Friedberger Intelligenzblatt. Erſcheint wo⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 12 fr.; durch die Poſt bezogen fl. 1. 30 kr. Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg.% n Einrückungsge⸗ bühren fur die ge⸗ paltene Petitzeile oder deren Raum ſammen 7 kr Nu 10. 1837. Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes. Betreffend: Die Landgeftüts-Anſtalt— insbeſondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgeſtütsbeſchäler für 1857. Diejenigen von Ihnen, aus deren Gemeinden im gebracht werden, wollen uns die muthmaßliche Zahl Scheine und Verzeichniſſe Ihnen hiernach zuſenden. Friedberg am 30. Januar 1857. Jahr 1857 Stuten zum Bedecken durch die Landgeſtütsbeſchäler derſelben baldigſt angeben, damit wir die für ſie erforderlichen d. 3 5 K Bag Ke i d e r, Kreisaſſeſſor. Auszug aus dem Großherzoglichen Nr. 3 vom 24. Jan. enthält: 1. Rechnungsablage über die Verwendung der im Jahre 1854 ausgeſchriebenen Brandentſchä— digungsbeiträge: Einnahme; Kaſſevorrath nach Abſchluß vor. Rechnung 420,355 fl. 1½ kr., Ausſtände 239 fl. 14 kr., Beiträge(von je 100 fl. Verſicherungscapital 5½ kr.) aus Oberheſſen 76,602 fl. 26 ¼ kr., Starkenburg 78,147 fl. 57% kr., Rheinheſſen 68,343 fl. 4 kr., zuſ. (Brandverficherungscapital 73,718,910 fl) 223,093 fl. 28 kr., Ge⸗ bühren 564 fl. 36 kr., zurückerhobene Depoſiten 182,000 fl., Zinſen von ausfallenden Kapitalien ꝛc. 4155 fl. 40 kr., Verſchiedenes 1509 fl. 52½ kr., in Allem 831,917 fl. 52% kr.— Ausgabe: an vergüteten Brandſchäden, nebſt Beſichtigungs⸗ und Abſchätzungskoſten: Oberheſſen 76,155 fl. 44 kr.(Kr. Gießen 11,440 fl. 1 kr., Alsfeld 36,924 fl. 23, Biedenkopf 3797 fl. 49, Büdingen 946 fl. 10, Friedberg 3227 fl. 13, Grünberg 672 fl. 50, Lauterbach 5089 fl. 20, Nidda 1756 fl. 24, Schotten 1455 fl. 51, Vilbel 6783 fl. 10, Vöhl 4062 fl. 33);— Starkenburg 50,440 fl. 20 kr.(Kr. Darmſtadt 3158 fl. 33, Bens⸗ heim 2876 fl. 4, Dieburg 9043 fl. 47, Erbach 4358 fl. 5, Großgerau 617 fl. 30, Heppenheim 792 fl. 30, Lindenfels 15,016 fl. 16, Neuſtadt 1717 fl. 46, Offenbach 9589 fl. 36, Wimpfen 1270 fl. 13 kr 933— Khbeinheſſen 69,276 fl. 2 kr.(Kr. Mainz 37,677 fl. 47, Alzey, 2341 fl. 3, Bingen 6416 fl. 39, Oppenheim 1466 fl. 9, Worms 21,374 fl. 34). abgetragene Kapitalien 112,600 fl, Zinſen von aufgenommenen Kapi- talien 18,100 fl. 37½ kr., Beſoldungen und Penfionen 2930 fl. 52½, Repartitionsgebühren 2765 fl. 23¼, Erhebgebühren 8769 fl. 43, Negierungsblatte. Miethe 190 fl., Schreibmaterialien und Druckſachen ꝛc. 935 fl. 44, Buchbinder 8 fl. 46, Schreibgebühren 8 fl., Porto und Botenlohn 64 fl. 10, Deſerviten und Auslagen 465 fl. 46, Summariſche Revi⸗ fion der Brandverſicherungscapitalien 20 fl. 8, uneinbringlich 7 fl. 27 kr., Depoſiten 182,000 zufällig 184 fl. 34, in Allem 524,923 fl. 27/ kr. Mit der Einnahme verglichen bleibt Reſt 306,994 H. Ak worunter 72 fl. 27 ¼ kr. liquidirte Ausſtände.— Der Kaſſevorrath von 306,921 fl. 57½ kr. wurde zu den Ausgaben für 1855 verwen- det.— Nach einem Auszuge der Bücher von 1855 u. 1856 betrug die Einnahme pro 1855 352,287 f..% Auen wir Ausgabe 310,320 fl. 47½ kr.— verglichen Mehrbetrag der Einnahme, 41,966 fl. 38 ¼ kr., welcher für 1856 in Einnahme geſtellt wurde. Ausgabe 39,481 fl. 3 kr. Vorrath am 31. Mai 1856, am Tage des Abſchluſſes, 2485 fl. 35% kr.— II. Ueberſicht der im Jahre 1856 in dem Gr. Landeshoſpitale Hofheim verpflegten Kranken. Ende 1855 betrug der Praſenzſtand der Kranken 358(191 Männer, 167 Frauen). Im Jahre 1856 find zugegangen: 61(87 M. 24 F.). Summe der Verpflegten 419. Von dieſen wurden entlaſſen: defi⸗ nitiv 11 M. 4 Fr., proviſoriſch 13 M. 10 Fr., geſtorben 17 M. 12 Fr. Die Summe des Abgangs betrug ſomit: durch Entlaſſung 38 Perſonen, Tod 29, zuſ. 67. Es verblieben alſo Ende 1856 in Verpflegung 352 Perſonen. Von dieſen leiden an Schmermuth 9 M. 9 Fr., Tollheit(Wahnfinn und Tobſucht, unter diefen 3 Männer zugleich an Epilepſie) 14 M. 14 Fr., ſecundäre Verrücktheit und er⸗ Eine Rieſenſchildkröte als Hauklotz. Der zoologiſche Garten in Berlin iſt vor einiger Zeit durch die Güte des Generalconſuls v. Gülich in Montevideo in den Beſitz einer Rieſenſchildkröte, von un— gefähr 300 Pfd. Gewicht, gelangt. Hr. v. Güͤlich hat die— ſem Geſchenke eine Beſchreibung beigefügt, worin er er— zählt, auf welche Weiſe dieſes in ſeinen Formen eben ſo coloſſale wie in ſeinen Bewegungen und Eigenſchaften in— tereſſante Thier zu der auf der Mitte ſeines Rückenſchildes ſichtbaren, handtellergroßen Verletzung gekommen ſei. Die Schildkröte wurde nämlich vor 43 Jahren, damals ſchon von anſehnlicher Größe, in das Haus eines Kaufmannes int ſüdlichen Braſilien aufgenommen und erfreute ſich wäh— rend dieſes langen Zeitraumes der Fürſorge ſämmtlicher Familienmitglieder, weil ſie mit den Kindern aufgewachſen und ſo gleichſam als ein Erbſtück des Hauſes betrachtet wurde. Vor vielen Jahren erhält nun einer der Diener (Neger) des Hauſes den Auftrag, Holz klein zu hacken, und nachdem ſelbiger ſich lange vergeblich nach einem paſſenden Hauklotz umgeſehen, erinnert er ſich des harten Rückens der Schildkröte, holt dieſe hervor und bedient ſich ihrer zur Erledigung des ihm gewordenen Auftrages. Ge— wiß ein ſeltener Hauklotz! Ein Nachtheil für die Geſund— heit des Thieres wurde dadurch nicht herbeigeführt; nur ſieht man heute noch in der unregelmäßigen Verletzung des Schildes, wie die Schärfe des Beils gewirkt hat. Dem Neger aber hat man dafür auf dem eigenen Rücken be— greiflich zu machen geſucht, wie unrecht das Thierquälen ſei! Verſchiedenes. Der Cotillon.„O du längſter und merkwürdig⸗ ſter aller Tänze!“ heißt es in G. Freitags„Soll und Haben“, dem Vorzüglichſten, was von deutſchen Romanen in neuerer Zeit erſchienen iſt;„du halb Spiel und balb Tanz! reizend, wenn du die einzelnen Paare im Kreiſe herumtreibſt und reizender, wenn du ihnen erlaubſt, ungeſtört und ein wenig verſteckt zu plaudern! Wir hören, daß du dem Geſchlecht der Gegenwart fur veraltet und ſpießbürgerlich giltſt. Wankelmüthiges Jahrhundert! Wiſſenſchaft und Staatskunſt werden nichts Neues erfinden, was ſo vielfachen Bedürfniſſen des Menſchengeſchlechts —̃——— — 1 worbener Blödſinn(darunter 9 Männer und 9 Frauen zugleich an Epilepſſe) 133 M. 124 Fr., angeborner Blödſinn(Idiotie und Ere⸗ inismus), darunter 1 Mann und 1 Frau zugleich an Epilepſie), 16 M. 11 Fr., Verkrüppelung und ſonſßige körperliche Fehler, ent⸗ ſtellende Krankheiten, Altersſchwäche(darunter ein epileptiſcher Krüp⸗ pel) 15 M. 7 Fr., zuſ. 187 M. und 165 Fr.— Nach ihrer Heimath gehören: der Provinz Oberheſſen 71 M. 40 Fr., Starkenburg 82 M. 80 Fr., Rheinheſſen 34 M. 42 Fr., Landgrafſchaft Heſſen⸗ Homburg 3 Fr. Der Confeſſion nach waren: Evangaliſche 139 M. 110 Fr., Katholiken 35 M. 41 Fr., Mennonitten 1 M. 1 Fr., Deutſchkatho⸗ liken 1 M., Juden 11 M. 13 Fr. Außerhalb des Hoſpitals wurden gus dem Fonds der Anſtalt unterſtützt Ende 1856: 74 Perſonen. — III. Nichterbebung von zwei Zielen der Umlage 2. Kl. in der Gemeinde Mörfelden, Kr. Großgerau, für 1856 im Betrage von 38 450 fl.— IV. Promotionen an der Gr. Landesuniverſität Gießen. Im Jahr 1856 erhielt die evang. ⸗theologiſche Licentiatenwürde: am 3. Dec. Dr. philos. Zöckler aus Laubach. Ein evang. ⸗theologiſches Ehren⸗Doctor-⸗Diplom zur Feier ſeines 50 jährigen Dienſt⸗Jubiläums erhielt: am 20. Sept. 1856 der ordentliche Honorar-Profeſſor in der philoſoph. Facultät Dr. philos. Klein.— V. Dienſtnachrichten: am 17. Sept. 1856 wurde Emil Spangenberg in Milwaukee zum Con⸗ ſul für den nordamerikaniſchen Staat Wisconſin und das Territo⸗ rium Minneſota,— 31. Dec. der bisher am Hoftheater in Engage- ment geſtandene Maler Schwedler zum Hoftheatermaler ernannt.— VI. Verſetzung in den Ruheſtand: am 6. Dec. 1856 der Steuer- commiſſär Lehr zu Alzey.— VII. Geſtorben: am 15. Dec. der penſ⸗ Prof. Dr. Riffel zu Mainz, am 26 Schullehrer Rückert zu Zellhauſen. Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen. Bekanntmachung. 1122] Donnerſtag den 5. Februar d. J., Vor. mittags von 9 Uhr an, werden im Rodheimer Gemeindewalp, Diſtrikt Voderwald: 15% Stecken Eichen⸗Scheitholz, 7*„ Prügelbolz, 32 5„ Stockholz, 13% Nadel⸗Scheitholz, 172* 11 Prügelbolz, 57 6 1 Stockholz, 1„ Buchen ⸗Scheitholz, 39 Stück Eichen ⸗ Wellen, 1613„ Nadel⸗„ 166 Stämme Nadel-Bau⸗, Werk⸗ u. Nutz⸗ holz von 7 bis 15 Zoll Durchmeſſer u. 15 bis 80 Fuß Länge und 130 Stämme Eichen Bau-, Werk⸗ u. Nutz⸗ holz von 7 bis 12 Zoll Durchmeſſer u. 12 bis 45 Fuß Länge öffentlich meiſtbietend verſteigert. Gegen vorſchriftsmaßige Bürgſcheine wird Zahlungsfriſt bis 1. Sept. d. J. geſtattet. Rodheim, am 27. Jan. 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Rodheim. Jacobi. Jagdverpachtung. 1124] Da die der hiefigen Gemeinde zuſtehende Wald⸗ und Feldjagd von eirca 3315 Normal- morgen mit dem 1. April d. J. wieder leih⸗ fällig wird, ſo ſoll dieſelbe am 9. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhauſe dahier auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Wohnbach am 28. Januar 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Wohnbach Main ⸗Weſer⸗ Bahn. 1115] Zur Uniformirung der Portiers und der Bahn⸗ und Weichenwärter ſoll die Lieferung von 26 Röcken, 77 Hoſen und 77 Mützen, ver⸗ anſchlagt zu 865 fl. auf dem Submiſſionswege in Accord gegeben werden, worüber die Be⸗ dingungen bei der unterzeichneten Stelle zur Einſicht offen liegen, an welche die Gebote bis längſtens den 9. Februar d. J., des Vormit⸗ tags 10 Uhr, verſiegelt und mit der Auffſchrift verſehen„Uniformirung betreffend“ einzureichen nd. Gieſſen am 26. Januar 1857. Großherzogliche Magazins ⸗Commiſſion Lad a ben heimer. Fruchtverſtei gerung. [120 Freitag den 6. Februar, Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrathe des vereinigten Armenfonds 50 bis 600 Malter Korn und 20 bis 30 Malter Gerſte meiſtdietend verſteigert. Friedberg den 28. Januar 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Bekanntmachung. [105] Dienſtag den 10. Februar d. J. und an den folgenden Tagen, Morgens 9 Uhr anfangend, wird das auf dem Freiherrl. v. Lersner'ſchen Hofgut zu Obererlenbach befindliche Inventar⸗ getäthe, als: 5 1) Dreizehn Pferde, worunter 6 ſchwere nie⸗ derländiſche, 4 leichtere, 2 dreijährige Foh⸗ len von beſonderer Schönheit und 1 Reit⸗ pferd, g 2 vier Zugochſen, zwei trächtige Mutterſchweine nebſt einem Eber(engliſcher Baſtard), 3) Pferde⸗ und Ochſengeſchirre, 4) ſechs Wagen nebſt dazu gehörigem Ge⸗ räthe, Pflüge, Eggen, Walzen, 1 Rapps⸗ Säemaſchine, 5) Stallrequiſiten, 6) ein großes Rappsdreſchtuch mit vollſländi⸗ gem Zubehör, 7) verſchiedene zum Oekonomiehaus gehörige Mobilien, als: Holzwerk, Bettzeug, irde⸗ nes und ſteinernes Geſchirr, Fäſſer und Küchengeſchirr, 8) Dickwurz, Stroh u. d. gl. gegen baare Zahlung meiſtbietend und zwar in der oben bemerkten Reihenfolge verſteigert, wo— zu die Steigluſtigen hiermit eingeladen werden. Obererlenbach am 22. Januar 1857. Großherzogliches Ortsgericht Obererlenbach Der Vorſteher Ru p p. Edictalladung. L100] Nachdem Valentin Wehrheim V. von Kirdorf ſeine Zahlungsunfähigkeit angezeigt hat, ſo werden alle diejenigen, welche Anſprüche ir⸗ gend welcher Art an denſelben zu haben ver⸗ meinen, hiermit aufgefordert, ſolche im Termin Dienſtag den 3. März 1857, Vormittags 9 Uhr, entweder in Perſon oder durch gehörig zu be⸗ vollmächtigende Stellvertreter ſo gewiffer anzu⸗ melden und auszuführen, anſonſt der Nichter⸗ ſcheinende von der vorhandenen Maſſe wird ausgeſchloſſen werden. Das Präclufiv⸗Erkenntniß wird übrigens nur auf der Gerichtsſtube eröffnet. Homburg den 9. Januar 1857. Landgräflich Heſſiſches Juſtizamt F. C. Stäube ſandt. Philip p. i Genüge thut als du. Da iſt das kindliche Gemüth: es kann ſich in Schlangenwindungen umherdrehen, es kann hier und dort hinlaufen, alte Herren vom Spieltiſch zu Ex⸗ tratouren holen, auf dem Stuhle ſitzend drei oder vier junge Damen verächtlich vor ſich ſtehen laſſen, von Tanzluſt er⸗ griffen plötzlich aufſpringen, irgend eine Dame ergreifen und im Kreiſe herumtanzen, und kein Menſch kann es ihm verwehren. Da ſind dann höher ſtrebende Naturen, welche Gefühle haben oder Ehrgeiz oder Bosheit und Menſchen— haß; allen biſt du gefällig. Du giebſt jedem Herrn das Recht ſich mehr als einmal eine Tänzerin nach ſeinem Herzen zu ſuchen; du erlaubſt jeder Dame in der aller— zarteſten Weiſe anzudeuten, welche zwei oder drei Herren ihre höchſte Achtung genießen; du vertheilſt an ſtrebſame Cavaliere Schleifen und Orden; du hefteſt maſſenhafte Blumenſträuße an die Bruſt der gefeierten Dame; Du läßt aber auch verſchmähte Herren zähneknirſchend umher— laufen und ſich irgend eine Surrogattänzerin ſuchen; du offenbarſt die Lieblinge der Geſellſchaft, aber du machſt auch den Unbekannten und Unbeliebten noch einſamer und verlaſſener. Wenn du beginnſt, werden die Blicke der Mütter beſorgt, die Naſen der Tanten ſpitz. Du kindiſcher, luſtiger, endloſer Tanz, wie viele Glückliche haſt du ge⸗ macht, wie viele ſtille Thränen haſt du verurſacht, wie manches Brautpaar haſt du zuſammengeführt und welche quälende Eiferſucht haſt du erregt! Freilich haſt du auch endloſen Staub aufgeregt, zahlloſe Toiletten unſcheinbar gemacht und manche grimmige Feindſchaft hervorgerufen. So biſt du in deiner Blüthenzeit geweſen, die Freude der Jugend, die große Angelegenheit der Mutter, die Furcht der ermüdeten Väter, ein Gräuel nur für die Muſiker!“ Die eiſerne Maske eine Thatſache. Näm⸗ lich in Braſilien, wo man häufig Negern mit einer Maske von dünnem Eiſenblech vor dem Geſichte begegnet. Der Fremde ſtaunt natürlich zuerſt ſehr über dieſe wunderliche Verzierung; dieſelbe iſt aber, in der That nichts mehr, nichts weniger als ein— Maulkorb. Wenn ein Neger dem Trunke ergeben iſt, oder die Gewohnheit hat, Erde zu eſſen, was unter den Negern ſehr häufig vorkommt, ſo legt ihm ſein Herr jene Maske vor's Geſicht. Von die⸗ ſer gehen drei Bügel ab, die im Nacken durch ein Schloß befeſtigt werden, zu welchem der Herr den Schlüſſel be auogelie Friel Gto 1405 gens i Bum ⸗ Grumm feigert FJrich Fa 1411 0 mittags geboͤtend meiftbiet werden. Dorn wahrt. die Au Futter Mund. tags⸗ ſogleich Daß d ſeren zu de hort Trans ten ei ein geſtellt iſt. An neue, ſene 2 mehr bisheri Mitteldeutſcher Eiſenbahnverband. 1137] Vom 1. Februar 1857 ab gelten für die directe Güterbeförderung im mitteldeutſchen Eiſenbabn-Verband an Stelle der bisherigen Beſtimmungen das„Vereins Reglement für den Güterverkehr auf den Eiſenbahnen Deutſch⸗ lands vom 1. Dezember 1856 nebſt dem da⸗ rin vorgeſchriebenen Frachtbrief⸗Formular und die zuſatzlichen Beſtimmungen zu dieſem Re- glement, welche in dem gleichfalls vom 1. Fe⸗ bruar ab gültigen Verbandstarife enthalten find. Exemplare des Tarifs ſind bei den Güter- Expeditionen der Main-Weſer-Bahn zu dem Preiſe von 9 kr. und Frachtbrief⸗Formulare zu den bisherigen Preiſen zu haben. Für die Verwaltungen des mitteldeutſchen Eiſenbahn-Verbandes: Die Central-Direction der Main-Weſer— Bahn. Puch ve rſte eg t un g. [138] Montag den 9. Februar, Nachmüttags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathbauſe von dem Fruchtvorrath des Auguſtiner⸗Schulfonds 50 Malter Korn an den Meiſtbietenden ver— ſteigert. Friedberg den 31. Januar 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bande. 10 0 0 Gulden 1139] können aus der Kaſſe des Auguſtiner⸗ Schulfonds dahier gegen doppelte Unterpfänder ausgeliehen werden. Friedberg den 31. Januar 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Bekanntmachung. [140] Mittwoch den 4. Februar d. J., Mor⸗ gens um 11 Uhr, ſollen in dem Schloßbofe zu Burg⸗Friedberg circa 10 Centner Heu und Grummet gegen gleich baare Zahlung ver— fteigert werden. Friedberg den. 31. Januar 1857. Großherzogliches Rentamt Friedberg Hau ſer. Faſelochs ⸗Verſteigerung. 1141] Donnerſtag den 5. Februar l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll ein der hieſigen Gemeinde gebörender ſchlachtbarer Faſelochs öffentlich meiſtbietend auf hieſigem Rathhauſe verſteigert 39 Holzverſtei gerung. 1142 Künftigen Freitag den 6. k. M., Vor⸗ mittags 10 Uhr, kommen in dem ſog. herr⸗ schaftlichen Hochbolz zur Verſteigerung: 1) 33 Stecken Buchen-Scheltholz, 20 27*„ und 11 Stecken Kie⸗ jern-⸗Prügelholz, 3) 22 Stecken Buchen- und 8 Stecken Kie⸗ fern⸗Stockholz, 4) 1650 Wellen Buchen- und 4300 Wellen Kiefern-Reisholz und 5) 4 zu Kummetgeſtelle benutzbare Buchen- Klötze von 16— 19“ mittl. Durchm. und 4—5“ Länge. Heldenbergen den 30. Januar 1857. Großherzogliche Oberförſterei Altenſtadt Rumpf. Holzverſtei gerung. [143] Mittwoch den 4. Februar, von Morgens 10 Uhr an, werden in dem Engelthaler Wald, Diſtrikt hinter der Mauer von Engelthal Abth. Nr. 17, nachſtehende Holzſortimente öffentlich meiſtbietend gegen baare Zahlung verſteigert: 68 Stecken Buchen-Prügel⸗Stammholz, 47 Eichen- desgl., 24„ Buchen-⸗Stockholz, 1½„ Eichen- desgl. und 1200 Stück Buchen⸗Wellen⸗Reisholz. Engelthal am 20. Januar 1837. Der Graäflich Solms-Laubachiſche Rentmeiſter Gru p p é. Holzverſtei gerung. 1144] Donnerſtag den 5. Februar d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſollen in bieſigem Gemeinde- wald, Diſtrikt Oberwald, 7,638 Cubikfuß Eichen⸗Bau⸗, Werk- und Nutzbolz, in 76 Stäm⸗ men beſtehend, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Großkarben den 27. Januar 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Großkarben 43 6 l. Arbeits Ver ſteri gerung. 11451 Wegen geſchebenen Nachgebotes wird die bei Reparatur der Wetterbrücke vorkommende Zimmerarbeit, welche zu 140 fl. 32 kr. ver⸗ anſchlagt iſt, Mittwoch den 4. Februar, des Vormittags um 10 Uhr, bei Gaſtwirth Johs. Jagdverpachtung. 146) Die der Gemeinde Obbornbofen eigen- thümlich zuſtehende Wald- und Feldjagd der Gemarkung Obbornhofen, welche am 15. Fe⸗ bruar 1857 leihfällig wird, ſoll Donnerſtag den 12. Februar d. J., Morgens 10 Uhr, auf dem Gemeindehauſe dahier anderweit auf 6 Jahre öffentlich meiſtbictend verpachtet werden. Obbornhofen am 29. Januar 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Obbornhofen Schmid. Zu vermiethen. 106] In Nauheim vis-a-vis dem Kurhaus iſt ein Laden mit Kabinet zu vermiethen. Näheres Bekanntmachung. 1107] Dienſtag den 10. Februar, Vormittags um 9 Ubr, läßt die Unterzeichnete in ihrer Be⸗ hauſung: 2 Pferde, 1 Wagen mit Zugehor, 3 Pflüge, 1 Egge, 2 trächtige Kühe, 300 Malter Kartoffeln, Stroh aller Gattung, Heu, Grummet, 1 Kleiderſchrank, Tiſche, Stühle, Banke und ſonſtige Hausgeräthſchaften aller Art, 1 Fruchtfegemühle, 1 Parthie Faſſer und Bütten gegen gleich baare Zahlung verſteigern. Steinfurth am 23. Januar 1857. Ludwig Hubers Wtw. Gute Kocher bſen, 1126] weiße und grüne Markerbſen find zu haben bei J. K., Na pep ga, Zum Ausleihen gegen guten Einſatz. 1127] Capitalien von fi. 2000.— fl. 1600.— fl. 1500.— fl. 1000.— fl. 500 und fl. 400. Joſeph Straus in Friedberg. 40 bis 45000 fl. Michel dahier nochmals in Accord gegeben. werden. Bruchenbrücken den 31, Januar 1857.[135] zur Uebernahme von Güterkaufſchillingen ust Dornaſſenheim den 31. Januar 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Bruchenbrücken gegen billigen Nachlaß, liegen bereit. Näheres 1 Rack, Bürgermeiſter. Die ſt. bei G. Fil in Vilbel. du ge⸗ wahrt. Eine ſolche Maske hat nur zwei Ausſchnitte für desſelben Mannes iſt der Manövrirer, ein ſcheitelxecht „ wie die Augen und ein mit einigen kleinen Löchern verſehenes zum Waſſer ſtehendes kleines Schaufelrad am Vordertheil welche Futteral für die Naſe; jedoch keine Oeffnung für den des Schiffes, das nur beim Ab- und Anfahren in Bewe⸗ auch Mund. Dreimal des Tages zur Zeit des Frühſtücks, Mit- gung geſetzt wird, um die Richtung des Schiffes genau zu tinbar tags⸗ und Abendeſſens wird die Maske abgenommen, aber der erforderlichen zu machen und dasſelbe um ſo ſicherer rufen. ſogleich nach Beendigung des Mahles wieder angelegt. an die rechte Landungsſtelle zu bringen. Jenes Centralrad de det Daß dieſe Maskerade, in ihren practiſchen Reſultaten un- hofft man werde den für Ufer und Fiſchzucht ſo nachthei— Furcht ſeren Maskeraden geradezu entgegenſtehend, nicht eben ligen ſtarken Wellenſchlag mäßigen. Nur fragt ſich's, ob aſilet! zu den wenigen Gemüthlichkeiten des Sclavenlebens ge- die Schnelligkeit bei dem nach der neuen Erfindung erbau⸗ hört und demnach arg geſcheut wird, iſt leicht zu begreifen. ten Boote nicht eine geringere werden wird! Nam⸗ 0 Maske Unſeren Flußdampfſchüffen, jenen angenehmen Bis zum 1. September v. J. waren im Hafen von Det Transportmitteln, ſteht durch die Erfindung eines Schot- Neuyork 89,596 Einwanderer eingetroffen, darunter 35,579 derliche ten eine bedeutende Veränderung bevor. Es wird nur[Deutſche. mehr, ein Rad angewendet und in die Mitte des Fahrzeugs W Neger geſtellt, das dazu in der Mitte der Länge nach geſpalten 1 Erde iſt. An Raum wird dadurch ſo bedeutend gewonnen, daß der Zu keiner Zeit hat man ſo wenig geglaubt, wie in im, lo neue, Ende November bei Glasgow vom Stapel gelaſ- der jetzigen, und doch gab es noch nie ſo viele Gläubiger, on dir; ſene Dampfer, bei einer Länge von nur 140 Fuß, doch als eben jetzt.— Zu keiner Zeit gingen ſo viele Menſchen Schloß mehr und größere Zimmer enthält, als das ſtattlichſte der durch als in der jetzigen, und doch können ſo wenige fort— el be⸗ bisherigen Flußdampfſchiffe. Eine zweite Verbeſſerung[kommen. 40 Pereins-Frachtbriefe nach dem neueſten Reglement der deutſchen Eiſenbahn⸗ Verwaltungen ſind zu den Preiſen: 1000 Stück zu fl. A4. 30, 100 Stück zu 28 kr., 80 Stück zu 15 kr., 25 Stück zu 9 kr., zu haben in C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. Bad Nauheim. Local- Veränderung. 11471 Mein Cigarren, Tabak- und Spirituoſen-Geſchäft befindet ſich jetzt in meinem Hauſe, hieſ. Kurſtraße, nächſt der Trinkhalle. H. Fennel. Ich habe eine Parthie ächtfarbige g Blaugraue 4Afache Strickbaumwolle 1148] von ſehr guter Qualität, wegen nicht ganz richtig ausgefallener Farbe zurückgeſetzt, die ich pr. Pfund leicht Gew. zu 40 Kreuzer verkaufe und beſtens empfehle. Joh. Friedr. Quilling, Liebfrauenberg 33. Frankfurt a. M. Alizarin⸗, Schreib⸗ und Copir⸗Tinte, patentirt für Sachſen, Hannover, Frankreich und Belgien, 1149] welche auf jedem Flaſchen⸗Verſchluß den Stempel des Sächſ. Wappens trägt, wodurch die Echtheit des obigen Fabrikats garantirt wird, empfiehlt in Flaſchen à 14 kr. Friedberg. P. F. Schmittner. Zu verkaufen. [152] Einige Stämme Ulmen hat zu verkaufen Wilhelm Leonhardt in Bönſtadt. Verſtei gerung. 1150 Donnerſtag den 12. Februar 1857 will der Unterzeichnete in Niederwöllſtadt folgende Gegenſtände gegen gleich baare Zahlung öffent⸗ lich verſteigern laſſen: 1) 4 Kühe, drei trächtig, 1 fett, 2) 3 Mutterſchweine mit Ferkeln, 3) 14 Stück Sprenger, 4) 3 fette ee N 5) 15 Stück verſchiedene Zucht aafe, 2 Pferde, wovon das eine 8 Jahre alt iſt, 60 5 Stück Hühner und 2 Hähne chinefiſcher 3 Pügnie Kübe, 1 Hund, 1 Bbbliten, 7 dee, Wagen, 1 Chaiſe, 18 trächtige Schaafe, 1 7) 12 bis 16 Paar Tauben, Schrotwühle, verſchiedene Sorten Fäſſer, 80 1. Kelter mit eiſernen Schrauben, welche Einmaiſchbütten von 400800 Maas, noch 1% Ohm ausdrückt, benebſt einer noch ſehr gut, 1 Kartoffelmühle, verſchiedene Oe⸗ neuen Aepfelmüble, konomie⸗ und Hausgeräthe, ſowie 30 Malter 9 30 Fuder Waizenſtroh, vorzüglich ſchöne, haferreine Wicken, welche 10) 20 Fuder Haferſtrob, vvaldmalterweiſe ausgeboten werden. 11) 30 Fuder Gerftenfſroh, Beienheim den 2. Februar 1857. Verſtei gerung. 453] Montag den 9. d. M., Morgens 10 Uhr anfangend, läßt Unterzeichneter öffentlich verſteigern: 12) eine Parthie Heu, b B 5 13) 100 Centner Grummet, J. Filius, Rentmeiſter. 14) 95 große Quantität guter Fäſſer und Kirchenbuchsauszug ütten, g 10) 42, Tuche verſcibener Gallung, 25. Jan. Dm 5. 5. u. Handarbeiter 16) 3 Dutzend Stühle, f 0 17) 4 voültänsig eingenſckete Betten mit Bett. Josepb Deu 5. B. f ſectermelſer Franz ſlellen oſeph Reitz eine T., Charlotte Wilhelmine 18 allerlel Haus- und Wirthsgeräthſſchaften. 988 Jul 5 0 5 Nie derwöllſtadt den 31. Januar 1857. Jacob Haas. Weißgerbergeſellen 11511 finden bei gutem Lobn dauernde Be · ſchäftigung in der vederfabrik, Louiſenſtraße Nr. 26 in Offenbach. Beer digte. 25. Ein todtgebornes S. des hi. B. Fer⸗ dinand Volp, geb. 24. Jan. 30. Frau Maria Margaretha de Beau⸗ elair, geb. Wilhelmi, Wittwe des zu Darmſtadt verſt. Hofraths Adolph de Beauclair, alt 76 J. 5 M. 28 T., 1 28. widerruf. 154] Die Anzeige in Nr. 9 des Intelligenz ⸗ blattes sub Nr. 123 wird hiermit vom Ein⸗ ſender ſelbſt als ein unpaſſender und unäberleg⸗ ter Scherz zurückgenommen. F., den 1. Febr. 1857. N. 2 Marktberichte. Friedberg 30. Januar. Bei unbedeutender Zufuhr u. geringer Kaufluſt ſtellten ſich folgende Preiſe feſt. Waizen 13 fl. 8 kr.; Korn d fl. 50 kr.; Gerſte 7 fl. 25 kr. Grünberg 31. Jan. Waizen 12 fl. 39 kr.; Korn 9 fl. 34 kr.; Gerſte 7 fl. 20 kr.; Hafer 4 fl. 30 kr.; Erbſen 8 fl. 57 kr.; Molter 8 fl. 40 kr. Frankfurt, 2. Februar. Bei ſtillem Ge⸗ ſchäfte Waizen 13 fl.; Korn 9 fl.; Gerſte 7 fl. 45 kr.; Hafer 4 fl. 10 kr. Mainz 30. Jan. Waizen 14 fl. 18 kr.; Korn 11 fl. 15 kr.; Gerſte 9 fl. 50 kr.; Hafer 4 fl. 35 kr. Polizei- Tax e für die Städte Friedberg und Butzbach vom 4. bis 10. Februar. — 5 Fried- Butz ⸗ 2 Brod⸗Preiſe. berg.] bach. 5 kr. pf. kr. pf. 11 Roggenbrod,/ Korn⸗ f und ½ Gerſtenmehl 34 11 371 2 0 1 7 6 1 61 1 4„„„ 12 11121 gemiſchtes Brod(Tafelbrod) 1% Korn⸗ u. ½ Waizenmehl, 3] 2 3 2 2* 15 17 71— 1 4 1 97 2 14— 1 14— Loty Loth Miche 1144 1 4 Werde 1151—(— Gemiſchte(Tafel-) Brod. 15 15 Fleiſch⸗Preiſe. pf. pf 1 Ochſenfleiſ h 14214 2 1 Kuhfleiſch, gemäftetes 112112 1 Rindfleiſch, gemäſtetes. 10 2 10 2 1 Schweinefleiſch h.. 16— 16— 1 Hammelfleiſſh. 11211 2 1 Kalbfleiſhh 72 72 1 Schaaffleiſhe 17— 1—— 10Wurſt v. blos Schweinen 17— 17— 1 Bmwurf ft 2 212 1 Schwartenmagen 18— 18— 1 Geräucherter Speck. 31/231 2 1 Dörrfleiſc gh 21221 2 1 Schinken 23223 2 1 Schweineſchmalz, ausgel. 27 227 2 1„ unausgelaſſen 23 2 232 1 Nieren fett. 23223 1 Hammelsfett. 16— 116— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Bender. Seppel. Verlag und Schnellpreſſendruck von C. Bindernagel's Buchhandlung. Verantwortlicher Redacteur: Hermann Schimpff. gelte f 9 und 9 pflicht Anfang wach befinde halten dem 1. b ſolchen oder