0 Friedberger Intelligenzblatt. Erſcheint wö⸗ Einrückungsge⸗ Selten n el Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, fate tag. Preis lurch* N* 2 2 2 5. di beiden beactſeen Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. e Nu 35. Freitag, den 41. Mai. 1855. Amtlicher Theil. Oeffentliche Nachricht. Mit Ermächtigung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 18. d. M. zu Nr. M. d. J. 5219 wird für die Stadt Butzbach die folgende, von dem Stadtvorſtande daſelbſt beantragte, Marktordnung erlaſſen: Markt⸗Ordnung für die Butzbacher Jahrmärkte. § 1. Jeder, der auf dem Markt feil hält, hat ſich den Anordnungen des Bürgermeiſters, ſowie der Marktmeiſter zu fuͤgen. § 2. Die Marktſtände ſind in gerader Linie und mit ſo weiten Gaſſen aufzuſchlagen, daß beim Verkehr keine Störung eintritt. Dieſelben dürfen die Länge einer gewöhnlichen Diele nicht überſchreiten. § 3. Die gleichen Geſchaͤfte kommen jedesmal zuſammen in einer Reihe oder gegen einander über, wobei die hie— ſigen Geſchäftsleute das Vorrecht haben. § 4. Die hieſigen Geſchäftsleute looſen unter ſich und werden hiernach von den Marktmeiſtern in das Marktre—⸗ giſter eingetragen. § 5. Die Auswärtigen looſen auf dem Oſtermarkt, Morgens zwiſchen 8 und 9 Uhr, im Beiſein der Marktmeiſter und werden von denſelben gleichfalls in das Marktregiſter eingetragen. Nach dieſem Regiſter werden ſie alsdann auf den folgenden Märkten deſſelben Jahres in den Sommermonaten um 8 Uhr, in den Wintermonaten um 9 Uhr des Morgens verleſen und haben in dieſer Reihenfolge die Stände zu errichten. § 6. Wer in dieſer beſtimmten Zeit nicht da oder angemeldet iſt, muß, damit ſich die Stände aneinander anſchließen, hinten anſtehen, ebenſo muß derjenige hinten anſtehen, welcher 2 Stände aufſchlagen will. § 7. Kein Geſchäftsmann darf ſeinen Stand auf einem andern Platze errichten, als auf dem durch das Loos ihm zugewieſenen. Ein Tauſch der Stände zwiſchen zwei Geſchäftsleuten, welche mit ihren Waaren den Markt bereits bezogen haben, iſt jedoch geſtattet. § 8. Die Brandwein- und Kaffeebuden dürfen nur auf dem Viehmarkt errichtet werden. Die Plätze dafür werden auf dem Oſtermarkte, Morgens 9 Uhr, bei den Marktmeiſtern verlooſt. Nach dieſer Verlooſung werden die Stände das ganze Jahr hindurch aufgeſtellt. § 9. Jeder Verkäufer muß in der Regel auf dem Markte feil halten. Eine Ausnahme ſoll, wie herkömmlich nur in Anſehung beſonders werthvoller und leicht verderblicher Waaren und Stoffe, z. B. optiſcher Waaren, Seidenwaaren ꝛc. ſtattſinden. Das Errichten uͤberbauter oder hervorragender Stände, ſowie die Aufſtellung von Tiſchen oder ſonſtiger Gegenſtände, welche Störung in der Paſſage veranlaſſen konnte, iſt unterſagt. § 10. Die Beſtimmung der Plätze für die großen Buden der Kunſtreiter, Menagerien ꝛc. ſowie die zu entrichtenden Abgaben, erfolgt durch den Gr. Bürgermeiſter und deren Anweiſung durch die Marktmeiſter. § 11. Jeder, der den Markt als Verkäufer bezieht, iſt den in dieſer Marktordnung enthaltenen Beſtimmungen unterworfen und verpflichtet, das in dem nachſtehenden Tarife aufgeführte, ihn betreffende Standgeld an den Stadtein— nehmer zu entrichten, wogegen er ein über die bezahlte Abgabe ſprechendes Zeichen empfängt, das er zu verwahren und womit er ſich dem Aufſichtsperſonal gegenüber auszuweiſen hat. § 12. Wer gegen die Beſtimmung dieſer Marktordnung oder beſondere von der Marktcommiſſion getroffene An— ordnungen handelt, macht ſich eines Vergehens gegen ſolche ſchuldig. § 13. Einfache Vergehen gegen die Marktordnung, wenn ſie mit fortgeſetzter Renitenz begleitet ſind, unterliegen einer Ordnungsſtrafe von 1030 kr. § 14. Wer es unterläßt, das tarifmäßige Standgeld zu entrichten, begeht eine Defraudation an dem ſtädtiſchen Aerar und verfällt in eine Strafe gleich dem 10 fachen Betrag der unterſchlagenen Abgabe. § 15. Die Aburtheilung der Vergehen gegen dieſe Marktordnung ſteht dem Gerichte zu. Bei Defraudation des Marktſtandgeldes kann jedoch der Bürgermeiſter mit Zuſtimmung des Defraudanten die angedrohte Strafe im Verwal— tungswege anſetzen und ſo die Sache erledigen. Will ſich der Defraudant hierbei nicht beruhigen, ſo iſt die Sache an das Gericht zur Entſcheidung abzugeben. § 16. Will ſich Jemand der Aburtheilung im Verwaltungswege nicht unterwerfen, ſo iſt die Sache Großherzog— lichem Landgericht dahier übertragen, und von dem Gr. Bürgermeiſter dahin abzugeben. § 17. Die Gensdarmen, Steueraufſeher, Polizeiofficianten, Nachtwüchter und ſämmtliche ſtädtiſche Diener ſind verpflichtet, Vergehen gegen dieſe Marktordnung zu überwachen und entdeckte dem Gr. Bürgermeiſter zur Anzeige zu bringen. Friedberg am 27. April 1855. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Müll ex. SS 154 Tarif für die Erhebung des Standgeldes auf den Butzbacher Jahrmärkten. A. Von Waaren. V. Klaſſe: Von Ständen für Menagerien, Ca⸗ I. Klaſſe: Von überbauten Ständen, von Stein— rouſſels, Panoramas, nach der Größe gut- und Töpferwaaren 55 derſelben 12—24 kr. II.„ Von nicht überbauten Ständen 3 J III.„ Von Geſchäftsleuten, welche ihre Waa— B. Von Vieh. ren auf die Erde und auf Tiſche legen 2 1) Von einem Pferde 4„ IV.„ Von Zunder, 1 Laſt Leintuch, 1 Sack 25„„Fohlen„ Zwiebeln, 1 Strohbank, 1 Korb Obſt 3) Rindvieh ohne Unterſchied 17„* u. von Korbwaaren unter 12 Stück 1„ 4)„ Schweinen 1„ Beek a n n der von dem Ausſchuß des landwirthſchaftlichen Vereins von Oberheſſen für das Jahr 1853 beſchloſſenen Geldverwendungen. Das in der Sitzung des Ausſchuſſes des landwirthſchaftlichen Vereins von Oberheſſen am 6. Februar d. J. auf⸗ geſtellte Büdget pro 1855 wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, nachdem Großherzogliches Miniſterium des Innern die nach§. 40 der Statuten nöthige Genehmigung der von dem Ausſchuß vorgeſchlagenen Verwendung der aus dem Staatsfond fließenden Gelder ertheilt hat. A. Einnahme. Staatsfond. Vereinsfond. 1) Zuſchuß aus Großherzoglicher Hauptſtaatscaſſe.. 25 5 5 5 1350 5 2) Beiträge der Vereinsmitglieder(ohngefähr) 8 5 5 1 5.— 1900 3) Caſſevorrath, baar und in Ausſtänden 5 5 2 4 2 2— 1139 Summa der Einnahme 1550 3039 5 B. Aus gabe. 4589 fl. 1) Büreaukoſten(Remuneration des Secretärs, Expedienten, Buͤreaurequiſiten— 270 2) Caſſe⸗ und Rechnungsweſen. 8 5 5 5 3 5 5.. 150 3) Viehpreisvertheilungen i f g 5 5 5. 8 a 650 5 4) Wieſenverbeſſerungen. 8 5 5 5 8 5 600— 5) Verbeſſerung des Düngerweſens 5 8 5 8 8 4 300— 6) Drainage 5 1. 5 g 5 5. 0— 150 7) Unterſtützung der Bezirksvereine.. g 5 5 3 5 7— 600 8) Koſten der landwirthſchaftlichen Zeitſchrift(beiläufig). 4 5 5 5— 750 9) Unterſtützung der Seidenzucht und des Gartenbaues. 5 5 8 8— 100 10) Für Ankauf von ſächſiſchen Zwiebelkartoffeln.. 8 5 1 5— 200 11) Bleibender Betriebsfond i 5. 5 0 5. 5.— 819 Summa der Ausgabe 1550 3039 4589 fl. Hinſichtlich der Verwendungen wird hierbei noch Folgendes bemerkt: Ad 3.— Nach dem Beſchluß des Ausſchuſſes iſt eine Commiſſion ernannt worden, beſtehend aus folgenden erren: 0 1) dem Freiherrn Adalbert von Rabenau zu Londorf,) dem Großh. Oberförſter Haberkorn zu Windhauſen, 3) dem Rentmeiſter Engel zu Londorf, 4) dem Großh. Kreisveterinärarzt Diegel zu Alsfeld und 5) dem Großh Poſtſtallmeiſter Kempf zu Gießen, welche für die diesjährigen Preisvertheilungen, unter Berückſichtigung der von verſchiedenen Bezirksvereinen bezuglich derſelben geäußerten Anträge und Wünſche, ein Statut zu entwerfen und die Orte, an welchen die diesjährigen Preis- vertheilungen, deren drei ſtattfinden ſollen, zu beſtimmen hat. Für Preispflügen iſt in dem Büdget des Provinzialver— eins für dieſes Jahr nichts vorgeſehn, indem der Ausſchuß der Anſicht war, daß die Bezirksvereine, welche Preispflügen für nützlich halten, einen Theil der denſelben zur Dispoſition geſtellten Mittel hierzu verwenden können. Ad 4.— Der zur Unterſtützung von Wieſenverbeſſerungen vorgeſehene Betrag von 600 fl. ſoll abermals vorzugs⸗ weiſe zur Unterſtützung der Verbeſſerung von Privatwieſen verwendet werden. Zur Verbeſſerung von Gemeindewieſen können aus der Caſſe des landwirthſchaftlichen Vereins Beiträge nur dann verwilligt werden, wenn die betreffenden Ge— meinden ſich verpflichten, dieſe Beiträge zurückzuerſtatten, falls die unter Beihülfe des landwirthſchaftlichen Vereins aus⸗ geführten Wieſenanlagen oder Wieſenverbeſſerungen nicht ſorgfältig erhalten oder zweckmäßig benutzt werden. Die Ent⸗ ſcheidung darüber, ob dieſer Fall eingetreten, ſoll den betreffenden Verwaltungsbehörden zuſtehen. Ad 5.— Die zur Verbeſſerung des Düngerweſens vorgeſehenen 300 fl. werden(wie im abgelaufenen Jahr) mit 160 fl. für den Kreis Biedenkopf und mit 40 fl. für den Kreis Vöhl den dortigen landwirthſchaftlichen Bezirksvereinen zur Disposition geſtellt. Die fuͤr die übrigen Landestheile der Provinz beſtimmten 100 fl. werden nach der Reihenfolge des dem Präſidium des Provinzialvereins erbrachten Nachweiſes über zweckentſprecheud neu angelegte Dungſtätten zu Prämien dafür verwendet werden. Im Allgemeinen bleibt die Beſtimmung aufrecht erhalten, daß die Prämien für An⸗ lage verbeſſerter Dungſtätten nur zu theilweiſer Beſtreitung des baar verwendeten Arbeitslohns verwendet werden dürfen, während das Material von den Eigenthümern zu ſtellen und beizuführen iſt. Ad 6.— Zur Beförderung der Drainage hat der Ausſchuß pro 1855 150 fl. vorgeſehen, von welchem Betrag bereits 100 fl. zu einer Reiſeunterſtützung einem Techniker zugeſichert ſind. Die verbleibenden 50 fl. ſind zu Honori⸗ ver. dieß des k Sach niſſen ter v Bezi in de geſtell alle J mach Ari Es mit aus beſg Unt We 3 bade Nach! ſei es holte und d Tränk zu lei die D Geſch Willen darreig folgenden x Hauſe ndhauſen, d 5) dem 155 rung von Technikern beſtimmt, welche Pläne zu derartigen Entwäſſerungsanlagen entwerfen und die Ausführung leiten. Es können daher in dieſer Hinſicht nur die wegen dieſer Beihülfe zuerſt erfolgenden Anmeldungen Berückſichtigung finden. Ad 7.— Auch für das Jahr 1855 ſoll den laudwirthſchaftlichen Bezirksvereinen aus der Caſſe des Provinzial— vereines, eine Geldunterſtützung zufließen, beſtehend in einem Drittheil der Jahresbeiträge der in jedem Bezirksverein wohnenden Mitglieder des landwirthſchaftlichen Vereins von Oberheſſen. Dieſer Zuſchuß ſoll aber nach ausdrücklichem Beſchluß des Ausſchuſſes nur an diejenigen Bezirks-Vereine geleiſtet werden, welche vor Ablauf dieſes Jahres (1855) den Nachweis über die Verwendung bereits bezogener derartiger Unterſtützung erbringen(in ſo weit dieß noch nicht geſchehen iſt) und welche ferner angeben, wozu die für dieß Jahr in Anſpruch genommen werdenden Unterſtützungs— gelder verwendet werden ſollen. Ad 8.— Iſt zu bemerken, daß auch in dieſem Jahr ſolchen oberheſſiſchen Schullehrern, welche ſich für Landwirth— ſchaft intereſſiren, Schul- oder andere Güter auf eigne Rechnung bauen und zu den geringer Beſoldeten gehören, auf ge— äußerten Wunſch, die landwirthſchaftliche Zeitſchrift auf Rechnung der Caſſe des Provinzialvereins in der Art zugeſchickt werden ſoll, daß ſolche Eigenthum der Schule bleiben und in deren Vermögensinventar eingetragen werden muß.— Ad 9.— Die zur Unterſtützung der Seidenzucht und des Gartenbaues verwilligten 100 fl. ſind dazu beſtimmt: 1) die nöthigen Anſtalten zum Betrieb der Aufzucht der Seidenraupen im Rettungshaus für verwahrloſte Kinder zu Arnsburg(bei Lich) auf Koſten des Vereins zu vervollſtändigen und eine Anzahl der von dem Seidenbauverein zu Darmſtadt herausgegebenen Schrift über Maulbeerpflanzungen und Seidenzucht behufs der Abgabe an ſolche Bewohner Oberheſſens anzuſchaffen, welche ſich für dieſe Sache intereſſiren. Es werden daher Solche, bei denen dieß der Fall iſt, erſucht, wegen Mittheilung dieſer Schrift ſich an das Büreau des landwirthſchaftlichen Vereins zu Laubach zu wenden. 20 Denjenigen Seidenzüchtern Oberheſſens, welche Cocon's abliefern, von denen nicht mehr als 275 Stück auf das Pfund gehn, eine Prämie von 20 kr. pro Pfund auszuzahlen. Diejenigen Seidenzüchter, welche dieſe Prämie in Anſpruch nehmen können, wollen den Seidenbauverein zu Darmſtadt erſuchen: die Prüfung der Cocon's vorzunehmen, auf deſſen Beſcheinigung alsdann die Decretur zur Auszahlung dieſer Prämien Seitens des Präſidiums des landw. Vereins von Oberheſſen ertheilt werden wird. 3) Endlich kann der sub 9 mit 100 fl. vorgeſehene Credit auch zu Prämien für ſolche Beſitzer verwilderter oder vernachläſſigter Garten verwendet werden, die dieſelben in zweckmäßige Garten- oder Obſt-Anlagen umſchaffen, und daß dieß geſchehen iſt, dem Präſidium des landwirthſchaftlichen Vereins von Oberheſſen durch ein Zeugniß des Vorſtandes des betreffenden Bezirksvereins nachweiſen. Ad 10.— Dieſe Summe von 200 fl. iſt beſtimmt, den Ankauf und die Einführung der beſonders im Königreich Sachſen angebaut werdenden ſ. g. Zwiebelkartoffeln in die Provinz Oberheſſen zu unterſtützen, da nach glaubhaften Zeug— niſſen dieſe Sorte weniger als andere der Krankheit unterworfen ſein ſoll. Es ſollen die Transportkoſten von 100 Mal- ter wenigſtens bis Gießen mit dieſer Summe beſtritten werden, von wo aus dieſe Kartoffeln den landwirthſchaftlichen Bezirks⸗Vereinen gegen Erſatz der Ankaufskoſten überlaſſen werden. Die Beſtimmung darüber, welchen Landwirthen in den verſchiedenen Bezirken dieſe Kartoffeln zum Setzen überlaſſen werden ſollen, bleibt den Bezirksvereinen anheim eſtellt. 0 Die Vorſtände der landw. Bezirks-Vereine, die Mitglieder des Ausſchuſſes des Provinzial-Vereins, ſo wie überhaupt alle Mitglieder desſelben, endlich die Großherzogl. Bürgermeiſter werden erſucht, zur Verbreitung vorſtehender Bekannt— machung beizutragen. Laubach am 10. April 1855. Der Präſident des landwirthſchaftlichen Vereins von Oberheſſen Otto, Graf zu Solms-Laubach. Der Juden ⸗ Teich. zuͤglich, daß Leidende und Kranke aus den niederen, wenig (Fortſtßung.) begüterten Ständen beſonders ihre Hülfe in Anſpruch nah⸗ 8 men, weil ſie entweder die großen Koſten einer ärztlichen So war der herrſchende Geiſt der Zeit, in welcher Behandlung nicht zu erſchwingen vermochten, oder weil ſie ein der Senator Woͤhler, geſtützt auf ſein Anſehen, ſeinen gewiſſes Zutrauen zu den Heilmitteln der alten Hartwich Reichthum und ſeinen Einfluß bei der Geistlichkeit, zweien hegten. Dieſe Heilmittel hatten ſich ſogar in manchen armen, ſchwachen Frauen gegenüber, den Ausſpruch that: ſchwierigen Fällen erprobt, denn als im Jahre vorher der Es müſſe gehandelt, mit Gewalt gehandelt werden! ſchwarze Tod, die Peſt, in Hannover wüthete, brachten ihre Schon am folgenden Tage, nachdem Johannes Wöhler Kräutertränke Manchem noch Heilung, den ſelbſt die ge— mit ſeinem Vater geſprochen, wurde der Schneider Hencke prieſene Kunſt der gelehrten Aerzte ſchon aufgegeben hatte. aus dem Schmerjohannshof nach dem Hauſe des Senators Auch die Frau des Schneiders Hencke hatte einen Anfall beſchieden und hatte hier mit demſelben eine lange heimliche von jener ſchrecklichen Krankheit gehabt und war durch die Unterredung, der auch der Prediger Garberus mit beiwohnte. Mittel der Frau Hartwich von demſelben glücklich geheilt Welche Maßregeln hier verabredet wurden, ſollte ſich nur worden. Sie pflegte daher auch, wenn ſie oder ihr Mann zu bald zeigen. von einer Unpäßlichkeit befallen wurden, was jedoch ſelten Die Wittwe Hartwich, die Frau des früheren Stadt- der Fall war, ſich bei der Wittwe Rath und Mittel zu baders, galt überall für eine„kluge“ Frau. War in der holen. Nachbarſchaft irgend Jemand, der an einem Gebreſte litt, Nachdem Hencke von ſeiner Unterredung mit dem Se— ſei es eine Wunde, ein Geſchwür oder dergleichen, ſo er- nator und dem Prediger zurückgekehrt, begab er ſich zu holte er ſich gewöhnlich Raths bei dee alten Hartwich, ſeinem Vetter, dem Büttel auf dem Freihofe. Dieſer pflegte und die Umſchläge von Kräutern oder die Salben und eine Anzahl großer und kleiner Hunde zu halten, die theils Tränke, die ſie bereitete, pflegten in der Regel gute Dienſte ihm ſelbſt gehörten, theils von vornehmen Leuten ihm zur zu leiſten, wenn ſie auch das Uebel nicht ganz hoben. Für Fütterung und Pflege übergeben waren. Auf die Frage die Darreichung ihrer Mittel pflegte ſie zwar wohl ein des Schneiders: ob er nicht unter ſeinen Hunden eine Geſchenk anzunehmen, überließ es aber immer dem guten trächtige Hündin beſitze? erwiderte ihm der Hencker, daß Willen der von ihr Behandelten, ob ſie ihr ein ſolches zufällig ein ihm gehörendes ſchönes, weißes, kleines darreichen wollten oder nicht. Dadurch kam es nun vor- Windſpiel in den nächſten Tagen werfen werde. 156 „Und wie lange wird es noch bis dahin dauern?“ erkundigte ſich Hencke bei dem Büttel. „Höchſtens acht Tage,“ war die Antwort„oder es müßte mit dem Teufel zugehen.“ „Willſt Du mir die Huͤndin überlaſſen, Andreas?“ fragte der Schneider den würdigen Vetter. „Was in aller Welt willſt Du denn mit dem Vieh?“ erwiderte, ihn verwundert anſehend, der Hencker,„ich glaube, Du haſt wohl übergeſchnappt.“ „Das kümmert Dich nichts,“ ſagte kurz der Schneider; „gib mir Antwort, willſt Du ein tüchtig Stück Geld ver— dienen?, „Wie kannſt Du darüber noch im Zweifel ſein,“ ent— gegnete ihm haſtig der Büttel,„wann bin ich wohl nicht bei der Hand geweſen, wenn er etwas zu verdienen gab? Friſch heraus mit der Sprache!“ „Nun gut, ſo überlaß mir die Hündin,“ ſprach leiſe der Schneider,„und halte reinen Mund. Kein Menſch, ſelbſt nicht einmal hier im Freihofe, darf wiſſen, daß ich das Thier von Dir erhalten habe. Willſt Du das, ſo gebe ich Dir hier vorläufig einen Goldgulden und ſpäter be— kommſt Du noch mehr.“ Bei dieſen Worten zog er eine gefüllte lederne Börſe hervor und nahm aus derſelben einen blanken Goldgulden, den er dem Freimeiſter hinhielt. Haſtig griff dieſer nach dem Goldſtück und ſteckte es ſchmunzelnd ein.„In's Teufels Namen nimm das Vieh hin,“ rief er,„das iſt ein vortrefflicher Handel; und daß ich ſchweigen kann, weißt Du längſt. Aber wiſſen möcht' ich doch, was für eine Teufelei Du damit aushecken willſt und von wem Du die vielen, blanken Goldgulden her haſt.“ „Das kann Dir einerlei ſein,“ ſagte Hencke, indem er vorſichtig die Börſe wieder einſteckte, wenn Du nur die Goldvögel empfängſt. Doch jetzt ſteck' mir die Hündin in einen Sack; ich will ſie mitnehmen.“ Auf dieſe Aufforderung verließ der Büttel das Zimmer und kehrte nach wenigen Augenblicken in daſſelbe zurück, einen Beutel in der Hand, in welchen er die Hündin ge— ſteckt hatte. „Hier haſt Du das Thier wohl eingeſackt und zu⸗ gebunden,“ ſagte er zu dem Schneider, ihm den Sack über— reichend,„mach' jetzt aber, daß Du fort kömmſt, denn lange kann es die Hündin darin nicht aushalten.“ „Sei unbeſorgt,“ entgegnete ihm der Schneider zu— frieden lächelnd,„ich weiß mit dergleichen umzugehen. Auf Wiederſehen. Vor Allem halte reinen Mund.“ Dann nahm er den Beutel mit der Hündin unter ſeinen Mantel und verließ vorſichtig den Freihof, mit eiligen Schritten ſich ſeiner Wohnung zuwendend. (Fortſetzung folgt.) Markt⸗Bericht von Friedberg. 1. Mai. Waizen aufgefahren 186 ½ Malter, verkauft 188 ¼, 16 fl. 22 kr.; Korn aufg. 10½, verk. 10 ½, 13 fl. 2 kr.; Gerſte aufg. 38 ½, verk. 38 ½, 9 fl. 20 kr.; Hafer aufg. 4, verk. 4, 5 fl. 30 kr.; Vorſchußmehl aufg. 8, verk. 8, 18 fl. 18 kr; Waizenmehl aufg. 30, verk. 30, 14 fl.; Erbſen aufg. 14, verk. 14, 12 fl.; Kartoffeln aufg. 33, verk. 27, 4fl. 39 kr. Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen. Arbeits„Verſteigerung. L607] Die Reparaturarbeiten für 1855 an den Kameral⸗, Grundlaſten⸗, Forſt⸗ und Cen⸗ tralgebäuden im Baubezirk Friedberg, als: Maurer⸗, Steinhauer⸗, Zimmer-, Schreiner-, Schloſſer⸗, Glaſer⸗, Weißbinder⸗, Spengler⸗ und Pflaſterarbeiten, ſowie das Anliefern von Mauerſteinen, Kalk, Sand und Pflaſterſteinen, werden an nachſtehenden Tagen und Stunden an die Wenigſtfordernden öffentlich verſteigert: Montag den 14. Mai, Vormittags 9 Uhr, zu Friedberg im Gaſthauſe zur Stadt Frank⸗ furt an den Gebäuden zu Friedberg, Ockſtadt, Obermörlen, Niedermörlen, Heldenbergen, Bü⸗ desheim, Kaichen, Burggräfenrod und Rodheim. Dienſtag den 15. Mai, Vormittags 9 Uhr, auf dem Rathhauſe zu Vilbel an den dortigen fisk. Gebäuden. Mittwoch den 16. Mai, Vormittags 9 Uhr auf dem Rathhauſe zu Butzbach an den Ge⸗ bäuden zu Butzbach, Griedel, Rockenberg, Op⸗ pershofen und Münzenberg. Friedberg den 2. Mai 1855. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg Süffert. Fruchtverſteigerung bei dem Rentamte Friedberg. [596] Von den 1854r Fruchtvorräthen des hie⸗ ſigen Rentamts kommen weiter zur Verſteige⸗ rung: 1) zu Friedberg in dem Gaſthauſe zum Maul⸗ beerbaum, Montag den 7. Mai 1855, Vormittags 10 Uhr, von dem Speicher daſelbſt, 15 Malter Waizen, 120 Malter Korn, 38 Malter Gerſte; 2) zu Bußbach in dem Gaſthauſe zum Heſſi⸗ ſchen Hofe, Mittwoch den 9. Mai 1855, Vormittags 10 Uhr, von dem Speicher daſelbſt, 54 Malter Korn und 15 Malter Gerſte. Bemerkt wird noch, daß auch einzelne Mal⸗ ter zum Ausgebote kommen. Friedberg am 28. April 1855. Großherzogliches Rentamt Friedberg Hauſer. Holzverſteigerung in der Oberförſterei Bingenheim. 608] Künftigen Dienſtag und Mittwoch, den 8. und 9. Mai, ſollen verſteigert werden: J. Dienſtag den 8. Mai: 1) In der Berſtädter Mark, Diſtrict Geiſe⸗ lohe, 21½ Stecken Buchen ⸗Scheitholz. An⸗ fang der Verſteigerung präcis 9 Uhr Vor— mittags. 2) Im Diſtricte Schoppentheil, 7¼ Stecken Kiefern⸗Prügelholz, 15 Stecken Kiefern⸗ bara 18 Fichten⸗Stangen mit 38 Cu- bikfuß. 3) Im Biſſer Wald, 8 ½ Stecken Buchen⸗ Scheitholz, 1 Stecken Buchen-Stockholz und 2 Stecken Buchen⸗Reisholz. 4) Im Diſtricte Geackerte Wieſe, 8 ½ Stecken Kiefern-Prügelholz, 3 Stecken Kiefern⸗ Stockholz und 5 Stecken Kiefern-Reisholz. 5) Im Gettenauer Wald, Diſtriet Aspenſumpf, 8½ Stecken Buchen⸗Scheitholz. 6) Im Echzeller Wald ⸗Diſtrict, hinter dem großen Köppler, 3 Stecken Buchen- Scheitholz. 7) Im Diſtricte großer Köppler, 7 Stecken Kiefern-Prügelholz, 2¾ Stecken Kiefern- Stockholz und 6 Stecken Kiefern ⸗Reisholz. 8) Im Diſtricte Häuscheswieſe, 150 Stecken Eichen⸗Reisholz, ½ Stecken Fichten-Reis⸗ holz und 3 Fichten Stangen mit 6 Cbfuß. II. Mittwoch den 9. Mat: 1) Im Diſtricte Iſenburger-Feld, 83 ½ Ste— cken Eichen⸗Prügelholz, 59% Stecken Ei⸗ chen⸗Stockholz, 144 Stecken Eichen-Reis⸗ holz, 20 Eichen-Stämme mit 273 Cubfß. Anf ang der Verſteigerung präcis 9 Uhr Morgens. 2) Im Diſtricte Friederichsbuche, 3 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 18% Stecken Buchen⸗ Prügelholz, 8 Stecken Buchen⸗Stockholz, 30 Stecken Buchen-Reisholz, 1 Stecken Eichen-Scheitholz, 5% Stecken Eichen Prügelholz, 3 Stecken Eichen-Stockholz, 11% Stecken Eichen⸗Reisholz, 2½ Stecken Linden-Prügelholz, 5 Stämme Eichen⸗Bau⸗ holz mit 225 Cubfß. Anfang der Verſtei⸗ gerung Nachmittags 3 Uhr. Bingenheimer Forſthaus den 2. Mai 1855. Großherzogliche 9 Bingenheim v. 31 Bekanntmachung. 1509] Die im Moxſtadter Markwald, Diſtrikt Kirchwald und Forſtwald, am 25. d. M. ab⸗ gehaltene Holzverſteigerung iſt genehmigt und der erſte Fahrtag auf Montag den 7. Mai l. J. feſtgeſetzt worden. Obermoxſtadt am 30. April 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Obermoxſtadt Mickel, Markmeiſter. Fruchtverſteigerung. [610] Montag den 14. d. M., des Morgens um 10 Uhr, werden vom Fürſtlichen Speicher dahier: 300 Malter Korn, 300„ Gerſte und 100„Hafer einer öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt. Griedel den 2. Maj 1855. Fürſtliches Rentamt Mengel. Verpachtung. [611] Montag den 14. l. M., Morgens um 9 Uhr anfangend, wird in hieſigem Rathhauſe die Begraſung der ſtädtiſchen Allmeien meiſt⸗ bietend für das laufende Jahr verpachtet. Friedberg am 2. Mai 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Be n dee r. Verſteigerung. [612] Dienſtag den 8. Mai, Nachmittags um 4 Uhr, wird die Anlieferung von circa 300 Parzellenſteinen in hieſigem Rathhauſe an den Wenigſtnehmenden verſteigert. Friedberg den 2. Mai 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender. Lieferun Lieferub feine Veſeru Wufetv Ma Liefer erſa Mane ligen hie öried! Konrad Mobilien, Ord.No. Ff 1 2 3 dffenliich Frie — un Stadt Parzell Groß. kung, erneuer Dieſe hiergege hiermit g Tage der bei unterz theils die Kaen den thümer al riedl Groß 180 5 51] Di Gmmnde Verſleigerung von Bauarbeiten und Material- lieferungen zur Erbauung eines Schul- hauſes zu Kirchgöns. 15621 Montag den 7. Mai, Vormittags 9 Ubr, ſollen auf der Bürgermeiſterei zu Kirchgöns folgende Arbeiten und Materiallieferungen öf⸗ fentlich an die Wenigſtnehmenden in Accord ge— geben werden: Maurerarbeit, einſchließlich Kalklöſchen, ver⸗ anſchlagt zu 838 fl. 56 kr. Steinhauerarbeit, veranſchl. zu 992„38, Zimmerarbeit,„„ 1915% 21% Dachdeckerarbeit,„„ 179„ 28 Schreinerarbeit, N„ 596„ 47* Schloſſerarbeit,*„ 766 58„ Glaſerarbeit, 1„ 387„ 47„ Weiß binderarbeit,„„ 473„ 31„ Spenglerarbeit,„„ 54„ 39„ Brechen, Fahren und Aufſetzen von 19 Ku⸗ bikklaftern Mauerſteinen aus den Kalkſte in- brüchen bei Pohlgöns, Lieferung von 70,000 ſogen. Ruſſenſteinen, Lieferung von 2500 hart gebrannten Vack⸗ ſteinen, Lieferung von 600 Rohrſteinen, Lieferung von 150 Bütten Kalk, nach naſſem Maaß, Lieferung von 6 Kubikklaftern reinen Mau⸗ erſand. Pläne, Voranſchläge und Steigbedingungen liegen hier zur Einſicht offen. Friedberg den 20. April 1855. Großherzogliche Kreisbauamt Friedberg Süffert. Immobiliar⸗Verſteigerung. [6131 Dienſtag den 15. l. Mts., Morgens um 11 Uhr, werden in bieſigem Rathhauſe die den Konrad Schlechtweg's Erben zustehenden Im⸗ mobilien, als: Ord.⸗No. Flur. No. Klafter. 1 3 173 22 Hofraitbe in der Stadt, dem Herrn von Rau 1 fl. 48 kr. für nicht abge⸗ löſte Grundrente, Gemarkung Fauerbach II.: 2 Pag. 35 Nr. 49 257 Ruthen Acker obig dem Dienheimer Pfad, gibt 2 fl. 2 kr. abge⸗ löſte Grundrente, 3„ 475„ 7 30% Ruthen in den Brückengärten. öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 2. Mai 1855. In Auftrag: Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Aufforderung. [614 Auf den Grund des Voranſchlags der Stadt Friedberg für 1855 ſollen die fehlenden Parzellenſteine in dem dießjährigen Brachfeld, Groß- und Kleingalgenfeld, in hieſiger Gemar⸗ kung, auf Koſten der betreffenden Eigenthümer erneuert werden. Diejenigen Beſitzer, welche Einwendungen hiergegen niederzulegen beabſichtigen, werden hiermit aufgefordert, binnen 14 Tagen, vom Tage der erſten Bekanntmachung an, dieſelben bei unterzeichneter Stelle vorzubringen, gegen⸗ theils die Ausſteinung vorgenommen und die Koſten demnächſt auf die betheiligten Eigen⸗ thümer ausgeſchlagen und erhoben werden. Friedberg den 2. Mai 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg end ee x= 157 Jahre 1835, werden hiermit in Kenntniß ge⸗ ſetzt, daß gegen Rückgabe der Talon, die zu dieſen Obligationen aus gefertigten mit dem 1. September l. J. beginnenden neuen Zinscou⸗ pons, ſowohl Mittwochs als Samſtags, von Morgens 8 bis Nachmittags 5 Uhr an der hieſigen Gemeindekaſſe in Empfang genommen werden können. Altenſtadt den 18. April 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Altenſtadt Wan Holzverſteigerung. [6151 Dienſtag den 8. Mai d. J., Vormittags 8 Uhr, werden in dem Obermörler Gemeinde- wald, Diſtrikts Schwarzbach, 2 Stecken altes Stockholz, 8225 Wellen Eichen⸗Reisholz, 11,500„ Aspen⸗„ 29 Wagen, 4 Läſte Allerleiholz öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigt. Obermörlen am 29. April 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Obermörlen Ne dl A. Anzeige. [601] Es können auf der Eiſenfleingrube in Griedel noch eine Anzahl erwachſener und jun⸗ ger Leute gegen gute Belohnung Beſchäftigung finden. Luſttragende wollen ſich bei dem Herrn Steiger Münch in Griedel melden. Für die Gewerkſchaft Griedel Joh, Balg Nd! in Gießen. Empfehlung. [604 Meine neu angekommenen Violinen und Violin⸗Bögen, Saitenhalter, Wirbel, Stege, Pferdehaare, Colophonium, ſehr gute Violin⸗ Saiten— wobei Quinten zu 4, 5 und 6 kr. das Stück(ein ganzer Violin⸗Bezug 15 bis 18 kr.),— Guitarre⸗ Saiten ꝛc. bringe ich hierdurch in empfehlende Erinnerung. Friedberg im April 1855. C. L. Glück, Inftrumentenmacher. Auszuleihen. [583] 2mal 300 fl., 400, 1200 und 1500 fl. können gegen gerichtliche Hypotheke durch meine Vermittlung verliehen werden. Friedberg den 24. April 1855. Joe pb Straus. Zu verkaufen. [584] Ein Landgut von eirca 70 Morgen nebſt einer geräumigen Hofraithe und einer Bren- nerei, in der Nähe Friedbergs, wird aus der Hand verkauft. Hierauf Reflectirende belieben ſich an den Unterzeichneten zu wenden. Friedberg. Joſe ph Straus. Ein vollſtändiges Logis, [616] welches gleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen Chriſtoph Zerling. Für Maurer ⸗Geſellen. 1620] 10 bis 12 gute Maurer-⸗Geſellen finden gegen guten Lohn dauernde Beſchäftigung bei Friedberg am 28. April 1855. Jacob Morſchel, Maurermeiſter. n Empfehlende Erinnerung. 1621] Ein verehrliches Publikum mache ich er⸗ gebenſt darauf aufmerkſam, daß ich wieder eine große Auswahl von Spiegel mit Goldbaroko— rahmen, Nußbaumbarokorahmen, ferner Spie- gelgläſer von den kleinſten bis zu den größeren gangbarſten Sorten, ſowie Goldleiſten von den ſchmälſten bis zu den breiteren Sorten wieder friſch erhalten habe und dieſe zu den äußerſt billigſten Preiſen abſetze und bringe zugleich wieder in empfehlende Erinnerung, daß ich das Einrahmen von Bildern, Oelgemälden ꝛc. auf's prompteſte und billigſte beſorge. Friedberg den 4. Mai 1855. Fe n, Glaſermeiſter. Gezogenes Fenſterblei [6221] hat zu verkaufen Friedberg. Fr. Hanſtein. Der neue Amerikaner. 16231 In C. Scriba's Buchhandlung in Friedberg iſt erſchienen und zu haben: Der neue Amerikaner. Ein Dollmetſcher für Auswanderer nach Nord⸗ Amerika und Auſtralien, oder die Kunſt ohne Lehrer in ganz kurzer Zeit engliſch zu lernen, nebſt einem kurzen Wegweiſer nach Nord⸗ Amerika und Auſtralien. Preis 18 kr. Der neue Amerikaner iſt das neueſte und beſte unter allen Hülfsbüchern für Auswanderer. Jedermann, der ihn richtig benutzt, wird in kurzer Zeit die engliſche Sprache ſo weit inne haben, als er zu ſeinem Fortkommen in Ame⸗ rika oder Auſtralien nöthig hat. Durch die Unkenntniß der Sprache ſind ſchon Tauſende um ihr Vermögen gekommen. Darum verſäume Niemand der auswandern will, ſich dieſes Büchlein anzuſchaffen und auf der Ueberfahrt ordentlich durchzulernen. Ju verkaufen. [624] Bei Wilhelm Keſſel in Gettenau ſteht ein Sjähriges Wallachpferd zu verkaufen, welches gut im Zug und Acker iſt, auch ſich eignet für Landfuhrleute. Wohn ungs veränderung. 1625] Ich mache meinen Freunden und Be⸗ kannten hiermit die Anzeige, daß ich die Woh⸗ nung bei Herrn Metzger A. Windecker verlaſſen habe und meine jetzige Wohnung bei Herrn Metzger Hedderich in der Metzgergaſſe iſt, und bitte um geneigten Zuſpruch. Jaden der, Kappenmacher. Ein Logis, [617] im dritten Stock, hat zu vermiethen G. Philippi. Ein tüchtiger Glaſergeſelle [618] findet gegen guten Lohn dauernde Be— ſchäftigung bei Friedberg. J. C. Jung, Glaſermeiſter. Bekanntmachung. 15611 Die Inhaber der Partialobligationen der Gemeinde Altenſtadt, aus dem Anlehen vom Eine Parthie Mi ſt [619 bat zu verkaufen Emmerich Hanſtein. Maas⸗ und Halbmaas⸗ Aepfelwein⸗ Krüge, [626] welche das großberzogl. heſſiſche Maas richtig halten, ſowie Viertel- und Halbviertel⸗ Krüge ſind bei Unterzeichnetem ſtets vorräthig. Ferner empfiehlt ſich derſelbe im Anfertigen von Deckel auf Krüge und Gläſer, wie in allen vorkommenden Zinngießer Arbeiten. Carl Reutlinger, Zinngießer, Höllgaſſe Nr. 8 nahe am Dom in Frankfurt a. M. 158 E. Bei Franz Benjamin Auffarth in Frankfurt a. M. iſt ſo eben erſchienen und in Bindernagel' Buchhandlung in Friedberg vorräthig: Der große Soolſprudel zu Bad Nauheim im d 1833, von Dr. J. E. Dreſcher. Mit einem geologiſchen Profile. 595 24 kr. Der weltberühmte große Sprudel zu Naubeim iſt wieder gekommen und hat dadurch die Begierde nach einer gründlichen Erklärung des Phänomens nur noch mehr geſteigert.— Dieſe Schrift ſchildert alle Vorgänge bei den Nauheimer Quellen und die ganze Umgegend treu und giebt eine ſichere Einſicht in die geologiſche Beſchaffenheit derſelben, ſo daß man darin alle mög⸗ lichen Beziehungen vollſtändig erläutert findet. Alles was darin vom großen Sprudel vorherge⸗ ſagt wird, iſt der deutlichſte Beweis, wie richtig man jetzt ſeine Eigenthümlichkeit verſtanden hat. SoOLBAD NAUHEIM. 40 Saison von 1855. Eröffnung des Kurſaals Montag den 9. April. Sonntag den 6. Mai Eröffnung der Gartenwirthſchaft 16271 wozu ergebenſt einladen Gebr. Simon. 1! S bos H. Wieſand, große Sandgaſſe 27, nächſt dem Kornmarkt, ind! 8 Frankfurt am Main 25 Jempſtehlt ſein Lager von Bettfedern, Flaumen, Schwan⸗ und 9 Eiderdaunen, geſponnenen Roß⸗ und Waldhaaren, Bett⸗ S baren, Bettzwillich, Plumeauzeuchen, allen Gattungen! neuen Betten und Matratzen eigner Fabrik, einzelnen Bett-“ 2 ſtücken, Bettwachs, wollenen Bett- und Bügeldecken u. ſ. w. Auch werden alle Bett- und Matratzen-Reparaturen gut und zu 8 1 15 mir 3 2 Pie 8 4 0 e von Louis Weis in Friedberg 1592] bringt ſowohl dem hieſigen als auswärtigen Publicum zur Kenntniß, daß ſie eine große Auswahl von den ordinärſten bis zu den feinſten Tapeten aus der berühmten Fabrik von V. Scherer zu Heidelberg, zu den ſtaunenswerth ee Preiſen erhalten hat. Muſterkarten werden gerne zur Einſicht abgegeben. 2 1 5 14271 Für die wegen ihrer Vorzüglichkeit rühmlichſt bekannte Heilbronner Bleiche werden nunmehr wieder Beſtellungen angenommen und beſorgt. Friedberg im März 1855. Eduard Ruths. eee Kirchliche Anzeigen. Sonntag Cantate, 6. Mai. Pfarramtswoche: Hr. Diaconus Baur. Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Candidat Sell. Nachmittags: Hr. Stadtpfarrer Seel. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Diaconus Baur. Nachmittags: fällt aus. Abgang der Eiſenbahnzüge in Friedberg. Nach 5 1 Caſſel: 6 25 9 8˙¹⁷ 12 24 1 40 A 8(Gießen) 6 48 5 55˙* 32 7 56 Marburg) 9 Die mit“ bezeichneten Züge ſind Schnellzüge. Frankfurter Cours vom 2. Mai 1855. Mieten fl Friedrichsd'or„10- Holländiſche 10 fl. Stüc„9 41-42 Rand⸗Ducaten.„531-32 20 Frankſtücke. 5„921-22 Engliſche Souverains.„11 44-46, Preußiſche Thaler.„ 146. Frankens, Peußiſche Caſſenſcheine„ 1467 Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 5. bis zum 11. Mai. D Fried⸗ Butz⸗ 2 Brod⸗Preiſe. berg. bach. 5 kr; pft kr. pf. 1 Roggenbrod/ Korn⸗ und ½ Gerſtenmehl 1 2„ 7 7 8902 2 4 17 17 1 emiſchtes Brod(Tafelbrod) 75 Korn⸗ u.) Waizenmehl( 43 43 2, 77 77 9 2 9 2 4, 7. 19 Loth 19 0 — Milchbrod 114-1 3 — Waſſerweck 137 — Gemiſchte(Tafel-) Brod 14 114 Fleiſch-⸗Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 144— 14— „Kühfleiſch, gemäſtetes 11411— „ Rindfleiſch, gemäſtetes 929 „ Kalbfleiſch 65 6 „ Schweinenfleiſch 15— 15— „ Hammelfleiſch 10 0 „ Schaaflleiſch 7——— „Wurſt veblos Schweinen 16— 16— „ Bratwurſt 20— 20— „Schwartenmagen 20— 20— „Geräucherter Speck 30— 30— „Schinken 20— 20— „ Dörrfleiſch n „ Schweinenſchmalz, ausgel. 26— 26— 5 unausgelaſſen 24— 24— „Nierenfett 232232 „Hammelsfett 161— 116— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Seippel. Bender. Druck und Verlag von C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg, Nr. Ko 13 Jahr De ſtehe in ſſch dann Hausſchlü keinen; K auf dem f zer, verſch We Hencke d Krghee rieth ih ſpruch Krankh befolgel 0 Schritt Frau g um, w Krank! ihrer kurze ſeine g trug. 9 gen a der W fliegen die Ga 4 Hülfege des S Sch. wundern Bl auf ſeine und her in welche bendige Frau erz dem er a alte Witt Nacht ei