danderer Atmen Friedberger Intelligenzblatt. Erſcheint woͤ⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 30 kr. Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Einrückungsge⸗ bühren fur die ge⸗ ſpaltene Petit zeile oder deren Raum ſammen 7 kr. bebe ge Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. e Nu 10. Freitag, den 2. Februar. 18535. Eine gute Lehre. (Schluß.) „Die ganze Geſchichte iſt folgende,“ hub Loriot zu er— zählen an, ohne die Zerſtreutheit ſeines Begleiters zu be— merken,—„vor zwei Tagen gehe ich nach Meiſter Bour— gois Schenke, um dort eine alte Schuld zu berichtigen, denn meiner Treu! ich mache keine neuen mehr! Dort treffe ich, ſag' ich, einen Burſchen, der ſich in den feinſten Kleidern ſo prächtig herausgeputzt hat, daß er mir ſogleich auffällt, denn ich habe gottlob einen geübten Blick. Burſche, ſag' ich zu mir ſelber, mit Dir iſt's nicht ganz geheuer! Entweder gehören dieſe Kleider nicht Dir oder Du haſt ſie nicht mit rechten Dingen bekommen, denn Leute in ſolch feinem Tuch laſſen ſich ſonſt in einer ſolchen Kneipe nicht ſehen. Um nun der Sache auf den Grund zu kommen, laſſe ich mir ein Glas Wein geben und ſetze mich neben ihn, ſowohl aus Neugierde, als im Intereſſe meiner philoſophi— ſchen Studien!“ „Nun? und was weiter?“ fragte Raymond zerſtreut. „Jenun, der Kerl war ſo wenig zum Plaudern auf⸗ gelegt, daß man ihm ordentlich die Worte aus dem Munde zwängen mußte, wie man Nägel aus einer Bohle zieht, und ich ſah bald, daß mit dem Burſchen nichts zu machen war!“ „Und Ihr habt alſo nichts von ihm herausgebracht?“ „Gar nichts denn um meinen Fragen auszuweichen, nahm der Kerl eine zerſtreute Miene an und unterſuchte den Inhalt ſeiner Taſchen. Bei dieſer Gelegenheit fiel mir eine Brieftaſche auf, die er auf den Tiſch gelegt hatte..“ „Eine Brieftaſche?“ rief Raymond und bebte zu— ſammen. „Ja eine Brieftaſche von dunkelblauem Chagrin mit einem Frauenporträt auf dem Deckel....“ „Wirklich!“ „Ja, ja; die Brieftaſche war mir ſchon damals auf— gefallen, als Sie ſie herausnahmen, um mir meinen Em— pfehlungsbrief an den Spitalverwalter zu ſchreiben; ich habe das Miniaturbild im Augenblick wieder erkannt....“ „Und Ihr habt nicht errathen, daß mir die Brief— taſche geſtohlen worden iſt?“ fiel ihm Herr Raymond in's Wort. „Doch, doch; ich habe es gleich im Anfange gearg— wöhnt, und bin dann meiner Sache gewiß geworden, als der Burſche bei dem erſten Wort, das ich davon erwähnte, ganz erſchrocken auffuhr...“ „Ihr hättet ihn verhaften laſſen ſollen!“ rief Herr Raymond. „Das ging nicht an; ſobald er ſich entdeckt ſah, war er auf und davon wie die Kugel aus dem Rohr, ohne ſeine Zeche zu bezahlen....“ „Und Ihr wißt nun nicht, wer er war oder was aus ihm geworden iſt?“ rief Raymond. „Keins von Beiden; aber ich habe mir wenigſtens die Brieftaſche zu Gemüthe geführt— hier iſt ſie!“ rief Vater Loriot. Herr Raymond ergriff ſie mit einem Freudengeſchrei⸗ oͤffnete ſie mit krampfhaft zitternder Haſt, durchſuchte ihre Fächer und brachte die Quittung über die 150,000 Fran⸗ ken zum Vorſchein. Bei dem Freudenrufe, den er ausſtieß, drehte ſich der alte Bettler nach ihm, und rief:„Iſt Ihnen mit der Geſchichte wirklich eine Gefälligkeit erwieſen wor— den 2. „O mehr als eine Gefälligkeit! Ihr rettet mich vom Elende!“ rief Herr Raymond, vor Aufregung zitternd. „Mit dieſer Brieftaſche und dieſem Stückchen Papier gebt Ihr mir alle Freude und alles Glück der Zukunft wieder, auf welches ich ſchon verzichtet hatte. Ohne ſie hätte ich meine Lieben verlaſſen und in fernen Landen unbekannte Gefahren beſtehen müſſen. Der Brief hier, den ich vorhin geſchrſeben, und welchen ich ſoeben auf die Poſt beſorgen wollte, war ſozuſagen ein Todesurtheil für mich. Ihr habt ihn jetzt unnöthig gemacht! Von nun an iſt Alles geord— net und Euch verdanke ich einen ſorgenfreien Lebensabend und eine geſicherte Zukunft für die Meinigen.“ Er erklärte Loriot in wenigen Worten die Wichtig keit des Dokuments, das die Brieftaſche enthalten hatte und der Bettler ſchlug betroffen die Hände zuſammen:„All⸗ mächtiger Gott!“ rief er,„ſo ſoll denn ich einmal in mei— nem Leben auch einen Menſchen glücklich gemacht haben! Und zwar den einzigen Menſchen, der gegen mich gütig ge— weſen iſt. Ja führwahr, nun ſehe ich ein, daß es eine Vorſehung gibt!“ „Und dieſe Vorſehung ſoll für uns Beide geſorgt haben!“ rief Raymond und ergriff des Bettlers Hand,— „denn ich will, daß Ihr den Wohlſtand theilt, den Ihr mir wieder verſchafft habt.... wir werden uns fortan nicht mehr verlaſſen! Ihr müßt in meiner Familie leben....“ „Gemach, gemach, lieber Herr!“ fiel ihm Vater Lo— riot in die Rede;„vor acht Tagen haben Sie ſich meiner angenommen, ohne mich zu kennen, und aus bloßer Her⸗ zeusgüte; heute leiſte ich Ihnen aus Zufall einen Dienſt. Das ſoll mein Lohn ſein und ich will keinen andern. Hätten Sie Ihre Brieftaſche nicht herausgezogen, um mir ein Empfehlungsſchreiben zu geben, das mir ein Unterkommen geſichert hat, ſo hätte ich es auch nicht wieder erkennen und Ihnen zurückbringen können. Ihr Glück iſt daher nur die Folge Ihrer großmüthigen Handlung. Erzählen Sie nur dieſe Anekdote Ihren Kindern zum Beweiſe dafur, daß La Fontaine Recht hat, und daß es bei Menſchen wie bei Thieren zutrifft: Man braucht oft einen noch Ge— ringern als man ſelber iſt!“(Erheit.) Die Geſchichte der Entdeckung des Goldes in Californien. Man wußte längſt, daß Capitän Sutter, ein ehe— maliger O fizier der franzoͤſiſchen Schweizergarde, welcher nach der Juliusrevolution auswanderte und in Californien bedeutenden Grundbeſitz erwarb, Entdecker des Goldreich— thums jener Gegend ſei; allein erſt neulich hat derſelbe 42 die kurze Geſchichte dieſer Endeckung erzaͤhlt, welche nach amerikaniſchen Blättern folgendermaßen lautet: „Im Monat Junius 1848%½ ſo berichtet Hr. Sutter, „wollte ich mich eines Tages nach gehaltener Sieſta hin— ſetzen, um einen Brief an meine Verwandten in Luzern zu ſchreiben, als ſich eilige Schritte hören ließen, und mein Factotum Marſhall, der damals gerade den Bau einer Sägemühle beaufſichtigte, haſtig bei mir eintrat. Er hatte mich erſt vor zwei Tagen verlaſſen, und ich dachte ihn nicht vor Beendigung des noch nicht weit vorgeſchrit— tenen Baues wiederzuſehen. Wie groß war daher mein Erſtaunen, als ich Marſhall ganz unbeweglich, mit ſtarrem Blick, offenem Mund, ohne ein Wort zu ſprechen und die Arme ausſtreckend, vor mir ſtehen ſah.“ „Da er gar nicht zum Sprechen kommen wollte, rief ich ihm ungeduldig zu:„Habt Ihr den Verſtand verloren?“,—„„Den Verſtand verloren 2“ wiederholte er.„„Ich glaube“; und dann, nachdem er ſich umge⸗ ſehen, ob kein Lauſcher in der Nähe ſei, flüſterte er mir halblaut zu:„„Unerhörte Schätze! Berge von Gold „„Wie wollt Ihr dazu kommen 2“—„„Wie ich dazu kommen will? Wollen Sie einen unermeßlichen Reichthum beſitzen, Millionen von Dollars, um dieſes Zim— mer zu füllen 2% „Ich bezweifelte gar nicht, daß Marſhall verrückt geworden ſei, und ſagte es ihm unverhohlen. Aber als einzige Antwort hielt er mir die offene Hand hin, aus der er einen kleinen Strom von Goldkörnern rieſeln ließ. „Jetzt fühlte ich, daß ich nun die Miene annahm, die mir vorhin bei Marſhall aufgefallen war, und war geneigt, ihn für einen großen Zauberer zu halten. Als ob er ſein Herz von einer großen Laſt befreit, ſetzte er ſich jetzt neben mich und erzählte mir die Geſchichte ſeiner Entdeckung.“ „Er war am Ufer des Mühlenfluſſes auf- und ab⸗ gegangen, die Arbeiter beaufſichtigend, als er in den Schlammſchichten des Bodens etwas Glänzendes bemerkte. Er hielt es für eine Art Opal, die im Lande ſehr häufig iſt, und ſetzte ſeinen Weg fort. Zwanzig-, dreißigmal wurden ſeine Blicke von dem Glanze dieſer Gegenſtaͤnde angezogen, ohne daß er ihnen mehr Aufmerkſamkeit ſchenkte. Die Häufigkeit ihres Vorkommens ſetzte ihn jedoch in Er— ſtaunen, und mehr als einmal ſtand er ſchon im Begriff, an die Ufer hinunter zu gehen, um einen dieſer Steine näher zu beſehen, aber er machte ſich Vorwürfe über ſeine kindiſche Neugier, und ging weiter. Aber auf einmatk ſah er unmittelbar vor ſich einen dieſer glänzenden Steinchen liegen, und dießmal war der Juſtinct raſcher als die Ueber— legung. Er bückte ſich, hob es auf, und hatte zu ſeinem größten Erſtaunen ein Korn reinſten Goldes in ſeiner Hand. Auf der Stelle kehrte er nun wieder um und ſam— melte ſorgfältig alle Steinchen, die er vorhin verachtet hatte. Anfangs glaubte er, daß ſein Fund die Sache reinen Zu— falls ſei, und daß vielleicht Indianer hier ihre Schätze vor Jahrhunderten verſteckt hätten; aber bald lehrte ihn eine genauere Unterſuchung, daß der ganze Erdboden goldhaltig ſei und zwar in ſehr hohem Grade. Er füllte nun die Taſchen, ſetzte ſich zu Pferde und ſprengte mit verhängtem Zügel nach Hauſe um mir die überraſchende Nachricht zu bringen.“ „Mein erſtes Wort nach vollendeter Erzählung war, ob er Mitwiſſer habe. Darüber beruhigt, ſaß ich alsbald im Sattel und ritt nun mit Marſhall zur Mühle zurück. Mit Anbruch der Nacht kamen wir an, und gruben mit unſern Taſchenmeſſern eine ſolche Menge Goldkörner von einer bis zu mehreren Unzen aus dem Boden, daß wir ganz ſtarr vor Erſtaunen waren. Beherrſcht von der ganz naturlichen Aufregung uͤber eine ſo wunderbare Entbeckung, kehrten wir ſtillſchweigend nach der Mühle zurück, als uns die Arbeiter mit dem Rufe:„Gold, Gold 1% aus vollen Hälſen entgegen kamen. Wie wir ſpäter erfahren, hatte einer uns während der Nacht beobachtet, und war unſerm Beiſpiele gefolgt, ohne ſein Geheimniß lange bewahren zu können. Alle verſprachen mir nun zwar das unverbrüch⸗ lichſte Schweigen, aber am nächſten Tage waren ſchon Hunderte von dem Goldfunde unterrichtet. Nach Verlauf von 4 Wochen waren ſchon mehr als 4000 Goldſucher an Ort und Stelle!,(Ausl.) Die Erbſchleicher. Eine amerikaniſche Geſchichte. 5 Unſere Stadt war nicht alt im Vergleich mit den Städten Europa's. Hundert Jahre vor dem Zeitpunkt, in welchem meine Geſchichte anhebt, war der Boden, wo— rauf die Stadt nun ſteht, noch mit jungfräulichem Urwald bedeckt geweſen; allein unter den Städten Amerika's nahm ſie ſchon ein ziemlich reſpektables Alter in Anſpruch, und ihr Name reicht auch in's graueſte Alterthum zurück, denn ſie hieß Troy(Troja). Worin unſre Stadt eigentlich Priam's Stadt glich, habe ich niemals recht in Erfahrung bringen können, wie denn auch die Topographie und Spe⸗ zialgeſchichte des Alterthums nicht meine ſtärkſte Seite iſt. Die Gründer meiner Vaterſtadt waren jedenfalls große Sanguiniker, denn ſie legten dieſelbe an wie eine embryo— niſche Hauptſtadt, mit Straßen, Plätzen, Halbmonden und Promenaden, allein der Strom des Welthandels hat ſich niemals ſo tief in den Weſten von Maſſachuſetts hinein erſtreckt, daß er Troy zu einer blühenden Hauptſtadt des Verkehrs gemacht hätte. Die Promenaden waren deßhalb Obſtgärten, die Halbmonde Kohlfelder, und die Plätze Kraut⸗ äcker geworden bis auf den in der Mitte, auf welchem ein Pumpbrunnen ſtand, überragt vom amerikaniſchen Adler, dem einzigen Monument, das die Stadt aufzuweiſen hatte und das zugleich den Mittelpunkt bildete, von welchem alle Straßen wie Strahlen von einem Brennpunkte ausgingen. So war unſer Troja beſchaffen; es erhob ſich am Ufer eines kleinen Flüßchens, welchen dieſelbe Vorliebe für das klaſſiſche Alterthum Skamander genannt hatte,— ein Titel, den man aber der Bequemlichkeit wegen ſchon längſt in Skim abgekürzt. Die Umgegend war eine breite wohl— angebaute Ebene, beſät mit Feldern und Maiereien, welche meiſt ſchon den Großvätern ihrer jetzigen Beſitzer gehört hatten; die Bevölkrung beſtand im Allgemeinen aus flei— ßigen wohlhabenden Leuten, unter welchen ſich vorzugs— weiſe die Nüchternheit, Verſtändigkeit und die vernünftige, dem Fortſchritt holde Bildung und Erziehung der Neueng⸗ länder geltend machte. Die Reichen und Vornehmeren der Landesbewohner reſidirten zu Troy, und namentlich in Pump Sqare, auf dem Pumpbrunnenplatze. Dieſen Platz zierten auch die öffentlichen Gebäude der Stadt, nämlich eine Bank, ein Stadthaus, etliche Kirchen und die Armen⸗ ſchule. Auch alle Berühmtheiten der Stadt wohnten auf dieſem Platze: Herr Naresby, der beliebte Kanzelredner; der junge Weſtland der Dichter, die ſehr modiſche und vor— nehmthuende Familie Mathewſons, die gewandten Weathe⸗ ralls, und endlich der alte Nat Norton, der reichſte Mann den man je an den Ufern des Skim gekannt. Nathan Norton beſaß die meiſten Aktien an der Bank von Troy, ferner ein Dutzend Maierhöfe, die gegen ſehr guten Zins verpachtet waren; ihm gehörte die Hälfte der Häuſer in der Homerſtraße, welche er in den beſten baulichen Ver⸗ hältniſſen unterhielt, und eine Strecke von vielen tauſend Morgen von dem noch unbebauten Waldland, das unſere In e von dem heidiger 0 ung eines. ſtecken könn. im Sommer Dieſer Bau den Spreche Der woßnen Sl Der! waren ja E 34] Nach dig Schild a Hoſperchte d Onda erk wie undäng ihrer Anſpr nahme auf Freit bei Vermeid Auoſhluſſtg Heitrüts zun ſchenenen. W uglach w Gl. ing Mamach. bm— für ſe dall werden wf Butzbach Gr 5 N Seite iſt. ſalt große t kadrvo⸗ ichen da der Nrtueng⸗ ebmeren der amen mich in en Platz 1* anlich „ Armen⸗ 45 71 auf t rednet; de und vor⸗ Weathe⸗ „dar Mann „ Natdan von Troy, r guten Zins * Hauer* n Ver- Alen tauſend 1 des unſent * 43 Ebene nordwärts begränzte und die ganze Stadt und Ge⸗ gend mit Bau- und Brennholz verſah. Nat war ein alter Junggeſelle hoch in den Siebzigen; er bewohnte ſein ſchoͤnſtes Haus, das an der Ecke der Homerſtraße und des Pump— brunnenplatzes ſtand und die Ausſicht auf letztern bot. Der einzige Mitbewohner dieſes Hauſes war ein alter Neger— diener— kein Sclave, denn ein ſolcher ward gottlob im Staate Maſſachuſetts noch niemals geſehen, wo alle Men⸗ ſchen frei ſind,— ſondern ein freier Mann und treuer Dienſtbote, der auf den kriegeriſchen Namen Cͤſar ging. Wie lange Cäſar in des alten Norton's Dienſten geweſen, wußte Niemand zu ſagen; aber zur Zeit wo meine Ge— ſchichte beginnt— d. h. vor etwa dreißig Jahren— war des Aſrikaners wolliges Haar ſchon dünn und grau, ob⸗ ſchon er noch immer ein rühriger kleiner Burſche war, mit einem ehrlichen, gutmüthigen, pechſchwarzen Geſicht und nicht ſo viel Fleiſch am ganzen Leibe, als einen Marder geſättigt haben würde. (Fortſetzung folgt.) Verſchiedenes. In einer Dorfſchenke wurden unlängſt Wunderdinge von dem neuen Vogeldünger erzäht, und ein Hauptver—⸗ theidiger deſſelben meinte, man werde bald davon zur Dün⸗ gung eines ganzen Feldes den Bedarf in die Weſtentaſche ſtecken kfönnen.„Ja wohl,“ rief ein kluger Bauer,„und im Sommer darauf in die andere Weſtentaſche die Ernte.“ Dieſer Bauernwitz wurde allgemein beklatſcht und brachte den Sprecher zum Schweigen. Der Landrichter zu einem Vagabunden: Wo wohnen Sie?- Der Vagabund:»Ich wohne gar nicht.“ Der Landrichter zu einem zweiten:„Und Sie?“ Der Andere:„Ich wohne ihm vis-A-vis.“ „Wie alt iſt Ihre Fräulein Tochter, wenn ich fragen darf?“ „„Sie zählt achtzehn Sommer.““ „Ich glaubte bereits zwanzig.“ „„Eigentlich ja. Aber die beiden letzten Sommer waren ja ſo ſchlecht; die ſind gar nicht zu rechnen.“ Levi:„Nu, Johann, was macht der Herr Grafe Johann:(ſehr betrübt)„Ach der rechte Fuß wird ihm wohl abgenommen werden müſſen.“ Levi:„Nu was weinen Sie? Brauchen Sie doch blos einen Stiefel zu putzen.“ Ein altes Weib trat unlängſt unter folgenden Worten in ein Zimmer:„Madame! ich bitte ſchön um das wöchent— liche Almoſen, welches die alte Bärbel ſeither erhielt— ſie war eben eine gute Freundin von mir und hat mir beim Sterben das Almoſen vermacht.“ Prüfungs⸗Seene. Schulinſpector.„Nun gut, nicht mehr weiter leſen; wir wollen bei dem Ei ſtehen bleiben. Was iſt denn das Ei für ein Wort ein Haupt⸗, Nenn⸗ oder Redewort?“ Mädchen:„Das Ei iſt ein Nennwort!“ Schulinſpector:„Gut, recht brav; jetzt ſag' mir auch, welchen Geſchlechts iſt es? männlichen, weiblichen oder ſächlichen!“ Mädchen:(beſinnt ſich lange, endlich)„Das kann man jetzt noch nicht ſagen, man muß warten bis es aus⸗ gebrütet iſt! Ein junger Mann, der auf Freiersfüßen ging, wollte ſich in einer fernen Gegend eine Frau ſuchen. Den Ur⸗ laub zu dieſer Reiſe erbat er ſich von ſeinen Vorgeſetzten mit folgenden Worten:„Ich bitte um achttägigen Urlaub zu einer Entdeckungsreiſe.“ Für die Familie des H. Butte gingen bei der Unterzeichneten weiter ein: Von K. auf Hof Haſſel⸗ beck 1 fl., Ungenannt 32 kr. J. K. 1 fl., Rentamtm. A. zu O. 1 fl., N. N. 1 fl., M. in Steinfurt 30 kr., Advokat Trapp III. 1 fl., J. Windecker in Butzbach 1 fl., H. 30 kr. Die Exped. des Friedb. Int.⸗Bl. Um weitere Gaben wird gebeten. Markt⸗Bericht von Friedberg. 30. Januar. Waizen aufgefabren 453 ¼ Malter, verkauft 387½, 16 fl. 33 kr.; Korn aufg. 55, verk. 35, 13 fl. 9 kr.; Gerſte aufg. 68, verk. 21. 8 fl. 13 kr.; Hafer aufg. 14, verk. 12, 5 fl. 36 kr.; Vorſchußmehl aufg. 18, verk. 18, 19 fl. 20 kr.; Waizenmehl aufg. 31, verk. 31, 14 fl. 48 kr.; Roggenmehl aufg. 2, verk. 2, 11 fl. 45 kr., Erdſen aufg. 12, verk. 12, 12 fl. Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen. Edictalla dung. [133 Nachdem über das Vermögen des Lud⸗ wig Schild aus Hochweiſel von Großherzoglichem Hofgerichte der Provinz Oberheſſen der formelle Concurs erkannt worden iſt, ſo werden bekannte wie unbekannte Gäubiger zur Geltendmachung ibrer Anſprüche, ſowie zur weiteren Beſchluß⸗ nahme auf Freitag den 16. März l. J., Vormittags, bei Vermeidung des ſtillſchweigend eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe und Annahme des Beitritts zum Beſchluſſe der Mehrheit der er⸗ ſchienenen Gläubiger biermit vorgeladen. Zugleich werden der unbekannt wo abweſende L. Schild, insbeſondere aber deſſen Ehefrau zur Geltendmachung ihrer Rechte auf obigen Termin hiermit vorgeladen, widrigenfalls ein Curator für ſie beſtellt und mit dieſem lediglich verhandelt werden wird. Butzbach den 24. Januar 1855. Groß berzogliches Landgericht Butzbach Ebel, A. Muth, Landrichter. Landgerichtsaſſeſſor. Holzverſteigerung. [1351 Donnerſtag den 8. Februar l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen im Beinbardswalde verſteigert werden eirca: 4 Stecken Eichen⸗Scheitholz, 3„ Lerchen⸗Scheitholz, 30„ Eichen⸗Prügelholz, 600„ Stockholz, 60 1„ Reisholz, 500 Wellen„ Reisholz, 20 Stück Eichſtämme von 10—24“ Durch⸗ meſſer und 25-35“ Länge, 6„ Lerchen ⸗Stämme von 13.—20“ Durchmeſſer und 5— 25“ Länge, Forſthaus Beinhards am 30. Januar 1855. Der Gräff. Revierförſter Hartmann. Eichenſtammholz ⸗Verſteigerung. [136] Montag den 5. Februar d. J., des Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll das unterm 22., M. in dem bieſigen Gemeindewald, Diſtriet Burg, verſteigerte aber nicht genehmigte Bau., Werk⸗ und Nutzbolz, in 29 Eichſtämmen von 14— 26“ Durchmeſſer und 10—35“ Länge beſtehend, an Ort und Stelle, unter den im Termin eröffnet werdenden Bedingungen adermals öffentlich meiß⸗ bietend verſteigert werden. Niederrosbach am 30. Januar 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Niederrosbach Cun ß. Bekanntmachung. 1137] Die geſtern und heute abgehaltenen Holz⸗ verſteigerungen werden hiermit genehmigt. Der erſte Fahrtag iſt auf Freitag, den 2. Fe⸗ bruar l. J., anberaumt. Die Abfuhrſcheine können jeden Donnerstag und Freitag, von 8—12 Uhr Vormittags, ent⸗ weder gegen Baarzahlung oder Einlegung vor⸗ ſchriftsmäßiger Bürgſcheine, hier in Empfang genommen werden. Ockſtadt, am 30. Januar 1855. 5 Freihl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer. 0 600 Gulden Ao] liegen im bieſigen Kirchenkaſten, im Ganzen oder auch getrennt, zum Ausleiben bereit. Wickſtadt den 8. Januar 1855. Veith, Kirchenrechner. Zur Nachricht! [1181 Dienſtag den 6. Februar wird die Ca⸗ ſinog' ſellſchaft im Saale des Hötel Trapp einen Ball abhalten. Der Anfang iſt um 8 Uhr. Friedberg den 21. Januar 1855. Die Vorſteher. Bei der 8 Viehverſicherungskaſſe zu Oberrosbach [114] liegt ein Kapital von 4—500 fl. gegen gerichtliche Verſicherung von Güterſtücken zum Ausleihen bereit und kann jeden Tag in Em⸗ pfang genommen werden. Die Viehverſicherungsanſtalt zu Oberrosbach Bingmann. Pferde Ver kau f. [138] Der Unterzeichnete beabſichtigt in ſeiner Mühle, wegen Aufhebung ſeiner Oeconomie in Wölfersheim, vier Zugpferde den 5. Februar d. J. um 1 Uhr öffentlich zu verſteigern und ladet Kaufliebhaber hierzu ein. Kettermühle bei Münzenberg, den 29. Januar 1855. Heinrich Alles. Ein Schweizer, 1139] der gute Zeugniſſe aufzuweiſen bat, kann nächſten Petritag gegen guten Lohn eine An⸗ ſtellung finden bei „. Jia g in Niedereſchbach, Kreis Vilbel. Ein Logis, 1140] mit oder ohne Möbel, hat zu vermiethen Bäckermeiſter Fa u ſt. Ein Logis 11021 im mittleren Stocke, welches den 1. April bezogen werden kann, iſt zu vermietben bei Jakob Stamm, Schreinermeiſter. 10 0 0 Gulden 1141] im Ganzen oder getrennt hat in Auftrag auszuleihen Joh. Ruppel. Zur Nachricht. 1142] Sonntag den 4. Februar d. J. iſt kein Damencafino. Friedberg den 20. Januar 1855. Die Vorſteher. Feinſter Weineſſig 4431 bei H. M. Hirſchſprung. Empfehlung. 491 Muscat Lunel, Malaga, Bordeaux, St. Julien, ſowie Jamaica-Rum, Arrae de Ba⸗ tavia und feinſte Punſch⸗Eſſenz bei Friedberg. H. M. Hirſchſprung. Loh kaͤſe, 1144] pro 100 Stück 32 kr. bei Jakob Bechſtein II. Annonce. [145] Es hat ſich am 25. d. M. in Friedberg ein ſchwarzgrauer Pinſcher⸗Hund verlaufen, ver⸗ ſehen mit einer gelben Bruſt, gelben Beinen, einem Schnauzbart, abgeſtumpftem Schwanz und Ohren. Der Finder wird gebeten, denſelben an Bäckermeiſter Karl Bopp in Aſſenheim gegen gute Belohnung abzugeben. 11191 Ueber Bremen nach allen Häfen von Amerika werden durch meine Agentur jeden Monat den 1. und 15., frei ab von jeder Eiſenbahnſtation, zu den billigſten Preiſen nach New-York und Baltimore mit Poſt⸗ und Dampfſchiffen und zuverläſſiger Begleitung bis Bremen Auswanderer befördert. Verträge können jeden Tag bei mir abgeſchloſſen werden. Friedberg im Januar 1855. G. Fr. Schweitzer, General-Agent in Friedberg. Sowie bei meinen Herren Unteragenten: Kaufmann Ch. Wallenfels in Gießen, Actuar Weigant in Hungen, Kaufleute Gebrüder Schwarz in Echzell, Gaſtwirth Stephan Alt in Eichelsdorf, Oekonom Heinrich Rauſch in Storndorf, Gaſtwirth K. Zulauf in Angenroth bei Alsfeld. Eiſenbahn⸗Frachtbriefe 113501 ſind ſtets vorräthig und liefern wir dieſelben bei größerem Bedarfe mit der Firma des Beſtellers. C. Bindernagel's Buchhandlung. Kirchliche Anzeigen. Sonntag Septuageſ. den 4. Febr. Pfarramtswoche: Hr. Diaconus Baur Gottesdienſt in der Stadtkirche: Vormittags: Hr. Candidat Thudichum. Nachmittags: Hr. Stadtpfarrer Sell. Gottesdienſt in der Burgkirche: Vormittags: Hr. Diaconus Baur. Nachmittags: Hr. Candidat Lauer. Frankfurter Cours vom 31. Jau. 1855. Miielenß!;ß;ß;; fl e nes olländiſche 10 fl. Stücke„9 36½-375 Rand⸗Ducaten. ee 5 3123275 „ 918½—˙¹19 20 Frankſtücke. 1 Engliſche Souverains.„1137-39 Preußiſche Thaler.„ 146% enen, Peußiſche Caſſenſcheine„ 1 46/75 Abgang der Eiſenbahnzüge in Friedberg. Nach Frankfurt: Nach Caſſel: 5 73 25 9 8* 12 24 1 40 A 8(Gietzen) 6 48 5 55˙*˙ 9 32 7 56(Marburg) Die mit* bezeichneten Züge ſind Schnellzüge. Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 3. bis zum 9. Februar. = Fried⸗ Buß ⸗ Brod⸗Preiſe. berg.] bach. * e e Roggenbrod/ Korn⸗ 1 1 und ½ Gerſtenmehl 44 14641 2, 7 7 8 1 8 1 4 7 g 7 77 16 2 16 2 1 gemiſchtes Brod(Tafelbrod) ½% Korn⸗u.) Walzenmehl( 5— 5— 2 76: 7 9 3 9 3 4. 19 15 19 1 — Milchbrod 4A — Waſſerweck 13½ — Gemiſchte(Tafel-) Brod 14 14 Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 14— 14— „ Kühfleiſch, gemäſtetes 10— 10— „Rindfleiſch, gemäſtetes 9 289 2 „ Kalbfleiſch T „Schweinenfleiſch 15— 15— „Hammellleiſch 10— 110 „ Schaaffleiſch E „Wurſt v.blos Schweinen 16— 116— „Bratwurſt 20—(20— „Schwartenmagen 20— 20— „Geräucherter Speck 28— 28— „Schinken 20— 20— „Dörrfleiſch 20— 20— „Schweinenſchmalz, ausgel. 24.— 24— „ unausgelaſſen 22 22 „Nierenfett 28 23 „ Hammelsfett 16— 116— Die Großherzoglichen Bürgermeiſter Ben de r. Se de. Druck und Verlag von C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. 1 Betreffend! Durch de Nr, 275 0 0 „Außer der Fußefad „stücken Reibe „Damm „Boden werde nicht mit Ot „Zur S voder hölzerne „von dicht an Demgen noch nicht gef kowmmen du e Ueber Fr. Da ei welchem juf theil und welchen Ot hiermit zur welche jede Frie B Fauerba Baumſchule Sugznann Reuß II. 7 meindevaun Grafen vi baumſchul 400 Stam berros⸗ 8) Stam 75 Staͤmm en.— S Wilfersh Die 0 und Donner Fried