Beiſſauer. 7 Erſcheint wo. chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 12 kr.; durch die Poſt bezogen fl. 1. 30 kr Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. e Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum ſammen 7 kr. — N 28. Dienſtag, den 18. März. 18536. Amtlicher Theil. Steckbriefe Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. Die nachbenannten, in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar d. J. aus der Strafanſtalt zu Kaſchau in Ungarn entſprungenen Sträflinge, welche am 16. Januar d. J., nachdem ſie auf ihrer Flucht zu Sandau angehalten und an das Königlich Preußiſche Landrathsamt zu Pleß abgeliefert worden waren, aus dem dortigen Gefaͤngniſſe entkommen ſind, ſollen auf Requiſition der k. k. öſterreichiſchen Regierung im Betretungsfalle verhaftet werden. Die Lokalpolizei⸗ beamten des Kreiſes werden fur dieſen Fall angewieſen, ſie hierher einzuliefern. 1) Adolph Adams aus Peſth, Lithograph, wegen Nachahmung öffentlicher Creditpapiere zu 20jährigem Kerker ver— urtheilt, 33 Jahre alt, groß, ſtark, mit länglichem blaſſen Geſicht, dunkelbraunen Haaren und Augenbraunen, gewölbter Stirne, grauen Augen, dicker Naſe, mangelhaften Zähnen, ſpitzem Kinn und einem Vollbart; er ſpricht deutſch und Ungariſch, und trug einen drapfarbigen Oberrock, weiße Wollhoſe und Mütze. 20 Joſeph Szakacs aus Ofen, Zeichuenlehrer, wegen Nachahmung öffentlicher Creditpapiere zu 20jährigem Kerker verurtheilt; er iſt 46 Jahre alt, klein, unterſetzt, hat ein rundes blaſſes Geſicht, braune Haare und Augenbraunen, graue Augen, ſpitze Naſe, gewöhnlichen Mund, gute Zähne, rundes Kinn und einen Vollbart. Er ſpricht deutſch, ungariſch, lateiniſch und walachiſch, und trug eine graue Hoſe und Weſte, braunen Rock, Schuhe und einen Hut. 3) Auguſt Gottſchalk aus Peſth, ein geborner Mecklenburger, Kaufmann, 37 Jahre alt, mittelgroß, ſtark gebaut, mit rundem blaſſen Geſicht, lichtblonden Haaren und Augenbraunen, langer Naſe, gewöhnlichem Munde, hoher Stirne, blauen Augen, guten Zähnen, rundem Kinn und einem Vollbarte. hoſe, bunte Weſte, blauen Oberrock und weißen Hut. Er ſpricht deutſch, und trug eine Zwilch— Auszug aus dem Groſtherzoglichen Negierungsblatt. Nr. 7 vom 10. März enthält: 1. Bekanntmachung der Großherzoglichen Civil⸗Miniſterien vom 27. Febr., welche unter Be— zugnahme auf die Bekanntmachung vom 16. Juli v. J.,„das Ein⸗ reichen von Geſuchen um Uebertragung von Oienſtſtellen betr.“ zur öffentlichen Kenntniß bringt, daß des Großherzogs K. H. durch Allerhöchſte Entſchließung vom 15. Februar zu beſtimmen geruht haben, daß auch alle Geſuche Allerhöchſtderen Beamten um Verſetzung in den Ruheſtand oder um Entlaſſung aus dem Dienſte an S. K. H. den Großherzog gerichtet und unmittelbar bei Allerböchſtdenſelben eingereicht werden ſollen.— II. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums der Finanzen vom 19. Febr., daß die dermalen einen Beſtandtheil der Diſtrictseinnebhmerei Wolfskehlen bildende Gemarkung Korn— ſand vom 1. Jan. 1857 an, der Diſtrictseinnehmerei Großger aul. zugetheilt iſt.— III. Ueberſicht der in den Jahren 18531855 im Gr. Landeshoſpital Hofheim verpflegten Kranken. Ende 1852 be— trug der Präſenzſtand der Kranken 355(193) Männer, 162 Frauen). Im Laufe des Jahres 1853 gingen 83 zu(42 M., 41 Fr.). Die Summe der Verpflegten betrug ſomit 483. Ende 1853 verblieben in Verpflegung 366 Perſonen. Im Laufe des Jahres 1854 gingen 78 zu(44 M., 34 Fr.). Die Summe der Verpflegten betrug ſomit 444. Ende 1854 verblieben in Verpflegung 370 Perſonen. Im Laufe des Jahres 1855 gingen 50 zu(29 Männer, 21 Frauen). Die Summe der Verpflegten betrug ſomit 420. Ende 1855 verblie— ben in Verpflegung 357 Perſonen. Nach ihrer Heimath gehören an: der Provinz Oberheſſen 70 M., 40 Fr., Starkenburg 85 M., 85 Fr., Rheinheſſen 34 M., 39 Fr., Landgrafſchaft Heſſen-Fomburg 1 M., 3 Fr., zuſ. 190 Männer, 167 Frauen. Außerhalb des Hospitals wur— den aus dem Fonds der Anſtalt unterſtützt: Ende 1853: 82, 1854 78, 1855 77 Perſonen.— IV. Ausſchlag des Gehaltes des Rabbinen zu Bingen pro 1856.— V. Abweſenheitserklärung. Durch Urtheil Gr. Bezirksgerichtes Mainz 15. Febr. 1856 wurde zur Con⸗ ſtatirung der Abweſenheit von Wilhelm Netſcher, Schiffbauer aus Mainz, die im Art. 116 des Civilgeſetzbuches vorgeſchriebene Zeugen— vernehmung verordnet.— I. Verzeichniß der Vorleſungen, welche auf Gr. Ludewigs⸗Univerſität zu Gießen im Sommerhalb⸗ fahre 1856 gehalten und am 7. April beſtimmt und allgemein ihren Anfang nehmen werden.— VII. Ordensverleihungen: S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt zu verleihen geruht: am 26. Nov. 1855 dem Wilhelm Heß aus Vilbel das allgem. Ehren⸗ zeichen mit der Inſchrift:„Für Rettung von Menſchenleben“;— 14. Dec. dem 1. Criminalrichter zu Darmſtadt, Hofgerichtsrath Hoff— mann das Ritterkreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmüthi— gen;— 9. Jan. 1856 dem Brückengelderheber Falkenhainer in Worms das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Ludewigordens und dem vor— maligen Bürgermeiſter Müller in Battenberg das allgem. Ehren— zeichen mit der Inſchrift:„Für Verdienſte““;— 11. Jan. dem Hof⸗ muſikmeiſter Dittmann zu Darmſtadt die goldene Medaille des Ludewigordens mit der Inſchrift:„Für 50jährige treue Dienſte“.— VIII. Ermächtigung zur Annahme eines fremden Ordens: 3. Jan. dem Archivdirector Baur zu Darmſtadt für das ihm von des Kurfürſten von Heſſen K. H. verliehene Ritterkreuz des Wilhelms— ordens.— IX. Dienſtnachrichten und Dienſtentbindung: S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 25. Jan. den Geh. Staatsrath v. Bechthold und den Geheimen Rath Goldmann, Letzteren unter Entbindung von ſeinen Functionen als Rath im Miniſterium der Finanzen, zu Regierungs-Commiſſären für die Beaufſichtigung der Geſchäftsführung der Bank für Suddeutſchland zu Darmſtadt zu ernennen.— X. Dienſt nachrichten: S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 29. Jan, den von dem Hrn. Fürſten zu Jſenburg und Büdingen für die erledigte Lehrer— ſtelle an dem Gymnaſium zu Büdingen präſentirten Gymnaſiallehramts— Candidaten Steinhäuſer aus Michelſtadt für dieſe Stelle zu be— ſtätigen;— 31. Jan. dem Schullehrer Amend zu Meſſel die evang. Schullehrerſtelle zu Melbach zu übertragen;— den practiſchen Vete⸗ rinärarzt Dr. Kuhn zu Wörrſtadt zum Kreisveterinärarzt in Worms; 5. Febr. den Gerichteacceſſiſten Berdelle aus Mainz zum Ergän— zungsrichter an dem Friedensgerichte Mainz II.— 9. Februar den Baucandidaten Bilhard aus Bingen zum Kreisbaumeiſter in Bie⸗ denkopf,— den Diaconus Baur zu Friedberg zum Pfarrer daſelbſt; 12. Febr. den Landgerichtsaſſeſſor Weyland zu Offenbach zum Stadtgerichtsaſſeſſor in Darmſtadt,— den Steuerpfandmeiſter Sevin zu Zwingenberg zum Brücken- und Chauſſeegelderheber an der flie—⸗ genden Brücke zu Oppenheim; 14. Febr. den Regierungsrat Rößler zu Darmſtadt, unter Entbindung von ſeiner bisherigen Dienſtſtelle als Secretär des Gewerbvereins, und den Kreisbaumeiſter Dr. Mül⸗ ler zu Bingen zu Oberbauräthen bei der Oberbaudirection zu er⸗ nennen;— ſowie dem Hofgerichtsadvocaten Dr. Breidert zu Darm⸗ ſtadt die ctatsmäßige Nebenſtelle eines rechtsgelehrten Mitglieds bei der Oberbau-Direction, mit dem Amtstitel als Oberbaurath;— dem Schullehrer Platz zu Biblis die 2. kath. Schullehrerſtelle(obere 98 Mädchenſchule) und dem Schulvicar Heyder die 4. kath. Schullehrer⸗ ſtelle(2. Knabenſchule) daſelbſt, dem Schulvicar Hipp zu Welges heim die kath. Schullehrerſtelle zu Kempten zu übertragen;— den Staats- ſchulden-Tilgungstaſſe-Secretär Backe zu Darmſtadt zum Aſſeſſor mit Stimme bei der Oberrechnungskammer;— 17. Febr den Geh. Ji⸗ nanzrath Schleierm acher zum Miniſterialrathe bei dem Miniſterium der Finanzen zu ernennen;— 18. Feor, den Gerichtsacceſſiſten Heu— mann aus Darmſtadt in die Zahl der Advocaten und Proeuratoren bei dem Hofgerichte der Provinz Starkenburg aufzunehmen;— 19. Febr. den Oberforſter Dittmar zu Königsberg zum Oberförſter in Meſſel und den Forſteandidaten Vigelius aus Niederohmen zum Oberförſter in Königsberg zu ernennen.— Am 22. Febr. wurde dem Geometer 1. Klaſſe Günther zu Lauterbach auf ſein Nachfuchen das Patent als Geometer 1. Klaſſe für den Kreis Friedberg ertheilt.— XI. Charakterertheilung: am 14. Febr. dem Ingenieur bei der heſſiſchen Ludwigs-Eiſenbahn Kramer zu Mainz als„Ober-Inge⸗ nieur“.— XII. Concurrenz für: die Caplanei- und Rectoratsſtelle zu Kirtorf mit jährl. 628 fl.(für diesmal Präſentation des Stadtvor⸗ ſtands zu Kirtorf);— die evangeliſche Schullehrerſtelle zu Seckmauern mit 317 fl. 54 kr. nebſt einer Vergütung von 30 fl. für Heizung des Schullocals.— Berichtigungen. Der Gerichtsvollzieher Bocken⸗ heimer zu Mainz iſt nicht am 9. Dec., ſondern am 10. Dec. 1855 geſtorben.— Die in Nr. 2 des Reg.-Bl. angeführte Schenkung eines Ungenannten an die kath. Pfarrei Weinolsheim beträgt nicht 100 fl. ſondern 600 fl.— In der Verordnung vom 17. Jan 1856, den Ver⸗ kehr mit Giften ꝛc. betr. muß es 9. 1 ſtatt„Queckſilberohlovyd“ heißen Queckſilberchlorid. Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen. ern 5 1343] Johannes Seitz Eheleute in Pohlgöns haben ihr Grundvermögen, inſoweit es ihnen, ihren Erblaſſern, dem Conrad Seitz J. und der Philipp Langsdorf 1. Wwe. und bezüglich des Gartens 82/12 9[◻AKlftr. dem Johannes Kollmar M. S zugeſchrieben ſteht, ſammt den Items 89,49 3 Klftr. Grasgarten an der Hundsgaſſe, 535/12 68/ Klftr. Acker zu Har⸗ dach und 1871/15% 4 Klftr. Pflanzſtück im Kirchhain, die ſich in den betreffenden Kataſtern bis jetzt nicht eingetragen finden— zur Ver⸗ theilung gebracht, vermögen jedoch zu dem größten Theile ihr Eigenthum urkundlich nicht nachzuzeigen. Irgend welche Anſprüche an dieſe Güterſtücke, deren nähere Bezeichnung hierorts eingeſehen werden kann, ſind binnen 6 Wochen dahier geltend zu machen, gegenfalls die be⸗ treffenden Einträge verfügt werden und die Theilung beſtätigt wird. Butzbach, den 18. Februar 1856. Großherzogliches Landgericht Butzbach bel, Muth, Landrichter. Landgerichtsaſſeſſor. Eichenlohrinden ⸗ Verſteigerung. 1387] Die Verſteigerung der Eichenlohrinden in den Domanialwaldungen der Oberförſterei Ober- rosbach, Forſts Friedberg, in dem Jahre 1856 wird Donnerſtag den 3. April d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, in dem Trapp'ſchen Gaſthauſe zu Friedberg abgehalten werden. Nach der Abſchatzung werden zur Verſteige⸗ rung kommen: a) in dem Diſtrikt Frauenwald 659 Centner, von 20jährigem Beſtand; p) in dem Oiſtrikt Kellerberg 588 5 von 15, 16⸗ und 17jäh⸗ rigem Beſtand, Zuſammen 1247 Centner. Nachgebote werden nicht angenommen und wird der definitive Zuſchlag ſogleich ertheilt, wenn ¼ des Abſchätzungspreiſes geboten wer⸗ den. Die übrigen Bedingungen werden vor der Verſteigerung bekannt gemacht, können aber auch vorher auf dem Büreau des Großherzog— lichen Forſtamts und der Großherzoglichen Ober förſterei eingeſehen werden. 5 Die Großherzoglichen Forſtwarte Blecher zu Oberrosbach und Schlitz zu Niedermörlen ſind angewieſen, den Kaufliebhabern die Schläge, in welchen die Rinden geerndtet werden, auf Ver⸗ langen vorzuzeigen. Rodheim den 5. März 1856. Großherzogliches Forſtamt Friedberg Rübſamen. n von Maurerarbeiten und Materiallie⸗ ferungen. 1403] Donnerſtag den 27. März, Vormittags 10 Uhr, wird in dem Gaſthaus zur Stadt Frankfurt dahier die bei Aufführung eines Stücks Mauer in dem hieſigen Rentamtshof erforder⸗ liche Maurerarbeit und das Material an die Wenigffordernden öffentlich verſteigert. Der Maurerarbeitslohn iſt veranſchlagt zu 45 fl. 4 kr. Die Lieferung von 2½ Cubikklafter Mauer- ſteinen, 16 Bütten Kalk und ¼0 Cubikklafter Mauerſand wird einzeln veraccordirt. Friedberg den 6. März 1856. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg S f fett Verſtei gerung von Bauarbeiten und Materialliefe⸗ rungen. [404] Samſtag den 29. März, Vormittags 10 Uhr, ſollen in Rodheim im Rathhauſe die zur Erbauung eines Oeconomiegebäudes in der erſten Pfarrbofraithe, ſowie zur Einfriedigung und Pflaſterung des Hofs und Anlage einer Meiſiſtatte erforderlichen Arbeiten und Material- lieferungen öffentlich an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden. Die Maurerarbeit beträgt nach dem Voranſchlag 218 fl. 54 kr. „ Steinhaurrarbeit 105 25„ „ Zimmerarbeit 343 33 „ Dachdeckerarbeit 201» 4 „ Schrrinerarbeit 34%(12 „ Schloſſerarbeit 52 31 „ Glaſerarbeit 8 „ Weißbinderarbeit 59„28„ „ Pflaſterarbeit 155% 40„ Ferner wird veraccordirt: Das Brechen, Beifahren und Aufſetzen von 3,570 Kubikklaftern Mauerſteinen. Die Lieferung von 9,050 Kubikklaftern Mauer⸗ und Pflaſterſand. Die Lieferung von 40 Bütten Kalk nach naſſem Maas. Die Lieferung von 16700 hartgebrannten Backſteinen. Das Brechen, Anfahren und Setzen von 1,250 Kubikklaftern Fauerbacher Pflaſterſteinen. Das Brechen, Beifahren und Aufſetzen von 5,200 Kubikklaftern Pflaſterſteinen aus dem Rodheimer Wald. Plan, Voranſchlag und Steigbedingungen liegen zur Einſicht offen. Friedberg den 6. März 1856. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg S ü fife r 1. Mobiliar⸗Verſteigerung. [430] Donnerſtag den 20. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll der Reſt des Mobilien-Nachlaſſes des dahier verſtorbenen Lehrers Alles, beſtehend in: 1 Wagen, 1 Parthie Miſt, 1eiſernen Egge, Kartoffeln, Kohlraben, Dickwurz, Heu, Grum⸗ met, Stroh und Spreu, Bettung und Weiß— zeug, Zinn und ſonſtigen Hausgeräthſchaften, ſowie eine Parthie Bücher, beſonders für Lehrer geeignet, im Schulhauſe öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Fauerbach II. den 15. März 1856. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg: Großherzogliches Ortsgericht Fauerbach II. Holler, Ortsgerichtsvorſteher. Holz ee ee i ee e ü n z [409] Donnerſtag den 27. März, Morgens 10 Uhr anfangend, werden dahier folgende Holz- gattungen verſteigert: Diſtrikt Eichen⸗ und Buchenhardt. 35 Eichen⸗Bauſtämme, 1700 Cbfß. haltend, 15 Klafter Eichen-Scheitholz, 2 Buchen⸗„ 127 Erdſtöcke. Diſtrikt Lebhmkaut. 50 Stück Gerüſtſtangen, 1000„ Hopfenſtangen, 1500„ Bohnenſtangen. Michelbach bei Uſingen den 11. März 1856. Werner, Bürgermeiſter. Oeffentliche Aufforderung. [431] Joh. Konrad Ludwig und deſſen Ehefrau Anna Katharina geb. Winter von Hochweiſel find im Jahr 1855, die letztere ſchon 1853, mit Hinterlaſſung eines Teſtaments verſtorben, indem ſie die Geſchwiſter 1) Joh. Konrad Winter, 2) Konrad und 3) Hein⸗ rich Winter, ſodann die Kinder der verſtor⸗ benen A. Margaretha, Heinrich Binks Ehefrau, alle zu Hochweiſel, zu Erben eingeſetzt haben. Dieſe haben auch die Erb⸗ ſchaft angetreten und auf ihren Antrag wird der unbekannt wo abweſende Johs. Winter, Joh. Konrads Sohn von Hochweiſel, aufgefor⸗ dert ſich über die Anerkennung des vorliegenden Teſtaments binnen einer zerſtörlichen Friſt von z wei Monaten ſogewiß zu erklären, als ſonſt die Anerkennung unterſtellt und die zum Eintrag in das Muta⸗ tions ⸗Verzeichniß erforderliche Urkunde ausge⸗ ſtellt werden wird. Binnen gleicher Friſt find auch etwaige Ei⸗ genthums- oder ſonſtige Anſprüche an die zum Nachlaß gehörigen Immobilien, deren Verzeich⸗ niß in der Landgerichtsregiſtratur offen liegt, und über deren Erwerb die Urkunden theilweiſe fehlen, bei dem unterzeichneten Gerichte anzu⸗ melden, wenn ſie nicht unberückſichtigt bleiben ſollen. Butz bach den 11. März 1856. e Landgericht Butzbach bel. oz derte get u n [4321 Dienſtag den 25. d. M., des Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden in hieſigem Gemeindewald, Diſtrikt Vogelsgrund b: 24 Eichen⸗Bauſtämme von 1472 Cbf., 30 buchene Achſen, 14½ Klafter Eichen⸗Holz, 10%„ Buchen ⸗Scheitholz, 14„ Erdſtöcke und 985 Stück Wellen verſteigert. Die Herren Bürgermeiſter werden um ge⸗ fällige Bekanntmachung erſucht und wird be— merkt, daß ſich unter den eichenen Bauſtämmen virle befinden, welche ſich für Schreiner und Küfer vorzugsweiſe eignen. Haſſelborn, Amts Ufingen, den 11. März 1856. Der Bürgermeiſter Schmidt. — Beka 435) Küng Nachmittags 21 hause die nachfteh neuen Schleuse. menden Arbeiten Maureratbelt, e Schloſſerarbelt,! die Ueferung de veranſchlagt die Veſetung de ſchlagt zu 9 die Lieferung! Cbllſtr. Kalle da Moſſen des das Feffftamp qu 4 fl. 30 f in Akkord gegeb Sodann wird ditung die Perf den Wieſen un Grabens daseld orranſchlagt, a gert. Niederwo! Großherzogliche Holz [A436] Dienſſag 9 Uhr, werden Diſteikt Vorder! 5½% Sbic 5 0„ 94 ö 2680 Slück A Bimech 10 1 0 ir Buürgſchau 5 geſtattet wd. Rodheim Großher, 90 13 L437] 8 Artcrtteuung das Muta⸗ Urkantt aui ⸗ 9 etpeige Ei⸗ an die zum ten Bctzeich⸗ 5 liegt tocilweiſt Str anzu⸗ chigt bleiben fert Holzverſteigerung. [433] Montag, den 31. d. M., werden in den Diſtrikten„am Rabenneſt und Mörler-Unter“ 117 Stecken Buchen-, Eichen-, Birken⸗ und Aſpenprugelbolz, 24,250 Stück dergleichen Wellen und 13½ Wagen allerlei Holz an den Meiſtbictenden verſteigert. Die Verſteigerung beginnt Vormittags 9 Uhr im Diſtrikte„am Ravenneſt.“ Ockſtadt, am 13. März 1856. Freihl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. Bekanntmachung. [4341] Da ſich der Beſitzer der Obligation Nr. 68 à 100 Gulden, welche am 1. Januar d. J. zurückbezablt werden mußte, bis jetzt noch nicht gemeldet hat, ſo fordern wir den⸗ ſelben hierdurch nochmals auf, ſein Kapital mit 100 Gulden gegen Rückgabe der Original- obligation bei dem israclitiſchen Gemeindeein-⸗ nehmer dahier in Empfang zu nebmen, da die Verzinſung deſſelben vom 1. Januar d. J. auf⸗ gehört hat. Münzenberg den 14. März 1856. Der Vorſtand der isr. Religionsgemeinde: Salomon Halberſtadt. Bekanntmachung. [435] Künftigen Donnerſtag den 20. d. M., Nachmittags 2 Uhr, werden auf hieſigem Rath⸗ hauſe die nachſtehenden bei der Erbauung einer neuen Schleuſe in dem Aubachsgraben vorkom— menden Arbeiten und Lieferungen, als: Maurerarbeit, veranſchlagt zu 42 fl. 48 4 Schloſſerarbeit, veranſchlagt zu 35 fl. 35 kr., die Lieferung von 2 gußeiſernen Schützplatten, veranſchlagt zu 40 fl., die Ueferung von 6 Bütten Waſſerkalk, veran- ſchlagt zu 9 fl., die Lieferung von/ Cbklftr. Kies und* Cbklftr. Letten, veranſchlagt zu 5 fl. 20 kr., das Meſſen des Kieſes und des Letten, ſowie das Feſtſtampfen des letzteren, veranſchlagt zu 4 fl. 30 kr., in Akkord gegeben. Sodann wird ſogleich nach dieſer Verakkor— dirung die Herſtellung eines neuen Grabens auf den Wieſen und das Ausräumen eines alten Grabens daſelbſt, zuſammen zu 22 fl. 26 kr. deranſchlagt, an die Wenigſtnehmenden verſtei⸗ gert. Niederwöllſtadt, den 15. März 1856. Großherzogliche Bürgermeiſierei Niederwöllſtadt Stoll Holzverſteig erung. [436] Dienſtag den 25. d. M., Vormittags 9 Ubr, werden im Rodheimer Gemeindewald, Diſtrikt Vorderwald: 5 ½ Stecken Eichen⸗Prügelholz, 9„ Nadel-⸗Scheitholz, 7„„Prügelbolz, 54„„ Stockholz, 2386 Stück Nadel⸗Wellen, 71„Eichen- 1 18 Stämme Eichen⸗ und 126„ Fichten und Kiefern⸗Baus, Werk⸗ und Nutzholz von 7—15 Zoll Durchmeſſer und 15-80 Fuß Länge, öffentlich meiſtbietend verſtrigert. Bemerkt wird, daß gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine Zahlungsfriſt bis 1. Auguſt d. J. geſtattet wird. Rodheim den 15. März 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Rodheim Jacobi. Holzverſtei gerung. [4371 Donnerſtag den 27. März l. J., Mor⸗ gens 10 Uhr anfangend, werden in bhieſigem Gemeindewald, Diſtrikt Oberloh L. Theil: 40 Kiefern⸗Bauſtämme zu 391 Cbf., 123 Klfir. Kiefern⸗Prügelholz, 35 75 Stück„Wellen, 660„„ Gerüſthölzer, 99 105 Stück Fichten⸗Gerüſthölzer und 25 Klafter Kiefern⸗Stockholz, öffentlich verſteigert. Ferner: Freitag den 28. März l. J., Morgens 10 Uhr anfangend, werden in dem Diſtrikt Oberloh Liederkranz. L442 Die dritte Abendunterhaltung des Liederkranzes zu Friedberg wird Mon- tag den 24. März als am 2. Oſter⸗ II. Theil: 17 5— 52% Klafter Kiefern-Prügelbolz, feiertag im Trapp'ſchen Saale abge— 2000 Stück„ Wellen, halten.. 11½ Klafter„ Stockholz,————— 3 öffentlich verſteigert. Wehrheim den 13. März 1856. Der Bürgermeiſter Jäger. Anzeige. [416] Gute friſche obergährige Bierhefe wird verkauft pr. Maas zu fl. 1. 36 kr. bei Philipp Windecker. Mobiliar⸗Verſteigerung. [443] Mittwoch den 26. März d. J., Mor⸗ gens um 9 Uhr aufangend, läßt Gaſtwirth Klein zu Dornaſſenheim vertheilungshalber folgende Gegenſfände gegen gleich baare Zah- lung meiſtbietend öffentlich verſteigern: 1) zwei große Einmachbütten einer Brennerei 2) eine gußeiſerne Kartoffelmühle,. 5 3) eine Kelter und einen Mahltrog, i Zu ver mie t been. 4) mehrere große und kleine Fäſſer, [394] Das ſeither von Herrn Lehrer Volk be⸗ 5) allerlei Haus- u. Wirthſchaftsgeräthſchaften. wohnte Logis iſt anderweit zu vermiethen und— kann Anfangs Juni bezogen werden. Friedberg. rin. Ein junger Menſch, [438] welcher die Bäckerprofeſſion erlernen will, kann in Friedberg in die Lehre treten. Wo? ſagt die Expedition d. Bl. 4391 Ein noch wenig gebrauchter zweiſpänni⸗ ger Wagen mit eiſernen Achſen, ein desgleichen Kuhwagen, ein Wendepflug, ſowie eine correkte Fruchtwage ſtehen zu verkaufen bei D. L. May in Großkarben. In ein Putzgeſchäft [440] wird ein Madchen in die Lehre geſucht. Zu erfragen bei der Expedition d. Bl. 1 5 Strohhüte [441] werden gewaſchen und neu fagonirt bei Friedberg. Joſephine Damm. Sauer, Bezirksbote. Mit dem 1. April beginnt das zweite Qu artal der unter dem Titel: er Bazar, erſcheinenden Muſter-Jeitung für Frauen und Töchter. Jährlich 24 Hefte mit 36 Bogen Text und über 100 Beilagenz enthaltend: Abbildungen der neueſten und geſchmackvollſten Handarbeiten, Pariſer und Berliner Original-Muſter für Weißſtickerei, Buntſtickerei, Perl⸗ ſtickerei, Häckelmuſter, Filet⸗Muſter, Muſikſtücke für Pianoforte und Geſang, Modenbilder, die neueſten Pariſer und Berliner Schnitt⸗ Muſter der geſammten Damen⸗Garderobe, Kragen ce. von Battiſt und endlich die berühmten Bazar⸗Sehablonen, mittelſt welcher man durch ein kinderleichtes Verfahren die Stickerei-Deſſins auf das zu ſtickende Zeug überträgt.— Der Text liefert außer der ausführlichen und ver— ſtändlichen Erklärung der obigen nur angedeuteten Beilagen viel Unterhaltendes als: Novellen und Erzählungen der beliebteſten Schriftſteller, Skizzen und dem weiblichen Geſchmack entſprechende Notizen und erſtattet regelmäßig ausführlichen Bericht über die Hauswirthſchaft betreffende Neuerungen und Verbeſſerungen, gibt praktiſche Nathſchläge und Winke zur Oekonomie der Toilette und zieht Alles in ſein Bereich, was den Damen irgendwie zu wiſſen nöthig oder intereſſant iſt. Preis für Alles 54 kr. vierteljährlich. Der Bazar iſt während der kurzen Zeit ſeines Erſcheinens durch die Reichhaltigkeit und Mannigfaltigkeit jeder einzelnen Nummer die deliebteſte aller Muſterzeitungen, ja er ſelbſt iſt in der Damenwelt zur Mode geworden, das beweiſt die große Zahl von Abonnentinnen, die ſich von den länger er— ſcheinenden ähnlichen Muſterzeikungen ihm zugewendet haben. Probenummern theilen wir gerne zur Anſicht mit. Zur pünktlichen Beſorgung dieſer Muſterzeitung wie aller andern im Buchhandel erſcheinenden Zeitſchriften empfiehlt ſich Friedberg. E. Bindernagel's Buchhandlung. Einladung. 1444] Der hieſige Geſangverein wird den 2. Oſterfeiertag einen Ball, welcher Abends um 7 Uhr ſeinen Anfang nebmen wird, abhalten, wozu alle Verehrer des Geſangs und geſelligen Vergnügens freundlichſt einladet Aſſenheim, den 18. März 1856. Der Vorffand des Vereins. Verloren. [423] Am 10. d. M. in der Frühe habe ich von meiner Wohnung bis zum Nauheimer Chauſſeebaus eine Rolle mit der Adreſſe„Bür⸗ germeiſterei Steinfurt“, Zeichnungen der Par⸗ zellenvermeſſungen der Gemeinde Steinfurt ent⸗ baltend, verloren. Ich bitte den redlichen Fin⸗ der, mir ſolche gegen eine Belohnung zurück— geben zu wollen. Friedberg. 100 Soolbad Nauheim. 1445] Am zweiten Oſterfeiertag d. J. iſt bei dem Unterzeichneten durch die Mitglieder der hieſigen Kurkapelle gut beſetzte Tanzmuſik anzutreffen, wozu freundlichſt einladet D. C. J. Fritz zur Krone. 0 0 Schieferſteine 14461 von allen Sorten und beſter Qualität von Laub am Rhein ſowohl rauh als auch gehauen ſind ſtets zu verkaufen bei Martin Eck, Roſengaſſe 14 in Frankfurt a. M. 14471 Wir empfehlen unſer Sehweizer Fabrik⸗Lager in abgepaßten Gardinen, Gardinenſtoffen, glatten Molls zu den billigſten Preiſen. Lohrey& Voltz in Frankfurt a. M., Neuekräme Nro. 28, 1r. 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Sa am Leber Arm erfe bittend in ſchüch Beide ei Holztaub dopfſchüt N Frage 1 kraͤumen und ich 9 eo iſt ke dad eher Kaſten, Euch in ommt Alte zu einen re — Beilage zum Friedberger Intelligenzblatt Nr. 22 n Der Gemſen jäger. (Fortſetzung.) „Liebhaber genug, die es theuer bezahlen,“ verſetzte Uli mit Selbſtgefuͤhl,„ich ſag' Euch, Ahne, die Nachfrage nach ſolchen Waaren iſt ſo groß, daß ich mit meinem Meſſer und Stichel in einer einzigen Woche mehr Geld ver— diene, als Hans mit ſeinem Stutzen in einem ganzen Monat. Und um eine Handvoll blanker Silberthaler iſt's doch ge— wiß ein hübſches Ding. Und ſeht, Ahne,“ fuhr Uli fort und ließ ſeinen Gedanken freien Lauf,„wenn ich ſo daheim ſitze und die Hände rühre, ſo verdiene ich nicht nur mein ſchönes Stück Geld, ſondern ich bin auch nicht immer in Todesgefahr, wie die Gemsjäger droben in den Bergen. Wenn ich mir alſo dereinſt ein Weib nehme, ſo braucht es nicht jedesmal zu zittern und für meinen Kopf zu fürch— ten, wenn das Brüllen einer Lawine von den Schreck— höͤrnern oder vom Wetterhorn herunterdonnert.“ Die Ahne warf ihm einen Blick zu, vor welchem er die Augen niederſchlug. „Richtig, ich merke es nun! Das iſt's, was Du vorhin Vreneli in aller Heimlichkeit begreiflich machen woll— teſt?“ fragte ſie finſter. Das Mädchen wollte mit einer Geberde den Ulrich am Antworten hindern; allein dieſer ergriff mit wahrhaft verzweiflungsvoller Begierde die Gelegenheit, ſein Schickſal ganz kennen zu lernen.„Ja, ich läugne es gar nicht, daß ich mit Vreneli davon geſprochen habe,“ verſetzte Uli mit einiger Aufregung,„und da Ihr es errathen habt, Baſe, ſo brauch ich ja vor Euch auch kein Geheimniß mehr da— raus zu machen. Ich habe mir von jeher Vreneli zum Weibe gewünſcht, aber ſeit drei Jahren denken wir unſer Zwei daran, einmal Hochzeit zu machen— nicht wahr, Vreneli?- Die Alte wandte ſich raſch zu ihrer Enkelin um, die verlegen und erröthend daſtand. „Ihr kennt mich von der Wiege an, Baſe,“ fuhr Ulrich fort,„ich bin ja hier aufgewachſen wie Euer eigenes Kind; Ihr wißt, daß ich kein heimtückiſcher, böſer, ſchlech— ter Menſch bin und daß die Frau, die ich bekommen ſoll, mit mir gut auskommen wird. Meiner Treu, ich will ihr niemals eine Thräne verurſachen.— Darum laßt Vreneli und mich ein Paar werden, Baſe, ein glückliches Paar, und wir werdeu es Euch kniefällig danken und Euch da— für auf den Händen tragen. Seht, Vreneli bittet ja mit mir! Sagt Ja und raubt uns nicht alle Freude und Luſt am Leben!“ Damit hatte er mit einer Hand Vreneli's Arm erfaßt und ſie zur Ahne hingezogen, und die andere bittend zu der Alten erhoben, vor welcher das junge Paar in ſchüchterner Erwartung ſtand. Mutter Trine ließ ſie Beide eine Zeitlang unter ihrem Blicke harren, wie zwei Holztauben unter dem Auge des Geiers, dann verſetzte ſie kopfſchüttelnd:„Kennſt Du Vreneli's Mitgift, Uli?“ „Ihre Mitgift?“ wiederholte der Burſche, der dieſe Frage nicht zu verſtehen ſchien;„ich habe mir niemals träumen laſſen, daß ſie ein Heirathsgut bekommen werde, und ich ſehe auch nicht darauf— es liegt mir nichts daran.“ „Aber mir liegt daran!“ rief die Alte lebhaft,„denn es iſt kein Heirathsgut, das reich macht, ſondern eines, das eher Schulden aufbürdet. Sieh', dort iſt es, in jenem Kaſten, den noch Keines von Euch offen geſehen und der Euch in Euren Kinderjahren ſtets Schreck eingeflößt hat. Kommt her, ich will es Euch zeigen.“ Damit ſchritt die Alte zu dem wurmſtichigen, altväteriſchen Schranke, ſteckte einen roſtigen Schlüſſel in's Schloß, das ſich nur mit Mühe drehen ließ, und öffnete raſch beide Flügelthüren. Die duͤſtere Tiefe des Schranks ließ mehrere Gemsſchädel mit großen, ſtarken Krikeln(Hörnern) ſehen und die ge— bleichten, weißen Schädelknochen ſtachen in der flackernden Beleuchtung des Kienſpans ſo ſeltſam ab von dem dunklen Hintergrunde, daß Vreneli einen Ausruf des Schreckens nicht unterdrücken konnte. „Nun, nun, thörichte Dirne, haſt Du ſo wenig Muth, daß ein ſolcher Anblick Dich erſchreckt?“ rief die Alte barſch. „Wenigſteus überraſchen muß es,, verſetzte Ulrich. „Was ſoll denn das heißen, Ahne, und woher kann denn ein ſolches Heirathsgut für Vreneli rühren?“ „Es kommt von ihren Vätern und Vorvätern,“ ver— ſetzte die Alte nachdrücklich;„Du biſt zwar kein großer Jäger vor dem Herrn, Uli, aber Du mußt doch erkennen, daß jeder dieſer Schädel von einem Gemſenkaiſer her— rührt!“ „Meiner Treu, ſo iſt es!“ erwiderte Ulrich, welcher wußte, daß der Sage und allgemeinen Annahme nach dieſe hohen ſtarken Gehoͤrne von Gemſen herrührten, die ſo alt waren, daß ihre Nachkommenſchaft eine Art Stamm bildete, als deſſen Haupt man ſie betrachtete. „Du mußt noch weiter vom Hörenſagen wiſſen, wie ſchwer es iſt, ein ſolches Wild zu Schuß zu bekommen,“ fuhr Mutter Trine fort,„und man wird Dir vermuthlich auch geſagt haben, daß derjenige, der einen ſolchen Kai— ſerſchuß thut, im Waidwerk ſo erfahren und geſchickt iſt, daß er nur den Erzengel Michael oder den wilden Jäger über ſich hat.“ „So ſagt man, verſetzte Ulrich. „Wohlan denn,“ entgegnete die Großmutter nach— drücklich,„ſeit vielen, vielen Menſchenaltern haben alle diejenigen, welche um Töchter unſeres Hauſes gefreit haben, ihren Liebſten einen Gemſenkaiſer zum Brautgeſchenk ge— macht. Blick' hieher: unter jedem von dieſen Gehörnen kannſt Du den Namen eines unſerer Vorfahren leſen. Der letzte dort, der etwas höher hängt als die anderen, iſt von meinem Schwiegerſohn, Gott hab' ihn ſelig, dort auf— gehängt worden. Als er zu mir kam und um ſein Bäs— chen freite, um Vreneli's Mutter, zeigte ich ihm, was ich Dir gezeigt habe.“ „Und was hat er Euch geantwortet?“ fiel ihr Uli in die Rede. „Gar nichts, aber zwei Monate ſpäter legte er mir jenes Gehörne dort auf den Tiſch; hätte er's nicht brin— gen können, ſo hätten die Dirne und ich auf einen ge— ſchickteren Jäger gewartet. Die beiden Liebenden wechſelten einen troſtloſen Blick. „Aber Baſe Trine, es iſt ja kaum glaublich, daß ihr einen ſolchen eitlen Ruhm höher ſtellen ſolltet, als alles Andere? Hättet Ihr wirklich unter keiner andern Bedingung ein— gewilligt aus Rückſicht für die Freundſchaft, die Eure Tochter für Vreneli's Vater hatte?“ Die Alte ſchüttelte mit verächtlichem Lächeln verneinend den Kopf.„Gilt Euch denn der Wille des armen Mädchens gar nichts, das man verheirathet? Wollt Ihr denn nicht Eurer Tochter Glück, ſondern nur den Ruhm, daß Ihr den beſten Berg— jäger in der Familie habt?“ „Ja, den will ich haben; wir hatten ihn von jeher!“ verſetzte die Alte ſtolz. „Aber was hat es Euch anders eingetragen, als Armuth, Angſt und frühe Wittwenſchaft?“ rief Ulrich immer lebhafter werdend.„Wo ſind jetzt die Leiber aller Derer, welche jene Waidmannstrophäen, mit denen Ihr Euch ſo brüſtet, dort aufgehängt haben? Keiner davon 96 iſt in geweihter Erde begraben bei anderen Chriſtenmen⸗ ſchen, ſondern Allen iſt der Abgrund ihr Grab und die Lawine ihr Leichentuch geworden.“ 5 „Wer beſtreitet denn das?“ rief die Alte mit ſtolzer Kälte,„hab ich Dir denn Reichthümer, oder Ruhe, oder langes Leben verſprochen? Weißt Du nicht aus den alten Geſchichten und Sagen, welche die Kinder uns an den Winterabenden vorleſen, daß von manchen edlen Geſchlech— tern alle Männer im Kriege umgekommen ſind? Nun denn, die Unſrigen ſind droben im Gebirge umgekommen — das iſt ihr Schlachtfeld,— und Schmach ſoll uͤber denjenigen von unſeren Männern kommen, der zuerſt im Bette ſtirbt.(Fortſetzung folgt.) Verſchiedenes. Herzog Karl von Württemberg hat ein⸗ mal im heißen Sommer in dem Städtchen Nagold zu Mittag gegeſſen, oder eigentlich geſpeiſt, wie die großen Herren thun. Kommt eine Unzahl von Fliegen und ſpeiſt mit, uneingeladen, und ſummen mit einander, und laufen hin und her, und gehören doch gar nicht an eine fürſt⸗ liche Tafel. Da wird der Herzog bös und ſagt zu der Wirthin:„In's Teufels Namen, deck' ſie den Mücken beſonders.“ Die Wirthin iſt ſtill, und thut wie ihr befohlen. Nach einer Weile tritt ſie wieder vor den Herzog, macht einen Knixr und ſagt:„Gedeckt iſt, befehlen jetzt auch Eure Durchlaucht, daß ſich die Mücken ſetzen.“ * Für den immer wahrſcheinlicher werdenden Fall, daß der Friede zu Stande kommt, ſoll in Sebaſtopol ein Franzöſiſch-Ruſſiſcher Ball ſtattfinden. Jedenfalls wird alſo zum Frühjahr der Tanz dort nochmals los- gehen. * Aus den Conferenzen wird gemeldet, daß Graf Orloff und Lord Clarendon mit einander nur ein Tin⸗ tenfaß haben. Dieſes iſt offenbar eine ſinnbildliche An⸗ ſpielung auf die Neutraliſation des ſchwarzen Meeres. — 5 8 Kinder-Verſorgungs-Kaſſen. Ein in der Darmſtädter Zeitung Nr. 51 vom 20. Febr. d. J. ſtehender, der Berliner„Nationalzeitung“ entnommener Aufſatz über „Kinder⸗Verſorgungs-Kaſſen, ſtellt den Gewinn, welcher den Mitgliedern, die das 21. Jahr überleben, durch die Erbſchaft von ihren geſtorbenen Altersgenoſſen zufällt, in einer Weiſe dar, daß man glauben ſollte, es könne dadurch ein Capital errungen werden, welches zur Ausbildung des Sohnes, oder zur Ausſteuer der Tochter einen einigermaßen bedeutenden Zuſchuß zu liefern vermöge.„Man kann ſich ungefähr eine Vorſtellung von dem Gewinn machen, der ſich durch die gegenſeitige Beerbung ergibt,“ ruft die Berliner„Natio⸗ nalzeitung“ aus. Dem muß aber widerſprochen werden. Könnte man ſich ohne Rechnung eine Vorſtellung von dieſem Gewinne machen, ſo würde wohl Niemand, der Gelegenheit hat, ſein Geld in eine Spar— kaſſe zu legen, zum Zwecke der Kinderverſorgung der„Concordia“ (der in genanntem Aufſatze empfohlenen Kaſſe) der Caisse paternelle, oder einer andern derartigen„Kinder-Verſorgungs-Kaſſe“ beitreten.— Dies wird nun freilich durch Rechnung nachgewieſen werden müſſen und es ſoll dies hier ſo kurz wie möglich geſchehen.— Die Berliner „Nationalzeitung,“ im Beſitze der beſten Erfahrungen“ über das Ableben der Kinder bis zum 21. Lebensjahre, behauptet, daß nach den⸗ ſelben von 1000 Kindern unter einem Jahre im erſten Jahre 19, im zweiten 18 und bis zum zurückgelegten 21. Lebensjahre 170 ſterben.— Dieſe Angaben entſprechen faſt ganz genau der von Finlaiſon nach den Beobachtungen bei den Staatstontinen in England aufgeſtellten Sterblichkeitstafelk) und es ſoll alſo auch dieſe der nachſtehenden Unterſuchung zur Grundlage dienen.— Behält man die Zahlen der Sterblichkeitstafel, durch welchen die Lebenden ausgedrückt werden, bei; unterſtellt man von jedem lebenden Mitgliede einen jährlichen *) Nach derſelben ſtarben von 1000 Kindern unter 1 Jahr im erſten Jahre 19, im zweiten Jahre 18, bis zum zurückgelegten 21. Lebensfahre 173, folglich 3 mehr als die Berliner Nationalzeitung angibt. Beitrag von 10 fl.; zieht man von der Summe der jährlichen Ge⸗ ſammtbeiträge 5 Procent für Verwaltungskoſten ab und verzinſt man den Reſt nach Zinſeszinsrechnung mit 3½ Procent bis zum Schluſſe der Sammelperiode, ſo bildet ſich ein Vertheilungscapital von 279,201 fl. 36 kr., wovon jedes der überlebenden 827 Mitglieder zu erhalten hat 337 fl. 37 kr.“— Gibt man dagegen 22 mal den jährlichen Beitrag von 10 fl. in eine Sparkaſſe zu 3½ Procent Zin⸗ ſeszins— und dergleichen Sparkaſſen hat man ja hierorts in großer Anzahl— ſo empfängt man(da dieſe Sparkaſſen keinen Abzug für Verwaltungskoſten machen, ſondern dieſe aus dem Ueberſchuſſe des Zinsertrags beſtreiten, auch daraus noch einen Reſervefonds bilden) am 31. December nach Vollendung des 21. Lebensjahres 323 fl. 20 kr. — Die ganze Erbſchaft beträgt daher für einen jeden Ueberlebenden nur 14 fl. 17 kr.!!!— Um dieſes geringfügigen Betrags willen muß man aber den Geſammtbetrag der jährlichen Beitraͤge, ſammt Zinſen und Zinſeszinſen a 3½ Procent, wie ſie hierorts jede Sparkaſſe und die Depoſitenkaſſe der Renten- und Le⸗ bensverſicherungs-Anſtalt, gibt, riskiren!— Wie werden ſich die Eltern in ihren Erwartungen getäuſcht finden, welche im Vertrauen auf die Anpreiſungen und Empfehlungen von Zeitungsartikeln, wie der der„Nationalzeitung“, ihre Kinder bei einer ſolchen„Kinder— Verſorgungs-Anſtalt“(J) mit einem größeren oder geringeren jähr- lichen Beitrage betheiligt haben. Um ſo ſchlimmer, wenn dies von Leuten aus den„minder wohlhabenden Klaſſen“ geſchehen iſt, da dieſe für ihre Kinder keine anderen Hülfsmittel haben und ihre ganze Hoff— nung auf den Antheil aus der Kinder-Verſorgungs-Anſtalt ſetzen müſſen!— Schließlich will ich übrigens auch noch den Werth der 5 Procent Verwaltungskoſten während der Oauer und bis zur Auflöſung einer Jahresgeſellſchaft angeben.— Die Verſorgungs-Kaſſe bezieht nämlich 5 Procent der jährlichen Beiträge, welche bei einer Geſell⸗ ſchaft von urſprünglich 1000 Perſonen, die nach der Sterblichkeits— Tabelle von Finlaiſon abſterben, bei einem jährlichen Beitrage der Lebenden von je 10 fl. und bei 3½ Procent Zinſeszins— alles An⸗ nahmen, wie in obiger Unterſuchung— am Schluſſe der Periode werth ſind 14,695 fl.— Außerdem fallen aber der Kaſſe noch die Zinſenüberſchüſſe zu, aus welchen allein, wie ſchon angegeben, unſere Spar- und Depoſitenkaſſen nicht nur den ganzen Verwalkungsaufwand beſtreiten, ſondern auch noch recht ſchöne Erſparniſſe machen. Nachdem Referent in Nr. 56 der Darmſtädter Zeitung die vagen Anpreiſungen und Empfehlungen der ſogenannten Kinder- Verſorgungs-Anſtalten in ihrer Werthlofigkeit darzulegen verſucht hatte, kam ihm ein Exemplar des Proſpectes zu Händen, welchen die Lebens⸗ ꝛc. Verſicherungsbank„Vorſicht“ zu Weimar ausgegeben hat.— Dieſe Anſtalt hat die angebliche Kin derverſorgung ebeg⸗ falls in den Kreis ihrer Thätigkeit gezogen, beſchränkt ſich aber ni auf unbeſtimmte Andeutungen über die Größe des zu erwartenden Capitals, ſondern ſagt in dem betreffenden Proſpecte S. 5 wörtlich: „Wenn man auch berechnet hat, daß durchſchnittlich ein im Geburts— jahre eingeſchriebenes Kind bei Vertheilung der Kaſſe auf je 10 Thl. mindeſtens 1250 Thlr. und ſelbſt mehr erhalten müſſe, ſo läßt ſich doch natürlich eine Garantie für dieſe Zahlen nicht übernehmen.“ — Die Reſultate der in Nr. 56 veröffentlichten kurzen Berechnung würden eigentlich ſchon vollſtändig genügen, das Publikum darauf aufmerkſam zu machen, daß dieſe Behauptung der„Vorſicht“ in Wahrheit nicht beſteht. Zahlen beweiſen, iſt ein altes und wahres Wort; deßhalb werden hier noch einmal einige Zahlen gegeben.— Träten 1000 Kinder im Geburtsjahre mit einem jährlichen Beitrage von 10 Thlr. in die Anſtalt, ſo würde jedes der zur Zeit der Ver— theilung noch lebenden Mitglieder 1250 Thlr. aus der Kaſſe nur dann beziehen können, wenn alle 1000 eingetketenen Kinder bis zu Ende desjenigen Kalenderfahres am Leben blieben, in welchem ſie das 21. Lebensjahr zurückgelegt haben, und wenn dieſer Zeitpunkt doch nur von 246 Verſicherten überlebt würde.— Es müßten alſo in Einem und zwar in dem letzten Jahre vor der Vertheilung 754 von 1000 Mitgliedern ſterbenlil Dadurch, daß die Beiträge ſämmtlicher 1000 Mitglieder während der ganzen Dauer der 22jährigen Periode eingingen, würde der Geſammtbetrag von jährlich 10,000 Thlr.— durch 5 Procent Verwaltungskoſten auf jährlich 9500 ſich vermindernd— bei 3½ Procent Zinſeszins auf 307,124 Thlr. anwachſen. Es iſt nun ein ganz einfaches Diviſions⸗ reſultat, daß aus dieſer allerdings bedeutenden Summe nicht einmal ganz 246 Antheile 4 1250 Thlr. gemacht werden können. Es müßten demnach, wie bemerkt, 754 Mitglieder in dem Jahre vor der Theilung des Capitals plötzlich ſterben. Sollte aber ein überlebendes Mitglied wirklich 1250 Thlr. beziehen können, ſo müßte die Anzahl der Sterben⸗ den noch viel größer ſein, weil die Verſicherten nach den Naturgeſetzen nicht auf einmal und im letzten Jahre vor der Vertheilung, ſondern nach und nach im Laufe der Jahre abgehen und die Beiträge der Ge⸗ ſtorbenen vom Todesjahr ab ausfallen, folglich auch nicht mehr zur Er⸗ höhung der Theilungsſumme beitragen. Die letztere muß alſo um ſo viel geringer, als oben berechnet, ausfallen und es können folglich auch verhältnißmäßig ſo viel weniger Antheile à 1250 Thlr. daraus gebildet werden.— Es dürfte hiernach ſehr rathſam ſein, die wört⸗ lich angegebene Behauptung der„Vorſicht“ mit ſehr großer Vorſicht aufzunehmen. Der le mien aus zus 1) Nur Gelan 9 Die 5 Bei de Inde Frie mit Ki zeugan Und da Es iſt auß d auf Ertr⸗ Laub, werth ſo erg liefert 8 Centr Wick Witſe