2115 16— 2— 20— 39— 0— 2 rise — 28— 4— 2 12 71 16 1 Hütgermeifter Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. Friedberger Intelligenzblatt. Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum bros Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. ſammen 7 kr. Nu 52. Freitag, den 6. Juli. 1855. Der Guſtav⸗-Adolf⸗Verein. Sountag den 24. Juni wurde die Jahresverſammlung von dem Wetterauer Zweigverein der Guſtav-Adolf-Stif⸗ tung in der Kirche zu Södel gehalten. Trotz des ungün⸗ ſtigen Wetters während der vorhergehenden Tage war der Ort recht feſtlich mit Maien geſchmückt. Die Schulkinder harrten gleichfalls im Feſtſchmuck mit Kränzen und Blumen verſehen, auf die erwarteten Gäſte, beſonders die Glieder des Vorſtandes. Der Sonnenſchein, der auf den regne— riſchen Morgen folgte, half das Feſt verherrlichen. Die kleine, aber im Innern freundliche Kirche, war von Zu— hörern dicht gefuͤllt,— die umliegenden Orte hatten ſolche in großer Anzahl geſendet. Der Ortsgeiſtliche, Pfarrer Breidenſtein hielt über 2. Cor. 4,8,„uns iſt bange, aber wir verzagen nicht, eine allgemein anſprechende Pre— digt. Hierauf erſtattete in Verhinderung des Secretärs, Direktor Dr. Matthias, Pfarr. Strack von Oberrosbach den herkömmlichen Rechenſchaftsbericht. Es war ihm ver⸗ ſtattet, erfreuliche Mittheilungen über das Wirken des evan⸗ geliſchen Bruderbundes machen zu köunen. Zu den beinahe eine Million betragenden Unterſtützungen, welche bis zum vorigen Jahre an bedrängte evangeliſche Gemeinden ver— theilt worden ſind, kamen nach der letzten zu Braunſchweig im September v. J. abgehaltenen Hauptverſammlung noch 117,227 fl. und zwar trotz der herrſchenden Noth 15,000 fl. mehr, als auf der vorigen Verſammlung. Der heſſiſche, oder darmſtädter Hauptverein hat hierzu die Summe von etwa 63,000 fl. geliefert und zu dieſem Betrag der Wette⸗ rauer Zweigverein, wenn die Collecten hinzugeworfen werden, weit über 3000 fl. Im letzten Jahre betrugen die Beiträge 272 fl. 16 kr. und zwar aus folgenden Orten: Beienheim Gfl. 2 kr.; Melbach 8 fl. 48 kr.; Niederweiſel 3 fl. 15 kr.; Södel 5 fl. 3 kr.; Fauerbach II. 2 fl. 41 kr.; Eberſtadt 13 fl. 2 kr.; Friedberg 83 fl. 16 kr.; Oberrosbach 9 fl. 56 kr.; Oſſenheim mit Bauernheim 6 fl. 9 kr.: Staden und Stamm⸗ heim 33 fl. 20 kr.; Altenſtadt 17 fl. 47 kr.; Großkarben 8 fl. 1 kr.; Heldenbergen 3 fl. 48 kr.; Kaſchen 12 fl. 26 kr.; Oberau und Rommelhauſen 8 fl. 14 kr.; Petterweil 4 fl. 43 kr.; Rendel 14 fl. 54 kr. Hierzu kommen noch die Collecten, welche nicht aus allen Orten bekannt waren, da ſie nicht durch unſern Vorſtand eingeſendet werden. Mit dieſen Geldern ſind ſchon gegen 600 Gemeinden unterſtützt worden. Gegen 40 Kirchen hat der Guſtav⸗ Adolf⸗Verein allein mit ſeinen Mitteln erbaut. An vielen Orten hat er erſt evangel. Gemeinden gebildet, wie in un— ſerem Lande, zu Bensheim, Gernsheim, Dieburg, Bingen, Hirſchhorn, Seligenſtadt; beſonders iſt dieſes auch in Rhein— preußen und Weſtphalen der Fall. Auf Anregung unſeres Vereins haben ſich auch in der Schweiz, in Belgien, in Holland, in Frankreich ähnliche Vereine gebildet, welche den bedrängten Glaubensgenoſſen zur Befriedigung ihrer kirchlichen Bedürfniſſe brüderliche Handreichung leiſten wollen. In Preußen wurde eine Jahrescollecte für die in der Zerſtreuung lebenden Proteſtan⸗ ten angeordnet und dieſe betrug in einem Jahre über 30,000 Thlr. Der Eifer für die Sache iſt im Wachſen begriffen, wie ſchon die vermehrte Jahreseinnahme beweiſt. Ein wegen ſeiner Armuth bekannter Flecken(Burgſtadt) in Sach⸗ ſen gab trotz der Theurung 28 Thlr. Auch die ärmſten Bewohner wollten ein kleines Scherflein zu dem großen Werke geben. In Berlin ſchenkte ein Ungenaunter unſerem Vereine eine Erbſchaft von 2800 Thlr. Der König erließ, um dem edlen Geber ſeinen Beifall zu beweiſen, die Erbſchaftsſteuer von 300 Thlr. Als das der Geber hörte, fügte er aus ſeiner Taſche noch 200 Thlr. hinzu, damit die Summe von 3000 Thlr. vollzählig wurde. i Zu Wernigerode im Harzgebirge ſah eine Frau das Bild der baufälligen, nur durch Pfeiler noch aufrecht erhal⸗ tenen Kirche zu Schocken in Preußen. Sie wünſchte zu helfen und hatte doch nicht viel; da gab ſie ein goldnes Kettchen, den einzigen Schmuck, welchen ſie beſaß, mit der Bitte, daſſelbe für die bedrängten Brüder in Schocken zu verkaufen. In gleicher Geſinnung ſchenkte eine Frau in Leipzig einen ſilbernen Pokal, welchen ihr verſtorbener Vater als Ehrengeſchenk erhalten hatte. Aus Paris wurde der armen Gemeinde Oſchen in Preußen ein ſilberner Hoſtienteller überſendet, die Ueber⸗— ſchrift desſelben lautete:„Die armen proteſtantiſchen Arbeiter in Paris den armen Proteſtanten in Oſchen.“ Die Geber leben ſelber nur in den dürftigſten Verhältniſſen, ſie müſſen in dieſer theuren Zeit die Frage aufwerfen:„Woher nehmen wir Brod!“ Doch wollten auch ſie für die ihnen aus Deutſchland gewährte Unterſtütz⸗ ung ihre Dankbarkeit beweiſen und ihre Liebe zur evange— liſchen Kirche bethätigen. In Hildburghauſen wurde eine Jungfrau durch die Mit— theilungen über die Noth ſo vieler evangel. Glaubensgenoſſen ſo ſehr in ihrem Herzen ergriffen, daß ſie den Entſchluß faßte, von ihrer Habe das Liebſte und Beſte dem Vereine zu überlaſſen. Sie ſchenkte demſelben einen ſchönen Garten mit Acker und Wieſe, deſſen Werth auf 800 Thlr. ange⸗ ſchlagen werden kann. Eine andere Frau überreichte eine goldene Kette im Werthe von 28 Thlrn. Man machte den Vorſchlag, dieſelbe zu verlooſen, damit ſie zu einer Kette werde, welche um die Erde reiche. Der Verlooſung ſtellten ſich Schwierigkeiten in den Weg und doch ſollte das Wort von der Verlängerung der Kette, wenn auch in anderer Weiſe erfüllet werden. Als der tief ergreifende Brief, womit die mitleidige Dame das Geſchenk begleitet hatte, in weiteren Kreiſen bekannt wurde, kam eine Gabe nach der andern, ſo daß ſchon in kurzer Zeit mehrere 100 Thlr. als neue Ringe zu der Kette hinzugefügt worden konnten. Es wurde der Be— ſchluß gefaßt, vorlaufig zinsbar anzulegen, was zur Ver⸗ 230 längerung der Kette gegeben war. Nach 8 Jahren ſoll über die weitere Verwendung entſchieden werden, die Kette hat ſeitdem bedeutenden Zuwachs erhalten. Silberne und goldene Medaillen wurden gegeben; weiter eine ſchwere goldene Halskette, ein koſtbarer goldener Ring mit Diaman⸗ ten und mehrere größere und kleinere Geldſpenden. Ueberhaupt iſt gerade in der letzten Zeit eine ganz beſondere Theilnahme der Frauen an dem Vereine hervor- getreten. Es haben ſich an manchen Orten, wie zu Alsfeld, beſondere Frauenvereine gebildet, um durch Geldſpenden, weibliche Arbeiten und dergl. den gottwohlgefälligen Zweck unſeres Vereines zu fördern. Anderwäͤrts, wie zu Berlin, haben die Frauen Concerte gegeben und auf dieſe Weiſe über 4000 fl. zur Verwendung der nothleidenden evangel. Glau— bensgenoſſen aufgebracht. Aehnliches hat in Weſtpreußen eine Pfarrfrau gethan. Da ſie von Gott mit einer vortrefflichen. Stimme begabt worden war, wollte ſie dieſelbe für die Nothleidenden unſerer Kirche verwenden und brachte in mehreren Städten anſehnliche Spenden zuſammen. Wie auch aus etwas Kleinem, etwas Großes werden kann, davon ſei nur noch die Kirche zu Roſenberg in Schleſien zum Beweiſe erwähnt. Der dortige Kreisrichter, Knoblauch mit Namen, hatte einen wahren Hunger, das Wort des Herrn zu hören. Er verpfändete ſelbſt ſein ei⸗ genes Vermögen um die erſten Unkoſten einer kirchlichen Einrichtung für ſich und ſeine Glaubensgenoſſen zu be⸗ ſtreiten. Bei der Hauptverſammlung zu Eiſenach erſchien der angenommene Prediger, um das Mitleid mit ſeiner neugebildeten Gemeinde rege zu machen. Die Umſtände erlaubten es nicht, ſeine dringende Bitte zu gewähren. Einer der Anweſenden gab ihm den Rath eine Pfennigſammlung zu veranſtalten, ob nicht auf dieſe Weiſe die erforderlichen 3 Millionen Pfennige zuſammengebracht werden könnten. Er that es mit dem Wahlſpruch: Mein Roſenberg iſt glücklich dran, Wenn Pfennig es erhalten kann. Es kam ein Pfennig nach dem andern. Das Häuf⸗ lein wurde größer und am 11. Mai 1853 wurde die neu⸗ erbaute Kirche eingeweiht. Zu gleicher Zeit ſchenkte die arme Gemeinde 5400 Pfennige für die bedrängten Evangeliſchen in Weſtphalen. Wie viel aber auch geſchehen iſt, um die kirchlichen Nothſtände armer evangeliſcher Gemeinden zu beſeitigen, wer ein Herz für die Bruder hat, darf nicht im Wohlthun ermüden. Ueber 2000 oft recht dringende Bittgeſuche liegen dem Centralvorſtand in Leipzig zur Berückſichtigung vor. Und was ſollte aus den neugebildeten Gemeinden werden, wenn ſie nicht fortwährend Unterſtützung erhielten? Beſonders groß iſt die Noth in Böhmen und einigen Theilen Schleſiens, wo im 30jährigen Kriege den Proteſtan⸗ ten alles Kirchengut entzogen wurde. In Poſen müßten noch 300 Geiſtliche angeſtellt werden, wenn die Bedürfniſſe einigermaßen befriedigt werden ſollen. In Ungarn ſind die Proteſtanten durch den unſeligen Krieg in außerordentlichen Schaden gekommen. Hülfe thur dringend Noth. Auch in unſerer Nähe ſtreckt manche Gemeinde bittend die Hände nach uns aus und ruft? Nehmt euch der heiligen Nothdurft an! Röm. 12, 13. Eine Wechſelſchuld. (Fortſetzung.) Der junge Werkführer vernahm die Worte, und wie von Furien geplagt eilte er zur Thür hinaus.— Bald darauf ſtand Friedrich in dem Zimmer des Fabrikherrn. Hedwig trat dem Stürmiſchen mit gewinnender Grazie entgegen. Sie ſchien die Erregtheit des Eingetretenen gar nicht zu bemerken, und ſuchte die Abweſenheit ihres Bruders auf jede mögliche Weiſe noch zu verlängern. Endlich jedoch vermochte ſie den Erregten nicht länger hin⸗ zuhalten, alle Mittel der Koketterie wollten nicht anſchla⸗ gen, und es war ein Glück für Beide, daß der Fabrikherr eintrat und der Sache eine andere Wendung gab. Mit Heftigkeit trat Friedrich dem Herrn entgegen, der aber fragte freundlich:„Was führt Euch ſo ſchnell zu mir zurück, Werkfuͤhrer?“ Im Herzen wußte er den Grund des Kummers, Hedwig hatte ihre Geheimniſſe mit denen des Bruders längſt vertauſcht. „Mit Vergunſt, ich komme mit einer Bitte!“ ſprach der Angeredete, mit äußerer gezwungener Ruhe. „Und die wäre?“ „Ich brauche Geld! „Gut! Warum ſagtet Ihr mir dies heute nicht gleich? „Hier ſind zehn Thaler.“ „Das genügt nicht, Herr!“ „Nicht 2“ „Ich bedarf des Ganzen. Ihnen anſtehen habe laſſen.“ „Alles? Wie viel iſt's?“ „Mit dem bis heut verdienten habe ich hundertund— zehn Thaler zu fordern.“ „Richtig! So iſt's! Und Ihr müßt das Geld ſogleich haben?- „Ja, Herr! Ich wünſchte es ſofort zu erhalten.“ „Das thut mir leid, Werkführer! Kommt morgen, bin heut nicht bei Kaſſe. Die Zeiten ſind ſchlecht.“ „Thut mir leid, Herr! Ich bedarf des Geldes ſofort; Sie verſprachen mir daſſelbe prompt auszuzahlen.“ „Nun ja, morgen!“ Morgen iſt's zu ſpät! Wollte Sie bitten, mir einen Wechſel dann auszuſtellen, wenn Sie das Geld etwa nicht haben ſollten!“ „Einen Wechſel?«“ fragte Waidmoſer erſtaunt;„was fällt Euch ein, Werkführer, bin ich nicht ſicher? Einen Wechſel Euch auszuſtellen? Daß ich ein Thor wäre! Aller Welt kund thun, daß ich meinem Werkführer ein Bagatell von hundert Thaler ſchulde?“ Der Fabrikherr wandte ſich zum Gehen, er ſchien die Sache als abgemacht zu betrachten; doch der Werk⸗ führer vertrat ihm den Weg und ſagte mit einer Stimme, der man die innere Erregtheit anmerkte:„Noch ein Mal, Herr, ich bitte Sie um mein Geld!“ „Morgen, Werkführer!“ „Nein, heute, Herr! Sie ſind im Beſitz der Summe, und ſollte dies nicht ſein, ſo ſind Sie im Beſitz eines Wechſels, den ich an Zahlungsſtatt annehme.“ „Ich wäre im Beſitz eines Wechſels?“ fragte ſchein⸗ bar verwundert der Fabrikherr, daß ich nicht wüßte!“ „Beſinnen Sie ſich, Herr! Der Wechſel lautet auf hundertundzwanzig Thaler, hundertundzehn Thaler habe ich zu fordern, hier ſind die fehlenden zehn!“— Mit dieſen Worten holte der Werkführer die genannten zehn Thaler aus der Taſche und hielt ſie dem Herrn hin. Der aber ſchien dies Alles nicht begreifen zu wollen. Scheinbar ruhig ſprach er:„Ich verſtehe Euch nicht, Werkführer! Seid ſonſt ſo klar in Euren Worten, heut ſprecht ihr mir in Räthſeln.“ „Wenn das iſt,“ lachte verzweifelnd der Angeredete, „ſo will ich deutlicher ſprechen: Sie ſind im Beſitz eines Wechſels, den eine gewiſſe Erdmuthe, die Sie kennen werden, ausgeſtellt. Dieſen Wechſel wollen Sie verſchen⸗ ken, zerreißen, wenn die Ausſtellerin Ihren Wünſchen ſich geneigt zeigt. Erdmuthe wollte ihre Ehre nicht verkaufen, Alles Geld, das ich bei aber ihr Bräutigam will den Wechſel mit ſeinem Gelde einlöôſen!“ „Mögen. ich hölle e dem ich ei dies zu k die des N Der „Nun, ſo Geld an e Der mich zum „Wi ein,„o Morgen verſchont wort ahzu Der A Jcge, abgegeber indem ſit doch Eur habt, vei N0 ſich niebe hinaus. Es er den V vergeben ſich nicht eilte er gingen g und doch lich eine ſuchen u — Hof 032) Pon ht, wird in Hofralthe n Friedben Großhe Großh 5 8 dert int morgen, echt. des ſofort; bitten, mir Geld etwa unt;„was er? Einen wäte! Aller ein Bagatell en, er ſchien 9 der Werk⸗ ner Stimme, ich ein Mal, der Summe, Beſſt eines 231 i Der Fabrikherr ward einen Augenblick bleich, doch ſofort ſich faſſend ſprach er:„Gratulire! Hättet Ihr mir das doch früher geſagt! Ein hübſches Mädel, die Erd— muthe! Schade, den Wechſel hab' ich nicht mehr!“ Friedrich ward bleich. Zitternd rief er!„Sie haben den Wechſel nicht mehr? Wer hat ihn erhalten?“ „Der Jude Nathan!“ 5 „Der 2! Der aͤrgſte Blutſauger! Wehe Ihnen, Herr, wenn Sie es thaten, um Ihre Rache zu kühlen. Nun aber geben ſie mir mein Geld, ich brauche es!“ Waidmoſer trat einen Schritt näher, er legte ſeine Hand auf die Schulter des Werkführers, zutraulich ſprach er:„Friedrich ſeid kein Narr! Werft Euer Geld nicht fort. Was liegt daran, ob ſolch ein Wechſel bezahlt wird oder nicht. Geſchieht es nicht, nun ſo wird Concurs eröff— net; die Bude wird geſchloſſen und die Gläubiger theilen ſich in die Habe. Behaltet Euer Geld; laßt die Sache gehen, wie ſie will. An der Perſon wird ſich Niemand vergreifen.“ „Nicht alſo, Herr!“ ſprach gelaſſen der Werkführer. „Mögen Sie über dieſe Sache denken wie Sie wollen; ich halte es für meine Pflicht, dies Geld zu zahlen, nach— dem ich es verſprochen; und halte um ſo mehr für nöthig, dies zu thun, nachdem der Wechſel in ſolche Hände, wie die des Nathan gegeben wurde.“ Der Herr ward unwillig. Entrüſtet ſprach er: „Nun, ſo zahlt das Geld, wenn Ihr es habt; werft Euer Geld an eine Dirne fort, mich ſoll's nicht kümmern!“ Der Werkführer brauſte auf!„Herr, treiben Sie mich zum Aeußerſten! Ihr Thun und Handeln..“ „Wollt ihr dies etwa meiſtern?“ fiel der Fabrikherr ein,„ſo betrachtet Euch als entlaſſen aus der Fabrik. Morgen erhaltet Ihr Euer Geld, heute nicht! Uebrigens verſchont mich mit Eurer Liebe!“— und ohne eine Ant— wort abzuwarten, ſchritt er zur Thür hinaus. Der Werkführer ſchien nicht abgeneigt, dem Herrn zu folgen, doch Hedwig, die bisher eine ſtumme Zuhörerin abgegeben, trat ihm höhniſch lächelnd entgegen und ſprach, indem ſie ebenfalls zur Thür hinaus ſchritt:„Grüßt mir doch Eure Braut, Werkführer! Und wenn Ihr Hochzeit habt, vergeßt nicht, mich einzuladen!“ Noch einen Augenblick ſtarrte der junge Mann vor ſich nieder, dann aber ſchrack er auf und eilte zum Hauſe hinaus. Es war bereits Abend geworden. Mechaniſch ſchlug er den Weg zu dem alten Nathan ein. Sein Gang war vergebens; der Sabbath hatte begonnen, der Jude ließ ſich nicht ſprechen. Troſtlos, von banger Ahnung erfüllt, eilte er der Wohnung der Geliebten zu.— Die Leute gingen auf den Straßen ſo geſchäftig wie ſonſt einher, und doch ſchien es dem Friedrich, als wäre die Welt plötz— lich eine andere geworden. Wo ſollte er Rath, Hülfe ſuchen und finden? Sein einziger, wahrhafter Freund war ſein alter, früherer Meiſter und der war ſelbſt nur arm. Troſtlos ſchritt er der Wohnung der Geliebten zu. Jetzt war er wieder am Hauſe, jetzt an der Thür— wie ſo anders war es vor einigen Stunden, als er ein freudig Wiederſehen zu feiern gedachte; wie elend fuͤhlte er ſich jetzt! Nun hatte er die Thür zu ihrem Zimmer erreicht— ſie war ver⸗ ſchloſſen. Alle Thüren ſind zu. Er klopft! Niemand antwortet. Stärker, heftiger pocht er an die Thur. Sollte Erdmüͤthe jetzt ausgegangen ſein? ſollte ſie in ihrer Angſt ihn nicht erwartet haben? Er klopft noch ein Mal— ſtärker— ſtärker! Da öffnet ſich eine Thür im Neben⸗ gebäude, Erdmuthens alte Aufwärterin erſcheint. Sie er— ſchrickt, als ſie den Klopfer erkennt.„Ach, Ihr ſeid es junger Herr?“ ſpricht ſie traurig. Der aber ſagt haſtig: „Und wo iſt Erdmuthe?“ Die Alte ſpricht erſtaunt, betrübt:„Wißt Ihr es nicht? Ach, die gute Mamſell!“ „Was iſt mit ihr? Redet, redet!“ „Kaum war't Ihr, junger Herr, vor Kurzem fort⸗ gegangen, da kam der Nathan, zeigte ein Papier, verlangte Geld, und als er dies nicht erhielt..“ „Nun, Ihr ſchweigt! Als er das Geld nicht er⸗ hielt.?“ „Holte er einen Herrn vom Gericht. verſiegelt, und die gute Erdmuthe—“ Nun? ſprecht es aus, martert mich nicht länger!“ „Sitzt im Schuldgefängniß.“ „Das war ein bitkteres, truͤbes Wort. Dem Fried⸗ rich wollten die Sinne ſchwinden, mühſam hielt er ſich aufrecht, mechaniſch ſchwankte er auf die Straße hinaus. Das Liebſte, was er auf Erden hatte, war der Freiheit beraubt; Erdmuthe, die ſo fleißig, ſo emſig gearbeitet, ſaß im Gefängniß! Mechaniſch ſchwankte Friedrich die Straßen entlang, lange, lange blieb er vor dem Hauſe ſtehen, in dem ſe in Liebſtes nun gezwungen weilte. Jeder Vorübergehende ſchien ihm glücklicher zu ſein, als er ſich fühlte; er glaubte Jeder müſſe es ihm anſehen, wie ſo grenzenlos elend er geworden; er beneidete den geringſten Arbeiter, der nach Hauſe eilte, um ſeine Freiheit. Der konnte ſeinen Kum⸗ mer, ſeine Sorgen, ſeine Freude, ſeine Luſt ſeiner Frau, ſeinen Kindern mittheilen— er mochte nicht nach Hauſe — er fand ja Niemand daheim, dem er ſein Leiden hätte klagen können. Und ſtiller, ſtiller ward es auf den Stra⸗ ßen. Die Wächter begannen ihre Runde, mancher Müde ſuchte und fand die Ruhe. Der junge Werkführer mochte nicht nach Hauſe gehen, es gährte in ihm, Ruhe fand er nicht. Jetzt ſtand er vor der Wohnung ſeines alten, red⸗ lichen Meiſters, des Schloſſers Wildhahn; die Fenſter wa⸗ ren dunkel, der alte Mann war zue Ruhe gegangen. Wei⸗ ter, weiter ſetzte der Ruheloſe ſeinen Fuß. (Fortſetzung folgt.) Es ward Alles Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen. Hofratlthe-⸗Verſteigerung. [932 Montag den 9. Juli, Morgens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe nachbeſchriebene zum Nachlaß der dahier verſtorbenen Elias Neuburgs Wittwe gehörende Hofraithe meiſt⸗ bietend verſteigert, als: Ord.⸗Nr. Flur Nr. des Grundſtücks UIlftr. 1 2 521 470 Hofraithe in der Judengaſſe. Friedberg den 26. Juni 1855. f In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg: Großberzogliches Ortsgericht Friedberg Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Holzverſtei gerung. 1961 Dienſtag den 10. Juli l. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen im Gräflichen Walddiſtricte Oberforſt, nahe bei Bönſtadt: 190 Stecken Eichen⸗Schälprügelholz und 4500 Stück Eichen⸗Wellen öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Schloß Ilbenſtadt den 30. Juni 1855. Gräflich von Leiningen⸗Weſterburgiſche Rentei Bernhardt. Wieſen⸗Verſteigerung. 19361 Dienſtag den 10. Juli, Morgens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe, Folge Beſchluſſes des Stadtvorſtandes, nachſtehende in der Gemarkung Steinfurt liegende, dem Auguſtiner Schulfond dahier gehörende Wieſe meiſtbietend verſteigert, als: Pag. u. No. Nuthen Klafter. 1223 33 61-121 Wieſe hinter dem Mühl⸗ berg an der Pfarrei Oppersbofen und Frei⸗ herrn von Wieſenbütten in Frankfurt a. M. Friedberg den 26, Juni 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Ben dee. Frucht verkauf. 5 1959] Dienſtag den 10. Juli l. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, werden von dem Gräflich Solms⸗ Rödelheim'ſchen Speicher zur Neuherberge circa 100 Malter Korn und e e, Gerſte in kleinen Parthien, in der Wohnung des Gräflichen Fruchtmeſſers Arnold zu Niederwöll⸗ ſtadt, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Aſſenheim den 30. Juni 1855. Gräflich Solms⸗Rödelheim'ſche Rentei das. Immobiliar-Verſteigerung. 1971] Montag den 16. Juli, Morgens um 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die den Chriſtian Böhmer'ſchen Eheleuten dahier gehö⸗ renden Immobilien, wie ſolche in den Intelli⸗ genzblättern Nr. 27, 30 und 34, Inſerat 435, l. J. beſchrieben ſind, meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 4. Juli 1855. In Auftrag l Großherzoglichen Landgerichts Friedberg: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Güter ⸗ Verpachtung. 19721 Donnerſtag den 19. Juli, Morgens um 10 Ühr, werden nachfolgende, dem Hospital zum heiligen Geiſt dahier gehörende, in den Gemarkungen Wölfersheim und Melbach lie⸗ gende Güterſtücke vom 22. Febr. 1856 an auf weitere zwölf Jahre meiſtbietend verpachtet, mit dem Anfügen, daß jedes Gut für ſich der Verpachtung ausgeſetzt wird, als: A. Gemarkung Wölfersheim: 1) 130 Morgen, 3 Viertel, 33 Klafter Ackerland, 2) 9 Morgen, 3 Viertel, 85 Klafter Wieſen; B. Gemarkung Melbach: 3) 41 Morgen, 2 Viertel, 1 Klafter Acker⸗ land und 4) 2 Morgen, 2 Viertel, 19 Klftr. Wieſen, Großherzoglichen Maaßes. Friedberg den 4. Juli 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. ——— 232 Martin Schneidt gehörenden Hofraithen meiſt⸗ bietend verſteigert, als: 0 Ord.⸗Nr. Flur. Nr. d. 1 UhHlftr. 2 271 1 74 Hofraithe in der Stadt, Ord.⸗Nr. Flur. Nr. d. Grundſtücks.[IKlftr. 2 2 271 0 Hofraithe in der Stadt. Friedberg den 3. Juli 1855. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Braunkohlen⸗Lieferung. 1976] Montag den 9. Juli, Nachmittags um 2 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Anlie⸗ ferung von 400 Centner Braunkohlen für die ſtädtiſchen Schulen an den Wenigſtnehmenden verſteigert. Friedberg den 3. Juli 1855. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg Be nd et Holzverſteigerung. [977] Montag den 9. dieſ. M., Morgens 9 Uhr, ſollen in dem Frhl. v. Löw'ſchen Walde dahier, Diſtrict Eichwald: 4525 Stück Eichen⸗Lohholz-Wellen, 3600„ Buchen- und Birken-Wellen, 4 Stecken Eichen-Prügelholz, 9 Stück dergleichen Deichſeln und 11 Eichen⸗Werkholz-Stämme— 145 Cubikfuß öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Steinfurth den 3. Juli 1855. Der Frhl. v. Löw'ſche Revierförſter Weigand. Waldſtreuverſteige rung. 19781 Mittwoch den 11. Juli. l. J., des Vor⸗ mittags um 8 Uhr, ſollen im Oberrosbacher Gemeindewald, Diſtrict Hoheburg, 133 Haufen Streu öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Der Anfang iſt am Hühnerpfad. Oberros bach den 4. Juli 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Oberrosbach Blech er. Güter Verpachtung. [973] Die in den Gemarkungen Niederwöll⸗ fiadt, Dorheim, Schwalheim und Rödgen lie⸗ genden, dem Auguſtiner Schul⸗Fond dahier ge⸗ hörenden Güter, welche Petritag 1856 leihfällig werden, ſollen an dem unten näher bezeichneten Tage und zu den beſtimmten Stunden auf einen weiteren Zeitraum von 12 Jahren in hieſigem Rathhaus meiſtbietend verpachtet wer⸗ den, mit dem Anfügen, daß das in der Ge⸗ markung Niederwöllſtadt liegende Gut parzellen⸗ weiſe der Verpachtung ausgeſetzt wird, als: Dienſtag den 17. Juli, Morgens 9 Uhr, die Güterſtücke in den Gemarkungen Dorheim, Schwalheim und Rödgen und an demſelben Tage, Nachmittags 2 Uhr, die Güterſtücke in der Gemarkung Niederwöllſtadt. Friedberg den 3. Juli 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Frucht ⸗Verſtei gerung. 1974 Freitag den 13. Juli, Nachmittags 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrathe des vereinigten Armenfonds da⸗ hier 60 Malter Korn und 20» Gerſte zweimalterweiſe meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 3. Juli 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Hofraithe⸗Verſteigerung. 19751 Donnerſtag den 20. Auguſt l. J., Mor⸗ gens 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die den hieſigen Bürgern Johannes Zobel und Kir ſchenverſteigerung. [9791 Samſtag den 7. Juli, Vormittags 9 Uhr, ſoll auf dem Ilbenſtädter Chauſſeehaus die Kirſchenerndte auf der Straße von Niederwöll⸗ ſtadt über Ilbenſtadt in der Richtung nach Kaichen nochmals öffentlich verſteigert werden. Friedberg den 4. Juli 1855. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. J. V. d. Kreisbaumeiſters Amelung, Baukandidat. Bekanntmachung. [980] Montag den 9. Juli, Nachmittags 1 Uhr, ſoll auf dem Oſſenheimer Jagdhauſe das Fahren von 8 Cubklftr. Mauerſteinen und 8 1 Kies aus dem Bruche bei Fauerbach auf den Gräfl. Solms⸗Rödelheim'ſchen Oekonomiehof zu Beien⸗ heim an die Wenigſtnehmenden in Accord ge⸗ geben werden. Bauernheimek Bergwerk, 4. Juli 1855. L. Stor ch. Verſteigerung zu Staden. 1982] Nachdem der Herr Rentier Joſ. Guffanti Sohn aus Cöln ſein ſeitheriges ſelbſt bewirth— ſchaftetes Gut verkauft: ſo ſoll Donnerſtag den 12. d. M. und die ſolgenden Tage, jedesmal Morgens 9 Uhr anfangend, auf dem Oeco⸗ nomie⸗Hof zu Staden ſämmtliches Oeconomie⸗ Inventar an den Meiſtbietenden gegen baare Zahlung verſteigert werden und zwar: 5 Pferde, worunter 3 Birkenfelder trächtig, 6 Kühe, 1 Rind, 2 Zuchtſchweine, 4 Läufer, jährig, 5 der⸗ gleichen J½jähr., 2 Niederländer Karrn⸗Pflüge, worunter 4 Cölner, 2 Schwab- und Wende⸗ pflüge ſind, Eggen, Walzen, verſchiedenes Pferdegeſchirr, Haus, Küchen⸗, Scheuer⸗, Stall⸗ und Feldgeräthſchaften aller Art. Auch wird eine bedeutende Quantität Bauholz dem Ver⸗ kaufe ausgeſetzt. Der Anfang der Verſteigerung beginnt mit den Pferden. Kaufluſtige können jeden Tag Einſicht nehmen. Auskunft ertheilt Herr Oeconom Hammel Jun. zu Staden. Arbeits ⸗Verſteigerung. [983] Montag den 9. d. M., Morgens 9 Uhr, werden in dem Bureau des Unterzeichne⸗ ten nachſtehende Arbeiten und Lieferungen an die Wenigſtnehmenden öffentlich verſteigert: 1) Planier⸗ und Chaufſirarbeit veranſchlagt zu 45 fl., 2) Die Anlieferung von 5 Cbklftr. Chauſſir⸗ ſteinen, veranſchlagt zu 135 fl., 3) Dieſelben aufzuſetzen, veranſchl. zu 6 fl. Ober wöllſtadt den 2. Juli 1855. Großherzogliche e Oberwöllſtadt i e l. Arbeits ⸗Verſteigerung. [984] Donnerſtag den 12. Juli, Nachmittags 2 Uhr, ſollen auf hieſigem Rathhauſe behufs der Einfriedigung des Pfarrgartens nachfol⸗ gende Arbeiten an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden: Maurerarbeit, veranſchlagt zu 18 fl.— kr. Steinhauerarbeit, 10„ 126„ 51„ Schreinerarbeit,„„ 109„ 25„ Schloſſerarbeit, 17 1 17 18„ Der Voranſchlag liegt auf hieſiger Bürger⸗ meiſterei zur Einſicht offen. Petterweil den 3. Juli 1855. Für den Kirchenvorſtand: Kalbhenn, Pfarrer. Arbeits⸗Verſteigerung. 1985] Mittwoch den 11. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſollen bei Gaſtwirth Huth zu Langen⸗ hain zur Erbauung eines neuen Holzſchoppens in der Schulhofraithe folgende Arbeiten in Accord gegeben werden: b Maurerarbeit, veranſchlagt zu 25 fl. 15 kr. Zimmerarbeit, 1 10 11% 44„ Steinhauerarbeit,„ 15 3 7 12„ Dachdeckerarbeit,„„ 24„ 56„ Ziegenberg am 4. Juli 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Langenhain Ru m v Ein Log is [981] im dritten Stocke hat zu vermiethen Ch. Weckerling, Schloſſermeiſter. Ein braves Lauf mädchen 1986] wird geſucht. Wo? ſagt die Expedition dieſes Bl.. Gemalte Rouleaux und Bronse- Waaren 1835] ſind ſtets ſehr ſchoͤn und billig z u haben bei David Grödel Söhne, Eiſenhandlung. Generale Agenten nag die 4 eine Enis Der gungen,! Fri Die 1988] übe Lande, In! duch de Ju U in Früh. 16. Nov auf Weh eye elbe 7 1427 Für werden 5 rie 8 a = S2 chmee 1 18 fl.— k. 126 51 1 hue⸗ 233 Die Magdeburger Hagelverſicherungs-Geſellſchaft conceſſionirt durch Allerhöchſte Cabinets-Ordre vom 24. April 1854, Grundcapital: Fünf Alillionen Jwei Hundert Künßzig Tauſend Gulden, 19871 übernimmt zu billigen, feſten Prämien Verſicherungen gegen Hagelſchaden auf Bodenerzeugniſſe aller Art, als: Getreide, Gräſereien und Futterkräuter, Hülſenfrüchte, Oel- und Handels⸗Gewächſe, Kartoffeln, Rüben, Sämereien, Tabak, Hopfen, Wein, Obſt u. dgl., auch auf Gärtnereien und Fenſterſcheiben. Mit der Magdeburger Feuerverſicherungs⸗Geſellſchaft ſteht dieſelbe in der innigſten Verbindung; deren General⸗ Bevollmächtigter iſt zu gleicher Zeit ihr verwaltender Director; mit wenigen Ausnahmen ſind die Agenten der Magdebürger Feuerverſicherungs⸗Geſellſchaft auch die Agenten der Magdeburger Hagelverſicherungs⸗Geſellſchaft. Die Prämien ſind feſt, Nachzahlungen darauf finden alſo unter keinen Umſtänden ſtatt. Wird die Verſicherung auf fünf Jahre oder länger genommen, ſo gewährt die Geſellſchaft einen anſehn⸗ lichen Rabatt, der alljährlich von der Prämie abgerechnet wird. Die Entſchädigungen werden ſtets prompt, und ſpäteſtens binnen Monatsfriſt nach Feſtſtellung des Scha— dens baar und voll ausgezahlt. Als Beweis des Vertrauens, mit welchem das landwirthſchaftliche Publikum der Anſtalt entgegengekommen iſt, mag die Mittheilung dienen, daß im vergangenen Jahre 10,058 Verſſcherungen geſchloſſen und an 1488 Beſchädigte eine Entſchädigungsſumme von 128,303 Gulden gezahlt wurde. Der unterzeichnete Agent nimmt Verſicherungs-Anträge gern entgegen, und wird über die Grundſätze und Bedin— gungen, unter welchen die Verſicherungen abgeſchloſſen werden können, jede zu wünſchende Auskunft bereitwilligſt ertheilen. Friedberg im Juli 1855. Jacob Hanau, Agent der Magdeburger Feuerverſicherungs⸗Geſellſchaft und der Magdeburger Hagelverſicherungs-Geſellſchaft. Die Magdeburger Feuerverſicherungs-Geſellſchaft mit einem Grundkapital von fl. 3,500,000 1988] übernimmt zu billigen, feſten Prämien Verſicherungen gegen Feuersgefahr ſowohl in Städten, als auf dem Lande, auf bewegliche und unbewegliche Gegenſtände. In der Billigkeit ihrer Prämienſätze ſteht dieſelbe gegen keine andere ſolide Anſtalt nach, auch gewährt ſie bei Verſicherungen auf längere Dauer bedeutende Vortheile. Zur Annahme von Verſicherungs-Anträgen empfielt ſich Friedberg im Juli 1855. Jacob Hauau, Agent der Magdeburger Feuerverſicherungs-Geſellſchaft. Eine Parterre⸗ Wohnung [990] iſt ſogleich zu vermieten. Das Nähere iſt bei Herrn Gemeinderath Steinhäuſer zu er⸗ fahren. 0 In C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg find ſtets vorräthig: Geſtempelte Haupt ⸗Agentur C. F. Schwarz in Echzell 2 1 l. 8 zur Beforderung von Auswanderern nach. 8 in Verbindung mit J. H. P. Sehröder& Comp., Frachtbriefe Schiffsbefrachter und Kaufleute in Bremen,. fuͤr den Nach New⸗Vork, Baltimore und Philadelphia mitteldeutſchen Eiſenbahnverband. von März bis Dezember, jeden Monat am 1. und 15.; per Buch 26 kr. ——̃— Amerika b 2655 nach New⸗Orleans und Galveſton 1 im Früh jahr vom 15. März bis 15. April, im Herbſt vom 15. Auguſt bis Der neueſte 15. November zu den jederzeit billigſten Ueberfahrtspreiſen 125 0 5 auf großen, eigens für die Paſſagierfahrt bequem eingerichteten Fahrtenplan Bremer Dreimaſtern. 19891 Spezial⸗Agenten werden von vorſtehender Haupt⸗Agentur unter von⸗ Vek 2 theilhaften Bedingungen angenommen. Eiſenbahnen, Dampſſchiffe, 14271 Für die wegen ihrer Vorzüͤglichkeit ruͤhmlichſt bekannte Aae u.. w. 9 ib züglich ö 1 Weſtentaſchen⸗ Format. e* 0 n II e r B 1 e 1 ch Ee Preis 3 kr.— In eleg. Etuis 6 kr. werden fortwährend Beſtellungen angenommen und beſorgt. f Placatformat zum Aufkleben. Friedberg im März 1855. Eduard Ruths. 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Der monatliche Beitrag bei einer Lebens verſicherung von 1000 Thlr. iſt, mit Anſpruch auf Dividenden, wenn der Verſichernde alt iſt: 25 5 35 1 Thlr. 27 Sgr. 2 Thlr. 4½ Sgr. lr. 1 r. 40 45 50 2 Thlr. 24¼ Sgr. 3 Thlr. 9½ Sgr. 4 Thlr. II. Begräbnißgeldverſicherungen von 20 bis 100 Thlr. Minderbemittelte finden hier Gelegenheit ſich ein Begräbnißgeld gegen einen billigen Beitrag zu ſichern, indem ſie bei 20 Thlr. in einem Beitritts⸗ alter von: 8 25 30 35 40 45 50 15 Sg. 6 pf. 17 Sg. 2 pf. 20 Sgr. 23 Sgr. 2 pf. 27 Sgr. 5 pf. 1 Thlr. 2 Sgr. 9 pf. jahrlich zahlen und dabei noch Anſprüche auf Dividenden haben. Vor⸗ theile, welche niemals eine Localbegräbnißkaſſe gewähren kann. III. Ausſteuerverſicherungen für Kinder, die zu ihrem Eintritt bei einem Lehrherrn oder zu ihrer Verhei⸗ rathung oder Etablirung ein Kapital empfangen ſollen, werden mit oder ohne Anſpruch auf Dividende geſchloſſen und fnd die Prämien für die verſchiedenen Verſicherungsarten aus dem Tarif zu erſehen. Der Unterzeichnete empftehlt ſich beſtens zur Vermittelung von Verſiche⸗ rungen und wird ſowohl Proſpecte unentgeltlich verabreichen, wie auch auf jede ſchriftlich frankirte Anfrage die genaueſte Auskunft ertheilen. Gießen im Juni 1855. G. Echternach — Zu verkaufen. 1993) um damit aufzuräumen wird eine ziem⸗ lich große Quantität rein und gut gehaltener Apfelwein pr. comptant à fl. 16 pr. Ohm ab⸗ gegeben bei Ph. Windecker. Reiſe koffer 1994] für Auswanderer, Bett- und Pferde⸗ teppiche ſind neu angekommen bei Me pher Schwarz. Zu verkaufen. 1967] Eine gebrauchte Wiener Caleſche mit Vorderverdeck und Glaschalouſie, in ſehr gutem Zuſtande, iſt für den Preis von 100 Gulden zu verkaufen. 5 Ferner ein ein⸗ und zweiſpänniger Victoria⸗ wagen mit Glasverdeck und lackirtem Leder, ſolid gebaut, ganz neu, ſtehen wegen Mangel an Platz billig zu verkaufen bei Bad Homburg den 1. Juli 1855. a Adolph Grei ß, Hofſattler. Ein Logis 19681 für eine kleine Familie, welches Anfangs Au⸗ guſt d. J. bezogen werden kann, hat zu vermiethen Friedberg den 1. Juli 1855. N C. Wahl, Apotheker. Empfehlung. [965] Unterzeichnete empfiehlt ſich im Waſchen von Glacehandſchuhen. — Frau Kammmacher U ler iſch, wohnhaft bei Herrn Schuhmacher Waas in der Metzgergaſſe. Zum Ausleihen. [969 8000 fl. können durch meine Vermittlung gegen doppelten Güterverſatz ausgeliehen werden und werden auch im Einzelnen Kapitalien ab⸗ gegeben. 5 0 gd Friedberg im Juli 1855. 1 a Jo ſe ph Strauß, in der Metzgergaſſe. In C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg iſt ſoeben erſchienen und zu haben: ad Na u h e i m ſeine Umgebung. Ein Führer für Fremde. Mit einer Karte der Umgegend von Nauheim und einem Plane der Skadt nebſt Andeutung der projectirten neuen Anlagen. Preis 18 kr. Frankfürter Cours vom 4. Juli 1855. Niſtoleen f fl. 934-35 Friedrichsd' rr.% 9 58¼59½ Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 42-43 Rand⸗Ducaten 531-32 20 Frankſtückee% 919/20 ½ Engliſche Souverains,„1141-4¾2 Preußiſche Thaler„1.45 ½— 6% 5 Frankenthaler 4 Peußiſche Caſſenſcheine„ 145/46 Kirchliche Anzeigen. 5. Sonntag n. Trinitat. den 8. Juli. Pfarramtswoche: Hr. Diaconus Baur. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Candidat Grein. Nachmittags: Hr. Diaconus Baur. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Stadtpfarrer Schwabe. Nachmittags: Hr. Candidat Wiener. Druck und Verlag von C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. hell kleuc am Spiele ſo grell, Tolle Sbillet, ö ſpätete! zogen ſin obe mehr! ſtunde ab. Wei Kirche leh ermattet, düsteren 2 ſtaud er. Schulter, gefunden. ein neuer Glück für Vie ganz aud Ne Fe und erlel den Aufl an, er als man worten Aufenthal dem Geſe ſch gesch zu ſein, Aufenthe Laterne! mend hir von alle einzige! Schließe kelheit. bemerkt, ſondern ſch brum lich lehnt, ben um; augen ſchl er eine 9, er im feſt uhr zurüs les Feſtſ er ein leiſ men fragte „Ei nahen en