Friedberger Intelligenzblatt. Erſcheint wõ⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u, Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 12 fr.; durch Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, eee Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum 2 kr.; die beiden erſten Zeilen zu⸗ ſammen 7 kr. N 77. Dienſtag, den 2. Oktober. 1855. Amtlicher Theil. Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. Wilhelm Baumann von Lumda, Kreis Grünberg, heimliche Entfernung aus ſeiner Heimath. Ein Heirathsgeſuch. (Fortſetzung.) Keine Unterſchrift, keine weitere Erklärung! Ich war in einem Zuſtande außerordentlicher Aufregung, der beinahe unerträglich ward während des Tages und der Nacht vor dem ereignißvollen Augenblick, Wenigſtens hundertmal las ich das Billet. Die Handſchrift war ele⸗ gant und die einer Dame; der Duft des Papiers, das Wappen auf dem Siegel ſchienen Wohlhabenheit zu ver— ſprechen, Aber dieſe beſtimmte Bedingung— war ſie ſo durchaus nothwendig?— Warum maskirt? Ein kalter Schauder überfiel mich. War ſie jung und ſchön warum denn eine Maske? in meiner ziemlich ausgedehnten Praxis kannte ich keinen Fall, daß ein junges und hübſches Frauenzimmer den Muth gehabt hätte, den Sonnenſchein ihres Antlitzes hinter einer neidiſchen Wolke zu verbergen. Und wenn alt und häßlich—? Ich war allerdings geneigt, in dieſen beiden Hauptpunkten einige Conceſſionen zu machen. Wenn ſie reich, ſehr reich wäre, das heißt, wenn jedes Lebensjahr durch ein tauſend Pfund reprä— ſentirt wäre, dann ſchien es allerdings vernünftig, die Augen gegen fünf Jahre mehr oder weniger zuzudrücken, ſo wie gegen einige Linien in Geſicht und Geſtalt, die etwas von der Schönheitslinie abwichen. Aber das konnte natürlich nur bis zu einer gewiſſen Gränze gehen. Dreißig Jahre wollte ich zugeſtehen, mehr nicht. Während ich darüber nachdachte, fühlte ich fortwährend ein Schaudern. Ich habe gewiß den höchſten Reſpect vor Mitgliedern des ſchönen Geſchlechts, die ein gewiſſes Alter überſchritten haben, und Keiner kann williger die Verdienſte und die Würde einer Matrone anerkennen; aber der Gedanke daran, eine ſolche zur Frau zu haben, den Juni meines Lebens von einem ſolchen Januar durchfrieren zu laſſen — nein, das iſt zu viel. Doch all' mein Ueberlegen, Nachdenken über den er— haltenen Brief half mir zu weiter Nichts, als daß die Stunden ſchneller vergingen. Keiner wird mir zürnen, wenn ich ſage, daß ich an dieſem Morgen mehr Sorgfalt als gewöhnlich auf meine Toilette verwandte. Mein Spiegel ſagte mir manche Schmeichelei, als ich einen letzten forſchenden Blick in denſelben warf. Die leichten Spuren, welche die ſtürmiſche Jahreszeit der Jugend auf meinem Geſichte zurückgelaſſen hatten, verſchwanden gänz— lich unter meiner geübten Hand, und ich konnte mit einem gewiſſen Vertrauen einer Dame gegenüber treten, die, wie ich nun überzeugt war, die Maske nicht deßhalb vorge— nommen hatte, damit ſie einen armen Sterblichen nicht durch den Glanz ihrer Schönheit vernichten möchte. Einige Minuten nach zehn Uhr ſtand ich vor der myſteriöſen Thür, an deren anderer Seite ich entweder unermeßlich glücklich werden, oder mich unausſprechlich lächerlich machen ſollte. Ein höfliches„Herein!“ das mit meinem leiſen An— klopfen harmonirte, öffnete mir die Thür. Ich trat in ein reich und elegant meublirtes Zimmer, offenbar das beſte in dem Hotel. Das war ein gutes Zeichen. Vom Fenſter her kam eine weibliche Geſtalt mir entgegen. Ich konnte nur ihre Größe, Nichts weiter unterſcheiden. Ihr Geſicht war durch eine Sammet⸗Maske verhuͤllt, ihr Kopf mit einem Schleier bedeckt; von den Schultern fiel ein weites ſeidenes Gewand herab, das ihre Formen völlig verdeckte: es war ſelbſt für mein in ſolchen Dingen ſcharfes Auge völlig unmöglich, mir auch nur die geringſte Anſicht über Alter und Geſtalt zu bilden. Uebrigens blieb mir auch keine Zeit zu Beobachtungen; der Moment zu ſprechen war gekommen. Aber was ſollte ich ſagen? In meinem ganzen Leben war ich noch nicht in ſolcher Verlegenheit geweſen; mein inſinnantes Weſen, gewöhnlich von ſo gutem Erfolg bei'm ſchönen Geſchlecht, ließ mich ganz und gar im Stich. Ich wußte nichts Beſſe— res zu thun, als die Dame mit einer Grazie, die einem Tanzmeiſter Ehre gemacht haben würde, zum Sopha zu fuͤhren und mich auf einen Stuhl vor denſelben zu ſetzen; endlich ſtotterte ich, ſehr abgeſchmackt, ich geſtehe es, hervor: „Ich habe Ihr freundliches Billet erhalten, welches mir dieſe glückliche Zuſammenkunft verſchafft.“ „Was haben Sie mir zu ſagen?“ ward leiſe und furchtſam unter der Maske geflüſtert. Aber obgleich die Stimme ſo leiſe war, unterſchied mein ſcharfes und geübtes Ohr doch ſogleich, daß ihr die Friſche der Jugend fehle. „Madame, ich bin in einer Lage und habe das Lebensalter erreicht, wo es nicht mehr wünſcheuswerth iſt, allein zu leben.“ „Sie wünſchen alſo eine Lebensgefährtin; aber Sie müſſen geſtehen, daß Sie einen ungewöhnlichen Weg ge— wählt haben, um eine ſolche zu finden.“ „Nicht ſo ganz ungewöhulichz“ erwiderte ich;„in allen Zeitungen finden ſich wiederholt Anzeigen wie die, welche mir das Glück dieſer Zuſammenkunft verſchafft hat; und wenn man den Berichten glauben darf, ſo ſind ge⸗ wöhulich die glücklichſten Heirathen die, welche ohne vor— hergehende Bekanntſchaft durch einen angenehmen Zu— fall geſchloſſen werden.“ „Doch, mein Herr, muß es immer einen beſonderen Grund geben, weßhalb Jemand bei einem ſo wichtigen Schritte dem Zufall vertrauen ſoll. Darf ich mir er⸗ lauben zu fragen, was Sie bewogen hat, ſich auf dieſem 340 Wege nach einer Frau umzuſehen, ſo gewohnlich er denn auch ſein mag!“ 5 5 Keine Frage konnte mir unerwünſchter und uner⸗ warteter kommen. In meiner Anzeige hatte ich künſtlich dieſen Punkt in ein myſtiſches Dunkel gehüllt, und man wird ſich erinnern, wie ſehr ich auf dieſes geſchickte Ver⸗ ſchweigen meine Hoffnungen gründete, daß es die Neugier des weiblichen Geſchlechts erregen werde. Und nun ſollte ich den Schleier lüften? Was ſollte ich ſagen?— die Wahrheit? Aber mit welcher Stirn konnte ich das Be⸗ kenntniß ablegen, daß nur die ſchrecklichſte Verlegenheit mich zu dieſem Schritte vermocht hatte? Würden nicht alle reizenden Illuſionen, unter denen ich meine wahren Gründe zu verdecken ſuchte, unmittelbar durch die gemeinſte Proſa vernichtet werden? Ich mußte alſo durch einen Seitenweg zu entſchlüpfen ſuchen.„Darf ich durch die Frage erwidern,“ ſagte ich,„was Sie veranlaßte, mir dieſe Zuſammenkunft zu gewähren?“ „Jetzt wollen wir erſt davon ſprechen,“ antwortete ſie ruhig;„wir müſſen natürlich mit einander bekannt werden, und nach allen Regeln der guten Geſellſchaft iſt es an Ihnen, unſere Mittheilungen zu beginnen. Ich kann Ihnen nicht verhehlen, daß es mir beinahe unerklär⸗ lich ſcheint, warum Sie eine Frau durch die Zeitungen ſuchen.“ „Warum meinen Sie das?“ „Wundert Sie das? Nun ein ſo junger und wenn ich mir erlauben darf hinzuzuſetzen: ein ſo eleganter, Mann— Ich verbeugte mich mit wohlgefälligem Lächeln. „Dazu kommt, daß Sie Ihr Benehmen nur in den ausgewählteſten Cirkeln erworben haben können; ich bin überzeugt, daß nicht Mangel an Bekanntſchaft mit Damen Sie zu dieſem Schritte veranlaßt haben kann.“ Wäre die Sache nicht ſo verzweifelt ernſt geweſen, ſo hätte ich über dieſe Worte lachen müſſen. Gütiger Himmel! es war ja beſtändig mein Mißgeſchick geweſen, daß ich zu viele dieſes Geſchlechts gekannt. „Nein, nein!“ rief ich, einen ſcherzenden Ton an⸗ nehmend aus,„ich kann mich in dieſer Hinſicht nicht be⸗ klagen. Aber finden Sie es ſo ſonderbar, daß ein Mann, der viele Damen kennt, doch nicht eine findet, mit der er es unternimmt, ſein ganzes Leben zuzubringen?“ „Vielleicht haben Sie es nie ernſthaft verſucht; oder, wie ich eher glauben möchte, Sie haben nicht die Zeit dazu gehabt. Sie ſind ſehr beſchäftigt, ein thätiger Mann; Ihre Stunden ſind koſtbar, Sie wollen ſie nicht mit langem Suchen und Wählen vergeuden. Habe ich Recht?“ Ich hätte Viel darum gegeben, in dieſem Augenblick das Geſicht der Dame zu ſehen. Ich konnte bei ihrem ruhigen Tone durchaus nicht beurtheilen, ob ſie mich zum Beſten hatte, oder ernſthaft ſprach. Aber wie es auch war, Satyre oder Ernſt, beides war mir gleich unange— nehm. Ich ſah mich dem Fegefeuer eines Examens aus— geſetzt, gegen welches mein Staats⸗Examen nur ein Kin- derſpiel geweſen war. „Ich habe gern,“ fuhr ſie fort, als ich nicht ſogleich antwortete,„thätige Männer. Daher wird es mich freuen und meine Achtung für Sie erhöhen, wenn ich von Ihnen höre, daß Sie eine ehrenvolle, wenn auch minder bedeu— tende Thätigkeit haben. Auf jeden Fall müſſen Sie mir dies ſagen, ehe wir zu dem Hauptpunkt unſerer Unter⸗ redung übergehen können.“ Welcher böſe Dämon war hinter dieſer Maske ver— borgen? Sie griff meine verwundbarſten Stellen mit einer Ruhe an, die zu natürlich war, um ſtudirt zu ſein, und doch wieder einen beſtimmten Zweck verrieth. Es war mir zu Muthe, wie einem neuen Patienten in einer können: ohne Matrikel. hydropathiſchen Anſtalt, der alle Augenblick mit einem Eimer Waſſer übergoſſen wird. ich und ſagte muthig: Doch ich faßte mir ein Herz „Ich habe die Rechte ſtudirt.“ „Haben Sie eine amtliche Beſoldung?“ „Nein, ich bin noch Advokat, ohne bedeutende Praxis.“ Für Alles in der Welt hätte ich nicht hinzuſetzen b Aber ſie half mir von meiner Angſt und ſagte mit unvergleichlicher Naivetät: „So ſind Sie alſo in Wirklichkeit Advokat ohne Matrikel. Das iſt allerdings ſchlimm; aber ein ſolcher Mann kann Großkanzler von England werden, wenn er Talent, Fleiß und etwas Geld hat,“ fügte ſie mit einem faſt ſatyriſchen Tone hinzu. Das letzte Wort war das vernünftigſte, das ſie e u Fe erfrorenen Hoffnungen lebten wieder auf, und ich lauſchte mit gro iedigr die folgenden Worte: a Aae eiche g auf Kommen Sie, mein Herr,“ ſagte ſie gutmüthig, ſeien wir aufrichtig gegen einander. Warum uns einander täuſchen? Ich glaube Alles klar zu ſehen. Sie ſuchen eine Frau, die Geld hat.“ „Das nicht allein,“ rief ich ſchnell, indem ich fühlte, wie all' mein Blut mir in die Backen ſtieg. „Doch iſt das der Hauptpunkt. Geſtehen ſie, daß Sie nicht darauf gekommen wären, dieſe nicht mehr un⸗ gewöhnliche Methode zu wählen, wenn Sie nicht ein hübſches Vermögen ſuchten und zu gleicher Zeit— da das Eine nicht ohne das Andere angeht— eine Frau.“ „O, Sie ſind hart, ſehr hart.“ „Nur wahr;“ erwiderte ſie ruhig,„und nun, mein Herr, ſind mir zu dem Punkt gekommen, wo wir unſer Geſchäft beginnen können. Ich habe Vermögen. Nun, welchen Preis beſtimmen Sie für Ihre Perſon? Aber nein, das wäre in der That eine impertinente Frage; alſo: wie viel gſauben Sie zu gebrauchen, um zu einer comfortablen Situation zu gelangen?“ (Fortſetzung folgt.) Aſſiſen⸗Verhandlungen für Oberheſſen. IV. Quartal 1855. Zur Verhandlung kommen folgende Anklagen: (Schluß.) 14) Montag den 15. October, Vormittags 8 Uhr, Konrad Zeitz von Lißberg, wegen Brandſtiftung und Dienſtag den 16. October, der⸗ ſelbe, Heinrich Seipel VI. von da und Karl Nählinger von da, wegen Eigenthumsbeſchädigung; Verth. H.-G.⸗A. Dr. Muhl.— 15) Mittwoch den 17. Oetbr., Vormittags 8 Uhr, Konrad Bambei und Ehefrau von Zell, wegen ausgezeichneter Diebſtähle reſp. Begünſtigung.— 16) Dounerſtag den 18. Oct., Vormittags 8 Uhr, Friedr. Schneider, Phil. Schneider und Friedrich Bieber von Okarben, wegen ausgezeichneter Diebſtähle.— 17) Freitag den 19. Oct, Vormittags 8 Uhr, Katharina Schneider von Reuters, Ludwig Schneider's Ehfr. von da und Samſtag den 0. Oct. Antoinette Travers von Lauterbach, wegen Verſuchs der Abtreibung der Leibesfrucht, Kindesmords reſp. Beihülfe.— 18) Mon⸗ tag den 22. October, Vormittags 8 Uhr, Johs. Hamel VII., deſſen Sohn Conrad und Conrad Schuchard, ledig, von Rainrod, wegen Schriftfälſchung reſp. Begünſtigung.— 19) Denſelben, Vormiktags 10 Uhr, Heinrich Zulauf von Angenrod, Heinrich Bernhard von da und Peter Altemann von Heimertshauſen, wegen Eigenthumsbeſchädigung; Verth. H.⸗G.⸗A. Dr. Buff.— 20) Denſelben, Vormittags 11 Uhr, Heinrich Euler von Beuern, wegen Schriftfälſchung.— 21) Dienſtag den 23. Oct., Vormittags 8 Uhr, Johannes Hardt, Peter Hardt, Heinr. Diehl und Johannes Diehl von Rendel, wegen Gewaltthätigkeit.— 22) Denſelben, Vormittags 11 Uhr, Schichtmeiſter Otto Röſſing zu Gießen, wegen Schriftfälſchung.— 23) Mittwoch den 24. October, Vormittags 8 Uhr, Johannes Hofmann, Heinrich Schütz 11., Philipp Köbel und Heinrich Fauerbach von Oberwöllſtadt, wegen Gewaltthätig⸗ keit.— 24) Denſelben, Vormittags 10 Uhr, Johannes Horning von Bromskirchen, wegen Schriftfälſchung. 5 wehte ine Hachen, du Nuke de Vermogel renden Seikel gehändigt wer Homburg — Mu 14711 Dien mittags 9 Nenburg⸗ B Mablmühle! Grundſtücken die Dauer 9 Meiſtbietende haber, welche zum Mullen dazu erforderl Noce ag zur beſumme merlokale ein Die Verpa obigen Term vom l. k. J ſictetariale e Büdinge Jurſ, end Kl Oeffe 11484) gof ft am 30, Hiſterlaſſung Verstorben, J Heinrich, Erben einge mungen geit wird der abr fon Auſprüt aufgefordert, dieſe Apr die Anerkent Siepoſttonen Reſetten Erb . demſelben lun ins and auge Buchag d Un dem Eimer kin Herz 5 Nes e Praxis., 0 inzuſetzen u meiner en ſie, daß mehr un⸗ nicht ein ze— da t Frau.“, nun, mein wir unſer zen. Nun, u Aber agen: 341 Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen. dial fa dung. 11440] Joh. Lorenz Markloff von Seulberg, Sohn des verſtorbenen Johannes Markloff junior und deſſen gleichfalls verſtorbenen Ehefrau Anna Margaretha, geborne Meier, von Seulberg, wurde am 9. Auguſt 1785 geboren und iſt ſeit langer Zeit abweſend, ohne Kenntniß von ſei— nein Aufenthalt gegeben zu haben, weßhalb ſein Vermögen bisher curatoriſch verwaltet worden iſt. Da nun ſeit ſeiner Geburt mehr als 70 Jahre verfloſſen ſind, ſo iſt der Antrag dahier geſtellt worden, den Johann Lorenz Markloff von Seulberg für todt zu erklären, ſein Ver⸗ mögen aber ſeinen Seitenverwandten in Eigen⸗ thum zu überweiſen und werden daber der ge. nannte Johann Lorenz Markloff, ſowie deſſen etwaige Vertrags-, Teſtaments⸗ oder Leibes⸗ erben aufgefordert, innerhalb 3 Monaten a dato entweder ſelbſt oder durch gehörig bevoll⸗— mächtigte Stellvertreter dahier zu erſcheinen, ſich zu legitimiren und ihre Anſprüche geltend zu machen, indem anſonſt der genannte Johann Lorenz Markloff von Seulberg für todt erklärt, ſein Vermögen aber ſeinen ſich dahier legitimi⸗ renden Seitenverwandten in Eigenthum aus— gehändigt werden wird. Homburg den 13. September 1855. Landgräflich Heſſ. Juſtiz⸗Amt Dr a u t. Muͤhlenverpachtung. 11471] Dienſtag den 23. Oktober l. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſoll die dem Fürſtl. Hauſe Yſenburg- Büdingen eigenthümlich gehörende Mahlmühle dahier nebſt den dazu gehörenden Grundſtücken von dem 1. Mai 1856 an auf die Dauer von 12 Jahren öffentlich an den Meiſtbietenden verpachtet werden. Pachtlieb⸗ haber, welche ſich über genügende Befähigung zum Mühlenbetriebe, ſowie über den Beſitz des dazu erforderlichen Vermögens durch glaubhafte Zeugniſſe auszuweiſen vermögen, wollen ſich zur beſtimmten Zeit in dem hieſigen Rentkam⸗ merlokale einfinden. Die Verpachtungsbedingungen werden in dem obigen Termine eröffnet, können aber auch ſchon vom 1. k. M. an bei dem Fürſtl. Rentkammer⸗ ſecretariate eingeſehen werden. Büdingen den 18. September 1855. Fürſtl. Jienburg⸗ und Büd. Rentkammer daf. gelb fen Drehwald. Oeffentliche Aufforderung. 1484] Joſeph Sulzbach J. von Oppershofen iſt am 30. Januar l. J. kinderlos und mit Hinterlaſſung zweier letztwilligen Dispoſitionen verſtorben, Inhalts deren er ſeine drei Brüder: Heinrich, Jakob und Michael Sulzbach zu Erben eingeſetzt und noch anderweite Beſtim⸗ mungen getroffen hat. Auf Antrag dieſer Erben wird der abweſende Peter Sulzbach und wer ſonſt Anſprüche an den Nachlaß zu haben glaubt, aufgefordert, binnen einer Friſt von 2 Monaten dieſe Anſprüche ſo gewiß anzumelden, als ſonſt die Anerkennung der vorliegenden letztwilligen Dispoſitionen unterſtellt, der Nachlaß den ein⸗ geſetzten Erben überlaſſen und hinſichtlich der zu demſelben gehörigen Immobilien die zum Eintrag ins Mutationsverzeichniß erforderliche Urkunde ausgefertigt werden wird. Butzbach den 26. September 1855. Großherzogliche e Butzbach Ebel. Bekanntmachung. 11485] Es wird hiermit zur öffentlichen Kennt⸗ niß gebracht, daß in der Gemeinde Nieder⸗ mörlen 190 Gulden zum Ausleihen bereit liegen. Es können ſolche gegen doppelten ge⸗ richtlichen Einſatz auf Grundſtücke zu 5 pCt. jeden Tag bei dem Gemeindeeinnehmer Möbs III. dabier in Empfang genommen werden. Niedermörlen den 29. September 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Niedermörlen Dey. Bekanntmachung. 11486] Die Zwetſchen(circa 10 Malter) von vielen Bäumen in der Gemarkung Niedermör⸗ len ſollen nächſten Donnerſtag den 4. Oktober d. J., früh 8 Uhr, an Ort und Stelle an den Bäumen gegen gleich baare Zahlung öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Obermörlen den 30. September 1855. Freiherrlich Wetzeliſche Rentei⸗Kaſſe daf. Riedel. Landwirthſchaftliche Fortbildungsſchule zu Echzell. [1425] Die landwirthſchaftliche Schule zu Echzell nimmt mit dem 15. Oktbr. d. J. wie⸗ der ihren Anfang. Der Unterricht erſtreckt ſich über alle diejenigen Zweige der theoretiſchen Naturwiſſenſchaften, deren Kenntniß zu einem rationellen Betriebe der Landwirthſchaft unent⸗ behrlich iſt(Chemie, Phpſik, Mineralogie, Bo⸗ denkunde, Düngerlehre, landwirthſchaftliche Bo⸗ tanik nebſt Theorie der Pflanzenkultur, Frucht⸗ folge, Obſtbaumzucht u. ſ. w.). Diejenigen, welche als Penſionäre dieſe Schule zu beſuchen wünſchen, können gegen billige Vergütung Koft und Wohnung erhalten. Anmeldungen beliebe man baldigſt, jedenfalls vor dem 1. Oktober, an Unterzeichneten gelan— gen zu laſſen, der auch jederzeit bereit iſt, auf mündliche oder frankirte ſchriftliche Anfrage nähere Auskunft zu ertheilen. Echzell im September 1855. Dr. Henkelmann. Zum Ausleihen. 11473] 5 bis 6000 fl. können durch meine Ver⸗ mittlung gegen gerichtlichen Anſatz ausgeliehen werden. Kaufſchillinge in jeder Größe übernehme ich zu dem billigſten Nachlaſſe. Friedberg im September 1855. Joſeph Straus. Tanzunterricht. [1482] Mit dem 1. Okt. J. J. beginnt mein Tanzunterricht, zu welchem ich mich empfohlen halte. Anmeldungen werden freundlichſt entgegen genommen in meiner Wohnung bei Johannes Erb's Wwe. Friedberg im September 1855. H. Moſeler, Tanzlehrer. 1 Empfehlung. [1487] Ich beabſichtige hier einige Wochen Un⸗ terricht im Kleider⸗ und Blumenmachen zu er— theilen. Ich mache mich verbindlich, erſteres binnen 4 Wochen für den Preis von 7 fl. und letzteres binnen 14 Tagen für den Preis von 2 fl. gründlich zu lehren. Ueber den guten Erfolg meiner Lehrmethode liegen bei mir die beßten Zeugniſſe aus mehr e⸗ ren Städten zur Einſicht offen. Friedberg. K. Schneider aus Gießen. Meine Wohnung iſt bei Herrn Metzger Weller. Jüdiſche Feiertage 11488] ſind Donnerſtag den 1. und Freitag den 5. d. Mts. Wohnungsveraͤnderung. [1489] Der Unterzeichnete wohnt ſeit heute in ſeinem eigenen, dem früheren Windecker'⸗ ſchen Hauſe, Uſergaſſe Nr. 275. Friedberg den 28. September 1855, Heinrich Diehl, Barbier und Heilgehülfe. 5 1 3 Wohnungs-Veraͤnderung. L490] Unterzeichneter macht hiermit die An⸗ zeige, daß er die Wohnung in ſeinem Eltern⸗ haus verlaſſen hat und jetzt in dem Suhrada'⸗ ſchen Hauſe auf der breiten Straße wohnt. Zugleich bringt er ſein Weißbindergeſchäft in empfehlende Erinnerung und hält ſich zu zahlreichen Aufträgen beſtens empfohlen. Friedberg. Philipp Dienſtbach, Weißbindermeiſter. 2 1 a Mobiliar-Verſteigerung. 11491] Freitag den 5. Oktober d. J., Morgens 8 Uhr, ſoll in der Behauſung des Unterzeich⸗ neten der Mobiliar-Nachlaß des verſtorbenen Konrad Bingel J., beſtehend in Kleidungsſtücken, Betten und Bettzeug, Leinen und Weißzeug, Möbeln und Holzwerk verſchiedener Art, Zim⸗ merhandwerkszeug, Porzellan und irdenem Ge⸗ ſchirr, Steingut und ſonſtigen Oekonomie-Geräth⸗ ſchaften, öffentlich meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden. Schwalheim am 29. September 1855. Chriſtian Bingel. Einladung. [14921 Donnerſtag den 4. Oktober, findet zur Feier der Einweihung der neuen Thora bei dem Unterzeichneten gut beſetzte Harmonie- und Tanz⸗ muſik für Israaliten ſtatt, wozu unter Zufiche⸗ 155 guter Speiſen und Getränke höflichſt ein⸗ adet Niederweiſel. Joh. Jae. Adami. Dank ſagung. [1493] Allen den lieben Freunden und Be⸗ kannten ſagen wir hiermit unſern innigſten Dank für die herzliche Theilnahme, welche ſie uns bei dem unerſetzlichen Verluſte unſerer theuren un⸗ vergeßlichen Gattin und Mutter erwieſen. Friedberg. Schäfer, penſ. Major, in ſeinem und ſeiner Kinder Namen. Einladung. [1495] Donnerſtag den 4. Oktober findet bei dem Unterzeichneten Tanzmuſik für Israeliten ſtatt, wozu höflichſt einladet 1 Florſtadt. Carl Petri. In C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg iſt zu haben: Der neueſte Fahrtenplan der Eiſenbahnen, Dampſfſchiſſe, . u. se: Weſtentaſchen⸗Format. Preis 3 kr.— In eleg. Etuis 6 kr. Placatformat zum Aufkleben. Preis 2 kr. 342 Solbad Nauheim. Jeden Tag Nachmiilugs von 3 bis 6 Uli, ausgeführt von dem Rur- Orchester unter Direction des Herrn Edmund Neumann. Anzeige. 14941 Der Unterzeichnete macht hiermit den verehrlichen Bewohnern der Stadt Friedberg und Umgegend die ergebenſte Anzeige, daß er das von Herrn Kärſt ſeither geleitete Maͤdcheninſtitut dahier übernommen hat und der Unterricht am 15. October nächſthin beginnen wird. Wie er die Anſtalt unter den frü⸗ heren Bedingungen fortfuͤhrt, ſo wird es auch ſein eifrigſtes Beſtreben ſein, die⸗ ſelbe möglichſt im Sinne und Geiſt ſeines Vorgängers fortzuführen und ſich das Zutrauen und die Zufriedenheit der verehrlichen Eltern ſeiner Schülerinnen zu erwerben. Anmeldungen neu aufzunehmender Schülerinnen beliebe man vor Beginn des Unterrichts in der Wohnung des Unterzeichneten, in dem Hauſe der Frau Sieck, zu machen. Auswärtige Mädchen, welche die Anſtalt beſuchen wollen, können in der Familie des Unterzeichneten eine freundliche Aufnahrne finden. Nähere Auskunft ertheilt mit Vergnügen Friedberg am 1. October 1855. der Vorſteher Dr. Gorth. [656] Soeben iſt bei uns eingetroffen: Die Spinnſtube für 1836. Herausgegeben von W. O. von Horn. Preis 45 kr. E. Biudernagel's Buchhandlung. Frankfurter Cours vom 29. Sptbr. 1855. Piſtolen g d n Friedrichsd'ourT,rƷ,rỹ nm Holländiſche 10 fl. Stücke Rand⸗Ducaten 20 Frankſtücke Engliſche Souverains. Preußiſche Thaler 5 Frankenthale Preußiſche Caſſenſcheine fl. 9 34-35 „ 9 57-58 „ 9 41-42 71532233 „ 919½7¼0½ 1142-44 „ 1 45%. 7 1—— „145 ¼⁹5% Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 3. bis zum 9. Oktober. Butz⸗ 2 5 Fried⸗ 8 Brod ⸗Preiſe. berg. bach. 8. ii ee d 11Roggenbrod /¼ Korn⸗ a und ½ Gerſteumehl 443 43 2 75„„ 91691 4„„„ 18 111861 1 gemiſchtes Brod(Tafelbrod) N ½ Korn- u./ Waizenmehlſ, 5 1651 213 75 75 10 21102 4 7 77 7 21— 21— I Loth. ot —Milchbrod 13 130 — Waſſerweck eee — eich Pee Brod 14 114 Fleiſch⸗Preiſe. f. 1 1 chende) 14 2142 „Kühfleiſch, gemäſtetes 11] 211 2 „Rindfleiſch, gemäſtetes 10 210 2 „Schweinenfleiſch 16— 16— „[Dammelfleiſch 12½½½2%% u 5 Schaaffleiſch 7—1—— „ Kalbfleiſch 8 2 ene „ Wurſt v.blos Schweinen 17— 17 „ Bratwurſt 2 25921 12 „ Geräucherter Speck 31125312 „Schwartenmagen 18— 118— „ Dörrfleiſch 21%%% 2 „Schinken 234 2/230½2 „ Schweinenſchmalz, ausgel. 27 227 2 „ unausgelaſſen 232232 „Nierenfett 23 223 2 „Hammelsfett 161— 116— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Be Seippel. nder. Frucht⸗ und Mehlpreiſe von nachbenannten Städten und Fruchtmärkten. Waizen Korn Geer ſt e H. a fer Kartoffeln Mittel⸗ Mittel⸗ Mittel⸗ Mittel⸗ Mittel- Ort und Datum Auf⸗ Ver⸗ preis Auf- Ver- preis Auf- Ver⸗ preis Auf- Ver- preis Auf⸗ Ver- preis ge⸗ kauft r ge- kauft f ge- kauft 2. ge. kauft 2 ge⸗ kauft fahren 8 fahren 5 fahren 8 fahren— fahren 8 Mltr.] Mltr. Pfd.] fl. kr.]Mltr Mltr. Pfd. fl. kr.] Mltr.] Mltr.] Pfd.] fl. kr.] Mltr.] Mitr Pfd. fl. kr.]J Mltr.] Mltr. Pfd. fl. kr Friedberg, 28. Sept. 1309 1205 20018— 1236 32 180 1441486 455 160 9635 90 90 1120 4304326 284 200 2144 Butzbach, 28.„310 182 200 17798 13% 18015280151 119% 60 9/8 4 4 120 448031 26% 200 2/48 Vilbel, 28.„164 144 2001755 23 8 1801745] 26 7 160 9104—— 1120—— 63 63 200 2/46 Altenſtadt, 28.„297 104 2001714] 55% 6 180 14. 20% 3 1609—f 9— 120—— 200—— Nidda, 28.„— 7 2001652]— 2 1891240]— 5 160 8158“— 1 1120/ 430]—— 200.—— Hungen, 28.„ 50— 200 20— 180——1 30 30, 160 5/20 25 25 120 420—— 200 Echzell, 28.„91 28 200715 29 9 180 14 2145 23½ 600 915 4½ 2 120 4.25[(—— 200—— Grünberg, 29.„206 206 200171587 87 1801522 95 95 160 916000 100 120 4/29]—— 200—— Mainz, 28.„—— 22001845]—— 1804,50.—— 1160045—— 1120-1—— Friedberg: Saatkorn verk. 47 Mltr., 16 fl. 38 kr.; Vorſchußmehl aufg. 14, verk. 14, 21 fl. 41 kr.; Waizenmehl aufg. 23, verk. 23, Saamen aufg. 2.— Butzbach: Saatkorn 17 fl. 5 kr. Druck und Verlag von C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. Der S ah yuhalten; Frie! Ich k den ich in verdroß. ich von me te, ſagt „Es ltere Unt. fetzt gesagt mir wicht. ſcherzen, od Fall, ſo he den ich ge Nothwendi ehrlich und wird, ſo w nich verabſ Nei und nöihis ſind noch! wähnten e hart für ei von Hoffun legenheiten den Zauber dreißigtauf Drei, an meinem von dieſen ſchnitt ich, wort: Ich. ſage pe Jeden nö Sie werden noch etw habe.! N „Ab Aud, 705 anner zu