. 8 2 — 2 2. Se R. berhess ae Organ für die Interessen des werktätigen Volkes aun bann n der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. i„Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Der Kppememengkspreis mit den Beilagen Das Blatt der Frau und Land⸗ wirtschaftliche Beilage 1 monatlich 3000.— Mek, einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezog. 2000.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120. Mt Verantwortlicher Redakteur: J. Vetters. Für den Inseralenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(35 mm breit) oder deren Raum lokal 8. 5 300.— Mf. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ 60.— Mk. auswärts 80.— Mk., die Reklamemillimeterzeile der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. 2. 5 Nr. 75 Gießen, Samstag, den 31. März 1923 183. Jahrgang Der dentsche Kampf um Freiheit und Sein. Nationalsozialismus und Kapitalsinter nationale. Foch Sanktionen und Pfänder diese Grenze Zu den Pariser Friedensverhandlungen hatte Marschall Herrn Clemenceau ein Memorandum unterbreitet, das folgende Stelle enthält: 5 Diese Grenze(die Rheingrenze) muß Deutschland auf⸗ gezwungen werden. Von jetzt ab wird der Rhein die West⸗ grenze der germanischen Völker sein.“ Dieses Ziel ist nun bis jetzt nicht erreicht worden. Darum geht die Politik Poincarés darauf hinaus, durch allmählich zu ge⸗ Iiwinnen. auch die wirtschaftlichen Pläne Neben den politisch⸗strategischen Triebkräften, die auf seine„natürliche“ Grenze Frankreichs abzielen, wirken aber der französischen Schwer⸗ lindustrie, die unter den gegebenen Verhältnissen noch tief. gehender sind als die Einflüsse der französischen Militärs. ö Der ungeheuere Zuwachs, den die französische Schwer⸗ industrie durch Elsaß⸗Lothringen, durch die Monopolstellung in Luxemburg, durch die Ueberlassung der Saargruben auf 15 Jahre und durch die Reparationskohlen erhalten hat, genügt ihr noch nicht. Auch die Zuteilung der Hauptmasse der oberschlesischen Industrie an Polen und damit an die östliche Interessensphäre der französischen Schwerindustrie wird von diesen Kreisen noch nicht als ausreichend ange⸗ sehen. Der wirtschaftliche Imperialismus. der Herrschafts⸗ drang und der Machthunger der französischen Industrie⸗ könige verlangt gebieterisch nach der Einbeziehung des Ruhr⸗ gebietes in ein zentrales, einheitliches Industriebecken Europas.. 8 Poincaré hat in den letzten zwanzig Jahren diese mäch⸗ igen finanziellen und industriellen Gruppen Frankreichs fals Rechtsanwalt vertreten, er war als Abgeordneter im Parlament deren Wortführer, ebenso als Präsident der Republik, und ist jetzt als Ministerpräsident deren Vollzugs sorgan. Wer ist nun die Spitze dieser mächtigen, bestimmen⸗ den und Deutschlands Wirtschaft zerstörenden Gruppen? Die entscheidenden Führer dieser Gruppen sind: 3 Eisensyndikat(Comité des Forges), 5 Schneider⸗Creusot, der sofort nach Gründung des tschecho⸗ 5 slowakischen Staates auch die Skoda-Werke in Pilsen an sich Frriß, 0 6 1 Kohlensyndikat, 1 die Vereinigung der chemischen Werke und 1 die Pariser Unionbank. 13 Diese Führung hat die Regierung, das Parlament'und die große Pariser Presse vollkommen in der Hand, nach deren Pfeife muß getanzt werden. Was das Ruhrgebiet für diese Kreise bedeutet, ist zu zersehen aus einem Elaborat von Francois Delaisi, eines ehemaligen hohen Beamten des französischen Kolonialmini⸗ isteriums. Er sagt da unter anderm: 0„Wenn die großen französischen Fabrikanten sich die mehr oder weniger verkleidete Annexion des Rheinlandes wünschen, so geschieht dies vor allem, weil die natürlichen Bedingungen und menschliche Kurzsichtigkeit sie von dem Ruhrbecken ab⸗ hängig machen. Für die Metallindustrie glaubten die Versailler Bevoll⸗ mächtigten genügend Vorkehrungen getroffen zu haben, indem sie ihr den Ertrag der Saargruben für 15 Jahre zuwiesen Dies war jedoch ein vehängnis voller Irrtum, denn die Saarkohle ergibt keinen guten Gießereikoks. Selbst als sie noch unter deutscher Herrschaft waren, holten die lothringischen Hoch⸗ öfen ihren Koks aus dem Ruhrrevier, und unsere Gießereien im, Norden und Osten taten dies gleichfalls. Die Lage ist heute noch ebenso, und ein Studium der Wirt⸗ schaftsstatistik lehrt, daß die geringste Abnahme der Ruhrkohlen⸗ lieferung unmittelbar eine teilweise Stillegung der französischen Hochösen im Norden und im Elsaß bewirkt. Diese durch die Natur bedingte Abhängigkeit ist vom Gesichtspunkt un⸗ ferer Metall industrie aus eine schmerzliche Tatsache. Ueberdies hängt die Preis der Kohle in ganz Frank⸗ 7 35 der Lieferung der teerhaltigen Kohle aus Deutsch⸗ and ab.“ Das sind die Gründe für die Ruhraktion der französi⸗ schen Schwerindustrie. Dies zeigt aber auch die Quellen, aus denen der Franken nach Bayern rollt. 5 a Auf die Geldquellen der Nationalsozia⸗ listischen„Arbeiter“partei und auf deren politi⸗ ische Einstellung wirft das ein grelles Licht. Diese Partei und ihr Organ, der Völkische Beobachter, führen einen rück⸗ sichtslosen Kampf gegen die deutsche Abwehrfront. In seiner Samstagnummer reißt der Völkische Beobachter in seinem Artikel„Kanzlersprüche“ voll Gift und Zynismus den bürgerlichen Reichskanzler herunter. Cuno sei„ein schöner, ein kluger Mann, er halte hübsche Reden, aber er sei— kein Mann“. Dagegen wird im gleichen Blatte der amerikanische Industriekönig Henry Jord geradezu ver⸗ [himmelt und begeistert wird mitgeteilt, daß er zur Präsi⸗ Poincaré vor dem Hauptausschuß. Zu Verhandlungen nicht bereit. Im Hauptausschuß der Kammer hat Poincaré am Dienstag über die Kredite für die Ruhrbesetzung gesprochen. Er entwarf ein allgemeines wirtschaftliches wie politisches Bild zur Lage im Ruhrgebiet und machte im einzelnen Mit⸗ teilungen über die miltärische Verwaltungsorganisation, die ausnahmslos dem Oberkommandierenden der verbündeten Truppen anvertraut worden ist. Weiterhin kam Poincaré auf den von der deutschen Regierung und den deutschen Industriellen von Beginn der Besetzung an ge⸗ leisteten passiven Widerstand zu sprechen. Er erklärte, daß die Schutz⸗ polizei aufgelöst werden müsse, denn sie sei eine rein militärische Organisation und daß im ganzen 1000 preußische Beamte aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen worden seien. Nur eine andauernde und ununterbrochene Besetzung werde angesichts des Widerstandes der deutschen Regierung die Verwirklichung eines Programms der Verwertung des Ruhr gebiets erlauben, durch die das Wiedergutmachungsproblem gelöst werden kann. Diesem Problem zuliebe müßten die Ein⸗ und Aus⸗ fuhr izenzen, die zur wirtschaftlichen Blockade führen, wieder ein⸗ geführt werden. Poincaré betonte, daß die Großindustriellen im Ruhrgebiet die Seelen des Widerstandes seien. Sie hätten mehrmals ver⸗ sucht, direkte Verhandzungen mit der französischen Regierung an⸗ zulnüpfen! Diese nehme aber nur formelle Vorschläge von der Reichsregierung an. Vorschläge von neutralen oder alliierten Mächten könnte die französische Regierung nicht 3 1 97 9 4 Weiterhin sagte Poincaré, daß Belgien und Frankreich darin einig sind, die Ruhrpfänder bis zur völligen Bezahlung der deutschen Schuld zu behalten und die Räumung des besetzten Gebietes nur nach Maßgabe der erfolgten Zahlungen vorzunehmen. Essen vor allem, sagte Poincaré, würde unter leinen Umständen aufgegeben werden, bevor die politische Regelung der Reparationsfrage durchgeführt ist. In der Frage des Eisenbahnverkehrs konstatierte Poincaré mit Genugtuung, daß die Forderung nach freiwilligen Hilfskräften ausgezeichnete Ergebnisse hatte.(2) Die Eisenbahnen seien das beste Pfand in den Händen der Besatzungsmächte. Ueber die Koks⸗ und Koh⸗ len ransporte machte er folgende Angaben: Seit kurzem erreichen diese Transporte eine tägliche Menge von 3500 Tonnen; bald wer⸗ den sie verdoppelt werden Von den 114 Hochöfen vor der Be⸗ etzung sind 74 noch im Gange. Auch diese Ziffer werde bald be⸗ eutend erhöht werden. Arbeitsminister Le Troquer machte im Anschluß daran noch die Mitteilung, daß die Ziffern der auf den Gruben⸗ — Koks und 2 Millionen Tonnen Kohlen betragen. Die Kommission bewilligte danach alle Kredite, die von der Regierung verlangt wurden. Eymod soll der Kammer einen Bericht vorlegen, der am Freitag zur Verhandlung kommen soll. Die vorstehend wiedergegebenen Erklärungen Poincarés über die Lage im Ruhrgebiet sprechen dafür, daß Frankreich überhaupt nicht bereit ist, mit Deutschland auf ehrlicher Grundlage zu verhandeln. Nach den Aeußerungen des fran⸗ zösischen Ministerpräsidenten soll die Ruhraktion, aus deren Mißersolgen er selbst kein Hehl mehr macht, erst dann auf⸗ gegeben werden, wenn Deutschland Fa pitü liert, wenn Frankreich ohne weiteres das Ruhrgebiet als Pfand behalten kann, angeblich, bis das Deutschland seine Repa⸗ rationsverpflichtungen vollständig bezahlt hat. Diese Zu⸗ mutungen, zu deren Verwirklichung keine deutsche Regierung beitragen wird, sind nicht nur widerrechtlich, sondern sie be⸗ weisen auch, daß Frankreich seine annexionistischen Absichten, wie sie ihm von guten Kennern der französischen Politik zu⸗ geschrieben werden, noch nicht aufgegeben hat. Hinter den Erklärungen Poincarés verbirgt sich der Gedanke, durch wirtschaftliche Zerrüttung Deutschlands, die eintreten muß, wenn Frankreich das Ruhrgebiet als Pfand behält, das Rheinland selbst gegen den Willen seiner Bewohner zu annektieren. halden vorhandenen Vorräte augenblicklich 560 000 Tonnen Deutschland soll kapitulieren! Widerrechtlich wäre die Inbesitznahme des Ruhrgebietes als Pfand bis zur endgültigen Regelung unserer Repara⸗ tionsverpflichtungen insofern, als der Versailler Vertrag die territorialen Pfänder genau umgrenzt. Nicht das Ruhr⸗ gebiet, sondern die linksrheinischen Gebietsteile gelten in diesem Vertrag als territoriale Pfänder und nur die Ge⸗ samtheit der Alliierten hat darüber zu entscheiden, in welchem Maße dieses Gebiet Deutschland entsprechend sei er Erfüllung zurückgegeben werden kann. Poincaré setzt sich also mit seiner Forderung offen in Widerspruch zu den alliierten Mächten. Er will scheinbar den Versailler Vertrag nach eigenem Gutdünken zugunsten seiner annexionistischen Absichten ohne die Verbündeten revidieren. Der deutschen Verständigungsbereitschaft, die aus der jüngsten Rede des Reichsaußenministers hervorgeht, steht also eine Verhandlungsgegnerschaft der französischen Re⸗ gierung gegenüber, mit der sich die deutsche Arbeiterschaft abfinden wird. Die„passive Refistenz“ muß fortgesetzt werden, weil Poincaré es wünscht; sie soll aber andererseits ihr Ende finden, sobald Frankreich bereit ist, zu einer ehr⸗ lichen Verständigung die Hand zu bieten. Eine Kapitulation, wie sie Poincaré fordert, kann es für die deutsche Arbeiter⸗ schaft aus Selbstinteresse ohne weiteres nicht geben. Das Pariser Echo der Rosenberg⸗Rede. „Der Pariser Temps sagt zu den Erklärungen des Reichsaußenministers in seinem gestrigen Leitartikel: „Herr von Rosenberg legt Wert darauf, alle Brücken abzu⸗ brechen, über die eine loyale Verhandlung hätte geschehen können.“ Am Quai d'Orsay(dem französischen Außen ministerium) wurde am Mittwoch abend über die Rede Rosenbergs erklärt, daß Deutschland anscheinend alle nur erdenklichen Lösungsmöglichkeiten in Aussicht genommen habe, mit Ausnahme der einzigen, die für Frankreich in Frage kommen könnte, nämlich der direkten Ueberreichung offizieller Vorschläge. Diese einzige, für Frankreich in Frage Lösungsmöglichkeit ist gleichzeitig unmöglich. Stinnes und Jasper in Mailand? In Mailand, wo sich Mussolini aufhält, ist der belgische Außen⸗ minister, Jasper angekommen. Die römischen Blätter meldeten auch die Ankunft Stinnes in Mailand. Eine französische Nachrichten⸗ agentur berichtet hierzu, daß Stinnes, der bereits den Nachtexpreß Rom- Berlin bestiegen hatte, sich im letzten Augenblick anders be⸗ sann und sich entschloß, nach Mailand zu fahren. Die offizielle ita⸗ lienische Nachrichtenagentur veröffentlicht folgende Note: Alles, was über die Ursachen und die Ergebnisse der Unterredung des Staats⸗ sekretärs im Ministerium des Innern mit Stinnes mitgeteilt wurde. entbehrt jeder Grundlage. Das Wüten der französischen Kriegs⸗„Justiz“. 20 Jahre Zwangsarbeit! Das französische Kriegsgericht in Landau hat den Eisen⸗ bahn⸗Betriebsinspektor Gottfried in Ludwigshafen zu der entsetzlichen Strafe von zwanzig Jahren Zwangsarbeit ver⸗ urteilt. Ueber die Gründe dieses Schreckensurteils berichtet ein Korrespondenzbureau folgendes: „Der pfälzischen Eisenbahn wurde von der französischen Besatzungsbehörde der Auftrag gegeben, ein französisches Diensttelegramm, das einen französischen wilden Zug auf der Strecke meldete, zu befördern. Gottfried hat auf Grund der Vorschriften des Reichsverkehrsministeriums dieses Ansinnen abgelehnt. Der betreffende französische Zug ist darauf ent⸗ gleist, jedoch sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Für die Entgleisung des Zuges wurde jetzt Gottfried vnn der französischen Besatzungsbehörde verantwortlich gemacht.“ Gottfried hat also nur getan, was er als pflicht⸗ und ver fassungsgetreuer Beamter der deutschen Republik hat tun müssen. Und dafür verurteilen ihn die Schergen des frar⸗ zösischen Großkapitalismus zu 20 Jahren Zuchthaus. Im Namen der„Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ zer, kommende BPbPbPPCoCocoCcCcCoCcCcrcrcrccc/ Th n Ford ist einer der schwerwiegendsten Geldgeber der Nationalistischen Arbeiterpartei. Führer dieser Partei haben ihm den Vorschlag unterbreiten lassen, er solle nach München kommen, sich die Bewegung ansehen, dann werde er sich überzeugen, was mit seinem Gelde geleistet wird und wie notwendig es sei, daß er noch mehr leiste, da die vorhandenen Einrichtungen sehr viel Geld kosten. Ford ist einer der größten Industriellen Amerikas, er ist Jude, der sich mit seinen Glaubensgenossen aus großkapita⸗ listischen Gründen überworfen hat. Ford ist aber auch im französischen Konzern Schneider⸗Creusot, dessen Bestrebun⸗ gen gegen Deutschland wir vorstehend gekennzeichnet haben. Auf die früheren Veröffentlichungen über ihre Finanz- identenwahl in Amerika kandidieren werde. quellen haben die Nationalsozialisten erklärt: enn eee eee neee— 2— Wir, die Nationalsozialistische„Arbeiter“ partei, nehmen Geld von jedem deutschen Manne, wenn es uns bedingungslos gegeben wird. Die heutige Feststellung zeigt, daß der berechnende, amerikanisch⸗französisch versippte Großkapitalist die national sozialistische Bewegung aushält. Und wenn keine Bedingun⸗ gen gestellt sind, so muß diese Kapitalshyäne von der Tätig · keit dieser Partei überzeugt sein, daß seine Interessen damit gefördert werden. Sonst würde er nichts für die Bewegung übrig haben. 8 Zur Erörterung steht also eigentlich die Frage, ob dis Nationalisten bewußt oder unbewußt die Geschäfte der französischen Schwerindustrie besorgen. 5 kitung Kören sie ein aufrechfe Meechenleben und Vas cr dennen Jamilic. Das Weltgewissen aber bleibt siumm! Wem geht der Glaubt ar die Meufclbeit und die Menschlichkeit rsch nicht Serloteuꝰ i ö Inzwischen find auch noch weitere Schreckeusurteile gegen Gisenbahner— bis zu 10 Jahren= ergangen. Nuhrdebatte im englischen Unterhaus. Erklärungen Maecdonalds. Aschen Unterhauls morrde aun K eine nakfopal⸗ 5. Kegwune iber die Ruhrfrage behandolt. d George, der Mrerst ber N begründen sollte, hat seine Rede nicht gehalten, atgebeich weil er erst eine neue Stellungnahme des Reichskanzlers nee Amarten molle.(Ist das mm ein Wink nach Berlim, oder bwoflen die Liberalen in Paris nicht anstoßen s) Der 3 Sir Grigg führte aus, die Ruhrfrage habe * 55 auff Hie britische Industrie unnd man hoffe, die Re⸗ werde Schritte um, um eine bessere Behandlung für die britische Ausfuhr en frumzösischen und belgischen Alliierten zu erlangen. Der 5 Heudel mit dem Kontinent köme nie wiedor hergestellt wer⸗ ehe die nn nicht beendet sei und eine neue Politik ein⸗ 1 land habe die Bestimmungen des Versailler Vertrags erfüllt und sei jetzt völlig entwaffnet. der die Reparationsfrage als solche gebe es keine Meinungsver⸗ l it zwischen England und Frankreich, aber er glaube, daß die steparation gar nicht mehr der Mittelpunkt der französtschen Politik 1 2 2 2 — S. 2 2 2 7. 2 — 2 2 — 1 — EA 5 EA 2 E 88 2 2 — 2 2 —5 2 EA 525 7 2 * — S — 2 2 2 75 e 8 on in den kommenden Jahren. 0 hofse, daß es im Um⸗ eiß der Augustvorschläge noch immer möglich sei, zu einer Lösung der Neperrätionsangelegenheit zu kommen. Er frage deshalb die Re⸗ giewung. mung, ob 5 bereit sei, von neuem nach diesen Richtlinien Verhand⸗ 0 eröffnen. 5 nächster Redier richtete Asqukth die Aufmerksamkeit auf 5 die bemerkenswerten Erklärungen Rosenbergs wärtigen Ausschuß des deutschen Reichstages. Er möchte gern „ob Rosenbergs Ansichten der britischen Neglerung und denen rer Mächte vorgelegt worden sesen. Im Hinblick auf den Vor⸗ Entmilitarisierung der Rheinlande der eines unbestummten Gebietes in jener Gegend meinte er, Frank⸗ ich habe schon im Versailler Vertrag sehr angemessene Sicherheiten gegen klünftige Gefahren von deutscher Seite erhalten. Dieser ver⸗ ja Deutkschland den Bent imd die Unterhaltuiig von Befestigungen dem kinken Rheinufer und die Unterhaltung und Ansammlung be⸗ Streitkräfte. Die geringste Verletzung diefer Bestimmum⸗ r re sei ein feindlicher Akt nicht allein gegen Frank⸗ reich s. gegen alle unterzeichneten Mächte. Magedonald, der Führer der Arbeiterpartei, wies daun Den Gebanken zur ück, 100 ie Regiekung eine Forlsetzung dieses grimmigen Kampfes dulden werde, bis die eine oder andere Par⸗ A ei. Er meinte, die Regierung solle Frankreich ag bestimmt fragen, was denn seine wahre Politik sej und was mit einer fortdauernden Besetzung erlangen wolle. 55 die Regierung antwortete an Stelle des erkrankten Mi⸗ niste denten Bonar Law der Schatzkanzler Paldwin. Er er⸗ acute, in ben letzten beiden Monaten habe eine liefe Meinungsverschiedenheit zwischen England und 8 seinen Alliierten bestanden hinsichtlich der eingeschlagenen Politik gegen Deutschland. Die Franzosen blieben dabei, daß sie nur einen Schritt getan hätten, den die Alliierten vor zwef Jahren angedroht hätten. Es sei natür⸗ lich eine schwer zu beurteilende Frage, ab diese Absicht richtig ist. Augenblick hatten die Franzosen sich jedenfalls merkwürdig 36 gezeigt, eine Intervention irgend welcher Art anzunehmn. Na Wiese intransigente Haltung der Franzosen sund eines Teiles ihrer Alliierten, die mit ihnen handelten, habe bisher vielen der Methoden, die in gewöhnlichen Zeiten zu einer Der Deserteur. 1 Roman von Robert Buchanan. Alle Blicke wandten sich jetzt vom Pfarrer ab nach det entgegengesetzten Richtung, wo sich zu seinem grenzenlosen Erstaunen Marcelle von ihrem Sitze erhob, um sich ihm zu nähern. Sie trug zwar keine ausgesprochene Trauer, doch Katt der schneeweißen Haube eine safranfarbige und statt ber bunten Kleidung einen schlichten, dunklen Rock. „Ich bin hier, Vater Rolland,“ sagte sie mit einem traurigen Lächeln, das dem Geistlichen ins Herz schnitt. „Gesegnet seien die Heiligen!“ rief er.„Es ist klug von Hit, meine Tochter, Deinen Kummer zu unterdrücken und tnutig die Freude mit den anderen zu teilen!“ Im Innern schalt er Marcelle gefühllos und es hätte ihm mehr gefreut, wenn sie dem Feste ferngeblieben wäre. Ich wollte zuerst nicht kommen,“ fuhr Marcelle ent⸗ schuldigend fort,„aber Genoveva bat mich so sehr darum, daß ich ihr endlich zusagte. Ich bin nur Genoveva und Jan zuliebe gekommen, und ich weiß, was der Wunsch meines Vetters Rohan, der an keinem Feste mehr teilnehmen wird, gewesen wäre. Er hätte Jannick Goron zum Patron gewählt und Genoveva zur Patronin und das wollte auch ich tun.“ Einen Augenblick herrschte tiefe“ Stille, dann brach die Pehrzahl der Anwesenden in Beifallsrufe und Hände⸗ klatschen aus, während die Minderheit„Nein! Nein!“ rief. Die Angelegenheit war erledigt und deshalb hatte Goron Genoveva an den Druidenstein begleitet. „Der Segen Gottes sei mit Dir, Marcelle, denn Du hast ein gutes Herz, auch Genoveva ist ein Mädchen, wie man es unter Tausenden nicht findet. Ihr Burschen und Mädchen, ich gratuliere Euch zu Eurer heutigen Königin!“ rief der Pfarrer begeistert, erhob dann abermals seine Rechte, die Musik verstummte und alle knieten im Grase nieder, um den Segen des Pizesters zu empfangen. Im nächsten Moment erhoben sich alle und Vater Rolland troktete gemäch⸗ 6¹ Maßnahme Severings nur herbeizuführen. ich ins Dorf zurück. Die Dudelsäcke und Holzpfeifen er⸗ Im Kampse gegen das deutschvöltische Verbrechertun Die Deutsche Volkspartei als Patronin der Landesverräter. Das preußische Staatsministerium hal am Dienstag einmütig, also auch unter Billigung der Minister der Volks⸗ partei, ben Herren Voelitz und v. Richter, sich hinter die Maßnahmen des preußischen Innenministers gestellt. Das hindert aber die offizielle Presse der“ Volkspartei nicht, den Kampf gegen das Verbot der Deutschvölkischen Freiheitspartei als folcher fortzusetzen. Den Kampfhähnen der Volkspartei scheint immer noch nicht klar geworden zu sein, daß die Freiheitspartei nicht als Partei im wahren Sinne des Wortes zu betrachten ift. Von dieser Tatsache ist auch der preußische Minister des Innern bei seinen Auf⸗ lösungsmaßnahmen ausgegangen, denn die Begründung seines Verbots besagt, daß die Deutschrölkische Freiheits⸗ partei als nichts anderes als eine versteckte Fortsetzung der verbotenen Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei an⸗ zusehen ist, daß sie ferner die verbotene„Großdeutsche Ar⸗ beiterpartei“ in sich aufgenommen und den aufgelösten Ver⸗ band nationalgesinnter Soldaten übernommen hat, Gegen die Auflösung dieser Putschorganisationen hat die Volks⸗ partei nicht ein Wort des Protestes erhoben. Es ist deshalb unverständlich, wie sich ihre Organe jetzt darüber aufregen können, wenn diese Organisationen, die sich unter dem Namen„Deutschvölkische Freiheitspartei“ vereinigt haben, abermals zerschlagen werden. In Wirklichkeit ist ja die eine Wiederholung seiner Schritte gegen die einzelnen genannten Organisationen durch einen Griff.. Auch die Auffassung eines Teiles der volksparteilichen Presse, daß die Auflösung der Freiheitspartei ein Verbot der Kommunistischen Partei bedingt, geht von falschen Voraus⸗ setzungen aus. Die Kommunistische Partei ist weder in ihrer Organisation noch in Bezug auf ihre Kräfte mit der Deutsch⸗ volkischen Freiheitspartei zu vergleichen. Gewiß, mit dem Mundwerk leisten die Kommunisten alles, stellen Hundert⸗ schaften auf, und erlauben sich sonstige andere Späße. Wer aber aus der Volkspartei will bestreiten, daß Severing gegen diese an sich vereinzelt aufgetauchten, von vornherein bankrotten Hundertschaften nicht vorgeht? Wer will den Beweis dafür führen, daß die Kommunistische Partei ähnlich wie die Völkischen vor der Durchführung eines Putschplanes stehen? Sobald hierfür der Beweis erbracht werden sollte, wird Severing bereit sein, das gleiche Maß anzuwenden wie bei den Deutschvölkischen. Wo besteht übrigens heute noch ein kommunistischer Selbstschutz? Die Meldungen aus Thüringen über die kommunistischen Selbstschutzverbände haben sich als frei erfunden herausgestellt und in Suhl ist das kommunistische Manöver bereits seit Sonntag durch die Verstärkung der dortigen Schutzpolizei um 200 Mann er⸗ ledigt worden. Auf Grund leerer Behauptungen kann man keine Partei auflösen— darin sind wir mit dem offiziellen Organ der Volkspartei einer Meinung. Der Auflösung der Deutschvölkischen Freiheitspartei liegt aber mehr zugrunde als leere Behauptungen. Dessen dürfen die Jour nalisten des Herrn Stresemann gewiß sein. Einigung führen können, Tür und Tor verrf die ganze Frage vor den Völkerbund zu bringen, sei unterfucht worden wie jeder andere. Macdonalds Befterchtung, daß diefer Kampf nicht enden werde, ehe nicht eine der Partelen geschlagen set, beantwortete Baldwin dahin, ein solches Enbe würde für Europa und die Welt verhängntsvoll werden. Er glaube, die Lage in Europa sei heute fast genau ähnlich der Englands am Anfang eines sehr ernsten und ausgedehnten Streiks. Auch bei einem solchen Streik führte verfrühtes Einschreiten zu Unheil. Nur dadurch, daß man sich ständig in enger freundschaftlicher und direkter Berührung Beendigung die Möglichleit gegeben, zu helfen und eine Einigung sie dagegen ein, ehe tönten wieder, die Mädchen und Jungens sangen und schnatterten um die Wette und die Lustbarkeit erreichte ihren Höhepunkt, als der„Patron“ mit der„Patronin“ die Gavotte eröffneten und damit das Signal zum allgemeinen Tanz gab. Es war eine Lust, zu sehen, wie sich die Paare schwangen, wie die Röcke flogen und die Füße kaum mehr die Erde berührten. „Marcselle, willst Du denn gar nicht tanzen?“ Sie stand seitwärts und sah dem bewegten Treiben wie im Traume zu. „Nein, Mikel Grallon, heute tanze ich nicht.“ „Das ist schade,“ entgegnete er ruhig, denn er war schlau genug, seine Enttäuschung nicht merken zu lassen. „Nut eine Tour— komm doch!“ „Ich danke, ich gehe heim!“ „Jetzt, wo das eigentliche Vergnügen erst begonnen hat? Willst Du nicht wenigstens den Zauber am Liebesstein er⸗ proben, ehe Du gehst?“ An jenem Tage pflegte jedes verliebte Mädchen ihre Flachsblüte und jeder Bursch seine Kornähre auf den Dolmen niederzulegen; welkten die Blüten, ehe eine Woche perstrich so galt dies als Zeichen der Treulofigkeit des be⸗ treffenden Partners. „Ich habe, wie Du siehst, gar keine Flachsbllite und mag den Zauber auch nicht erproben— es ist ein Unsinn! Ich gehe.“ In der Tat schlich sie sich von der Gesellschaft weg und eilte wunden Herzens heimwärts, vergebens bemüht, Mikel Grallon abzuschütteln, der laut auf sie einsprach:„Du wirst keinen Finger ins kalte Wasser zu tauchen brauchen, nicht einmal selbst zum Brunnen gehen müssen. Ich werde Dich öfter nach Brest mitnehmen zu meinem Onkel, der dort eine kleine Schenke hat und werde Dir Schuhe und Kleider aus Nantes kommen lassen. Und wenn uns der liebe Gott mit Kindern segnen sollte, wollen wir einen der Knaben Priester werden lassen.“ Der höchste Ehrgeiz jeder Bretagner Mutter gipfelt darin, einen ihrer Söhne dem Dienste Gottes zu weihen; daher fühlte sich Marcelle durch dieses Versprechen des elt. Der Vorschlag, mit ben Parteien halte, werde der außenstehenden Macht später bei der plychologische stürmschen Werbers nicht verletzt. Sie erklärte ih e Aus den Statuten der Hitlergar l 975 eutschoölkischen Organtfation in Tyllring en aich di ingen disses edlen 2 a el Aicha st 2 Ain ö s besagt 8 dar Zw cen hen 40 g 75 N 1 Deutschvölkischen teinen engen aal 194 der Der i n 31¹ leien. E der Deutschvölküschen 3 1 5 1 Wahlen für Kandidaten der Deutscher ei, d nationalen Volkspartei oder einer andeven, auf völkischem 4 stehenden und die Juden„ 0 sein. 0 lautet: Es ist den Mitgliedern der pen ver ahlen fü nbidaten bet 25 ichen Volkspartel⸗ bet 9 nokrafiscen artes at chell Volks parlei, Demokratischen Partei, der Chrssilschen V. demokratischen Partei, der Kommu e n Parket, zugeben, Ach 10 e Zibecke rechtserkigen dies nicht“ Gnade ichen a 1 7 5 i daten k dafür bei de 1 fetende ele ch ban ele be eg alen Pit 1 en guferfen, wie dae Schlange im preufsschen Laußtag oder e romberg iin Reichstag,. Aber die Deutse 1 1 ch nan so abgelehnt, wie Sozialdsmokraten oder Kommuniflen „Jägerregiment“ Oberfranken. Unser Parteiblatt in Eisenach teilt mit, daß in Ilmen Kompagnie bes Fägerregiments Oberfranken ermittelt 0 Es handelt sich um eine Hitlerorganisation, in deren Besiß 1 g schwarzs Listen über die Arbeiterführer in Ilmenau geft 8 den sein sellen. ö was eistische Sturmtruppen in Darmstad Nach einer Meldung des Soz. Parlamentsdienss Berlin soll in Darmstadt ein Sturmteupp der nag sozialistischen Arbeiterpartei aufgedeckt worden sein. 0 wir auf unsere Erkundigungen hierzu erfahren, 10 aher dings tatsächlich Spuren gefünden worden. Die Unterss ist aber noch nicht abgeschlossen. Wir dürfen von der hesssl Regierung energisches Vorgehen 1 erwarten. Scho einiger Zeit haben wir auf Zusam menhänge der Dar mie Deutschnationglen Parkel mit den Münchener Nationalshl lien aufmerksam gemacht. Wir stellen heute nut folg fest: In einer Versammlung der Frauengruppe der Dei nationalen Partei Darmstadts erstattete eine un. richt vom letzten Münchener Parteitag der Nationalsfozich Das Parteiblatt der hessischen Deutschuationalen, die f il andeszeitung in Dar mstadt, brachte in letzter Zeit au Werbeartikel für die nationalsfozialistische Partei. Landesvorsitzende der deutschnationglen Partei Hessens sich im vorigen Jahre im Landtage bei der Debatte über! Schutz der Republik mit Stolz der Zugehörigkeit zur Deu völkischen Organisation gerühmt und gilt als deren 11 Führer. In Baden ist die Freiheitspartei verbo 0 Die badische Regierung hat sich jetzt ebenfalls schlossen, die deutschbölkische Freiheitspartel aufzulösen mit bestehen diese Putschorganisationen nur noch in kle 10 Landesteilen, sowie in Württemberg und Bayern babische Regierung hat sich zu diesem Verbot weni Grund der in Preußen und Thüringen erfolgten N men, als vielmehr durch eigene Feststellungen gesehen. ritt vo en, so werden wir ihn tun und verfsuüchen, dem näher zu kommen, auf den Europa so lange gewartet hat, un Regelung der Schulden und Reparationen versuchen, 10 die 118 dauernde Besserung des internatfonglen Handels önnen. 5 mit aller Beslinmmtheit, nie heitaten zu wollen. 1 „Unsinn! Der gute Korporal und auch Deine wünschen, daß Du mein Weib wirst und ich nehme Dich jede Mitgift, denn ich will nur Dich haben und bin fl genug dazu, um mir diesen Herzenswunsch erfsllleß können... Du solltest Dir doch einmal den Schrasf Linnen ansehen, den meine Mutter für die junge Ha des Hauses vorbereitet hat. Es ist weich wie Seide, wie Schnee und duftig wie Lavendel.“ 5 4 „Ich habe Dir schon zwanzigmal gesagt, daß ich dil nicht mag,“ unterbrach ihn Marcelle zornig,„Wenn et Dich noch einmal unterstehst, so mit mit zu sprechen, ve ich Dich hassen, Mikel Grallon!“ 4 Der Bursche zuckte zusammen, eine böse Falte u zwischen seinen Brauen und wilder Haß leuchtele aus g Katzenaugen. Et verlor für den Moment jede Seh. beherrschung und rief:„Ach, ich weiß, weshalb Du michi, schlecht behandelst! Du denkst immer noch an den 1 von einem Vetter!“ „Wenn er ein Chouan war, so bist Du ein noch fe merer,“ entgegnete sie mit flammenden Blicken.„Er 4„ seine Seele weilt bei Gott und es ist schäudlich von Di einem Toten Schlechtes zu sagen.“ 9 660 „Zürne mir nicht, Marcelle, ich meinte es wirklich so schlecht,“ suchte er seinen Schnitzer gut zu machen.„Ha Gwenfern war ein guter Kerl, aber sieh' ial: er it lol dann wart ihr verwandt; wet weiß, ob der Bischof Einwilligung gegeben hätte! Auch war Rohan ein dhe armer Teufel, mein kleiner Finger ist reicher an ie e sein ganzer Ricsenkörper es gewesen wäre und ich liebe mein Herz verlangt nach Dir und ich lebe———. „Spare Dir die Mühe, Mikel!“ schnitt Mareelle das Wort ab.„Geh' zum Festplatz zuriick und wäble eine Würdigere. Ich würde nur 17 en Mann 9 und der liegt tot auf dem Meeresgrunde.“ 5 Fortsetzung folgt.) i a * hren, fu ie Untesh on det g l. l det 300 t Nation e nut 0 ppe der N Eelegle ogalsot len, dit ee t geit aut Patel. klei Hesr debt dhe eil zut! s dete J verde —— ung errelß f ern. Der und Deut Englands U. schätzbar ung mit fu clan f. Sari e den, ben fel mlet hat u chen, hu, 1 Hanel“ — late bi 1 ttt, ent 0 4 ald u an ben 0 Wegsall des Grube für die Befetzung bei Mannheim, Karlsruhe und Darmstadt. Der Nein ⸗Herne⸗ Nana ist wieder fahrbar, nachdem der gesunkene Kahn, der die Fahrrinne versperrte, von einer Dortrechter Firum wieder gehoben worden ist.— Rach einer dem deukschen Geschäftsträger in Paris am . März übergebenen offiziellen Note der französischen Re⸗ erung bildete die Besetzung der Hafen- und Bahnhofs⸗ nlagen bei Mannheim, Karlsruhe und Darmstadt eine Vor ⸗ eltungsmaßnahme für die angeblich absichtliche Versenkung Kähnen im Rhein-Herne-Kanal. Nachdem durch die ühungen einer deutschen Firma der Kanal wieder fahr⸗ ar ist, muß es als selbstverständliche Pflicht Frankreichs be rachtet werden, daß es nunmehr auch die zur Vergeltung bie Plätze wieder freigibt.— Ob es aber geschehen ird? Wir haben keine Hoffnung. 5 Die Qualen der Rheinlandbesatzung. In brachte. wie bereits kurz gemeldet am Samstag N er Albert die gewilnschte Denkschrift über die Rheinlandbesetzung ein. Die Besetzungskosten haben 1022 rund 88 45 Milliarden Goldmark tagen(Hört börtl), ungerechnet der Kosten für die Besetzung 8 sogenarmten Sanktionsgebietes und für die Alliierten⸗Kontroll⸗ stone. Diese Beträge sind, abgesehen von dem amerikani⸗ Anteil, effektip gezablt worden durch Sachleistungen Zahlungen in bar und Derisen sowie sonstige unmittelbare Leistmgen an die esathungsarmer. 1 80 Wortlaut und Sinn des Friedens⸗ rages 12 des Mheinlandabkommens war die Belegungsstärke e en deutschen Garnisonen des Rheinlandes als 12 2 Besatzung ins Auge gefaßt worden. Darum sprseht 3 Abkommen grundsätzlich von der Verpflichtung Deutschlands, die vorhandenen militäxischen Gebäude zur Verfügung zu stellen und Unteroffiziere umd mschaften in den vorhandenen Kasernen zubringen. Wag ist geschehen? An Stelle der ehemaligen deutschen Ve⸗ be 1 Köpfen in 28 Orten waren im September 1921 in den nlan den Orte mit 145 000 Mann Webel.(Hört! Hört) Das ist nicht nur bas Doppelte der deutschen Frledensbekege, d Adern geht auch noch über die Zahl hinaus die die alliierten ungen selbst im Herbst 1921 durch ein besonderes Fimanz⸗ Dief e eee tpricht der Umfang der Jnan⸗ 1 0 0 en! 1 spedhnchne Deapihlond durch Lesstungen für bse Besatzungs⸗ srmeen. Der Minister erinnert nur am landwirtschaftliche Be⸗ e 3 und dergleichen. Außer den vor⸗ eue en 32 deuischen eßgeländen und Exerzierplätzen sind 54 n lagen diefer Att von Deutschland erzwüngen worden. Außer den bereits vor handenen sieben Flugplätzen sind weitere 19 Flug⸗ Fan auf Kosten Deutschlands hergerichtet worden.(Hört! böct!) streifen will ich die von den Frangosen geforderte 0 Einrichtung von Bordellen keslweise in die kleinsten Landstädtchen gelegt worden sind. (Unerhört!) Seit Beginn der Besatzung sind von der Besatzungs⸗ 1 8 150 000 Wohnungen mit 37 000 Zimmern üßerdem 110 westere 10000 Zimmer zur Unterbringung von fftzieren, Unterofsszieren und Mannschasten beschlagnahmt waren. (Hört, hört!) Diese Inanspruchnahme ist demsenjgen lein Wun⸗ hex sich vorstellt, daß neben den Truppen die Angehörigen der anzösischen und belgischen Besatzungsarmee(Aha! rechts) auf osten Deulschlands untertzebracht werden. So würde z. B. in der belgischen Jolle einem unverheirateten Offizier zur Verfügung estellt: 5 herrschaftliche Zimmer nebst Küche für ihn selbst, seine Großmulter, seine Mutter, zwei unverheiratete Schwestern, eine verheiratete Schwester und zwei Kinder der verheirat ten Schwester (Bewegung und Entrüstungs rufe.) Während Deutsche infolge der Wohnungsnot oder infolge unmittelbarer Anordnungen der Be⸗ atzungsarmee jahrelang darauf verzichten miüssen, mit ihrer Familio zufammenzuleben, nimmt die framzösische und belgische VBesatzungsarmee für sich als selbstverftändssch das Recht in An⸗ spruch, die Familzen mit unterzubringen, eine Auffassung, die selbst ollen militärischen Grundfätzen unmfttelbar widerspricht. Auf rund des Versailler Vertrages ist ein ehemals blühendes Land aus feinen wirtschaftlichen Zufammenhängen herausgerissen, und zu einem Heerlager größeren Stils gemacht worden. Und diefer en Militacismus wird durchgeführt unabhäugig von der Bewilligung des Parlaments auf Kosten einer anderen Nation (Rufe: Unerträglich!), der man dadurch gleichzeitig die Mittel für finanzielle Leistungen nimmt. —— Politische Uebersicht. Protest gegen die deutsche Dollaranleihe. Die Reparationskommission befaßte sich, wie der Matin meldet, seit etwa 10 Tagen mit der Frage, ob Deutschland nach dem Friedensvertrag das Recht hat, ohne die Ermäch' tigung der alltierten Mächte, eine innere Anleihe in aus⸗ ländischen Zahlungsmitteln aufzunehmen. Die französische fegierung hat der Reparationskommission vorgehalten, daß ine solche Anleihe den Bestimmungen des Versailler Frie⸗ densvertrages, wonach alle Einnahmen des Reiches, sowie des Staates den Alliierten verpfändet seien, widerspreche. Die Sachverständigen der Kommission haben darüber der Kommisston am Samstag einen Bericht vorgelegt. Gestern nachmittag fand eine Sitzung statt, in der die Kommission Stellung zu folgenden grundlegenden Fragen nahm: 1. Hatte Deutschland ein Recht, diese Anleihe ohne Er mächtigung durch die Reparationskommission vorzunehmen. Darauf erfolgt einstimmig ablehnende Antwort. 2. Hat die Reparationskommission das Recht, auf Grund des Artikel 28 des Versailler Friedensvertrages das Erträg unis ber Anleihe als eine der Reparationskommission ver⸗ pfändete Einnahme aufzufassen: ferner seine ganze oder teil diese Frage wurde von Seiten des französischen und italieui⸗ schen Vertreters in der Kommissson bejaht. Die anderen neinten die Antiort auf diese Frage. 3. Haben die den Aulfeihe⸗Zeichnern von der Reichsbank angebotenen Garantien Geltung! Mit Ausnahme des fran⸗ zösicchen Kommissionsmitgliedes hat die Reparationskom⸗ mission anerkannt, daß die Reichsbank als Privatunter⸗ nehmen den Ansprüchen der Alliierten entzogen sei und daß sie deshalb auch ausreichende Garantien geben könne. Fest steht jedoch, daß die Neparationskommission zur Aufnahme dieser Anleihe der deutschen Regierung das Recht abspricht. Es würden daher zunächst das englische Mitglied Bradbury sowie der belgische Vertreter Delaeroix damit beauftragt, in diesem Sinne eine energische Note an die Kriegslastenkom⸗ mission zu richten. 5 Regierungskrise in Oldenburg. Die Deutsche Volles partei hat sich bekanntlich von seher be⸗ aba Laterlandsliebe gerühmt und läßt auch in Bezug auf die kuhraktion eine Aaßhation in diesem Sinne für sich nicht rer⸗ missen. Aber auch jetz! zeigt sich wieder, daß genau wie bel den Deutschnationalen auch bei einem großen Teile der Volkspaxtei die Vatetlandsliebe nur bis dahin geht, wo die eigenen Interessen nicht gefährdet werden. In Anbetracht der innen und außen⸗ politischen Situation richtete der Reichskanzler an die Leitung der Volkspartei in Oldenburg das Ersuchen, ebenfalls, wie es vom Zentrum, den Demokraten und den Sozialdemokraten vorge⸗ schlagen wurde, auf Neuwahlen zum Landtag vorläufig zu ver⸗ zichten. Die Regierung Tantzen brachte ebenfalls auf Wunsch der Reichs regierung im Landtag eine Vorlage ein, nach der die Wählen um 1½ Jahre verschoben werden sollen. Dieses Gesetz, das elner Zwei⸗Orsttel⸗Mehrheit bedurfte, wurde gestern von dem Olden⸗ durgischen Landtag insofern abgelehnt, als von 48 Stimmen nur 28 Stisnmen dafür abgegeben wurden. Infolge dieses Verhaltens der Volkspartei trat die Regierung zurück. 8 Nationalismus— Bestialismus. Welch freundliches Geschick uns die französtschen Natlomalisten zugedacht haben, ecsehen wir aus solgenden Tönen des Pariser Hetzblaltes Intransigeant das man so etwa mit einem Hitler⸗ oder Wulle⸗Orgam des deutschet Patentpatriotismus vergleichen mag. „Um Gotteswillen keine deutschen Vorschläge die nur wieder zu einem faulen Frieden führen würden! Frankreich muß den Krieg fortführen. den Krieg der wirtschaftlichen Blockade, dessen Ausgang kein anderer als die bedüngungs⸗ lose Unterwerfuna des Gegners sein darf. Wenn Deutsch⸗ land er stlckt am Voden liegt, werden wir es fragen, was es anzubieten hat, und wenn dieses Angebot nicht genügend ist, daun werden wir fortfahren, ihm die Schlagadet zuzudrücken bis es zu einer vernünftigen Verständigung und zu soliden Garantien bereit ist“ 8 4 Der Finanzausschuß erledigte am Dienstag das rückstandige Kapitel 5, Braun⸗ kohlenwerk Wölfersheim usw. Hierbei gab die Regierung ausführliche Auskünfte über den zwischen der Provinz Ober⸗ hessen wegen ihres Vertrages bestehenden Rechtsstreites, der durch Schiedsgerichtsverfahren erledigt wird.— Zu dem zurückgestellten Kapitel Oberrechnungskammer gab die Regierung eine Erklörung ab, durch die die Frage der Organisation als etledigt angesehen werden konnte.— Als⸗ dann wurde mit dem Hauptabschnitt Landesamt für das Bildungswesen begonnen. Bei Kap. 53 beantragt der) Referent, die Stelle des Buchhaltungsvorstandes in 11 ein⸗ zustellen, wie dies auch bei den anderen Ministerien der Fall sei. Der Antrag wurde abgelehnt, jedoch gewünscht, daß die Angelegenheit bei der Besoldungsnovelle erledigt wird. Eine Vorstellung des Landes⸗Lehrerinnenvereins auf Schaffung einer Referentenstelle wird für erledigt er⸗ klärt. Bei Kap. 56 macht die Regierung Mitteilung über den Stand der Aufbauschulen, die Zahl det Schüler und die Kreise, aus denen sie stammen. Danach darf angenommen werden, daß die Zukunft dieser Anstalten gesichert ist. In der Frage der Lehrerbildung erklärt die Regierung, daß sie bereits vorangegangen sei und daß sie hoffe, sie in nächster Zeit in irgend eine Verbindung mit der Universitätsbildung zu bringen, Ein wichtiger Beschluß wurde bei Kapitel 57, Volksschule, gefaßt. Der Schulvorstand der Zwergschule Herbstein hatte beantragt, die Kosten des Lehrers dauernd auf den Staat zu übernehmen. Der Finanzausschuß lehnte das mit Rücksicht auf die Tatsache ab. daß das eine Durch⸗ brechung des Volksschulgesetzes bedeuten würde und be⸗ schloß, die Schule wie im vorigen Jahre durch einen Staats⸗ zuschuß zu unterstützen. Bei Kap. 61, höhere Schulen, wird eine Eingabe des Assessorenverbandes auf Errichtung von neuen Stellen der Regierung als Material überwiesen und die Errichtung einer Ober⸗Sekunda in Butzbach mit großer Mehrheit trotz des gegenteiligen Standpunktes der Re⸗ gierung angenommen. Die hessische Noggen⸗Kohlen⸗Anleihe. Zum Schlusse der Mittwoch⸗Vormittagssitzung des Landtags gab Finanzminister Henrich Auskunft von der Auflegung zweier hessischer Staatsanleihen, von denen die eine als Mark-⸗Anleihe, die andere als wert⸗ beständig Braunkohlen⸗Roggenanleihe ausgegeben werden soll. Di Mark⸗Anleihe soll mit zwei Prozent unter dem Reichsbankdiskontsatz verzinst werden, mindestens mit 8 Ptozent, höchstens mit 16 Prozent. Vorerst würde also der Zinssatz 10 Prozent betragen. Die Braunkohlen⸗ Roggenanleihe soll mit 6 Prozent verzinst werden. Der Zeichnungspreis, die Verzinsung und Rückzahlung soll etwa zur Hälfte nach dem jeweiligen Preis für 1 Tonne der in den staatlichen Gruben der Provinz Oberhessen ge⸗ wonnenen Förderbraunkohle und zur Hälfte nach dem Preis für einen Zentner Roggen festgesetzt werden. 8. Zt. be⸗ rechnet sich der Zeichnungspreis auf 44000 Mk. für ein Stück. Die Zeichnung erfolgt vom 3. bis 15. April, Die Etatsberatung. Der Finanzausschuß des Landtags verabschiedete am Mittwoch den größten Teil des Staats- voranschlages, sodaß die Beratungen in der Donnerstags⸗ Sitzung zu Ende geführt werden können. Bei Kap. 65 Volks⸗ bildung wurde die Hessische Landeswanderbühne besprochen und pon verschiedenen Seiten gewünscht, daß in den einzel⸗ Fwesse Auslieferung an die Alfterlen zu verlangen! Auch Mitglieder der Kommission, kinschließlich des belgischen, ver⸗ nen Städte und Gemeinden Theatergemeinden gehnder werden solleg, damit der Besuch der Vorftellung gesichert ist, Man glaubt es für wichtig zu halten, daß mit anderen Wan, derbühnen Fühlung genommen wird, um auf diese Weise bie gute und durchaus volksbilbdende Einrichtung besser stellen zu können. Es soll unter allen Umständen angestrebt werden, die Bühne zu halten.— Sodann machte det Finanzminister Mitteilung über die Auflegung zipeier hess. en ee über die an anderer Stelle berichtet wird. Ferner wurde der Fassung der Ziffer 10 Abs. 2 der Vorbemerkungen zum Staatsporanschlag eine neue Fassung gegeben dahin, doß neu eingestellte feste Bewilligungen, die nicht unter Abs. 1 oder Ziffer 6 fallen, bis zur 7½fachen Höhe festgesetzt wer ⸗ den können.— Zu Kap. 68 Landesuniversität wurden ver⸗ schiedene Anträge gestellt, die unter die vorbezeichnete Be merkung fallen. Abgelehnt wurde ein Antrag Abg. Schian, jedoch ein Eventualantrag ebenfalls zu dieser Vorbemerkung angenommen, Der Ankrag, für Preisarbesten den Betrag auf 100 000 Mark zu erhöhen, fand ebenfalls Annahme. Das Gleiche gilt zu Kap. 69 Techn. Hochschule. Zu Kap. 62 Höhere Bürgerschulen fänd ein Anlrag des Abg. Brauer Annahme, den Schulen in Crainfeld und Seligenstadt Zu. schüsse wie den anderen Schulen zu gewähren. Abe elehnt wurde ein Anttag des Abg. Kaul, für 1924 die Zuschlisse zu streichen. Ferner würde abgelehnt, eine Vorstellung Rüssels⸗ heim, auf seine Schule eine Untersecunda zu setzen, nachdem festgestellt war, daß das Reich einen Teil der Kosten nicht übernimmt. Bei Kap. 83 Bodenverbesserung und Wasser⸗ versorgung gab die Regierung davon Kenntnis, daß das Riedprojekt ausgearbeitet sei, doch schweben gegenwärtig Verhandlungen über die Finonzierung. Sobald diese Ver · handlungen abgeschlossen sind, wird dem Landtag eine Vor⸗ lage zugehen. Bezüglich der Weschnitz wird mitgeteilt, daß ber Dammbruch bei Waldmichelbach wieder behoben ist. Zu Kap, 115 macht die Regierung Mitteilung über die gegen⸗ weärtig noch bestehenden Privalbahnlinien und stellt in Aus⸗ sicht daß auch die Strecke Ulrichstein⸗Mücke wieder aufge⸗ nommen wird. 8 A 5 2 1 1. 2 1 2 5 N Die Lage des Arbeitsmarktes in Hessen, Hessen⸗ Nassan und Waldeck im Febrnar. Bericht des Landesamtes für Aebeltsnachweis in Frankfuet a. N. Im Bereich des Lalldesarbetsantes hat sich im Monat Februar die Lage des Arbeitsmarktes weiter in erheblichem Maße verschlechtekt. In dem von den Franzosen besetzten in⸗ 1 0 5 05 wichtigsten Bezirk im Westen machen sich die Folgen det e Maßnahmen in immer schaͤdliche ren Ausmaßen bemerk⸗ ber, e Schwierigkeiten in der Arhefterbeförderung von und zu den Zentren der Industrie sind gegenüber der Zollabschnürung der völligen Unmöglichkeit. zu erporkieren Kohlen sich zu beichaffen, noch belanglos. i N den chemsschen Industrie ist, es daher bereils zu namhaften Be⸗ triebselnschränkungen gekommen. Diese Verhältnisse beginnen nunmehr auch auf Betriebe überzugreisen, die im un⸗ besetzten Gebiete liegen und die bisher in engsten Geschäftsbe⸗ ziehungen zum Rheinlande gestauden haben; die Auswirkungen sind die gleichen, sowohl für solche Firmen. die bisher als Liefe⸗ ranten für das besetzte Gebiet in Frage kamen wie für solche die aus dem Rheinlande mit Rohstoffen— vor allem mit Halbsertig⸗ fabrikaten— verxsorgt wu 2 5 8 2 55 Zu diesen durch die Vorgänge an Rhein und Ruhr bewirk⸗ ten wirtschaftlichen Depressionserscheinungen kommt nun die allgemeine Krise die gegenwärtig, unsere Produktion be⸗ lastet. Es ist gewiß vom volkswirtschaftlichen Standpunkte nut zu begrüßen, daß mit allen Mitteln der rapfd fortschreitenden Geld⸗ enkwertung seitens der dazu berufenen Reglerungsstellen zu Be⸗ ginn des Monats eine besonders durchgreifende Aktivität enkgegen⸗ gesetzt worden ist. Für eine auf der ungesunden. wen stabilen Grundlage der Inflation aufgebaute Konjunktur bedeutet aber die Devisenpolitik des Reiches im Februar eine der stärksten Belastungsproben, die se unsere Wirtschaft zu ertragen hatte und deren Folgewirkungen sich zur Zeit erst im Anfangsstadium zeigen. Die wirtschaftliche Wirklichkeit unserer Zeit ist mit den landläufigen volkswirtschaftlichen Theorien und Gesetzen nut schwer in Einklang zu bringen. Verständlich und begreiflich war es daher, daß man sich seinerzeit zu Beginn un während der e vielsach mit allem Nachdruck u soweit man dagu in der Lage war, mit Rohmaterial un Lor allen Dingen mit kallfkräftigen Devisen einzudecken versuchte. Die 7 1 45 der darauf so unerwartet N Ant schlag mit sich brachte, äußern sich heute in einem recht empfi n Mangel an flffigem Kela, jg in Subftanzschwund, der die Betriebe dazu zwingt, ihre Produktson wesentlich einzu⸗ schränken. Für den Arbeitsmarkt sind Arbeits zeitoer⸗ kürzungen und Emtlassungen die unmittelbare Fo Verschärft wird diefer Zustand noch durch die Tatsache, daß an⸗ dererseits das Wachsen der schwebenden Schuld des Reiches sich noch lie so überstürzt hat wie in dem gegenwär⸗ ligen Zeitpunkte währenb wescher die Devlsen schon seit 4 Zeit sich auf einem einigermaßen stabilen Niveau gehalten haben. Ein weite ter Faktor, der die Lage in Handel und Industrie so unübersichtlich gestalte und die Unternehmungen in Bezug auf die Beschäftigung von Arbeitskräften so überauts vorsichtig gemacht hat, ist die immer mehr schwindende Ab fats möglich keit im Auslande und die nun tatsächlich nicht mehr vorhandene Kaufkraft brefter inländ schoͤt Konsumentenkreise die wohl hohe nominelle Ein ommen beziehen, deren Realwert. gentessen an den Weltmarkkpressen allet lebenswichtigen Gegenstände wie Kleidung, Nahrungsmittel namentlich auch solcher inländischer Produktion nur noch Bruchteil des vor dem Krlege üblichen Verdienstes dacstellt. Außer dem Bergbau, der namentlich im Bereich des Lan⸗ desarbeitsamtes durch die Braulkohlengewinttung hauptsächllch im Kasseler Bezirk verkreten ist, leiden gegenwärkig alle anderen Industrien unter der rlücklällsigeg wirtschaftlichen Konfunktur. Der Cisenindustrie der Dillenburg⸗Wetzlarer Gegend seblen die notwendigen Erze. Die Bautätigkeit ist infolge der hohen Materialjenpreise wesentlich zurückgegangen. In der Metall⸗ industrie wurden im ganzen Vezirk Arbeitszeitverkürzungen vorgenommen. Auch in der chemischen Industrie namentlich. was die Gummi⸗ und Seifenindustrie aulaugt wird nicht mehr voll gearbeitet. Einen recht empfindlichen Rückgana hat die Offenbacher Lederindustrie ausznweisen, de seither einen noch selten dagewesenen Geschäftsgang durchgemacht hat; einzelne Fabriken haben ihre Arbeitszeit bereits auf 24 Stun⸗ den die Woche herabgesetzt. Auch die Beklesd n ugsbran⸗ chen haben zur Zeit fast nichts, zu tun, da das Käuferpublikum sich von Neuanschaffungen zurückhält und zum großen Teil dazu nicht mehr in der Lace ist; violsach haben nämlich dle Ter ⸗ tilten den Weltmarktpreis schon beträchelsch stver⸗ schritten. ö 8 Hierdurch wird die Erwerbslofenfürforge in tinter höherem Maße belastet. Eine Nachweisung fiber die Vermittlungstätigkeit jn den einzelnen Berufsgruppen kann in diesem Monat noch nicht gegeben werden, da bis zur endgültigen Eluführung der neuen Berichtsformulare noch mancherlei Schwierigkeiten zu itbev⸗ swinden sind und die einzelnen Berichte selbst infolge der schlochten Postverbindungen verspäket einlaufen. In der ausschlaggeben⸗ einen er die kotwendigen ffhsah e Schauerte Wie alljährlich, so findet auch in diesem Jahre und zwar vom Erstklassige Fahr⸗ und Schaugeschäfte 2 haben auf dem Oswaldsgarten Aufstellung genommen. Um recht zahlreichen Zuspruch bitten 2. 1466 „fffausrat⸗Rnleihe“ der, ausrat“ Gemeinnüßige smöbelversorgung für das Rhein⸗snain⸗CTahngebiet, G. m. b. f. 7 Mündelsucge; garantiert vom Bezirksverband Wiesbaden. . lautend auf Mk. 5000.—, 10000.—, 20000.—, werden auf den Namen des Gläubigers Die Anleihe it ist mit 2% unter Reichsbankdiskont, mindestens 7%, höchstens 15%, zur Zeit mit 10% zu verzinsen.— Zinstermin 1. Mai und 1. November. See reis bis 15. April 99%, vom 15. bis 30. April 99,50% öbelkäufe nach dem 1. November 1923 wird die Anleihe zu 103% in Zahlung genommen. Wer Hausrat⸗Schuldscheinanleihe zeichnet, ziales Unternehmen, das gemeinnützig der gesamten Bevölke⸗ rung zugute kommt. unterstützt ein so⸗ Zeichnungsstellen sind: die Na die Htädtis uuische Landesbank mit sämtlichen filialen, en und Kreisslparkafsen und die durch Rushang kenntlichen Banken im Regierungsbezirk Wiesbaden, im Freistaat fessen und im Rreise Wetzlar, die örtlichen Zahlsteslen der ee Nngestellen⸗ und Beamten⸗Derbünde, die Seschüstsstellen der„fausrat“, 6. m. b. f. Fritz Dickore Anny Dickore geb. Böckner-Stepfan YERMAHLTE G1e ssen, Ostern 1928 Mre Verlobung beehren eich anzuzeigen Marie Thielmann Heinrich Wilker 5 Glessen, Ostern 1928 Steinstrasse 61 Wilhelmstrasse 43 Tarn L An beiden Welte kertagen: Frünlchoppen-Ronzert! Partei-Literatur Buchlhandlg. Oberhess. Volksztg. Nicht was der Mensch ift, 5 was er verbaut, ist seinem Körper von Nutzen. Die 1 und gehaltreichsten Speisen sind wert⸗ den Aflegebedürftigen, wenn sie von . 5 9. 5 Magen und Darm micht verarbeitet werden können. Kufeke“ da⸗ gegen ist ein hochwertiges Nährmittel, das für die Verdauung schon vorbereitet ist und des halb vom Körper leicht und schnell ausge⸗ nutzt wird. Mit„Kufeke werden auch bei 5 55 darniederliegendenVerdauungs kräften unerwartete Erfolge erzielt es ist diejenige — die schon oft sogar zur ausschließ⸗ lichen Ernährung von Schwerleidenden ge⸗ dient hat und die allen Schwachen, Kranien und Genesenden am zuträglichsten ist. — 1 — „Seryus“ mere 1 ein jedes ode oe Schun ernãst des Lede em hyerite. CK A-s. Beclin. lchfenbem B HAUSRAI Gemeinndtzige Möbelversorgung für das Bhein-, Main- und Lahngebiet, G. m. b. H. Giessen, Lindenplatz 1 ä * 1416 Möbel auf Teilzahlung! 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Die„Novemberverbrecher“, Juden und Sozialdemo⸗ 3 Ikraten, sollen zunächst beseitigt, d. h. entrechtet oder ermordet Beilage zur Obe 1 Sießen und umgebung. Frühlingsglaube. Die linden Lüfte sind erwacht, f säuseln und weben Tag und Nacht Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Num, armes Herze, sei nicht bang! Nun muß sich alles, alles wenden. Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch konmmen mag, Das Blühen will nicht enden, Es blüht das fernste, tlefste Tal: Nun, armes Herz, vergiß die Qual! Nun muß sich alles, alles wenden. Ludwig Uhland. Für die Bedrängten im Ruhrgebiet Es gingen weiter bei uns ein: Von der Gemeinde Wieseck 1. Rate 100 000 Mk., Ertrag einer den Holz⸗ Sammlung in der Gemeinde Wieseck185 90 Mk., on (Hauern der Gemeinde Nieder⸗Besfingen, 2 Proz Holzhauerlöhne. 7068 Mk., zusammen 293 064 Mk., bereits quittiert 395 450 Mk., zusammen 888 514 Mk. Den G herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne entgegenge Verlag ber Oberhessischen Volkszeitung. Frühlingsfest. Obwohl das Osterfest in diesem Jahre ziemlich zeitig Ifänt, hat sich die Natur schon herrlich geschmückt. Wie oft hatten wir Ende März noch Schnee und Frost! Dagegen 1 75 Weiß⸗ und andere Dornhecken, sogar hier und da Kirschbäume in Blüte. In den Gärten sieht man schon Stief⸗ mütterchen und andere Blumen blühen. Jeder wünscht, daß snicht unheilvolle Naturgewalten. Fröste die Blüten zer- stören und damit die Aussicht auf eine Obsternte vernichten. Hoffen wir das Beste. Hoffen wir weiter, daß mit dem kommenden Frühling endlich auch die wirtschaftlichen Ver⸗ hältnisse gesunden, daß wirklich Friede einkehre! In diesem Sinne allen Lesern Fröhliche Ostern! Ostern 1923 Arbeiten, nicht verzweifeln! Hinauf und vorwärts! Greifst Du in ein Wespennest, So greife fest! Alle wahrhaften Vaterlandsfreunde alle wirklichen und zaufrichtigen Republikauer danken es dem preußischen Mini⸗ sster des Innern, Genossen Severing, daß er endlich und, wie wir hoffen, noch zur rechten Zeit fest zugegriffen hat. Die Anmaßung, die Frechheit und die Heuchelei der reaktio⸗ nären Patentpatrioten ging schließlich über alles erträgliche Maß hinaus. Ihre mannigfachen und vielnamigen„Selbst⸗ sschutzorganisationen“ haben sich zu einer großen öffentlichen (Gefahr ausgewachsen. Die hemmungslosen, unverantwort⸗ lichen Gewaltmenschen von Ludendorff bis zu Roßbach hiel⸗ ten und halten noch die gegenwärtige Zeit, wo wir uns in sschwerstem Abwehrkampfe gegen einen grausamen, rücksichts⸗ losen äußeren Feind befinden, wo Einheit und Existenz des Reiches auf dem Spiele stehen, für geeignet, geheime Ver⸗ schwörungen gegen den Bestand der Republik ins Werk zu setzen und einen bewaffneten Ansturm gegen Verfassung und Regierung vorzubereiten. Die Selbstschutzorganisationen bilden die Vorstoßtrupps eines deutschvölkischen Komplotts, das auf Staatsstreich und Umsturz hinarbeitet, das Republik, Demokratie und Reichs⸗ tag beseitigen und die Massen des Volkes der früheren Herr⸗ unterwerfen und zugleich die Diktatur eines Generals als Platzhalter einer zukünftigen Monarchie aufgerichtet werden. Dann [kommt die Revanche: Frankreich wollen wir siegreich sschlagen.„Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.“ und diese hochverräterischen Pläne sind nicht etwa nur über⸗ triebene Behauptungen oder gar böswillige Erfindungen der Gegenseite, der republikanischen Angstmeier, die„gute Patrioten“ verleumden und ihre zum Wohle des Vaterlandes ersprießliche Tätigkeit lähmen wollen. Nein: Hitler, der bekannte Nationalsozialist in dem Freistaat Bayern, der dort, in der„Ordnungszelle“, unter einer schwachen, ihm innerlich zum Teil zugeneigten Regierung aus seinem Her⸗ zen keine Mördergrube zu machen braucht, schreit es in seinen bewaffneten Versammlungen Tag für Tag heraus: Nur serst die Novemberverbrecher und das Parlament beseitigen! Dann kommt die Abrechnung der kochenden Volksseele mit Frankreich schon von selbst!— Das ist die Wahrheit, mögen sich auch die„Norddeutschen“, die Wulle, Henning und (Graefe jetzt, wo es ihnen an den Kragen geht, in ihrer Feig⸗ heit noch so sehr als harmlose Kinder gebärden und als die gekränkten Unschuldslämmer aufspielen, von der deutsch⸗ nationalen Partei mit nationalistischem Phrasengedröhn unterstützt und geschützt. Nur über eins scheinen sich die sauberen Brüder noch nicht einig geworden zu sein Soll Hitler oder Ludendorff Diktator werden? Der gemütliche süddeutsche Fascist oder der schneidige preußische General? Die deutschvölkische Freiheitspartei...„Freiheits- partei?“ Ja, Freiheit, die ich meine! Die arische, monar⸗ chistische, nationalistische, treudeutsche, kurzum„völkische“ Freiheit, in der nach Erledigung der Undeutschen(Semiten und Internationalen) die echten Wotansanbeter, die rasse 1 reinen Arier nordgermanischer Edelzucht wieder aufatmen können.„An ihrem Wesen soll noch einmal die Welt ge⸗ nesen.“ herigen Minister Buck und Lipinski „der Unverstand der Massen“ nicht noch so lähmend Gießen, Samstag, den 31. März 1923. rhessischen Volkszeitung Nr. 75 Also, daß von der deulschvölkischen Freiheitspartei, der parlamentarischen Agentur der Verschwörung gegen die Re⸗ publik, zahlreiche Fäden zu Hitler und Ludendorff hinlaufen, ist bei dem bekannten Charakter dieser geborenen Führer⸗ naturen nicht weiter verwunderlich. Soviel ist sicher: Es handelt sich nicht mehr bloß um Ausbrüche vereinzelter Banden, um Mordanschläge gegen politische Persönlichkeiten — auch solche waren zweifellos sehr bedroht—, sondern um einen bereits ins Einzelne durchgearbeiteten großen Plan zum Umsturz der Verfassung und zur Einführung einer Dik⸗ tatur. Wer der Diktator werden sollte, kann nach den An⸗ eutungen Severings im Landtage vermutet werden: General Ludendorff ist zweifellos sehr belastet. Wenn wir überhaupt noch eine Justiz haben, so darf die Untersuchung sich nicht auf untergeordnete Bravos(Meuchelmörder) wie den Leutnannt Roßbach und ähnliche Geister beschränken, sondern es müssen die Beziehungen, die zwischen Ludendorff, den Münchener Nationalsozialisten und den Deutsch⸗Völkischen in Norddeutschland bestehen, klar aufgedeckt werden. Ge⸗ schieht das nicht, so wird in den Massen das Vertrauen auf Gerechtigkeit unheilbar untergraben, und dann allerdings wird die Bildung proletarischer Abwehrbataillone— mögen sie sich kommunistisch oder sonstwie nennen— nicht zu ver⸗ hindern sein. Dann haben wir den Bürgerkrieg, von dem wir nach Severings Worten nicht mehr weit entfernt sind. Darum ist es eine staatserhaltende Parole, die Severing mit den Worten ausgab:„Es wird dreingeschlagen werden!“ Der Minister glaubt, daß die Staatsmacht in Preußen wie⸗ der soweit gefestigt sei, daß Verschwörungen von rechts oder von links mit Erfolg bekämpft werden können. Wir hoffen, daß dem so ist. Was lernen wir aus alledem? Es ist sonnenklar: Der gefährliche Feind steht rechts!, wie schon der Reichskanzler Wirth in richtiger Erkenntnis der Lage des neuen deutschen Staates ausgesprochen hatte.— Die Kommunisten spalten und zanken sich immer weiter; sie leben nicht von ihren eigenen oder den Moskauer„Ideen“(Daß Gott erbarm'!), sondern nur von der Brutalität der französischen Unter⸗ drückungsaktion und von dem Rechtsbolschewismus der deut⸗ schen Fascisten; sie schöpfen einzig und allein, während ihnen allgemach der Lebensatem ausgeht, immer wieder von neuem Kraft aus der Unordnung aller deutschen Verhältnisse, die von Franzosen und Deutschmonarchisten in gleicher Weise gefördert werden, und aus der traurigen Verwirrung, die sie demzufolge in ungeschulten Arbeiterköpfen absichtlich hervor gerufen, ganz abgesehen von ihrer skrupellosen Verbindung mit Verbrechergesindel aller Art. Aber die Kommunisten irren sich, wenn sie glauben, daß die Sozialdemokratie sich in einen Kampf für eine sogenannte— Arbeiterregierung ein⸗ lassen wird. Der Bedarf der deutschen Arbeiterschaft an „Schritten nach vorwärts“ nach dem Muster der Märzaktion und anderer kommunistischer Abenteuer ist vollauf gedeckt. Wenn die Kommunisten immer wieder krampfhaft versuchen, mit Gewalt Unmögliches zu erzwingen, stärken sie in Wirk⸗ lichkeit nur die Front der rechtsradikalen und fascistischen Gegner der Republik und des Sozialismus. Die Sozial⸗ demokratie wird bei ihren Methoden und bei ihren Formen des politischen Kampfes bleiben. Der Mutterboden der Ar⸗ beiterbewegung ist die Demokratie. Die Voraussetzung ihrer politischen Kämpfe ist die Schulung und Einsicht der Massen in das Gegebene und Mögliche und der Verzicht auf Ver⸗ sprechungen, die unerfüllbar sind, und die letzten Endes ent⸗ täuschte Massen zu Rekruten des Fascismus machen würden. Hier und da können freilich die Kommunisten recht lästig werden. Nachdem sie eben mit den Vereinigten Sozial⸗ demokraten in Sachsen einen Regierungspakt geschlossen und dabei, wie die Rote Fahne triumphierend mitteilt, die bis⸗ „ausgeschifft“ haben, gehen sie jetzt daran, die sozialdemokratischen Aufklärungs- versammlungen in Berlin zu sprengen. Eine volksfreundliche Tätigkeit! Ob unsere Genossen in Sachsen nicht eine falsche Rechnung aufgetan haben, als sie sich mit den„Tur⸗ kestanern“ verbündeten? Lassen sie sich nicht letzten Endes von den abgewirtschafteten kommunistischen Phrasenhelden mißbrauchen? Jedenfalls ist für einen besonnenen Sozial⸗ demokraten gegenüber dem Radikalismus der äußersten Linken, der seine Direktiven aus Rußland bezieht, stets äußerstes Mißtrauen am Platze. Was wünscht unser von Krieg und Kriegsfolgen zer⸗ quältes Volk in Wirklichkeit? Zunächst, was es nicht will. Das Volk will sich nicht weiter gefallen lassen Nationalisten⸗ propaganda und Putsch gegen Erbfeinde und deutsche Repu⸗ blik, kommunistische Schaumschlägereien und Fanfaren zur „Bewaffnung der roten Weltarmee“. Es verlangt ernst und dringend Schutz gegen Wucher und Schiebertum, es be⸗ kämpft jedewede Ausbeutung durch Agrariertum, Groß— industrie, Handel und Börse— die kapitalistischen Mächte, die in dieser Zeit trostloser wirtschaftlicher Zerrüttung be⸗ sonders schamlos ihren eigenen Profit auf Kosten der All⸗ gemeinheit suchen. Es lehnt ab. die illusionistische Geheim⸗ niskrämerei und Kraftmeierei in der Ruhrpolitik durch eine teils leisetretende, teils lautpochende Regierung der bürger⸗ lichen Arbeitsgemeinschaft. Es verlangt, daß die geheime Unterstützung aller antirepublikanischen Machenschaften durch die reichen Geldmittel gewissenloser Industrie- und Agrar⸗ magnaten aufgedeckt, verfolgt, unterdrückt und streng be⸗ straft werden als das, was sie ist: Landesverrat! Es hat einen unsäglichen Abschen vor Gewalttat und Krieg, einerlei von welcher Seite auch dieses Rüstzeug der Barbaren empfoh- len und angewandt wird. Kurzum, das Volk will Ruhe und Frieden und ist zu ehrlicher Arbeit gern bereit. Die eigentliche Vertreterin dieses gutwilligen, aber ge⸗ schundenen Volkes, die von Millionen deutscher Volksgenossen gewählte Sozialdemokratische Partei will— ja, wenn nur wirkte! — sie will einem jeden, seine ehrliche Arbeit leistenden Volks⸗ genossen beistehen und helfen; sie will im Innern dem Volke Recht und Freiheit sichern, sie tritt machtvoll ein für die Einheit des Vaterlandes, sie erstrebt nach außen, nach dem Fiasko des Ruhrabenteuers mit dem Feinde ehrenvolle, ge⸗ rechte Verständigung. 5 Hoffen wir auf eine bessere Zukunft, arbeiten wir für sie! Hoch die Fahne der Osterbotschaft: Reißet von Banden freudig euch los! Es muß doch Frühling werden! Starke Erhöhung der Wohnungsbauabgabe. Nach einem dieser Tage vom Reichstag und Reichsrat, geneh⸗ migten Gesetze ist die staatlche Wohnungsbauabgabe mit Wirkung vom 1. Januar d. J. ab von 25 v. H. auf 1500 v. H. des Vorkriegs⸗ nutzungswertes der Gebäude erhöht worden. Dies bedeutet also eine Steigerung auf das 60fache des bisherigen Satzes. Daneben haben wie bisher die Gemeinden oder Gemeindeverbände einen Zu⸗ schlag für eigene Rechnung in mindestens der gleichen Höhe zu er⸗ heben. In Hessen wird die Abgabe bekanntlich vom Brandver⸗ sicherungswert der Gebäude berechnet. Der staatliche Abgabesatz betrug bisher pro Jahr 1,25 Mk. auf 100 Mk. Brandverstcherungs⸗ wert, der Gemeindezuschlag war von Stadt zu Stadt und von Kreis zu Kreis verschieden hoch. Vom 1. Januar 1923 ab muß der Satz der staatlichen Wohnungsbauabgabe, dem neuen Reichsgesetz ent⸗ sprechend, pro Jahr 75 Mark und der Gemeindezuschlag mindestens ebensoviel, zusammen also mindestens 150 Mk. auf je 100 Mark Brandversicherungswert betragen. 5 Da die Erhöhung rückwirkend vom 1. Januar 1923 ab be⸗ schlossen wurde, wird demnächst noch eine sehr beträchtliche Nach⸗ zahlung für das 4. Viertel des Rechnungsjahres 1922, das ist für die Monate Januar bis März 1923, zu leisten sein. Leider hat sich die Verabschiedung des Gesetzes durch den Reichstag derart ver⸗ zögert— das Gesetz ist im Reichsgesetzblatt noch nicht veröffent⸗ licht—, daß es unmöglich ist, das entsprechende hessische Gesetz und die Ausführungsanweisung an die Steuerbehörden rechtzeitig, d. h. noch vor Ende März, fertigzustellen, zumal sich die Gesetzesän⸗ derung nicht nur auf diesen einen Punkt der Abgabenerhöhung be⸗ schränkt. Hausbesitzer und Mieter seten jedoch auf die bevorstehende beträchtliche Nachforderung an Wohnungsbauabgabe für die Monate Januar bis März lfd. Jahres einstwetlen aufmerksam gemacht, insbesondere für den Fall, daß zum 1. April oder bald danach ein Umzug beabsichtigt ist. Der genaue Betrag der Nachforderung kann 1125 nicht allgemein angegeben werden, da die Gemeinde lags⸗ fätze wie erwähnt nicht im ganzen Lande einheitlich sind. nicht schwierig, wenn beachtet ist die Berechnung im einzelnen Falle wird, daß die Abgabe für Land und Gemeinde im Abgabebescheid zusammen angefordert ist und zusammen künftig pro Jahr min⸗ destens 150 Mark auf 100 Mark Brandversicherungswert betragen wird; der bisherige Satz ist aus dem Abgabebescheid ersichtlich(für die Staatsabgabe betrug er durchweg 1,25 Mk.). Nachstehend einige Beispiele, berechnet unter der Annahme, daß die Gemeinden ihren Zuschlag nicht über den Mindestsatz von 75 Mark erhöhen: Beispiel 1: Bisher betrug der staatliche Satz 1,25 Mk., der Gemeindezuschlag ebenfalls 1,25 Mk., zusammen 2,50 Mk. Künftig betragen sie zusammen 150 Mk.; die Nachforderung beträgt mithin auf je 100 Mark Brandversicherungswert 147,50 Mk., das ist das 59 fache des bisherigen Ansatzes im Abgabebescheid. Beispiel II: Bisher betrug der staalliche Satz 0,25 Mk., der Gemeindezuschlag 2,50 Mk., zusammen 3,75 Mk. Künftig be⸗ tragen sie zusammen 250 Mk.; die Nachforderung beträgt mithin auf je 100 Mk. Brandversicherungswert 146,25 Mk., das ist das 39fache des bisherigen Ansatzes im Abgabebescheid. Beispiel III: Bisher betrug der staatliche Satz 1,25 Mk., der Gemeindezuschlag 2,75 Mk., zusammen 4,00 Mk. Künftig be⸗ tragen sie zusammen 150 Mk.; die Nachforderung beträgt mithin auf je 100 Mk. Brandversicherungswert 146 Mk., das ist das 364% fache, abgerundet das 37fache des bisherigen Ansatzes im Ab⸗ gabebescheid. Der im Abgabebescheid angeforderte Zielbetrag braucht also nur mit 59, bezw. 39, bezw. 37 vervielfacht zu werden und man weiß sofort den nächstens für das 4. Ziel 1922 nachzuzahlenden Be⸗ trag.— K 5 — Ein ungeheuerliches Urteil. In dem Beleidigungsprozeß des Oberlehrers Dr. Lenz gegen unseren Redakteur Vetters wurde am Mittwoch vormittag das Urteil verkündet. Es lautete auf 100 000 Mark Geldstrafe gegen Vetters.— Auf die Begründung wollen wir erst eingehen, wenn sie uns schriftlich vorliegt. Diesem Urteil sei ein anderes gegenübergestellt, das kürzlich in Stettin gefällt wurde. Dort kamen vor der Strafkammer antssemitische Ausschreitungen in einem Restaurant zur Verhand⸗ lung. Sie warf ein bezeichnendes Licht auf das geistige und sitt⸗ liche Niveau deutschvölkischer Kreise. Der wegen schwerer Be⸗ leidigung des Reichspräsidenten vorbestrafte Landwirt und Leut⸗ Dr. Arel Oberg aus Stettin mußte sich wegen Schmäh⸗ Beleidigung eines Dr. Hei⸗ verantworten. Oberg hatte unter anderem geäußert, er müßte fünfhundert pom⸗ nant a. D. mersche Jäger haben, dann wollte er die verdammte Juden⸗ regierung zum Teufel jagen Es sei ein Segen, daß Rathenau umgebracht worden sei. Außerdem hatte er die Herren Dr. Heimann und Lachmann durch Ausdrücke, wie„Saujude“, im Lokal und auf der Straße schwer beleidigt. Die Verteidigung beschränkte sich darauf, auf die sinnlose Trunkenheit Obergs bin⸗ zuweisen. Der Staatsanwalt hatte den Antrag auf sechs Monate Ge⸗ fängnis und 100 000 Mark Geldstrafe wegen Beschimpfung der Re⸗ gie rung, sowie die Höchststrafe von 6000 Mark wegen öffentlicher Beleidigung der Herren Dr. Heimann und Lachmann gestellt. Tas Urteil lautete wegen Beschimpfung der Regierung auf Frei⸗ spruch, da das Gericht sinnlose Trunkenheit annahm. Wegen der öffentlichen Beleidigung nahm das Gericht an, daß Oberg da⸗ für, weil er in der Zwischenzeit durch Kaffeegenuß nüchterner ge⸗ morden sei, zur Verantwortung zu ziehen sei und hat gemäß dem Antrag des Staatsanwalts erkannt! Es ist eine schöne Sache um die Gleichheit vor dem Ge setz, sie ist aber vielfach nicht vorhanden! Heimatpflegekursus der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugend⸗ pflege in Hessen. Zur Vertiefung der Bildungsarbeit hat die Zentralstelle einen neuen Weg beschritten, der Glück und Kraft für die Zukunft verheißt. St hat erkannt daß die Heimat immer mehr der ge⸗ meinsame Mutterboden für alle Volksbildungsbestrebungen wer⸗ den muß. Die ewa; befreit von der Schablone und von dem allein selig meckenden Buch: das wirkliche Leben zum Ausgang und Zielpunkt der Arbeit. heimatfrohes Leben wecken will, muß selbst das Leben seiner Um⸗ gebung schauen und zu begreifen suchen. Wichtig ist, daß hervor⸗ ragende Führerpersönlichkeiten die neuen Wege zeigen.— Den An⸗ fang machte in diesen Tagen der Heimatpflegekursus, der vor⸗ estern zu Ende ging. Bei der Eröffnung wies Herr Direktor J Nosten der anderen. Die ganze Natur ist von elnem Drange„Sausrat-Anleihe.“ Zur Finanssecung beg gene assinger auf unsere große vaterländische Not und die Heimat durchzogen, der das Leben in Fesseln hält. Das Tier hat auch die[Abzahlungswesens gibt 97 Hausrat- G. m. b. H. als Quelle der Volkskraft hin. Wahre Heimatpflege soll die[ Leidensffählgkeit, es vermag aber nicht, sich durch den Verglesch vom fate des Bezirksv guten Getster der Hetmatltiehe in den Dienf de. vaterländische. tber das Leid zu erheben. Hier hat der Mensch die Aufgabe, dle ündelsichex und ird ml Aufstiegs stellen. Die Absichten der Zentralstelle begegnen dem Natur und sich durch Mitleid zu befrelen, zu erlösen. Das Leben Verständnis zahlreicher Heimatgenossen.— ein halbes Hundert in der Natur hat die Form der Tragödie, und wir haben ein Gäste hatte man exwaxtet, und nahezu 200 drängten sich wiß⸗ rechtes Naturempfiftden, wenn wir uns durch den Eindruck des öher auf Naman des Glauß 1 deglerig herzu. Aus Oberhessen, dent Odenwald und besonders Erhabenen über das eigene Leid hinaus erheben. 5 Die Schuldschesne sind uübertragbaß aus dem besetzten Gebiete wagten viele Heimatfreunde mit be- Am Mittwoch abend sprach Professor Dr. Guenther im über⸗ ist bis 15. 10 90 Prozent. vom 15. sonderen Opfern die zum Teil recht schwierige Reife. Und wahr⸗ flillten Feierabendsaal vor einer anbüchtig lauschenden Ge⸗ 50 Pro Bei 1 3 baftig, sie hatten es alle nicht zu bereuen. meinde über Zah er 1311 des e de 8 der e„Die Natur al 3 770 25 7 Freude und 17 b r. Guenther von der Universität Freiburg i. Br. r er⸗ 1 0. a. e weitgereiste Forscher und Gelehrte öffnete Herz dan 8 Nie ee e 15 19 91 1 5 ee 05 Fe 5 10 10 J 5 l ö heimnisse d ier⸗ zenleb n 2 un 0 N r 9 Millionen.. r tausend Geheimnisse des Tier⸗ und Pflanzenlebens er unsiunttge, 7 85 Hager„rohe Schleßer“ vom Un Wlan de. hoben, 1322 g Pilde 5 5e Heimatnatur. Hier streute ein liebenswürdiger Führer mit gol⸗ zenem Herzen wertvolle Samenkörner und entwickelte an Hun⸗ drohten Tterwelt. Wie fein öffnete auch hier der Vorkeagende derten von Beispielen feine Heimatgedanken und sein Programm die Sinne für die Schönheit und Wunder der Schöpfung. O könnte lionen. Die„Hausrat⸗G. m f Frankfurt a. M., Wiesbaden Offene 8570 i doch unser Volk endlich wieder in ein inniges Verhältnis zur Hei⸗ Gießen, Herborn öͤchst a. eden 7 3 1 malnatur kommen, zur Helmatfreude und eimatkraft für unser 19 Homburg. e en ngen und Sossenheim. Si * liebes Vaterland! Dieser öffentliche Guenter⸗Vortrag wurde ein⸗ teiligt an der umlütztgen belgeseuschaft in Worms% Durch Naturerkenntnis und Naturempfinden kommen wir zur geleitet und geschlossen durch treffliche Worte des Direktors sellschafter sind di'einden und Kreise des Behhrkes Wies Heimatliebe. Heimatempfinden muß die Wurzel der Volkskraft H. Hassinger und umrahmt von Vorträgen von Mitgliedern 1 e e Hessen, N und Unterlage für jeden Wiederaufbau werden. Drei Fehler der Hessischen Landes⸗Wanderbühne.— Frühjahrs⸗Schaumesse in Gießen. Vom 2. bis 10. rg mülssen vermieden werden: Natureutfremdung unseres Volles Ami letzten Nachmittag sprach Assessor Maurer fiber„Das findet auf Oswaldsgarten eine Schaumesse statt, Zahlreich zin ee ee. Beim utnatur; das Verf 6 gefühlsmäßigen läuterte seine nischen Ausführungen durch eine Anzahl 132 1 geb i ige fr. N etkehen trachtung. Die Heimat als deutsche Heimat, als Organismus und klarer, leichtverständlicher Lichtbilder und durch eigene Apparate. 1 5555 112 2 2 b 0 N Einheit, als Quelle für Lolkskreft, Kunst und deutsches Empfinden lufnah in ildrei ue 8 185 angle 1 75 20 70 10 11 115 Aufnahmen aus einer Hessenbildreihe bildeten den Schluß.* e 1121 pisst⸗ lieh en, 1. 49 bes harakter des Volkes geschaffen: darum ist sie auch wirkl die Als Ergebnis der Ta st err Direktor& 1— Dienststunden an den ern. N. Quelle der Kraft. Leiter sind die Beziehungen zu diesen Kraft⸗ mit freudiger e ben s perten Verlauf 10 gursus den die Schalterdienststunden bei. den hlestgen Postäma eh quellen verloren gegangen. Das liegt an drei Gründen: Zerstörung fest und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß der ausgestreute Werkt von 812 Uhr vormstbags und 2—7 Uhr na 5 der Heimatnatuc. Entwurzelung des Volkes durch Industeiali⸗. N li f estgesetzt. Die Paketarmahmeschalter werden, wie bisher i ch Induf Samen reiche Früchte in allen Teilen unseres Hessenlandes tragen siges geschlofse m stschälterblenst an sierung, Unterschützung der Herzensbildung. Die Natur ist ein Or- möge. Dann bat er vor allen Dingen die Teifnehmer um re Uhr nachintt gantenius und wirkt als solcher auch auf den Menschen. Tas Mifarbeit in der Bildungsarbeit 115 Verwirklichung der Helmak. und geseblichen Felerkanen keitt eine Nenberung nicht ein Wissen soll nicht um seiner selbst willen da sein, sondern es soll den lehre im Sinne von Herrn Prof. Dr. Guenther. Volksbifdungs⸗— Holzversteigerung. Am Freitag, den 6. 50 vo Menschen zu einer organischen, harmonischen Persönlichkeit Gr. arbeit muß, wie der Kursus einleuchtend zeigt, ein wechselseltiges 9% uhr werden aus den Waldungen der Stadt Gleßen Pn stalten helfen Wie das geschehen kann, zeigte Professor Dr. Geben und Nehmen aller sesn. Dazu bedarf es aber der freudigen des Försters Lotz⸗Wieseck erhebliche Mengen Brennholz— Guenther in seiner Vorlesung über: Hilfsbereitschaft und Unterstützung aller draußen im Lande tätigen Knüppel Reißi öcke— versteigerkt. Zusammenkunft ar he „Die Heimat als Organismus.“ Kräfte: Zwischen ihnen und der Zentralstelle für Volksbildung A 11 9 ee der Nahe des Steinbruchs. 1 Alle Tiere und Pflanzen wirken in und durch einander. So muß sich immer mehr ein inniges Band schlingen. Der Heimat⸗— Der Männerbadeverein Gießen, der schon seit vielen dae Vat jede Pflanze ein Insekt, das von ihr lebt. Jedes Raubtier sstf pflegekursus und die weiteren, in den nächsten Wochen folgenden f pte i 19 Fe e e e eee Rege een Wege fa een de er, d en e Sehen ede J bewege e Stück der großen Gefundheitspolizei in der Natur, Die Natur ist„Glückauf“ und dem frohen, zuversichtlichen Glauben an den Wie⸗ altfvocht 10 erhalten. hufolg⸗ der schwieriger. werdenden fun nur dann keich und gesund, wenn sie aus vielen Arten desteßt, darum eerausstteg unseres Volkes schloß die eindrucksvolle, erlebnis reiche zellen Verhalhusse muß den sich die Mitglieder zu entsprehh muß sich die Vernichtung einer Pflanze oder eines Tieres an Tagung. Opfern verstehen. Aber es gelang auch den Welterbes irgend einer Stelle rächen. Mit großem Scharfblick zeigte dann gemeinnützigen Girichtung zu sichern. Wünschenswert f Dr. Guenther die Wandlung der Heimatnarur als T. Hausbesitzer und Mieter. Ueber die Offentliche Mieter ⸗ oe me Mit lieder beitreten, es ist auch sedem zu em Ganzes von der Eiszeit an— die Ueberbleibsel der Eis⸗ versammlung, die am Sonntag vor 8 Tagen im Kath. Ver⸗ 150 9 ird 590 fee den ganzen Sommer eine billige zelt als kisturische Zeugen: die Nachwirkungen der Etszeit in ehen abgehalten wurde, brachten wir einen ausführischen Be⸗ Klegen hel ebenen. 1 W wird, beabsichtigt dec den ürlichen Wanderungen der Fische und Vögel— die Spiele rickt. Gegen vorschiedene darkn enthaltene Bemerkungen gingen das Bab zu gewissen Zeiten in der Woche für Frauen fre 7 der Tiere und die iustinkttve Brutpflege vom Mistkäufer bis zu uns von Kausbesitzerseite Beschwerden zu, was uns veranlaßt, den Mordwespen. noch iniges dazu zu sagen. Zunächst muß darauf aufmerksam Nuhrhilse. Die städtischen Beamten und Beamten⸗Asi Bes det Stele der selmätnatut gemacht werden, daß wir einfach berichtet haben, was in der] haben dem Herrn en e der Stadt Gießen u 0 0 8 Versammlung gesprochen wurde. Nicht unsere, der Redaktion, hrung an die zuständige Stelle für die Ruhrhilse als 3. R Wix wollen nicht nur Ursachen und Wirkungen, den äußeren Meinung ist zum Ausdruck gebracht, sondern dieseni 105 1 15 f* 5 ge der dort etrag von 428 525.— Mk.(insgesamt bis jetzt 1417 167. Verlauf, 5 5* sondern auch das innere Wesen ber Heimalwelt. aufgetretenen Redner. Und einer der Redner 905 von„legalem zur Verfügung gestellt. 3 f 1 18 en 45. 55 1 mae ba sie nur 548 Je. Diebstahl“ gesprochen, der darin bestehe, daß z. B. Hausbesitzer, die Stadttheater Gießen. An den Osterfeiertagen wit eh 5 15 1 ak Fer an Stelle des Verstandeß das Ge⸗ in Goldwert aufgenommenen Hypotheken setzt mit minderwertigem am ersten abends gespielt und war wird am Abend„Don dal 0 hl einsetzen. Natur ist Werben. Wütfütlen mit der Ratur kön. Papler abtragen. Was meinte denn der Redner mit der Rede⸗ d Faust“ wiederholt. Am zweiten Feiertag wird als J en nur Gleichgestimmte, Werdende. Die Typisch⸗Werdenden sind wendung? Er wollte nachwelsen, daß unter den gegenwärtigen 5 dell 5 aß wei 5 N ö 515 abends die Dp *. e 25 den Aan Sie füplen valutarischen Verhältnsssen einzelne Leute erhebliche Gewinne 0 effün“ gegeben. 4 995. 1 5 e zelen des werdens, Ein Werk des Ver⸗ machen, während die Mehrheft verliert Dann sprach der Redner l N 1 7 0 5 sta 45 90 10 Jöre Höhe bedeutet aber noch nicht die] von legalem, d. heißt gesetzmäßigem Debstahl, der als soscher Gewitter tp an wenstag abend im Lahntal . r 0 7* 4 Volkes, Die Technik hat nicht das Glück] weder in furistischem noch im landläufigen Sinne angesehen eine Selkenheit zu diefer Jahreszest.. 510 2 1175 t ge rdert— 1e dan sie hat sich oft der werden kann. Er führte ein Beispiel aus Gießen an, wonach eine— Berichtigung. In dem Artikel in der Mittwochs nume 5 8 nüpft;. zum 1 45 die Flugzeuge zu wahren] Witwe ihrem Schwiegersohn, der Landwirt ist, 38 000 Mk lieh,„Gießener Anzeiger und Rechtsputsch“ muß der letzte Satz na Die 1 15 905755 1 75 furch 7 0 Vernichtungswerkzeugen. zum Erwerb eines Grundstücks, das 40 000 Mk. kostete. Später heißen:„Wahrlich im gauzen ber wieder einmal ein 10 1 1 5 0—— 925 es 1 2. Die Kunst kommt nicht] verkaufte der Mann das Grunbstlck für 7 Millionen Mark, und gleichliches Musterbeisplel underfälschter Realtionspolsts elf faßt Ponte ble and Neelie das Sas ie earn der, wenschen.gahlte seiner Schwiegermutter die 8 000 Mr. zurück. Erst gepörte General- zeigers füs Sberhesfenle Jud a 1. e 1 erlernen wir also der Frau 95 Prozent des Haus wertes, sie bekam aber nur— Aüddingshausen. In dem Artiket von hier in der Ozel 5 20 barbarischen 95 A n 195 Anschauungen ein halbes Prozent zurück!— Damit wird kein Vorwurf Volkszeitung vom 9. März betreffend die Anschaffung der f ihre hohe Kuli län st vor E 135 15 1 en, 7* wir gegen jemand erhoben, es werden nur die n geschildert, glocke ist noch Folgendes zu bemerken: Bekanntlich würde ae Saen Le l ee e d e. de Fe e ee n e eee be ee e e e a de. Bee e duet— Das tigsste Naturempfinden imserer Vorfahren offen. usw. anlegten. Nehmen zpir an, es hatte sich irgendwer, Dienst. fäten lassen welches nich der e 5 25 Nea 45 0 der. 0 heiligen Hainen, aus mädchen, Arbeiter oder Beamter, 3000 Mk. erer! und bei A 9 0 11 N 8 0 5 uur dee ener berge ie ,. 0 60 171. 8 ächerlichen Betrag zusammengeschrumpft. es konnte ther a Nl 3 1 1 3 als die der Inder: damit eine starke Familie ein ganzes Jahr anz leidlich. 5 falsch e e 105 Was der 9 5 5 3. ken schr stlichen Niederlegung fam, durch- fetzt hekommt der Sparer noch kein Pfund Margarine dafür. Er eines Pfarehauses gebelangt, 0 ˖i. f ee ir kennen die Sagen, die fast alle Natur⸗ ist also gewaltig geschädigt worden. Die alf e des Red.] Gemeinderat ist, noch mitgeteilt, daß man dlesem 0 1 * ytuhen sind, nur auf dem Umweg über den Norden(Edda). Diese[ners in der Mieterversammlung liefen darauf Hinaus„ gegenübersteht.— Darauf hingewiesen sei noch daß in Zukun e, ,,, wurde dargelegt dach den Liebe von ch gan und seubhlng damit nichts gesag. Wir selbst haben schon wiederpolt erklärt, daß fir die Algemetahekt eon Vedetang sind in der Oben Siegfried ung Gs griideb 5 von„Schirners Fahrt“ un weder unsere Partet, noch unser Blatt, einseitig für oder gegen olkszektung berichtet wird. Es ist deshalb angebracht, daß m 0 kilde dd In der Entcblung vom Enistehen Hausbesizer oder Mieter Stellung nimmt. Noch weniger kaun es Blatt abonnert. Vorstand der sezald. Partei Rüddings haue und Vergehen der Welt wurde auf die Aehnlichkeit der indischen[uns in den Sinn kommen f i a 0 8 5 S„gegen kleine Hausbesitzer, Arbeiter usw.,— Wieseck. Die Arbeiter⸗Turner und ⸗Sänger treffen er den ei Im Schlußvortrag redete Dr. die es mit Mühe zu einem Häuschen gebracht haben, einen Vor⸗ 1. Seht abends 8 Uhr, auf der„Aellersburg“ 1250 emiilst Gemütvollen Naturbet n n en f Beifammenfein. Freunde beider Vekeine werden dag feen ollen Naturbetrachtung.— Der Brotpreis für die Stadt ist schon wieder erhöht wor⸗ eingeladen. Die Lehre vom Leid in der Natur wurde ebenfalls aus der den, wie die Bekanntme des Lebensmittelamteg b. in⸗ indischen Anschauung erschlossen. Sie beruht auf der Vergäng⸗ folge der erhöhten Menn für Brotmehl. Das Wat 1000 lichkeit, auf dem Drang über sich hinaus und auf der Freude auf 1 Gramm— kostet jetzt 790 Mark. — RNieder⸗Bessingen. In der letzten Gemetnderalh⸗ sitzung wurde bei e beschlossen! Haushaltung erhält drei Rin. Mischreisig zum Preise von f 5 5— Mk. zugeteilt. Der Rest Brennholz, welcher nach Zurückstelus) Stadttheater Gießen. glücklich, obwohl er nicht verkennt, daß eine solche kinomäßige(im des vom Staate beschlagnahmten Minderbemitteltenholzes 90 5 8 2 5 guten Sime) Aufführung, insbesondere bei der Schwere der bleibt, soll versteigert werden. Die Holzhauer, d. h. jeder, erhlt Don Inan und Faus. Eine Tragödie von christian Dietrich Graboeschen Gedanken, pädagogisch wert⸗ und wirkungsvoll it. 2. Rü. Eiche Stock die Minderbemittelten 2 don, Kalten Grabbe. Für die Bühne eingerichtet in 10 Bildern und in Szene Genfal ist die Grabbesche Idee,„Don Juan“ und„Faust“ zu⸗] CTarifprets. Der Beschluß des alten Gemeinderats, welcher gesetzt von Hermann Steingötter. sammenprallen zu lassen. Daß die Faulft⸗Figur dabel zu kurz kommen Holzhauern das Tarsfholg absprach, wird aufgehoben.% „Dem Berichterstatter dieser Aufführung obltegt eine schwierige] mußte, ist febstverständlich, auch ohne an die Goethesche Gestaltung Orgelbalgtreten wird für 1938 mit 1000 Mk, aus der Pasd Pflicht— grade wenn und weil er weder sich vor notwendlgem zu erinnern. Denn„Don Juan“ allein ist der Motor der Handlung. geben. Der besold verlangte nicht mehr. Einen 0 940 e dem Lebensalter nach, alles was nicht aus ihrem Kreise stammt, rest. dem erst der„Ritter“(Mephistopheles) Leben und Sünde einhaucht. 4 Mill 1 muß man trotz Inbetrachtztehen der ver e N dos zu derdammen), noch seine Aufgabe darin erschöpft sieht, alltäglich Don Juan“ ist daher eine dankbare,„Jaust“ eine höchst undankbare 0 555 Fa e beg Uberlassen. Das Urchliche 17. zu keiaberhalen„Gießen Gieden über alles! fiolle Den ersteren gab Karl Lambertin mit vollendeter Külnst⸗ Das o lasch 103 1 Na e ordert So nanstritten, wie das Stück selbst, wird und muß auch die ge⸗ lerschaft. Gerade diejenige Kritik, die wie wir, stets wenn notwendig, 10 ee e ieselbe eben botene Bearbeitung bleiben, wenn sie auch beim Vergleich mit den aber mit aufrichtigem Bedauern und zun Besten der Kunst und des J 8 Scureint aus e h 155 1 teagli seither vorhandenen buchhändlerischen und dramaturgischen Ausgaben einzelnen Künstlers, rügt, ist stolz, ein so offenes Lob erteilen zu Wunsch D 1 5 festg ie 1 55 1 5 6 7 0 a0 205 unbedingte Neuheit nicht bietet. Die letztere besteht allerdings dürfen. Den Diener des„Don Juan“ gab Martin Jacob. Zunächst emeld 0 5 die Sch 10 2 ses 8510 10 Aa 15 15. 0 ichen, als aus einer Tragödie mit sortschreitender Handlung eine in seinen alten Fehler verfallend(der Uebertreibung) wuchs er im biesen Dienst ert 15 voff mute Berücsichlt 109 1 50 gelt ilderreihe hergestellt wurde, als sich Grabbes vier Akte in zehn Bil⸗ Laufe des Abends und gesteltete den„Leporello“ zu einer derjenigen nach Vorschla elner beanie Be ft fun J. alte ber 0% der verwandelten. Und hierin liegt ein Erfolg der von der einen seines Herrn und Meisters kaum nachstehenden Leistung.„Faust“ vergeben 2 Der Pachtpreis eines 405 de Ha d übe rla ssh extremen Seite als„genial“, von der anderen als„bereits Dage⸗ und der„Ritter“ wurden durch Karl Juhnke und Adolf Teleky Stück Landes, zirka Mor en, wird auf 100 M, flür das 4 bewertet werden mag, den wir aber verstehen und mit Dank 1 1* 65 den entsprechenden Goetheschen Ge⸗ saufene Ernte ahr sestgesegt.— Das Gras an den Grabenbe 1 N 1. 5 talten muß, wie schon gesagt, unterbleiben, denn bei Grabbe sind i5 i 1 8 Ver 1060ů Es ist zweffellos, daß nebeneinander gereihte Bühnenbilder(wie beide im gewissen Sinne Nebenfiguren, trotz ihrer langen wolen 921„ 05 e 0 1 21 geek wecken, e 1 im Kino) dann wirken und ins Reich der Kunst gehören, wenn die[ Beide Künstler msihten sich mit bestem Erfolge um ihre schwierigen Preis dafür festgelegt kworden ist. Dies soll kurz vor der Heueh y a messerhet Ersteres A.. 8. 1. ene 2 1 e 115 N 100 Gegenfat zu Gorches Jausttrande geschehen. Fr dleses Jahr soll hierfür nichts erhoben werzen“ f. steres ist 3. B. in Gebineaus„Renaissance“ ie— stets Dämon bleiben sollen; jedes„gemütliche“ fehlt dem die Ko itrei 0 1 der Fall— 4 5 unbedingt in Grabbes„Don Juan und Faust“. 5 Grabbeschen Teufel. Den„Gouverneur“ und„steinernen Galt spielte üg herbei b en eee Christim Dietrich Grabbe ist ein starkes, aber zügelloses Genie, Paul Schubert, bei dem wir lediglich bedauerten, daß er sesnem vergeben werden. Ueber die Art der Zahlung der Gemein das sich als Mensch und Dichter rasch ausgab oder ins Uebertricbene ausgezeichneten Organ nicht größere Wechsel in Stärke und Stim wurde eine Menge. gesprochen, ohne daß man zu einem R ausschweifte. Trinker, unglücklich verhefratet, gestorben bei seiner mung zu entlocken versuchte. Die„Tochter“ war Karla Kekler kam. Die Gemeinde löste in der Holzsubmission annähern alten Mutter— schmerzlich berührt verfolgen wir seinen Lebenslauf fibertragen, die redlich bemüht mar, ihren beiden„ungleichen“ Lieb⸗] Millionen Mark. i. und glauben uns fern von jedem Pharisäeriun, wenn wir fragend babern ebenbürtig an Künstlerschaft zu bleiben. Georg Hedin 1 g nn 17 Selbstbezähmung aus dem groß veranlagten N. den Fe Bräutigam liberzeugend dor. Rudolf Gol! Die nüchste Nummer der Oberhessischen Vo e wer 5 5 wirkte vielleicht etwas zu komisch als„Pollzeidkrektor“, aul erschei ö i j Literarksch gemahnt Grabbe stark an unsern hessischen Landsmann Mehnert zeigte auch 0 der Natel Roß des„Signor Kent 18 e. 2 ee eee eee 5 N Georg Büchner, ein hohes dramatisches Talent, das der Welt zu früh daß er verspricht, ein ausgezeichneter Charakterdarsteller zu werden. a 5 N MAMAT Fleischbrüh- Würfel — entrissen wurde. Und beide stehen in kraftgenialsscher Auffassung dem In kleineren Gebieten wirkten Heinz B i i 1 ö ehen 0 f N i N nz Bechstein, Herm. Stichel, n erwähnten Franzosen Gobineau nahe, den sie aber in feiner Gisa Jven, Karl Holl, Herbert Kemlein, Franz 1 lturfesten Begrenzung nicht erreichen Zum Schlusse sei nochmals der Juszeni K ung nicht. b Sch szenierung durch unseren f g a 115 f Hermann Steingötter gebührt für die Vermittelung] Theaterleiter mit Lb 2 ob an Stelle der elf 1 ermöglichen es ohne Fleisch und Feit Krättige Suppeß und szenisch ausgezeschnele Darstellung des interessanten Werkes un- neten Szene(Vorder⸗ und Hinterbühne) gerade bei„Don Juan und sohmaolchafte Gemüse und Sollen zuzubervlten, eingeschränktes Lob. Ueber seine dramaturgische Tätigkeit soll— unter[Faust“ de Benutzung von Portierenvorhängen wirkungsvoller ge⸗ Bezugnahme auf die Eingangserklärung— nicht geurteilt werden. wesen wäre, müßte ein Versuch erweisen 2 der Berichterftatter N 1 an achte genau auf den Namen n A G NI. Der Merjchterslatter Fall die. Zorleonme in zehn Bilder. nicht für[ glaubt es.„ a en on, e ein gut ammenkunst ndruchs. eit vielen; dle sicheigt det rautn stesy Beamten⸗Amt t. Gießen llt als 8. 10 147 7 tagen ut end„Don ag wird alk bends die 0 m Lahntale 3 Mittwochenn letzte Saß! einmal ein 1 alnons poll et in bet de Aung der f. 0 wurde unt Jesimeter haf sprich. T t Neponferk cz st Obechesn war Bech 1er lesser * zum 4 u daß fte „Ana leitung der Demobilmachung hatte Biltz, der seiner Angaben nach im Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., 28. März. 28 Millionen⸗Raub im D. ⸗IJug. Aus einem Abteil 1. Klasse des D.⸗Zuges Frankfurt⸗ Würzburg wurden in der Nühe von Steinach zwei Handtaschen ge⸗ raubt, die samt ihrem Inholt einen Wert von mindestens 28 Mill. Mark darstellen. Die Bestohlenen sind holländische Staatsangehörige. g 1 Schwerer Unfall. In Hofheim 1 e pe. 3 der e i ner zwischen 0 er Reichspost un n he den Sie wurden bewart schwer verletzt, daß der elne Beamte bereits auf dem Wege nach dem Krankenhause verstarb. Der zweite Beamte liegt sehr schwer darnieder. Entgleisung eines D.⸗Zuges. Bei der Ausfahrt auf dem Bahnhof Wiesbaden entgleiste am Mittwoch der Pariser D.⸗Zug. Die Maschine stürzte einen hohen AWhang hinunter. Der Führer und der Heizer sind tot. Fahrgäste damen anscheinend nicht zu Schaden. a Der⸗Tod in der Abortgrube. Der 15jährige Werlmeisterssohn Bott in Aschaffenburg erlitt bieser Tage einen epfleptischen Anfall und stlürzte dabei in die Abort⸗ grube, in der er einen jämmerlichen Tod fand. Die Leiche wurde erst ö 1 nach einigen Tagen aufgefunden. Blutiger Streit. In Worms gerteten in der Rosengasse die Bewohner des Hauses Nr. 14, Werle und Lenz, die sich anscheinend schon längere Zeit befehdeten, wiederum in Streitigkeiten, deren Anlaß die alte Ursache bildete. Dem harmlosen Gezänbe folgten steßlich tätliche Angriffe, bei denen die beiden Mitbewohner Werle ö sich cuf den bereits befährten Hausterer Friedrich Lenz stürzten und ihr Opfer mit Messerstichen übel zurichteten. Die Verletzungen, die dem alten Manne in bestialischer Weise beigebracht wurden, waren derart schwerer Natur, daß Lenz nach seiner Ueberführung mit dem Krankenauto ins städtische Kranbenhaus alsbald seinen Geist aufgab. Die Täter sind festgenommen worden. Ein Student als Raubmörder. Der unwiderstehliche Hang zum Reisen. In Berlin wurde der 19 Jahre alte Student Fritz Karl ver⸗ Haftet, der zu Anfang März in Vaduz, im Fürstentum Liechtenstein, ben Schlächtermeister Joseph Wachter ermordet hatte. In Vaduz hielt sich ein junger Mann auf, der sich für einen aus Innsbruck gebürtigen Maler Karl Seck ausgab. Der Fremde sprach mehrere Einwohner an, ihm eine 500⸗Frank⸗Note zu echfeln. Die Leute wiesen ihn an den 75 Jahre alten Schlächter⸗ meister Franz Joseph Wachter„Seck“ sprach dann auch am 4. März rt vor, traf aber nur die Tochter des Meisters im Laden. Abends um 9 Uhr, als der greise Meister selbst zu Hause war, kam er noch klnmal wieder. Wachter ließ ihn unten allein stehen und ging in seine Wohnung hinauf, um das Wechselgeld zu holen. Als er wieder nterkam, empfing ihn der Fremde mit der Pistole und der rohung:„Geld oder das Leben!“ Der Greis wollte sich wehren, erhielt aber einen Schuß, der ihn tot niederstreckte. Der Mörder entriß ihm das Geld und ergriff die Flucht. Leute, die auf den Lärm herbeieilten, verloren ihn in der Dunkelheit aus den Augen. Die Kpur des angeblichen 1 führte schließlich nach Ber⸗ Un, und hier gelang es der Krlminalpolizei, ihn in der Königgrätzer Straße zu ermitteln, festzunehmen und als einen 19 Jahre alten Studenten Fritz Karl zu entlarven. Der junge Mann, der hier un⸗ angemeldet bei Verwandten wohnte, hatte einen unwiderstehlichen Hang zum Reisen. Weil ihm die Angehörigen die Mittel dazu Verweigerten, so bestahl er sie um Geld und Brillanten, die er aus Schmucksachen herausbrach und machte sich dann auf die Reise. Diese führte ihn auch nach Vaduz und zu dem schweren Verbrechen, das er nach add Lengnen eingestand. Der Verhaftete wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Enthüllungen des Geheimtagebuchs eines Betrügers. Durch sein Geheimtagebuuch, dts ihm verloren ging und der Kri⸗ izei in die Hände fiel, wurde ein ehemaliger Offizier Her⸗ rt Biltz, ein junger Mann von 22 Fahren, von dem Leiter des Er⸗ tenstes und Schriftfachverständigen, Kriminaloberkommissar . ickert als großer Schieber und Schwindler entlarvt. Nach weiteren Ermittlungen ist der Verhaftete bereits einer großen h von Schwindeleien überführt und auch geständig. Nach Ein⸗ fünfmal, darunter einmal schwer durch einen Kopfschuß ver⸗ wundet worden war, einen Eisenbahnzug mit Heeresgut nach Frank⸗ d. M. zu führen. Er leitete den Zug nach Hanau und verkaufte Gut auf Grund gefälschber iere nach Baden. Biltz wurde fest⸗ enommen und nach der Irrenanstalt in Reichenau bei Konstanz ge⸗ racht. Dort entwich er und bei einer neuen Schiebung verkaufte er unter anderem ein Automobil des Großherzogs von Baden. Wieder iffen entsprang er zunächst aus der Psychiatrischen 555 in es⸗ ohne daftir einen Pfennig zu bekommen. 1 In München fälschte er auf die Namen von Offizieren Pfandscheine und verkaufte sie an Juweliere. In Breslau betrieb er unter dem Namen Dr. Heinz Bösler Briefmarbenschwindel im großen. Nach Berlin Übergesiedelt, legte sich Biltz unter dem Namen Berg, Burg, Bock, Block usw. die Nepperez, die ihm in vielen Fällen auch gelang. Zwischendur betrieb er einen Akkienschwindel, der ihn von Berlin fernhtelt. Nach hier zurückgekehrt, belcheb er jetzt den An⸗ und Verkauf von Edel⸗ metallen. Zuletzt sank der ehemalige Offizter zum allergewöhnlichsten Metallhehler heras. 5 Eine Tragz e am Traualtar wird aus Lindau am Bodensee berichtet: Als Leser Tage vor dem Traualtar der Geistliche die junge ungewöhnlich sa öne Braut fragte:„Wollen Sie diesen Mann zum Gatten nehmen?“ rief sie in höchster Erregung:„Niemals, Nesn! Ich liebe einen anderen und soll zu dieser Ehe gezwungen werden. Vieber fterben als diesen Mann heiraten!“ Der Geistliche umberbuach hierauf die Zeremonie. Der neben seiner Brant en iende Bräutigam aber zog einen Revolver aus der Tasche und schoß sich eine Kugel durch den Kopf. Er war auf der Stelle tot. Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 28. März. Unterm 15. März 1923 hat der Reichsarbeitminfster die Ver⸗ bindlichkeitserklärung des Schiedsspruches vom 29. 2. 1029 über die Löhwe der Metallindustrie in Oberhessen und Lahngebiet für die Zeit vom 15.—28. 2. 1923 abgelehnt. Der Arheitgeber⸗ verband 55 darantf, ab 15. 2. die Löhne und Sozbalzulagen der ersten Februarhälfte bel den Arbeitern über 22 Jahren um 25 Proz. und unter 22 Jahren um 20 Proz. zu erhöhen. Der gelernte Ar⸗ beiter über 25 Jahre kommt hiernach auf Mk. 1420.— Stundenlohn, der angelernte auf Mk. 1390.— umd der ungelernte auf Mk. 1360.— statt Mk. 1520.—, 1490.—, und 1460.— nach dem Schiedsspruch vom 26. 2. 1929. Die Arbeiterverbände beantragten eine Revision dieser Löhne, wenigstens aber eine Zulage ftr die zweite Hälfte des März. Der Schlichtungscutsschuß erklärte aber für die zweite Februar aͤlfbe keinen neiten Schiedsspruch fällen zu können. Jlir den ganzen März schlug er durch Schledsspruch die Weitergeltung der Löhne und Zu⸗ lagen des Beschlusses des Arbeitgeberverbandes vor und für die Wetzlarer optische und mechanische Industrie Erhöhung der Löhne der ersten Februarhälfte in l Verhältnis. Die Streitteile erhielten Frist zur Erklärung über Annahme ober Ablehnung des Schiodsspruches bis zum 31. März 1923, vor⸗ mittags 11 Uhr. Sitzung vom 20. März 1923: In der Streitigkeit des Deutschen Metallarbeiterver⸗ bandes und des Arbestgeberverbandes für Lahngau und Ober⸗ 0 über die Akkordarbeit in den Gießener Betrieben Schaff⸗ taedt, nde Bänninger und Schunk& Ebe regelte der Schlichtungsausschuß die Streitpunkte durch einen Schiebsspruch Die Streittetle erhielten Erklärungsfrist. Sitzung vom 27. März 1923: 17 Baugeschäften in den Kreisen A Lauter⸗ bach und Schotten gab der Schlichtungsausschuß die Zahlung det Löhne des 7. Nachtrags(vom 21. 3. 1920) zun Lohn⸗ und Ar⸗ beitstarif füür das Baugewerbe in der Provinz Hessen⸗Nassau, den Freistaaten Hessen usw. vom 22. 9. 1922 auf, jedoch ohne die Aus⸗ gleichzulagen“ Er überließ es aber den Parteien, über eine Aus⸗ nahmeregelung für Schlitz zu verhandeln, das der Bezirkstarif in eine höhere Ortsklasse als die Nachbarorte gesetzt hat. Die Freiherrlich Riedelsche Ziegelei in Angers⸗ bach soll ihren Betrlebsarbeitern über 21 Jahren vom 1. März an 1200 Mk. und vom 15. März an 1320 Mk. Stundenlohn zahlen und die Übrigen Löhne wie bet den Gießener Ziegeleien staffeln. Die Werkzeug⸗ und Maschinenfabrik Heyligenstaedt u. Cie in Gießen soll ihren Bureauputzfrauen vom 20. März 1923 450 Mark an Stundenlohn zohlen. Die Kolonialw.⸗Großhandlung Benner, Krumm u. Sauer hat wegen Arbeitsmangels 3 Lage rarbeitern, darunter dem Be⸗ triebsobmann, ohne vorherige Arbeitsstreckung gekündigt. Der Schlichtungsausschuß verwies ste bezüglich des Betrlebsobmanns auf die 88 97 und 98 des Betriebsrätegesetzes und erklärte im übrigen die Künigungen für ungerechtfertigt. Auch der Quarzitbruchunternehmer Kimm in Rain rob, Kreis Alsfeld hat wegen Arheitsmangels 4 Arbeiter ohne vor⸗ hersge Arheitsstreckung enktlassen. Der Schlichtungsausschuß gab auch ihm die Wiedereimstellung auf. Zu allen Schiedssyrtichen erhielten die Stvesttefle Erklärungs⸗ frist bis zum 31. März 1923. vormittags 11 Uhr. Strafkammer Gießen. Sitzung vom 27. März. Unachtsamkeüt im Dienst. Ein Gefangenenaufseher München und dann aus dem Gefängnis in Stuttgart. Eine er Firma betrog er um eine große Menge Siegellack und Klebe⸗ stoff, die er unter verschiedenen Namen bestellte und erhielt, aber nicht bezahlte. Ein Dresdener Fahrradwerk lieferte ihm 14 Fahrräder, aus der Provinz erhielt eine Geldstrafe von 1000 Mark, weil er einen Gefangenen bei der Arbelt bewacht einen Augenvrick so ungen ugend hat, daß bieser die Gelegenheit beniltzte und entfloh. Uebertretung der Bauvorschriften. Ein Maurer- meister von Ober⸗Seemen, ö zrrtiimlich freigesprochen worden war wurde auf die Berufussg der Staatsanwalischaft mit 50 Mark Geldstrase belegt, er hat bei einem Neubau die Wand eines durch die Brandmauer gefi Kamins nur in einer Dicke von 12 statt von 15 Zentimetern ge⸗ echt, weil in dem von der Behhede Annerod 1.— Gr.⸗Linden 1 2:1(0: 1). Die beiden Mannschaften trafen sich am Sonntag in A. zum Austrag eines Gesellschaftsspleles. A, kritt komplett G. mit 10 Mamm und 1 Mann Ersatz an. Um 73 Uhr gibt der Schiedsrichter den Ball fret. A. hat Anstoß. welcher jedoch von G. Verteidigung abgefangen wird. Der darauffolgende Durchbruch von G. endet mit dem ersten Erfolo für G. in der 4. Min. Nun setzt sich G. in A. Spielhälfte fest, es kommt aber bis zur Halbzeit zu kehnem Resultat. Nach der Halbgeit geht A. mehr aus sich heraus, kann aber bis kurz vor Schluß auch Richts erzielen. Endlich gelingt es A. in der 58. und 60. Min. das Resultat auf 2:1 für sich zu stellen. Mit 2:1 flir A. trennen sich die Mannschäften nach schönem fal ren del. Der Schiedsrichter Hedrich⸗G. war ein korrekter Leitet des Spieles. Das Spiel mußte jedoch mit Rücksicht auf, besondere Um⸗ stände um% Stunde gekürzt werden, womit allerdings beide Mamnschaften vorher einverstanden waren. Allendorf 1.— Wetzlar 1. 2:1(1:1). Die Mannschaften traten am Sonntag in A. zum Austrag eines Gesellschaftsspiels zusammen. Beide Mannschaften spielten mit je 4 um Ersatz. Um 3 Uhr gab der Schsedsrichter den Ba frei. Der Anstoß W. wird von A. Verteidigung zerstört. Es ent⸗ wickelt sich eim sehr lebhaftes Spiel, wo A. in der 20. Min. den 1. Erfolg erzielen kann. Durch dieses Tor angespornt. gibt W. alles aus sich heraus und kann kurz darauf gleichziehen, mit wel⸗ chem Nefultat es auch zur Pause geht. Nach der Pause setzte so⸗ fort wieder scharfes Tempo ein und nur der guten Hintermaun⸗ schaft kann es W. verdanken daß der Erfolg A. nicht noch größer war. 16 Min. vor Schluß gelang es A. begünstigt durch einen schönen Durchbruch, den 2 Erfolg zu erzielen. Trotz der größten Anstrengung der technisch besseren W. Mannschaft gelingt es ihnen nicht gleichzugiehen. Der Schiedsrichter leitete das Spiel korrekt uind mit dem rtlergrum Frel Heil trennten sich die Mann⸗ schaften. Großen⸗Linden 1.— Heuchelheim 1. Jugend 22(2 21) Die beiden Mannschaften trafen sich in H. Nach schönem Spiel trennten sich die Mannschaften mit dem Resultat 2: 2. Geschäftliches. Sauerstoff⸗Fraß, der gefährlichste Feind der Wüsche! Uner⸗ etzliche Werte birgt gegenwärtig der Wäscheschrank, gebot ist ie Hausfrau sehr besorgt, dessen Bestand so viel wie möglich zu erhalten. Vor allem ist Porsicht geboten beim Einkauf von Wasch⸗ mitteln, denn die sogen.„selbsttätigen“ enthalten Bleich⸗ und Sauerstoffsalze, welche nachgewiesenermaßen die Wäsche auf die Dauer zermürben und Löcher in dieselbe fressen. Zur Reinigung der Wäsche darf man daher nur ein mild wirkendes und schmutzlösendes Setfenpulver nehmen, welches frei von zersetzenden Bleichmittelr ist; vor allem besitzt das Seifenpulver Schneekönig diese Eigenschaft. Folgende Behandlung wird empfohlen: Die Wäsche über Nacht in eine Lösung von Rotstern⸗Bleichsoda ein⸗ weichen. Andern Tags löse man ein Paket Seifenpulver Schnee⸗ könig in 2 Liter heißem Masser und gieße dann noch etwa einen Eimer lauwarmes Wasser hinzu und wasche die Wäsche in dieser Lösung— hernach warm nachwaschen und mit kaltem Wasser gründlich nachsplllen. N 21 500 Mark. Dollarstand am Donnertag mittag 12 Uhr; Versammlungskalender. Kesselbach. Wahl verein Samstag, den 31. März abends 8 Uhr findet unfere Monatsversammlung im Vereinslokal statt. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Alle Genossen müssen erscheinen. Mitgliedsbiicher sind mitzubringen. Für die Bedräng Zeichnungsliste liegt in der Geschäftsstelle der 0 Die Menschen sind dumm. Im Zwiebelfisch(Hans v. Weber, Verlag, München) lesen wir: Als Stanhopes Vater gestorben war, fand sich im Nachlaß nichts anderes als ein Zettel mit den leidlich lapidaren Worten:„Die Menschen sind dumm! Sei geschefter als ste!“ Stanhope war eigens zur Beerdigung des Alten nach Chicago, gekommen. Die leeren Kassen ernüchterten seinen Jugendrausch sehr. In der Bahn dann quer durch die Staaten fiel ihm der Zettel wieder ein. Er sah nach⸗ denklich auf die Aecker und Farmen und überrechnete so seine arbeits⸗ reiche Zukimft, die er viel lieber als Weltenbummler totgeschlagen hätte.„Süß wird ste nicht sein! Apropos süß! Warum bauen die Leute hier keine Zuckerrüben?“ Stanhope dachte eine Weile recht an⸗ gestrengt nach über die Rübenlosigkeit des Landstriches. Bei der mächsten Station stleg er entschlossen aus. Er kam zu einem Farmer. „He old man! Warum baust du keine Zuckerrilben?“ Der sah ihn etwas mitleidig an.„Hat wenig Sinn! Unrentabel hier!“—„Na, meinetwegen. Aber wenn du welche bautest, würdest du dich ver⸗ pflichten, den ganzen Ertrag an mich zu verkaufen?“ Spleen, dachte der Farmer, aber er war bereit dazu. Man machte einen Vertrag, Mppte einen Whisky, Stanhope zahlte eine Kleinigkeit für die Ab⸗ ng an— und ging zum nächsten Farmer. Er ging tagelang zu alte Farmern an dieser Strecke, machte Verträge, kippte einen Whisky, zahlte eine Kleinigkeit an. Das ging solange, bis seine Gelder zu Ende waren. Später, in San Franzisko, ließ Stanhope seine Abmachungen notariell bestätigen, gründete eine Zuckerrüben⸗ Verwertungsgesellschaft, bracht seine Zahllosen Verträge mit den Farmern als Kapital ein. Es wurden Shares ausgegeben(ieder an⸗ ständige Mensch in diesen verkommenen Zeiten hat zu wissen, was Shares sind!), bei der Börse zugelassen; sie kletterten wie Lerchen fröhlich in die Höhe. Dann verkaufte Stanhope seine Anteile. Er war ein gemachter Mann und wurde Globetrotter. Die Shares wer⸗ den heute noch gehandelt, sind sehr angesehen, niemand wagt, sie fallen zu laffen, Man hat schon Millionen an ihnen verdient. Die Gesellschaft hat einen fabelhaften Geschäftspalast, einen weitver⸗ zweigen Apparat, Sitzungen, Klubsessel, sehr vornehme Aktionäre, die alle samt und sonders höchst ehrenwerte Bürger sind, ein nettes, ten im Ruhrgebiet. Oberhessischen Volkszeitung auf. diskretes Alkohollager usw.... Aber gebaut ist auf der ganzen Strecke noch nicht eine einzige Zuckerrübe. Vom Werdegang der Ruhrkohle. Viele Jahrmillionen liegen zurück seit der Zeit, da die Kohle wuchs. Damals hatte sich im Herzen Mitleleuropas ein gewaltiges Gebirge aufgetürmt, das sich von Böhmen her quer durch Deutschland nach Frankreich und England zog und in der Gegend des Rheinisch⸗ Westfälischen Schiefergebirges in ein weites Becken überging, die sogenannte Vortiefe, die in stetem Sinken begriffen und meist von einem nicht sehr tiefen Meer bedeckt war. Aus den Bergen im Silden bräczten min die Flüsse Geröll und Sand nach diesem Meer, an dessen Boden sich die Stoffe ablagerten. Ging das Sinken langsamer vor sich als die Auffüllung oder sand eine zeitweilige Hebung statt, dann wurden weite Geblete zu Lund, während durch stärkeres Absinken das Meer weiter nach Süden vordrang. Mit dieser Strandverschiebung, die sich Über das jetzige Ruhrgebiet ausbreitete, ging eine Aenderung in der Zusammensetzung der abgelagerten Schichten Hand in Hand, und so erklärt sich dex stete Wechsel zwischen Sandsteinen, Sandschie fern und Tonschiefern sowie die große Mäch⸗ 5705 der Schichten, die eine etwa 3000 Meter starke Schichtenfolge umfassen. An dem Meeresstrand und in den großen Seen, die sich beim Verlanden bildeten, fand die Pflanzenwelt sehr günstige Lebensbe⸗ dingungen, und so entstanden die Steinlohlenwälder, die sich aus merkwürdigen Bäumen mit schuppen⸗ und siegelartigen Narben, aus riesigen Farnen und hohen Cordabäumen zusammensetzten. Diese Moorpflanzen sind in der heutigen Fauna den moosarkigen Kriech⸗ gewächsen verwandt, die man Schlangenmoos nennt, waren aber natlürlich viel gewaltiger. Tierisches Leben scheint in diesen Stein⸗ kohlenwäldern sehr selten gewesen zu sein. Kein Vogel, kein Vier⸗ füßler belebte das düstere Bild; nur ab und zu schwirrten große In⸗ sekten übr die braune Moorflut. Viele Jahrtausende hindurch ragte der Steinkohlenwald gen Himmel, bis Baum auf Baum absterbend in die Fluten sank, auf deren Grunde sich eine immer mächtiger wer⸗ dende Torsschicht, das heutige Flöz, bildete. Ein stärkeres Absinken führte dann gur Verschlittung des Moores durch Sand und Tonschlick, und dieser Vorgang muß teil weise sehr schnell erfolgt sein, da man oft über den Flözen im Sandstein noch Baumstämme an ihrem alten Standort versteinert vorfindet. Ueber den Resten des alten bildete sich dann ein neues Waldmoor, um wie⸗ der vom Meere begraben zu werden und so sind im Ruhrgebset gegen 100 abbauwilrdige Kohlenflöge übereinander gur Ablagerung ge⸗ kommen. Dann aber änderte sich das Bild mit einem Schlage. Die Gebirge drangen von Süden her über das Vorland und verfielen im ewigen Kampfe mit dem Meer der Verwitterung und Zerklüftung. Die verschültteten Torfmoore zersetzten sich, wurden in immer größere Erdtiefen mit höherer Temperatur und stärkerem Drucke gebracht und wurden so immer gasärmer und kohlenstoffrescher, bildeten sich so zu Steinkohlen, deren reinste Form, das Anthrazit, in den tiefsten Schichten augetroffen wird. Die Kohle, die als grünende Pflanze aus der Kohlensäure der Luft unter Bindung von. Sonnenenergie entstand, hat die Sonnenwärme treulich bewahrt und konzentriert und liefert sich nun als Licht, Kraft und Wärme wleder aus, während ste selbst als Kohlensäure in das Luftmeer entweicht, aus dem sie kam. (Aus: Heimatblätter der Roten Erde.) — Der tättowierte König. Der napoleanische Marschall Bernadotte wurde bekanntlich König von Schweden und Norwegen. Als er auf den Tod krank war und einen Aderlaß bekommen sollte, ließ er sich den entschiedenen Vor⸗ stellungen der Aerzte nicht dazu bewegen, einen Arm zu entblößen. Nach seinem Tode fand man auf dem elnen Arme des Königs die Worte:„Liberte, Egalite, Fraternite“(Freiheit, Gleichheit, Brüder⸗ lichkelt) tätowiert. Bernadotte hatte sich diese Worte in den eiten der großen sranzösischen Revolution eintätowieren lassen und schämte sich ihrer, als er Kronprinz und später König von Schweden und Norwegen geworden war.— Glllckliches Deutschland! Kein deutscher Fürst hat sich jemals der Schwärmerei flür Freiheit, Gleschheit und Brüderlichkeit zu schämen brauchen; alle haben stets mit allen Macht⸗ mitteln danach gestrebt, die Garobung jener Worte aus dem Herzen des Volkes auszuätzen. der vom Schöffengericht D 1 Ichördliche Hekuuntmuchungen Bekanntmachung. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk bes Forstern Lotz, Wiesec, Abt. 3, 7, 3a, 10 12 13b, 16a und b, 18, 19b und 20, sollen am Freitag, den 6. April 1923, vorm. 9% Uhr e versteigert werden: 85 150 Rm Buchenscheit 16,4„ Eichenscheit 2„ Fichtenscheit 61,8„ Buchenknfopel 9„ Eichenknüppel „ Fichtenknüppel 2„ Kiefernknüppel 1760 Wellen Buchenreisig 125„ SEichenreisig 480 Aspereisig 550„ Lindereiff 50 Kiefernreisig 10,2 Rm Buchestöckt 4„ Eichestöcke 10,86„ Fichtestöcke Zusammenkunft an der Straße nach Daubringen iu der Nähe des Steinbruchs.. Die Abfuhrscheine find vom 10. April 1923 ab, spätestens jedoch bis zum 17. April 1923 gegen Bar⸗ 1 bei der Stadtkasse, Gartenstr. 2, Eingang von der Südanlate, in Empfang zu nehmen. Gießen, den 28. März 1923. der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Die Reichs getreidestelle hat neuerdings höhere Mahl⸗ löhee für Brotmehl festgesetzt, als von dem Kommu⸗ nalverband in der letzten Mehlpreis berechnung zugrunde gelegt waren. Hierdurch erfahren die Brokmehlpreise eine nicht unwesentliche Erhöhung und werden daher gemäß Beschluß der städtischen Lebensmitlel⸗Deputation vom 28. März 1923 folgende Höchstpreise für auf Broetmaxken abzugebende Backwaren mit Wirkung vom 2. April 1923 festgesetzt: Brot Mk. 790.— für 1900 Gramm Brötchen 50 Weizenbrotmehl„ 205.—„ 500 7 Roggenbrotmehl„ 195.—„ 500 Die Brotmarken Nummer 13 können noch bit ein⸗ schließlich Dienstag, den 3. April 1923 zum alten Preis von den Bäckereien beliefert werden. Beim Kauf von Mehl sind Tüten und Gefäße mit⸗ zubringen, andernfalls der Verkäufer für Stellen von Tüten einen Zuschlag von 5% für jedes Pfund be⸗ rechnen darf. Die Bäcker haben die eingegangenen Marken Mitt⸗ woch, den 4 April 1922, vormittags an das Lebensmittelamt abzuliefern Giehen, den 29. Aprtl 1923. Dor Oberbürgermeister(Lebensensttels int) J. VB. Dr. Seib. Gröss Es ist uns gelungen, infolge der Absatzstockung in den ersten und grössten Schuhfabriken Deutschlands, zusammen mit unserem Hauptgeschäft Frankfurt f ter Schuhverkauf Deutschlands 10000 Paar Schuhe und Stiefel füt Herren, Damen und Kinder in schwarz, braun und weiss unter voller Ausnutzung der Lage zu spottbilligen Preisen einzukaufen. Jeder unserer Kunden und jeder, der es werden will, findet bei uns das passendste und preiswürdigste 8 % Oster- Geschenk e Wir verkaufen mit ganz kleinem Nutzen und lassen alle Vorteile unseres sehr günstigen Einkaufs unserer Kundschaft zukommen. Ganz besondes empfehlen wir noch unsere bekannt billigen weissen Schuhe, die wir wieder in allen Grössen, einfachsten und feinsten Qualitäten hereinbekommen haben. Zehntausende Mark sparen Sie bei jedem Paar Schuhe und Stiefel. Wegen des gewohnt grossen Andranges an den Nachmittagen, bitten wir Sie, die Vormittagsstunden bei uns zu benutzen. Maler S0dubbe tall nallel: bl. 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Direktion der Elektrizitätswerke und Straßenbahn der Stadt Gießen. 1463 Fahrscheinheftchen enthaltend 12 Fahrscheine gültig für je 9 Teilstrecken Fahrscheinheftchen enthaltend 12 Fahrscheine gültig für mehr als 9 Teilstrecken Das Mona sabonnement beträgt Das Monatsabonnement für Kinder, Schüler, und Schülerinnen bis zum vollendeten 14 Lebensjahre beträgt Gießen, den 27. März 1923. Direktion der Elektrizitätswerke und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Stadt. Arbeitsamt Gießen Liebigstraße 16 Telephon 2054 Kostenlose Arbeitsvermittlung und Berufsberatung für 2200 M. 7500 M. 3750 M 1459 1458 0 beiderlei Geschlecht, u. d. auch für Kriegerwaisen und . Kriegsbeschädigtenkinder. Bekanntmachung.„ erg ent ee 0 i) bei hiesugen Acbeltaeber s: Die Fahrpreise der Straßenbahn sind ab 29. März Lehrlinge 2 Friseure, 1 Bäcker, 2 Lackierer, d. J. wie folgt festgesetzt: 2 Einrahmer, 2 Schmiede, 2 Gärtner, 1 Schriftsetzer, rösster Schuhverkauf Giessens . di bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 verheirat. Gärtner für Hofgut, 1 Schmied, 3 Dreher, 1 älterer Bau⸗ schlosser, Maschinenschlosser über 30 Jahre alt. Lehrlinge: 1 Steinmetz, 1 Spengler und In⸗ stadateur. Es suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker. 2 Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hausburschen und Ausläufer, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Schuh⸗ macher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler, 2 landw. Verwalter, Bäcker u. Metzger, 3 Schneider, 1 Kraftfahrer, 1 Buch⸗ binder, Mechaniker, 1 Heizer, 1 Wagner, mehrere Anstreicher, 2 Weißbinder, 1 Konditor, 2 Bautechniker, 1 Maschinenbaupraktikant, 1 Zahntechniker. Lehrlinge: 1 Kaufmann. 2 Autoschlosser, 2 Schlosser, 1 Spengler, 3 Mechaniker, 3 Elektromon⸗ teure, 2 Schuhmacher mit Kost und Wohnung 1 Schreiner desgl., 1 Schneider. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls eutgegen⸗ genommen. Weibliche Abteilung: 2s können eingestellt werden: a) bel biesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und ⸗mädchen für einzelne Tage, tüchtige Allein ⸗ mädchen, 1 einfache Stütze, mehrere Waschfrauen. b) bei auswärtigen Arbeitgebern: 5 landwirtschaftliche Dienstmädchen, Dienstmädchen, Hausmädchen, Zimmermädchen, lleinmädchen, eine Stütze, 1 Hotelköchin, 1 Küchenmädche n. Es suchen Arbeit: 1 Büglerin, Kontoristinnen. 1 Flickerin, drei Verkäuferinnen, 1 Haushälterin, einige Lauffrauen, auch für Nachmittags beschäftigung, Mädchen für tags⸗ über, Fabrikarbeiterinnen, 1 Waschfrau, 1 Schneiderinnen⸗ lehrmädchen, 3 Bürolehrmädchen, eine Gutshaushälterin. Die Berufsberatung und Arbeits⸗Vermittlung für Musiker findet Dienstag, Donnerstag und Samstag von 10—12 Uhr statt.. Jabersloft ral kommt aicht in Inre Wäsche, wenn Sie mit dem sauerstoffreien Seifenpulver 2 Für eine Fahrt bis zu 9 Teilstrecken 150 M. 1 Maler und Weißbinder, 1 Glaser, 2 Buchbinder, Jüt cue Fahlt von mehr als 9 Teilstiecken 00 M. 1 Spenster und Justaslaleure. 2 Kelluck. Schneekönig waschen. 151 1