* * tern, ollner⸗ ing, den, ſtehlt ſich Wiung. e ri J. Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Friedberger Intelligenzblatt. Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petit zeile oder deren Raum 2 kr.; die beiden been Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. fl. 1. 0 kr. N 2. Freitag, den 5. Januar. 1855. Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes. Betreffend: Die Austheilung des Großberzoglichen Regierungsblattes an die Geiſtlichen und Gemeinden des Großherzogthums. Das nachſtehend im Abdruck folgende Ausſchreiben Großherzoglichen Miniſteriums des Innern theile ich Ihnen unter dem Auftrage mit, die hiernach aus den Gemeindekaſſen zu zahlenden 25 kr. auf Art. 108 des Voranſchlags in Ausgabe zu decretiren. Friedberg den 2. Januar 1855. 7 Mü IlI e r. Das Großherzogliche Miniſterium des Innern an die Großherzoglichen Kreisämter. 8 Da dem Grundſatze und der früher beſtandenen Einrichtung nach die Staatskaſſe nur den Abonnementspreis von 3 fl. jährlich für jedes Exemplar des an die Gemeinden abgegeben werdenden Regierungsblatts, keineswegs aber die deßfallſige Couvertgebühr von 24 kr. pr. Exemplar zu übernehmen hat und für dieſe Couvertgebühr keine ſtaats⸗ budgetmäßige Verwilligung beſteht, auf der anderen Seite aber die Verſendung des Regierungsblatts an die Gemeinden unter Couvert dringend nöthig erſcheint, um die einzelnen Blätter vor dem Zerreißen, Beſchmutzen ꝛc. zu ſchützen, ſo haben wir die allgemeine Anordnung getroffen, daß die Verſendung des Großherzoglichen Regierungsblatts an die Ge⸗ meinden auch für die Zukunft vom 1. Januar 1855 unter Couvert, das letztere jedoch nicht mehr auf Koſten der Staatskaſſe, ſondern der Gemeinden erfolgen ſoll, wonach die Staatsverlagsbuchhandlung von G. Jonghaus dahier an— gewieſen und insbeſondere auch dahin inſtruirt worden iſt, die Couvertgebühr von 24 kr. jährlich für jedes Exemplar des Regierungsblatts durch Poſtvorlage von den einzelnen Gemeinden zu Anfang jeden Jahres zu erheben, durch welche Erhebungsweiſe ein Poſtaufſchlag von 1 kr. für das Exemplar Statt findet, in Folge deſſen daher im Ganzen von jeder Gemeinde 25 kr. für das Exemplar an Couvertgebühr zu entrichten ſind. Wir beauftragen Sie, hiernach die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien zur weiteren geeigneten Verfügung zu bedeuten. B. Da l wie g k. Zimmermann. Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. Valentin Müller, Küferburſche aus Seidenroth, Kurf. Heſſ. Juſtiz-Amts Schlüchtern. Mittlere Größe. Haare: dunkelblond. Augen: hell. Naſe: gerade. Bart: röthlich Betrugs. Alter: 31 Jahre. Verfolgt wegen auf Backen und Kinn. Geſicht: oval. Statur: gewöhnlich. Kleidung: Kann nicht näher bezeichnet werden, als daß die Kleidung ſehr abgeriſſen ſein ſoll. Die Mitgift. (Jortſetzung.) So ſchwand der Winter unerwartet raſch herum. Frau v. Altenhof hatte zwar alles Mögliche verſucht, um die Veranſtaltungen Hettich's umzuſtoßen und das alte, flotte Leben wieder zurückzubringen; allein vergebens. Herr Hettich hatte, wohl wiſſend, daß die Gnädige ihren ſchwachen Gatten leicht dazu bewegen könnte, Alles ſo arrangirt, daß derſelbe gar keine Stimme mehr in ſeinen Vermögensan— gelegenheiten beſaß, ſondern ſich jedes Verfügungsrechts be— geben hatte. Die geſammten Einkünfte des Gutes waren verpfändet, um zur raſchen Tilgung der Paſſiven verwendet zu werden, und man geſtattete ihm nur freie Wohnung und hinreichende Bezuͤge an Naturalien von ſeinem Gute, ſammt einer zum ſtandesmäßigen Auskommen vollauf ge— nügenden Jahresrente oder Kompetenz für ihn und den Gatten ſeiner zweiten Tochter. Zur Verwaltung der Guts— einkünfte und des Schuldentilgungs-Fonds aber waren nebſt dem Sachverwalter des Bankiers, welcher die Anleihe gemacht hatte, noch ein anderer unbeugſamer, gerader, biedrer Advokat und Herr Hettich gewählt, an deren zähem Weſen alle Waffen der Bitte und des Trotzes von Seiten der Gutsherrin machtlos abprallten. Frau v. Altenhof erhielt jeden Monat eine ſehr bedeutende Summe der Kom— petenz von Hettich zugeſandt, und niemals auch nur einen Pfennig mehr; dagegen wurden alle Rechnungen über Lieferungen oder beſtellte Arbeiten, welche ſie in Berlin hatte fertigen und durch die Gläubiger ihrem Gatten nach Lindau ſenden laſſen, unerbittlich abgewieſen und den mah— nenden Gläubigern bedeutet, ſie hätten es lediglich mit der Dame zu thun, welche ihnen den Auftrag ertheilt. Dieß hatte die ſtolze, reizbare Frau im höchſten Grade erboſt gemacht und ſie hatte gedroht, nicht mehr auf das Gut zurückkehren, ſondern fortan beſtändig in Berlin wohnen zu wollen,— eine Drohung, welche nur mit Stillſchweigen beantwortet worden war. Nichtsdeſtoweniger aber waren kaum die beſten ſchöͤnen Wochen des Frühſommers in's Land gekommen, als ſie eines Morgens unverhofft mit zweien ihrer Töchter auf dem Gute anlangte. Der Will— komm war jedoch von keiner Seite ein herzlicher, und es ſetzte bald nach der Ankunft ernſte Scenen zwiſchen den beiden Gatten. Zum erſten Mal vermochten die Thränen der ſtolzen Frau, womit ſie ihren Gatten erſchüttern und zur Spende einer neuen Geldſumme behufs einer Badreiſe bewegen wollte, nichts über den ſchwachen Herrn v. Al⸗ tenhof.„Ich kann Dir Deinen Wunſch nicht erfüllen, meine Liebe,“ entgegnete er mit abgewandtem Blick;„das koſtbare Hausweſen von früher hat mich ruinirt, ich habe mich jeder Verfügung über mein Eigenthum begeben müſſen, und ich darf ſelbſt keine neuen Schulden mehr contrahiren, will ich nicht den Namen eines ehrlichen Mannes ver⸗ ſcherzen. Es iſt die höchſte Zeit, daß Du Dich um unſrer Kinder willen in die jetzigen Verhältniſſe fügen lerneſt, denn es muß mit dem eitlen Vornehmthun nun ein Ende nehmen!“ „Aber Deine Schweſter, lieber Franz, kann und wird Dir gerne tauſend Thaler auf Handſchrift vorſtrecken, die wir ihr von den Erſparniſſen des nächſten Winters heimbezahlen können!“ wandte die Baronin ein;„wir müſſen nach Putbus, müſſen dort etwas auf großem Fuße auftreten, und ich zweifle dann keinen Augenblick, ö daß Selindens Verlobung mit dem Baron Panzow zu Stande kommen wird. Die Mutter des Barons billigt dieſe Verbindung, iſt meine Freudin, und wenn wir mit den entſprechenden Atours erſcheinen, ſo zweifle ich nicht, daß das Glück unſerer zweiten Tochter ſich eben ſo ſicher geſtalten läßt, als das Eugeniens.“ Der Baron ſchien halb gewonnen; er war nicht un- empfindlich für die Ehre einer vornehmen Verbindung, und die Panzows galten viel bei Hofe. Da ſah er in dieſem Augenblicke durch das Fenſter Paulinen mit Körben und Flaſchen aus dem Keller überß den Hof daher kommen, und es fuhr ihm wie ein Stich durch's Herz, daß ſie nur auf's Neue unter dieſen Opfern fur ihre Schweſtern leiden müßte. 6 Meine Liebe,, ſagte er haſtig, und wandte ſich nach ſeiner Frau um,— ich will Deine Bemühungen für un⸗ ſere Tochter nicht durchkreuzen, allein Du mußt dieſes Anſinnen perſönlich an meine Schweſter ſtellen. Sie kennt meine Verhältniſſe, ſie weiß, wie mir die Hände gebunden ſind; ſie iſt zu klug, um mir unter ſolchen Umſtänden, und zu ſparſam, um mir dieſe Summen vorzuſtrecken; aber Dir würde ſie vielleicht eher gefällig ſein!“ Er lachte in ſich hinein bei dieſen Worten, denn er wußte, wie wenig hold Frau Schörtel ihrer Schwägerin war, zumal ſie um die leidigen Folgen der verſchwenderiſchen Lebensweiſe der— ſelben wußte. Er hoffte aber, durch dieſes Vorgeben ſich am beſten aus der Schlinge zu ziehen, denn es that ihm in der Seele leid, daß Pauline abermals hinter einer ihrer jüngeren Schweſtern zurückſtehen ſollte. Allein ſchwach und ſchwank wie er war, fand er nicht den Muth zu einer an— dern Erklärung gegen ſeine Frau. Dieſe durchſchaute ihn vollkommen, gab aber die Hoffnung nicht auf, ſeinen Wider— ſtand noch beſiegen und durch ihren Gatten das erſtrebte Ziel ihrer Schwägerin zu erreichen. (Fortſetzung folgt.) Markt⸗Bericht von Friedberg. den 2. Januar. Waizen aufgefahren 312 Malter, verkauft 244, 17 fl. 9 kr.; Korn aufg. 95 verk. 43½, 14 fl. 6 kr.; Gerſte aufg. 37, verk. 24½, 8 fl. 28 kr.; Hafer aufg. 32, verk. 32, 5 fl. 29 kr.; Vorſchußmehl aufg. 17, verk. 7, 20 fl. 10 kr.; Kartoffeln aufg. 2, verk. 2, 4 fl. 10 kr. N. B. Das Malter Waizen wiegt 200 Pfund, Korn 180 Pfd., Gerſte 160 Pfd., Hafer 120 Pfd., Kartoffeln 200 Pfd. Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen. Immobiliar⸗Verſteigerung. 1952] Montag den 15. Januar 1855, Vor⸗ mittags 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe X Braunkohlenverkauf. [1955] Mit dem 1. Januar 1855 beginnt für den Braunkohlenverkanf auf dem Großherzoglichen Braunkohlenbergwerk bei Dorheim eine neue Creditperiode und zwar in der Weiſe, daß für die vom 1. Januar bis zum 31. März 1855 gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft und unter den be— kannten Bedingungen bezogenen Braunkohlen ein Credit zur Zahlung bis zum 30. Juni 1855 geſtattet wird. Die Preiſe der Kohlen ſind bis auf Weiteres die früheren, nämlich für die von Haufen 11 Kreuzer und für die aus Schoppen 12 kr. der Centner, wobei 14 Klötze für einen Centner gerechnet werden. Die Geſchirre, welche auf dem Großherzoglichen Braunkohlenbergwerk bei Do rheim Kohlen laden, genießen den Vortheil, daß ſie bei der Kurfürſtl. Heſſ. Chauſſeegelderhebungsſtätte Nauheim und 0 auch auf allen Großherzoglichen Chauſſeen von der Entrichtung des Chauſſeegeldes befreit find. Dorheimer Bergwerk den 27. Dezember 1854. Großherzogliches Bergamt Dorheim Jäger. Braunkohlenverkauf.* 11956] Die 2. Creditperiode des Jahres 1854 ſchließt mit dem 31. Dezember d. J.— Vom 1. Januar 1855 beginnt eine neue Creditperiode, welche mit dem Ausverkaufe der noch vor⸗ räthigen Braunkohlenklötze endigt. Für die innerhalb dieſer Zeit gegen vorſchriſtsmäßige Bürgſchaft bezogenen Braunkohlen— klötze wird Zahlungsfriſt bis Ende September 1855 geſtattet.. 5 0 Der Preis à Centner iſt 11 kr. Die Braunkohlenfuhren, welche auf hieſigem Bergwerke geladen haben und Oſſenheim paſſiren, erhalten das zu Oſſenheim bezahlte Brückengeld von Gräfl. Controleur Flach bei Aus⸗ händigung des Ladſcheins zurückvergütet. Bauernheimer Bergwerk den 27. Dezember 1854. Gräfl. S.⸗R. Bergverwaltung L. S bo uch. Bekanntmachung. [71 Wegen vermehrter Geſchäfte und im Inte⸗ reſſe der Betheiligten ſelbſt ſind auch hier Zahl⸗ tage eingeführt und auf die Vormittags⸗ ſtunden jeden Donnerſtags und Freitags, wenn, wie es ſich von ſelbſt verſteht, darauf ein Feiertag fällt, feſtgeſetzt worden. Es wird dieſes mit dem ausdrücklichen Bei⸗ ſatze veröffentlicht, daß an anderen Tagen keinerlei Zahlungen, namentlich keine Holzgelder ange⸗ nommen werden können. Ockſtadt am 1. Januar 1855. Freihl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. die zur Verlaſſenſchaft der Caspar Werners Ehefrau dahier gehörenden Immobilien, als: Gemarkung Friedberg und Ockſtadt. Ord.⸗No. Pag. No. Flur No. Klftr. 1. 17/v.2 II. 575 21 Hofraithe in der Stadt, 55 1/v.2 II. 574 15 ½%½ö Grabgarten f daſelbſt, 3. 1787/1—— 120 Ruthen Garten in der 14. Gewann an der Burg Friedberger Grenze an Martin Mondigler zehntſrei, öffentlich meiſtbietend erbabtheilungshalber ver— ſteigert. Friedberg den 27. Dezember 1854. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg: Großberzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Holzverſtei gerung. [ü] Montag, den 8. Januar 1855, werden in den Diſtrikten anderſeits der Schneiſe, längs der Straßheimer Hecken und über der Querſchneiſe an den Meiſtbietenden verſteigert: 70 Stecken Buchen- und 75 Stecken Eichen⸗ Scheitholz; 11 Stecken Buchen⸗ und 7 Stecken Eichen⸗ Prügel holz; 4 Stecken Buchen- und 14 Stecken Eichen⸗ Stockholz; 9487 Stück Birken⸗, 1488„ Buchen-, 861 Eichen-, 6025„ Nadel-, 3813„ Weiden⸗ u. 225„ Ginſter⸗ 8 Wagen Allerleiholz und 10 Stämme Buchen⸗Werkholz von 13 18 Zoll Durchmeſſer und 20—35 Fuß Länge. Wellen; e, fe fene I buchs al neten liche! aufges deige! fälſg bleiben Voller werde! r. 101. 9 9 Uhr mörlen Stelle