaniſche Vervielfältigung gewährte Schutz, ſowie derjenige Schutz, welcher durch beſondere Bundesbe— ſchlüſſe im Wege des Privilegiums für die Werke einzelner beſtimmten Autoren gewährt worden iſt, wird dahin erweitert, daß dieſer Schutz zu Gunſten der Werke derjenigen Autoren, welche vor dem Bundes- beſchluſſe vom 9. Nov. 1837 verſtorben find, noch bis zum 9. Nov. 1857 in Kraft bleibt.— Jedoch findet der gegenwärtige Bundesbe— ſchluß nur auf ſolche Werke Anwendung, welche zur Zeit noch im Umfange des ganzen Bundesgebietes durch Geſetze oder Privilegien gegen Nachdruck oder Nachbildung geſchützt ſind.— V. Bekanntmach— ung deſſelben Miniſteriums vom 22. Dec. das Befahren des Rhein— ſtromes betr.— VI. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums der Finanzen vom 17. Dec., welche unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 10. Septbr. d. J. den Verkrag zwiſchen den Zollvereinsſtaaten und der freien Hanſeſtadt Bremen wegen Beförderung der gegenſei— tigen Verkehrsverhältniſſe betr., und den Art. 18 dieſes Vertrags, zur öffentlichen Kenntniß bringt, daß der Anfangstermin für die Wirk— ſamkeit des Vertrags und der demſelben beigefügten Uebereinkünfte auf den 1 Jan. 1857 feſtgeſetzt iſt.— Die Eröffnung der im Art. 7 des Vertrags erwähnten Zollvereinsniederlage zu Bremen bleibt für jetzt ausgeſetzt und wird über den Zeitpunkt ihrer Eröffnung eine weitere Bekanntmachung erfolgen.— VII. Dienſtnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 4. Dec. dem Kreisarzt Dr. Kaiſer zu Seligenſtadt die Kreisarztſtelle in Dieburg und dem Kreisarzt Dr. Locherer zu Gernsseim die Kreisarztſtelle in Oppen— heim zu übertragen; 9. Dec., den Portier Bräuler auf der Main— Neckar⸗Eiſenbahnſtation Langen in gleicher Dienſteigenſchaft auf die Bahnhofſtation Darmſtadt zu verſetzen; den Landgerichtsactuar Born— geſſer zu Großgerau zum Actuar am Landgerichte Gießen und den zum Actuar am Landgerichte Butzbach ernannten Landgerichtsactuar Schmucker zu Lich zum Actuar am Landgerichte Großgerau zu er⸗ nennen.— VIII. Concurrenz für: die evang. Pfarrſtelle zu Lißberg mit 789 fl. Gehalt, wovon jedoch eine temporäre Abgabe von jähr— lich 150 fl zu entrichten iſt, die zweite evang. Schulſtelle zu Flonheim mit 255 fl. jährlich, einſchließlich der Entſchädigung für Heizung des Schullocals. Nr. 1 vom 5. Jan. enthält: I. Großb: Edict vom 15. Dec., welches außer den als bleibend bezeichneten Mitgliedern für das Jahr 1857 folgende Perſonen als außerordentliche Mitglieder des Staatsraths beruft: Hofgerichtspräſident v. Hombergk, die Ge— heimeräthe v. Grolman, Frhr. v. Starck, Goldmann, v. Heſſe, Ober— ſtudiendirector Dr. Breidenbach, Adminiſtrativjuſtizhofs-Director Mau- rer, die Miniſterialräthe Franck, Dr. Creve, Oberappell.- und Caſſ.⸗ Gerichtsrath Schenck.— II. Gr. Verordnung vom 17. Dec., das Aufſuchen von Waarenbeſtellungen durch Handelsreiſende betr., welche mit Rückſicht auf die ſeither gemachten Erfahrungen und auf Art. 180 des Polizeiſtrafgeſetzes, unter Aufhebung der Verordnung vom 2. Februar 1844, verfügt:§. 1. Den Handelsreiſenden iſt nur geſtat⸗ tet, auf Proben oder Muſter, welche ſie bei ſich führen, Beſtellungen zu ſuchen oder Geſchäfte zu machen: a. bei Kauf- und Handelsleuten in Anſehung derjenigen Waaren, womit dieſelben einen offenkundigen und erlaubten Handel treiben, b. bei Fabricanten und Gewerbtrei⸗ benden in Beziehung auf diejenigen Gegenſtände, deren dieſe zu ihrem Geſchäftsbetriede bedürfen.—§. 2. Dagegen iſt den Handels- reiſenden das Aufſuchen von Waarenbeſtellungen bei anderen Per⸗ ſonen, als den im§. 1 genannter, gänzlich verboten.— Unter dieſes Verbot fällt das Vorlegen von Proben oder Muſtern zum Behuf der Erlangung von Waarenbeſtellungen bei anderen, als den im 8. 1 genannten Perſonen, auch dann, wenn ſolches auf vorgängige Aufforderung dieſer Perſonen ſtattfindet. Sollte indeſſen ausnahms— weiſe zu irgend einer Zeit und in irgend einem Orte ein unabweis— liches Bedürfniß hierzu vorliegen, ſo iſt das betreffende Kreisamt, zu deſſen Bezirke jener Ort gehört, befugt, einem Handelsreiſenden für den ſpeciellen Fall und auf Nachweiſung der wirklich erfolgten Auf— forderung dazu zu geſtatten, ſeine Proben oder Muſter ſolchen nicht im§. 1 genannten Perſonen, von welchen die Aufforderung nachge— wieſen worden iſt, zum Zweck der Waarenbeſtellung vorzulegen; die Erlaubniß muß aber vorher eingeholt werden und gilt nur für den Tag, für welchen ſie ertheilt worden iſt.— Dieſe Beſtimmungen gelten auch von denjenigen Reiſenden, welche mittelſt Herumgehens 14 von Haus zu Haus Subſeriptionen oder Prämumerationen auf Bücher und fonſtige Druckſchriften einſammeln.— F. 3. Eine Ausnahme findet nur in Anſehung der Beſtellungen auf Wein ſtatt, welche ohn Beſchränkung auf gewiſſe Perſonen geſucht werden dürfen.— Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden mit der im Art. 180 des Polizeiſtrafgeſetzes feſtgeſetzten Strafe von 3 bis 20 fl. in Wirkſamkeit. geahndet.— F. 5. Auf die Vorſchriften gegenwärtiger Verordnung ſoll in den fur Handelsreiſende auszuſtellenden Gewerbs Legitima⸗ e tionsſcheinen ausdrücklich hingewieſen werden.— 9 §. 4. ordnung tritt mit dem Tage ihrer Publication im Regierungsblatt Dieſe Ver⸗ (Schluß folgt.) Bekanntmachungen von Behoͤrden und P Braunkohlenverkauf. öffentlichen Kenntniß, daß für die von dem 1. Januar bis 31. Marz 1857 gegen genügende Bürgſchaft und unter den bekannten Bedingungen von dem Großherzoglichen Bergwerk bei Dorheim bezogenen Braunkohlen ein Credit zur Zahlung bis zum 30. Juni 1857 gegeben wird. Die Preiſe der Kohlen ſind wie ſeither 12 kr. pr. Ctr. für die von Haufen und 13 kr. pr. Etr. für die aus Schoppen, wobei 14 Klötze für einen Centner ge— rechnet werden. f a Die Geſchirre, welche Kohlen auf dem Dorheimer Bergwerk laden, ſind bei der Kurheſſ. Weggelderhebungsſtätte Nauheim und beladen auch auf allen Großherzoglichen Chauſſeen von der Entrichtung des Chauſſeegeldes befreit. Dorheimer Bergwerk, den 23. December 1856. Großherzogliches Bergamt Dorheim Js er Wer einen Anderen vertreten will, muß mit genügender Vollmacht verſehen ſein. Butzbach am 2, Januar 1857. Großherzogliches Landgericht Butzbach Ebel. 11963] Wir bringen hiermit zur Edictalla dung. 11966] Der dahier domicilirende ſeitherige In⸗ haber des Cafe Scheller, Carl Pospiſchil aus Brünn, hat ſich von hier entfernt, und ſeine Inſolvenz bei unterzeichneter Stelle anzeigen laſſen. Es werden daher alle Diejenigen, weiche Anſprüche und Forderungen an deſſen unbe- deutende Vermögensmaſſe zu haben vermeinen, Oeffentliche Ladung. 11965] Die in hieſiger Stadt belegene im Flurbuch auf den Namen des Johann Georg rivat⸗Anzeigen. Lindheimer in Friedberg zur Rückzahlung be⸗ ſtimmt worden: Nr. 7 mit 200 fl. vom 1. September 1842, „ 16 200 fl.„ 1. Januar 1839. Die Inhaber dieſer Obligationen ſetzt man hiervon in Kenntniß mit dem Anfügen, daß die Rückzahlung am 1. Februar 1857 durch die hieſige Gemeindekaſſe erfolgt, und daß von die⸗ ſem Tage an keine weiteren Zinſen vergütet werden. Ilbenſtadt am 29. Dezember 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Ilbenſtadt 3 wier. Verſteigerungs⸗ Anzeige. 117] Auf freiwilliges Anſtehen des hiefigen Handelsmannes J. L. Böing ſoll Mittwoch den 14. Januar d. J., Morgens um 10 Uhr, öffentlich auf hieſigem Rathhauſe unter günſti⸗ gen Zahlungsbedingungen verſteigert werden: deſſen hier in den Jahren 1851 und 1852 neu erbaute Hofraithe, beſtehend aus einem ſchönen modern erbauten Wohnhauſe von 8 heizbaren Zimmern, 3 Cabinetten, 4 Kam ⸗ aufgefordert, ſolche bei Meidung des Ausſchluſſes von der Maſſe im Termin: Dienſtag den 20. Januar 1857, Vormittags 9 Uhr. dahier anzumelden und auszuführen. Der Präcluſivbeſcheid wird übrigens nur auf der Amtsſtube eröffnet. Homburg den 29. November 1856. Landgraflich Heſſ. Juſtizamt. F. C. Stäubeſandt Edictalladung. fügt. 121 Gegen Georg Becker und deſſen Ehe fügt wird. frau Eliſabetha, geborne Bill, von Nie⸗ derweiſel hat Großberzogliches Hofgericht der gewiſſer binnen und ſteht demgemäß Termin zur Anmeldung und Begründung ſämmtlicher Anſprüche an Ritzel eingetragene Hofraithe 1 241, woran das Eigenthum urkundlich nicht nachgewieſen werden kann, ſoll veräußert werden, und wer⸗ den diejenigen, welche Eigenthumsanſprüche zu haben vermeinen, aufgefordert, ſolche um ſo W'o ch en bei unterzeichneter Stelle geltend zu machen, als ſonſt die Veräußerung gerichtlich beſtätigt und der Eintrag im Mutationsverzeichniß ver Friedberg den 8. Dezember 1856. Großherzogliches Landgericht Friedberg 6 V v. Preu ſchen, Landgerichts-Aſſeſſor. mern, 2 gewölbten Kellern, Küche und unter derſelben eine Regen⸗Ciſterne mit einer Re⸗ genpumpe auf dem Waſſerſteine, geräumigen Stallungen, Remiſen, Magazinen, einer Scheuertenne, großen Böden auf dieſen Ge⸗ bäulichkeiten und einem an die Hofraithe grenzenden Obſt⸗ und Gemüſegarten. Nach der Verſteigerung obiger Hofraitbe kommen Güterſtücke zum Ausgedote. Sodann ſollen den 15. Januar und fol⸗ genden Tag, jedesmal um 9 Uhr anfangend, in obigem Lokale ſelbſt, folgende Mobiliar⸗ Gegenſtände einer öffentlichen Verſteigerung aus⸗ geſetzt werden, nämlich: 1 gutes Zugpferd, 7— 8 Jahre alt, 4 trächtige Kühe, 2 Provinz Oberheſſen förmlichen Concurs erkannt beide Eheleute, wie zum Verſuch der Güte 8 a Mittwoch den 11. März l. J., Obligations Morgens 10 Uhr, 0 bei Vermeidung Ausſchluſſes von der Maſſe, der ſtillſchweigend eintritt. dem Anlehen bei dem 1131 Von den Partial- Obligationen hieſiger Gemeinde ſind heute mittelſt Verlooſung von 1 Rind von 2½ Jahren, Verlooſung. 1 im beſten Zuſtande befindlicher leichter Victoria-Wagen mit Glasverdeck, ein- und zweiſpännig zu fahren, 1 plattirtes gutes Chaiſen⸗Geſchirr, Handlungshauſe Simon Verſchiedenes. Vertilgung der Hausgrille. Es gibt ein ſehr einfaches Mittel, die Zerſtörung der Grillen zu bewirken; es beſteht darin, des Nachts in die Räume, wo ſie ſich aufhalten, Enten einzuſperren; die Vögel lieben die Heim— chen ausnehmend, ſtellen ſich alsbald auf die Lauer und verzehren jedes, das aus ſeinem finſtern Wohnorte her— vorkommt. Wenn die Grillen zerſtört ſind, ſo muß man die Einwanderung einer neuen Colonie verhüten; dies er⸗ reicht man, indem man die Spalten und Löcher der Mauer verſtopft. Dazu bedient man ſich eines Mörtels der aus 2 Theilen Kalk, 1 Theil Bleiglätte und ſo viel Firniß bereitet wird, daß er einen Teig darſtellt, oder auch man läßt Gyps in einer Alaunauflöſung zergehen und gießt dieſes in die Oeffnung. 8 Lehrer Gaier von Betzenweiler(Würtemberg), O. A. Riedlingen, pflanzte im verfloſſenen Jahr ſogenannten Mumienweizen, wovon er letzten Herbſt zwei Aehren von Zeil bekam und ſagt im landwirthſchaftlichen Blatt für Riedlingen:„Ich fand zu meinem Erſtaunen, daß jedes Körnchen einen Stock getrieben, auf welchem 10, 12, 20 bis 24 Halme zu zählen waren. Jeder Halm war 4 bis 5 Fuß hoch und trug eine Aehre mit 65, 73 bis 93 Körnern. Nimmt mau nun den Stock nur zu 12 Halmen und die Aehre auch nur zu 70 Körnern an, ſo vermehrte ſich doch jedes Körnchen noch 840 Mal. Einen der ſchönſten Stöcke wählte ich aus, zählte genau und fand 2120 ſchöne vollkommene Körner. Das Mehl dieſer Winterfrucht iſt weiß, und die daraus bereiteten Speiſen ſind ungemein nahr- und ſchmackhaft.“ Welche große Vorſicht bezüglich des in dem verfloſſenen Jahre ſo häufig vorgekommenen Mutterkorns nothwendig iſt, ergibt ſich wieder aus einem vor einiger Zeit in Ohr⸗ druff im Gothaiſchen vorgekommenen Falle. Es erkrankte nämlich nach dem Genuß von Brot, in welches Mutter- korn gebacken war, eine ganze Familie ſehr heftig, der Sohn ſtarb bald, und eine Schweſter iſt noch nicht außer Gefahr. f Friedrit genſtan. feigerul iuſt den 1) 30 N zwe 3) ein 4) eine 5) eine 6) eine 7) verſ ralh Frier 0 — 0 lich eil Juhalt ergießt, len we erg ſttzer vor de kochten ſyſtem auffall andern erhieltt des e Kalben Orten ö da Jer 1 leichtes Stuhlwägelchen mitzeiſernen Achſen, 1 ſchwarz lackirtes Chaiſen-Geſchirr, 1 ſtarker zweiſpänniger Oekonomie-Wagen, 1 leichter ein- und zweiſpänniger do., 2 Pflüge, 1 Pfublfaß, 1 Walze, 1 Fege— müple, Egge und 1 Reitſattel mit Stan- genzaum nebſt vielem guten Fahr- und Ockonomie-⸗Geſchirr, Chaiſen-Peitſchen und ſodann 1 gutes Clavier, 1 ſchöͤnes mit rotbhem Damaſt überzogenes Canapee mit 6 Stühlen, nußbaumener neuer Klappentiſch, runder nußbaumener Tiſch mit einem Fuß, Pfeiler-Schränkchen von Nußbaumholz, runder Tiſch zum Aufſchlagen, von Kirſch- baumholz, Spiegel, Bettung und Bettladen, Waſch— bütten, Gartenſtüble und Gartentiſche, Pferdeteppiche und ſonſtige Effekten, 1 faſt neuer Diſtilirkeſſel mit Hut und Schlan— genrohr von ca./ Ohm, 1 kleines Frühſtück⸗Herdchen, eine Anzahl größerer und kleinerer Fäſſer, eine Parthie Daubholz, Felgen und Ge— räthſchäften zur Backſteinbrennerei, ferner eine Parthie Rangen, Heu, verſchiedenes Stroh, Spreu und ſodann ca. 150 Malter Kartoffel, größtentheils ſäch— ſiſche Zwiebelkartoffel, endlich große und kleine Stangen, Richtpfade, Platten, Kellertritte, Waſſerſteine ꝛc. ꝛc. Niederwöllſtadt den 2. Januar 1857. Großherzogliches Ortsgericht Niederwöllſtadt Stoll. ——— Verſtei gerung. [40] Montag den 19. l. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, werden in der Wohnung der Frau Friedrich Hilbrecht Wittwe nachſtehende Ge— genſtände einer freiwilligen meiſtbietenden Ver— ſteigerung ausgeſetzt, mit dem Anfügen, daß mit den Pferden der Anfang gemacht wird, als: 1) Zwei gute Zugpferde mit Geſchirr, 2) zwei vollſtändige große Wagen, 3) ein Pflug, 4) eine alte Egge, 5) eine Fruchtfegemüble, 6) eine gebrauchte Strohbank mit guten Meſſern, 7) verſchiedene Ketten, benebſt Ockonomie-Ge— räthſchaften. Friedberg den 10. Januar 1857. In Auftrag: Großberzogliches Ortsgericht Friedberg. Der Vorſteher bene 15 Wi lzbo er ſtgi gerung. 141] Künftigen Montag den 19. Januar 1857 werden in den Walddiſtrikten am Haſelhecker— weg und an den Kreuztannen 9% Stecken Nadel-Scheitholz, 3%„ 7 Prügelholz, 257„„ Stockholz, 4587 Eichen- und Birken-Reiſerwellen, 2162 Nadel-Reiſerwellen, 975 Gebund Ginſtern, 922„ Dorner, 63 Kiefernſtämme, enthaltend 4041 Cbkfuß, 65 Weißtannenſtämme,„ 1563„ und 46 Weißtannenſtangen, enthaltend 86 Cbf. an den Meiſtbietenden öffentlich verſteigert. Die Verſteigerung beginnt Vormittags 9 Uhr, und findet die Zuſammenkunft im ODiſtrikte 1. an den Kreuztannen auf dem ſog. Steinweg ſtatt. Ockſtadt den 7. Januar 1857. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Ockſtadt Tro ſch. Oeffentliche Aufforderung. [42] Die bekannten Gläubiger des verlebten Glaſermeiſters Georg Harz von Butzbach haben über deſſen überſchuldeten Nachlaß ein Arran— gement getroffen. Es werden etwaige weitere Gläubiger des Georg Harz aufgefordert binnen 4 Wochen ibre Forderungen dahier geltend zu machen, widrigenfalls ohne Rückſicht auf ſie das Arran— gement in Vollzug geſetzt werden wird. Butz bach den 6. Januar 1857. Großherzogliches Landgericht Butzbach Ebel, Dr. v. Schmalkalder, Landrichter. Landgerichtsaſſeſſor. Bekanntmachung. 143] Donnerſtag den 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, werden in hieſigem Stadtwalde an der Uſinger Straße 67½ Klafter Eichen-Scheitholz, 35 1„ Stockholz und 1727 Stück„ Wellen offentlich meiſtbietend verſteigert. Nauheim am 8. Januar 1857. Der Bürgermeiſter Ni e f. Holzverſteigerung. 144] Dienſtag den 20., Mittwoch den 21. u. Don⸗ nerſtag den 22. d. M., jedesmal von Morgens 9 Uhr anfangend, werden im Rodheimer Ge— meindewald, Diſtrikt Ameisbecke(neben der von Friedberg nach Homburg fübrenden Chauſſec) 23½ Stecken Buchen⸗Scheitholz, b 1977„ Eichen„ 179. Buchen-⸗Prügelbolz, 59%„ Eichen⸗„ 605 Eichen-Wellen und 803 Stämme Eichen-Bau-, Werk- und Nutz⸗ holz von 8— 25 Zoll Durchmeſſer und . 20 bis 70 Fuß Länge öffentlich meiſtbietend verſteigert. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine wird Zahlungsfriſt bis zum 1. Septbr. d. J. ge⸗ ſtattet. Bemerkt wird, daß die zwei erſten Tage bis gegen 11 Uhr ſämmtliches Brennholz und dann Stammholz zum Ausgebot kommt, und daß unbekannte Steigerer ſogleich bei der Ver— ſteigerung einen zahlungsfähigen inländiſchen Bürgen zu ſtellen haben. Rodheim den 8. Januar 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Rodheim Jacobi. Jagdverpacht ung. 145] Die der Gemeinde Altenſtadt eigenthüm⸗ lich zuſtehende Wald- und Feldjagd in der hie— ſigen Gemarkung, auf einem Flächengehalt von circa 3000 Normalmorgen, welche mit dem 15. Februar d. J. leihfällig wird, ſoll Montag den 2. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhauſe dahier auf anderweitige 6 Jahre an den Meiſtbietenden verpachtet werden. Altenſtadt den 5. Januar 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Altenſtadt Kreu der. Auszuleihen 146] ſind bei der evangceliſchen Kirche Bönſtadt 200 fl. Kirchenkapital und 160 Beſoldungskapitalien gegen genügende Sicherheit zu 5 PCt. Bönſtadt den 8. Januar 1857. Schneider, Kirchenrechner. Anzeige. 147] Auf dem Hofgute des Freiherrn von Lersner zu Obererlenbach werden fortwährend Dickwurz und Stroh jeder Sorte in belie— bigen Quantitäteu aus der Hand verkäuflich abgegeben, was den Kaufliebhabern hiermit zur Nachricht notifizirt wird. Obererlenbach am 7. Januar 1857. Freiherrl. v. Lersner'ſcher Verwalter Reinicke. In Langport bei Briſtol in England platzte neu 2500 Gallonen Doppelbier. Der Inhalt lief in einen kleinen Bach, der ſich in den Barret lich ein Bottich mit Sommer an Eine Krankheit ver iſt, wie die Hannov. Zeitg, berichtet, im vergangenen verſchiedenen der Erdbeeren. In Hanno— Orten unter den Erdbeeren ergießt, und am folgenden Tage war der Fluß zwei Mei- 0 N vorjährige Ernte größtentheils fehlgeſchlagen iſt, ſondern len weit mit betrunkenen Fiſchen bedeckt. Fütterung von Leinſamen, um die Milch— ergiebigkeit der Kühe zu fördern. Ein Gutsbe— ſitzer in Bern gab verſchiedenen Erſtlingen drei Monate vor dem Kalben jeder täglich zweimal eine Handvoll ge— kochten Leinſamen auf das Futter, wodurch ſich das Milch- ſyſtem dieſer Thiere täglich mehr ausprägte, ſo daß ein auffallender Unterſchied rückſichtlich dieſes bel jenen Thieren, andern derſelben Race gegenüber, welche keinen Leinſamen erhielten, bemerkbar machte. Die wohlthätige Wirkung des Leinſamens zeigte ſich auch noch nach dem zweiten Kalben und brachte auch bei weitern Verſuchen an andern Orten dieſelben günſtigen Erfolge. eine Krankheit aufgetreten, durch welche nicht allein die — Das auch die Erdbeerpflanzungen ſtark ruinirt wurden. erſte Erſcheinen dieſer Krankheit machte ſich dadurch be— merkbar, daß die jüngſten Herzblätter ihre hellgrüne Farbe in eine dunkelgraugrüne verwandelten, nach und nach ein— ſchrumpften und vertrockneten. Es wurden dadurch die Pflanzen in einen ihre Lebensthätigkeit hemmenden Zu— ſtand verſetzt, der ſich allmählig verſchlimmerte und in der Regel das gänzliche Abſterben der Pflanzen zur Folge hatte, ſo daß viele Erdbeerpflanzungen theilweiſe oder ganz zu Grunde gegangen ſind. Eine engliſche medieiniſche Zeitſchrift empfiehlt als Mittel gegen Froſtbeulen eine Miſchung von 30 Theilen Collodium, 12 Theilen venetianiſchem Terpentin und 6 Theilen Ricinusöôl auf die leidenden Stellen mit einem Pinſel dünn aufzutragen. 16 Vereins-Frachtbriefe nach dem neueſten Reglement der deutſchen Eiſenbahn⸗ Verwaltungen C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. ſind zu haben in Ein vollſtändiges Logis 120] mit Stall und Miſſplatz, welches bis zum 1. März bezogen werden kann; ferner ein Logis für eine einzelne Perſon, welches gleich bezieb⸗ bar iſt, hat zu vermiethen Friedberg. Wilhelm Sritzinger. Eine vollſtändige Brennerei [21] hat zu verkaufen Weckesheim. Oekonom Heck. Zur Uachricht. [30] Es werden größere Güterſtücke von 150 bis 300 Morgen Gehalt in der Wetterau zu kaufen geſucht. Näheres bei Marcus Strauß in Vilbel. Ein vollſtändiges Logis [48] gleicher Erde, welches gleich bezogen wer⸗ den kann, hat zu vermiethen Wittwe Büttner, nächſt der Stadtkirche. Verloren. [491 Eine ſchwarze Brieftaſche mit Gummiband für ohngefähr fl. 400. Werthpapiere enthaltend, wurde am 30. v. M. auf der breiten Straße, oder auf dem Wege von da nach Niedermoxſtadt verloren. Dem Finder oder demjenigen, welcher zur Ermittelung derſelben bei der Expe⸗ dition dieſes Blattes genügende Aus— kunft ertheilt, wird eine Belohnung von fl. 30. zugeſichert. Ein Clavier, [19 Tafelpiano, wird wegen Mangel an Raum billig verkauft. Wo? ſagt die Exped. Todesanzeige und Dankſagung. [50] Indem ich Verwandten und Freun⸗ den die ſchmerzliche Mittheilung mache, daß meine geliebte Frau Dorothea, geb. Froberg, nach fünfwöchentlichem Leiden am 7. d. M. in ein beſſeres Leben abgerufen wurde, fühle ich mich gedrungen, allen Denje⸗ nigen, welche mir während der Krank— heit und bei der Beerdigung der Dahin— gegangenen ſo liebevolle Theilnabme be— zeigten, meinen innigſten Dank auszu— ſprechen. a Friedberg den 10. Januar 1857. Emmerich Rauch, Schloſſermeiſter. Ein Haus bur ſch e, 151] welcher mit Gartenarbeit vertraut iſt, wird geſucht von Joh. Bechſtein II. 9. Suſanne Margaretha Dorothea Rauch, geb. Froberg, Ehefrau des hſ. B. u, Schloſſer. meiſters Emmerich Rauch, alt 41 J., 2 M., 9„ + 7. 5 8 f Ein Muti e ſch wein 153] mit ſechs Ferkel hat zu verkaufen Friedberg. J. Wetzſtein. Zur Nachricht. [53] In Angelegenheiten der von Schrauten⸗ bach'ſchen Stiftung bin ich jeden Donnerſtag von 10 bis 12 Uhr Vormittags zu ſprechen. Thurn, Seminarlehrer. Eine brave Magd, [55] welche kochen kann, wird auf Petritag in ein hieſiges Haus geſucht. Näheres bei der Expedition dieſes Blattes. Feinſten entölten Cacao(cacoigna) [55] ächt zu haben bei Georg Groß. Geld⸗ Cours. Frankfurt, am 10. Januar 1857. Piſtolen f s Friedrichsd or:„ 9 54-55 Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 42-43 Rand⸗Ducaten 1 1 20 Frankſtücke..„ 9 19-20 Engliſche Souverains.„11 38-42 Preußiſche Thaler. Preußiſche Caſſenſcheine.„ 1 45—¼ Fes Thalek,, Kirchenbuchsauszug. Getraute. 4. Friedrich Wilhelm Zobel, bſ. B. u. Schuh⸗ machermeiſter, des verſt. hſ. B. u. Schuhma⸗ chermeiſters Johannes Zobel ebel, led. S. u. Katharine Marie Rudolph, des verſt. B. u. Schuhmachermeiſters' Heinrich Rudolph zu Fauer⸗ bach II. ehel. led. T. Getaufte. 4. Dem Gr. Lieutenant im 1. Bat. des 4. Inf.⸗Reg. Karl Dingeldey ein S., Karl Jakob Berthold, geb. den 7. Nov. 1856. Beerdigte. 5. Anna Roſa Emilie Simon, ebel. T. des hſ. B. u. Gaſtwirths Wilh. Aug. Simon, alt Ms 8. Heinrich Wagner, S. der Juliane Wag— — ̃ ͤ—.,.——— ner, alt 16 T., 1 6. Marktberichte. Friedberg 9. Januar. Waizen aufgefahren 199f Malt., verkauft 195, 13 fl. 30 kr.; Korn augf. 8, verk. 2, 9 fl. 25 kr.; Gerſte aufg. 47, verk 43, 7 fl. 24 kr. verk. 1, 4 fl. 10 kr. 5 Grünberg 10. Jan. Waizen 12 fl. 54 kr.; Korn 9 fl. 35 kr.; Gerſte 7 fl. 30 kr.; Hafer 4 fl. 21 kr.; Erbſen 8 fl. 48 kr.; Kartoffeln 3 fl. 20 kr: Frankfurt 12. Januar. Waizen 13 fl. 30 40 kr.; Korn 9 fl. 10 kr.; Gerſte 7 fl. 30 kr.; Hafer 4 fl. 25 kr. Mainz 9. Jan. Waizen 13 fl. 58 kr.; Korn 10 fl. 10 kr.; Gerſte 7 45 kr.; Polizei⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 14. bis 20. Januar. S 3 Fried Butz⸗ 3 Brod⸗Preiſe. berg.] bach. 5 kr. pf. kr. pf. 1[Roggenbrod,/ Korn⸗ 1 und ½ Gerſtenmehl e e 2 1 1 7 6 1 61 1 4„„ 1 2 gemiſchtes Brod(Tafelbrod) 1 ½ Korn- u. ½ Waizenmehlſ 3] 3 3.3 2„„„ A 4 7 5 A ia Loth Loth Wilchbro ds 144 14 Waßerwec ß 1165—— Gemiſchte(Tafel⸗) Brod] 15 6155 Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſelfleiſh 14 2 142 1 Kuhfleiſch, gemäſtetes 11211 2 1 Rindfleiſch, gemäſtetes. 10 2 10 2 1 Schweinefleiſch.. 16— 16— 1 Hammelfleiſcſh. 11211 2 1 Kalbfleiſ hh 12 72 1 Schaaffleiſch h 1124 1 Wurſt v. blos Schweinen 17— 17— 1 Braut 2562 1 Schwartenmagen. 18— 18— 1 Geräucherter Speck. 312312 1 Dörrfleiſ h 212212 1 Schinken 23223 2 1 Schweineſchmalz, ausgel. 27 227 2 1„ unausgelaſſen 23 2 23 2 1 Nier effet 1. 23223 2 1 Hammelsfett. 16— 16— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Be neee i p de Verlag und Schnellpreſſendruck von C. Bindernagel's Buchhandlung. Verantwortlicher Redacteur: Hermann Schimpff. hoben vom des 9 der 1 ſchließ burg den e Rh ein vom Offici für l teroff dieſer einigt Main nende gene 1857 nehr nach am! Heuß Mun; nom der