* ſtpaltet Friedberger Intelligenzblatt. Erſcheint wö⸗ N* N 2 4* Einrückungsge⸗ S Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Ke tag. Preis jährl. 15 1 5 1 155 bende Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. e fl. 1. 30 kr. ſammen 7 kr. Nu 8. Freitag, den 26. Januar. 1855. Anitlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes. Betreffend: Die Beſeitigung der bei Beförderung von Auswanderern beſtehenden Mißbräuche. Das nachſtehende Ausſchreiben Großherzoglichen Miniſteriums des Innern theile ich Ihnen zur Nachricht und unter dem Auftrage mit, in vorkommenden Fällen die Auswanderer darnach zu belehren. Friedberg am 20. Januar 1855. In Verhinderung des Kreisraths de Beauclair, Klreisaſſeſſor. Das Großherzogliche Miniſterium des Innern an die Großherzoglichen Kreisämter. Zu Nr. D. 16,144. Darmſtadt den 28. Dezember 1854. In den Formularien für Ueberfahrtsverträge über See, welche die Auswanderungs-Agenten mit Auswanderern ab— ſchließen, iſt ausdrücklich vorgeſehen, daß der abgeſchloſſene Ueberfahrtsvertrag zu keiner Zeit, namentlich alſo auch nicht auf der Reiſe, einſeitig oder durch Abſchluß eines neuen Vertrags aufgehoben werden darf. Dem Geiſte dieſer Beſtimmung ganz entgegen hat ſich der Mißbrauch eingeſchlichen, daß in außerdeutſchen Seeplätzen die im Großherzogthum abgeſchloſſenen und viſirten Ueberfahrtsverträge umgetauſcht und durch engliſche oder franzöſiſche Schiffsverträge erſetzt werden, deren Inhalt die Auswanderer oft gar nicht verſtehen. Ja es iſt der Fall vorgekommen, daß Auswanderern von den Schiffsrhedern bei der Einſchiffung ihre Verträge abgenommen wurden, ſo daß ſie, als das Schiff, auf welchem ſie befördert wurden, wegen eines Unfalls in einem engliſchen Hafen landen mußte, ſich ganz außer Stand befanden, den Schiffsrheder bezie— hungsweiſe dem Kapitän des Schiffs gegenüber irgend welchen rechtlichen Schutz in Anſpruch zu nehmen. Zur Verhütung ſolcher Nachtheile für Auswanderer für die Zukunft beauftragen wir Sie, den in Ihren resp. Kreiſen wohnhaften Hauptagenten aufzugeben, dafür zu ſorgen, daß den Auswanderern die von ihnen im Großherzogthume abgeſchloſſenen und geſtempelten Schiffs- und Ueberfahrts-Verträge im Seehafen und auf der ganzen Reiſe unter allen Umſtänden belaſſen werden.— Inländiſche Haupt— agenten, welche unterlaſſen, ihre Rhederhauſer von dieſer Vorſchrift in Kenntniß zu ſetzen, haben angemeſſene Beſtrafung oder Entziehung der Conceſſion, die ausländiſchen Rhederhäuſer aber, welche dieſer Vorſchrift keine Folge leiſten, zu gewär— tigen, daß Auswanderungs-Agenturen von ihnen im Großherzogthume nicht mehr zugelaſſen werden, wovon die Haupt— agenten gleichfalls in Kenntniß zu ſetzen ſind.* Damit indeſſen die Auswanderer ſelbſt von dieſer Anordnung Kenntniß erhalten, beauftragen wir Sie ferner, alle in Ihren resp. Kreiſen anſaſſige Auswanderungsagenten dahin anzuweiſen, daß ſie von jetzt an in ihren Contractsfor— mularien eine der vorſtehenden Vorſchrift entſprechende Beſtimmung aufnehmen, ſowie Sie bei Viſirung der Ueberfahrts— Verträge genau darauf zu achten haben, daß dieſe Bedingung künftig in die Ueberfahrtsverträge auch wirklich aufge⸗ nommen wird. Es verſteht ſich übrigens von ſelbſt, daß nichts entgegenſteht, wenn den Auswanderern in den Hafenplätzen noch eine engliſche oder franzoſiſche Ueberſetzung des mit ihnen abgeſchloſſenen Ueberfahrts-Vertrags behändigt wird, ſolche muß aber eine richtige und vollſtändige ſein, und der im Großherzogthume abgeſchloſſene Vertrag der bindende bleiben. g. Dal wei g. k, Reuling. n Die e hben. Betreffend: Ankauf von Kartoffeln zum Branntweinbrennen und zur Stärkemehlfabrikation. Das nachſtehende höchſte Ausſchreiben theile ich Ihnen zur Nachricht und Ueberwachung hierdurch mit. Friedberg am 20. Januar 1855. In Verhinderung des Kreisraths de Beauclair, Kreisaſſeſſor. Das Großherzogliche Miniſterium des Innern an die Großherzoglichen Kreisämter. Zu Nr. D. 17,440. 1 Darmſtadt am 30. Dezember 1854. Es iſt zu unſerer Kenntniß gekommen, daß man in einzelnen Orten die Beſtimmungen der in obigem Betreff unterm 9. October d. J. erlaſſenen Verordnung in Rückſicht auf den Inhalt unſeres Ausſchreibens vom 11. October l. J. zu Nr. 13,286, den Verkehr mit Getreide, Mehl und Kartoffeln, ſowie mit Brod betr., auf die bei Zwangsverſteige— rungen ſtattfindenden Ankäufe von Kartoffeln nicht für anwendbar hält. Da dieſe Anſicht jedoch irrig iſt, vielmehr auch bei Zwangsverſteigerungen der Ankauf von Kartoffeln ſowohl zum Branntweinbrennen und zur Stärkemehlfabrikation, als auch überhaupt durch Branntweinbrenner und Stärkemehlfabrikanten verboten iſt, ſo empfehlen wir Ihnen, hiernach in vorkommenden Fällen das Geeignete zu verfügen, und überlaſſen Ihnen, wenn Sie dies für räthlich halten, die An— gehörigen Ihrer reſp. Kreiſe noch beſonders hierüber zu belehren. N Dal wieg k. 5 Zimmermann. 32 Amn Die ſelben, Betreffend: Das Verhalten der Civilbehörden in Bezug auf beurlaubte Soldaten. Mit dem heutigen Intelligenzblatt überſende ich Ihnen einen Abdruck des von den Großherzoglichen Miniſterien des Innern und des Kriegs erlaſſenen Nachtrags zur Verordnung vom 30. Mai 1838 und empfehle Ihnen deſſen puͤnktlichſte Handhabung. Sie werden ſich dieſen Nachtrag in das Regiſter über beurlaubte Soldaten vorheften laſſen. Ich werde mich bei den Rundreiſen und bei ſonſtiger Anweſenheit in den Gemeinden von der richtigen Führung des Meldungs⸗ protokolls überzeugen, und jede Zuwiderhandlung gegen die Verordnung und den Nachtrag ſtrenge ahnden. Friedberg den 20. Januar 1855. In Verhinderung des Kreisraths a de Beauclair, Kͤreisaſſeſſor. Bekanntmachung, das heimliche Auswandern von Soldaten und Millitärpflichtigen betreffend. Da in neuerer Zeit mehrere Fälle vorgekommen ſind, daß Soldaten, Militärpflichtige und ſonſtige junge Leute, welche das 19. Lebensjahr zurückgelegt, ſich heimlich nach Amerika begeben haben, ſo ſehe ich mich veranlaßt, die Be— wohner des Kreiſes und namentlich die Auswanderungsagenten vor jeder Beförderung heimlicher Auswanderung und ſonſtiger Deſertion von Soldaten ꝛc. hiermit zu verwarnen, indem die Beſtimmungen des nachſtehend im Abdruck folgen den Geſetzes vom 29. September 1835(enthalten im Regierungsblatt Nr. 46 von 1835) unnachſichtlich Anwendung finden und den Auswanderungsagenten, welche ſich etwa hierbei betheiligen ſollten, außerdem ihre Conceſſionen entzogen werden würden. Friedberg am 18. Januar 1855. Großherzogliches Kreisamt Friedberg: In Verhinderung des Kreisraths de Beauclair, Klreisaſſeſſor. Gee ſe tz, die Beherbigung und Aufnahme von Refractaͤren und Deſerteuren betreffend. Ludwig II., von Gottes Gnaden Großherzog von Heſſen und bei Rhein ꝛc. ꝛc. Wir haben, nach Anhörung Unſeres Staatsraths und mit Zuſtimmung Unſerer getreuen Stände, verordnet und verordnen hiermit, wie folgt: Art. 1. Wer einen wegen Abweſenheit von ſeinem Regiment oder Corps nicht legitimirten Soldaten aus demſelben oder einem anderen Orte des Großherzogthums über Nacht beherbergt oder gar in Dienſt oder Arbeit aufnimmt, wird, wenn er deſſen militäriſche Eigenſchaft kannte, mit einer Polizeiſtrafe von Sieden bis Fünfzehn Gulden belegt, welche in der Provinz Rheinheſſen von den ordentlichen einfachen Polizeigerichten zu erkennen iſt. Im Falle der Zahlungsunfähig— keit haben die Polizeigerichte die von ihnen erkannten Geldſtrafen in eine verhältnißmäßige Gefängnißſtrafe zu verwandeln, wobei Vierzig Kreuzer Geldſtrafe für Einen Tag Gefängnißſtrafe anzunehmen iſt. Was zur Legitimation eines Soldaten jeweilig gehört, wird jederzeit durch das Regierungsblatt öffentlich bekannt gemacht werden. a Art. 2. Wer wiſſentlich das Entkommen eines Refractärs(Art. 45 des Recrutirungsgeſetzes vom 23. Juli 1830) begünſtigt, ſeine Entdeckung verhindert, ihn aufnimmt oder beherbigt, ihn mit Geld oder Geldeswerth unterſtützt, wird zu vierzehntägiger bis zweimonatlicher Gefängnißſtrafe verurtheilt. Art. 3. Wer wiſſentlich die Deſertion eines Soldaten auf irgend eine Weiſe befördert, oder einem Deſerteur Vor— ſchub leiſtet, namentlich die Flucht eines Deſerteurs begünſtigt, ſeine Entdeckung verhindert, ihn aufnimmt oder beherbergt, ihn mit Geld oder Geldeswerth unterſtützt, wird zu zwei bis ſechsmonatlicher Gefängnißſtrafe verurtheilt. Art. 4. Bei ausbrechendem Kriege oder während des Krieges werden die in dem Art. 1, 2 und 3 feſtgeſetzten Strafen auf resp. Sechszehn bis Dreißig Gulden, Zwei bis Vier Monate und auf Sieben bis Zwölf Monate beſtimmt. Art. 5. Die in den Art. 1, 2, 3 und 4 beſtimmten Strafen werden bis zur Verdoppelung geſchärft, wenn eines der genannten Vergehen von einem öffentlichen Beamten und Angeſtellten begangen worden iſt, welcher ſolche Vergehen zu überwachen oder doch zu unterdrücken beauftragt erſcheint. Neben dieſen Strafen kann unter beſonders erſchwerenden Umſtänden auf Dienſtentſetzung erkannt werden. Art. 6. Das Geſetz vom 24. Brumaire VI. und 17. Ventose VIII., eingeſchärft durch Verordnung vom 5. Februar 1822, ſowie die Heſſiſchen Geſetze vom 2. und 15. Auguſt 1808, eingeſchärft durch Verordnung vom 1. April 1822 und die Verordnung vom 7. Juli 1809 ſind aufgehoben. Dagegen bleiben die Art. 103, 104, 105, 173, 174 des Militärſtrafgeſetzbuchs fortwährend in Kraft. 5 Urkundlich Unſerer eigenhändigen Unterſchrift und des hier aufgedrückten Staatsſiegels. Darmſtadt den 29. Septemder 1835. L. S.) Ludwig. du Thil. Steckbriefe Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. Leonhard Flügel von Stockſtadt, des Diebſtahls von Kleidungsſtücken zu Frankfurt a. M. dringend verdächtig, Alter: 34—35 Jahre. Größe: 5 Schuh 5—6 Zoll rh. Haare: hellblond, lang, dünn. Stirn: niedrig. Augen: blau(2). Bart: großer blonder Schnurbart. Geſicht: vollkommen. Statur: ſtark. Er trug eine dunkele, gelb und ſchwarz ge⸗ geflammte Tuchkappe mit plattem Boden und Schild, einen dicken braunen Winterpaletott, einen dunklen geſtreiften Pa— latin und dunkele Hoſen. Derſelbe gab ſich für einen Tiſchler aus. 0 Johann Klös von Södel. Alter: 29 Jahre. Größe: 6 Fuß 6 Zoll. Haare: hellblond. Bart: blond. Augen: blau. Naſe: ſpitz. Geſicht: länglich. Geſichtsfarbe: bleich. Statur: ſchlank. Beſondere Zeichen: trägt einen ſog. Knebelbart. Kleidung: trug ein blau und gelb getupftes Kamiſol von Haman, iſt am Aermel zerriſſen, weiße wergene Hoſen, eine ſchwarze Kappe mit Schild, ſowie ein Paar Schuhe und weiße zwilchene Gamaſchen.— Urſache: wegen Diebſtahls. litten Pate lichen Riede! Maar praſen dieſe Stellen N arloff au merei Hunge acceſſiſten Te Ju Theodore Steuerpfand meiſter in! curren q (Mraſentabie Schülſelle des Schulloc, im Juſtigged Regierunget Fort er ſich ge zu werkth Verſtand men, fü aufwend Leben de zuſtehen, und geſch eudern ii! Da blickte, ſchweigſ während S. aus dem vor dem Fruͤhſtück warten. Wear unt Wal. Nag und Man Jouvente legen. „ Rocktaſch 33 Ausſchreiben. Aus einem außerhalb der Stadt Gießen gelegenen Hauſe ſind in den Nächten vom 17/18. und vom 15/ö16. d. M. theilweiſe mittelſt Einbruchs folgende Gegenſtände geſtohlen worden: 1) ein kupferner Waſchkeſſel, Henke und— 5) fünf Laibe Brod. ohngefähr eine /½ Ohm haltend; gebrannten Flecken;— D eine alte ſtumpfe Holzaxt;— er hat im Innern auf dem Boden einen ſchwarz 3) ein Schluſſel;— ein Vorhängſchloß ſammt Ich erſuche die reſp. Polizeibehörden, nach dieſen Gegenſtänden die geeigneten Nachforſchungen anzuſtellen und mir von allenfallſigen Indicien gefällig Nachricht zu geben. Gießen den 18. Januar 1855. Der Großherzoglich Heſſiſche Polizei-Commiſſär für die Provinzial-Hanptſtadt Gießen. L. No ver. Regierungsblatt- Auszug. Nr. 42 vom 13. Dezember: 1. Großherzogliche Verord— nung vom 2. Dez., über die Feſtſetzung des Dienſteinkommens der Großherzoglichen Friedensrichter, Friedensgerichts-Actuare, Hypothekenbewahrer, ferner der Seeretäre an dem Oberge— richte, den Bezirksgerichten und dem Handelsgerichte in Rheinheſſen, behufs der Berechnung der dieſen Beamten im Falle ihrer Verſetzung in den Ruheſtand gebührenden Penſion.— 11. Dienſt⸗ nachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 21. Novbr. den von dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach auf die Mitprediger- und Conxectorats-⸗Stelle zu Erbach präſentirten Pfarr— verweſer Schaffnit zu Gundershauſen, ſowie am 27. Nov. den von dem Herrn Fürſten zu Löwenſtein⸗Wertheim-Roſenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach⸗Schönberg auf die evang. Pfarrſtelle zu Vielbrunn präſen⸗ tirten Pfarramts-Candidaten Anthes zu Erbach und den von ſämmt⸗ lichen Riedeſel Freiherrn zu Eiſenbach auf die evang. Pfarrſtelle zu Maar präſentirten Pfarramts-Candidaten Wolff aus Darmſtadt für dieſe Stellen zu beſtätigen;— am 29. Nov. den Finanzeandidaten Marloff aus Darmſtadt zum Diſtrictseinnehmer der Diſtrictseinneh⸗ merei Hungen 1. zu ernennen;— dem proviſoriſchen Hauptſtaatskaſſe⸗ 7 acceſſiſten Toſer aus Darmſtadt die Stelle eines Salinen-Rentmeiſters zu Theodorshalle zu übertragen und den bisherigen interimiſtiſchen Steuerpfandmeiſter Dietz zu Grünberg zum wirklichen Steuerpfand— meiſter in der Obereinnehmerei Romrod zu ernennen.— 11. Con⸗ currenz für die Pfarrſtelle zu Fauerbach II. mit jährlich 710 fl. 48 kr. (Präſentation des Herrn Grafen zu Solms-Rödelheim);— die ev. Schulſtelle zu Kleingerau mit 518 fl. 48 kr. und 24 fl. für die Heizung des Schullocals.— IV. Geſtorben: am 6. Dez. der Hausverwalter im Juſtizgebäude zu Mainz Stautz;— 7. Dez. penſ. Kreisrath, Regierungsrath Wieger zu Bingen. Eine gute Lehre. (Fortſetzung.) Fortan beruhigt uͤber das Loos ſeiner Familie, durfte er ſich ganz ſeinem Wohlthätigkeitsſinne und dem Trieb zu werkthätiger Nächſtenliebe überlaſſen; er konnte ſeinen Verſtand und ſeine Zeit unbeſchränkt den Unglücklichen wid— men, für welche er bisher nur ſeine Mußeſtunden hatte aufwenden können, und er gelobte ſich, forthin ſein ganzes Leben der edlen Aufgabe, ihnen mit Rath und That bei— zuſtehen, zu widmen.— Von dieſer Hoffnung eingewiegt und geſchwellt, flog ſein Geiſt von einer Träumerei zur andern in's Weite, bis ihn endlich der Schlaf übermannte. Das erſte Morgengrauen weckte ihn und als er auf⸗ blickte, ſah er ſich zu ſeiner Ueberraſchung allein; ſein ſchweigſamer Reiſegefährte war vermuthlich auf einer der während der Nacht zurückgelegten Stationen abgeſtiegen. Schon tauchte in der Ferne Lyon mit ſeinen Thürmen aus dem Morgennebel, und bald darauf hielt der Wagen vor dem Hotel des Meſſageries, wo Raymond ſich ein Frühſtück geben ließ, um die Stunde des Selldicheins ab— zuwarten. Zur anberaumten Zeit begab er ſich zu dem Notar und fand hier Jouvencel, welcher ihm zuvorgekommen war. Nachdem dieſer Herr Raymond dem Notar vorgeſtellt und man die üblichen Artigkeiten ausgetauſcht hatte, bat Jouvencel ſeinen Klienten, das bewußte Dokument vorzu— legen. „Hier iſt es!, verſetzte Raymond und griff in ſeine Rocktaſche, um das Taſchenbuch herauszuziehen. „Es iſt von Herrn Trouſſaro eigenhändig ausgeſtellt,“ ſagte Jouvencel zu dem Notar;„ich habe es geſtern ſelbſt geprüft und ganz in Ordnung gefunden...“ Raymond unterbrach ihn durch einen Ausruf des Schreckens. „Was iſt Ihnen?“ fragten Notar zu gleicher Zeit. „Mein Gott! ſollte ich meine Brieftaſche verloren haben 2, rief Raymond leichenblaß.—„Verloren?.. nicht doch! ſie iſt mir vielmehr geſtohlen worden!“ ſetzte er ſchmerzlich hinzu und ſchlug ſich mit der Fauſt vor die Stirn.—„Ja ja, ich bin meiner Sache nun ganz gewiß... Unterwegs hab' ich meine Brieftaſche herausgezogen vor dem Reiſegefährten, der ſich ſo ſorgfältig eingehüllt hatte; er muß die Banknoten bemerkt haben, die darin lagen, als ich es oͤffnete, und offenbar hat er ſich meinen Schlaf zu Nutze gemacht, um es mir aus der Taſche zu ziehen....“ „Aber was iſt aus dieſem Menſchen geworden?“ rief Jouvencel. „Ich weiß es nicht,“ entgegnete Raymond mit höchſter Seelenangſt.„Er muß unterwegs abgeſtiegen ſein... als der Advokat und der ich heute früh erwachte, war er fort— ich weiß nicht, wohin!— O Gott! ich bin beſtohlen, ruinirt, verloren!“ Mit dieſen Worten war Herr Raymond in einen Lehnſtuhl geſunken, kalter Angſtſchweiß perlte von ſeinen grauen Haa⸗ ren herab und ſeine Lippen bebten; er rang die Hände mit einem ſo herzergreifenden Ausdruck von Verzweiflung und Niedergeſchlagenheit, daß ſogar der Notar ſich dovon ergriffen fühlte. Er wollte ihn beruhigen durch die Hoff— nung, er werde die Brieftaſche nur verlegt oder in eine andre Taſche geſteckt haben; allein Herr Raymond ſchüͤt⸗ telte wehmüthig den Kopf. Er erinnerte ſich jetzt einzelner Umſtände, auf welche er anfangs gar nicht geachtet hatte, die ihm aber jetzt keinen Zweifel mehr ließen. Er hatte ſchon während des Schlafes eine Hand zu verſpüren ge— glaubt, die ihm über die Bruſt herabfuhr; er hatte die Augen wieder aufgemacht und in dem halben Bewußtſein dieſes unvollſtändigen Erwachens den Unbekannten hart neben ſich zu ſehen geglaubt. Damals hatte jene dunkle unbeſtimmte Wahrnehmung keinerlei Argwohn in ihm er⸗ weckt; allein nun konnte er ſich Alles erlkären. Sobald er den Diebſtahl begangen, hatte der Unbekannte im Mantel auch die Entdeckung deſſelben gefürchtet und ſich am erſten beſten Poſthauſe abſetzen laſſen. Es war alſo alle Hoff— nung, ſeiner wieder habhaft zu werden, ſo gut wie verloren und im beſten Falle, wenn man ihn nämlich auch wieder ergriff, waren dann ohne Zweifel diejenigen Papiere ver— nichtet, die für ihn ohne Werth geweſen waren. Ueb⸗ rigens war ſchon der Zeitverluſt allein der größte Schaden, denn binnen weniger Tage machte die eintretende Verjäh— rung jede Reclamation unmoglich. Alle dieſe Gründe ſtürmten gleichzeitig auf Raymond ein, und betäubten ihn durch die Größe des Unglücks, das er ſogleich in ſeiner ganzen Ausdehnung begriffen hatte. 34 Man ſpringt nicht ungeſtraft ſo vom höchſten Glück zu der äußerſten Hülfloſigkeit über, denn das Gemüth leidet noch mehr als der Körper unter den plötzlichen Verände— rungen der Atmoſphäre. Jouvencel wagte ebenfalls einige alltaͤgliche Troſtworte, allein Raymond hörte ſie nicht ein⸗ mal. Es tobte in ihm nun einer jener inneren Kämpfe, deren Ausgang lediglich nur von unſeren Kräften abhängt. Als er ſo plötzlich all ſeine Hoffnungen zerſchellt ſah, be⸗ mühte er ſich, gegen die Entmuthigung anzukämpfen und bäumte ſich in ſeinem Unglück wie ein Schiffbrüchiger, bei welchem der Inſtinkt der Selbſterhaltung ſich geltend macht. Als er endlich wieder etwas Selbſtbeherrſchung gewonnen hatte, begriff er, daß er zunächſt alle diejenigen Nachfor— ſchungen anſtellen müſſe, von welchen er einigen Erfolg erwarten konnte. Er ging daher zunächſt nach dem Gaſt⸗ hauſe, wo er abgeſtiegen war, dann nach dem Poſthofe, konnte aber nirgends eine, Spur von dem Vermißten auf— finden. Auch über ſeinen Reiſegefährten brachte er nichts Genaueres in Erfahrung, denn dieſer war zwiſchen zwei Poſtſtationen auf- und abgeſtiegen, ohne daß ſein Name oder Beſtimmungsort auf der Liſte des Schirrmeiſters ein— getragen worden wären. Er erfuhr nur, daß er hinter La Verpillière abgeſtiegen und dem Anſchein nach in der Rich- tung von Meyzins weiter gegangen war. Raymond ließ ſich unverweilt dorthin bringen, ſuchte, zog Erkundigungen ein, ſtellte alle möglichen Nachforſchungen an, allein Alles vergebens! Niemand hatte den Mann im Mantel geſehen, und er mußte unverrichteter Dinge und ohne einen Schim⸗ mer von Hoffnung nach Lyon zurückkehren. Die Nachforſchungen der Polizei, die er ſchon im erſten Augenblick der Entdeckung ſeines Verluſtes in An⸗ ſpruch genommen hatte, waren nicht glücklicher. Mehre Tage vergingen, ohne daß die mindeſte Entdeckung gemacht wurde, und endlich kam der Vorabend des verhängnißvollen Tags heran, nach deſſen Ablauf die Urkunde ſelbſt ungültig wurde, weil ſie dem Verjährungsgeſetze verſtel. Es war alſo nun⸗ mehr nur noch ein wahres Wunder nöthig, um ihn vor dem Verderben zu retten; er hielt es daher für das Klügſte, ſich auf das Schlimmſte gefaßt zu machen, und entſchied ſich für den äußerſten verzweifelten Schritt. Auf den ihm gemachten Antrag, die Leitung einer Faktorei am Senegal zu übernehmen, konnte er noch immer eingehen; die Stelle war noch unbeſetzt und die angebotenen Vortheile waren hinreichend, um die Zukunft ſeiner Frau und ſeiner Töchter zu ſichern, ſelbſt wenn ihn die Folgen des ungeſunden Kli— ma's dahinrafften. Mehr begehrte er nicht, und zu jedem Opfer entſchloſſen, meldete er dem Marſeiller Handelshauſe, welches jene Stelle zu vergeben hatte, daß er ſie annehme. (Fortſetzung folgt.) Aſſiſen⸗Verhandlungen für Oberheſſen. I. Quartal 1855. Verurtheil ungen. Am 10. Januar: Philipp Heinrich Schmidt von Lich, wegen Meineids, in eine Correctionshausſtrafe von 1 Jahr; am 11. Januar: Johs. Schmidt II., Georg Schmidt und Georg Pfeffer von Münſter, wegen deſſelben Verbrechens, Erſterer in eine desgl. von 2 Jahren und 3 Monaten, die beiden Letzteren jeder in eine desgl. von 2 Jahren; am 12. Januar wurde Wilhelm Blum von Eichelsdorf von der gegen ihn gerichteten Anklage des Meineids freigeſprochen; die Anklage des Philipp Spengler von Großenlinden, wegen Raubs, Diebſtah's ꝛc. iſt, in Folge Nichterſcheinens des Hauptbelaſtungszeugen, vor die nächſten Aſſiſen verwieſen; am 17. Januar: Johannes Römer IV. von Allerts⸗ hauſen, wegen Mords, Diebſtahls und Fälſchung, zum Tode, ſowie Johannes Hilgärtner III. von da, wegen Begünſtigung dieſer Verbrechen, in eine Correctionshausſtrafe von 6 Monaten, wovon jedoch 4 Wochen, als ſchon verbüßte Unterſuchungshaft abgerechnet werden; am 19. Ja- nuar: Balthaſer Adolph von Kaulſtoß, wegen Diebſtahls, in eine Zucht⸗ hausſtrafe von 7 Jahren 2 Monaten; deſſen Ehefrau, wegen deſſelben Verbrechens, in eine desgl. von 4 Monaten, wovon jedoch 3 Monate als ſchon erlittene Unterſuchungshaft in Abzug kommen, deren Sohn Joh. Adolph, wegen deſſelben Verbrechens, in eine Correctionshausſſrafe von 1 Jahr, wovon ebenfalls 3 Monate als ſchon verbüßte Unterſuchungshaft abgerechnet werden, dagegen wurde deren Sohn Heinrich, wegen Unzurech— nungsfähigkeit, freigeſprochen.* Herzliche Bitte an Menſchenfreunde. Am 15. d. Mts., Nachmittags gegen 2 Uhr, ſtürzte der hier wohnende Bergmann Heinrich Butte, als er eben ſein mühe⸗ und gefahrvolles Tagwerk auf dem Dorheimer Braunkohlenbergwerk vollendet hatte und im Begriffe war, aus dem tiefen Schachte herauszuſteigen, wahr⸗ ſcheinlich in Folge von Entkräftung, wieder in die Tiefe hinab und gab mit dem Ausrufe:„ach, Herr Jeſus!/ alsbald ſeinen Geiſt auf.— Es war ein herzzerreißender Anblick, als der Mann, welcher am frühen Morgen geſund und wohl ſeine Familie verlaſſen hatte, am Nachmittage als Leiche, auf einem Brette liegend, von ſeinen Kameraden in ſeine Wohnung gebracht wurde, ſeine an Krämpfen leidende Frau unter heftigen Zuckungen zu Boden ſank und die 4 unmündigen, nun vaterloſen Waiſen jammernd und weinend die Hände rangen.— Butte war ein in der tiefſten Armuth ledender, äußerſt fleißiger und von echt chriſtlichem Sinne erfüllter Mann, der auch in der größten Noth ſein Vertrauen auf Gott nicht verlor und — nach ſeiner eigenen Erklärung— mit den Seinigen„wie im Himmel, lebte und„mit manchem Reichen nicht tauſchen wollte“. Seine Familie hat mit ihm ihren Ernährer und Verſorger, ihre einzige irdiſche Stütze verloren und die leidende Wittwe iſt nicht im Stande, auch nur für die nothwendigſten Bedürfniſſe zu ſorgen, wenn nicht wohlthätige Menſchen⸗ freunde ſich ihrer erbarmen.— Im Hinblick auf die außerordentliche Noth der Hinterbliebenen wagen es daher die Unterzeichneten hierdurch öffentlich um einige Gaben der Liebe für dieſelben zu bitten. Auch die kleinſte Gabe wird mit herzlichem Danke empfangen und zweckmäßig verwendet werden. Bepyenheim den 18. Januar 1855. F. Hoffmann, Pfarrer. Muth, Bürgermeiſter. Für die Familie des H. Butte iſt bei uns eingegangen: Von W. Müller 12 kr.; Ungenannt 1 fl.; G. K. Wittwe 1 fl.; D. M. 30 kr.; K. Wittwe 12 kr. M. W. geb. Friedrich 1 fl.; Gefangenwärter Schnell 30 kr.; Frau C. P. 1 fl. 18 kr.; M. W. 30 kr.; von den Zöglingen des Schullebrerſeminars 6 fl. 6 kr.; Steuer⸗Commiſſär Hiſſerich in Butzbach 1 fl.; H. H. 1 fl. 48 kr.; H. in F. 12 kr.; Rſtr. M. 1 fl.; G. 1 fl. Die Exped. des Friedb. Int.⸗Bl. Markt⸗Bericht von Friedberg. 23. Januar. Waizen aufgefabren 547 Malter, verkauft 383, 16 fl. 39 kr.; Korn aufg. 52½, verk. 22, 13 fl. 20 kr.; Gerſte aufg. 44, verk. 18, 8 fl. 10 kr.; Hafer aufg. 78, verk. 78, 5 fl. 36 kr.; Vorſchußmehl aufg. 16, verk. 7, 19 fl. 38 kr.; Erbſen aufg. 1, verk. 1, 11fl. 15 kr. Wicken aufg. 1, verk., 8 fl. 40 kr.; Bohnen aufg. 1, verk. 1, 13fl. 20 kr. Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen. Hofraitheverſteigerung. Lü04] Donnerſtag den 1. Februar d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag des Bürgers und Metz⸗ germeiſters Wilhelm Krauch wegen Wohnungs⸗ veränderung die demſelben dahier zuſtehende Hofraithe, als: Gemarkung Friedberg: Pag. No. Flur No. Klftr. 30/178 11. 574 94,5 Hofraithe in der Stadt, öffentlich meiſtbietend unter ſehr vortheilhaften Bedingungen verſteigert. Hierbei wird bemerkt, daß die Hofraithe eine ſehr günſtige Lage ganz in der Nähe des Bahn. hofs hat, welche ſich zu jedem Gewerbebetrieb eignet. Dieſelbe beſteht in einem ſehr ſchönen dreiſtöckigen, erſt vor einigen Jahren neu er⸗ bauten Wohnhauſe mit Hofraum, gutem Keller und Hintergebäuden. Friedberg am 24. Januar 1854. In Auftrag: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Wagen ⸗Verſteigerung. 188] Dienſtag den 30. Januar d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe ein gepfändeter Wagen öffentlich meiſtbietend gegen Baarzahlung verſteigert. Friedberg den 20. Januar 1855. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. 2 Mobil 100 Mullwoch miltags 9 Uu die zum Ju Gtoßberzes Groß der e Ben e Gare 92 Montag! 5 10 Uhr, die dem dere den, dei dem bindet der! che auf dem Haag Zeitraum von berpachket. Friedberg In Au Großherge Bel 1005] Es w lichen Kennt tarif an der vom 1. Jan werdenden G wicht auf ei Olachpitig r nieder adac, die Wanger deboniren fu Friedber Großhe —— Im m: Loe] Donn Mittags 11 l V Immobill — 89882 d- Holzverſtelgerung. [72] In verſchiedenen Diſtrikten, und zwar jedesmal Vormittags 9 Ubr im Diſtrikte Haſſel⸗ ecker Weg beginnend, werden an den Meiſtble⸗ tenden verſteigert: 1. Montag, den 29. d. Mts.: 2½ Stecken Eichen. und 29 Stecken Nadel- Scheitholz; 7 Stecken Eichen- und 33„ do. Prügelbolz; 4% Stecken Eichen- und 56 do. Stockholz; 375 Stück Eichen. und 7074 Stück do. Wellen u. 2½ Wagen Allerleiholz. 11. Dienstag, den 30. d. Mts.: 3 Stämme Eichenbaubolz= 194 Kubikfuß; 235„ Nadel⸗Bau- u. Werkbolz 10209 Kubikfuß, von 6-17 Zoll Durch- meſſer u. 15-80 Fuß Länge, und 26 Stück Nadelſtangen S 103 Kubikfuß. Ockſtadt, am 17. Januar 1855. Freihl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. Mobiliar-Verſteigerung. [911 Mittwoch den 31. Januar d. M., Vor⸗ mittags 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die zum Nachlaſſe der hier verſtorbenen Thomas Ewald Wittwe gebörenden Mobiliar Gegen- ftände, als: Tiſche, Stühle, Commode, ein Sopha, Schränke, Bettwerkung, Kleider, Weiß zeug, Glas, Porzellain und ſonſtige Hausge— räthſchaften öffentlich meiſtbietend gegen Baar— zahlung verſteigert. Friedberg den 20. Januar 1855. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großberzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtovorſteher. Garten ⸗ Verpachtung. [92] Montag den 29. Januar d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die dem vereinigten Armenfond dahier gehören— den, bei dem Hoſpitalhof in der Uſavorſtadt und hinter der ehemals Karl Klein'ſchen Hofraithe auf dem Haagk liegenden Hausgärten auf den Zeitraum von drei Jahren öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 20. Januar 1855. In Auftrag der Armen⸗Commiſſion: Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Bekanntmachung. L105] Es wird hierdurch wiederholt zur öffent⸗ lichen Kenntniß gebracht, daß der Gebühren- tarif an der ſtädtiſchen Brückenwaage dahier vom 1. Januar 1855 an für alle gewogen werdenden Gegenſtände per Centner Nettoge⸗ wicht auf einen Kreuzer ermäßigt worden iſt. Gleichzeitig wurde aber auch die Beſtimmung niedergelegt, daß für das Bruttogewicht ſogleich die Waaggebühren bei dem Waagmeiſter zu deponiren ſind. Friedberg am 24. Januar 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bede r. Immobiltar-⸗Verſteigerung. L41061 Donnerſtag den 1. Februar d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, werden in bhieſigem Ratbhauſe die Immobilien des Johannes Koch dahier, wie ſolche im Intelligenzblatt Nr. 76, 80 und 84 von 1854 ſpeciell verzeichnet ſind, in Folge eines eingelegten Nachgebots, nochmals im Einzelnen und im Ganzen öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg am 24. Januar 1855. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. 35 Faſelochs⸗Verſtelgerung. [87] Montag den 29. Januar d. J., Nach- mittags 2 Uhr, wird in der Behauſung des Bürgers Peter Lebeau dahier ein der Stadt Friedberg gehörender zum Schlachten geeigneter und ſehr gut gehaltener Faſelochs öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 20. Januar 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bend e x. Auf fd rd hen g.: [107] Nachſtehende Immobilien, deren Eigen⸗ thum urkundlich nicht nachgewieſen werden kann, ſollen theils vertbeilt, theils verkauft werden: Gemarkung Niedermockſtadt: 1. Heinrich Nagel 11. von Stammheim Fl. IX. Nr. 46 u 55. II. Georg Heppner von Stammheim Fl. UN. Gemarkung Staden: I. Heinrich Nagel von Stammheim Fl. V Nr. 109, 110, 111. Fl. VII Nr. 25, 26, 33. Fl. VI Nr. 178. II. Georg Heppner I. von Stammheim Fl. vi Nr. 180. Gemartung Stammheim: Georg Heppner 1. von da Fl. IV Nr. 319. Etwaige Eigenthumsanſpruche an dieſe Stücke ſind binnen 4 Wochen dahler anzumelden, nach deren Ablauf die Theilzettel resp. Kaufbriefe gerichtlich beſtätigt werden ſollen und der Ein⸗ trag im Mutatlonsverzeichniß verfügt werden wird. Altenſtadt den 16. Januar 1855, Großherzogliches Landgericht Altenſtadt Ur. Gilmer. Bekanntmachung, betreff.: Holzverſteigerung im Domanialwald Burgwald der Oberförſterei Ober- ros bach [L108] Donnerſtag den 1. Februar d. J. werden iu den Schlagen Nr. VI u. XVI, ſodann auf dem neuen Weg des Burgwaldes an die Meiſt⸗ bietenden öffentlich verſteigert: ½ Stecken birkeh⸗eichen Stockholz, 2,825 Wellen buchen Reiſerholz, 10,101„ birken⸗eichen 15,813„ aspen⸗nadel„ 5 Läſte Dörner. Die Zuſammenkunft iſt Morgens 8½ Uhr vor dem Forſthaus Winterſtein. Oberrosbach den 22. Januar 1855. Großherzogliche Oberforſterei Oberrosbach Bing mann. Holzverſteigerung. Clog] Montag den 29. dieſes Monats, Vor⸗ mittags von 9 Uhr an, wird in dem Möller'⸗ ſchen Wirthshauſe zu Erbſtadt verſchiedenes Ge⸗ hölze aus dem Naumburger Staatswalde, unter anderen 75½ Klafter Buchen⸗Scheitholz, öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert. Schloß Windecken, den 20. Januar 1855. Kurfürſtl. Heſſ. Renterei daſ. Deichmann. Bekanntmachung. [110] Die am 22. d. M. im bieſigen Ge— meindewalde, Diſtrikt Auwald, abgehaltene Holzverſteigerung iſt genehmigt und iſt der erſte Fahrtag auf den 25. l. M. beſtunmt. Aſſenheim den 24. Januar 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Aſſenheim Schmidt. Zu ver miethen. 1111 Die Hälfte des zweiten Stocks meines Hauſes, beſtehend in: 3 Zimmern, Küche, Kam- mer, Holzplatz ꝛc., auf Verlangen kann auch ein Pferdeſtall beigegeben werden, iſt zu ver⸗ miethen und kann bis Mitte März bezogen werden. Friedrich Netz, der Blindenanſtalt gegenüber. Empfehlung. [75] Mit bekanntem Zettel und Einſchlag⸗ garn vorzüglicher Qualität, wie auch mit belie— bigen Leinwandreſten, bin ich wieder verſehen und werde die billigſten Preiſe gewähren. Friedberg. Nathan Hirſchhorn Uſergaſe Nr. 244. 1* Concert⸗ Anzeige. 11121. Die ſeit ihrer Kindheit erblindete Sänge⸗ rin Liſette Leubold aus Sachſen-Meiningen beabſichtigt nächſten Sonntag im Gerlach'ſchen Saale dahier ein Concert zu geben und ladet hierzu ergebenſt ein. Anfang 7½ Uhr. Ver ſtei gerung. [113] Mittwoch den 31. Januar d. J. will der ÜUnterzeichnete einen Schwarz'ſchen Dampf⸗ Brennerei⸗Apparat, 20 Fuder Waizen-„ 40 Fuder Hafer, 10 Fuder Gerſten- und 5 Fuder Erbſen⸗ ſtroh, 200 Körbe Spreu, 200 Ctr. Heu und 100 Ctr. Grummet beſter Qualität, von Mor- gens 10 Ubr an, einer freiwilligen Verſteigerung ausſetzen laſſen. Pachter Altvater in Rommelhauſen. Bei der Viehverſicherungskaſſe zu Oberrosbach [114] liegt ein Kapital von 4500 fl. gegen gerichtliche Verſicherung von Güterſtücken zum Ausleihen bereit und kann jeden Tag in Em pfang genommen werden. Die Viehverſicherungsanſtalt zu Oberrosbach Bingmann. in [1151 Einen jungen Faſelochs(Schwarzſcheck), zur Zucht tauglich, hat zu verkaufen Aſſenheim den 23. Januar 1855. Jakob Reuling. Ein junger Menſch, [1161 welcher die Spenglerprofeſſion erlernen will, kann alsbald in die Lehre treten bei Wilbelm Ber g, in der Gredelergaſſe in Butzbach. Mobiliar- Verſteigerung. [117] Der Unterzeichnete läßt Dienſtag den 30. und Mittwoch den 31. d. Mis., jedesmal Morgens 9 Uhr anfangend, in ſeiner Behau⸗ ſung an die Meiſtbietenden verſteigern, als: 1) 2 Pferde, 2) 3 Kühe, 3) 5 Schweine, Mutterſchwein, 4) 2 Keltern mit eiſernen Schrauben, 5) eine Parthie Faäſſer von verſchiedener Größe, 6) eine Parthie verſchiedenes Stroh, eirca 40 Fuder, Heu, Grummet und Spreu, 7) circa 40 Wagen Miſt, 8) 2 Wagen, 2 eiſerne Eggen, Pferdege- ſchirr und ſonſtiges Ockonomiegeſchirr, 9) Verſchiedene Hausgerätbſchaften aller Art, ſowie allerlei Wirthſchaftsgerathe, 10) ein vollſtändiges Brennereigeſchirr. Bemerkt wird hürbei, daß das Vieh am erſten Tage zur Verſteigerung kommt. Niedermörlen am 24. Januar 1855. Kaspar Schuitzler, im Schwanen. worunter ein trächtiges Zur Nachricht! [1181 Dienſtag den 6. Februar wird die Ca- ſinog ſellſchaft im Saale des Hötel Trapp einen Ball abhalten. Der Anfang iſt um 8 Uhr. Friedberg den 21. Januar 1855. Die eber. 0 U 1 1 . 36 G. Fr. Schweitzer, General⸗-Agent in Friedberg. Sowie bei meinen Herren Unteragenten: Kaufmann Ch. Wallenfels in Gießen, Actuar Weigant in Hungen, Kaufleute Gedrüder Schwarz in Echzell, Gaſtwirth Stephan Alt in Eichelsdorf, Oekonom Heinrich Rauſch in Storndorf, Gaſtwirth K. Zulauf in Angenroth bei Alsfeld. Gebruder Born in Frfurt empfehlen ihre selbst erzeugten Gemüse-, Feld-& Blumen- Sämereien, verschiedenen Knollen und Pflanzen. Insbesondere empfehlen sie den Herren Landwirthen als etwas Ausgezeichnetes Riesen- Roggen à Pfd. Thlr. 2. Soto die so sehr beliebten Niesen- und andere Moſirengallungen. L120 Zur Bequemlichkeit für alle Diejenigen, welche die Herren Gebrüder Born in Erfurt mit Aufträgen auf selbst erzeugte Sämeèreien etc., beehren wollen, haben dieselben Unter zeichneten beauftragt, die Bestellungen und Gelder anzunehmen. Porto dafür trifft demnach die resp. Abnehmer nicht, sondern nur dasjenige für die Zusendungen, was auch niedrig sein wird, weil stets mehrere Sendungen zusammen expedirt werden. Gewiss wird diese Erleichterung Anerkennung finden und zu reich- haltigen Aufträgen veranlassen. Verzeichnisse stehen gratis zu Diensten. Die Zufriedenheit ihrer geehrten Abnehmer zu erwerben, ist das Ziel, wonach die Producenten streben.* Nauheim. Hermann Auffarth. Die conceſſionirte Auswanderungs- Agentur von G. F. Nau in Friedberg 1121] empfiehlt ſich zur Beförderung von Auswanderern nach Amerika& Auſtralien ab Mainz, Köln, Rotterdam und Paris uͤber Havre unter Zuſicherung prompteſter und billigſter Bedienung. Die Expedition nach den amerikaniſchen Häfen findet monatlich dreimal ſtatt und zwar am 10., 20. und 30. eines jeden Monates zu Winter- und Sommerszeiten. Eiſenbahn⸗Frachtbriefe 113501 ſind ſtets vorräthig und liefern wir dieſelben bei größerem Bedarfe mit der Firma des Beſtellers. C. Bindernagel's Buchhandlung. Kirchliche Anzeigen. 4. Sonnt. n. Epiph. den 28. Januar. Pfarramtswoche: Hr. Stadtpfarrer Seel. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Candidat Kraus. Nachmittags: Hr. Re Gottesdienſt in allehrer Müller. der Burgkirche: Vormittags: Hr. Diaconus Baur. Nachmittags: Hr. Candidat Krumm. Frankfurter Cours vom 24. Jan. 1855. f Wie Friedrichsd'or. Holländiſche 10 fl. St Rand⸗Ducaten. 20 Frankſtücke. Engliſche Souverains Preußiſche Thaler. 5 Frankenthaler Peußiſche Caſſenſcheine fl. 932½—33½ neee ücke„9 36 t 7½ „% 5312 e eee, „„ „ 19 146 ½ ½ —— 5„ 146/ 75 Abgang der Eiſenbahnzüge in Friedberg. Nach Frankfurt: 6 25 9 8³* 1 40 6 48 9 32 Die mit* bezeichneten Nach Caſſel: 3 12 24 A 8 Gießen) 5 55 7 56(Marburg) Züge ſind Schnellzüge. Polize i ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 27. Jan. bis zum 2. Febr. .[Fried⸗Butz⸗ 2 Brod⸗Preiſe. berg.] bach. * kr. pf. kr. pf. 1[Roggenbrod/ Korn⸗ ö und ½ Gerſtenmehl Ae 2 7 7 7 8 2 8 2 4 70 5 15 17— 17— 1 gemiſchtes Brod(Tafelbrod) ½ Korn- u. ½ Waizenmehlſ 5— 5— 77 77 7 2 3 9 3 77 77 7. 19 11191 N Loth Loth Milchbrod 103 1 3 Waſſerweck 13% Gemiſchte(Tafel⸗) Brod 14 14 Fleiſch-Preiſe. pf pf. 1 Ochſenfleiſch n „Kühfleiſch, gemäſtetes 1 io „ Rindfleiſch, gemäſtetes ee „ Kalbfleiſch 7 „ Schweinenfleiſch 151 „Hammelfleiſch 10— 110— 7 Schaaffleiſch 7——— „ Wurſt v.blos Schweinen 16— 46 5 „[Bratwurſt 20—(20— „ Schwartenmagen 20— 120— „Geräucherter Speck 28— 28— „Schinken 20— 20— „ Dörrfleiſch 20 280 „ Schweinenſchmalz, ausgel. 24— 24— „ unausgelaſſen 2122 „ Nierenfett, 2323 „Hammelsfett 16— 16— 15 Großherzoglichen Bürgermeifter en de 8e Druck und Verlag von C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. 8 7 fgerichs 760 15 dl, nd kunden, Oberpoftin pet Marburg und fahle er Gr oßhet wirll. Geheim Oienſtelle de den Regierung Freisamte Oe Erbach zum Kanzleigeßülfe ernennen!— bon ihm bert eim,— undd bon ihm berg übertragen;— zum 2. Landge Heilmann z den 3. Landge dieſem Gerich Landgerichtsd erthellung. pofumle zu O Ruheſtand: auf ſein Nachſt unter Anellenn Erlaubniß, d Concurren; jährlich 88. und Büdingen mit 150 4 fl.; 40 r., nebſte nach dem Abl der Beſoldunt Nr. 1 die Mitglie den in dem den Regieru Januar 180. 1800 folgen Präfident V Fiht. v. St. Weiden ba negra Schend. 50 Jan., we erzogs Zollverei machung im Hinweiſung Mirz 1838 Nob. v. N ſang, von wählt worden dr. Schule Ie. og pe kd. pes. R — Nich engung fe