nr 1 1 1 * 88 err Friedberger Jutelligenzblatt. Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienstag d. Frei⸗ tag. Preis jährl. Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum cee Amts- und verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. ſammen 7 kr. Dienſtag, den 27. März. 1855. Amtlicher Theil. Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. Johannes Schmidt von Wallenrod. Alter: 55 Jahre; Größe: 6 Fuß 3—4 Zoll; Haare: dunkelbraun mit grau; Stirne; niedrig; Augenbraunen: dunkelbraun; Augen: grau; Naſe: klein und ſpitzig; Mund: gewöhnlich; Bart: dunkel⸗ braun mit grau; Kinn: rund; Geſicht: oval; Geſichtsfarbe: geſund; Statur: klein und geſetzt. Heimliche Entfernung ohne Erlaubniß aus ſeiner Heimath und bettelndes Umhertreiben. Der Juden ⸗Teich. (Fortſetzung.) In einem großen, ſtattlichen Hauſe an der Burg⸗ ſtraße, mitten in der Stadt Hannover, wohnte der Senator Conradus Wöhler— ein ächter Patricier vom Scheitel bis zur Sohle. Schon ſeit undenklichen Zeiten hatten ſeine Voreltern Sitz und Stimme im Senate gehabt und waren ſtets hoch angeſehen geweſen bei Rath und Bürgerſchaft. Dazu kam ein bedeutendes Vermögen an Geld und liegen⸗ den Gütern, das die ſorgſamen Vorväter geſammelt und die ſparſamen Erben vermehrt hatten. Kannte nun der Senator Wöhler den Mangel und die Noth kaum dem Namen nach, ſo war er auch keineswegs geneigt, mit der Hand in die gefüllte Truhe zu fahren, um der Armuth von ſeinem Ueberfluſſe mitzutheilen; obgleich er zu den öffent⸗ lichen Sammlungen für die Stadtarmen eine nicht unbe— deutende Summe beiſteuerte. Wenn ſich Unglückliche oder Hülfsbedürftige mit ihren Bitten an ihn wandten, ſo wurden ſie in der Regel hart und kurz abgewieſen, und deßhalb galt der vornehme, reiche Rathsherr bei dem Volke für einen Mann ohne Herz und Gefühl, den kein Armer um eine Gabe anzuſprechen wage. Auch gegen die Hausge— noſſen und ſeine Dienerſchaft zeigte er ſich ſtolz, hoffärthig und herriſch, und in ſeinem Amte als Gerichtsherr hing er mit unbeugſamer, eiſerner Strenge an dem Buchſtaben des Geſetzes. Was Wunder daher auch, daß ein Jeder ſich ſorgfältig vor der näheren Berührung mit demſelben hütete und die Nähe eines Mannes vermied, der nur ge—⸗ fürchtet, aber nicht geliebt ſein wollte. Der Senator ſtand noch in dem rüſtigſten Mannesalter und war ſeit einigen Jahren Wittwer. Aus ſeiner Ehe hatte er nur einen ein— zigen Sohn, den er mehr mit richterlicher Strenge, denn mit väterlicher Liebe behandelte. Johannes, ſo hieß der Jüngling, ähnelte weder an Geiſt, noch an Gemüth dem rauhen Vater. Er hatte von der ihm ſo früh entriſſenen Mutter die Weichheit und Milde der Empfindungen geerbt, die nur ein zartes, weibliches Gemüth dem empfänglichen kindlichen Herzen einzuflößen vermag. Doch fehlte es ihm weder an klarem, ſcharfem Geiſte, noch an gehöriger Ener— gie des Willens und feſtem Charakter. Der etwa zwan— zigjahrige Johannes war erſt ſeit kurzer Zeit in das vä— terliche Haus zurückgekehrt, da ihn der Senator, zum Zwecke ſeiner Ausbildung, mehrere Jahre lang auf die hohe Schule zu Leyden geſchickt hatte. Nach ſeiner Rück⸗— kehr zeigte es ſich jedoch nur zu bald, wie ſehr ſein Charakter Folge davon wurde eine nach und nach zwiſchen Beiden immer mehr hervortretende Spannung. Nur mit Muͤhe vermochte ſich der Jüngling in die verſchiedenen Launen und Eigenheiten des ſtrengen Senators zu finden; doch war es ihm bis jetzt noch ſo ziemlich gelungen: als ein Ereigniß eintrat, das einen unheilbaren, verderblichen Bruch zwiſchen Vater und Sohn herbeiführte.— Es war am Morgen nach dem Zuſammentreffen, welches wir zu Anfang unſerer Erzählung beſchrieben haben, als der Senator Wöhler, heftig aufgeregt, in ſeinem Ar⸗ beitszimmer auf- und abging. Nichts Geringes mußte es ſein, was den ſonſt ſo kaltblütigen Mann in ſolche Auf⸗ regung verſetzt hatte, denn er ſuchte ſich durch mehrfache heftige Ausrufungen Luft zu machen. „Sollte es wirklich wahr ſein,“ ſprach er dumpf vor ſich hin,„was man mir erzählt hat? Sollte der Burſche den tollen Einfall bekommen haben, ſich an eine Bettler⸗ dirne zu hängen? Ich kann's nicht glauben. Nimmer kann er das Blut verleugnen, das in ſeinen Adern rollen muß. Und wenn es wahr wäre? Wenn der Knabe die Kühnheit hätte, mir einen Strich durch meine Rechnung zu machen; dann wehe ihm und mir! Aber Wahrheit will ich, nackte, ungeſchminkte Wahrheit, und ſie ſoll und muß mir werden.“ Ein leiſes Klopfen au der Thuͤre unterbrach den Senator in ſeinem heftigen Selbſtgeſpräche. Nur mühſam beſchwichtigte er den Sturm, von dem er bewegt wurde, und öffnete die Thür, durch welche ein magerer, blaß aus ſehender Menſch in das Zimmer ſchlüpfte. Das düſtere, ſtrenge Antlitz des Patriciers erheiterte ſich zuſehends bei dem Anblicke des Eingetretenen, den er haſtig alſo anredete: „Nun, Meiſter Hencke, was bringt Ihr mir für Nach- richten? Sprecht kurz und ſchnell, Mann, habt Ihr etwas geſehen oder gehört?“ „Perzeiht, geſtrenger Herr Senator, bentgegnete ihm der Angeredete, indem er in ehrerbietiger Ferne neben der Thuͤre ſtehen blieb,„wenn ich ſo ſpät mich meines Auf— trages entledige. Erſt geſtern Abend gelang es mir, Ohren— und Augenzeuge eines vertraulichen Geſpräches zu ſein, das Euer Herr Sohn mit dem Mädchen vor dem Hauſe ihrer Mutter hielt. Ich hatte mich in den Thorweg des Frei— hofes gedrückt und behorchte von da aus die Unterredung, von der ich leider nur abgeriſſene Sätze vernehmen konnte.“ „Es iſt alſo wirklich wahr,“ rief der Senator aus, „daß der Buürſche ſich der Dirne um den Hals wirft und von der dem Vaters verſchieden war, und die nothwendige] ſich und mich zum Geſpött der Gaſſenbuben macht, ob der 106 noblen Sippſchaft, die ein Rathsangehöoͤriger ſich im Roze⸗ hoff“ erwirbt? Aber ich will doch einmal ſehen, wer in dieſem Hauſe das Regiment führt: mein Herr Sohn oder ich. Kündet mir genau, was Ihr geſehen und gehört habt.“ „Am geſtrigen Abend,— es war ſchon ſpät,“— berichtete der Mann,„beobachtete ich ſcharf den Eingang, der in den kleinen Wulfeshorn führt, und durch welchen Euer Sohn kommen mußte, wenn er ſich zu dem Mädchen begeben wollte. Schon glaubte ich einmal wieder vergeb⸗ lich gewartet zu haben, als ich eine Geſtalt, im dunklen Mantel gehüllt, durch den Eingang ſchlüpfen ſah. Es war Euer Sohn. Raſch folgte ich demſelben, indem ich mich vorſichtig neben den Häuſern hielt.“ „Und traf er die Dirne vor ihrem Hauſe,“ unterbrach ihn der Rathsherr;„erwartete ſie ihn?/ „Nein, Herr,, war die Antwort,„im Anfang ließ ſich nichts hören noch ſehen. Ich hatte meinen Lauerpoſten in der Nähe genommen und konnte Alles ziemlich genan beobachten. Nachdem der Verhüllte einige Zeit gehorcht hatte, als wolle er ſich überzeugen, daß er unbelauſcht ſei, klopfte er leiſe an die Thüre des kleinen Hauſes, vor welchem er ſtand, und nach wenigen Augenblicken huſchte das Mädchen aus demſelben und warf ſich in ſeine Arme. Dann ſprachen ſie von Mancherlei; wie die Mutter um ihre Liebe wiſſe, wie ſie nimmer von einander laſſen wollten, und dergleichen. Auch des Oheims in Hildesheim erwähnte der junge Mann und verſicherte dem Mädchen, daß der ihnen gewiß hülfreiche Hand bieten werde.“ „Sagte er das?“ rief Wöhler in höchſter Aufregung; „nun dann, ſo iſt es weit genug gekommen und es iſt Zeit, daß ich handle. Vernahmt Ihr noch mehr?“ „Nur wenige Worte wurden noch gewechſelt. Euer Sohn verſprach dem Mädchen, bei Euch ſein Heil zu ver⸗ ſuchen, und dann verabredete man wieder eine recht baldige Zuſammenkunft.“ „Der Burſche mag mir nur kommen,“ knirſchte der Senator vor ſich hin,„ich werde ihm ſchon Beſcheid geben. Ihr aber, Meiſter Hencke, habt Eure Sachen gut gemacht, ich bin mit Euch zufrieden. Bleibt aber auch ferner auf der Lauer und haltet Aug' und Ohr offen. Was Ihr ſeht, was Ihr hört, theilt mir ſofort mit und reicher Lohn ſoll Euch dafür werden. Vorläufig nehmt dies als Ab⸗ ſchlagszahlung.“ Nach dieſen Worten überreichte er dem Kundſchafter einen mit Geld gefüllten ledernen Beutel, den dieſer ſchmunzelnd einſteckte und dabei nicht unterließ, nebſt dem Danke für ſolche Freigebigkeit, auch ſeinen un⸗ ermüdeten Dienſteifer zu verſprechen. „Genug der Worte, Meiſter,“ unterbrach den Red⸗ ſeligen der Patricier,„Thaten ſind mir lieber. Laßt mich jetzt allein!“ Der Mann beeilte ſich, dem erhaltenen Befehle zu gehorchen und verließ hurtig das Zimmer, in welchem der alte Wöhler in gewaltiger Aufregung und Unheil bruͤtend, allein zurückblieb.—(Fortſetzung folgt.) Für die Abgebrannten zu Fel da. Nachdem ich die Sammlung für Felda für geſchloſſen hielt, wurde ich bel einer Anweſenheit in Friedberg durch eine unerwartete nachträg⸗ liche Gabe überraſcht. Eine chriſtliche Dame in Frankfurt hatte von der Noth der Abgebrannten Kunde bekommen und überſendete mir durch. Freiherrn von Löw zu Friedberg den anſehnlichen Betrag von 87 fl. 30 kr. Der Herr ſegne die edle Geberin, daß ſie es reichlich erfahre, wie Geben ſeliger ſei, denn Nehmen! Herzlichen Dank im Namen der Unglücklicheu. g Oberrosbach den 22. März 1855. K. Strack. Für die Familie des H. Butte ſind zufolge unſerer berzlichen Bitte an Menſchenfreunde vom 18. Januar bis zum 20. Februar d. J. eingegangen und in dem Friedberger In⸗ telligenzblatte angezeigt worden: 128 fl. 28 kr. Hierzu kommen bei Gelegenheit eines Vergleichs bei Gr. Landgericht Friedberg 30 kr., durch die Expedition des Friedberger Intelligenzblattes 1 fl. 27 kr., deren Geber bereits in früheren Nummern d. Bl. bezeichnet ſind, ferner von J. L. 12 kr.; F. W. R. 24 kr.; durch J. Metzger und Lehrer Metzler zu Münzenberg mit dem Motto Sprüche Salomonis Kap. 31, Vers 8, von daſigen Einwohnern geſammelt 11 fl. 3 kr. und zwar v. W. Jung 12 kr.; J. Metzger 9 kr. R. Walter 6 kr.; Ib. Buß 6 kr.; G. Steul 6 kr.; G. Metzger 6 kr.; G. Schmidt 6 kr.; Pr. Bender 24 kr.; 2 Metzler 18 kr.; O.-Pr. Leun 36 kr.;. Klein, Keller, 18 kr. Bgmſtr. Diehl 24 kr.; G. Diehl 24 kr.; K. Otto 12 kr.; H. Lorenz W. 18 kr.; Od. Knös W. 18 kr.; G. Gorr 18 kr; J. Gorr 183 Nik. Volk 6 kr.; K. Gorr 12 kr.; K. Enders 15 kr.; K. Jäger 12 kt.; H. Alles 24 1 L. Glockengieſer 15 kr.; K. Klein 18 kr; K. Schäfer 12 kr.; B. Koch 12 kr.; W. Gorr 9 kr.; J. Ruth 12 kr.; G. Koch 18 kr.; J. Grieb 12 kr.; G. Diehl II. 24 kr.; P. Röhrig 9 kr.; Ib. Wagner 12 kr. K. Glockengieſer 9 kr.; H. Klein III. 12 ke,; K. Walter 12 kr.; A. Bock 9 kr.; A. Walter 1. 12 kr.; H. Zerb 6 kr.; P. Hitzel III. 6 kr.; H. Gorre Wtw. 12 kr. J. Klein 12 kr.; A. Walter II. 6 kr.; G. Zerb II. 3 kr.; K. Zerb 6 kr.; J. E. Boller 6 kr.; W. Weiſel 9 kr.; K. Jung III. 6 kr.; H. Gorr 12 kr.; K. Bender Gkr.; W. Alles 12 kr.; M. Müller 6 kr. Hiernach beträgt die Summe aller eingegangenen mil⸗ den Gaben 142 fl. 4 kr. Indem wir hierdurch nochmals allen freundlichen Gebern im Namen der armen Familie herzlichen Dank ſagen, bemerken wir zugleich, daß wir einen Theil dieſer Summe durch Ankauf von 70 Klafter Acker⸗ land ſicher angelegt und einen weiteren Theil— bis jetzt 18 fl.— auf die Unterhaltung der Familie verwendet haben. Den Reſt werden wir der Wittwe, welche mit ihren 4 Kindern bis jetzt vor Mangel ge⸗ ſchützt geweſen iſt, nach und nach, je nach Bedürfniß, zufließen laſſen. Beyenheim den 24. März 1855. F. Hoffmann, Pfarrer. Bürgerhülfe für den Odenwald. J. M. Goldmann 1 fl 30 kr.; ein Tbſt. 1 kr.; aus der untern Klaſſe der Stadtſchule 28 kr.; M. Hirſch mit dem Motto: brich dem Hungri⸗ gen dein Brod, nimm die Bedrängten im Hauſe auf, ſiehſt du einen Nackten, bekleide ihn und entziehe dich nicht dem, der deines Fleiſches iſt (Jes. 58, 7.) 1 fl.; Expeditton des Int.⸗Bl. 60 fl.; Prof. Dr. Cred⸗ ner in Gießen 2 fl.; E. H. gegenwärtig in B. 1 fl.; Hb. in B. 2 fl.; zuſ. 67 fl. 59 kr. Herzlichſten Dank!— Am 6. April, gerade einen Monat nach dem erſten Erſcheinen des Aufrufs gedenke ich die Sammlung zu ſchließen, wenn nicht ganz beſondere Umſtände ihr längeres Fortdauern rathſam erſcheinen laſſen. Friedberg den 25. März 1855. Dr. Matthias. Bei der Unterzeichneten ging ferner ein: Von Lehrer Sch. in Bhm. 1 fl.; Frau Pfarrer in Siechenhauſen 24; durch Pf. W. in Ober⸗ mörlen: ungenannt 10 fl.; W. in Obermörlen 1 fl. 33 kr.; ung. 48 kr. Die Exped. des Friedb. Int.⸗Bl. Muth, Bürgermeiſter. Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen. Bekanntmachung. L341] Der Oeconom Jacob Hoffmann von Niederdorfelden hat bei hieſigem Gerichte ſeine Inſolvenz angezeigt und ſich bereit erklärt, ſeine Güter an ſeine Gläubiger abzutreten. Es wird deßhalb Termin zum ſummariſchen Anmelden der Forderungen und zum Güte⸗Verſuche unter den Gläubigern auf den 13. April d. J., Morgens 10 Uhr, anber beſtimmt, und werden deſſen Gläubiger mit der Auflage hiermit öffentlich vorgeladen, ihre Forderungen nach Gegenſtand und Grund wo möglich mit Vorzeigen der Beweisurkunden ſummariſch anzuzeigen und zum Güte⸗Verſuche bereit zu erſcheinen, unter dem Rechtsnachtheile, daß die nicht erſcheinenden Gläubiger dem Be⸗ ſchluſſe der Mehrzahl derſelben beitretend wer⸗ den angenommen werden. Windecken den 9. März 1855. Kurf. Heſſ. Juſtizamt Theis. vdt. Kahler. Weidenreißer ⸗Verſteigerung. 1388] Donnerſtag den 29 und Samſiag den 31. März d. J., Nachmittags 2 Uhr anfangend, werden an Ort und Stelle die ſtädliſchen Wei⸗ denreißer in der Garten- und Feldgemarkung in ſchicklichen Abtheilungen, ſowie mehrere ab⸗ gängige Obſtbäume öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Die Zuſammenkunft zur Verſteigerung in der Gartengemarkung iſt Donnerſtag den 29. d. M. um 2 Uhr am Neuenthor und für die Verſteigerung in der Feldgemarkung Sam⸗ ftag den 31. d. M. um 2 Uhr, an der Galgen⸗ brücke. Friedberg den 24. März 1855. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg Bender. Vuffeiger auch volhe Foran ere L fe 6 Winterfit watſe B 3800 D. 11 Ur, Rechnet! Kindern den Ver O⸗M. Fl 1. ei 1360 10 Uhr meinde 5 Eichenlohrinden⸗Verſteigerung. I316] Die Verſteigerung der Eichenlohrinde— erndte in den Domanialwaldungen der Ober- förſterei Oberrosbach von dem Jahre 1855 ſoll Mittwoch den 4. April d. J., Vormittags 10 Uhr, in dem Trapp'ſchen Gaſthauſe zu Friedberg vorgenommen werden. Nach der Abſchätzung kann der Materialer- trag derſelben betragen: a) in dem Diſtrikt Frauenwald 838 Centner von 20 jährigem Beſtand, b) in dem Diſtrikt Burgwald 300 1 von 27jährigem Beſtand, c) in dem Diſtrikt Kellerberg 599 5 von 14. u. 30 jährigem Beffand. Zuſammen, 1737 Centner. Nachgebote werden nicht angenommen und der definitive Zuſchlag wird ſogleich ertheilt, wenn ½ des Abſchätzungspreiſes geboten werden. Die ubrigen Bedingungen, welche vor der Verſteigerung bekannt gemacht werden, können auch vorber auf dem Büreau des unterzeichneten Forſtamts und dem der Großherzoglichen Ober- förſterei Oberrosbach eingeſehen werden. Der Großherzogliche Förſter Schnauber zu Winterſtein und die Großherzoglichen Forſt⸗ warte Blecher zu Oberrosbach und Schlitz zu Niedermörlen werden den Kaufliebhabern die Schläge, in welchen die Rinden geerndtet wer⸗ den ſollen, auf Verlangen vorzeigen. Rodheim den 13. März 1855. Großherzogliches Forſtamt Friedberg Rübſamen. Immobiliar⸗Verſteigerung. 1360] Donnerſtag den 29. März, Morgens um 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe nachbe⸗ zeichnete Grundſtücke, den Franz Albrecht Rauſch's Kindern gehörend, einer freiwilligen meiſtbieten⸗ den Verſteigerung ausgeſetzt: Gemarkung Friedberg: O.⸗Nr. Flur. Nr. d. Grund⸗ Klft. ſtücks. 1. 7 146 239 Acker im kleinen Wartfeld, 21 249 314 desgl. im Groß⸗ wartfeld. Gemarkung Fauer bach: Pag. u. Nr. Ruthen. 0 33 389/37 38 In der Schlocker⸗ gaß. „Friedberg am 21. März 1855. In Auftrag: Großberzogliches Ortsgericht Friedberg Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Holzverſteigerung. 1364] Montag den 2. April J. J., Morgens 10 Uhr anfangend, werden im hieſigen Ge⸗ meindewald: Diſtriet Märk, 1. Theil: 10 Eichen⸗Werkholzſtämme zu 236 Cbkfß., 7 Buchen 7 1 113„ 5 Kiefern 1„ 205„ 65 Klafter Buchen. Scheitholz, 2 7 Eichen 7 41„ Buchen⸗Stockholz, 2000 Stück Buchen- und 150„ Eichen⸗Wellen; ferner Dienſtag den 3. April JI. J., Morgens 10 Uhr anfangend, in dem Diſtriet Keſſelborn und Altarheck: 1332 Stück Birken⸗Wellen, öffentlich verſteigert. Wehrheim den 18. März 1855. Der Bürgermeiſter Jäger. Bekanntmachung. 13181 Aus hieſigem Gemeinde⸗Forſtgarten können 40 50,000 Fichtenpflänzlinge, per Tauſend Ifl., verabfolgt werden. Wölfersheim den 12. März 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Wölfersheim All wohn. 107 Fruchtverſteiger ung. 1356 Donnerſtag den 5. April, Nachmittags um 2 Uhr, werden im hieſigen Rathhauſe 50 bis 60 Malter Korn und 15 bis 20 Malter Gerſte, von dem Fruchtvorrath des vereinigten Armenfonds, meiſtbietend zweimalterweiſe ver⸗ ſteigert. Friedberg den 21. März 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg ˙ 1 Lieferung von Setzlingen. 1339] Die biefige Gemeinde hat zur Errichtung einer Baumſchule 300 Stück junge unveredelte Aepfel⸗ und Birnſetzlinge nötbig. Luſtlragende hierzu können ſich an die hieſige Bürgermeiſterei wenden. Fauerbach II. den 17. März 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Fauerbach II. Holler. Bekanntmachung. 1389] Diejenigen, welche das am 8., 29. und 30. Januar l. J. dabier erſteigerte Holz im Walde noch liegen haben, werden, da die Ab⸗ fuhrtermine bereits ſeit dem 20. vorigen und beziehungsweiſe 15. dieſes Monats abgelaufen ſind, aufgefordert, ſämmtliches Holz bis zum 14. April, bei Vermeidung geſetzlicher Ruge ſtrafe, abzufahren. Ockſtadt am 24. März 1855. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Ager e. Holzverſteiger ung. 1390] Montag den 16. April d. J., Morgens 9 Uhr anfangend, kommen in dem hieſigen Stadt⸗ wald, Diſtrikt Zeilheck Uu. Theil: 24 Stück Eichenſtammholz von 1032 Cubikf., 27½ Klafter Eichen⸗Scheitholz, 2 4„ Prügelholz, 59 Buchen⸗ 6„ Gemiſcht⸗ u. Aspen⸗Prügelholz, 1600 Stück Eichen⸗ und Buchen⸗Wellen, 12% Klafter Gemiſcht⸗Stockholz, und Dienſtag den 17. April, des Morgens 9 Uhr anfangend, im Diſtrikt Binzelberg II. Theil: 51 Klafter Buchen⸗Scheit⸗ und Prügelholz, 9 Birken ⸗Holz, 10»„DOGemiſcht⸗„ 2„ Aspen⸗„ 2400 Stück Buchen⸗Wellen, 100„ Birken⸗ 1 1325„ gemiſchte„ 35„ eichene Gerüſthölzer, 7% Klafter Gemiſcht⸗Stockpolz, 14%„ Eichen ⸗Prügelholz, zur Verſteigerung. Uſingen den 22. März 1855. Der Bürgermeiſter Deer. Aepfelbaum Verſteigerung. 1391] Mittwoch den 28. d. M., Nachmittags 1 Uhr, ſollen dahier aus der Gemeinde-Baum⸗ ſchule circa 100 bis 120 Stämme ſehr ſchöne junge Aepfelbäume öffentlich meiſtbietend ver— ſteigert werden. Bönſtadt den 23. März 1855. Großßperzaglich, e ie Bönſtadt 2 e l. Holzverſteigerung. 1392] Donnerſtag den 29. d. M., Vormittags 9 Uhr, werden auf den hieſigen Gemeindewieſen: 6 Stecken Erlen⸗Scheitholz, 7774*„ Stockholz, 1223 Wellen„Reisholz, 67 Erlen⸗Stämme von verſchiedener Größe, meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt in 10c Niedermörlen. Niedermörlen den 24. März 1855. Großherzogliche e Niedermörlen e p. Trockener weißer Dunggyps L346] iſt ſtets bei mir zu haben. Derſelbe kann durch die Eiſenbahn verſendet werden und er— theile ich auf portofreie Briefe nähere Mitthei⸗ lung. Auch führe ich gebrannten Gyps für Stukaturarbeiter.. Höchſt a. M. R. Großmann auf der Steinmühle. Empfehlung. [374] Schöne ganz reine Wicken, ſowie alle Sorten Kleeſaamen bei H. W. Hatteroth. Wicken können auch malterweiſe abgegeben werden. — Kleeſaamen [3751 ſehr gut und billig Friedberg. David Grödel Söhne. Zu verkaufen. 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März, Morgens 9 Uhr, läßt der Unterzeichnete in ſeiner Behauſung nach⸗ folgende Gegenſtände verſteigern: 1) 1 Kelter mit eiſerner Schraube, 2) 1 Mehlirog, 3) 1 Aepfelmühle mit ſteinernen Walzen, 4) 1 großen Tanzboden zum Auf- und Ab⸗ ſchlagen, 5) 1 Quantität Floßenholz zum Bauen ge⸗ eignet, 6) 1 große Parthie Faßdauben von allen Sorten, 7) 50 Pfund ſehr guten Hopfen, 8) Pferdegeſchirr für einen Einſpänner. Leidhecken den 20. März 1855. Heinrich Weil. Kinder, [295] welche die hieſigen Schulen beſuchen ſollen, können in einer ſtillen gebildeten Familie Aufnahme finden. Näheres bei der Expedition. Zu verkaufen 1396] Mehrere Sorten guten Rheinwein und echter Weineſſig iſt zu haben bei Friedberg am 23. März 1855. Salomon Schwab. Eine Parthie Spreu [3971] iſt zu verkaufen bei Pachter Sei tz auf dem Straßbeimer Hof. Zu ver mietben. 1398]. Ein Logis iſt zu vermietben bei Friedberg. Gärtner He ß. 108 [3651 Zum Abonnement auf das mit 1. April beginnende zweite Quartal für den „Frankfurter Anzeiger“ nebſt lithographirten Beilagen weiblicher Handarbeiten und monatlicher Extrabeilage: die Gerichtszeitung, Abonnementspreis für Frankfurt 1 fl. pr. Quartal,— auswärts mit dem conpentionsmäßigen Poſtaufſchlag, f laden wir ergebenſt ein. Dieſes Blatt bringt neben einer kurzgefaßten aber vollſtändigen Ueberſicht der politiſchen und anderen Tagesbegebenheiten auch die neueſten und intereſſanteſten Erzählungen, Novellen, Miscellen, Theater- und Mode⸗ Berichte, das Frankfurter Amtsblatt im Auszuge, von den wichtigſten Handelsplätzen die Getreide, Oel-, Branntwein⸗ c. Preiſe, ſowie auch die Reſultate der jeweiligen Staats⸗Lotterie-Ziehungen und vieles andere Intereſſante und Wiſſenswerthe.— Inſerate haben um ſo mehr einen günſtigen Erfolg, als ſie in zweierlei Weiſe in die Oeffentlichkeit gelangen: durch Verthelien an die ſehr bedeutende Abonnentenzahl und durch Extra⸗Anſchläge in hieſiger Stadt und Umgegend(letzteres kann auch nach Wunſch der verehrl. Aufgeber unterbleiben.) Die Gebühren hiefür betragen 4 Kreuzer pro Spaltzeile Probeblätter auf Verlangen gratis. Frankfurt am Main, im März 1855. Die Expedition. Zu Beſtellungen empfiehlt ſich C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. H. M. Hirſchſprung in Friedberg 1367] verzapft auf Oſtern verſchiedene lagerten Weineſſig 4 kr. abgegeben werden. Sorten Rheinweine, ſowie abge⸗ und Branntwein, wozu neue Krüge pr. Stück zu Zur Leipziger 2 Illuſtrirten Zeitung 1399] wird noch ein Theilnehmer geſucht. Nähe⸗ res bei der Exp. d. Bl. Güter ⸗Verſteigerung. [400] Mittwoch den 4. April l. J., Mittags 12 Uhr, ſollen auf dem Rathhauſe zu Ettings⸗ hauſen 70—100 Morgen Ackerland und Wieſen in dortiger Gemarkung von der Sparkaſſe zu Lich meiſtbietend öffentlich verſteigert werden. Eine paſſende vollſtändige Hofraithe kann gleich⸗ zeitig von derſelben erworben werden. Genü⸗ gender Vermögensnachweis wird von den Steig⸗ liebhabern verlangt. Lich den 21. März 1855. Dex Vorſtand der Sparkaſſe zu Lich. Zur Nachricht. 1401 2% Stunden von Hanau und 4 Stunden von Frankfurt an dem Nidderfluß iſt eine Mühle mit drei Mahlgängen und einer Oelmühle nebſt drei Morgen Obſt⸗ und Gemüſegarten, welche um die Mühle herum liegen, aus freier Hand zu verkaufen oder zu verpachten. Näheres bei der Expedition dieſes Blattes. Holz ⸗Verſtei gerung zu Emerichshofen bei Hanau. 1402] Die unterzeichnete Verwaltung verſteigert Montag den 2. April 1855, früh von 9 Uhr an, mehrere Hundert kieferne Nutzholz-Abſchnitte und Bauſtämme von 10 bis 36 Fuß Länge und ver ſchiedenem Durchmeſſer. Auch wird bei dieſer Gelegenheit, in ſo fern die Zeit es erlaubt, noch etwas kiefern Brennholz von diverſen Sortimenten, ſowie etwas Pfählholz mitverkauft werden. Das Holz iſt entweder vor der Adfuhr baar zu bezahlen, oder kann der Betrag auf Verlangen gegen vorſchriftsmäßigen Bürgſchein auch auf 6 Monate creditirt werden. Die Gutsverwaltung. Obligations ⸗Verlooſung. [403] Bei heutiger Verlooſung wurde die Num⸗ mer 43 von dem Anlehen der Cafinogeſellſchaft dahier auf den 1. Mai rückzahlbar. Der In⸗ haber wird hierdurch mit dem Bemerken davon in Kenntniß geſetzt, daß die Zinſeszahlung von dieſem Tage an aufhört. Friedberg am 23. März 1855. Die Vorſteher. Bekanntmachung. 14041 Mit dem Wiederbeginne der Arbeiten auf der Braunſtein⸗Wäſcherei von der etwa Stunden von hier gelegenen Heuchelheimer Brücke können auf die ganze Sommerzeit noch etwa: 200 erwachſene Leute gegen einen durchſchnitt⸗ lichen bis auf 50 kr. ſteigenden täglichen Verdienſt, ſowie f 150 Buben und Mädchen gegen einen ſolchen von 16 bis 24 kr., Beſchäftigung finden. Bemerkt wird, daß auch Brod auf Verlangen der Arbeiter gegen billigen Preis abgegeben und für diejenigen, welche von ihrem Wohnorte weit entfernt find, auch für nächtliche Unterkunft in dem auf der Waſche ſelbſt ſtehenden Ge⸗ bäude, woſelbſt Schlafſtellen errichtet werden, geſorgt wird. Auch werden einige, als tüchtige bewährte Perſonen, die auf Verlangen auch Caution zu ſtellen vermögen, für die Stellen als Aufſeher und Steiger geſucht. Anmeldungen können ſtets auf dem Comptoir dahier oder auch auf dem Werke in der Lindener Mark und auf der Waſche ſelbſt geſchehen. Gießen den 21. März 1855. E. W. Fernie. Mauerſtein e L378] zu liefern werden Offerten angenommen Friedberg. Eduard Ruths. Frucht⸗ und Mehlpreiſe von nachbenannten Städten und Fruchtuiärkten. . 2——. Waizen Korn G e r ſt e Hafer Kartoffel Mittel- Mittel⸗ Mittel⸗ Mittel⸗ Mittel. Ort und Datum] Auf- Ver⸗ preis Auf- Ver- preis Auf- Ver⸗ preis Auf- Ver- bdreis Auf⸗ Ver⸗ preis ge⸗ kauft. e ge kauft= f ge- kauft 2 ge. kauft 2 ge⸗ kauft- fahren 8 fahren 5 fahren 8 fahren 8 fahren S Mltr. Mltr. Pfd. fl. kr. Mtr.] Mltr. Pfd. fl.]kr.] Mtr.] Mltr.] Pfd. fl. kr.] Mltr.] Mltr.] Pfd. fl. kr.] Mltr.] Mltr.] Pfd.] fl. kr. Friedberg, 23. Märzſ 1443 13137 20016 24153½ 82 180 13,10284¼%253 160 8047J100% 80 120 5431 37% 33 200 417 Bußbach, 23.„282 258 700 1840.05 85 ¼ 80133144 139 ½¼ 60 8494 10 20 849883 500225 Vilbel, 23.„ 115 115 200160— 2020 18013— 2 2 160 8010 25 25 120 5/30—— 200—— Altenſtadt, 23.„ 475½% 434 20015/48817 14 1803,35] 60 14 160 8040 25 23 120 5350 2 2 200 5— Nidda, 23.„— 12 20015271— 44 180013020]— 14 1600 8112]— 9 1200 522—— 200—— Hungen, 23.„116 100 2001530] 38 30 18013 52 20 15 160 845] 15 10 1200 50/351—— 200—— Echzell, 23.„171½ 135 ¼ 200 15052 14 8(18013 23/24 95 160 8050——. 20—— 209—— Grünberg, 23.„— 205 20015 4— 108 1801241[— 77160 97— 49% 20 5/56ʃ(—— 200 Mainz, 23.„— 200 116(15[—— 1180012 45J—— 1160 8018]—— 120 5055)—— 1 Friedberg: Vorſchußmehl aufg. 43 Mltr., verk. 35, 18 fl. 26 kr.; Waizenmehl aufg. 24, verk. 24, 14 fl. 30 kr.; Kleie aufg. 163 Erbſen aufg. 24 ¼, verk. 22½, 12 fl. 2 kr.; Wicken aufg. 2½, verk. 2, 9 fl. 30 kr.; Bohnen aufg. 10, verk. 9, 15 fl. 10 kr.; Saamen aufg. 8.— Butz bach: Erbſen 11 fl. 56 kr.— Altenſtadt: Vorſchußmehl 18 fl. 30 kr.; Roggenmehl 11 fl. 30 kr.— Hungen: Erbſen 11 fl. 30 kr. Echzell: Vorſchußmehl 18 fl. 30 kr.— Grünberg: Erbſen 11 fl. 5 kr. Druck und Verlag von C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. nicht ber ſteriums haltene in der 0 N niſterium Ethebun kanntmag Forſpg vormali Gr. N zogs Bereich an nicht Amtstile Oberpo Taxſät den Po dürfni für 18 des Kr dürfniſſ 1800. Landj vom G gehörig Mona zur B zu Of daſelbſſt dung de rden Ritterkr. Febr. de ſächſiſchen der Gro den J. 2 Günther commiſar amte Be afencom Clante! adtma Sudtndd an der hi Aar Ger