Sede Friedberger Intelligenzblatt. Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 12 kr.; durch Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petit zeile oder deren Raum ce Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg., ſammen 7 kr. Nu 93. Dienſtag, den 28. November. 18501. Amtlicher Theil. Oeffentliche tach t icht, Der Stadt Friedberg iſt verſtattet worden, noch einen zweiten Fruchtmarkt und zwar Dienſtags in jeder Woche abzuhalten. Dieſes wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Friedberg am 28. November 1854. Der nächſte findet Dienſtag den 5. Dezember d. J. ſtatt. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Mü le x. Des Schulzen Fritz. (Fortſetzung.) Unmittelbar unter einem der Speicherläden hatte er verſucht, durch eines der Fenſter jener Stube zu ſpringen, in welche er ſich geflüchtet, und hatte ſich den einen Fuß alſo verſtaucht, daß er faſt nicht von der Stelle konnte, viel weniger den beiden bewaffneten Männern langen Wi— derſtand zu leiſten vermocht hatte. Sogleich ward denn auch der arme Fritz vor den Bürgermeiſter des Orts gebracht, der in nicht geringe Verlegenheit kam, ein Verhör anzuſtellen, durch welches nur das Verhältniß ſeiner Tochter zu dem früheren Dienſt— boten des Hauſes aufgedeckt werden mußte. Aber wie erſtaunte der ehrliche Mann, als ſich Fritz wirklich als Dieb bekannte und ausſagte, er hätte in den Getraideſpeicher einzubrechen geſucht, um einige Simmern Frucht fortzuſchaffen und durch dieſelbe zu Geld zu kommen. Und in der That fanden ſich auch Spuren eines beabſich— tigten Diebſtahls vor,— ja bei genauerer Nachſicht wollte der Bürgermeiſter bemerkt haben, daß an ſeinem Getraide— haufen bedeutende Lücken geworden ſeien. Fritz erröthete tief bei dieſer Wahrnehmung des braven Mannes,— Jedermann hielt dieß fuͤr die Röthe der Schuld,— kein Menſch zweifelte länger, daß er der Dieb,— ſagte er es ja ſelbſt, und die, welcher ſein Edel— muth zu Gute kam, nahm ſchweigend ſeine Aufopferung hin, da ſie ja dadurch aus einer großen Verlegenheit ge— rettet war. Was hätten auch die Leute von ihr gedacht, wenn man gewußt, daß im Augenblick, da ihr Freier im Dorf, ein früherer Dienſtknecht ihres Hauſes in ihrem Schlafkämmerlein war! Ja, Fritz blieb bei ſeinem Geſtändniſſe ſtehen, wenn auch der alte Jergmichel in ſeinen alten Tagen aus Ver— zweiflung noch närriſch werden wollte. Hoffte er, daß ſeine geliebte Kathel durch dieſes Beiſpiel grenzenloſer Aufopferung zu gleicher Hintanſetzung aller Rückſichten auf das Urtheil der Welt angeſpornt werde? Hoffte er, daß ihre Eltern ſeinen Edelmuth doch noch erkennen und ſchätzen werden,— daß das Mädchen endlich mit der ganzen Wahrheit vor allen Leuten herausrücken würde? Dann hat er ſich bitter getäuſcht. Wir wiſſen nicht beſtimmt, was den jungen Mann bewog, auf ſeiner Ausſage zu bleiben, bekannt iſt uns aber, daß die Frau Bürgermeiſterin durch ein heimliches Geſtändniß ihrer Tochter über den Zuſammenhang der ganzen Geſchichte unterrichtet war, aber ſo auf ihre ſchwache Tochter einzuwirken gewußt hatte, daß dieſelbe nicht gewagt, einen edeln, pflichtſchuldigen Entſchluß zu faſſen. Im Dorfe zweifelte Niemand länger an der Schuld des jungen Mannes. Am Gerichtstage konnte Niemand ahnen, was alles des Armen Seele bewegte, als er— vergeblich auf eine Erklärung von denen wartend, die ſeine Unſchuld kannten,— das Urtheil des Richters empfing. Er hatte keine Widerrede gegen die Verurtheilung,— er empfing ſie ſchweigend— vielleicht war es Trotz gegen die Tücke des Schickſals. Und wenn nun im Dorfe alle Stimmen ſich vereinig⸗ ten, den Namen des armen Fritz zu verunglimpfen,— und wenn ſtets wieder nur mit dem Sprüchlein:„Hoch⸗ muth kommt vor dem Fall!“ ſeiner gedacht wurde,— mochte die kluge Frau Bürgermeiſterin einen geheimen Triumph feiern, daß ihr Alles ſo gut gelungen;— ihr Töchterlein jedoch, des Bürgermeiſters hübſche Kathel, mochte mehr als einmal das Klopfen eines gewiſſen Mah— ners vernehmen, der ſich nicht abweiſen läßt,— mochte zum Oeftern dem Bewußtſein großer Schuld und Untreue in ihren einſamen Stunden unterlegen ſein und gefühlt haben, wie unter ſeiner Wucht die Luſt und Blüthe ihres jungen Lebens erſtickt ward: und dennoch—— ſie ſchwieg. — Die Sonne blickt traurig durch die dünnen Schnee— wolken auf ihre erſtarrte Schweſter im Leichenhemde, die über und über beſchneite, hartgefrorene Erde. Einzelne Schneeflocken, gleich verirrten Lämmchen auf der Haide, werden hin und wieder durch die kalte Luft getrieben, wenn ſie nicht etwa einen Ruheplatz auf dem Wamms eines einſamen ſchlechtgekleideten Wanderers finden, unter deſſen Tritten der gefrorene Schnee kniſtert und knarrt.— Der Wanderer iſt noch ein junger Mann, aber ſeine regelmäßigen Züge ſind ſo bleich und tragen alſo ſehr die Spuren großen Leidens, daß wir ihn fuͤr einen jener ewig Kranken halten müßten, die ihr elendes Leben mit jedem Schritt näher dem Grabe ſchleppen,— wenn nicht eben der feſte Schritt des Wanderers, ſein emporgerichtetes Haupt und ſein lebhaft erregtes Auge uns eines Beſſern belehren würde. Er ſchreitet tapfer drauf zu,— iſt auch die Kälte allzugroß, als daß man den Aufenthalt im Freien nicht nach Moglichkeit verkuͤrzen wollte. Aber es muß ihn —— noch etwas Anderes treiben, wie wir aus den einzelnen abgeſtoßenen Worten entnehmen können, welche er für ſich hinmurmelt. 5 „Endlich ſeh' ich den Kirchthum!“ ſagt er.„Ach Gott, wie wohl thut einem das, wieder dahinwandeln zu können, wo man aufgewachſen und wo... Ich hätte ſterben müſſen, wenn ich noch länger in dem Loch geſeſſen wäre... wie wird ſie ſich freuen... ja, ſie wird dank— bar ſein, für das, was ich ausgeſtanden für ſie... und der alte Jergmichel! Du lieber Gott! Wenn der erſt weiß, daß ich kein Dieb..... wie wird ihm ſein Glas vom Beſten ſchmecken, wenn ich wieder als gemachter Mann in meines Großvaters Haus ſitze... Aber, viel— leicht, vielleicht... nein! nein! Es kann nicht ſein! es darf nicht ſein... ſo falſch, ſo grundaus ſchlecht iſt die Kathel nicht... ſie hat ja jetzt geſehen genug, wie ich's mit ihr meine...— Aber nein, Fritz, mach Dir keine falſchen Hoffnungen, trau' Deinem Schickſal nicht zu Gro⸗ ßes zu.... Dru läßt dich von deinen Wünſchen verfuͤh⸗ ren!... Und doch, mein Gott, ſie muß ja jetzt ſehen, daß Niemand, gar Niemand in der Welt ſie ſo gern hat wie ich... ich bin doch ein recht armer Kerl und hab ſo viel ausgeſtanden... jetzt wird ſie auch etwas für mich thun!“— „Wer iſt das? Das ſind ja die Schellen von des Bürgermeiſters Gefährt'... ja, das iſt der Schlitten, in dem ich ſie ſo oft gefahren! Wie die Gäule ausholen und dampfen, der Schimmel und der Fuchs! Wer wird drinnen ſitzen, wer wird fahren 2 s' kann's doch Keiner, wie des Schulzen Fritz zu ſeiner Zeit! Halt, jetzt kann ich's ſehen!... ach Gott, ſie ſitzt drinnen! Kathel, Kathel!... ſie hat mich nicht erkannt!“— g Traurig blickte des Schulzen Fritz dem Schlitten nach,— ſie hatte den armen, abgezehrten jungen Mann nicht erkannt, der an der Straße ſtand und ihr ſo eigen in's Geſicht geſehen hatte;— was kümmerte die be⸗ neidete Braut des reichen Ochſenwirths von Heuchelheim der halb erfrorene Bettler an der Landſtraße? Wie hätte ſie den armen Burſchen, der eben aus dem Zuchthauſe in die Heimath kehrte, wieder erkennen mögen! Du Armer! hatte doch der alte Jergmichel Mühe, in Dir ſeinen Fritz, den ſauberſten, kräftigſten Burſchen im Dorfe, wieder zu erkennen!—— Dort in der kleinen Wohnung auf dem Kirchberg ſaß man heute Abend wieder beiſammen am Ofen,— auch der alte Peter war da, aber alle Munterkeit war von ihm gewichen, und ebenſo heiß brannten ihm die Zähren auf der verblichenen narbigen Wange, als ſeinem Gevatter, dem Jergmichel, wenn er auf den Fritz hin guckte, der dort am Ofen ſaß, das Geſicht in den Händen verhüllt. Ein leiſer Fluch über den andern kam aus des alten Peter's Mund, ſo daß darüber ſein Pfeifchen beinahe auslöſchte. Er hatte ſtatt dem Jergmichel dem Fritz Alles erzählt, was ſeitdem im Dorfe vorgefallen war,— wie die Parthie mit„'s Ochſenwirths“ von Heuchelheim die Bürgermeiſterin dennoch zu Stande gebracht,— wie das falſche Trinel, die Kathel, dennoch eingewilligt habe und auf Morgen ſchon die Doppelhochzeit gehalten werden ſolle. Auch ließ er merken, daß er jetzt doch gern wiſſen möcht', ob ſich der Fritz denn wirklich ſo vergeſſen habe und ſtehlen konnte.— Der alte Jergmichel richtete dabei ſein getrübtes Auge in fürchterlicher Seelenangſt auf die Miene ſeines Fritz,— er entdeckte kein Schuldbewußtſein darinnen, ſon— dern nur den Ausdruck unſäglichen Schmerzes— ſchreck— licher Enttäuſchung. Ein erleichternder Seufzer drang 414 aus des alten Mannes Bruſt und dann trat die vorige, bedrückende Stille ein. „Gott! Gott!“ preßte es ſich endlich aus dem Herzen des unglücklichen Fritz, und er ließ die Arme ſinken, die ſeither ſein Geſicht verhüllt hatten.„An wem hab ich's verſchuldet, daß ich ſo leiden muß! „Faſſe Muth, Fritz!“ ſagte mit von Trähnen er- ſtickter Stimme der alte Jergmichel.„Faſſe Muth! Sie iſt deiner nicht würdig geweſen!“ f „Muth?“ rief der Burſche im Tone der höchſten Verzweiflung, ſprang auf und ſchritt im Zimmer auf und ab.„Was das für ein Wort iſt! Ich habe ja Muth! Seht, liebe Männer, Jergmichel, alter, treuer Vater! Seht, alte Lieſe(die Arme, welche ſeither leiſe für ſich hinge— weint hatte, fing jetzt überlaut an zu jammern), Euer Fritz, der Schulzen-Fritz, könnt' jetzt erſt ein Spitzbub werden, könnt' jetzt ſtehlen, brennen, rauben und. er ſtieß wild mit dem Fuße auf den Schemel, darauf er ge— ſeſſen war, daß dieſer mit lautem Krachen zuſammenbrach und die beiden Alten in ſich zuſammenfuhren. Jetzt erſt könnt' ich ſchlecht, ſchlecht wie Niemand mehr auf der Welt werden!“ „Führe uns nicht in Verſuchung!“ flüſterte leiſe der alte Jergmichel:„Sondern erloͤſe uns von dem Uebel!“ „Ja- ſtimmte der krumme Peter ein,„es wäre beſſer, er läge dort, wo ſeine Mutter liegt.“ Die beiden Alten hatten nicht geglaubt, daß es der Fritz höre. Der blieb plötzlich in der Stube ſtehen,— ſah nach den drei treuen Seelen und ſprach in ſanftem Tone: „Mutter, Mutter, meine arme Mutter! Wie gut iſt Dir, daß Du unter der Erde liegſt und von meinem Jammer nichts weißt!“ So klagte er und reichliche Thränen erleichterten ſein gepreßtes Herz, daß ſelbſt der krumme Peter einen ſoldatiſchen Kernfluch um den andern ausſtieß, um nicht in lautes Weinen ausbrechen zu müſſen bei dem Anblick des einſt ſo kräftigen, fröhlichen Burſchen, der nun von den auf ihn eindringenden Leiden geknickt ſtand und ſich kruͤmmte, wie ein gehetztes Wild unter den Biſſen der Meute. (Schluß folgt.) Verſchiedenes. Vor längerer Zeit ſtudirte ein Baron von Viereck in Leipzig und behauptete in einer fröhlichen Abendgeſellſchaft von Studioſen, es könnte ihm nicht wohl etwas einfallen, was er nicht auch nach ſeinem Willen durchzuſetzen ver— möchte. Er ſchlug vol, eine Wette einzugehen, daß er in ſehr kurzer Zeit von Leipzig nach Berlin fahren und zu einer beſtimmten Stunde in dem feſtgeſetzten Hotel eintreffen wolle,— nichts ſolle ihn an der Ausführung hindern. Luſtige Univerſitätsfreunde gingen eine Wette ein, daß es ihm dießmal nicht glücken ſolle, unter der Bedingung jedoch, daß an ſeinem Fuhrwerk kein Leid gethan werde. Die Wette wurde geſchloſſen und die Abreiſe für den andern Morgen feſtgeſetzt. In der Nacht fuhren jedoch drei dieſer Spaßvögel mit Extrapoſt dem Herrn von Viereck voraus; ſie fuhren einzeln zum Thore hinein und gaben ihre Namen ſo an, daß ſich der Erſte Eineck, der Zweite Zweieck, der Dritte Dreieck nannte.— Schon bei der Ankunft des Herrn von Dreieck koſtete es Mühe, den Wachtcomman— danten zu überreden, daß dieß ſein rechter Name ſei. Kurz darauf kam nun der echte Herr von Viereck mit Pfeiles⸗ ſchnelle an dem Thore angefahren. Der Wachtcommandant trat an die Chaiſe:„Mein Herr, ich bitte um Ihren ——— ihn eine Theilnaht vor Allem etwas ve komme. — C 1775] Oe Verlobte E trags vom des Raths Staufert J. Erben des Eintrags el urkunde zu Dann he Oberrosbac 69 Alftr. e b) Hein VII 371 Köppel, e) Grof Hoͤchſt das Erlichspfa verkauft, weiſen zu Auf gef die oben borerwähn. können gla binnen 2! zu machen erloſchen thekenducht aber den! ertheilt, ſe berzeichniſ Ftiedb E — Verſtel 11779] L tirung c. dahier at Kochpfan blech geg dietenden Man öffentlich dem Her mit Gri Höhe ot bei 3% men kau * 1 er ge⸗ Hlammenbrach * Jetzt erſt t auf der Anerte leiſe der 1 Uebel! es wart beſſer, , d e dr — ſah nach em Tone: ter! Wie gut iſt ven meinem ren erleichterten e Peter einen cb, um nicht in tem Anblick des tt nun von den ud ſich krümmte, 8 W der Meute. Hetel eintreffen rung hindern. t cin, daß es tingun jedoch, 4 an werde. Die ur den andern doch dtti dieset Hirreck voraus; i ür Namen 8 51 zutiec, * Ankunft des Tun 1 gachtcommal⸗ e bel. Kurz n Pfeiles⸗ unnandant + 5 An Ihren 415 Namen.“„Ich bin der Baron von Viereck und logire da und da.“ Jetzt brach dem Wachtcommandanten die Geduld.„Sie kommen nicht von dannen, mein Herr, bis ich die Herren Ein-, Zwei- und Dreieck, die ebenfalls heute hereinpaſſirt ſind, ſammt Ihnen, Herr von Viereck, für den Frevel beſtraft ſehe, den Sie an einem Königlich Preußi— ſchen Wachtcommandanten begangen.“ Herr von Viereck betheuerte ſeine Unſchuld; allein es half nichts. Die Sache wurde erſt anf die Hauptwache und von da weiter rappor— tirt, bis ſich die Unſchuld des Herrn von Viereck auswies. Dieſer kam jedoch durch dieſen Streich um zwei Stunden ſpäter in dem gewählten Hotel an, wo bereits die luſtigen Brüder ſaßen, auf Vierecks Koſten zechten und ob des ge— lungenen Streiches herzlich lachten. Belohnte Uneigennützigkeit. Galignanis „Meſſenger“ erzählt: Ein wohlhabender Junggeſelle zu St. Omer erkrankte vor Kurzem gefährlich, und alsbald umgab ihn eine Schaar von Vettern und Nichten, die ihm ihre Theilnahme betheuerten. Er erklärte ihnen trocken, daß er vor Allem Ruhe haben wolle; deshalb werde er Niemanden etwas vermachen, der während ſeiner Krankheit zu ihm komme. Die ganze Sippſchaft entfernte ſich ſofort, erkun— digte ſich aber eifrigſt nach dem Fortgange ſeiner Krank⸗ heit. Sein Zuſtand ward täglich ſchlimmer; aber kein Ver⸗ wandter beſuchte ihn, mit Ausnahme eine Nichte, I oſephine, welche darauf beſtand, ihn in ſeiner Krankheit zu pflegen. „Wenn Du darauf beharrſt, hier zu bleiben“— ſagte der Kranke zu ihr—„ſo werde ich Dich zuverläſſig enterben.“ Sie antwortete:„Immerhin, Onkel; aber Sie ſind zu krank, um ohne einen Verwandten zu ſein, der für Sie Sorge trägt, und ich bin zu bleiben entſchloſſen.“ Zwei Tage ſpaͤter machte der Oheim in gehöriger Form ſein Teſtament, und alsbald verlautete, Joſephine ſei enterbt. Kurz darauf ſtarb der Kranke, und bei Eröffnung des Teſta⸗ ments fand ſich, daß er ſein ganzes Vermögen(80,000 Franken) Joſephinen vermacht hatte,„weil ſie“— wie es im Teſtamente hieß—»die einzige unter allen ſeinen Verwandten ſei, welche uneigennützige Zuneigung für ihn empfinde.“ Für die Brandbeſchädigten zu Felda gingen bei der Unterzeichneten ferner ein: Von Pfarrer Erdmann in Langenhain 1 fl., von W. R. 1 fl. Um weitere Gaben wird gebeten. Die Exped. des Frie db. Int.⸗ Gl. — Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen. Edictalla dung. L17751 Georg Engel zu Oberrosbach und deſſen Verlobte Eva Roſina Belzern haben laut Ein⸗ trags vom 25. Februar 1828 bei Baumeiſter des Raths der freien Stadt Hamburg J. P. Staufert 1275 fl. entliehen und wird von den Erben des Gläubigers in die Löſchung dieſes Eintrags eingewilligt, ohne daß die Hppothek⸗ urkunde zu jenem Zwecke vorgelegt werden kann. Dann haben: a) Philipp Oblys Wittwe zu Oberrosbach das Grundffück III 114(alt) 69 Klftr. ober dem Griffelacker; b) Heinrich Anton Becker von da das Stück VII 371(alt E/%) 181 Klftr. unter dem Köppel; 5 c) Großberzoglicher Pfarrer Bingmann zu Höchſt das Stück IX 626(alt 301 ½,) auf dem Erlichspfad, in der Gemarkung Oberrosbach, verkauft, ohne ihr Eigenthum urkundlich nach⸗ weiſen zu können. Auf geſtellten Antrag werden alle, welche auf die oben bezeichnete Hppothekurkunde oder die vorerwähnten Grundſtücke Anſprüche bilden zu können glauben, aufgefordert ſolche ſo gewiß binnen 2 Monaten von heute an bier geltend zu machen, als ſonſt jene Schuldurkunde für erloſchen erachtet und der Eintrag im Hypo⸗— thekenbuche geſtrichen, bezüglich der Grundſtücke aber den Kaufbriefen die gerichtliche Beſtätigung ertheilt, ſofort der Erwerbstitel im Mutations⸗ verzeichniſſe gewahrt werden wird. Friedberg den 8. November 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann. (Butz bach.) n Verſteigerung von Geſundheits⸗ Kochgeſchirren. 117791 Bei der Verſteigerung getragener Mon⸗ tirung ꝛc., welche Freitag den 1. December d. J. dahier abgehalten wird, ſollen auch Keſſel und Kochpfannnen von ſtarkem gut verzinnten Eiſen⸗ blech gegen gleichbaare Zahlung an den Meiſt⸗ bietenden verſteigert werden. Man bringt dieſes mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß ein Keſſel mit eiſer⸗ nem Henkel 3¾ Pſund und eine Kochpfanne mit Griff 1 Pfund wiegt, erſterer bei einer Höhe von 1 Fuß 30 Schoppen, und letzterer bei 3½ Zoll Höhe 10 Schoppen aufneh⸗ men kann, daß dieſelben ſich in einem völlig brauchbaren Zuſtande befinden und nicht allein als Koch- und Bratgeſchirre verwendet, ſon— dern auch zu verſchiedenartigen anderen Zwecken in einer Haushaltung, ſowie zum Kochen im Freien mit Vortheil benutzt werden konnen. Butzbach den 22. November 1854. Großherzoglicher Divifions-Verwaltungsrath des Garderegiments Chevauxlegers. (Butz bach.) Verkauf getragener Montirung, aus- rangirten Reitzeugs ꝛc. L17781] Freitag den 1. Dezember dieſes Jahrs, des Vormittags von 8—12 und des Nachmit⸗ tags von 1—5 Uhr, ſoll in der hieſigen Rei- tercaſerne eine Anzahl getragener Montirungs— ſtücke, als: Spencer, Reithoſen mit Leder, Mützen, lederne Handſchuhe, Hemden, Socken, Halsbinden, Halbſtiefel, Schuhe ꝛc., ſodann aus⸗ rangirtes Reitzeug und Caſernerequiſiten, wobei viele Bett⸗ und Pferdeteppiche meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden. Indem man dies zur öffentlichen Kenntniß bringt, erſucht man zugleich die Herren Bür⸗ germeiſter der Umgegend dieſen Verkauf in den unterhabenden Gemeinden geeignet bekannt machen laſſen zu wollen. Butzbach den 22. November 1854. Der Großberzogliche Diviſions-Verwaltungsrath des Garderegiments Chevauxlegers. Edicetalla dung. [1723] Philipp Hartmann, Wittwer, und deſſen großjährige Kinder, Philipp Hartmann, Katha⸗ rina Hartmann und Eltſabetha, Heinrich Kleiß Ehefrau, ſämmtlich zu Bruchenbrücken, haben die Grundſtücke: Flur I, Nr. 437= 118 Klafter, „ XIV,„ 207= 32 verkauft, obne deren Eigenthum urkundlich nach⸗ weiſen zu können. Es werden deshalb alle Die⸗ jenigen, welche Eigenthumsanſprüche an beſagte Grundſtücke zu bilden haben, aufgefordert, ſolche binnen ſechs Wochen dahier geltend zu machen, widrigenfalls der Verkauf dieſer Grundſtücke ge⸗ richtlich beſtätigt werden und der Eintrag in das Mutationsverzeichniß erfolgen wird. Friedberg den 6. November 1854. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann. Faſelochs⸗Verſteigerung. [797] Ein der Gemeinde Okarben zuſtehender, gutgehaltener Faſelochs ſoll Donnerſtag den 30. d. M., Vormittags 11 Uhr, auf dem Rath⸗ hauſe dahier öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Okarben den 24. November 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Okarben Henſel. Bekanntmachung. [1798] Da die heute ſtattgehabte Verſteigerung theilweiſe nicht genebmigt werden konnte, ſo ſollen die nachbenannten Arbeiten Donnerſtag den 30. d. M. nochmals wenigſtfordernd über- geben werden: a) Spenglerarbeit, veranſchlagt zu 20 fl. 12 kr. b) Weißbinderarbeit,„„ 4%— Die Verſteigerung beginnt auf meinem Büreau präcis 10 Uhr Vormittags. Ziegenberg den 23. November 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Langenhain Rumpf. Faſelochs-Verſteigerung. [1799] Mittwoch den 6. December l. J., Mor⸗ gens 10 Uhr, wird ein der hieſigen Gemeinde gehöriger Faſelochs, Gelbſchäck, welcher 2½ Jahr alt und zum Schlachten, ſowie zur Zucht brauch⸗ bar itt, öffentlich an den Meiſtbietenden ver— ſteigert. Oberwöllſtadt den 23. Novbr. 1854. Großherzogliche Bürgermeiſterei Oberwöllſtadt Die l. Verſteigerung. L1800] Dienſtag den 5. December d. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr, werden auf dem Fruchtmarkt zu Hanau: 3 ſehr ſtarke Mühl und Leiterwägen mit eiſernen Achſen; 2 faſt neue, große, lederne Wagendecken; 1 Pflug mit Egge; Pferdegeſchirre, 1 kupferner Waſchkeſſel u. dgl. m. öffentlich gegen gleich baare Zahlung ver— ſteigert. Hanau den 25. November 1854. Pfadt, Vergantungsſchreiber. 1 1 1 N 1 1 416 N 118011 Bei uns iſt zu haben a Formularpapiere 3 Lu ſt rirter L41044] zum Gebrauche der Herren Bürger⸗ A meiſter, Gemeindeeinnehmer, Bau- e 72— und Forſtbeamten ꝛc. ſind ſtets zu haben in 2a e Kalender für 18838. C. Pernagele Buchhamlen F * in Friedberg. 0 dee Jahrbuch der Ereigniſſe Antes— g E e. 15 f 1 U 0 eK eign 3 1773] Alle Sorten Kochöfen, nach neueſter W 9 *** 7 7 4 4**„ Beſtrebungen und Fortſchritte im Voͤlkerleben und im Gebiete Einigung, Stabelſn, abgerundete, ſowie ge⸗ 5 drehte Achſen, Dickwurzreibmaſchinen, Dielen, 1 der Betten, feines Vorſchuß⸗ und Weißmehl, ſowie— 5 5 G b ee ſtets 1 5 zu haben bei manuel Friedberger Wiſſenſchaften, Künſte und Gewerbe. n Eb. Mit vielen in den Text gedruckten Abbildungen. Anzeige. X. Jahrgang. 11805] Geſtempelte ein- und zweiseitige Schnell⸗ Mo Preis 1 fl. 48 kr wagen nebſt Balancir-Wagen find ſſets vor⸗ . f auge und zu den Saucen Preiſen zu 15175 ſiſts auf d NI uch werden alte Wagen abgezogen. eelle jſter der E. Bindernagel's Buchhandlung. Sake gn e e Der Geſchäftsführer L. Vaſſeroth a hn 4 2 0 f bei H. 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Special⸗Karte der Krim. 1 1 7 2 8„J. Huot's großer geognoſtiſcher und topographiſcher Karte zu des Fürſſen Demidoff'“s Eine ſchwarzfeidene Mantille 1 Je a die Krim, deutſch herausgegeben von J. F. Neigebaur. ene gefunden. Zu erfragen bei der f u. 3 pedi T. 80 Mit lan der Feſtung Sebaſtopol.. P Preis 27 kr. Frankfurter Cours vom 25. Nov. 1854. I g 8 8 Piſtolen ff. 930% B. N N 3 0! Friedrichsd or..., 959.40 fl nit dem 1. J Zu verkaufen. Nicht zu uͤberſehen! Holländische 10 fl. Stücke„ 9 38 B. 4845 in Nr.! 11803] Ein noch neuer, grauer Tuch-⸗C(1804) Indem ich hierdurch auf nächſte Oſtern[Rand⸗Ducaten% 529 B der zur Erbe 1 mantel für einen Oekonomen oder Rei- eine Matzenkuchenbäckerei in empfehlende Er⸗ 20 Frankftücke 918½ B. Aunzial Straß d iſt billi erkaufen innerung bringe, bitte ich meine verehrlichen[Engliſche Souverains..„1139 B. ſruungen der ſenden iſt billig zu verk 5 Kunden ihre Beſtellungen baldigſt bei mir machen[Preußiſche Thaler.. 145¼—7½ bird.— II. Frankfurt. 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Waizenmehl aufg. 53, verk. 53, 15 fl. 53 kr.; Roggenmehl aufg. 22 dem Haupt verk. 22, 12 fl. 22 kr.; Erbſen aufg. 51, verk. 46, 12 fl. 15 kr.; Linſen aufg. /; Wicken aufg. 5, verk. 5, 10 fl.— Butzbach: Erbſen 12 fl. 9 kr · Main zum Nidda: Vorſchußmehl und Waizenmehl 18 fl.— Hungen: Erbſen 13 fl.— Echzell: Weißmehl 21 fl. 30 kr.— Grünberg: Erbſen 11 fl. 14 kr · Oinanzacceff Linſen 10 fl. 45. Jullamte N. N f Darmfadt, Druck und Verlag von C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg. den deldwet