Friedberger Jutelligenzblatt. * doßere Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 42 kr.; durch die Poſt bezogen fl. 1. 30 kr. Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum ſammen 7 kr. J. * — N* Dienſtag, den 15. Januar. 1856. Erinnerungen eines Londoner Polizeibeamten. Der Aſſotié. Ich war faktiſch, wenn auch noch nicht formell aus dem Polizeidienſte ausgeſchieden, als mich eines Tages ein junger Mann von vornehmem, wenn auch etwas leicht— ſinnigem Aeußern und dem Ausſehen nach ſehr bleich und aufgeregt, in meiner Wohnung beſuchte und mir ein Brief— chen von einem der höheren Beamten der detective police einhändigte. Der Brief erſuchte mich, den Ueberbringer deſſelben, Mr. Edmund Webſter, nach Kräften zu unter— ſtützen, falls ich nach genauerer Prüfung deßfalls Anlaß zu haben glaube, und Vertrauen in ſeine Angaben über die peinlichen und außerordentlichen Verhältniſſe zu ſetzen, in welche derſelbe verwickelt ſei. „Mr. Edmund Webſter,“ rief ich, nachdem ich das Billet raſch durchflogen;„Sie ſind alſo dieſelbe Perſon, welche angeſchuldigt iſt, Mr. Hutton den Getreidehändler beſtohlen zu haben und welchen der genannte Herr nicht gerichtlich belangen will?“ „Ich bin derſelbe, Mr Waters,“ erwiderte der junge Mann.„Allein obſchon dieſe ſchmachvolle Anklage, minde— ſtens in Betreff ihrer gerichtlichen Verfolgung zurückge— nommen zu ſein ſcheint oder vielmehr nicht weiter getrieben wird, ſo werden nichtsdeſtoweniger ich und meine Familie dadurch geſchmäht und ruinirt, wenn nicht meine gänzliche Unſchuld auch vor der Welt offenbar gemacht werden kaun. In dieſer Abſicht hat man uns nun gerathen, Ihren Bei— ſtand nachzuſuchen, und mein Vater beauftragt mich, Ihnen zu melden, daß er jeden Aufwand beſtreiten will, welcher für die vollſtäͤndigſte Durchführung Ihrer Nachſpürung erforderlich werden wird!“ „Das iſt mir lieb, Mr. Webſter! Uebrigens iſt der Wunſch des Commiſſärs bei mir ſchon die dringendſte Em— pfehlung, obſchon ich in keine weiteren derartigen Nach— forſchungen mehr verwickelt zu werden hoffte. Haben Sie alſo die Güte, ſich zu ſetzen, und mir genau und deutlich Ihre Lesart von der ganzen Angelegenheit mitzutheilen; laſſen Sie aber ja keinen Nebenumſtand aus, der ſich da— rauf bezieht, wie ſcheinbar unbedeutend oder alltäglich er auch ſein mag. Ich darf Ihnen wohl ſagen„/ ſetzte ich hinzu und legte mein Notizbuch auf den Tiſch, aus wel— chem ich nun dieſe Erinnerungen zuſammenſtelle,—„ich darf Ihnen wohl als eine kleine Ermuthigung mittheilen, daß die Vertheidigung, welche Sie auf dem Polizeiamte preis— gaben, meiner Anſicht nach allzu unwahrſcheinlich war, um eine Erfindung zu ſein, und ich habe in ſolchen Sachen eine reiche Erfahrung gehabt, wie Sie wohl wiſſen. Ich vermuthe, auch Mr. Hutton theilt dieſe Anſicht, und daher rührt nicht allein ſeine Weigerung, die Sache weiter zu verfolgen, ſondern auch der Aufwand oder die Mühe, welche er, ſoviel mir bekannt, gemacht hat, um zu verhüten, daß ſein eigener oder Ihr Name in den Zeitungen genannt verheirathet ſehen würde. würden. Und nun, mein Herr beginnen Sie, wenn es gefällig iſt!“ Nachdem er ſich noch entſchuldigt, daß er einige Fa— milien-Angelegenheiten berühren müſſe, um mir zu einer genauern Einſicht in die Sachlage zu verhelfen, hub Ed— mund Webſter an:„Mein Vater, welcher, wie Sie wiſſen, im Regent's Park wohnt, zog ſich vor etwa fünf Jahren aus dem Geſchäfte in Mark Lane zurück, welches ſeither von ſeinem ehemaligen jüngeren Aſſocié, Mr. Hutton, fortgeführt worden iſt. Ich ſelbſt betrachtete mich bis vor etwa ſechs Monate für die Armee beſtimmt, weil das Kauf— geld für eine Fahndrichsſtelle ſchon wenige Tage nach mei— ner Mündigwerdung auf dem Kriegs miniſterium hinterlegt worden war. Mein Vater beſann ſich jedoch plotzlich eines Andern, beſtand darauf, daß ich mich auf den Getreide— handel legen und mit Hutton aſſoeiren ſolle, und zog da—⸗ rauf das für jene Stelle im Heere deponirte Geld zurück. Ich kann noch jetzt nicht alle ſeine Beweggründe für jene Sinnesänderung begreifen, die ich für bloße Laune hielt; allein diejenigen, welche er gegen mich geltend machte, waren zunächſt mein verſchwenderiſches müſſiges Leben, ein Vorwurf, welcher, wie ich zu meiner Beſchämung ge— ſtehen muß, nur allzu begründet iſt, wiewohl ich kaum glaube, daß die Disciplin eines Comptoirs bei mir eine wohlthätige Beſſerung erzielen würde, wie mein Vater meint. Meines Erachtens lieferte meinem Papa ein anderes gewichtiges Motiv hiefür der Umſtand, daß ich mich in ein Liebesverhaltniß mit Miß Ellen Bramſton eingelaſſen, der zweiten Tochter des Kapitäns Bramſton von der oſt⸗ indiſchen Armee, welcher dermalen auf Halbſold in Hamp— ſtead lebt. Mein Vater mißbilligte dieſe beabſichtigte Ver— bindung entſchieden, weil er wie die meiſten reichgewordnen Citykaufherrn die Armuth im geſtickten Kleid noch herzlicher verachtet, als die mit Lumpen auf dem Rücken. Er wußte keinen wirkſameren Plan, um meine Wünſche zu vereiteln, als indem er meine erwartete Fähndrichſtelle mit einem Antheil an einem Getreidehandel vertauſchte, mein künf— tiges Heldenſchwert mit einem Gänſekiele. Kapitän Bram— ſton iſt nämlich mit einer gräflichen Familie weitläufig ver— wandt und in noch höherem Grade ſtolz als arm, ſo daß er ſeine Tochter lieber im Sarge als an einen Kaufmann Er meinte voll Grimm, es ſeie Herablaſſung genug geweſen, daß er Ellen Bramſton er— laubt habe, die Huldigungen des Sohns eines Empor— koͤmmlings aus der City zu ermuthigen, allein es ſei durchaus verfrüht und thöricht zu glauben, daß ſie jemals einen Kornkipperer heirathen könne.“ „Einen Kornkipperer? rief ich. „Ja, das war Kapitän Bramſton's höflicher Aus— druck, als ich ihm die ploͤtzliche Sinnesänderung meines Vaters mittheilte. Die angebotene Aſſociation war mir zwar ebenſo zuwider als dem Kapitän Bramſton; allein mein Vater war unerbittlich, ja unbeugſam taub gegen meine flehentlichen Bitten und die meiner Schweſtern; und 2 22 mir ward nur die Alternative gelaſſen, entweder ſogleich aus dem Vaterhauſe verbannt und in Folge davon ſpäter vermuthlich enterbt zu werden, oder Ellen Bramſton auf— zugeben, an welcher ich trotz aller meiner Thorheiten doch mit inniger Liebe hing. Nach vielem bangen Nachdenken erſann ich mir einen Plan, welcher zwar für eine Weile die Ausübung einer guten Doſis Heuchelei und Verſtellung erforderte, aber endlich doch, wie ich mir ſchmeichelte, mein Intereſſe mit meiner Herzensneigung vereinigen, d. h. mir Ellen's Hand verſchaffen würde, ohne mich mit meinem Vater zu uͤberwerfen.“ „Und dieſer Heuchelei und Verſtellung verdanken Sie es ohne Zweifel, daß Sie in Ihrer gegenwärtigen unglück— lichen Lage ſich befinden?“ fragte ich. „Sie haben es errathen. Ich fahre jedoch in meiner Erzählung fort. Mr. Hutton hatte, wie ich Ihnen ſagen muß, durchaus keine Luſt, mich zu ſeinem Compagnon anzunehmen, obſchon er aus einem oder dem andern Grunde nicht wagte, ſich offen dem Project zu widerſetzen; ſein Sohn John Hutton war ebenfalls entſchieden dagegen..“ „Sein Sohn John Hutton! Mr. Hutton senior kenne ich ſo ziemlich, aber was iſt ſein Sohn für ein Menſch?/ „Nun, er lebt, wie ich früher, vielleicht etwas zu flott, iſt aber nichtsdeſtoweniger ein ganz guter junger Mann. Er ſegelte vorletzte Woche nach Riga, wo er Geſchäfte zu beſorgen hat.“ „Ehe Sie verhaftet wurden?“ „Am Morgen deſſelben Tages. Doch, wo war ich denn ſtehen geblieben? Ja ſo— bei Mr. Hutton's Ab— neigung gegen meine Theilhaberſchaft, wodurch ich eben auf meinen Operationsplan geführt ward. Ich bewog ihn, meinem Vater vorzuſtellen, daß ich wenigſtens zwei oder drei Monate auf dem Comptoir zubringen müßte, ehe die Sache unwiderruflich beſchloſſen würde, und zwar um ſeiner, Mr. Hutton's, willen, damit erſt in Gewißheit geſetzt würde, ob es möglich ſei, mich an Fleiß und ſyſte— matiſche Thätigkeit zu gewöhnen, und ich unterſtützte heuchleriſch dieſes Verlangen— Sie ſehen, daß ich ganz aufrichtig bin— indem ich verſprach, mich dann den Wün— ſchen meines Vaters zu unterwerfen, wenn die Entſcheidung auf dieſe Weiſe hinausgeſchoben würde. Die Hauptab— ſicht, die ich durch dieſe anſcheinende Fügſamkeit zu er— reichen gedachte, war, mir binnen wenigen Wochen wieder den Geldbeutel meines Vaters zu öffnen, der mir in der letzten Zeit hartnäckig verſchloſſen geblieben war. Ich hatte mehrere drängende Ehrenſchulden, wie man ſie nennt— Schandſchulden wäre nach meiner Erfahrung der paſſendere Ausdruck— die durchaus bezahlt werden mußten, und überdies hing das Gelingen meines Heirathsprojects ein— zig und allein von der Möglichkeit ab, mir eine ziemlich bedeutende Summe Geldes zu verſchaffen.“ „Ihr Heirathsproject?“ „Ja; es ward endlich, nicht ohne heftiges Wider— ſtreben von Seiten Ellen's, aber, wie ich Grund habe zu glauben, mit der heimlichen Billigung des Kapitän Bram— ſton, verabredet, daß wir uns heimlich vermählen und ſo— fort nach dem Continent begeben ſollten, um dort zu bleiben, bis der väterliche Sturm, der, wie ich wußte, mit furchtbarer Gewalt losbrechen würde, verbrauſt wäre. Wegen des Endreſultates hatte ich keine große Angſt. Ich war der einzige Sohn; von meinen Schweſtern konnte ich erwarten, daß ſie unermüdliche Vermittlerinnen zu mei— nen Gunſten ſein würden, und wir lebten daher Alle der frohen Zuverſicht, daß eine allgemeine Verſöhnung, ſowie ſie in der Komödie gewöhnlich dem letzten Fallen des Vor— S. NT hangs vorherzugehen pflegt, in nicht allzuferner Zeit ſtattfinden würde. Geld aber war unumgänglich noth⸗ wendig— Geld zur Bezahlung der Trauungskoſten, zur Flucht nach Frankreich und um dort vielleicht längere Zeit leben zu konnen. Um mir dieſes Geld zu verſchaffen, ſah ich kein anderes Mittel, als meinen Vater auf gute Laune zu bringen, indem ich that, als ob ich mich in ſeine Wünſche fügte. Ich will hier zugleich beiläufig bemerken, daß ich, wenn ich der ſchändlichen That, deren ich ange⸗ klagt bin, fähig geweſen wäre, von der erſten Stunde an, wo ich in Mr. Hutton's Comptoir eintrat, eine Menge Gelegenheiten gehabt hätte, ihn zu beſtehlen. Sehr häufig ließ er mich allein in ſeinem Privatzimmer, während die Schlüſſel an ſeiner eiſernen Kiſte ſtaken, in der ſich zu⸗ weilen bedeutende Summen befanden, nicht bloß in Bank— noten, ſondern auch in Gold, deſſen Spur nicht ſo leicht aufzufinden iſt.“ 43 f„Das iſt ein ſonderbarer Mangel an Vorſicht bei einem ſo pünktlichen und mißtrauiſchen Manne, wie Mr. Hutton,“ bemerkte ich, wie mit mir ſelbſt ſprechend. „Durchaus nicht,“ verſetzte Mr. Edmund Webſter mit Wärme, während eine hohe Röthe über ſein bleiches Antlitz, flog.„Es beweiſt bloß, daß bei allen meinen Fehlern und Thorheiten es doch Jedem, der mich kannte, unmöglich war, mich eines derartigen Verbrechens fähig zu glauben.“ „Ich bitte um Entſchuldigung, Mr. Webſter; ich wollte Sie durchaus nicht beleteig en Meine Bemerkung war bloß der faſt unwillkürliche Ausdruck eines Gedan— kens, der mir plötzlich einkam.“ „Ich habe wenig mehr vorauszuſchicken,“ erzählte Mr. Webſter weiter.„Ganz unſerer Hoffnung und Er— wartung zuwider ward mein Vater mit ſeinem Beutel nicht um ein Haar freigebiger als zuvor, und ich fand bald, daß er die Abſicht hatte, die Schraube ſcharf auf— geſetzt zu halten, bis die Verwirklichung der verhaßten Geſchäftscompagnie zwiſchen mir und Ellen Bramſton eine unüberſteigliche Schranke errichtete. Mit Mr. Hutton ſprach ich ſehr häufig über dieſe Angelegenheiten ſo rück— haltlos, wie ich jetzt mit Ihnen ſpreche, und ich muß ſagen, daß er, obſchon er fortwährend ängſtlich bemüht war, jeden Schein von Oppoſition gegen meinen Vater zu vermeiden, doch ſtets die wärmſte Theilnahme für meine Plane und Abſichten zu erkennen gab, ſo daß ich endlich wagte, ihn um ein Darlehen von ungefahr fünf— hundert Pfund zu bitten, welche Summe die geringſte war, die mich in den Stand ſetzen konnte, die ungeſtuͤm— ſten meiner Gläubiger zu befriedigen und mein Heiraths— preject zur Ausführung zu bringen. Dieſe Gefälligkeit ſchlug er mir jedoch rund ab unter dem Vorwande, daß dieß, wenn er es thäte, früher oder ſpäter zur Kenntniß meines Vaters kommen würde.“ „Und fuhr denn Mr. Hutton nach dieſer Weigerung immer noch fort, Ihnen Gelegenheit zu geben, ſich ſelbſt zu helfen, wenn Sie ſich ſonſt dazu hätten entſchließen wollen?“ „Allerdings that er dies; aber warum dieſe Frage?“ entgegnete der junge Mann etwas heftig, während ſein bleiches Geſicht wieder von der Räthe des Zornes über— goſſen ward. „Nichts, Sir, nichts; erzählen Sie weiter, ich bin ganz Ohr.“ (Fortſetzung fo gt.) feigen. 12 [7] Von die ut Bern, 10 bis 7 C. Miltw unter den üb! gemacht werde peigert werde Buß bach, Gro Grabg I/ Monte Il Uhr, wid des, in der zum Nachlaß Heinrich Ftitz willigen meiſ als: Flur. Nr.(Aft 1 12² 120 Ftiedder Groß Ver der Han! klopferar 169] De pan auf verſchiede Löwen. Webster; ich t Bemerkung 4 s Gedan⸗ erzaͤhlte ag und Er⸗ zem Beutel V fand fand arf auf⸗ tt verkaßten en eme Mr. Hutton o rück⸗ muß tlich bemüht nen Vater ame für 23 Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen. Fruchtverſteigerung. 151] Donnerſtag den 17. Januar, Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 50 bis 60 Malter Korn und 20 bis 30 Malter Gerſte von dem Fruchtvorrath des vereinigten Armenfonds, zweimalterweis, meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 9, Januar 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. [54] Mittwoch den 16. Januar, Vormittags 10 Übr, wird die Herbeifuhr von etwa 10 Cu- bikklafter Steinen, aus dem ſiskaliſchen Stein⸗ bruch bei Ockſtadt in den Bahnhof dahier, öffent— lich an den Wenigſtnehmenden in Accord ge— geben. Die Verſteigerung wird in dem Warte— zimmer III. Claſſe abgehalten. Friedberg am 5. Januar 1856. Der Großberzogliche Bahn-Ingenieur des Bahnbezirks Friedberg Hochgeſand. Bekanntmachung. [67] Von dem unterzeichneten Gerichte ſollen die zur Vernichtung ausgeſchiedenen Acten, etwa 10 bis 12 Centner, Mittwoch den 6. Februar l. J., Vormittags 10 Uhr, unter den üblichen, im Termine näher bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich ver— ſteigert werden. Butzbach, den 11. Januar 1856. Broß deze Landgericht Butzbach bel. Grabgarten⸗Verſteigerung. 168 Montag den 21. l. Mts., Morgens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathbauſe nachſtehen- des, in der Gemarkung Friedberg liegendes, zum Nachlaß des hier verſtorbenen Kaufmann Heinrich Fritz gehörendes Grundſtück einer frei— willigen meiſtbietenden Verſteigerung ausgeſetzt, als: Flur. Nr.[JKlftr. 1 122 129 Grabgarten bei der Sanct Leon⸗ hardskirche. Friedberg den 12. Januar 1856. In Auftrag der Erben: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Der Vorſteher rn Verſteiger ung der Handarbeiten und Stein— klopferarbeiten im Baubezirk Friedberg. [69] Die Handarbeiten und Steinklopferarbeiten auf verſchiedenen Bauaufſeherbezirken ſollen an den nachverzeichneten Terminen öffentlich an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden: 1) Montag den 21. Januar, Vormittags 9 Uhr, in Niedermörlen im Gaſthauſe zum Löwen. Handarbeiten und Steinklopfer— arbeiten im Bezirk des Bauaufſehers Diehl. 2) Montag den 21. Januar, Nachmittags 3 Uhr, in Friedberg im Gaſthauſe zum Frankfurter Hofe, die Handarbeiten im Be⸗ zirk des Bauaufſehers Kreß. 3) Dienſtag den 22. Januar, Vormittags 9 Uhr, in Nieder woͤllſtadt im Gaſthauſe zur Waldluſt, Handarbeiten und Stein klopferarbeiten im Bezirk der Bauaufſeher Götz und Faulſtich. 4) Mittwoch den 23. Januar, Vormittags 9 Uhr, in Vilbel im Gaſthaus zur Stadt Kaſſel, Handarbeiten und Steinklopferar⸗ beſten im Bezirk des Bauaufſehers Schäfer. 5) Donnerſtag den 24. Januar, Vormittags 10 Uhr, in Ilbenſtadt bei Gaſtwirth Haas, Handarbeiten im Bezirk des Bauaufſehers Gaußmann. 6) Freitag den 25. Januar, Nachmittags 3 Uhr, auf dem Salinenhof bei Büdingen, die Steinklopferarbeiten im Bezirk des Bau— aufſehers Kleinſteuber. 7) Samſtag den 26. Januar, Vormittags 10 Uhr, in Rödelheim im Gaſthauſe zum Frankfurter Hofe, die Steinklopferarbeiten im Bezirke des Bauaufſehers Lützel. Friedberg den 11. Januar 1856. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg Sü fe Verſteigerung von Bauarbeiten. Dienſtag den 5. Februar, [70] Vormittags 10 Uhr, ſollen bei Kirchen- vorſteher Adam Weis dahier nachfolgend ver— zeichnete, zur Reparatur der Kirche und des Pfarrhauſes erforderliche Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, und zwar: 1) Maurerarbeit, veranſchl. zu 234 fl. 2) Steinhauerarbeit,„ 1 89 3) Zimmerarbeit, 15„ 239„ 4) Dachdeckerarbeit,„„ 57„ 5) Schreinerarbeit,„„ 328„ 6) Schloſſerarbeit,„„ 131„ 7) Glaſerarbeit,* 5 29„ 8) Weißbinderarbeit,„ 1 452„ 9) Spenglerarbeit,„„ 30„ 10) Pflaſterarbeit,„ 5 105„ Weiter wird an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben: 1) Brechen von 5 Cubikklafter Steinen im Oberwiddersheimer Bruch. 2) Fahren dieſer Steine. 3) Setzen derſelben. 4) Lieferung von 40 Bütten Kalk. 5) Lieferung von 2 Cubikklaftern Sand von Salzhauſen. 6) Lieferung von 7500 Stück Backſteinen. Voranſchlag und Accordsbedingungen, welche beide auch im Verſteigerungstermine vorgeleſen werden, liegen bei Maurermeiſter Dietrich zu Langd und auf dem Bäreau des Kirchenvor— ſtandes zur Einſicht offen. Ober widdersheim den 8. Januar 1856. Der evangel. Kirchenvorſtand: Schaub, Pfarrverweſer. Walther, Bürgermeiſter. Holzverſteigerung. [71] Montag den 21., Dienſtag den 22. und Mittwoch den 23. d. Mts., jedesmal Mor⸗ gens 9 Uhr anfangend, werden im Rodheimer Gemeindewald, Diſtrikt Ameishecke(neben der von Friedberg nach Homburg führenden Chauſſee) 38½ Stecken Buchen⸗Scheitholz, 915„ Eichen⸗„ 43„„ Prügelholz, 49„ Buchen-⸗Stockholz, 317 7 Eichen⸗ 15 420 Buchen-⸗Wellen, 6398 Eichen-„ 842 Stämme Eichen⸗Bau⸗, Werk⸗ und Nutz⸗ holz von 5—18½ Zoll Durchmeſſer und 15—65 Fuß Länge, 16 Stämme Hainbuchen, deßgleichen von 5- 10 Zoll Durchmeſſer und 15—25 Fuß Länge, 3 Stämme Buchen, deßgleichen von 13 bis 26 Zoll Durchmeſſer und 10-25 Fuß Länge, 49 Stämme Birken, deßgleichen von 6— 11 Zoll Durchmeſſer und 20-45 Fuß Länge und 24 Stück Stangen Eichen, Hainbuchen und Birken, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Gegen vorſchriſtsmäßige Bürgſcheine Zahlungsfriſt bis 15. Juli d. J. geſtattet. Bemerkt wird, daß die zwei erſten Tage jedes mal bis gegen Mittag Brennholz und dann Stammholz und den letzten Tag der Reſt zur Verſteigerung kommt. Rodheim am 10. Januar 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Rodheim a co bi. wird Holzverſteigerung. 1821 Dienſtag den 22. Januar l. J., Morgens von 9 Uhr an, ſoll in dem hieſigen Gemeinde— wald, Diſtrikt Auwald, nachverzeichnetes Holz öffentlich meiſtbietend verſteigert werden: 105 Eichen⸗Bau⸗ und Werkholzſtämme, 33 Stecken Eichen-Scheitholz, 22 5 1 Prügelholz, 39%„„ Stockholz, 738 Stück„ Wellen. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft wird Zah⸗ lungsfriſt bis Martinitag l. J. geſtattet. Aſſenheim den 12. Januar 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Aſſenheim Schmidt. Holzverſteigerung. 173] Freitag den 18. Januar l. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr anfangend, ſollen in dem hieſigen Gemeindewald, Diſtrikt Kirchweg, nachſtehende Holzſortimente meiſtbietend verſteigert werden: 14 Stecken Buchen⸗Prügelholz, 4„ Kiefern⸗ 1 28„Buchen- und Linden⸗Stockholz, 4000 Stück Buchen⸗Wellen, 1000 1 Linden⸗ 17 800„ Kiefern-„ 9 Stämme Eichen⸗Werkholz von 8— 17“ Durchmeſſer, 15 Stämme Kiefern-„ von 7—13“ Durchmeſſer, 100 Stück Kiefern⸗Stangen. Florſtadt am 11. Januar 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Florſtadt Wagner. Holz⸗Verſteigerung. [74] Donnerſtag den 17. d. M., Vormittags 9 Uhr anfangend, wird in dem Gemeindewald dahier, Diſtrikt Buſchwald, nachverzeichnetes Holz, als: 110 Stämme Eichen⸗Bau- und Werkholz, 10865 Cubikfuß enthaltend, 74 Stecken Eichen⸗Scheitholz, 25 7„ Prügelholz, 50„„ Stockholz, 1450 Wellen„ Reisholz, 125„ Dorn, meiſtbietend verſteigert. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine wird Zahlungsfriſt bis 1. Oktober d. J. geſtattet. Niederwöllſtadt den 11. Januar 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Niederwöllſtadt Sto l l. Zu vermiethen. [46] Ludwigſtraße Nr. 89 iſt der untere Stock zu vermiethen. Zu verkaufen. [65] Eine Mange, einen Drucktiſch und Chaſſis hat zu verkaufen Färber Be ſt in Aſſenheim. E i n Fa f e 1 o ch s, [75] ein und ein halb Jahr alt, ſchwarz ge— ſcheckt, Schweizerbaſtard, ſteht zu verkaufen bei Pachter Bickel's Wwe. in Ilbenſtadt. Ne d., 24 Im Verlage der Unterzeichneten iſt erſchienen: Friedberger Adreßkalender für das Jahr 1856. Preis 6 kr. 1 Dieſer Kalender, in groß Placatformat gedruckt, gibt eine Zuſammenſtellung ſämmtlicher hieſigen Staats- und Localbehörden und Verwaltungen, theilt zugleich die für die einzelnen Büreaus feſtgeſetzten Amts- und Geſchäftstage mit, führt ferner die Staats- und ſtävtiſchen Lehr- und Er⸗ ziehungsanſtalten ꝛc. ꝛc. auf, bringt ſodann eine Ueberſicht der wichtigſten Märkte der Umgegend, Abgang und Ankunft der Poſten, Rundgang der Bezirksboten und noch ein Verzeichniß der aus den benachbarten Orten regelmäßig nach Friedberg kommenden Privatboten nebſt Angabe der Ge— ſchäftshäuſer, in welchen Aufträge für dieſe Boten angenommen werden. C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. Ein auch zwei Knaben, 182] welche die hieſige Realſchule beſuchen wollen, können jetzt oder auf Oſtern gegen billige Vergütung Koſt und Logis in einer ſtillen Haushaltung bekommen. Wo? ſagt die Erped. dieſes Blattes. Lehrlingsgeſuch. [83] Bei einem Sichel und Galanterie⸗ arbeiter in einer größeren Stadt iſt eine Lehr⸗ lingsſtelle offen. Reflectanten wollen ſich an die Exped. d. Bl. wenden. Annonce. 184] Auf nächſten Petri werden 1 Pferdeknecht und 1 zweiter Schwelzer gegen guten Lohn geſucht von Jacob Fay in Niedereſchbach, Kreis Vilbel. 176] Meinen auswärtigen verehrlichen Geſchäftsfreunden und Bekannten die ergebene Anzeige, daß ich mein Tabakfabrik⸗ und Weingeſchäft von heute an in meine neue Wohnung: Louiſenſtraße Nr. 43, dem Kurhaus gerade gegenüber, verlegt habe. g Bad Homburg v. d. H., den 25. December 1855. G. F. Mähler. Dieren u. Penſions⸗Verſicherungs-Geſellſchaft Janus in Hamburg, 148] übernimmt zu möglichſt billigen Prämien Lebens-, Kapikal- und Renten— Verſicherungen und ſichert Penſionen und Wittwengehalte. Zu Verſicherungsabſchlüſſen bei obiger Anſtalt hält ſich unterzeichneter Vertreter derſelben beſtens empfohlen und iſt derſelbe zu jeder unentgeltlichen Aus— kunftsertheilung mit Vergnügen bereit; auch konnen daſelbſt Proſpecte, Statuten und Jahresberichte in Empfang genommen werden. Reichelsheim den 4. Januar 1856. Franz Conrad, Agent. Dan kſagung. N.. N 5 0 2 E77] Freundlichen Dank den Bewohnern Ber— Eine Pluͤſch⸗ Taſ E ſtadts, welche am 5. d. meinem Knecht, welcher[81] wurde auf dem Wege von Heldenbergen durch das Brechen der Hemmkette mit den bis Friedberg verloren. Der redliche Finder Pferden in größter Gefahr ſchwebte, ſchnelle erhält bei Zurückgabe an die Expedition d. Bl. Hülfe leiſteten. Sollte dem Uebelſtande an der oder Herrn Gaſſwirth Pauly in Helden— Brücke bei Berſtadt, welcher die Gefahr noch bergen eine gute Belohnung. vergrößerte, nicht abzuhelfen ſein? Dorheim, den 6. Januar 1856. In C. Bindernagel's Buchhandlung 1 Georg Schu dt. in Friedberg ſind ſtets zu haben: Meine Hofraithe, Geſtempelte 5 1781 beſtehend aus Haus, Scheuer und Stal— lung, ſowie circa 60 Morgen Aecker und Wie⸗ 2 ſen, Wagen, Pflug und Egge ꝛc. will ich aus a. freier Hand verkaufen. r rie N E Allertshauſen, den 3. Januar 1856. 5 Johs. Römer's Wwe. für den Ein Lehrling f N Ei VV mitteldeutſchen Eiſenbahnverband. per Buch 26 kr. Frankfurter Cours vom 12. Jan. 1856. Mftol y,, fl. 9 37/8 Fbiedrichsd es 35 Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 43½¼-44½ Ranld⸗ Düren;; 20 Frein fßfü 92223 Eugliſche Souverains.„ 11 43-45 Preüßiſche Thale; 1 i,, Preußiſche Caſſenſcheine. 1 1 45% 78 Polizei⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 16. bis 22. Januar. — 5 Fried- Butz⸗ 3 Brod⸗Preiſe. berg.] bach. * kr. pf. kr. pf. 1 Roggenbrod,/ Korn⸗ 1 und ½ Gerſtenmehl 4412 2 00 1„ 94— 9 4 5 7 7 F 1 gemiſchtes Brod(Tafelbrod) ½ Korn- u./ Waizenmehlſ 5 11 51 2 7 1* 10 2 10 2 4 2„ 1 20 3120 3 Loth Loth — Milchbrod 103 173 — Waſſerwe ck 183 — Gemiſchte(Tafel-) Brod 14 114 Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſ ch: l 2(A2 1 Kühfleiſch, gemäſtetes 112112 1 Rindfleiſch, gemäſtetes. 10 2 10 2 1 Schweinefleiſchh.. 16— 16— 1 Hammelfleiſch. 11— 11— anette 84 2 8 2 1 S af fischt 7—4—— 1 Wurſt v. blos Schweinen 17— 17— 1 Bratpurſtt%% 2 1 Schwartenmagen. 18— 18— 1 Geräucherter Speck. 312312 eee, ß 1 Schinken. eee 1 Schweineſchmalz, ausgel. 27 2272 1„ unausgelaſſen 23 2232 1 Nieren fekt... 2 1 Hammels fett 16— 116— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Bender. Seippel. bei der Erpedition d. Bl. Marktberichte. Friedberg, den 11. Jan. Waizen aufg. 153 Mlt., verkauft 144 Malt., 18 fl. 20 kr.; Korn aufg. 22, verk. 16, 14 fl. 15 kr.; Gerſte aufg. 80, verk. 59, 9 fl 6 kr.; Hafer aufg. 33, verk. 29, 4 fl. 43 kr.; Erbſen aufg. 5, verk. 5, 10 fl. 46 kr.; Wicken aufg, 1, verk. I, 8 fl. 30 kr.; Kartoffeln aufg. 6, verk. 6, 3 fl. 15 kr. Butzbach, den 11. Jan. Waizen aufg. 18 Malter, verk. 17 Malter, ls fl. 13 kr.; Gerſte aufg. 15, verk. 14, 9 fl. 5 kr.; Hafer aufg. 7 verk. 3, 5 fl. 10 kr.; Kartoffeln aufg. 18 ½, verk. 16 ½, 3 fl. 6 kr Erbſen aufg. 1½, verk. 1%, i e, 1* Grünberg, den 12. Jan. Waizen aufg. 135%, verk. 135%, 18 fl. 2 kr.; Korn aufg. 55, verk. 55, 14 fl. 48 kr.; Gerſte aufg. 84¾, verk. 84¼, 9 fl. 2 kr.; Hafer aufg. 110¼, verk. 110 ¼, 4 fl. 48 kr.; Erbſen aufg. 23%, verk. 235, verk. 20½, 9 fl. 45 kr.; Kartoffeln aufg. 3, verk. 3, 3 fl. 50 kr. Mainz, den 11. Jan. Waizen 18 fl. 32 kr., Korn 14 fl. 50 kr., Gerſte 9 fl. 45 kr. , II fl. 20 kr.; Linſen und Wicken aufg. 20¼, Druck und Verlag von C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. 3u kangenhe Münſter Münzenb Niederwe Dppersh. Oſtheim: Obertosd Pohlgön Rockenb— Steinfur was ich hi Fri Nr. welches, au Staats rathe. glieder beru b. Grolman direttor Dr. Maurer, die und Caſſatios 12. Dec., u den Regierur für ausländi 1855 bis de beſtimmten machung Er zug von Sal den Salzme ports erthei Folge nicht ſchreibt, an azinsverwa I geſchehen bey die, beſin esch dem dan lichen dn V. Oeogl. nals.— die philoſſ ö Wilh. Wo Karl 5 ſtadt, Wi