Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Friedberger Jutelligenzblatt. u 2 Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum bes Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. e fl. 1. ſammen 7 kr. Dienſtag, den. September. 1855. Der gelehrte Poſtmeiſter. (Fortſetzung.) Der Prinz iſt zwar etwas ungehalten und unmuthig über den fatalen Zeitverluſt und beſchwört den Poſtmeiſter, ſo raſch wie möglich Pferde zu beſorgen, tritt indeſſen derweilen in ein Zimmer der Belletage, während der Poſt— meiſter keinen Augenblick verliert, ſofort den Gensd'arm mit zwei Polizeidienern zu requiriren. Als der Gensd'arm kommt, nimmt er ihn auf die Seite und ſagt zu ihm: „Herr Greif, Sie ſtellen ſich hier vor dieſe Thür und be— wachen den Reiſenden im Zimmer und bürgen mir dafür, daß er nicht entſpringt. Ich habe ſoeben,“ fügt er mit einem verſchmitzt vergnügten, geheimnißvollen Lächeln hinzu, „ein ſauberes Vögelchen, ein ſehr ſauberes Vögelchen ge— fangen.“ Den Jager, der inmittelſt in die unten gelegene Paſſagierſtube eingetreten war, übergab er ſodann den Polizeidienern mit ähnlicher Inſtruction zur Bewachung. „Sodann ließ er ſogleich anſpannen, um dem eine Stunde entfernt wohnenden Landrathe von dem gemachten wich— tigen Fange ſofort ſelbſt ſchuldige Mittheilung zu machen. Der Prinz ging unterdeſſen nichts davon ahnend, daß er einſtweilen unter Polizeiaufſicht geſtellt und inter— nirt ſei, aber in hohem Grade ungeduldig und krittlich über die Verſäumniß,— Warten iſt eben nicht Jedermanns Sache,— im Zimmer auf und ab und griff endlich zu dem allgemeinen Beruhigungsmittel der Gegenwart, die Cigarre, deren lieblicher Duft augenblicklich ſeine Grillen zerſtreute und ihn mit neuer Hoffnung auf das allen Hin— derniſſen zum Trotz doch glückliche Gelingen ſeiner Han— delsreiſe erfüllte.„Sein Vorſprung ſoll ihm doch nichts helfen,“ ſprach er die Hände reibend für ſich,„nun erſt recht nicht, und wenn ich auch noch eine Viertelſtunde hier auf Pferde warten müßte. Wir haben noch zwei Stationen zu fahren mit vielen anhal— tenden Steigungen und Senkungen, bei denen der ſchwere Schnellpoſtwagen nur langſam hinaufklettern und nicht ohne zu hemmen hinabfahren kann, während meine leichte Droſchke mit Courierpferden und obligater Begleitung anſehnlicher Trinkgelder wie ein Gemsböcklein darüber weghüpft. Dazu kommt, daß W. etwa eine Viertelſtunde von der Chauſſee und der Schnellpoſttour ſeitwärts ab— liegt. Dieſe Strecke muß Stolzenberg entweder fahrend oder gehend zurücklegen. Im erſteren Falle muß er Ex⸗ trapoſt nehmen und da er keinen eigenen Wagen bei ſich hat, ſo vergeht hoffentlich einige Zeit, ehe die Poſtchaiſe geſchmiert und zur Fahrt in Bereitſchaft iſt. Geht er die Strecke aber zu Fuß, nun um ſo beſſer!“ und er ſchlug ein ſo helles Schnippchen mit den durchlauchtigen Fingern daß es knallte,„ſo hole ich ihn um ſo raſcher ein, und ſollte ich mit den Trinkgeldern förmlich wüſten!“ Eben ließ ſich vom Hofe her Pferdegetrampel und Wagengeraſſel vernehmen.„Wahrhaftig, da ſind die Pferde ſchon, Glück— auf! nun nehmen ſie ſich zuſammen, Freund Stolzenberg!“ murmelt der Prinz in freudigſter Erregung, dann aber fährt der Wagen vor, in welchem der Poſtmeiſter abfahren will. In dem Glauben es ſei der ſeinige, öffnet der Prinz raſch die Thür, um hinunter zu gehen. Aber— ein Gensd'arm vertritt ihm den Weg.„Halt mein Herr! Sie dürfen dieſes Zimmer nicht verlaſſen!“ „Was? dieſes Zimmer nicht verlaſſen?“ ruft der erſtaunte Prinz,-und warum denn nicht? Wer wird mir's verwehren?“ „Ich mein Herr!“ entgegnet der Gensd'arm mit der ruhigen Entſchloſſenheit ſeines Berufs und legt Hand an ſeine Waffe.„Sie ſind Gefangener.“ „Auf weſſen Befehl?“ ruft der Prinz. „Auf Befehl der hieſigen Ortspolizei,“ entgegnet der Gensd'arm. „Aber mein Gott, Herr Gensd'arm, Sie ſind doch ein vernünftiger Mann, hier findet ſicherlich eine mir höchſt fatale Perſonenverwechslung ſtatt. Ich bin der Prinz Biron, Lieutenant im Königl. Garde-Dragoner— Regimente und ſo eben erſt mit Extrapoſt angekommen.“ „Mag Alles wahr ſein!« entgegnet ruhig der Gens— d'arm,„aber Sie ſind in Civil und tragen des Königs Rock nicht: außerdem habe ich das weder zu unterſuchen, noch zu verantworten. Ich habe den gemeſſenen Befehl Sie zu bewachen.“ „Wenn ich nun aber doch gehe?“ ſpricht der Prinz und macht eine Miene, durch die Thür zu treten. „So muß ich Gewalt anwenden, Sie zu halten,“ entgegnet der Gensarm.„Gut! das ſehe ich ein!“ ſpricht der liebenswürdige Prinz, der glücklicher Weiſe die Sache mit möglichſter Kaltblütigkeit aufnimmt und ihr ſelbſt eine komiſche Seite abzugewinnen ſucht.„Aber,“ fuhr er fort, „wer verwaltet denn hier die Polizei?“ 0 „Der Herr Poſtmeiſter Wunderlich.“ „Nun ſo thun Sie mir den Gefallen, ihn herzurufen oder mich zu ihm zu führen; es kann nur ein mir äußerſt fataler Irrthum zum Grunde liegen, der bald aufgeklärt ſein wird. Ich verſichere Sie, ich habe Eile.“ Aber ehe er ſeine Worte noch geendet, fuhr der Wagen mit dem Poſtmeiſter davon. „Da fährt er eben fort!“ ruft der Gensdarm„und Sie müſſen ſich nun ſchon in Geduld faſſen.“ „Aber ich habe Eile, dringende Eile,“ verſetzt der Prinz, den es wurmte, daß ſein Freund Stolzenberg mit der gewöhnlichen Schnellpoſt früher ans Ziel kommen ſollte als er mittelſt Courierpferden.„Schicken Sie mir meinen Jäger herauf, ich will ihn ſofort zum Landrath ſenden.“ „Thut mir leid! geht nicht mein Herr!“ erwidert der Gensdarm,„der Jäger wird unten ſelbſt bewacht.“ „Verbietet es Ihnen denn Ihre Pflicht, einen Boten mit einigen Zeilen von mir an den Kreis-Landrath zu ſenden, der mich genau kennt?“ „Das glaub' ich verantworten zu können,“ verſetzt der Gensdarm. Und ſofort ſetzt ſich der Prinz und ſchreibt einige flüchtige Zeilen an den Landrath. Ein herbei ge— 306 zufener Burſch wird damit unter Empfehlung möglichſter Eile abgeſchickt. Derſelbe erreichte den Sitz des Land- raths auf dem Fußwege ſchneller als der Poſtmeiſter auf dem weitern, tief ausgefahrenen Fahrwege. Wie ſtaunte der Landrath, als er folgendes Schreiben von der ihm wohlbekannten Hand des Prinzen las: „Lieber Putlitz! Durch den mir unerklärlichen, aber jedenfalls blinden Eifer eines Ihrer Werkzeuge ſitze ich hier ſeit einigen Minuten als Gefangener. Meine Situation iſt freilich mehr komiſch als unangenehm zindeſſen gute Luſtſpiele müſſen, wie Sie als ein Kenner am beſten wiſſen, mit einem Acte beendigt ſein und ſich nicht durch mehrere Acte hindurch⸗ ſchleppen, ſonſt tritt Ermüdung ein. Daher bitte ich Sie, mich bald durch Ihre Vermittlung aus meiner unfreiwilli— gen Haft befreien zu wollen. Ihr Prinz Biron v. l. Narrenſtadt den 14. Nov. 49. Der Landrath wollte ſeinen Augen nicht trauen beim Leſen dieſer Zeilen. Doch er kannte die Handſchrift des ihm nahe befreundeten Prinzen, es war kein Zweifel: Brief und Unterſchrift waren ächt.»Eine vortreffliche Geſchichte das!“ ruft er laut und lacht vergnügt in den blonden Bart hinein;„köſtlicher, einziger Witz von dem fa⸗ moſen Poſtmeiſter! der Queſenkopf wird wahrhaftig meinen Kreis noch in Verruf bringen! Aber es geſchieht dem Bi⸗ ron ſchon ganz recht: anders bekommt man den Herrn nicht zu ſehen, als wenn man ihn ſo bei der Durchreiſe arre— tiren läßt. Einziger Kerl, der Poſtmeiſter! bin begierig was er angeben wird.“ In beſter Laune von der Welt beſtellte er das Anſpannen, um ſofort ſich in eigner Per⸗ ſon auf den Schauplatz der polizeilichen Thaten des Poſt⸗ meiſters zu begeben, und will eben den Wagen beſteigen, da fährt eine Extrapoſt in den Hof. Strahlenden Ange⸗ ſichts und halb verklärt wie ein Poſaunenengel ſpringt der Poſtmeiſter aus dem Wagen, ſtürzt auf den Landrath zu und ruft noch 20 Schritte entfernt mit glorioſer Stimme: „Einen kühnen Griff gemacht, verehrteſter Herr Landrath! Zwei Vögelchen gefangen, Vögelchen von ſeltenſter Art, mit Goldfedern! Sehr verſchmitzte Gauner, aber mich betrügt man nicht; ich habe ſie doch durchſchaut und über— liſtet; ſie ſind wohl verwahrt und aufgehoben. Ein Gens— darm und zwei Polizeidiener halten Wache vor ihren Käfigen. Doch entſchuldigen Sie, verehrteſter Herr Land⸗ rath, daß ich Sie noch gar nicht ſchuldigſt begrüßt habe; Gehor⸗ ſamſten guten Morgen Herr Landrath und Sie haben doch gewiß auch von dem großen Diebſtahl bei dem Herrn Hoflieferanten in Berlin gehört. Nun! die Uebelthäter ſind entdeckt, entlarvt und feſtgemacht und das Schwert der Gerechtigkeit kann walten!“ (Fortſetzung folgt.) An Lehrer und Lehrerfreunde. Vor Kurzem ſtarb im Kreiſe Vilbel ein Schullehrer in den beßten Jahren(er war von 18341837 in Friedberg ausgebildet) und hinter⸗ ließ eine Wittwe mit 4 unerzogenen und einem ungebornen Kinde in den dürftigſten Verhältniſſen. Hülfe thut dringend Noth. Darum die Bitte an alle Lehrer und Lehrerfreunde, um ein, wenn auch nur kleines Scherflein für die armen Waiſen. Die Redaction die ſ. Bl. nimmt jede Gabe an und überſendet ſie zur Verwendung an den proviſoriſchen Vorſtand der heſſiſchen Lehrerwaiſenſtiftung, welcher ſpäter öffentlich über Größe und Verwendung der Gaben Rechenſchaft ablegen wird. Die verehrlichen Redactionen benachbarter Blätter werden um gefällige Aufnahme vorſtehender Bitte gebeten. Bei der Expedition d. Bl. ging ferner ein: Ungenannt 1 fl.; Fr. P. H. 1 fl.; F. aus F. 1 fl.; Lehrer Müller in St. 2 fl.; F W. R. 9 krez Lehrer Bitſch dahier 36 kr.; zuſammen mit den früher ein⸗ gegangenen Beiträgen 7 fl. 9 kr. Um weitere Gaben wird gebeten. Bekanntmachungen von Behoͤrden und Oeffentliche Aufforderung. [1224] Jacob Ratz von Gambach, geb. den 5. Auguſt 1780, iſt ſeit vielen Jahren ab⸗ weſend, und ſein in einigen in Gambacher Gemarkung gelegenen Grundſtücken beſte⸗ hendes Vermögen iſt ſchon vor längerer Zeit ſeinen Brüdern, Andreas Ratz und Jacob Ratz, zur Benutzung überlaſſen worden. Beide ſind unterdeſſen verſtorben und ihre zurückgebliebenen Kinder wollen jetzt die ſe Grundſtücke veräußern. Da nun Jacob Ratz das ſiebenzigſte Lebensjahr überſchritten haben würde, ſo ergeht auf Antrag der genannten Intereſſenten an ihn oder an ſeine etwaigen Descendenten dieſe öffentliche Auf⸗ forderung, binnen einer Friſt von zwei Monaten ſich dahier anzumelden, auch zu legitimiren, oder zu erwartlen, daß Jacob Ratz für ver⸗ ſchollen erklärt und ſein Vermögen den aufge⸗ tretenen Erben ohne weitere Caution überlaſſen wird. Butzbach am 16. Auguſt 1855. Großherzogliches W Butzbach Ebel. Hofraum ⸗Verſteigerung. 11286] Donnerſtag den 6. Septbr., Morgens 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe nachſte⸗ hender, der Stadt gehörender Hofraum, neben den Gebäuden der Bürger Georg Philippi und Heinrich Schutt in der Engelſtraße, meiſtbietend verſteigert, als: Ordn.⸗Nr. Flur. Nr. des Grundſt. UIKlftr. 1 2 372 6% Hofraum in der Stadt. Friedberg den 29. Auguſt 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Bekanntmachung. [1272] Nachdem durch Verfügung des unter⸗ zeichneten Gerichts vom 17. d. M. Johannes Bingel zu Rödgen, Heinrichs Sohn, wegen Geiſtesverwirrung unter Curatel geſtellt und ihm die eigene Verwaltung ſeines Vermögens ent⸗ zogen worden iſt, ſo wird ſolches hierdurch mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Rechtsgeſchäfte nur mit dem beſtellten Cu⸗ rator, Schuhmachermeiſter Georg Wolf da⸗ ſelbſt, gültig abgeſchloſſen, auch Zahlungen nur an dieſen gültig geleiſtet werden können. Nauheim am 22. Auguſt 1855. Kurfürſtliches Juſtizamt Kröber. dt. Schlarbaum. Gras ⸗Verſteigerung. 12900] Das der freihl. Gutsherrſchaft dahier auf 6 Morgen der fiskaliſchen f. g. Markwieſe in Bauernheimer Gemarkung zustehende Grum⸗ metgras wird* Mittwoch, den 5. September l. J., Mittags 12 Uhr, im Solz'ſchen Wirthshauſe zu Bauernheim öffentlich verſteigert. Ockſtadt, 28. Auguſt 1855. Freihl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt. Angerer. Grummetgras⸗Verſteigerung. 113121 Montag den 10. September 1. J., Morgens 10 Uhr, wird das Gemeinde-Grum⸗ metgras in der Beumbach in Abtheilungen öffent⸗ lich an die Meiſtbietenden verſteigert. Oberwöllſtadt den 31. Auguſt 1855. e l. Großherzogliche e Oberwöllſtadt ö i Privat⸗Anzeigen. Main⸗Weſer⸗ Bahn. [13131 Die auf Rüböl, Sparöl, Talg und weiße Seife eingelaufenen Gebote haben die Ge⸗ nehmigung nicht erhalten und wird über: 1) 22000 Pfd. Rüböl, 2) 6000„ Sparxöl, 3) 600„ Talg, 4) 180„ weiße Seife neue Submiſſion auf Freitag den 7. Septem⸗ ber l. J., Morgens 10 Uhr ausgeſchrieben, bis zu welcher Zeit die Gebote verſiegelt an unter⸗ zeichnete Behörde eingereicht ſein müſſen. Nach 10 Uhr eingereichte Gebote können keine Be⸗ rückſichtigung finden. l Gieſſen den 31. Auguſt 1855, Großherzogliche Magazing⸗Commiſſion. In Verhinderung des Vorfitzenden: Daudt, Maſchinenmeiſter. O bſtverſteigerung. 11314] Freitag den 7. d. M., des Vormittags 10 Uhr, ſoll das der hieſigen Gemeinde zu⸗ ſtehende dießjährige Obſt, in etwas Aepfel, Bir⸗ nen und Zwetſchen beſtehend, an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Niederrosbach den 1. September 1855. Großherzogliche„ Niederrosbach unn tz. Gras verſteigerung. L13151 Künftigen Montag den 10. d. M., Vor⸗ mittags 10 Uhr, wird auf hieſigem Rathhauſe das Gras von der Pfingſtweide und dem Kreuz⸗ placken, circa 27 Morgen haltend, an die Meiſt⸗ bietenden in einzelnen Abtheilungen verſteigert. Niederwöllſtadt den 1. September 1855. Großherzogliche ft e Niederwöllſtadt t o „ 1 Versch. bamme at e 10) Freitag 0 ü fl da dn e Au Au Geoßhegcſlche N zu W̃ L817] Der i tember. markt wird m Montag als am zweite! ich hiermit del Anzeige bringe Wolfersh. Großherzogl Bek 1318] Da d obligationen d J. Mr 1800 ſiud, ſo wird gemacht, daß die neuen Ine auf der Groß bis zum J. L können. Zugleich w rigen Auslooſ Rückzahlung Iupaber derſe mit dem Beme gabe der Sch einnehmer dat werden kann, zinſung aufhe Bel der be a 100 fl, zu Neander 1854 hüsſigen Gem den, welches bekannt gema erheben, da v für keine Zu Jauerdge Großherzog N Ei 1 nachten uch. 10 gabe ö ö laſſen an N O bſt⸗Verſteigerung. [1315] Mittwoch den 5. September, Nachmit⸗ tags um 4 Uhr, werden an Ort und Stelle in der Gartengemarkung von 14 Bäumen die ſog. Süßäpfel und von 28 Bäumen die Birnen verſchiedener Sorten meiſtbietend verſteigert. Die Zuſammenkunft iſt am Brunnenhaus in der Vorſtadt zum Garten. Friedberg den 1. September 1855. „Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. O bſtverſtei gerung. [1316] Freitag den 2. d. M., des Nachmittags 1 Uhr, ſoll das den Erben des Georg Kalbhenn dahier gehörige Obſt, in einer großen Quan⸗ tität Aepfel, Birnen und Zwetſchen beſtehend, unter den im Termin eröffnet werdenden Be⸗ dingungen an Ort und Stelle meiſtbietend ver⸗ ſteigert werden. Nieder rosbach den 1. September 1855. In Auftrag der Erben des Georg Kalbhenn: Großherzogliche Bürgermeiſterei Niederrosbach Cuntz Marktverlegung * L 2 zu Wölfersheim. 113171 Der im Landkalender auf den 12. Sep⸗ tember l J. eingetragene Vieh- und Krämer⸗ markt wird nicht an dieſem Tage, ſondern Montag den 10. September, als am zweiten Kirchweihtage, abgehalten, was ich hiermit dem handeltreibenden Publikum zur Anzeige bringe. Wölfersheim den 31. Auguſt 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Wölfersheim A ll wohn. Bekanntmachung. [13181 Da die Zinsabſchnitte zu den Partial⸗ obligationen des von der hieſigen Gemeinde am 1. April 1835 eröffneten Anlehens abgelaufen ſind, ſo wird den Inhabern derſelben bekannt gemacht, daß ſie gegen Rückgabe der Talons die neuen Zinsabſchnitte auf weitere zehn Jahre auf der Großherzoglichen Bürgermeiſterei dahier bis zum 1. October l. J. in Empfang nehmen können. Zugleich wird bemerkt, daß bei der diesjäh⸗ rigen Auslooſung die Nr. 56 à 100 fl. zur Rückzahlung gezogen worden iſt, welches dem Inhaber derſelben zur Kenntniß gebracht wird, mit dem Bemerken, daß der Betrag gegen Rück⸗ gabe der Schuldurkunde bei dem Gemeinde⸗ einnehmer dahier am 1. Oktober 1855 erhoben werden kann, da von dieſem Tage an die Ver⸗ zinſung, aufhört. Bei der vorjährigen Auslooſung wurde Nr. 60 à 100 fl. zur Rückzahlung auf den 31. De⸗ zember 1854 gezogen, iſt aber bis jetzt bei der hieſigen Gemeindekaſſe noch nicht präſentirt wor⸗ den, welches dem Inhaber derſelben wiederholt bekannt gemacht wird, nunmehr den Betrag zu erheben, da vom 31m. Dezember 1854 an hier⸗ für keine Zinſen mehr vergütet werden. Fauerbach II, den 30. Auguſt 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Fauerbach II. BFI Ein Landgut C1302] von 5600 Morgen wird zu pachten oder auch zu kaufen ge⸗ ſucht. Franco⸗Briefe mit Preisan⸗ gabe ꝛc. beliebe man ergehen zu laſſen an J. J. Ambroſius, Geſchäfts⸗Agent, Frankfurt, Markt 37. 307 Die Lebens⸗ und Penſions⸗Verſicherungs-Geſellſchaft Janus in Hamburg 11232] übernimmt zu möglichſt billigen Prämien Lebens-, Kapital- und Renten— Verſicherungen und ſichert Penſionen und Wittwengehalte. Zu Verſicherungsabſchluͤſſen bei obiger Anſtalt hält ſich der unterzeichnete Vertreter derſelben beſtens empfohlen und iſt derſelbe zu jeder unentgeltlichen Auskunftertheilung mit Vergnügen bereit; auch können daſelbſt Proſpekte, Statuten und Jahresberichte in Empfang genommen werden. Reichelsheim den 18. Auguſt 1855. Frauz Conrad, Agent. Zur Nachricht. 113011 Mein Lager in Kleiderſtoffen, Shawls und Tüchern, Hoſen⸗ und Weſtenzeugen, Möbelkattun und vielen anderen Artikeln iſt für dieſe Saiſon aufs Reichſte ausgeſtattet und lade ich meine verehrten Abnehmer zum Beſuche ein. N. E. Haußer, Roͤmerberg 30, in Frankfurt. Zur gefälligen Beachtung. 11219] Das Anzeigeblatt für den Kreis Vilbel erſcheint wöchentlich zweimal und bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen und Anzeigen für die Kreisangehörigen auch intereſſante Erzählungen, Novellen, landweirthſchaftliche Notizen, gemeinnützliche Erfindungen, Räthſel x. in großer Reichhaltigkeit. Durch die eigenthümliche Lage dieſes Kreiſes iſt das Anzelgeblatt auch in kurheſſiſchen, frankfurtiſchen, bomburgiſchen und naſſauiſchen Orten verbreitet, weßhalb es auch theilweiſe von den Vorſtänden der angrenzenden Gerichtsbezirke dieſer Staaten zu amtlichen Ausſchreiben benutzt wird. Allen verehrlichen Geſchäfts⸗ und Handels⸗ leuten kann man daher dieſes Blatt zur Verbreitung von Anzeigen beſtens empfehlen. ſeratgebühren find äußerſt billig. Die In⸗ Für eine breite, zweiſpaltige gewöhnliche Zeile werden nur 2 kr. bezahlt. Bei öfterer Wiederholung von Juſeraten wird auch noch ein angemeſſener Rabatt gegeben. Der Pränumerationspreis beträgt halbjährig 36 kr., durch die Poſt bezogen 45 kr. Die Expedition des Anzeigeblattes für den Kreis Vilbel. Holzverſteigerung. [1320] Da die zum 12. September a. c. an⸗ gezeigte Verſteigerung von 12000 Fuß gebrauch⸗ tem Bauholze wegen en bloc Verkauf nicht ſtattfindet, ſo wird dies andurch bekannt gemacht. Hanau den 1. September 1855. Schieferſteine [1283] von allen Sorten find ſtets zu verkaufen bei Martin Eck, Steindeckermeiſter in Frankfurt a. M. Roſengaſſe 14. Mehrere Zulaſt Aepfelweln 132101 hat zu verkaufen Friedberg. Konrad Reuß II. Anzeige. 11322] Ich beehre mich hiermit in Erinnerung zu bringen, daß Landgräfliche Landesregierung mir geſtattet hat, im mündlichen Verfahren bei dem hieſigen Landgräflichen Juſtizamte Rechts⸗ angelegenheiten zu betreiben, und empfehle ich mich in vorkommenden Fällen und verſpreche pünktliche und reelle Beſorgung. Gleichzeitig empfehle ich mich zur Anlegung und Verleihung von Capitalien, zu Güter ⸗An⸗ und Verkäufen. Homburg im Auguſt 1855. Mareus Mayer Marx, Rathhausgaſſe Nr. 43. Mehrere möblirte Zimmer [1323] hat zu vermiethen Friedberg. Gärtner Heß. Zu vermiethen. 112511 Der ſeither von Herrn Cronenberg be⸗ wohnte zweite Stock in dem Spamer'ſchen Hauſe iſt zu vermiethen und kann im Novbr. d. J., auf Verlangen auch gleich bezogen werden. Die Vormünder: G. Schmidt. H. Weckerling. Todesanzeige. 11324 Indem ich hiermit meinen Freun⸗ den und Bekannten die für mich ſchmerz⸗ liche Nachricht von dem am 27. v. M. erfolgten Ableben meines geliebten Ehe⸗ mannes Philipp Steitz zugehen laſſe, ſage ich allen denen, beſon⸗ ders ſeinen früheren Collegen, welche ihn zu ſeiner Ruheſtätte begleiteten, herzlichen Dank. Zugleich verbinde ich damit die Anzeige, daß ich das ſchon bisher in mei⸗ nem Namen betriebene Putz- und Mode⸗ geſchäft fortſetzen werde und bitte meine Geſchäftsfreunde, mir das bis jetzt erwie⸗ ſene Zutrauen auch ſernerhin gütigſt er⸗ balten zu wollen. Friedberg den 1. September 1855. Marie Steitz, geb. Schmidt. Soolbad Nauheim. Jeden Tag DN im Garten des Kurhauses, Morgens von 6½ bis 8 Uhr, Nachmittags von 2½ bis 4 Uhr, 113251 chester unter Direction des Herrn Eaumund Neumann. In C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg iſt ſceben eingetroffen: Weber's Volkskalender 10 fuͤr das Jahr 1856. N Preis: Geheftet 48 kr. 11307] Mit freudigem Willkommen begrüßen wir wieder einen neuen Jahrgang dieſes Volks⸗ kalenders. Wie ſeine Vorgänger bringt auch er viel des Intereſſanten, Unterhaltenden und Belehrenden aus der Geſchichte und der Länder⸗ und Völkerkunde; er beſpricht die politiſchen Tagesfragen, enthält naturwiſſenſchaftliche und gemeinnützige Belehrungen und wird deßhalb bei ſeinen Verehrern auch diesmal freundliche Aufnahme finden. Der Verfaſſer ſagt in ſeiner Vorrede: Daß von dem letzten Jahrgange unſers Volkskalenders, ungeachtet des verſpäteten Er⸗ f ſcheinens, ſehr ſchnell eine zweite Auflage nöthig wurde, laſſen wir uns als Bürgſchaft dafür dienen, daß unſere Bemühungen, frühern Ausſtellungen Abhülfe zu verſchaffen, nicht ohne Anklang geblie⸗ ben ſind. So iſt es uns denn viel leichter um das Herz, indem wir daran gehen, von Dem zu reden, was wir unſern Leſern für das nächſte Jahr zu bieten haben. Treu dem einmal ange⸗ nommenen Grundſatz: nützen zu wollen, indem wir unterhalten, und nicht zu einer Unterhaltung hinabzuſteigen, die dem Geiſte ſo wenig Nahrung gibt als dem Gemüth, haben wir auch von dieſem Jahrgange alles Gedankenloſe, alles Triviale und ſelbſt alles Das ausgeſchloſſen, was nur dazu dient, den müßigen Spielen der Einbildungskraft neue Nahrung zu geben. Nicht an Träumer, ſondern an Männer wenden wir uns, und nicht die Kunden der Leihbibliotheken, ſondern die . Freunde einer kräftigen Speiſe wollen wir zu Leſern und noch lieber zu Käufern haben. Denn 7 wir dürfen mit Ueberzeugung und aus eigener Erfahrung ſagen: es wird Niemand gereuen, 110 unſern Volkskalender gekauft und aufgehoben zu haben, da wir ſelbſt oft genug nach den alten Jahrgängen zurückgreifen, um irgend eine Nachricht, irgend eine Belehrung zu finden, die wir in zwanzig andern Büchern vergeblich ſuchten. An der innern bewährten Einrichtung des Kalenders haben wir ebenſo wenig als an der äußern Ausſtattung eine Abänderung eintreten laſſen. und Abends von 3% bis 7 Uhr, ausgeführt von dem Rur- Or- Lehrlingsgeſuch. 1263] In einem Handlungsbauſe iſt eine 5 1 offen. Näheres bei der Exped. Blattes. Frankfurter Cours vom 1. Septbr. 1855. Molen ff 9 3233 Friedrichsd'or„% 957-58 Holländiſche 10 fl. Stücke„ 941-42 Rand⸗Ducaten„ 530¼-31 72 20 Frankſtücke% 919½-20½ Engliſche Souverains..„1139-41 Preußiſche Thaler 145½/½ 5 Frankenthaler—— Preußiſche Caſſenſcheine 1 14577 Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 5. bis zum 11. Sptbr. 2 b Fried⸗Butz⸗ 8 Brod⸗Preiſe. berg. bach. 5, e 1 Roggenbrod/ Korn⸗ und ½ Gerſtenmehl 412/ 4/2 2 77 77 7 9— 9— 4 5 7„ 171 317% 3 1 gemiſchtes Brod(Tafelbrod) % Korn⸗u. ½ Waizenmehlſ 5 15 1 e e 10 1401 4 77 7 7 20 2 202 Loth Loth — Milchbrod 103 113 — Waſſerweck 137 — Gemiſchte(Tafel-) Brod 14 114 Fleiſch⸗Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 14214 2 „Kühfleiſch, gemäſtetes 11211 2 „ Rindfleiſch, gemäſtetes 10 210 2 7 Kalbfleiſch 3 7 2 2. 2 „ Schweinenfleiſch 16— 16— „Hammelfleiſch 1112111 2 77 Schaaffleiſch 7———— „Wurſt veblos Schweinen 17— 17— „Bratwurſt 24— 21 „ Schwartenmagen 18— 18— „ Geräucherter Speck 347 208i 2 „Schinken 22— 22— „Dörrfleiſch 21 eee „Schweinenſchmalz, ausgel. 26— 26—d „ unausgelaſſen 23.¼2 23/2 „ Nierenfett 2390 8223 2 „Hammelsfett 16— 116— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Bender. Seippel. Frucht, und Mehlpreiſe von nachbenannten Städten und Fruchtmärkten. Waizen Korn Ger ſt e Hafer Kartoffeln 9 Mittel⸗ Mittel⸗ Mittel⸗ Mittel⸗ Mittel⸗ ö Ort und Datum Auf⸗ Ver⸗ preis Auf⸗ Ver- preis Auf⸗ Ver- preis Auf- Ver- preis Auf⸗ Ver- vreis ge⸗ kauft. ge- kauft f. ge- kauft 2. geen kauft 2 ge- kauft 2 fahren 8 fahren 8 fahren 5 fahren 8 fahren— Mltr. Mltr. Sid. fl.[tr.] Mitr. Mitr.J Bid. fl. kr.] ltr. Mtr.] Pd. fl. kr. J Mtr.] ltr. B. fl. Ir. Naltr. ltr. Pfd. fl. kr. Friedberg, 31. Aug 1792 1706 20017 T7388[51% 18014 24/539 456 160 8,474 50 36 120 4421 3— 2001—— Butzboch, 31.„274 248 ½ 200 17321 73 41 ½⁰180 14160111 91½160 8053] 67 60 1200 455 6 1 200 Vilbel, 24.„140 140 200172214—— 180—— 42 42 160 8035]J—— 120——1—— 200.—— Altenſtadt, 24.„563 510 20017 5 70 70 1801310] 51 25 160] 857 14 14 1200 4030]—„ 0 Ninda, 31.„„ 2. 200 16%„ 0% 0 e e ee eee 200—— Hungen, 31.„8757 20017 36. 36 8014— 40 40 160 8% 5 5 120 5—-—— 200—— Echzell, 31.„150 ½¼ 146 ¼ 200 17/100 5% 5½ 1801250 91 85(160 815] 1 1 120] 430h(ʒ K- 9 Grünberg, 1. Sept. 285 285 200 1559 47 47 1801418 53 53 60 81/2 2 120 5 2—— 200—— 10 Mainz, 31. Aug.]—— 12001171524—— 118013,451—— 1160 81551—— en 257 0 Friedberg: Saatkorn verk. 10 Mltr., 15 fl. 37 kr. Vorſchußmehl aufg. 6, verk. 6, 19 fl.; Waizenmehl aufg. 44, verk. 44, 15 fl. 30 kr.; 10 Erbſen aufg. 7, verk. 1, 12 fl. 15 kr.; Saamen aufg. 17, verk. 17, 21 fl.— Butzbach: Saatkorn 15 fl. 46 kr.; Erbſen 12 fl.— A Echzell: Vorſchußmehl 18 fl. 30 kr. 1 Bitte um rechtzeitige Einſendung derſelben. Von Vilbel und Altenſtadt ſind uns keine Berichte des letzten Marktes zugekommen. Wir wiederholen unſere Druck und Verlag von C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. Conka! 28 Jahre. gewöhnlich. l Marte Größe: 6 Se etrad brei. ſondere Zeich Unter und den Prot etſcheinenden Spiel huͤten Fried Unter Diebsſinne b Zwar die Großh. B. det vorzüglich widmen, ein Behörden, d derten, auf Sicherheitsb Polizei⸗Anze Aufmerkſamk mag es geko⸗ dem ungedild Wſammenzufl nur stumm Geheimniß, die Theilnehn J dur Muasſtattung, Zuſammenha piegeln, je ö je raffinirter deſto schwert Bild betzult Und je ſind, ihre N. badiſchen An! aner 1g zu wagen.