Friedberger Intelligenzblatt. 8. 8 8 1 7 Einrückungsge⸗ — ge g Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, gen de tag. Preis jährl. fl. 1. 12 kr.; durch die Poſt bezogen Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. oder deren Raum 2 kr.; die beiden erſten Zeilen zu⸗ fl. 1. 30 kr. ſammen 7 kr Nu S. Freitag, den 25. Januar. 1856. Erinnerungen eines Londoner Polizeibeamten. (Fortſetzung und Schluß.) Auf dieſen kühnen Vorſchlag erfolgte ein paar Mi— nuten lang keine Antwort; dann ſagte Mr. Webſter lang— ſam:„Daß mein Sohn unſchuldig iſt, davon bin ich feſt uͤberzeugt—“ 8 „Unſchuldig!“ rief Mr. Hutton wild und höhniſch: „Sie ſind wohl nicht recht bei Sinnen, Mr. Webſter?“ „Aber bei alledem,“ fuhr der Kranke fort, ohne auf die Unterbrechung zu achten,„bei alledem möchte es doch vielleicht unmöglich ſein, ſeine Unſchuld zu beweiſen, und Ihr Vorſchlag hat allerdings etwas ſehr Plauſibles. In— deſſen muß ich doch Zeit haben, mir die Sache zu überlegen.“ „Verſteht ſich; ich gebe Ihnen Zeit bis heute über acht Tage. Sie können nichts anders als meinen Vorſchlag annehmen, deun wenn Sie es nicht thue, ſo befindet ſich, ſo wahr ich hier ſtehe, Ihr Herr Sohn ſofort nach Ab— lauf dieſer Zeit auf dem geraden Weg nach dem Traus— portſchiffe.“ Mit dieſen Worten entfernte ſich Mr. Hutton, und ich kroch aus meinem nicht ſehr würdigen Verſteck hervor. „Ich beginne in dieſer ſchwarzen Angelegenheit etwas heller zu ſehen,“ ſagte ich, als der alte Herr mich fragend anſah;„und ich hoffe, wir werden noch im Stande ſein, den Spieß gegen den ehrenwerthen Herrn umzudrehen, der uns ſo eben verlaſſen hat und ſeiner Sache ſo gewiß zu ſein ſcheint. Nun möchte ich,“ ſetzte ich zu Miß Webſter mich wendend, welche mittlerweile wieder eingetreten war, hinzu,„noch ein paar Worte mit Ihrem Bruder ſprechen.“ Sie ging mir voran die Treppe hinab, und ich traf Mr. Edmund Webſter im Speiſezimmer. „Haben Sie die Güte, ſagte ich,„mir den Hut zu zeigen, den Mr. Brown in der Taverne gegen den Ihrigen zurückließ.“ Der junge Mann ſchien durch die anſcheinende Selt— ſamkeit meines Verlangens überraſcht werden, entſprach aber demſelben ſofort. „Und wollen Sie mir ſagen, welcher Name des Fa— brikanten oder Verkäufers in Ihrem Hute eingeklebt war, Mr. Webſter.“ „Levis in Bond Street“ antwortete er;„ich kaufe alle meine Hüte dort.“ „Gut. Und nun beſchreiben Sie mir Mr. perſönliche Erſcheinung. Wie ſah er aus?, „Er war ein ziemlich ſtarker Mann von mittleren Jahren mit ſehr blondem Haar, hervorſpringender Naſe und bleichem, ſehr pockennarbigem Geſicht.“ „Das iſt vor der Hand genug, Mr. Webſter. Ich bitte Sie noch, bis Sie mich wiederſehen, keiner Seele ein Sterbens wörtchen davon zu ſagen, daß wir in dieſer Sache Schritte unternommen haben.“ Hierauf verlies ich das Haus. Der Hut hatte mir einen ſehr wichtigen Fingerzeig gegeben, denn auf der ge— drückten Etikette inwendig ſtanden die Worte:„Perkins, Guilford, Surrey,“ und ſchon den nächſten Tag, ungefähr 0 Brown's um zwei Uhr, ſtieg ich in dem Gaſthof zur Roſe und Krone, Guildford, Surrey, ab, in der feſten Hoffnung, in dieſen ſteilen Straßen oder den anſtoßenden Gäßchen einem ziemlich ſtarken Manne zu begegnen, der ſich durch ſehr blondes Haar, eine lange Naſe und ein blaſſes, pocken— narbiges Geſicht auszeichnete. Die Sache lohnte auf alle Fälle eines Verſuchs, und ich machte mich mit vielem Eifer an's Werk, indem ich vom Morgengrauen bis zur Abend— dammerung umherwanderte, jedes Geſicht, welches mir be— gegnete, prüfend anſchaute und die Abende in den beſuch— teſten Schenkhäuſern der Stadt zubrachte. Zu mancher vergeblichen Jagd verlockte mich ein ferner Schimmer von blondem oder rothem Haare, und beſonders ein Kerl mit ſemmelblondem Kopfe und einem paar der längſten Beine, die ich jemals geſehen, hielt mich an einem ſchwülen Morgen auf der Straße nach Chertſey zwei volle Stunden in keuchendem Trabe, bis ich ihn überholte und nun ein paar fette Wangen, rund und roth wie die eines Apfels, er— blickte, zwiſchen welchen kaum ſichtbar eine kurze Stumpf— naſe ſaß. Geduld und Ausdauer erhielten jedoch endlich ihren Lohn. Ich erkannte meinen Mann, als er eben auf dem Markte eine Fleiſchkeule einhandelte. Er entſprach ganz genau der mir von ihm gegebenen Beſchreibung und trug überdies einen ſehr modiſchen Hut, der ſtark an Bond Street erinnerte. Nach einer Weile trennte er ſich von ſeiner Gattin, die bei ihm war und ging auf ein Wirths— haus zu, in deſſen Zimmer ich gleich nach ihm eintrat. Er ſchien ein ganz anſtändiger Mann zu ſein, aber zu— weilen flog ein etwas angſtlicher Ausdruck über ſein Geſicht, welcher mir, der ich in dergleichen Symptome eingeweiht bin, ziemlich deutlich ein ſorgenvolles Gemüth verrieth, wovon die Urſache wahrſcheinlich in Geldverlegenheit, aber, wie es mir ſchien, keineswegs in einem böſen Gewiſſen zu ſuchen war. Gleich darauf erhielt ich einen noch ferner— weiten und entſcheidenden Beweis,— obſchon es eines ſolchen kaum bedurfte— daß Mr. Skinner, wie der Kell— ner ihn nannte, mein Mr. Brown war. Als ich nämlich aufſtand, um das Zimmer zu verlaſſen, nahm ich ſeinen Hut, den er aufgehangen, anſcheinend aus Verſehen ſtatt des meinen, und in der halben Minute, welche verſtrich, ehe ich ihn wieder hinhing, ſah ich ganz deutlich die Namen: „Lewis, Bond-Street, London“ inwendig auf der Etikette. Die Hauptfrage war nun, wie ich mir das glück— liche Auffinden des Mr. Brown am beſten zu Nutzen machen könnte, und während ich noch über verſchiedene Proceduren nachdachte, ward ich durch den Anblick eines Bretts, auf welchem die Worte ſtanden:„Dieſes Grund— ſtück iſt in einzelnen Parzellen zu Bauplätzen zu verkaufen Das Nähere zu erfragen bei Mr. Skinner, Architekt,“ ſofort zu einem feſten Entſchluſſe beſtimmt. Den nächſten Morgen ſprach ich bei Mr. Skinner, der ungefähr eine Viertelſtunde weit außerhalb Guildfort wohnte, vor, erkun— digte mich nach den Bedingungen bei Ueberlaſſung eines ſolchen Bauplatzes, durchſchritt mit ihm das fragliche Grund— ſtück, berechnete mit ihm, wieviel ein hübſches Landhaus koſten würde, und begab mich endlich mit ihm in die Roſe und Krone, um die Sache bei einer Flaſche Wein weiter zu beſprechen. Skinner war, wie ich bald merkte, eine ſo offenherzige Seele, wie nur je eine durch einen guten Trunk ſich zu Indiseretionen hatte verleiten laſſen, und es dauerte nicht lange, ſo hörte ich, daß er kürzlich in London geweſen wäre, und daß er dort einen reichen Schwager Namens Hutton hätte, nebſt anderen weniger intereſſanten Einzelnheiten. Dieſe entzückende Offenheit verlangte, wie er zu glauben ſchien, eine angemeſſene Er— widerung, und nachdem er ein halbes Dutzend indirecte Fragen verſucht hatte, kam ich ihm auf halbem Wege mit den Worten entgegen:„Sie brauchen nicht ſo lange erſt auf den Buſch zu klopfen, Mr. Skinner; Sie wünſchen zu wiſſen, wer ich bin, und ganz beſonders, ob ich auch die Mittel habe, das ſchöne Haus zu bezahlen, von welchem wir geſprochen haben. Wohlan denn, ich mache Geldge⸗ ſchäfte; ich verleihe zuweilen baares Geld gegen Sicherheit.“ „Sie ſind alſo ein Pfandleiher?“ fragte Mr. Skinner zweifelhaft. b „Das gerade nicht; ich nehme öfter Perſonen in Pfand als Sachen. Unter einem Mann, der Geldgeſchäfte macht, verſtehe ich einen Mann, der die Papiere flotter junger Männer discontirt, welche Vermögen zu erwarten haben, und die bereit ſind, ſich für die Gefälligkeit, die man ihnen jetzt erzeigt, ſpäter auf eine noble Weiſe ab⸗ zufinden.“ „Aha, ich verſtehe— Sie discontiren Wechſel?“ „Sehr richtig. Doch trinken Sie und geben Sie mir dann die Flaſche her.“ Ein Blick, der aus dem grauen Auge des Mannes ſchoß, beſtärkte mich in einer Hoffnung, die ich kaum zu hoffen gewagt, nämlich daß ich am Vorabend eines großen Erfolges ſtand; indeſſen war es klar, daß ich ſehr vorſich⸗ tig manövriren mußte, wenn der Fiſch auch wirklich an⸗ beißen ſollte. Mr. Skinner verſank gleich darauf in tiefes Nachdenken, welches ich nicht unterbrach, ſondern mich be⸗ gnügte, ſein Glas ebenſo raſch wieder zu füllen, als er es mechaniſch leerte. „Alſo Sie discontiren Wechſel?“ ſagte er endlich, indem er ſeine Pfeife hinlegte und mich mit einem Blicke anſah, welcher verrieth, daß er zu einem feſten Entſchluß gekommen war.„Kommt auf die Summe und die Länge der Zeit etwas an?“ „Gar nichts, wenn die Perſonen ſonſt ſicher ſind.“ „Und gleich baares Geld?“ „Gleich baares Geld, verſteht ſich mit Abzug der Zinſen.“ „Verſteht ſich. Nun denn, Mr. Thomſon, ich be— ſitze einen Wechſel von einem Mr. Edmund Webſter in London auf fünfhundertundfünfzig Pfund, ſechs Monat dato, den ich gern discontiren mochte.“ „Webſter von den Minories?“ „Nein; ſein Vater iſt ein ehemaliger Getreidehänd— ler und wohnt in Regents-Park. Der Wechſel iſt ſo ſicher wie eine Note der Bank von England.“ „Ich kenne den Mann. Aber warum will Ihnen der reiche Schwager, von dem Sie ſprachen, den Wechſel nicht abkaufen?“ „Ja, antwortete Skinner,„er würde es ohne Zweifel thun, aber ich muß Ihnen ſagen, daß wir uns eben dieſes Wechſels wegen mit einander veruneinigt haben. Ich bin ihm eine ziemliche Summe Geldes ſchuldig, und wenn er dieſen Wechſel in die Hände bekäme, ſo würde er natürlich den Betrag ſeiner Forderung inne behalten wollen. Ich habe mich ſchon genöthigt geſehen, ihn mit dem Vorwande hinzuhalten, daß mir das Papier, kurz 34 nachdem ich es erhalten, durch einen unglücklichen Zufall verbrannt ſei.“— „Das iſt eine ſonderbare Geſchichte, lieber Freund; aber wenn die Unterſchrift ächt iſt, ſo mache ich mir weiter nichts daraus, und Sie ſollen das Geld ſofort haben.“ „Hier iſt das Papier,“ ſagte Skinner, indem er eine dicke Lederbrieftaſche aufmachte.„Ich will die überzähligen fünfzig Pfund gern fallen laſſen.“ Ich griff begierig nach dem koſtbaren Document, ſah es an, überzeugte mich, daß Alles in Ordnung war, ſteckte es in die Taſche und ſagte dann, indem ich plötzlich einen andern Ton annahm und vom Tiſche aufſtand:„Nun denn, Skinner, auch Brown genannt, ich habe Ihnen zu eröffnen, daß ich Polizeibeamter bin, und daß Sie mein Gefangener ſind.“ „Polizei? Gefangener? ſchrie der Erſchrockene, in⸗ dem er auf ſeine Füße ſprang,„was reden Sie da 2 „Ich will es Ihnen ſagen. Ihr Schwager bediente ſich Ihrer, um den Wechſel zu discontiren, der ſich jetzt in meinem Beſitz befindet. Sie thaten dies, indem Sie ſich für einen Mr. Brown und Agenten eines Mr. Curtis ausgaben, aber von den ſchändlichen Folgen dieſer That, nämlich daß der junge Mr. Webſter beſchuldigt worden iſt, dieſelben Fünfzigpfundnoten, die Sie ihm in dem Kaffee⸗ zimmer der Taverne zum Lorbeerbaum gaben, geſtohlen zu haben— davon haben Sie wahrſcheinlich keine Kenntniß, weil es Mr. Hutton gelungen iſt, die Namen in den Po— lizeiberichten zu unterdrücken.“ Der arme beſtürzte Skinner zitterte an allen Gliedern wie vom Fieber geſchuͤttelt, und als ich ausgeredet hatte, betheuerte er auf's Heiligſte, er habe durchaus keine böſe Abſicht gehabt, als er den Wunſch ſeines Schwagers er— füllt habe. „Das glaube ich gern,“ antwortete ich,„auf alle Fälle aber müſſen Sie mit mir nach London gehen— ganz ſtill und ruhig wird es am beſten ſein.“ Damit war er endlich, ebſchon ſehr widerſtrebend, einverſtanden und eine halbe Stunde ſpäter befanden wir uns auf dem Wege nach London. Den nächſten Morgen begab ſich Mr. Webſter's Anwalt zu Mr. Hutton und verlangte von ihm die ſofor— tige Bezahlung der Schuldverſchreibungen, welche Mr. Webſter von ihm hatte. Dieß verſetzte ihn, wie wir ganz richtig berechnet hatten, in die größte Wuth, und Edmund Webſter ward ſofort auf Grund der ſchon früher gegen ihn erhobenen Klage wieder verhaftet und nach dem Po— lizeibureau in Marlboronghſtreet gebracht, wo ſein Vater, Kapitän Bramſton und andere Freunde ſein Erſcheinen ungeduldig erwarteten. Dießmal erſchien auch Mr. Hutton als Kläger und erſtattete eidliche Ausſage, daß ſich die fraglichen Banknoten am Tage des Diebſtahls in ſeinem ſichern Gewahrſam befunden hätten. „Und Sie beſchwören alſo,“ ſagte Mr. Webſter's Anwalt,„daß Sie die angeblich geſtohleuen Noten nicht mit Ihren eigenen Händen an Brown gegeben und dem— ſelben aufgetragen haben, ſie in Mr. Curtis' Namen dem jungen Mr. Webſter zuzuſtellen?“ Hutton ſtutzte, ſchaute den Fragenden mit unſicherem Blicke an, und antwortete nicht ſogleich. „Nein, das habe ich nicht gethan,“ antwortete er endlich, mit leiſer, zitternder Stimme. „Ich will Ihr Gedächtniß ein wenig auffriſchen. Sag— ten Sie nicht zu Brown oder vielmehr Skinner, Ihrem Schwager—“ Ein halb unterdrückter Schrei entſchluͤpfte den zittern— den Lippen des Entlarvten, und die Flamme vernichtender Angſt und Beſtürzung zuckte uͤber ſein Antlitz, welches wähnten 20 — bom Tage forderung an als ſonft jener gabe der Co werden wurde Vilbel, de Großhe Jäger, Undrichter Oeffen. 184] Nachden Provinz Ober in Amerika d un Wirthes hat, werden f Mitte zur Anzeige gen mit ehe dung des A zur Beſchluß dieſes Schuld her vorgelade oder durch ur tigte liguidiren der Mehrheit ſehen werden Heinrich N Termine ſeine widrigenfalls Gläubiger der dae Jroßherz Hof ma 1 Landrichter —— Stam in Jemein ſarfttel D. Ie Dong 10 l a 8715 Ci Ort und S 5 55 Hol inden ſich& und 36 45 Holdaderhol Duͤdelsh, am 15 Oroßhene 6 dann weiß ward wie Marmor- blicums. Es war weiter keine Ant— wort aus ihm herauszubringen, und ſobald als möglich verließ er die Gerichtsſtube unter dem hoͤhnenden Ziſchen des zahlreich verſammelten auf's Höchſte erbitterten Pu— Hierauf ward Skinner vorgeführt. Er ein vollſtändiges und offenes Geſtaändniß ab, und Edmund Webſter ward unter den wärmſten Glückwünſchen der Ge— richtsperſonen und dem lauten Frohlocken ſeiner Freunde ſo— fort freigeſprochen und ſeiner Haft entlaſſen. die Abſicht, Mr. Hutton wegen Meineids in Anklagezu— ſtand zu verſetzen, aber der Unglückliche zog es vor, lieber 35 vor einem höhern zu erſcheinen. Am legte Man hatte recht gehört habe, todt in ſeinem Bett. ergab ſich, daß er inſolvent war, obſchon das Deficit nicht groß war, denn es wurden, wie ich ſpäter hoͤrte, den Gläubigern fünfundſiebenzig Procent bezahlt. Miß Ellen Bramſton ward, wie ich nicht vergeſſen darf, ſchließlich zu erwähnen, kurz nach der glänzenden Rechtfertigung ihres Geliebten Miſtreß Edmund Webſter, und wenn ich ſelben Tage mit ihrem Bräutigam vermählt. Richterſtuhl als dem von Old Bailey nächſten Morgen früh fand man ihn Bei Prüfung ſeiner Geſchäͤftsbücher ſo ward auch Miß Webſter an dem— (Erheit.) Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-⸗Anzeigen. A ü f fo rede nen g J83] Von dem Anlehen der Gemeinde Büdes. heim über 14,200 fl., d. d. Büdesheim den 20. März 1835, war ſeither der praktiſche Arzt Dr. Schäfer zu Aſſenheim im Beſitz der Par— tialobligation Nr. 70 über 100 fl.— Von dieſer ſind die beigegebenen Zinscoupons abge— laufen und wird die Verabfolgung neuer bean— ſtandet, weil der Talon zur Empfangnahme ſolcher abhanden gekommen iſt. Da nunmehr die Amortiſation deſſelben beantragt worden iſt, ſo wird dies unter dem Anfügen zur öffent— lichen Kenntniß gebracht, daß Anſprüche an den erwähnten Talon ſogewiß binnen 4 Wochen — vom Tage des erſten Erſcheinens dieſer Auf— forderung an— dahier geltend zu machen ſind, als ſonſt jener für erloſchen erklärt und die Ab— gabe der Coupons an Dr. Schäfer verfügt werden würde. Vilbel, den 12. Januar 1856. Großherzogliches Landgericht Vilbel Jäger, Sartorius, Landrichter. Landgerichtsaſſeſſor. Oeffentliche Aufforderung. [84] Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberheſſen über das Vermögen des in Amerika befindlichen Heinrich Weil, frühe— ren Wirthes zu Leidhecken, Concurs erkannt hat, werden ſämmtliche Gläubiger deſſelben auf Mittwoch den 27. Februar, Vormittags 8 Uhr, zur Anzeige und Begründung ihrer Forderun⸗ gen mit etwaigen Vorzugsrechten, bei Vermei⸗ dung des Ausſchluſſes von der Maſſe, ſowie zur Beſchlußfaſſung über fernere Behandlung dieſes Schuldenweſens unter dem Androhen hier— her vorgeladen, daß die nicht in Selbſtperſon, oder durch ungenügend legitimirte Bevollmäch— tigte liquidirenden Gläubiger als den Beſchlüſſen der Mehrheit der Erſchienenen beitretend ange— ſehen werden ſollen. Heinrich Weil ſelbſt wird aufgefordert, im Termine ſeine Rechtszuſtändigkeiten zu wahren, widrigenfalls lediglich nach den Anträgen der Gläubiger verfügt werden wird. Friedberg, am 6. Januar 1856. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann, Pepe Landrichter. Landgerichtsaſſeſſor. Stammholzverſteigerung im Gemeindewald Düdelsheim, Ober— förſterei Düdelsheim, Forſtamt Nidda. 199] Donnerſtag am 31. Januar l. I., früh 10 Uhr, ſollen im Diſtrikt Au 54 Eichenſtämme, 8715 Cbfuß. haltend, öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle verſteigert werden. Das Holz iſt von vorzüglicher Güte und be⸗ finden ſich Stämme von 44 Zoll Durchmeſſer und 36 Fuß Länge mit 548 Cbfß. Inhalt, zu Holländerholz geeignet, darunter. Düdelsheim im Kreiſe Büdingen, am 15. Januar 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Düdelsheim Wolf. Bekanntmachung. Betreffend: Brennholzverſteigerung im Groß— herzoglichen Domanialwald Burgwald der Oberförſterei Oberrosbach. 100] Dienſtag am 29. d. M. werden in dem überſchriebenen Walddiſtricte öffentlicher Verſteigerung an die Meiſtbietenden ausgeſetzt: 6,50 Wellen Buchen- 64,06„ Birken-⸗, Eichen- 149,50— Nadelholz u. Aspen— Zuſammenkunft und Anfang der Verſteige— rung; früh 9 Uhr auf der Uſingerſtraße jenſeits des Forſthauſes Winterſtein. Oberrosbach, den 18. Januar 1856. Großherzogliche Oberförſterei Oberrosbach Bin gmann. Reiſerholz. Edietalla dung. [112] Johannes Ewald zu Aſſenheim beſfitzt in daſiger Gemarkung beſcheinigtermaßen ſeit län— ger als 30 Jahren die folgenden, nach Flur und Nr. bezeichneten Immobilien: 1 93, 149, 229, 251, 290, 379, 582; III 130, 165, 297, 1; IV 40; V 44, 45, 142, 193, 228; VI II, 13, 40, 124, 201, 219, 231, 232, 243, 518, 520, 536, 553, 582, 604; VII 90, 101, 275, 29 315, 323; VII 60, 104, 267; IX 41, 42, 156, 274; X 60, 61, 127, 135, 142, 229, 242, 305; XI 101, 136, 146, 193, 399, ſo⸗ dann: Erbleben von der Schule zu Aſſenheim: V 353 VI 277; vII 160; VIII 75, 76; Ix 90, 2973 X 20, Erblehen des Grafen von Leiningen: n; 286; VII 84, 108, 195; IX 59, 112; X 62, die ihm im Grundbuche zugeſchrieben ſind, deren Erwerb er aber urkundlich nicht nachweiſen kann. Es werden daher auf ſeinen Antrag alle, welche Anſprüche auf jene Grundſtücke zu haben vermeinen, zu deren Anzeige binnen 3 Monaten von heute an, unter dem Rechtsnachtheile hier— mit aufgefordert, daß ſonſt die Anerkennung der erfolgten Verjährung unterſtellt und dieſer Er— werbtitel im Mutationsverzeichniſſe eingetragen werden wird. Friedberg, am 14. Januar 1856. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann. Bekanntmachung. [113] Es wird zur allgemeinen Kenntniß ge— bracht, daß die Ehefrau des David Kaufmann von Wölfersheim, Rebecka, geborne Gutenſtein, hinfort auf eigene Hand ein Kurzwaaren- und Specerei-Geſchäft betreibt und für die Eheſchul— den, welche von ihrem Manne contrahirt wer— den ſollten, durchaus nicht mehr haftet, viel— mehr, die entgegenſtehende allgemeine Regel des Solmſer Landrechts durch dieſe Erklärung be— ſeitigend, die Geltendmachung ihrer weiblichen Rechtswohlthaten ſich vorbehält. Hungen den 8. Januar 1856. Großherzogliches Landgericht Hungen. Hensler, Langsdorf, Landrichter. Landgerichtsaſſeſſor. Edietalla dung. [114] Folgende der Heinrich Gondolfs Wittwe zu Obermörlen im Flurbuche zugeſchriebene Immobilen in daſiger Gemarkung 11 48/73, 253/393, 309/57, 740/162, 803/83, 805/90, III 8/27, 175%, 713/88, 797/36, 8343 a, 984/52, IV 314/16, 44/3, v 388/14, 391), 700/51, VI 62/148, 354/35, VII 397/, VIII 15/74, X 627/57, 649/11, XI 104/14, 379,8, XIII 7063 hat deren Enkel Heinrich Gon⸗ dolf, als angeblicher einziger Erbe dieſer Güter verſteigert, ohne ſein Eigenthum urkundlich nach— weiſen zu können. Auf ſeinen Antrag werden alle, welche Anſprüche auf die bezeichneten Grund ſtücke machen zu können glauben, zu deren An— zeige binnen zwei Monaten von heute an unter dem Rechtsnachtheile auf— gefordert, daß ſonſt den Kaufbriefen die gericht— liche Beſtätigung ertheilt und der Eintrag ins Mutationsverzeichniß verfügt werden wird. Friedberg am 14. Januar 1856. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann. Immobilien ⸗Verſteigerung in den Gemarkungen Bauernbeim, Fried- berg, Ockſtadt und Nauheim. 115] In folgenden Terminen ſollen die nach— beſchriebenen, der Freiherrlichen Familie Lö w von und zu Steinfurth zuſtehenden Grundbe— ſitzungen, behufs der Conſolidation und Ver— einfachung der Adminiſtration, meiſtbietend ver ſteigert werden, nämlich: J. zu Bauernheim, Dienſtag den 5. Febr. d. J., Vormittags 9 Uhr, in der Behau⸗ ſung des Herrn Gaftwirths Höres: Wieſe 6 Mrg. 3 Vrtl. 87[◻IKlftr. in drei Abtheilungen; II. zu Friedberg, Donnerſtag den 7. Febr. d. J., Vormittags 9 Uhr, auf dem Rath⸗ hauſe daſelbſt: 1) in der Gemarkung Friedberg: — Mrg. 2 Vrtl. 77 Klftr. Gemüs⸗ und Obſt⸗ garten, Grab und Ackerland in 10 Abtheilungen, Wieſe, die ſogen. Pfingſtweide, 2) in der Gemarkung Nauheim: 4 1 3 1322„ 1„—„ 38 1 7 Mrg.— Vrtl. 24 Ruth. Wieſen, die ſog. Pfingſtweide in 15 Abtheilungen, und 3) in der Gemarkung Ockſtadt: — Mrg.— Prtl. 47 Klftr. Wieſen. Florſtadt den 22. Januar 1856. N Der Freihrrl. v. Löw'ſche Rentmeiſter Müller. Verſteigerung auf den Abbruch. 1116] Dienſtag den 29. Januar, Vormittags 10 Uhr, ſoll der Schullehrſaal dahier, 10, boch, 33“ lang, 23 tief, von noch ſehr gutem Eichen⸗ holz und doppeltem Gebälk, offentlich meiſtbie⸗ tend auf den Abbruch verſteigert werden. Melbach den 23. Januar 18556. Großherzogliche Bürgermeiſſerei Melbach Stier. lzverſteigerumn g im Mor fader Markwald, Oberför⸗ flerei Düdels heim, Forſtamts Nidda. 1117] Wegen der ungünstigen Witterung konnte die am 16. d. M. abgehaltene Holzverſteigerung im Diſtrikt Au nicht ganz ausgeführt werden. Das noch nicht verſteigerte Gebölz ſoll Dienſtag den 29. Januar d. J., Morgens 10 Uhr anfangend, im Diſtrikt Au verſteigert werden und zwar: 5 3 Stecken Buchen⸗Prügelholz, 28%„ Eichen ⸗Scheitholz, 41%„ Prügelbolz, 72„„ Stockholz, 875 Stück Buchen⸗Wellen, 5 1737„ Eichen⸗„ Die Zuſammenkunft iſt zu genannter Stunde an der Stammheimer Gemarkung. Obermoxſtadt am 17. Januar 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Obermorſtadt Mickel, Markmeiſter. 36 Holzverſteige rung. [118] Donnerſtag den 31. d. Mts., Vormit. tags 9 Übr, ſollen im Langenhainer Gemeinde wald, Diſtrikt Hühnerpfad: 10000 Stück gemiſchte Reisbolz-Wellen, 8 Stecken Birken⸗Prügelholz, öffentlich verſteigert werden. Auf Bürgſcheine wird Credit bis Martinitag l. J. gegeben. Man erſucht die Herren Bürgermeiſter der Umgegend um gefällige Bekanntmachung. Zie genberg am 23. Januar 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Langenhain Rumpf. Eichenſtammbolz⸗Verſteigerung im Moxſtädter Markwald, Oberför⸗ ſterei Düdelsheim, Forſtamts Nidda. 119] Freitag den 1. Februar, Morgens 10 Uhr anfangend, ſollen im Diſtrikt Au, an der Chauſſee von Staaden nach Niedermoxſtadt gelegen, 198 Eichen⸗Bau-, Werk- und Nutzbolzſtämme von 10 bis 25 Zoll mittlerem Durchmeſſer und 10 bis 55 Fuß Länge, zuſammen 14,023 Cu⸗ bikfuß haltend, ſowie 2 Buchen-Hackklötzſtämme von 28 und 30 Zoll mittlerem Durchmeſſer, 19 und 10, Fuß Länge und 196 Cubikfuß hal⸗ tend, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Obermorſtadt am 18. Januax 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Obermoxſtadt Mickel, Markmeiſter. Ho lzioerſte i gerung. 1120] Montag den 28. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll in hieſigem Gemeindewald, Diſtrikt Lichtenberg, nachſtehendes Holz, als: 3* Klafter Tannen⸗Prügelholz, „„ Stockholz, 80 Stück Tannen⸗Stangen, 2287 17„ Wellen, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Nauheim, den 23. Januar 1856. Der Bürgermeiſter Hartmann. Frankfurter Lebens- Verſicherungs-Geſellſchaft. 193] Ich beehre mich ein reſp. Publikum zu benachrichtigen, daß die Agentur-Geſchäfte der Frankfurter Lebensver⸗ ſicherungs⸗Geſellſchaft von Herrn H. Hahn in Frie f ſind und daß dieſer die Angelegenheiten der Geſ daſelbſt übergegangen beſorgen wird. Gießen den 15. Januar 1856. und erkläre mich mit Vergnügen dberg an den Bahnhofs-Reſtaurateur Herrn Jacob Schott ellſchaft in dem Kreiſe Friedberg in der Folge J. G. Appel, 8 Haupt⸗Agent der Frankfurter Lebensverſicherungs-Geſellſchaft. An das Vorſtehende höflich Bezug nehmend halte ich mich bei Lebensverſicherungs-Abſchlüſſen beſtens empfohlen Verſicherungspapiere ſind zu jeder Zeit unentgeltlich bei mir zu haben. Friedberg den 16. Januar 1856. bereit, alle hierauf Bezug habende Aufſchlüſſe gerne zu ertheilen. Proſpecte und Jacob Schott, Agent. Für Auswanderer. 11211 Mit dem 1. März anfangend am 1. u. 15. jeden Monats regelmäßige Expeditionen nach New⸗York, Baltimore, New⸗Orleans, Galveſton in Texas und Quebec. Die amerikaniſchen Poſtdampfer„Hermann“ und„Washington“ beginnen ihren regelmäßigen Dienſt mit dem 23. Februar. fahrtsverträgen empfiehlt ſich beſtens Zum Abſchluß von Ueber⸗ Haupt- Agentur Friedberg Ehr. Hecht. 1122] In„ Buchhandlung in Friedberg iſt zu haben: Stärkung der Nerven. Als Kräftigung des Geiſtes und Hebung vieler körper⸗ licher Leiden der Menſchen. venleidende und Alle, welche geiſtig friſch und körper⸗ lich geſund ſein wollen. Verlag von Moritz Ruhl. Ein RNathgeber für Ner⸗ Von Dr. Alb. Koch. Leipzig, Preis broſch. 7½ Ngr. Die wohlthätigſte Schrift für alle an Nervenübeln Leidende; ſie zeigt hnen den einzig möglichen Weg zur ſichern Geneſung und Hebung dieſer furcht⸗ baren Leiden. Segensreich wird ſie wirken, denn ihr Inhalt iſt Wahrheit!— Brönner's Fleckenwaſſer Lehrlingsgeſuch. Ball des Liederkranzes zu Friedberg. 11261 Die Mitglieder des Liederkranzes werden hierdurch benachrichtigt, daß der Ball des Vereins Sonntag den 3. Febr. dieſ. J. im Trapp'ſchen Saale dahier ſtattfindet. Kaſin o. 11271 Dienſtag den 29. Januar wird in dem Lokale der Geſellſchaft ein Ball abgehalten. Friedberg, den 21. Jan. 1856. 5 Der Präſident Hofmann. Einen Faſelochſen, 11281 1% Jahre alt, hat zu verkaufen Ockſt adt. Andr. Gröninger. Zu dee m e en [45] Der obere Stock meines Hauſes iſt zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden. J. Wetzſtein, Glaſermeiſter. Kirchliche Anzeigen. Sonntag Sexageſima den 27. Jan. Pfarramtswoche: Hr. Stadtpf. Schwabe. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Seel. (Abendmahl.) 181] Bei einem Buchbinder und Galanterie⸗[1241 bei Wil h. Hanſte in. Nachmittags: Hr. Candidat Wiener. arbeiter in einer größeren Stadt iſt eine Lehr⸗ Ein Logis Gottesdienſt in der Burgkirche: lingsſtelle offen. Reflectanten wollen ſich an 125] hat zu vermiethen J. Ko ob, Vormittags: Hr. Diaconus Baur. die Exped. d. Bl. wenden. Herrenkleidermacher.] Nachmittags: Hr. Candidat Pauli. Druck und Verlag von C. 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