Friedberger Intelligenzblatt. ttirche; Erſcheint wö⸗ 1 2 1* Einrückungsge⸗ 8 11 5 Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, 5 e 4 12155. l 3 3 E bee Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. — fl. ſammen 7 kr. A E Nu. 67. Dienſtag, den 29. Auguſt. 1851. Sauthuge . Amtlicher Theil. Werd ſfentlich ung 1„Die bei der General-Verſammlung des landwirthſchaftlichen Bezirksvereins Friedberg am 14. v. M. gefaßten b. Beſchlüſſe bringe ich nebſt den Statuten des Vereins zur öffentlichen Kenntniß. 0 . Friedberg am 19. Auguſt 1854. Der erſte Direktor des landw. Bezirks-Vereins 95 5 Müller, Regierungsrath. 640 ¼ Geſchehen zu Friedberg am 14. Juli 1854. 1 Betreffend: Den landwirthſchaftlichen Bezirksverein des Kreiſes Friedberg, hier General-Verſammlung. —— Bei der heutigen General-Verſammlung des landwirthſchaftlichen Bezirksvereins, in welcher: 8 der erſte Direktor, Regierungsrath Müller; der zweite Direktor, Bürgermeiſter Stoll zu Niederwöllſtadt; a die Ausſchußmitglieder: der frühere Bürgermeiſter Bullmann und Oberförſter Weigand zu Steinfurt; — die Mitglieder: Bürgermeiſter Bender, Beigeordnete Preuſſer und Vereinsrechner Frick zu Friedberg, l Müller Schudt zu Bruchenbrücken, Oberforſtmeiſter Low von hier und vier Nichtmitglieder ſich einfanden, wurde Folgendes verhandelt: ö I. Wurden die entworfenen Statuten: Statuten für den landwirthſchaftlichen Bezirksverein des Kreiſes Friedberg. §. 1. Der landwirthſchaftliche Bezirksverein des Kreiſes Friedberg ſoll für den landwirthſchaftlichen Provinzial— verein als Organ zur Beförderung der landwirthſchaftlichen Intereſſen im Allgemeinen, insbeſondere aber der— jenigen des Kreiſes Friedberg dienen. Seine Aufgabe beſteht daher zunächſt in der Unterſuchung des jeweiligen ö i Zuſtandes des landwirthſchaftlichen Betriebes im Kreiſe Friedberg, in der Erforſchung ſeiner Mängel und Gebrechen, dach. in der Erwägung der Mittel und Wege, wie denſelben abzuhelfen ſei, und endlich in der Sorge für allſeitige i. h. pi. Verbeſſerung und Vervollkommnung der Landwirthſchaft in dem Bezirke überhaupt.—§. 2. Der Bezirksverein 3 wird ſich zu dieſem Zwecke in Gemäßheit der Statuten des Hauptvereins vom 13. Oktober 1831 mit dem Pro— l vinzialverein in beſtändiger Verbindung erhalten und ſeine Protokolle ꝛc. an denſelben einſenden.— F. 3. Active f Mitglieder mit Stimmrecht können nur ſolche ſein, welche in einem der 3 Provinzialvereine des Großherzogthums 11 Heſſen aufgenommen ſind. Andere ſind überhaupt ausgeſchloſſen, können jedoch ein- oder zweimal durch wirkliche Mitglieder des Vereins in die Verſammlungen eingefuͤhrt werden.—§. 4. Die Vorſtände des Bezirksvereins werden gebildet: 1) durch den jeweiligen Kreisrath des Kreiſes Friedberg als J. Director; 2) aus einem 16 II. Direktor; 3) aus einem Ausſchuſſe von 3 Mitgliedern, und 4) einem Secretär, der zugleich eintretenden 1035 Falls die Kaſſiergeſchäfte beſorgt.—§. 5. Die unter 2—4 in vorſtehendem§. gedachten Vorſtände werden in 5 g der Bezirks-Verſammlung auf je 3 Jahre gewahlt, jedoch rückſichtlich der Ausſchußmitglieder beſtimmt, daß jedes 1% 10% Jahr ein Mitglied mittelſt Looſung austrete und durch neue Wahl erſetzt werden ſoll.—§. 6. Die Functionen . der Vorſtände des Bezirksvereins ſind dieſelben, wie diejenigen der Vorſtände des Provinzialvereins(vergl.§. 26 bis 29 der Statuten des Letzteren).— F. 7. Eben ſo ſoll auch die Geſchäftsordnung des Provinzialvereins auf den Bezirksverein Anwendung finden, angenommen mit dem Zuſatze:„8) Alljährlich wird eine Hauptverſammlung im Monat Juni abgehalten. Sollte ein weiterer Zuſammentritt des Vereins nöthig werden, ſo ordnet dieſen der Direktor an.“ II. Wurde der Verſammlung davon Kenntniß gegeben, in welcher Weiſe die am 6. Auguſt v. J. beſchloſſene Vertheilung von Prämien an Feldſchützen und zweckmäßiger Bücher an für die Landwirthſchaft ſich vorzugsweiſe intereſ— ſirende Knaben, ſtatt hatte. III. Nach ſtattgehabter Rechnungs-Vorlage wurde beſchloſſen: Es ſollen von den, dem Verein zur Dispoſition ſtehenden Mitteln 66 fl. zu Beiträgen zu den Koſten für Errichtung zweckentſprechender Dungſtätten mit Jauchen-Cyſternen und Pfuhlpumpen verwendet werden; weßhalb Aufforderung zu erlaſſen iſt. IV. Soll mit der Buchdruckerei von C. Bindernagel uͤber die Aufnahme geeigneter, die Landwirthſchaft betref— fende Aufſätze in das Intelligenzblatt, verhandelt und Abkommen getroffen werden, über welches bei der nächſten Ver— ſammlung Vorlage erfolgen ſoll. V. Wurde von dem erſten Direktor proponirt, wie es erwünſcht ſei, daß ſich der Verein, beziehungsweiſe ſeine einzelnen Mitglieder, für Verbeſſerung der Landwirthſchaft und des Gartenbaues mehr intereſſiren möchten, was geſchehen könne, wenn ſich die Mitglieder des Vereins und des Ausſchuſſes nach Bezirken abtheilen und in dieſen ſich von dem Beſtande und den Fortſchritten des landwirthſchaftlichen Gewerbes und des Duͤngerweſens überzeugen, ihren, auf 88 Nor 2A Se —* 15 —.— 2 —— 292 Erfahrung beruhenden Vorſchläge Eingang und Gehör verſchaffen und ſofort von dem Reſultat der Generalverſamm⸗ lung Bericht erſtatten.— Dieſem Vorſchlag wurde die Genehmigung ertheilt und dem Direktor und Ausſchuß die Ab⸗ theilung der Bezirke überlaſſen. 0 f VI. Die Ablieferung der noch im Beſitze des fruͤheren zweiten Direktors Müller befindlichen landwirth⸗ ſchaftlichen Gegenſtände in das Rathhaus zu Friedberg wurde beſchloſſen und weiter beſtimmt, daß dieſe Gegenſtaͤnde bei der nächſten Generalverſammlung des landwirthſchaftlichen Bezirks⸗Vereins, nachdem vorher ſolches bei der Einladung zu ſolcher, angekündigt worden, zur Verſteigerung gebracht werden ſollten. VII. Die Ergänzung des Vorſtandes betreffend. Von den Vorſtandsmitgliedern trat durchs Loos Oberförſter Weigand zu Florſtadt aus. Bei der Neuwahl waren Chriſtoph Keil von Melbach und Oberförſter Weigand gleich beſtimmt und bei der vorgenommenen Looſung entſchied das Loos für Chriſtoph Keil zu Melbach zum Eintritt in den Vorſtand. VIII. Beantragte der zweite Direktor Stoll dahin zu wirken, daß der Viehmarkt in Friedberg frequenter werde, damit dem ſo verderblichen Hauſirhandel mit Rindvieh entgegen gearbeitet werde. Nach längerer Discuſſion vereinigte man ſich dahin, den anweſenden Großherzoglichen Bürgermeiſter von Friedberg zu erſuchen, mit dem Stadtvorſtand wegen dieſes Gegenſtandes zu berathen, wobei aufmerkſam gemacht wurde, daß es räthlich erſcheine vom Standgelde abzuſehen. Der Gr. Bürgermeiſter wurde weiter erſucht, demnächſt eine, dem Zweck entſprechende öffentliche Bekanntmachung resp. Einladung zum Beſuche des Marktes mit Rindvieh, zu erlaſſen, was derſelbe auch zuſagte. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes. Betreffend: Die Ausführung des Reglements über das bei Wildſchadensklagen einzuhaltende Verfahren. Nachſtehend theile ich Ihnen die in Folge des§. 1 des Reglements vom 14. Juli d. J. über das bei Wildſchadens⸗ klagen einzuhaltende Verfahren betreffend erfolgte Bezirkseintheilung unter dem Auftrag mit, ſolche zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Zugleich weiſe ich Sie an, in Gemeinſchaft mit dem Gemeinderath, nach§. 3 gedachten Reglements: 1) einen Taxator und einen Erſatzmann deſſelben fuͤr die Gemeinde als den zum Wildſchadenserſatze pflichtigen Theil und 2) einen wei— teren Taxator nebſt einem Erſatzmann deſſelben für die Grundbeſitzer, welche einen ſolchen nicht ſelbſt beſtellt haben, zu ernennen und die Namen derſelben, unter Beiſchluß der vorſchriftsmäßigen Gemeinderathsprotokolle, einzuberichten. Daß Sie nur zuverläſſige rechtliche und in Ausübung des Staatsbürgerrechts nicht gehinderte, ſowie die erforderliche Qualification beſitzende Männer ernennen, muß ich zwar vorausſetzen, glaube jedoch Sie noch beſonders darauf auf⸗ merkſam machen zu müſſen, damit nicht ſpäter Reclamationen erfolgen, wodurch unnöthige Weiterungen veranlaßt werden würden. Binnen 14 Tagen ſehe ich der vollſtändigen Vorlage von Ihrer Seite entgegen. Friedberg den 20. Auguſt 1854. Müller. Eintheilung der Wildſchadensbezirke nach§. 1 des Reglements vom 14. Juli 1834, Reg.⸗Bl. Nr. 23. I. Bezirk: Friedberg Stadt, Friedberg Burg, Hof Haſſeleck, Niedermörlen, Niederrosbach, Obermörlen, Ober⸗ rosbach, Beinhardshof, Oberwöllſtadt, Ockſtadt. II. Bezirk: Aſſenheim, Bauernheim, Bönſtadt, Ilbenſtadt, Niederwöllſtadt, Bruchenbrücken, Fauerbach II., Wick— ſtadt, Oſſenheim. f III. Bezirk: Butzbach, Hauſen mit Oes, Kirchgöns, Pohlgöns, Niederweiſel. IV. Bezirk: Griedel, Gambach, Münzenberg, Oppershofen, Rockenberg, Steinfurt, Wiſſelsheim. V. Bezirk: Bodenrod, Fauerbach I., Hochweiſel, Langenhain mit Ziegenberg, Maibach, Muͤnſter, Oſtheim. VI. Bezirk: Södel, Wölfersheim, Weckesheim, Wohnbach, Beienheim, Melbach, Ober- und Niederflorſtadt, Staden. Reglement über das bei Wildſchadensklagen einzuhaltende Verfahren. Die durch das Geſetz vom 26. Juli 1848 über die Befugniß zur Ausübung der Jagd auf fremden Grundſtücken getroffenen Beſtimmungen machen es nothwendig, über die Art und Weiſe der Verhandlungen zur Ausmittelung von Wildſchäden, unter geeigneter Modification des Reglements vom 1. Juli 1812, zur Erzielung raſcher Befriedigung der Wildbeſchädigten Folgendes zu beſtimmen, wonach ſich die Großherzoglichen Kreisämter, als ſtändige Commiſſäre des Großherzoglichen Adminiſtrativ-Juſtizhofs in Wildſchadens- Angelegenheiten, ſowie die Wildbeſchädigten und Diejenigen, welche zur Ausübung der Jagd auf fremden Grundſtücken befugt ſind, zu bemeſſen haben: §. 1. Zum Zweck der Ausmittelung von Wildſchäden haben die Kreisämter ihre Kreiſe durch Vereinigung mehrerer Gemeinden, beziehungsweiſe Gemarkungen, in angemeſſene, nicht zu ausgedehnte Bezirke einzutheilen und dieſe Eintheilung ſofort bekannt zu machen. §. 2. Für jeden dieſer Bezirke iſt von dem Großherzoglichen Adminiſtrativ-Juſtizhof, nach vorgängigem Benehmen mit der Großherzoglichen Ober-Forſt- und Domänen-Direction, der nach§. 16 des Geſetzes vom 6. Auguſt 1810 erforderliche Techniker und ein Erſatzmann für denſelben zu beſtellen. §. 3. Für die Beſtellung der nach§. 15 des Geſetzes vom 6. Auguſt 1810 zur Abſchätzung der Schäden erforder— lichen drei Schätzer haben die Kreisämter zu ſorgen. Zu dieſem Behufe hat das Kreisamt: 1) für jeden Wildſchadens⸗ bezirk ſelbſt einen Taxator, ſowie einen Erſatzmann für denſelben zu ernennen, welchem die unmittelbare Leitung des Taxationsverfahrens obliegt; und 20 zu veranlaſſen, daß die Ortsvorſtände a) einen Taxator und einen Erſatzmann deſſelben für die Gemeinde, als den zum Wildſchadenserſatz pflichtigen Theil, und b) einen weiteren Taxator, nebſt einem Erſatzmann deſſelben, für die Grundbeſitzer, welche einen ſolchen nicht ſelbſt beſtellt haben, ernennen. Die von den Ortsvorſtänden zu ernennenden Taxatoren ſind entweder, in Vereinigung mehrerer Gemeinden, für den ganzen nach§. 1 gebildeten Wildſchadensbezirk gemeinſchaftlich oder für jede Gemeinde beſonders zu beſtellen. §. 4. Der nach§. 3 unter 2 a von der Gemeinde als Wildſchadenserſatz pflichtigem Theil entweder fuͤr den ganzen Wildſchadensbezirk gemeinſchaftlich oder die einzelne Gemeinde beſtellte Taxator und deſſen Erſatzmann iſt zugleich ahten wi ene gabe der und zu u inſtru. le derſell und für mit Name Techniker 5.5 Amtstaxa Anzeige §. d vorgenome Formulars lichtet it, ihn oder ge neten Bev der Zuſam im Verhin 6. 9 niker an nach dem den drei * beglaubig binnen dr 1 6 H. einzuſende worden i g. der vollzo u) b) k 8909 1 gütliche A von dem 1 Juchreiten, die Beanſt zu erpielen ſchedung 9.1 welche de eines An g. entfernen Geſchäft bemerkt, 9. 1 2 8 293 Taxator für diejenigen Jagdpächter, welche denſelben in den Pachtbedingungen oder in anderer Weiſe im Voraus auch als den ihrigen für vorkommende Fälle anerkannt haben. §. 5. Diejenigen Jagdpächter, welche es unterlaſſen, dem Kreisamte für die einzelnen betreffenden Bezirke Taxa— toren und, im Falle die Jagdpaͤchter außerhalb des Wildſchadensbezirks wohnen, zur Wahrung ihres Intereſſes bei Unterſuchungen über Wildſchäden bevollmächtigte Stellvertreter ein für allemal zu benennen, haben es ihrem eigenen Benehmen zuzuſchreiben, wenn bei vorkommenden Wildſchadensklagen gegen ſie auf die bisherige koſtſpieligere Art ver— fahren wird. §. 6. Die Techniker und die Taxatoren, ſowie die Erſatzmänner derſelben, ſind von den Kreisämtern nach Maß⸗ gabe der Geſetze vom 6. Auguſt 1810 und 26. Juli 1848 und der Erläuterungen vom 8. Januar 1813 zu inſtruiren und zu beeidigen; insbeſondere ſind die für die Wildbeſchädigten und für die Schadenserſatzpflichtigen beſtellten Taxatoren zu inſtruiren, daß ſie ſich auf die an ſie ergehende Aufforderung des Amtstaxators pünktlich da einzufinden haben, wohin ſie derſelbe zur Beſichtigung und Abſchätzung beſtellt. Die Amtstaxatoren ſowohl, als auch die für die Grundbeſitzer und für die Erſatzpflichtigen von den Ortsvorſtänden im Voraus ernannten Taxatoren ſind in den Gemeinden des Bezirks mit Namen und Wohnort bekannt zu machen. Auch haben die Kreisämter dafür zu ſorgen, daß das Perſonal der Techniker und Taxatoren ſtets vollzählig erhalten wird. §. 7. Fällt ein Wildſchaden vor, uͤber welchen die Beſchädigten ſich beſchweren wollen, ſo iſt von denſelben dem Amtstaxator mit der Erklärung, ob ſie gegen die Gemeinde oder gegen den Jagdpächter die Klage richten wollen, die Anzeige zu machen und auf Beſichtigung und Abſchätzung des Schadens anzutragen. §. 8. Der Amtstaxator beſtimmt ſo bald und ſo nahe als möglich die Zeit, wann die Beſichtigung und die Abſchätzung vorgenommen werden ſoll, und benachrichtigt, geeigneten Falles ſchriftlich, nach Maßgabe des unter Lit. A. beigefügten Formulars den Techniker, die Taxatoren und die Betheiligten, und zwar, wenn die Klage gegen die Gemeinde ge— richtet iſt, den Bürgermeiſter und den Jagdpächter oder deſſen Bevollmächtigten; iſt ſie gegen letzteren gerichtet, nur ihn oder ſeinen Bevollmächtigten, ſowie wenn mehrere Beſchädigte klagend aufgetreten ſind, den etwa von ſolchen bezeich— neten Bevollmächtigten, ſonſt aber ſämmtliche Beſchädigte, ſowohl von dem Tage als von der Stunde und dem Orte der Zuſammenkunft. Techniker und Taxatoren haben unter perſoͤnlicher Verantwortlichkeit pünktlich zu erſcheinen, und im Verhinderungsfall ihren Erſatzmann zeitig zu beauftragen. §. 9. Die Beſichtigung und Abſchätzung resp. techniſche Beurtheilung iſt von den drei Taxatoren und dem Tech— niker an Ort und Stelle ſorgfältig vorzunehmen, der Befund und die Taxation des Schadens gewiſſenhaft und alsbald nach dem unten beigefügten Formular B. von dem Amtstaxator zu protokolliren, und es iſt ſodann das Protokoll von den drei Taxatoren und dem Techniker zu unterſchreiben. §. 10. Eine Abſchrift dieſes Protokolls, welche der Amtstaxator zu beſorgen und durch ſeine Unterſchrift zu beglaubigen hat, und worauf auch die bisher erwachſenen Koſten zu verzeichnen ſind, iſt von dieſem Taxator längſtens binnen drei Tagen von der Taxation an beiden Theilen, dem Kläger und dem Beklagten zuzuſtellen, und zwar: 1) Namens der klagenden Wildſchadenbetheiligten dem Bevollmächtigten derſelben, wenn ſie einen ſolchen beſtellt haben, anderen Falles dem Gemeindevorſtand(Bürgermeiſter oder Beigeordneten), welcher den aufgetretenen Beſchädigten hiervon Nachricht zu geben hat; 2) Namens der Beklagten einem der Jagdpächter oder deren Vertreter, wenn ein ſolcher von ihnen beſtellt worden iſt, um ihr Intereſſe bei der Schadensſchätzung zu wahren. §. 11. In derſelben Friſt hat der Amtstaxator das Originalprotokoll nebſt Koſtenverzeichniß an das Kreisamt einzuſenden, auch anzuzeigen, daß und wann Abſchrift des Abſchätzungsprotokolls den Klägern und Beklagten zugeſtellt worden iſt. §. 12. Der beklagte Ortsvorſtand, beziehungsweiſe der Jagdpächter, hat nun binnen 14 Tagen nach Zuſtellung der vollzogenen Taxation entweder a) die Kläger in der Güte abzufinden und wie geſchehen dem Kreisamte anzuzeigen, oder b) binnen gleicher Friſt dem Kreisamte anzuzeigen, daß und warum es nicht geſchehen, mit Angabe der etwa als Schadenserſatz angebotenen Summe. §. 13. Im Fall der innerhalb der peremtoriſchen vierzehntägigen Friſt vom Beklagten gemachten Anzeige, daß die gütliche Abfindung des oder der Kläger bewerkſtelligt ſei(S. 12 a), läßt das Kreisamt die Sache beruhen, bis etwa von dem oder den Klägern bei ihm weiter angerufen wird. In dem Falle des§. 12 b dagegen, ſowie wenn von dem Kläger weiter angerufen wird, hat das Kreisamt vor— zuſchreiten, d. h. das ihm vorgelegte Protokoll und die Erklärungen der Parthieen zu prüfen, das Fehlende nachzuholen, die Beanſtandungen geeignet zu vermitteln, die Koſten zu revidiren und die ſämmtlichen Acten, wenn ein Vergleich nicht zu erzielen iſt, in kürzeſter Friſt mit gutächtlicher Aeußerung dem Großherzoglichen Adminiſtrativ ⸗Juſtizhof zur Ent— ſcheidung einzuſenden. §. 14. Was in Vorſtehendem bezüglich der Jagdpächter angeordnet iſt, findet auch auf Diejenigen Anwendung, welche den Art. 5, 7 und 12 des Geſetzes vom 26. Juli 1848 zufolge zur Ausuͤbung der Jagd auf dem Grundſtücke eines Anderen befugt und darum eintretenden Falles auch zum Erſatz von Wildſchaden verpflichtet ſind. §. 15. Sollten ſich bei der Beſichtigung oder Taxation Schwierigkeiten ergeben, welche der Amtstaxator nicht zu entfernen vermag, ſo hat derſelbe dies ſogleich dem Kreisamte anzuzeigen, welches ſodann ohne Verzug die Leitung des Geſchäftes ſelbſt zu übernehmen, das Protokoll aufzuſtellen und wegen Zuſtellung deſſelben an die Betheiligten, wie§. 10 bemerkt, zu verfahren hat. §. 16. Hinſichtlich der Koſten wird feſtgeſetzt: 10 wird eine Wildſchadensklage ganz ungegründet befunden, wohin jedoch nicht zu rechnen iſt, wenn ein wirklich geſchehener Wildſchaden durch den Nachwuchs erſetzt wird, ſo muß der Kläger alle Koſten allein tragen. 2) Wird innerhalb 14 Tagen nach vollendeter Taxation vom Beklagten dem Kläger keine beſtimmte Abfindung in Güte angeboten, und nicht binnen derſelben Zeit dem Kreisamt davon, daß und wieviel angeboten worden ſei, die Anzeige gemacht, ſo muß der Beklagte, wenn nicht der Fall unter Nr. 1 eintritt, alle Koſten bezahlen. N 1 1 R— AD 23 28 SK. 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Verordnung, die Leſeholzuutzung in den Großh. Domanial- und in den Communal- waldungen betr.— III. Bekanntmachung, die Verlegung des Landge⸗ richtoſitzes von Altenſchlirf nach Herbſtein und die Zuſammenſetzung des Landgerichtsbezirks Herbſtein betr.— IV. Bekanntmachung, die Auf⸗ bebung der Reichelsheim-Darmſtädter Poſtverbindung betr.— V. Be⸗ kanntmachung, die Poſtverbindung zwiſchen Frankfurt und Würzburg betr.— VI. Bekanntmachung, den Steuerausſchlag zur Bezahlung des Gehalts des Rabbinen zu Offenbach für 1854 betr.— VII. Ueberſicht der für das Jahr 1854 zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der israelitiſchen Religionsgemeinden des Kreiſes Erbach genehmigten Umlagen.— VIII. Bekanntmachung, die Erhebung einer nachträglichen Umlage III. Claſſe in der Gemeinde Sprendlingen, Kreiſes Offenbach, im Jahre 1854 betr.— IX. Ordensverleibung. S. K. H. der Großherzog haben dem Pfarrer Dr. Scriba in Niederbeerbach am 23. Juni die goldne Verdienſtmedaille für Wiſſenſchaft, Kunſt, Induſtrie und Land— wirthſchaft allergnädigſt zu verleihen geruht.— X. Dienſtnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 12. Juli den Diſtriktseinnebmer der Diſtriktseinnehmerei Wörrſtadt 11. Venator zum Diſtriktseinnebmer der Diſtriktseinnehmerei Herbſtein, den Diſtriktsein⸗ nehmer der Diſtriktseinnehmerei Herbſtein, Walther, zum Diſtriktsein- nehmer der Diſtriktseinnehmerei Wörrſtadt II.,— am 14. Juli den Acceſſiſten bei der Calculatur der Oberforſt- und Domänendirection Aug ſt zum Calculator, den Calculaturgehülfen Hisgen zum Acceſſiſten bei der Calculatur der Oberforſt- und Domänendirection,— den Finanz⸗ acceſſiſten Pfannmüller aus Salzhauſen zum Steuercommiſſär für das Steuercommiſſariat Mainz zu ernennen;— am 14. Juli die in Folge deßfallſiger Vereinbarung den beiden Kammern der Stände dieſes⸗ mal von der 2. Kammer vorgenommenen Wahlen des landſtändiſchen Perſonals bei der Staatsſchuldentilgungskaſſe, namlich: des Oberſtudien⸗ directors Dr. Breidenbach zu Darmſtadt als ſtändiſches zweites Mit- glied der Direction der Staatsſchulden⸗Tilgungskaſſe und des Hofge⸗ richtsraths Draudt zu Darmſtadt zum Subſtituten dieſes zweiten ſtändiſchen Mitglieds der Direction, ſodann des Miniſterialregiſtrators Guntrum zu Darmſtadt als ſtandiſchen Controleur der Staatsſchulden⸗ tilgungskaſſe und des Miniſterialcanzleiinſpectors, Canzleiſecretär Brunner zu Darmſtadt, als Subſtitut des Controleurs landesherrlich zu beſtätigen; — am 17. Juli den Finanzacceſſiſten Göring aus Ortenberg zum Secretär bei der Oberſteuerdirection mit dem Amtstitel als Oberſteuer⸗ ſecretär— ſowie den Finanzacceſſiſten Baur aus Lindenfels zum Re— giſtraturacceſſiſten bei der Oberſteuerdirection zu ernennen.— XI. Con- currenz für die Stelle eines Controleurs bei dem Gr. Mainzollamte Steinheim, mit welcher ein jährl. Gehalt von 800 fl. verbunden iſt; Concurrenz innerhalb 14 Tagen bei der Großh. Oberſteuerdirection.— XII. Geſtorben ſind: am 18. Juni der ehemalige Burggärtner Bin- dernagel zu Friedberg; 21. Juni der penſ. Schullehrer Backes zu Steinfurth, Kr. Friedberg; 23. Juni die Lehrerin Katharina Ludwig zu Bingen; 4. Juli der kath. Schullehrer Kuhn zu Bensheim; 7. Juli der penſ. Bauconducteur Pimper zu Gießen; 8. Juli der Hofgerichts⸗ Advocat Melsheimer zu Darmſtadt; 10. Juli der penſ. Hauptzoll⸗ amts⸗Controleur Gerau zu Mainz; 22. Juli der evang. Pfarrer und Decan des Decanats Großenlinden, Bender, zu Großenlinden. Nr. 27 vom 18. Auguſt: 1. Bekanntmachung Gr. Mini⸗ ſteriums des Hauſes und des Aeußern vom 11. Aug., die Gefach⸗ und Accontirungsgebühren der Poſtſtellen betr.— II. Nachtrag zu der Steuermanns⸗Ordnung für die Großherzoglich Heſſiſche Rheinſtrecke vom 11. Juni 1836.— III. Bekanntmachung Gr. Oberpoſtinſpection vom 29. Juli, daß das Perſonengeld zwiſchen Biedenkopf und Mar- burg für den Siegen-Marburger Poſtwagen auf 1 fl. ermäßigt worden iſt.— IV. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Mainz vom 7. Juli, daß Gr. Miniſterium des Innern auf Grund des Art. 23 pos. 1 des Geſetzes vom 6. Juni v. J. angeordnet hat, daß die in der Gemeinde Mombach entſtehenden Brandſchäden von jetzt an nur nach dem Verhältniß des wahren Werthes, welchen die abgebrannten oder beſchädigten Gebäude unmittelbar vor dem Brande gehabt haben, vergütet werden ſollen.— V. Nichterhebung eines Ziels der in dem Voranſchlag der Gemeinde Ulrichſtein für 1854 vorgeſehenen Umlage 2. Klaſſe.— VI. Nichterhebung eines Theils der Umlagen der Ge— meinde Mainflingen, Kreiſes Offenbach, für 1854.— VII. Verzeich⸗ ni“ der Vorleſungen, welche auf der Großherzoglichen Ludewigs— Univerſität zu Gießen im Winterhalbjahre 1854/55 gehalten und am 30. Oktober beſtimmt und allgemein ihren Anfang nehmen werden.— VIII. Namens veränderung. Am 23. Juni wurde der Sophie Rexroth zu Michelſtadt geſtattet, ſtatt ihres bisherigen Familien— namens den Familiennamen„Reutzel“ zu führen.— IX. Erthei⸗ lung eines Patents: am 3. Juli dem Mechaniker H. Völcker zu Groß⸗Mölſen, im Großherzogthum Sachſen⸗Weimar, für den Umfang ausſchließliche Recht, das von ihm erfundene, durch Zeichnung und Beſchreibung näher nachgewieſene, verbeſſerte Percuſſionsſchloß,— inſoweit ſolches für neu und eigenthümlich erkannt worden iſt,— anfertigen zu dürfen.— X. Dienſt nachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 23. Juni dem Pfarrer Ebel zu Winnerod die evang. Pfarrſtelle zu Kirtorf zu übertragen; — J. Juli den evang. Stadtpfarrer und Oberconſiſtorialrath Rinck zu Darmſtadt zum Decan des Decanats Darmſtadt auf die Dauer der nächſten 5 Jahre zu ernennen;— 10. Juli dem Pfarrverweſer Stau- dinger zu Eimelrod die evang. Pfarrſtelle daſelbſt,— dem Schul⸗ vicar Ritter zu Heldenbergen die evang. Schullehrerſtelle daſelbſt und dem Schulvicar Fiſcher zu Herchenhaln die evang. Schullehrer- ſtelle zu Meiches,— 19. Juli dem Pfarrer Weyland zu Reichels⸗ heim die ev. Pfarrſtelle zu Oberbeerbach zu übertragen;— 31. Juli den Ortseinnehmer und Chauſſeegelderheber Budde zu Friedberg zum Ortseinnehmer und Chauſſeegelderheber zu Heppenheim zu er⸗ nennen und dem Zollaufſeher Vogt zu Worms die Stelle eines Chauſſeegelderhebers nebſt der Expeditionsſtelle auf dem Zollhauſe vor Worms zu übertragen.— XI. Dienſtentbindung. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 7. Jult den evang. Stadtpfarrer und Decan, Oberconſiſtorialrath Dr. Ludwig zu Darmſtadt, auf ſein Nachſuchen und unter Anerkennung ſeiner lang⸗ jährigen treuen Dienſte als Decan des Decanats Darmſtadt, von den Decanatsgeſchäften zu entbinden.— XII. Dienſtentlaſſungen: am 10. Juni der Controleur und 2. Beamte des Mainzollamts Stein⸗ heim Cullmann,— 28. Juni der Gehülfe bei dem Hauptzollamte Gießen Rau,— 29. Juli der Packer Ackermann bei der Eiſen⸗ bahnſtation Offenbach.— XIII. Verſetzungen in den Ruheſtand: am 20. Juni Futtermeiſter Hennemann bei dem Landgeſtüte,— 12. Juli Landgerichtsactuar Abt zu Zwingenberg, dieſer auf Nach— ſuchen.— XIV. Geſtorben ſind: am 10. Juni früherer Landraths⸗ diener Ripper von Erbach; 27. Juni penſ. Schullehrer Schneider zu Arnshain; 29. Juni Schullehrer Neff zu Reichenbach; 29. Juli penſ. Kreisrichter, Obergerichtsrath Créve zu Mainz. Das Vermächtniß. Erzählung von G. Freitag. (Fortſetzung und Schluß.) Emilie hatte ihn anfangs gar nicht begreifen können; dann aber vermochte ſie ihre Freude kaum zu ertragen und fiel unter Thränen auf die Kniee, um dem lieben Gott und dem ſeligen Vetter dafür zu danken. Marcus ſuchte ſie vergebens zu beruhigen; der Uebergang war ein allzu plötzlicher geweſen, und das arme Kind war wie von Sinnen, betrachtete fortwährend die Kiſte und lachte und weinte abwechslungsweiſe. Plötzlich aber erhob ſie ſich gefaßter, ſchaute den jungen Arzt feſt an, faltete die Hände und rief in einem Tone, in welchen ihr ganzes Gemüth übergegangen zu ſein ſchien:„Gottlob! nun werden Sie endlich auch ſo glücklich ſein, als Sie es ver— dienen! „Ich?“ rief Marcus betroffen. „Ja,— Sie!“ entgegnete Emilie begeiſtert.„Glau— ben Sie denn, ich habe nicht bemerkt, wo ſie oft der Schuh drückte? wie Sie ſich abhärmten und ſorgten, und doch kaum durchkommen ſollten?.... Ach, ich habe das Alles im Stillen mit angeſehen, und meine Armuth that mir weniger wehe, als die Ihrige, denn die meinige war wenigſtens freiwillig. Aber Sie, Sie verdienten ein beſſeres Loos! Darum, Herr Doctor! nehmen Sie Alles, nehmen Sie die ganze Kiſte, wie ſie da iſt; es ſoll Alles Ihnen gehören, Alles!“ Mit dieſen Worten, bei welchen ihr Thränen der Freude und des Dankes über die Wangen perlten, ſtrengte ſie ſich gewaltig an, den kleinen Koffer aufzuheben, um ihn dem Arzte einzuhändigen. Dr. Marcus war erſt erſtaunt, dann aber tief ge— rührt und wollte ihr unter freundlichem Danke Einhalt thun, aber Emilie rief noch lebhafter:„Nein, nein! Sie dürfen mir keine abſchlägige Antwort geben! Verdanke ich dieſen ganzen Reichthum nicht Ihnen! Ich will, daß des Großherzogthums und auf die Dauer der nächſten fünf Jahre das — Jedermann es erfahre, und vor Allem jene habſuͤchtigen Brauersleute, welche Ihnen ſogar Das ſtreitig machen wollten, was Ihnen von Rechtswegen zukam!“ Der Doctor erklärte dieß für unnöthig; aber Emilie hörte nicht auf ihn. Sie ſah ſo eben durch das Fenſter, daß Meiſter Strumpf mit ſeiner Frau in das Hinter— häuschen gingen und wollte ſie anrufen; Marcus aber hielt ſie voll Schreck am Arme zurück.„Sein Sie nicht ſo unbeſonnen, liebes Kind!“ ſagte er ernſt;„wollen Sie denn wieder verlieren, was ein glücklicher Zufall Ihnen beſcheert hat?“ „Verlieren? Wie ſo denn?“ „Errathen Sie denn nicht, daß der Vetter Strumpf die Herausgabe des Koffers begehren könnte?“ „Wie denn? Sie ſagten mir ja vorhin, er ſeye mein?“ „Allerdings, darüber!“ Emilie erſchrack und betrachtete erſchrocken ihren Freund; dann fragte ſie entſchloſſen:„Das heißt alſo ſo viel als: die Kiſte gehört nicht mir?“ „Nicht doch! Alles deutet darauf hin, daß Ihr Pathe dieſe Kiſte ſammt ihrem Inhalt für Sie beſtimmte, aber das Geſetz fordert leider andere Beweiſe!“ „Aber dem Geſetze ſollen ja alle Menſchen gehorchen, wie mich Lehrer und Pfarrer belehrt haben?“ rief Emilie. „Sofern man nicht die Entſcheidung des eigenen Gewiſſens dem Geſetz entgegenſtellen und ſie höher halten darf, als das Geſetz!“ erwiederte der Doctor. Emilie ſchüttelte lebhaft den Kopf.„Nein, nein!“ rief ſie,„das verſtehe ich nicht und das halte ich auch nicht fuͤr Recht. Das Gewiſſen kann uns wohl hindern, daß wir von unſeren Rechten Gebrauch machen, aber es lehrt nicht, unſeren Pflichten Abbruch zu thun. Das Ge— wiſſen muß unſere Bedenklichkeiten erhöhen, nicht aber unſere Ausreden; wir dürfen um unſers Gewiſſens willen kein Verbot verletzen.— Ich hatte Sie falſch verſtanden; dieſer Schatz gehört nicht mein und mein vermeintes Glück war nur ein kurzer Traum!“ Sie war bei dieſen Worten ſehr blaß geworden, aber weder ihre Stimme noch ihr Blick verrieth das mindeſte Zaudern. Ihr ſchlichtes tugend— haftes Gemüth hatte keinen Augenblick in der Wahl ge— ſchwankt, und der Schmerz über die Vereitelung ſo großer Hoffnungen hatte ihr Rechtsgefühl keinen Zoll breit vom Pfade der Pflicht zu verrücken vermocht. Nur war der Schlag nach ſo vielen Aufregungen allzu heftig, und Emilie ſchwankte zu einem Stuhl und ſank auf denſelben. Was in dieſem Augenblicke in dem jungen Mann vor ſich ging, wäre ſchwer zu begreifen. Die zärtlichſte Fürſorge für das liebliche Kind kämpfte in ihm mit der aufrichtigſten Bewunderung. All die Vernunftſchlüſſe und Scheingründe, welche er ſeit dem vorigen Abend aufge— funden und zuſammengeſucht hatte, fielen vor dieſer unge— ſchminkten, ſchlichten, unbeſtechlichen Rechtſchaffenheit in Nichts zuſammen. Dieſe Ehrlichkeit der armen Waiſe wirkte gleichſam anſteckend, und er hatte unter ihrem Ein— fluſſe raſch das edlere beſſere Theil ſeines Ich wieder ge— funden. Er bat Emilien, bis zu ſeiner Rückkehr hier zu verweilen, und eilte auf das Stadtgericht, um von dem Fund die gebührende Anzeige zu machen und die natür— lichen Erben des Verſtorbenen herbeizurufen. In weniger als einer Stunde waren der Stadt— richter mit Notar, Schreiber und Skabinen, nachdem ſie den Fundort am Brunnen beſichtigt, ſammt dem Strumpf'— ſchen Ehepaar im Empfangszimmer des Doctors bei— ſammen, und der Richter empfing aus Marcus's Händen die unverletzte Kiſte. Ein kleiner Schlüſſel, den die Erben aber Sie haben keine Beſitzurkunde 296 am Halſe des Verſtorbenen gefunden, öffnete ſie augen— blicklich, und den erſtaunten Blicken der Zuſchauer zeigten ſich verſchiedene Stücke des alten Silbergeräthes mit vielem baarem Gelde in grober Münze, Goldſtücken, Kaſſenſcheinen und Staatspapieren, offenbar mehrere tauſend Gulden an Werth. Der Bierbrauer und ſeine Frau weinten vor Freude, Emilie war ruhig und gefaßt, und Marcus nicht minder. Der Notar und der Richter zählten und ſortirten das Geld, und nahmen ein Inventar über das ganze Kiſtchen auf. Der Baarvorrath betrug mehr als zehn— tauſend Gulden, die Staatspapiere über das Doppelte. Meiſter Strumpf lachte wie aberwitzig, ſchwankte wie ein Betrunkener zum Tiſche, als das Kofferchen leer war, und ſtürzte es um, als wollte er ſich überzeugen, daß das Alles ſeie. Und ſiehe da! aus dem Kiſtchen fiel ein Brett— ſtückchen: ein doppelter Boden, und an demſelben war ein Papier angeheftet geweſen, das mit dem Holz zu Boden fiel. Er reichte es dem Notar mit den Worten:„Hier iſt auch noch ein Stückchen zu dem Schatze!“ Der Notar entfaltete das zuſammengelegte Papier, überlas es flüchtig und ſchien davon ſehr betroffen.„Es iſt ein Teſtament!“ ſagte er. „Ein Teſtament?“ riefen Alle. „Gewiß! und ein Teſtament in beſter Form, durch welches Herr Ferdinand Hartmann die Jungfer Emilie Weber, ſeine Pathe, zur Univerſalerbin ſeines ganzen Vermögens einſetzt!“ Ein vierfacher Schrei des Erſtaunens, der Freude und des bitterſten Aergers tönte durch das Zimmer. In der erſten Wuth wollte Strumpf auf das Papier los— ſtürzen und es dem Notar entreißen, aber der Schreiber ſtieß ihn zurück, und man mußte am Ende Gewalt brauchen, um die beiden leer ausgehenden Erben los zu werden, die ſich unter Drohungen und Verwünſchungen entfernten. Der Winkeladvokat Leuchtweiß, welchen ſie conſul— tirten, belehrte ſie, daß es gegen dieſen Schickſalsſchlag kein Hülfsmittel gebe, und zog den eigenen Hals aus der Schlinge. Meiſter Strumpf und ſein Weib mußten am Ende froh ſein, daß Emilie nicht klagend gegen ſie einſchritt, ſondern vielmehr feurige Kohlen auf Beider unwürdige Häupter ſammelte und ihnen den ſchon weggeſchleppten Raub überließ. Emilie war vor Freude beinahe ohnmächtig geworden, als ſie ihr Glück vernommen, das ihr die Gerichtsper— ſonen herzlich gönnten. Als dieſe fort waren und der Doctor und die Waiſe einander allein gegenüber ſtanden, waren Beide eine Weile ganz wortlos. Ihr Blick hing an ihm mit ganzer voller Seele und er bemerkte es nicht; denn er ſchaute verlegen zu Boden. Da trat ſie leiſe zu ihm, legte ſanft ihre Hand auf ſeinen Arm und ſagte: „Herr Doctor! lieber Freund! wollen Sie mir noch ab— ſchlagen, daß ich meinen Reichthum mit Ihnen theile, der nur Werth für mich hat, wenn Sie ihn mitgenießen?“ Eine halbe Viertelſtuude ſpäter waren Adolph Marcus und Emilie Weber Verlobte, vier Monate ſpäter ein glück— liches Ehepaar. Emilie ward ihrem Gatten nicht nur eine Glücksgefährtin, ſondern auch Rath und Stütze. Ihr unverdorbenes Gemüth, ihre unbeſtechliche Rechtſchaffenheit waren für ihn eine Art unſichtbaren lebendigen Gewiſſens, wenn die Sophismen der weltlichen Klugheit ihn vom Pfade der unerbittlich ſtrengen Tugend abführen wollten. Ihr genügſamer frommer Sinn wußte ihm die vielen Ver— ſuchungen und Gefahren aus dem Wege zu rücken, welche der Reichthum und das Wohlleben dem natürlichen Men— ſchen legen, und ihre fromme, ächt chriſtliche Weisheit Geg ſchaffener 9 aber zugle ſagen, dab mögen beſ — Ed Lad Ju r auf den Nan „Rudolph N die nachſeher 106/16, 225/24, 302/30, 3 176/(1, 699 1243/18, 1428/8 eingetragen. Nach vorlt fall dieſes E Freiherrn G. Ullſtadt beant Eigenthum, erworden wo Familienfidei zugeſchrieben Da nun ſändig wenit können, ſo welche an di bilden zu kon binnen drei 2 Rechtsnachthe. dieselben als Freiherrn Ge Ullfadt, übri linffdeitomm driedberg Gtoßh In In 7— g En 1282] J Friedrich d Schloß Ji zuſtehenden a) eine ſtian Erble jährt b) ein 13 ff ollen 100 mungen ab Es werd annte und pordert, ihre 297 weiß auch den Kindern, womit die Vorſehung ihre Ehe geſegnet, jene Beſcheidenheit, Genügſamkeit und Unbeſtech— lichkeit und jenes fromme, gewiſſenhafte Gottvertrauen einzupflanzen, welches Emilie und ihr Gatte ſtets als den unvergänglichſten Schatz verehren, den ihnen die Heim— ſuchungen ihrer Jugend beſcheert haben!—— CErheit.) Miszellen. Im 7jährigen Kriege ließ Friedrich II. Achtgroſchen— ſtücke von ſehr geringem Gehalte ſchlagen. Zu dieſer Finanz— Operation bediente er ſich des jüdiſchen Banquiers Ephraim zu Berlin. Dies veranlaßte einen witzigen Kopf zu nach— ſtehendem Epigramme: 8 Von außen ſchön, von innen ſchlimm, Von außen Friedrich, von innen Ephraim. Gegenſeitige Offenherzigkeit. Ein ſehr recht— ſchaffener Mann warb um die Hand eines Mädchens, ſagte aber zugleich:„Ich halte es für meine Pflicht, Ihnen zu ſagen, daß ich außer meinem guten Einkommen kein Ver— mögen beſitze und daß ein Onkel von mir hingerichtet wurde.“ Scherzend erwiederte ſie:„Ich beſitze ebenfalls kein Vermögen und habe nicht einmal ein Einkommen; und wenn auch keiner meiner Verwandten hingerichtet wurde, ſo habe ich dafür mehrere, die dieß verdienten.“ Bei einem Aufenthalt in K. befand ſich Saphir häufig in Geſellſchaft eines bekannten Thaterdirectors, von welchem alle Welt weiß, daß er einen Ueberfluß an Verſtandes— mangel beſitzt.„Wie ſeltſam iſt es doch, daß meine Beine täglich einſchlafen!“—„Wie können Sie ſich darüber wundern,“ entgegnete Saphir,„befinden ſich Ihre Beine doch ſtets in Ihrer Geſellſchaft.“ Baron v. S.:„He Samuel! Ihr habt aber ſchlechte Ohren, ich rufe Euch ſchon dreimal und Ihr hört nicht!“ Samuel: Bitt um Verzeihung, Eier Gnaden; mei Ohren ſeind ſchon gut, aber Eier Ruf taugt nicht. Er:„Mein Fräulein, Sie dürfen nicht etwa glauben, daß ich ein Wolf im Schafspelz bin.“ Sie:„Nein mein Herr, ich bin ganz vom Gegentheil überzeugt!“ Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen. Eddie fal lad g. zwei Monaten bei dem unterzeichneten Gerichte Güter ⸗ Verpachtung. L12250] In dem Ockſtädter Grundbuche ſtehen[um ſo gewiſſer anzumelden, als ſonſt die Aus—[43101 Donnerſtag den 31. Auguſt d. J., Nach- auf den Namen: ſtein'ſches Erblehngut⸗ die nachſtehend bezeichneten Güterſtücke: 106/16, 108/27, 118/77, 120/87, 152/18, zahlung der Ablöſungskapitalien an den genannten „Rudolph Müller, Freiherrlich von Francken⸗J Herrn Berechtigten geſtattet werden wird. Friedberg den 8. Auguſt 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg Be 8 i 8 i i 1 Beſoldungsgarten hinter der Burg in ſchicklichen mittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe die pro 1854 leibfälligen ſtädtiſchen Gü⸗ terſtücke, nämlich der vormals Bindernagel'ſche Abtheilungen, und die Koppelwaidſtücke zunächſt 225/24, 266/39, 249/39, 24/1, 285/29, 302/30, 323/l, 37/2, 48/5, 6677/6, 672/13, Güterverpachtung der Uſa, auf ſechs Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet. Die ſtädtiſchen Gartenſchützen ſind 8. 2. 5 2 D 0 31. 2 1 3 0 176/1,693/1, 701/13, 898,4, 94/2, 109/16, L109] Donnerſſag den 31. Auguſt d. J., Vor- angewieſen, die etwa verlangt werdende Aus⸗ 1243/18, 1296/10, 1309/23, 1355/15, 1414/5, mittags um 10 Uhr, werden in hieſigem Rath. 1428/8 hauſe auf freiwilligen Antrag der Frau Georg Wagners Wittwe deren pro 1884 leihfälligen Nach vorliegenden Prozeßacten iſt der Heim⸗ Güterſtücke in der Burggemarkung, ſowie einige eingetragen. kunft zu ertheilen. Friedberg den 19. Auguſt 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg fall dieſes Gutes ausgeſprochen und von dem in der Stadtgemarkung, öffentlich meiſtbietend GA nder Freiherrn Georg von und zu Franckenſtein zu auf 6 Jahre verpachtet. Gartenſchüße Stritzinger a 9 g i ertheilt erwa gewünſcht werdende Auskunft. Ullſtadt beantragt worden, daß daſſelbe ihm als Friesderg den 18. Augun 1854. In Auftrag Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher. Eigenthum, das jedenfalls durch Verjährung erworben worden, jedoch als Beſtandtheil des Familienfideicommiſſes im Mutationsverzeichniſſe Auf for dena ng. [1351] Die Wittwe und Erben des Valentin Schäfer in Staden ſprechen das Eigenthum an nachſtehenden Stücken an: zugeſchrieben werden möge. Da nun ein anderer Eigenthumserwerb voll— konnen, ſo werden auf geſtellten Antrag alle, zeichneten Rentamtes, welche an die bezeichneten Grundſtücke Anſprüche tritt am 1. Oktober 1 bilden zu. vermeinen, zu deren Anzeige welchem Tage an das Rentamt die Holzgelder binnen drei Monaten von heute an, unter dem wieder unmittelbar erhebt und nur allein gültig Rechtsnachtheil hiermit aufgefordert, daß ſonſt darüber quittirt dieſelben als durch Verjährung erworben, dem Ullſtadt, übrigens als Beſtandtheil des Fami— lienfideicommiſſes, werden zugeſchrieben werden. Friedberg den 12. Juli 1854. Großberzogliches Landgericht Friedberg. In Verhinderung des Landrichters zahlen. 1 8. Bekanntmachung. ſtändig wenigſtens nicht hat nachgewieſen werden[1312] Der bisherige Holzgelderheber des unter— dieſe 1 n, Alle vor dem 1. Oktober l. J. fällig wer⸗ Freiherrn Georg von und zu Franckenſtein zu denden Holzgelder ſind, bei Vermeidung gericht— licher Klage, noch an Forſtrechner Eret zu be— Ockſtadt am 19. Auguſt 1854. 0 2 Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt] verfügt werden ſoll. An gef e r. J. Valentin Schäfers Wittwe, Gemarkung Stammheim: Fl. II No. 286, Fl. IV No. 33, 208, 224, Forſtrechner Eret hier, 11. Peter Bierbrauer, J. in Ruheſtand, von. Gemarkung Staden: Flur VI No. 123, können ſolches aber urkundlich nicht nachweiſen. Da der Verkauf dieſer Stücke beabſichtigt wird, ſo ſind etwaige Eigenthums-Anſprüche daran binnen 4 Wochen dahier anzuzeigen, widri⸗ genfalls die deßfallſigen Kaufbriefe gerichtlich be— ſtätigt und der Eintrag im Mutationsverzeichniß Altenſtadt den 23. Auguſt 1854. D Ir be, Landgerichtsaſſeſſor. ill adung. Obligations-Verlooſung der Großherzoglichen Gemeinde Rodenbach. [1315] Bei der heute ſtattgehabten Verlooſung Großherzogliches Landgericht Altenſtadt Dre. W Oeffentliche Bekanntmachung. 12821 Nachverzeichnete, dem Herrn Grafen des durch das Handlungshaus Simon und Sa⸗ 13521 Es wird hierdurch zur öffentlichen Kennt— Friedrich von Alt Leiningen ⸗Weſterburg zu muel Lindheimer in Friedberg am 1. Mal 1835 Schloß Ilbenſtadt in der Gemarkung Aſſenheim negoclirten Anlehns hieſiger Gemeinde wurde die zuſtehenden Grundrenten, als: a) eine durch Allodification eines, von Chri- rückzahlbar gezogen. ſtian Müller und Conſorten beſeſſenen niß gebracht, daß Heinrich Lochmann von hier wegen Verſtandesſchwäche unter Curatel geſtellt No. 30, à 100 fl., auf den 31. Oktober J. J. worden iſt und Rechtsgeſchäfte fortan nur mit den Curatoren, Jakob Lochmann und Schreiner— Dieſes wird dem Inhaber unter dem Anfügen meiſter Philipp Deweil dahier, gültig abgeſchloſſen Erbleihgutes, entſtandene Grundrente, im andurch mitgetheilt, den Betrag gegen Rückgabe[werden können. jährlichen Geldanſchlage von 594 fl. 14 kr., dieſer Obligation und nichtfälligen Zinscoupons 5) ein Geldzins im jährlichen Anſchlag von bei der hieſigen Gemeindekaſſe oder bei obener— wähntem Handlungshauſe in Empfang zu nehmen, ſollen nach den beſtehenden geſetzlichen Beſtim⸗[ indem von da an keine weitere Zinſen vergütet 13 fl. 4 kr., mungen abgeloſt werden. werden. Es werden daher alle bei dieſer Ablöſung be⸗ kannte und unbekannte Bethetligte hiermit aufge— fordert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche innerhalb Rodenbach am 2. Auguſt 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Rodenbach Hette rich. Etwaige Forderungen an Heinrich Lochmann ſind, bei Meidung der Nichtberückſichtigung, bin⸗ nen 4 Wochen anzumelden. Friedberg den 3. Auguſt 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann, v. Preuſchen, Landrichter. Landgerichts⸗Aſſeſſor — Oeffentliche Aufforderung. [0353] Es ſollen in dem Landeszuchthauſe zu Marienſchloß noch 3 werkverſtändige Aufſeher mit einem Gehalt von 250 fl. angeſtellt werden. Die Bewerber haben ſich binnen 14 Tagen bei der Großberzoglichen Direktion des Landeszucht⸗ bauſes anzumelden und Zeugniſſe über gute Auf⸗ führung und die meiſtermäßige Kenntniß ent⸗ weder der Schloſſerprofeſſion oder des Flechtens und Lackirens beizubringen. Es kann nur auf Leute, welche im Militär gedient haben, unverheurathet, von kräftigem Körperbau und nicht unter 25, auch nicht uber 36 Jahre alt ſind, Rückſicht genommen werden. Auch wird die nöthige Befähigung und Intel⸗ ligenz, namentlich Fertigkeit im Leſen und Schrei⸗ ben, erfordert. Gießen den 24. Auguſt 1854. 5 Großherzogliches Kreisamt Gießen Küchler. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. 11354] Montag den 4. September, des Vor⸗ mittags um 9 Ühr, ſollen auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Anlage eines Weges in hie⸗ figem Bahnhofe: a) Cbauſſirarbeiten, veranſchlagt zu 554 fl. b) Pflaſterarbeiten, einſchließlich der Lieferung der Materialien, veran⸗ ſchlagt zu 1837 fl c) die Lieferung von 22 Cubikklafter Chauſſirſteinen, durch öffentliche Verſteigerung in Accord gegeben werden. Voranſchläge und Steigbedingungen liegen zur Einſicht offen. Gießen am 24. Auguſt 1854. Der Großherzogliche Sections-Ingenieur der Section Gießen Eickemeyer. Grummetgras-Verſteigerung. 11355] Samſtag den 2. September d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll das Gemeinde-Grummetgras in der Behauſung des hiefigen Gaſtwirths Solz, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Bauernheim den 23. Auguſt 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Bauernheim e ee eee Arbeits-Verſteigerung. 1356] Freitag den 1. September, Morgens 10 Uhr, werden folgende Bauarbeiten in dem Büreau des Unterzeichneten an die Wenigſtneh⸗ menden verſteigert: 1) Schreinerarbeit, veranſchlagt zu 4 fl. 2) die Anlieferung von 1 Cubikklafter Chauſſirſteinen, veranſchlagt zu 12„ 3) das Zerſchlagen von 1 Cubikklafter 0,7 Steinen, Steinſetzen und Un⸗ terhaltungsarbeiten, 4) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 15„ Oberwöllſtadt den 25. Auguſt 1854. Großherzogliche n Oberwöllſtadt 1 g h l. Grummetgras-Verſteigerung. 11357] Samſtag den 2. September d. J., Nachmittags 2 Uhr, ſoll das der Gemeinde Oſſen⸗ heim gehörige Grummetgras in Abtheilungen in der Behauſung des Gaftwirths Schäfer öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert werden. Oſſenheim den 28. Auguſt 1854. Großherzogliche 5 Oſſenheim o p p. Grummetgras-Verſteigerung. [1258] Freitag den 1. September d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll das der hieſigen Gemeinde gehörende Grummetgras öffentlich meiſtbietend auf hieſigem Rathhaus in Abtheilungen ver— ſteigert werden. Fauerbach II. den 26. Auguſt 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Fauerbach II. Holler. 5 Zum Ausleihen. 11359 In dem hieſigen Kirchenfond liegen gegen doppelte gerichtliche Verſicherung 300 fl. zum Ausleihen bereit. Dorheim den 28. Auguſt 1854. Gimbel, Kirchenrechner. Guts verkauf. [360] Das dem katholiſchen Kirchen- und Schulfond(Stift) zu Wetzlar gehörige, in den Gemarkungen Oppershofen und Rockenberg be⸗ legene Gut, welches aus 23 zerſtreut liegenden Aeckern und 2 Wieſen in einer Geſammtgröße von 11612 Klaftern und einer Markholz beſteht, ſoll Donnerſtag den 7. September l. J., des Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhauſe zu Oppershofen einem nochmaligen öffentlichen Ver⸗ kauf ausgeſetzt werden, und wird bemerkt, daß nach erfolgtem Zuſchlag kein Nachgebot mehr ſtattfindet. Die Kaufbedingungen ꝛc. liegen auf der Bür⸗ germeiſterei zu Oppershofen und bei dem Stifts⸗ rendanten Werr zu Wetzlar zur Einficht offen. Soolbad Nauheim. 1101] Jeden Tag Concert im Garten des Rurhauses Morgens von 6½ bis 8 Uhr, Nach- mittags von 3 bis 4%/᷑ Uhr und Abends von 6% bis 8 Uhr, ausgeführt von dem Rur- Orchester unter Direction des Herrn Edmund Ueumann. Jeden Donnerstag Bal parè im Nursaale, Anfung 8 Lui. Veränderung der Eiſenbahnzüge vom 21. Auguſt ab. 11350] In C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg iſt zu haben: Fahrplan der Main⸗Weſerbahn mit Angabe der derzeitigen Anſchlüͤſſe. Placatformat zum Aufziehen, à 2 kr. Fahrplan der Eiſenbahnen, Dampfſchiffe ꝛc. nebſt einer Eiſenbahn-⸗Nouten⸗ Karte. Weſtentaſchenformat, à 3 kr. Eiſenbahn⸗Frachtbriefe ſind ſtets vorräthig und liefern wir dieſelben bei größerem Bedarfe mit der Firma des Beſtellers. Zu deer es 1340] Eine noch wenig gebrauchte zweiſpännige Chaiſe(engliſche Briſchka) iſt zu verkaufen bei Sattler Falck in Friedberg. Verſteigerung. 11361] Montag den 4. September l. J., des Vormittags um 9 Uhr anfangend, laßt der Unterzeichnete in ſeiner Behauſung verſchiedene Gegenſtände, beſtehend in Weißzeug, Bettwerk, Kleider, Zinn, Kupfer, ſowie verſchiedene Möbel, als: Kommode, Kleiderſchränke, Bettſtellen, Tiſche, Stühle u. ſ. w. einer öffentlichen Verſteigerung gegen gleich baare Zahlung ausſetzen. Friedberg. Karl Klein. Beachtenswerth. 11362] Ein noch gut gehaltener boctaviger Wiener⸗Flügel iſt wegen Mangels an Raum ſehr billig zu verkaufen. Nähere Auskunft da⸗ rüber ertheilt H. Rudolph, Muſik⸗Inſtrumenten⸗ Handlung in Gießen. Anzeige. [1263] Ich wohne bei Kaufmann Hirſch auf dem Lindenplatz, eine Stiege hoch. Um die Mittagszeit bin ich jedoch in der Wohnung meines Vaters, des Gr. Stadtrichters Muhl, vor dem Wallthor, anzutreffen. Gießen im Auguſt 1854. Dr. C. M 1 U I, Hofgerichtsadvokat. Frankfurter Cours vom 25. Aug. 1854. eee fl. 9 31-32 Friedrichsd'oer.„10 1 Holländiſche 10 fl. Stücke„ 9 43-44 Rand⸗Ducaten. N„ 5 34 B. 20 Frankſtücke e Engliſche Souverains.„11 42 B. Preußiſche Thaler. 5 Frankenthaler„ 220% B. Preußiſche Caſſenſcheine.„ 146-7 Druck und Verlag von C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. „ 145%-46 Friedber; dem ſo! ter Vers, Stadt 5 ſchränkte Erforder. 15. Nov D die gefü Schiffstr liegt, hal ſchillernde von dem den leeren dert der brochenen friedlich n indischer drüberhin Billionen gierige 90 getriebne ſeltſam über we Orte kr und Mo über die es ſich, herauf 5 ter der Da wo Milf deren lee ſind; de )