oße. dd die Friedberger Intelligenzblatt. Erſcheint wö⸗ Einrückungsge⸗ Sienna o del Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, wagen tag. Preis jährl. oder deren Raum feen Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. ne fl 0 ſammen 7 kr. Nu 73. Dienſtag, den 18. September. 1855. Amtlicher Theil. Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. Heinrich Baum von Oberſtedten. Alter: 20 Jahre. Größe: 5“ 3“ Haare; blond. Augenbraunen: blond. Stirne: rund. Augen: grau. Naſe: dick. Mund: dick. Kinn: länglich. Geſicht: länglich. Farbe: geſund. Derſelbe, wegen dritten Diebſtahls in Homburg in Unterſuchung und Haft ſich befindend, entſprang am 4. d. M., Abends zwiſchen 8 und 9 Uhr, aus dem dortigen Spital, wobei er ſich der Verübung eines neuen Diebſtahls ver— dächtig machte und zwar: 1) einer ſilbernen Taſchenuhr mit ſchwarzen Zeigern und römiſchen Zahlen, deren Gehäuſe an der einen Seite ein wenig offen ſtand und an welcher ſich eine Kette und Uhrſchlüſſel von Meſſing befand und 2) eines Rockes von blauroth carrirtem Tuche mit Taſchen an beiden Seiten und ſchwarzen Knöpfen. Noch ein Wort über das Promeſſenſpiel mit Anlehenslooſen. (Fortſetzung und Schluß aus Nr. 70.) Daſſelbe lautet aber auf die Ende Auguſt d. Il erfolgende Serienziehung und man verſpricht alſo demjenigen, welcher den(unbeſtimmten) Einſatz für ein Certificat vor obiger Serienziehung bezahlt haben wird, eine Original⸗Obligation des vorerwähnten Aulehens auszuliefern, welche in allen folgenden Ziehungen mitſpielt, wenn 1) die Serie 712 Ende Auguſt wirklich gezogen werdeu ſollte und 2) die heraus gekommene Actie eingeliefert wird. Geſetzt nun, der Ausgeber jener Promeſſe meinte es ehrlich, ſo würde, wenn die Serie 712(es exiſtiren deren 8000) vor Ende Auguſt gezogen würde, verpflichtet ſein, dem Inhaber des Certificats ein Großh. Badiſches Original- 35 fl. Loos, aber nicht etwa zu der gezogenen und nun demnächſt zur Auslooſung kommenden Serie, ſondern zu einer ſpäter zur Verlooſung kommenden Serie, alſo ein Loos, welches bei jedem Banquier nach dem Courswerth zu haben iſt, zu übereignen. Ein ſolches Spiel zu entriren und eine ſolche Verbindlichkeit gegen die Käufer dieſer Promeſſen einzugehen, iſt an ſich ein ſehr großes Riſico; denn da 8000 Serien exiſtiren, und da die ausgegebenen Promeſſen natürlich nicht auf eine und dieſelbe, ſondern jede auf eine verſchiedene— ja vielleicht, wer kann denn das wiſſen und iſt dies auch ſchon da— geweſen, auf bereits gezogene und ausgezahlte— Serien lauten, ſo würde bei dem ungeheuren Vertrieb ſolcher Papiere immer noch ein ſehr bedeutender Gewinn übrig bleiben, wenn ja in den Händen eines oder des andern Käu— fers ein Certificat gerade über die erwähnte und wirklich zufällig gezogene Serie 712 ſein und von dem Käufer, wenn er es erfahren wird, das dafür verheißene Original- 35 fl. Loos beanſprucht werden ſollte. Nehmen wir an, und das können wir bei der Maſſe heimlicher Agenten recht gut annehmen, unſer Speculant ſetzte vor einer ſolchen Serienziehung 1500 Stuck ſeiner Wiſche ab. Nach Abzug der Proviſion der Agenten verblieben ihm daher noch baare 1000 Thlr. Sollte es ſich nun treffen, daß unter den ausgegebenen 1500 Stück Promeſſen gerade zufällig 10 Stück ſich befänden, welche die Nummern der gezogenen Serien trügen, ſo würde er, wenn es ehrlich gemeint wäre, 10 Stück 35 fl. Looſe nach dem Courswerthe an ſeine Intereſſenten zu gewähren haben, es würde ihm mithin, da er mit Ausnahme des bedruckten Papiers, der Inſerationsgebühren und einiger Porti, weitere Speſen nicht hat, immer noch ein ſehr bedeutender Gewinn verbleiben. Iſt es nun nicht ſchon vollendeter Wahnſinn, auf ein ſolches Spiel einzugehen? Aber ſo iſt es ja Seitens des Speculanten noch gar nicht gemeint; denn wenn ſich der Ausſteller der Promeſſe ver— pflichtet hat, ein Orginal⸗ 35 fl. Loos auszuliefern, ſo hat er noch lange nicht verſprochen, ſolches gratis auszu— liefern und in den uns bekannt gewordenen Fällen, eines ſogenannten Treffers oder Gewinnes, hat der Ausſteller der Promeſſe ſich zwar bereit erklärt, ein Orginal- 35 fl. Loos zu verſchaffen, jedoch nach Einſendung des Cours— werthes eines ſolchen Looſes, in einigen Fällen ſogar nicht einmal unter Gutſchrift der bereits für das Certificat eingezahlten Prämie. Sollte nun auf ſolche Weiſe ein ſogenannter Gewinner in den Beſitz eines Badiſchen 35 fl. Looſes gelangen, ſo hat er allerdings damit die Hoffnung erworben, darauf 50,000 fl. gewinnen zu können oder mindeſtens gewiß 42 fl. gewinnen zu müſſen, wenn ſein Loos dereinſt herauskommen wird, jedenfalls aber hat er es viel bequemer, ſicherer und wohlfeiler, wenn er ſich ein folches Loos bei dem Banquier gegen den Courspreis erkauft, anſtatt daß er vier oder, wie uns vorgekommen, 10 und 20 Thaler daran wendet um bei einer Wahrſcheinlichkeit von 1 zu 6810(da 1190 Serien bereits gezogen ſind) vielleicht die Erlaub— niß für ſein gutes Geld zu erlangen, ein ſolches Loos ſich kaufen zu dürfen. 0 322 Aber auch dies iſt nicht ein Mal im allerglücklichſten Falle ganz gewiß, vielmehr iſt die Lte vorgeſchriebene Bedingung „nach Einlieferung der heraus gekommenen Actie/ ö noch eine ſo dunkle und vieldeutige, daß ſogar die verſprochene(und gegen Bezahlung zu leiſtende) Auslieferung einer Orginal-Obligation(warum ſagen ſie nicht eines Originallooſes?) wenn jene dunkle Bedingung nicht erfüllt wird, ver weigert werden kann. Denn was ſoll das Wort„Actie“ bedeuten und warum ſagen ſie nicht nach Einlieferung des„Orginal-Certifis cats,/ wie ſie ihr ſauberes Papier ſelbſt getauft haben? und welchen Sinn ſoll man dem Worte„herausgekommen unterſtellen? Die Actie, wenn ſie darunter, was noch ſehr zweifelhaft iſt, das Certificat verſtanden haben, kann mie heraus kommen, ſondern es kann nur möglicherweiſe die darauf bemerkte Serie gezogen werden. Und wie erfährt nun der Käufer eines ſolchen Papiers, daß gerade die darauf bemerkte Serie wirklich gezogen ſei? Es iſt wahr, daß die Serien, welche gezogen worden ſind und zur Auslooſung kommen ſollen, in öffentlichen Blät— tern bekannt gemacht werden. Aber wie viele gebildete und gelehrte Leute gibt es nicht noch heutzutage die von dem Coursweſen und von dem Weſen der Staatspapiere, ſo wie der Lotterie-Anlehen nicht die entfernteſte Idee haben, ſich mithin in die Sache durchaus nicht hineindenken können? Wie ſoll man dies von dem Handwerksburſchen, dem Tage— arbeiter erwarten, in deſſen Hände natürlich die großen Zeitungen und die Coursblätter, in welchen die Serienziehungen bekannt gemacht werden, ohnehin niemals gelangen und, wenn ja, völlig unverſtändlich ſind? Haben doch die Collecteurs ſelbſt, wenigſtens diejenigen, die uns unter die Augen gekommen ſind— und es ſchei⸗ nen dazu in der Regel ungebildete, aber pfiffige Leute gewählt zu werden— nicht den entfernteſten Begriff von dem Weſen eines Lotterieanleheus und des Promeſſenſpiels, ſie können mithin ſelbſt keine Auskuuft geben, ſetzen daher an die Stelle einer ſolchen auf Befragen den fabelhafteſten Unſinn, der ſich nur denken läßt und ſind in der Regel ſelbſt betrogene Betrüger. Endlich ſteht aber auf der Promeſſe noch die Cautel abgedruckt,„daß ſechs Wochen nach der betreffenden Serien- ziehung jede Verbindlichkeit des Promeſſenverkaäufers erloſchen ſein ſoll.“ Dieſer Präcluftvtermin iſt eigentlich nach dem vorſtehend Erwähnten völlig überfluͤſſig, da von einer Verbindlichkeit des Promeſſenhändlers oder mindeſtens von der Abſicht deſſelben, eine ſolche zu erfüllen, gar nicht die Rede iſt; allein ſie ſtreut ebenfalls Sand in die Augen, vermehrt natürlich die Sicherheit der Verkäufer und gibt ihnen, ſollte ja ein armer Nachzügler einmal erſcheinen, der einen Gewinn verlangte, nunmehr das volle Recht in die Hand, ihm zu ſagen: Du haſt den Termin verſäumt, du kannſt nichts erhalten! Es iſt immer gut, ſich ſo viel Hinterthüren, als möglich offen zu erhalten. Bei dem Mangel jeden Riſiko's ſcheint es übrigens auch, als ob jene Speculanten es gar nicht der Mühe fuͤr werth erachteten, ihre Agenten gehörig zu controlliren und von ihnen die Zurückſendung der nicht abgeſetzten Zettel zu verlangen, wahrſcheinlich, um das Porto zu erſparen, der Verfaſſer wenigſtens hat hunderte ſolcher bunter Zettel in den Händen der Agenten über längſt gezogene Serien gefunden, um die ſich das„Großhandlungshaus“ gar nicht mehr zu kümmern ſchien. Es fragt ſich mithin, ob der Agent auch die ſämmtlichen an ihn eingezahlten Prämien auch wirklich einſchickt, oder ob er es nicht für angemeſſen findet, einen Theil derſelben zu unterſchlagen. Da jeder Pfennig, der für ein ſolches Papier bezahlt wird, eben ſo unwiederbringlich verloren iſt, als ob er auf dem Grunde des Meeres läge, ſo kann dies an ſich für die Käufer ganz gleichgültig ſein, aber der Hauptnachtheil iſt der, daß jene Agenten zu Spitz⸗ buben und Faullenzern gebildet und gezogen werden und daß man ihnen Veranlaſſung gibt, alte ganz werthloſe Zettel noch zu verkaufen und ſomit einen Doppelbetrug zu verüben. Unterſuchen wir nun, wie man es anfängt, um jene abſcheulichen Papiere in Maſſe zu vertreiben. Wir haben bereits erwähnt, daß in den meiſten Staaten Deutſchlands nicht allein das Promeſſenſpiel, ſondern auch das Veröffentlichen von Offerten zum Betrieb deſſelben bei Geldſtrafe verboten iſt. Aber es gibt auch noch Deutſche Staaten, wo ſolches nicht der Fall, und ſolche bilden natürlich nicht allein eine Hauptabzugsquelle für den Vertrieb der Promeſſen, ſondern es werden auch die Spalten der in ſolchen Staaten erſcheinenden offentlichen Blätter mit den An⸗ preiſungen des Promeſſenſpiels unter Zuſicherung fabelhafter Gewinne immer und immer wieder gefüllt. Auf dieſem jungfräulichen Boden werden nun Agenten geworben, die ſich bei dem leichten Gewinn, der ſich durch Nichtsthun und Herumlungern erzielen läßt, mit leichter Mühe gefunden. Dieſe Agenten haben aber nicht allein die Verpflichtung, Promeſſenſcheine abzuſetzen, ſondern auch unter der Hand in Nachbarſtaaten, wo das Spiel verboten iſt, neue Agenten zu werben und ſie fofort mit dem nöthigen Handwerkszeug— einer Anzahl ſolcher bunter Zettel— zu verſehen. Dieſe neuen Agenten haben dieſelben Verpflichtungen, ſie haben ſich daruber mit dem„Großhandlungshaus“ in Mainz oder Frankfurt in Rapport zu ſetzen und ſo wuchert trotz aller Verbote das Unweſen hier offeu, dort ver⸗ borgen, hier unter dem Prätexte der Legalität und der Genehmigung der Regierung, dort unter dem Schleier und dem Reize des Geheimniſſes uͤppig in den deutſchen Gauen fort.* Kein öffentliches Blatt, deſſen Redaction Anſpruch auf Rechtſchaffenheit macht, wird Bekanntmachungen, die ſich auf jenes Gaunerſpiel beziehen, aufnehmen, aber noch immer gibt es Winkelblätter genug, die entweder Sinn und Weſen jener Unternehmungen nicht kennen, oder auch gelockt durch die Inſertionsgebühren, gewiſſenlos genug ſind, ihren Spalten jenen Aufrufen zur Beutelſchneiderei zu oͤffnen. Dieſe Aufrufe ſind aber, eben ſo, wie die Promeſſen, mit den wirklichen Staatsanlehen iu ſolche Verbindung ge⸗ bracht, daß die Redactionen und die Privaten, ja wohl ſelbſt die Behörden, ihren Sinn und Zweck nicht ahnen und den verſchleierten Betrug nicht erkennen, und ſo mögen ſelbſt in Staaten, in welchen das Promeſſenſpiel verboten iſt, öffent⸗ liche Aufrufe zur Theilnahme in öffentlichen Blätten vorkommen; von einigen iſt uns dies wenigſtens bekannt, ja wir haben Grund zur Vermuthung, daß in einzelnen Fällen die Unternehmer ſelbſt für die den Agenten zuer⸗ kannten Geldſtrafen eingeſtanden und letztere ſelbſt bezahlt, die Agenten aber zum immer wieder erneuten Vertrieb veranlaßt haben!! Legen wir aber das Secirmeſſer noch weiter an und pruͤfen wir, welche weiteren Mittel man gebraucht, um jene Papiere an den Mann zu bringen: Alſo e heißenen Ge Uitercedung die ver a e Aberließen: nach Abret Seh mit einem moͤglichſte ſehr locken Um fuͤhrlicher Jahresziel, viere beit welche deb ſpiel abſie muß, er und auf! in Frage 0 lockung z der Credi nehmer zu Das Kummers mehr oder Bezug au meſſenſche Actien, 9 betrügeriſ Schnappl überhaupt daß die 9 wah, geſ. rneun r krnen 323 Ich beziehe mich hierbei zuvörderſt auf ein in meinen Händen befindliches gedrucktes Formular eines Schreibens eines Herrn F. in Frankfurt a. M. d. d. 1. November 1854 an einen ſeiner Agenten(einen ſehr unwiſſenden Brunnen räber.) 5 In dieſem Schreiben macht Herr F. ſeinen neugeworbenen Agenten mit dem Geſchäftszweige ſelbſt bekannt und ſagt darin wörtlich Folgendes: f „Derſelbe(nämlich der Geſchäftszweig) beſteht in dem Verkauf von Badiſchen und Kurheſſiſchen Lvoſen zu den jahrlich Ende Februar, Ende Mai, Ende Auguſt und Ende November in Karlsruhe und am 1. Mai und 1. December in Caſſel ſtattfindenden Ziehungen.“ Welche niederträchtige Lüge, wenn behauptet wird, die beigefügten bunten Zettel, die der Agent verkaufen ſoll, ſeien Badiſche und Kurheſſiſche Looſe à 35 fl. und 40 Thlr. und wie iſt dabei auf die Dummheit der Leute ſpeculirt, denen man glauben machen will, man könne für— 20 Ngr.— und 1 Thlr. 10 Ngr. ſolche Staatspapiere kaufen! Ferner heißt es darin: „Als Proviſion erhalten Sie ½ der Einlage, denn ich erlaſſe Ihnen die Nummern zur Badiſchen Ziehung à Thlr. ½ p. Stück und zur Kurheſſiſchen à Thlr. 1 p. Stück, während dann der Verkaufspreis für Badiſche Nummern Thlr. 1 und für Kurheſſiſche Thlr. 2 iſt. An einer feſten Uebernahme ſind Sie nicht gebunden, ſondern können Sie vor der Ziehung die nicht verkauften Nummern retourniren.“ Alſo ein Drittheil der Einlage iſt die Proviſion der Agenten. Es läßt ſich denken, wie thatig dieſe bei dem ver⸗ heißenen Gewinn von 33¼% ſein werden, um ſolche bunte Zettel zu verkaufen, es iſt zu erwarten, daß ſie all' ihre Ueberredungskunſt aufbieten werden, um arme unwiſſende Leute zum Kauf ſolcher Zettel zu verfuͤhren, und daß ſie dabei auf die verheißenen großen Summen pomphaft hinweiſen und ein gutes Geſchäft machen werden. Es ſind uns ſolche Promeſſenfabrikanten vorgekommen, welche ihren Agenten ſelbſt 50% der Einlage als Proviſion überließen; natürlich, denn die andern 50% ,ͤ welche die Agenten einzuſenden hatten an jene„Häuſer /, waren für dieſe nach Abrechnung der Koſten für das Papier und deſſen Druck, und da ſie keinerlei Verbindlichkeit dafür zu leiſten oder kein Riſiko zu ubernehmen hatten, reiner Gewinn, in der That ein ſehr rentables Geſchäft! Weiter heißt es in dem Briefe an den Agenten: „Ich hoffe, daß dieſe gewiß ſehöne Proviſion Sie veraulaſſen wird, eine Agentur zu übernehmen, denn wenn die Sache mit gehöriger Umſicht betrieben wird, und da Sie Unter-Agenten in beliebiger Ausdehnung an— nehmen können, ſo iſt das Ihnen eröffnete Feld faſt unbegränzt.“ Sehr richtig, nämlich das Feld des Betrugs. Wir haben dergleichen Agenten geſehen, welche ſolche bunte Zettel mit einem betrügeriſchen Gewinne bis zu 750% verkauft haben und iſt die Sache allerdings ſo eingerichtet, daß der möglichſt größte Abſatz ſolcher abſcheulichen Zettel für die Agenten ſelbſt, die mit Nichtsthun große Summen gewinnen, ſehr lockend und verführeriſch iſt. Um aber die Täuſchung des Publicums zu erhöhen, wird in der Regel einer ſolchen Promeſſe nicht nur ein aus⸗ führlicher Plan des wirklichen Großh. Badiſchen oder Kurfürſtlich Heſſiſchen Anlehens, auf welchem alle einzelnen Jahresziehungen mit ihren ſämmtlichen Gewinnen verzeichnet ſind, ſondern auch noch ein Programm auf buntem Pa⸗ piere beigegeben, in welchem unter nochmaliger pomphafter Ankündigung aller der vielen großen und kleinen Gewinne welche beim Badiſchen und Kurheſſiſchen Anlehen gemacht werden können, dieſe Staatsanlehen mit dem Privatpromeſſen— ſpiel abſichtlich in ſo raffinirter Weiſe vermiſcht und zuſammengeſtellt worden, daß jeder nicht ganz Eingeweihte glauben muß, er könne ſich wirklich für 1 oder 2 Thlr. ein Badiſches oder Kurheſſiſches 35 fl. oder 40 Thlr. Loos erwerben und auf der Rückſeite dieſer Programme iſt, um die betrügeriſche Täuſchung vollſtändig zu machen, in populärer Weiſe in Frage und Antwort unter Andern verſichert, daß Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Baden das Großh. Badiſche Eiſenbahnanlehen autoriſirt habe, daß daſſelbe vom Badiſchen Staate in Folge Geſetzes, welches unter Zuziehung der Landesſtände gegeben, garantirt ſei, daß jedes Loos gewinnen müſſe, daß die Unterthanen aller Staaten, in welchen das Lotterieſpiel verboten, ſich an dem Badiſchen Lotterieanlehen betheiligen dürfen ꝛc. Alle Dinge, die an ſich wahr und richtig, hier aber in Verbindung mit dem Promeſſenſpiel lediglich behufs der An⸗ lockung zu letzterem erwähnt ſind, ſo daß mit Einem Worte, wir wiederholen es, Täuſchung des Publikums das Mittel der Credit des betreffenden Staates und ſeines Anlehens der Deckmantel und die Lockſpeiſe, Bereicherung der Unter⸗ nehmer zum Nachtheil des Publicums aber der Zweck iſt. Das iſt das Weſen des Promeſſenſpiels der heutigen Tage, der Tage der allgemeinen Bedrängniß, der Tage des Kummers und der Noth für die zahlreichſte Klaſſe der Bevölkerung in den deutſchen Staaten, und ſo wird daſſelbe mit mehr oder weniger Abweichungen, mit mehr oder weniger Verſchleierungen und bald in Bezug auf dieſes, bald mit Bezug auf jenes öffentliche Unternehmen betrieben, mögen nun die Zuſicherungen mit dem Namen von Theilactien, Pro⸗ meſſenſcheine, Zuſicherungsſcheine, Orginalcertificate, Zuſicherungscertificate, oder mit dem Namen von Partialobligationen, Actien, Prämien⸗Schluß⸗Certificate, Partial-Conceſſionen, oder wie ſonſt belegt werden, und mit dieſem Spiele und ſeinen betrügeriſchen bunten Zetteln iſt Deutſchland noch immer gepeinigt und überſchwemmt, noch täglich werden von jenen Schnapphähnen, die dergleichen Unternehmungen entriren und leiten, die ärmeren Volksklaſſen und minder gebildete Leute überhaupt geplündert, noch immer werden jene Raubneſter in deutſchen Staaten geduldet, noch immer kann es geſchehen, daß die Namen deutſcher Regenten und Stände mit jenen Schwindeleien auf jenen Sündenzetteln in Verbindung ge— bracht, geſchändet und als Deckmantel und Lockſpeiſe gemißbraucht werden. Es iſt hohe Zeit, daß dieſem ſchändlichen Unweſen endlich in allen deutſchen Staaten geſteuert und der Heerd des— ſelben für immer zerſtört werde. N Möge dieſe Stimme nicht abermals ungehört verhallen! Gera, den 27. Juli 1855. Der Füͤrſtl. Reußiſche Kriminalrath Hier t. Der gelehrte Poſtmeiſter. (Fortſetzung und Schluß.) Vor Aufregung und innerer Zufriedenheit mit ſich ſelbſt hatte ihm zuletzt faſt die Stimme verſagt. „So? ſo?“ ſprach der Landrath gedehnt und mit unterdrücktem Lächeln. mal den Hergang.“ „Nun die Sache machte ſich ganz einfach!“ ſprach er in der Stimmung eines Feldherrn, der einen großen Sieg berichtet,„großer Diebſtahl mit Einbruch in Berlin geweſen, wie Sie wiſſen, raſend viel Geld in Papieren geſtohlen. Seitdem ſah ich jeden Paſſagier und Poſtrei— ſenden mit gerechtem Mißtrauen an. Natürlich! ich bin bei der hochlöͤblichen Landespolizei und die thut jeder Zeit mehr als ihre Pflicht und Schuldigkeit. Alles für meinen König, iſt mein Wahlſpruch. Da kommt vor circa 2 Stunden ein Reiſender mit Extrapoſt und ruft ſchon von weitem aus dem Wagen heraus:„Courierpferde! ſo raſch als möglich!“ Aber ich bin nicht auf den Kopf gefallen, bin, mit Ehren zu melden, ein alter Regimentspfifficus! denken der Herr Landrath nur: Courierpferde! Ich faſſe mich aber kurz und frage nach Paß und Reiſelegitimation. Er hat weder jenen noch dieſen. Ich frage nach ſeinem Namen; es iſt ein angenommener. Ich beobachte ſeine Phyſiognomie; ſie iſt ſehr verdächtig. Kurz die Sache war richtig; ich ließ das Vögelchen einſperren und eilte hierher, Ew. Hochwohlgeboren das glücklichſte Ereigniß meines Lebens ſofort ſelbſt gebührend anzuzeigen.“ „Na! Das muß ich ſagen!“ ſprach der Landrath ſichtbar erfreut und ſteigerte nur dadurch die erhöhte Stimmung des Poſtmeiſters;„höchſt ſcharfſinnig und ge— wandt zugefahren! Wahrlich es iſt mir unbegreiflich, wie Sie ſo raſch dahinter kommen konnten!“ „Nicht wahr?“ ſtammelte er behaglich.„Aber vor meinen polizeilichen Augen lag gleich Alles klipp und klar. Hören Sie: Erſtens: ſie kamen mit Extrapoſt! Schon das iſt verdächtig, wenn Diebe mit Extrapoſt reiſen. Zweitens: ſie hatten dringende Eile und verlangten Cou— rierpferde. Das ſteigerte meinen Verdacht natürlich! und iſt's nicht auch eine Unverſchämtheit, als Dieb mit Cou— rierpferden fahren zu wollen. Drittens: ſie hatten keinen Paß, noch ſonſtige Reiſelegitimation. Viertens: ſie be— dienten ſich eines falſchen Namens, den ſie nicht einmal ausſprechen konnten. Fünftens....“ Wie nannte ſich denn der Reiſende? unterbrach ihn hier der Landrath, neugierig forſchend. „Prinz Biron nannte er ſich,“ erwiderte der Poſt— meiſter, den Ausdruck ungeheurer Verachtung in den Zügen,„Prinz Biron, denken ſie ſich, Herr Landrath, Prinz Biron! Aber daran erkannte ich ſofort meinen Pappenheimer. Nun war ich meiner Sache gleich gewiß! Ich...“„Wie ſo denn?“ unterbrach ihn der Landrath von Neuem. „Nun, Biron wird doch bekanntlich nicht Biron, ſondern Bairen ausgeſprochen, wie mich mehr als ein durchreiſender Engländer verſichert hat, und da ſich dieſer Menſch nun Biron und nicht Bairen ausſprach, ſo wußte ich gleich, daß er ſich eines falſchen Namens bediente.“ „Aha! Hm! Aha!“ rief der Landrath und rieb ſich vor innerem Vergnügen die Hände.„Der Grund ſchlägt allerdings durch! Vortrefflich! Einzig!“ „Nicht wahr? o! ich bin nicht auf den Kopf ge— fallen,, fuhr der Poſtmeiſter, ſich ſelbſt erhitzend, fort. „Fünftens alſo, ſie führten das geſtohlne Geld gleich mit ſich und das war doch vollends verdächtig, kurz die Sache iſt, wie geſagt, klipp und klar.“ „Nun, ich will gleich mit Ihnen fahren und mir das „Aber erzählen Sie mir doch ein— 324 2 Vögelchen anſehen,“ beſchloß der Landrath dieſe intereſſante Unterredung und bald nachher fuhren ſie von dannen. Das Erſte, was der Landrath vornahm, als ſie im Poſthauſe ankamen, war, daß er den Gensdarmen und die beiden Polizeidiener verabſchiedete, ein Umſtand, über den der Poſtmeiſter Wunderlich ſich nicht wenig verwunderte. Seine Verwunderung, ſo ſein ſtummes Staunen ſtieg aber auf einen bedenklichen Höhengrad, als er dann zunächſt den Landrath zu dem angeblichen Prinzen hinaufeilen und unter einem Wechſel von freundlichen Entſchuldigungen, von Lachen und ſorglichen Begrüßungen ihn umarmen ſah. Da ging dem Armen ein Licht auf, ein ſchauderhaftes Licht. Ganz leiſe ſchlich er davon und erinnerte ſich plotzlich, auf dem hinterſten Futterboden ein nothwendiges Geſchäft zu haben.„Wunderlich! Wunderlich!“ rief er daſelbſt einige Male laut aus und ſchlug ſich mit der geballten Fauſt heftig an den Gehirnkaſten,„Wunderlich ich glaube gar, Du haſt einen hircus gemacht, zum erſten und einzigen Male in Deinem Leben einen garſtigen hireus. Aber Du kannſt nicht dafür. Die Umſtände rechtfertigen vollkommen Dein Verfahren. Warum reiſt der Prinz in einer ſolchen Spitzbubenzeit mit Courierpferden durch die Welt ohne Paß, ohne Karte, warum weiß er ſeinen eigenen Namen nicht richtig auszuſprechen; denn er wird Balren und nicht Biron ausgeſprochen, darauf laſſe ich mein Leben und will's zu jeder Stunde beſchwören. Warum trägt er ferner ein ſchwarzes Bärtchen und hat ein verdäch— tiges Geſicht, kurz und gut, ich bin an dem Handel und an dem Irrthum unſchuldig, vollkommen unſchuldig, ſo wahr ich Daniel Wunderlich heiße.“ Der Prinz und der Landrath in der Oberſtube konnten Anfangs vor herzlichem Lachen kaum zu Worte kommen. Endlich ſagte der Prinz:„Dieſe wahnſinnige Geſchichte hat wenigſtens das Gute für mich, Sie, lieber Putlitz, auf einige Stunden in meine Gewalt zu bekommen. Sie ſind ein tüchtiger Pferdekenner und ich bin hier, um in W. bei dem Domainenrath Kornmilbe zwei Stück köſtlicher Pferde zu kaufen; Sie müſſen mir dabei beiſtehen, kurz ich laſſe Sie nicht wieder los, Sie müſſen mit, in 4 Stunden können wir wieder zurück ſein.“ „Ach, Theuerſter, da können Sie ſich gefälligſt den Weg ſparen,“ antwortete laut lachend der Landrath;„die Pferde ſind ſchon verkauft, und wenn Sie Verlangen tra— gen dem glücklichen Erwerber derſelben zu gratuliren, ſo können Sie nur Ihre Glückwünſche bei mir anbringen; denn ich habe ſie geſtern Abend gekauft. Aber wahr iſt's, brillante Pferde, das! und für einen wahren Spottpreis und noch dazu auf Credit. Ein famoſer Handel ſo wahr ich ein Preuße bin! Ein exquiſit prächtiges Exem— plar von einem Patrioten, die alte Kornmilbe! Sattel und Zaum gleich mit eingehandelt, kurz! es konnte nicht beſſer kommen.“ „Na Putlitz,“ erwiederte der Prinz,„mir geht die verlangte Gratulation zwar verdammt ſchwer von der Leber; indeſſen, wenn's einmal im Buche des Schickſals ſtand, daß ich die Pferde nicht haben ſollte, ſo gönne ich ſie Ihnen am meiſten und tröſte mich damit, daß auch der Stolzen⸗ berg mit langer Naſe abziehen wird.“ Und nun erzählte er dem Landrath die Geſchichte des geſtrigen Abends und der heutigen Fahrt. Viele Stunden ſaßen ſie fröhlich beiſammen, und wo ein Paar alte Freunde zuſammen ſitzen, da fließen die Stunden raſch dahin, aber auch die Flaſchen bleiben nicht voll und manches Glas guten Ungerweins fand heut ſein ſeliges Ende. Ihre genußreiche Seſſion ward unterbrochen durch das Geraſſel einer Poſtchaiſe, die in der Richtung von W. herankam. Ein wie es ſchien ſich gründlich gelangweilt Fabel SÖ 1 her? elle O 0 f 71 360) Or dies dae de Stelle weiſtoe 100 Donne 10 0 werden der 3 Das Obſt! graben, alt de Wilokautsgrat Galgenbrücke, grenze von O Weide. Det Aufan Ringgraben. 2) Donne Mor kommt das langen zum? Im ſtädliſ zum Gorten, Goſe, im Sa Stadtſchreibere Der Mſang ſchen Bleichga Frledber, Gloßber Verſteige für den inn, 113660 Monte tags um 9 h Butzbach noc des dortigen offentlch an gegeben werd Schreinerar Schloſſerart Olaſerarbel Weißbinder Woranſchläg hir zur Ef Friedber Groß — Sch loſſer. der Re f 90] Min Jeteg un 8 engdungsbl r Aaauſeh Vea eilerraſerne bergeben wen 0 und Ae an jeden 220 8 utßzba ch 4 325 verdrießlicher Gaſt ſaß darin.„Das iſt Stolzenberg, ſo wahr ich lebe,“ rief der Prinz, „geben Sie acht, Putlitz, er wird ſich kapital her⸗ auslügen!“ Und aus dem geöffneten Fenſter rief er hinab: „He Stolzenberg: in aller Welt! wo kommen Sie denn her? meine Seele ſucht Sie ruhig in Berlin und nun trei⸗ ben Sie ſich hier in dieſer gottvergeſſenen Gegend auf der Landſtraße umher?“ „Ach! grüß Sie Gott, Prinz Biron,“ erwiederte Lieu— tenant von Stolzenberg und gähnte wie ein Rieſe,„hoch— erfreut, Sie hier zu treffen. Mir iſt's hundsfatal ergangen. Ich dachte, ich hätte Ihnen geſtern Abend von meiner Ab— ſicht geſprochen, heut hier in der Gegend einen alten Onkel fuühlender und ſondern in Berlin zu ſein. gerfahrt gemacht. hier, Biron?“ „Ich? Kommen Sie doch nur erſt herauf! Nun ich habe mir hier mit meinem Freunde Putlitz ein Randezvous gegeben; wir haben gottvolle Stunden verlebt, bin eben im Begriff, wieder nach Berlin zurückzukehren.“ „Famos das!, rief der neue Ankömmling„dann kann ich ja mit Ihnen fahren, wenn Sie Platz haben.“ Bald darauf fuhr die Droſchke vor und nach dem ſie ſich von dem Landrath und auch von dem Poſtmei.... nein! dieſer Wurdige ließ ſich nicht ſehen, herzlichen Ab— ſchied genommen, fuhren ſie in der heiterſten Laune von der So habe ich eine richtige Metz— Aber was zum Teufel machen Sie denn zu beſuchen, fällt's dem Alten ein,„heut nicht zu Hauſe, Welt nach Berlin zurück. (Düſſ. M.) Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen. Oh Verte i ge pguny g, 1360] Die diesjährige Obſternte wird an nach⸗ bezeichneten Tagen und Stunden an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert, als: 1) Donnerſtag den 20 September, Morgens 9 Uhr anfangend, werden der Verſteigerung ausgeſetzt: Das Obſt von den Baumanlagen am Ring⸗ graben, an der Seewieſe, im kleinen und großen Wildkautsgraben, vom Wartberg bis an die Galgenbrücke, von da bis zur Gemarkungs⸗ grenze von Oberwöllſtadt und auf der Pfingſt— weide. Der Anfang dieſer Verſteigerung Ringgraben. 2) Donnerſtag den 27. September, Morgens 9 Uhr anfangend, kommt das Obdſt von nachſtehenden Bauman— langen zum Ausgebot: Im ſtädtiſchen Bleichgarten in der Vorſtadt zum Garten, im Seegraben, in der Ockſtädter Gaſſe, im Schützenrain, im Haingraben und im Stadtſchreibereigraben. Der Anfang dieſer Verſteigerung iſt im ſtädti⸗ ſchen Bleichgarten in der Vorſtadt zum Garten. Friedberg den 12. September 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Ben dee r. iſt am Verſteigerung von Bauarbeiten für den inneren Ausbaudes Schulhauſes zu Butzbach. [1366] Montag den 24. September, Vormit⸗ tags üm 9 Uhr, ſollen auf dem Rathhauſe zu Butzbach nachſtehende für den inneren Ausbau des dortigen Schulhauſes nöthige Bauarbeiten öffentlich an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden. Schreinerarbeit, veranſchlagt zu 1440 fl. 22 kr. Schloſſerarbeit, 1„ 1055/ 38„ Glaſerarbeit, 1 22 28 2 Weißbinderarbeit, 1„1152% 58% Voranſchläge und Accordbedingungen liegen hier zur Einfſicht offen. Friedberg den 11. September 1855. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg t. Schloſſer⸗ und Weiß binde rarbeit in der Reitercaſerne zu Butzbach. 11390] Mittwoch den 26. dieſes Monats, des Vormittags um 10 Uhr, ſoll auf dem Militär⸗ Verwaltungsbüreau dahier die Anfertigung und der Oelanſtrich von 30 Stück ſchmiedeiſernen Pferderaufen in die Stallungen der hieſigen Reitercaſerne auf dem Wege der Soumiſſion vergeben werden. Muſterraufe, ſowie Voran— ſchlag und Accordsbedingungen können von heute an jeden Tag eingeſehen werden. Butzbach den 15. September 1855. In Auftrag des Verwaltungsraths: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Aepfelverſteigerung. [1391] Donnerſtag den 20. l. Mts, Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen die Gemeindeäpfel, circa 150 Malter, dahier öffentlich verſteigert werden. Wölfersheim den 15. September 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Wölfersheim A ll wohn. Ae pe le t ſte ige züln g. [13921 Dienſtag den 25. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, ſollen die hieſigen Gemeindcäpfel, unge⸗ fähr 100 Malter, in Abtheilungen auf Ort und Stelle gegen baare Zahlung öffentlich verſteigert werden. Södel am 15. September 1855. Wegen Ae ee Södel e i tz. Aepfelverſteigerung. [1393] Freitag den 21. d. M., Nachmittags 1 Uhr, ſollen die der hieſigen Gemeinde gehö⸗ renden Aepfel, circa 50 Malter, an Ort und Stelle in Abtheilungen verſteigert werden. Griedel am 14. September 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Griedel Streb. O bſtverſteigerung. 11394] Dienſtag den 25. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll das der hieſigen Gemeinde gehö⸗ rende Obſt, circa 54 Malter Aepfel, 35 Malter Birnen und eine Quantität Zwetſchen an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Rodenbach den 13. September 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Rodenbach Hetterich. Bekanntmachung. [1395] Die rückſtändigen Holzgelder aus ab⸗ gelaufenen Credits⸗Perkoden ſind Donnerstag und Freitag, den 20. und 21. d. Mts., jedesmal Vormittags von 8-12 Uhr, bei Vermeidung gerichtlicher Mahnung, anher zu bezahlen. Ockſtadt den 14. September 1855. Freiherrlich von Franckenſtein'ſches Rentamt A Age vie x. Bekanntmachung. [1396] Mittwoch den 19. September l. J., Mittags 2 Uhr, ſollen die der hieſigen Gemeinde gehörigen Aepfel, eirca 320 Mltr., öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Der Anfang iſt zunächſt der Zuchthausanſtalt Marienſchloß. Rockenberg den 14. September 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Rockenberg Wettner. Einen großen Kochofen [1397] mit Circulation hat zu verkaufen Fr feder ich Nes. Bekanntmachung. [1398] Mittwoch den 17. Oktober l. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr, ſoll das einſtöckige Wohnhaus nebſt Garten des Jacob Walter zu Dornaſſen⸗ heim in der Gemeindeſtube daſelbſt öffentlich verſteigert werden. Reichelsheim den 14. September 1855. Herzogl. Naff. Landoberſchultheißerei Hilde n brian g O bſtverſteigerung. [1399] Freitag den 21. d. M., Vormittags 10 Uhr, wird das hieſige Gemeindeobſt auf Ort und Stelle in Abtheilungen öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert. Aſſenheim den 14. September 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Aſſenheim Schmid. Aepfelverſteigerung. [1400] Montag den 24. September l. J., von Vormittags 9 Uhr an, ſollen die diesjährigen der Gemeinde Reichelsheim gehörigen Aepfel an Ort und Stelle abtheilungsweiſe verſteigert werden. Reichelsheim den 16. September 1855. Schmid, Bürgermeiſter. Bekanntmachung. [1376] Auf der Bolte'ſchen Backſteinfabrik bei Nauheim ſtehen zwei braune Pferde nebſt Wa⸗ gen und Geſchirr alsbald zum Verkauf. Nähere Auskunft hierüber ertheilt der Werkführer Knaut daſelbſt. . 7 Mobiliar⸗Verſteigerung. [1401] Dienſtag den 25. September l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, läßt der Unter⸗ zeichnete in ſeinem Elternhaus in Aſſenheim gegen gleich baare Zahlung meiſtbietend verſteigern, als: Einige Tiſche, Stühle, Bänke, mehrere gute in Eiſen gebundene Ohmfäſſer, desgleichen drei und zwei Ohm haltende weingrüne Fäſſer, eine Kelter, einiges Tannenholz zum Bauen und vierzig breite Schreinerdiele ꝛc. Aſſenheim 1855. Jacob Schott. Zur Beachtung für Israeliten. [14021 Eßrogim(Paradiesäpfel) billigſt bei Nath. Cahn, isr. Religionslehrer dahier. Meine Wohnung 11403] iſt von beute an bei Friedrich Staubi zunächſt der Eiſenbahn. Friedberg. Britſch, Thierarzt. Ein Mädchen C140 4j] ſucht einen Dienſt als Haus- oder Kin⸗ dermädchen. Näheres zu erfragen bei Herrn Schuhmachermeiſter Heß. 326 1 63 Soolbud Nauheim. Empfehlung. 11405 J Ich beabſichtige hier einige Wochen Un⸗ 6561 J den T 155 wa und Blumenmachen zu er⸗ eilen. mache mich verbindlich, erſteres E A8 binnen 4 Wochen für den Preis von 7 fl. und letzteres binnen 14 Tagen für den Preis von 2 fl. gründlich zu lehren. Ueber den guten Erfolg meiner Lehrmethode liegen bei mir die beßten Zeugniſſe aus mehre⸗ ren Städten zur Einſicht offen. ö Friedberg. K. Schneider e eee 1 1 5 5 1 55 0 eine Wohnung iſt bei Herrn Metzger Weller. im Garten des NHurhauuses, Morgens von 7 bis 8 Uhr, Nachmittags von 3 bis 6 Uhr, aus- 11 5* geführt von dem Rur- Orchester unter Direction des Herrn ö P e e 8 ür die Städte Friedberg und Butzbach Eaümund Neumann. 1 vom 19. bis zum 25. Sptbr. Volks- und Jugendſchriften von Karl Strack.— 1 Im Verlage der Unterzeichneten iſt ſoeben erſchienen und in derſelben zu haben: 5 Brod⸗Preiſe. berg.] bach. 70 2 2 5 kx. pf. kr, pf. Philipp der Großmüthige. 1 Roggenbrod/ Korn⸗ ö 5*—— 1 Ein Vild aus der Reformationszeit, dem Volke und der Zugend„ und/ Gerſenmehl 39 —— 2, 7 7 mitgetheilt 4 e eee 18 1181 don 1 gemiſchtes Brod(Tafelbrod) ½ Korn⸗u. /; Waizenmehlſ 5 151 Karl Strack, 2„e 100 2110 2 Pfarrer und Lehrer zu Oberrosbach in der Wetterau. 4 4„ 21— 21— 5 lh ö Lot t Mit einem Titelbild. Preis 24 kr. 8 migen, 1 302 1 5 * 8—Waſſerwe 39 Ferner von demſelben Verfaſſer:. 2 Gemiſchte(Tafel Brod 404 9— Peter der Große. eee 2 2 7 1 11 5 2 Eine Erzählung für das Volk und die Jugend.„Kühfleiſch, gemäſtetes 11 2011 2 287 5 8.„Rindfleiſch, gemäſtetes 10 210 2 Mit einem Titelbild. Preis 24 kr.„Schweinenfleiſch 10% Der Verfaſſer hat ſich ſchon früher auf dem Gebiete der populären Geſchichtsdar⸗„ Hammelfleiſch 1221 ſtellung verſucht, und iſt von den geachtetſten Zeitſchriften und Volksſchriftſtellern wie Horn,„Schaaflleiſch 7——— Glaubrecht, Laukhardt und Andern aufgefordert worden, weiter auf dieſem Gebiete zu„Kalbfleiſch 5 S arbeiten. Deßhalb hat er auch das Leben der erwähnten Fürſten beſchrieben. Beide ver⸗„Wurſt v. blos Schweinen 17— 17— dienen gerade in unſeren Tagen beſondere Aufmerkſamkeit. Auf Rußland ſind die Blicke„Bratwurſt A 2 von beinahe ganz Europa gerichtet, und Peter der Große war es, der Rußlands Größe„ Geräucherter Speck 3102131 2 zuerſt begründet hat.„Schwartenmagen 18— 18— In dieſem Jahre wird die Säcularfeier des Augsburger Religionsfriedens begangen.„ Dörrfleiſch 211 2 Keine Lebensbeſchreibung kann aber beſſer die damalige Zeit ſchildern als die des edelen„Schinken 23 223 2 Heſſenfürſten, den man den Großmüthigen nennt.„ Schweinenſchmalz, ausgel. 27 227 2 So hofft die Verlagshandlung mit beiden Schriften dem Volke und der Jugend 5 unausgelaſſen 23 2423 2 eine intereſſante und nützliche Leetüre geboten zu haben. Ebenſo werden die Lehrer die⸗„ Nierenfett 232232 ſelben Areebbert beim W gebrauchen können.„[Hammelsfett 16— 116— Friedberg den 15. September 1855. b Die Großherzoglichen Bürgermeiſter C. Bindernagel's Buchhandlung. n de r. Sen 0 4 Frucht⸗ und Mehlpreiſe von nachbenannten Städten und Fruchtmärkten. Waizen Korn Gee r ſt e Haff e r Kartoffeln Mittel⸗ Mittel⸗ Miltel⸗ Miltel⸗ Mittel- Ort und Datum] Auf- Ver- preis Auf- Ver- vbreis Auf- Ver⸗ preis Auf- Ver- preis Auf⸗ Ver⸗ preis g e e e, e auff e kaufte ef fahren 8 fahren 8 fahren 8 fahren 8 fahren— Mltr. Mtr. Pfd. fl. Ikr.] Mltr Mltr. Pfd. fl. er.] Mtr.] Mltr.] Pd. fl. kr.] Mltr.] Mtr. Pfd. fl. kr.] Mltr. Mltr. Pfd. fl. kr. Friedberg, 14. Sept. 1242 1755, 0004140 8% 0 9078 2 4 120 4% 7 200 2448 Butzbach, 14.„ 125% 120¼ 200171419 14% 180 14/280 61½%/ 61/60 9.180 14 14 120 5/601 1 200 245 Vilbel, 7.„281 281 2001742]—— 180—— 70 70 160 8.53 3 3 120 4/30 48 48 200 2430 Altenſtadt, 14.„330 267 2001725 23 3 18013 30 16¼ 5 160 Se ee 200—— Nidda, 14.„— 31 200/1648]— 2 180·3—— 8 1160 835]—— 1120/——1— e Hungen, 14.„ 80 51 20017 300 18 9 18044 30 10, 10, le 80, 0 4%—— 500—— Echzell, 14.„26 25 20017 5012 7% 18014 500 18% 18¼ 160 9 5 7 171200430—— 200—— Grünberg, 15.„246 245 200,17 743(3 18016 20120 120 160 855] 36 36 120 4—— 200.—— Mainz, 14.„— 2001915]- 180 5] 15600 0% 120 Friedberg: Saatkorn verk. 42 Mltr., 17 fl. 4 kr.; Vorſchußmehl aufg. 3, verk. 3, 20 fl. 30 kr. Waizenmehl aufg. 17, verk. 17 15 fl. 35 kr.; Erbſen aufg. 2½, verk. 1, 11 fl.; Saamen aufg. 1½.— Butzbach: Saatkorn 16 fl. 3 kr.; Erbſen 11 fl. 16 kr. Druck und Verlag von C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. fletiums d eine aus. erklärung, Hal, thum Nala dung galhe herzogtum gabe Großderroglüchee det Vorlesungen zu Gießen im befümmt und a tigung. Ju k ſallon der Run einer berichtigen heike vat hei 2 Wenn wünſcht, we Worten ſag ohne Stellu mir, es ohn diente ich ſo lange ich jus Glüded, doe Vaters, ein mir jeder K liche Univen der Profeſſe einen munte und ſo lan, Jorlina iſt heit und Ve und jugendſi ich der Unt todt, er hat alt, bin ich drod mit S meine Stud ein dornige gewiſſe Bln mahnende Ex nihilo Es i len ham hab kinderlos, 1 dle ſſe uns lichen, aber Nüccher W Es kan de Fußtour du meines juge Hoffnungen voſſgſten Ja hung, da gegnen werd