N 4 ö ——— ͤ— Ober Fedaktion: bieze Bahuhofftraße 23 2 2 6 che Volkszeitung Organ für die Iunteressen des werktätigen Volkes ga — der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Grpedition: Gießen Bahuhoffraße 23 Fernsprecher 2005. a. Sie sdoerb. Veitsgeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Der Angeigenyreis beträgt für die Milli ile(85 i ;....,, ß,, 1 f—. 9500.—. Nek. rlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gi.— Mk. 5 fträ i i en ö N f Durch die Post bezog. 5500. ek. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 220.— ek Druck: 19752 Sffendaczer Aenpllatt 5 K 1 0. Offenbach a. N. der Rabat e en e Ii gen 75 1 Nr. 147 15 5 1 ö 1 Gießen, Samstag, den 30. Juni 1923 18. Jahrgang N 8 a— Die Brotver ö i 1 orgung. Der Herr Cuno spricht! r 1 ö 1 5 505 4 5 5 g. 5 2 1 Der Keichstag hat das Gesetz über die Sicherung der Brotversorgung im kommenden Wirtschaftsjahr verab- schiedet. Dieses Gesetz war die a0 een 1 des Beschlusses der bürgerlichen Parteien vom April dieses 6 Jahres, die Getreideumlage aufzuheben. Die Sozialdemo⸗ f kratie hat damals gegen diesen Antrag gestimmt. An dieser 1 Haltung wird auch durch ihre jetzige Zustimmung zu dem 1 neuen Gesetz über die Sicherung der Brotversorgung nichts nig 1 5 geändert. Für die freie Wirtschaft mit Getreide ö 5. ist im afl 1 Reichstage eine sichere Mehrheit vorhanden. Jetzt ee I es sich aber überhaupt nur darum, die durch die Aufhebung N der öffentlichen Brotversorgung und des Steigens der Brot⸗ n Id. preise in schwere Bedrängnis geratenden Volkskreise vor 1 den Gefahren der„freien“ Wirtschaft zu schützen. Auch die . bürgerlichen Parteien konnten sich dieser Pflicht nicht ent⸗ kisen gehen. Sie waren gebunden durch die öffentliche Meinung, uten ö die einen solchen Schutz verlangt, und durch die Ent⸗ ten.] ö schließung, die sie selbst seinerzeit angenommen hatten. In cht! dieser Entschließung war erklärt worden, daß eine Ver⸗ ten C billigung des Brotes für Minderbemittelte, zu denen auf 2 jeden Fall die breite Masse der Sozialrentner, Kriegsopfer, igen Kleinrentner, Erwerbslosen. Armengeldempfänger und der 1 Kinderreichen zu rechnen ist, unter Deckung der erforderlichen him Mittel durch Belastung des Besitzes im weitesten Umfange 1 zu bewirken sei. Der Ausführung dieses Beschlusses und der elung“ wirtschaftlichen Sicherung der Brotversorgung galt deshalb Ursprünglich war beabsichtigt, die Brotversorgung durch die Aufbringung einer Reserve bis zu 3½ Millionen Tonnen zu sichern. Davon sollten mindestens 1½ Millionen Tonnen Inlandsgetreide zu freien Marktpreisen angekauft werden. ü Gegen diese Regelung hatte die Sozialdemokratie von An⸗ fang an große Bedenken. Da die freie Wirtschaft grund⸗ N sätzlich beschlossen war, bedeutete die von der Regierung — beabsichtigte Schaffung einer sehr großen Reserve 1. die Aufbürdung eines gewaltigen Risikos auf das Reich, 2. die Belastung des Reiches mit den sehr hohen Verwaltungs- N kosten, und 3. die Gefahr starker Steigerung der Getreide- preise durch den Kauf großer Mengen von der Regierung. 6 3 ö der Gesetzentwurf. 211 5 Die Sozialdemokratie verlangte deshalb die Erwerbung 5 euen egeben. Die Kommunisten gebärdeten sich 5 ben 0 freiwillige Regierungspartei. 0 Ihre Anträge sahen zum allergrößten Teil die ee ee der 11 gierungsvorlage vor, obwohl damit keine Ver a Fondern eine wesentliche Verschlechterung des Gesetzes ver⸗ bunden gewesen wäre. Zu solcher Stellung kommt 15 eben immer, wenn man nur aus Unkenntnis und Agi⸗ tationsbedürfnis handelt. il des Gesetzes regelt die Auf⸗ 0 ttel zur Verbilligung 1 i a 4 8 den wichtigeren für di ürftigen. Er enthält deshalb ige des Hier hat es langer und e Auseinandersetzungen bedurft, 2 1 5 e 1 kommen, das den Forderungen der ee eit daß sie ihm zustimmen konnte. J Fee hatten wir zwar 11 1 e rk 1s für Getreide in der zweiten des N 5 ares entsprach, so war die Umlage keinerlei ider einer Reserve bis zu einer Million Tonnen ausländi⸗ elde schen Getreides, da diese Menge voll ausreicht, um asche zeitliche und örtliche Notstände in der Brotversorgung und den Versuch der Preistreiberei zu bekämpfen. Es wurde 66 beschlossen, daß das Reich zur Sicherstellung der Versorgung abe l eine Million Tonnen Brotgetreide zu erwerben hat. Zwar 1 ist damit nicht gesetzlich festgelegt, daß die Reserve nur aus ig. Auslandsgetreide zu bestehen hat, doch dürfte das wahr⸗ aur 1 scheinlich geschehen, weil das Inlandsgetreide zur Ver⸗ N sorgung nicht ausreicht und naturgemäß jede Regierung lar ein Interesse daran hat, unberechtigte Preissteigerungen Jandl g auf dem Inlandsmarkt zu vermeiden. Ebenso darf ange⸗ ar 0 nommen werden, daß jede Regierung unter dem Druck der öffentlichen Meinung gezwungen sein wird, den Versuch zeck der spekulativen Preistreiberei durch das Einsetzen der 5 Reserve zu bekämpfen. Ferner ist bestimmt worden, daß 2* die öffentliche Vrotversorgung bis zum 15. September, statt 7 15. August, fortdauert und daß die Reichsregierung mit Seck Ziustimmung des Reichsrates in der Lage ist, sie ganz oder 8 teilweise bis zum 15. Oktober fortzusetzen Damit ist, so⸗ 3 weit das bei freier Wirtschaft überhaupt möglich ist. Sicher⸗ I. S4, g heit gegen das Entstehen von Gefahren für die Brotper⸗ aal sorgung während der Uebergangszeit von der olten zur 1 Der zweite f bringung der Mi 5 1 5 10 f ndwirtschaft. Dafür aber eine um ans für die Reichskasse. Sie hat viele hundert Schlachtplan mit Artilleriefeuer gegen Pazisisten und Sozialisten. Wandervö el, Turnvereine, Reichswehr gegen die Republik. Gegen Dynamit und Revolver. Der Rheinische Provinziallandtag, der in Barmen tagt, beendete seine Donnerstagssitzung mit einer großen Kund⸗ gebung, in der der Wille der rheinischen Bevölkerung zum Ausdruck kam. In dieser Kundgebung erklärten sich sämt⸗ liche Parteien mit Einschluß der Kommunisten für das Ver⸗ bleiben der Rheinlande bei der deutschen Republik und bei Preußen. Die Tagung stand stark unter dem Eindruck der letzten Willkürmaßnahmen der Franzosen. Zugleich wandte sich auch der Provinziallandtag gegen den soge⸗ nannten aktiven Widerstand mit Revolver und Dynamit g Die bürgerlichen Parteien mit Einschluß der Sozial⸗ demcekratie nahmen eine Entschließung an, in der es über den passiven Widerstand heißt: 1 „Die Welt wird erst zum Frieden kommen, wenn Friede und Freiheit einkehren am deutschen Rhein. Unsere Abwehr, der passive Widerstand, ist aus dem Volke geboren und lebt in den Massen. Die Rheinländer wer⸗ den diese unsere einzige Waffe nicht niederlegen, bis Recht und Freiheit der deutschen Rheinländer gesichert sind. Darin wissen wir uns einig mit unseren Volks⸗ genossen in Westfalen, in Baden, in Hessen, in der Pfalz. Eine rheinische Frage gibt es für das rheinische Volk nicht.“— Die Erklärung der Kommunisten stimmt inhalt⸗ lich mit den Erklärungen der bürgerlichen Parteien und der Sozialdemokratischen Partei überein. Die kom⸗ munistische Resolution spricht aber dem Reichskanzler das schärfste Mißtrauen aus, weil das rheinische Proletariat nicht an den Widerstandswillen der bürgerlichen Re⸗ gierung Cuno glaube,. Oberbürgermeister Jarres⸗Duisburg führte zu den Resolutionen der Parteien aus, daß, wenn die Regierung in Berlin den Wunsch haben sollte, was er für ausgeschlossen halte, den Widerstand vorzeitig aufzuheben, die rheinischen Massen einer solchen Weisung nicht folgen können. Diese Erklarung erfolgte im Namen sämtlicher Parteien.— Hierauf ergriff 0 Reichskanzler Cuno f das Wort zu einer Rede, die wesentlich besser klingt als die in Königsberg. Ueber die Rheinlandfrage führte er aus, daß keine irgendwie verschleierte Form von Annexion, mag sie internationale Gendarmerie oder neutrale Oberaufsicht heißen, diskutabel ist. Hier wurde die Rede von einem all⸗ gemeinen Bravo und Zustimmung unterbrochen. Es kam zu einer langen Ovation. Der Reichskanzler fuhr dann fort: Ich wiederhole, ö es gibt keine Rheinlandfrage für die deutsche Regierung. 0 Er ging dann auf die Vorwürfe ein, daß die Regierung in Bezug auf die Verhandlungsfrage nicht genügend aktiv sei und erklärte, die Bemühungen. um zu einem Ergebnis zu kommen, ruhen keinen Tag; das werden die Akten später beweisen. 0 Der Wille der Regierung zu Verhandlungsbereitschaft wie zur Erfüllung der Reparationsverpflichtungen be⸗ stehe nach wie vor. In diesem Zusammenhang be- kannte sich Cuno zu dem Briefe des Papstes. Das erste Mal seit seiner Regierungstätigkeit kam er dann auf die Sabotageakte und die Versuche, den passiven Widerstand durch den aktiven Widerstand zu ersetzen, zu sprechen. Be⸗ denken Sie, so führte er aus, daß Unbesonnenheiten irgendwelcher Art eine Lösung des Konfliktes Milliarden Mark für die Brotverbilligung hergeben müssen, die bei den jetzigen deutschen Steuerverhältnissen von denen aufgebracht wurden, die das Markenbrot zu einem billigeren Preise erhielten. Die angebliche Verbilligung war also gar keine. Was dem Lohn- und Gehaltsempfänger durch billigeres Brot an Ausgaben erspart wurde, das wurde ihm durch die Inflationssteuer in vielfacher Höhe genommen. Einer der größten Vorzüge des neuen Gesetzes ist deshalb darin zu erblicken, daß Reichsmittel für Brotverbilligungs⸗ zwecke künftig nicht mehr erforderlich werden. Alle Be⸗ träge, die für diesen Zweck beansprucht werden, müssen durch Belastung des Besitzes aufgebracht werden. Zu dem Prinzip der Besitzbelastung hatten sich die bürgerlichen Partejen bereits verpflichten müssen bei der Aufhebung der Getreideumlage. Es war unverkennbar, daß Bestrebungen im Gange waren, sich nun ihm, wo es der Verwirklichung dieses Beschlusses nahe ging, zu entziehen. Die Sozioldemokratie hat das verhindert. Unermüdlich haben ihre Vertreter darauf hingewiesen, daß es die Not⸗ lage der hilflosesten Kreise unserer Bevölkerung zu steuern gilt und daß nur bei restloser Einlösung des Versprechens die Sozialdemokratie diesem Gesetz ihre Zustimmung geben kann. Es kam schließlich zu einer Einigung aller bürger⸗ lichen Parteien mit der Sozialdemokratie auf folgender Grundlage: 1 Von den Vermögen, die der Zwangsanleihe unterliegen, wird als einmalige Abgabe das Sechs- fache der Zwangsanleihe erhoben. Nur Besitzer fest verzinslicher Werte usw. sind ausgenommen. Die Ab⸗ gabe ist je zur Hälfte am 1. Aug. 1923 und am 2. Jannar 1924 fällig. Sie wird um den Betrag erhöht, um den der Roggenpreis von 120 000 Mk. für den Zentner in der Zeit vom 1. bis 15. Juli beziehungsweise vom 1. bis 15. Dezember sich erhöht. Für vershätete Zahlung werden Verzugszinsen von 1s beziehungsweise 30 Prozent pro Monat erhoben. f Zum ersten Male ist also eine Reichssteuer wertbe⸗ ständig gemocht worden. Dadurch ist der Gefahr vorge⸗ beugt die seinerzeit die Zwangsanleihe völlig entwertet hat. Es ist aber ferner bestimmt worden, daß für den Fall unvorhergesehenen Anwachsens der Zahl der Bedürf— tigen die erzielten Mittel nicht ausreschen, die Aufbringung weiterer Mittel erneut durch die Belastung des Besitzes durch Gesetz zu regeln ist. Die Sozialdemokratie hatte zwar ursprünglich die zehnfache Zwangsanleihe verlangt. Keine der bürger⸗ 1 lichen Parteien war aber dafür zu haben. Die Deutsch. nationalen, die Deutsche und die Bayerische Volkspartei und die Demokraten wollten das Dreifache und außerdem den Gesamtbetrag auf 1200 Milliarden begrenzen. Das Zen⸗ trum wollte das Vierfache erheben. Was endgültig be⸗ schlossen wurde, geht weit über die ursprünglichen Zuge⸗ ständnisse aller bürgerlichen Parteien hinaus. Es wird im Gesamtbetrage etwa 1800 Milliarden Mark ergeben; falls die Geldentwertung aber fortschreitet, im entsprechenden Maße mehr. Diese Wertbeständigkeit der Abgabe erleichterte deshalb der Sozialdemokratie die Forderung nach zehn⸗ facher Abgabe in einer Zahlung. Gewiß ist es auffällig, daß bei der bekannten Steuerscheu der bürgerlichen Parteien diese Regelung die Zustimmung aller bürgerlichen Parteien gefunden hat. Aber die Erklärung dafür ist nicht allzu schwer. Ste liegt in drei Tatsachen: J. Ist die aufzubringende Summe mäßig im Verhältnis zu der ursprünglichen Last der Zwangsanleihe in Höhe von einer Milliarde Goldmark. b 2. Konnten die bürgerlichen Parteien ihrer sonstigen Ab⸗ neigung gegen Besitzbelastung nicht freien Spielraum lassen, weil es sich um das Schjcksal der Opfer des Krieges und der Geldentwertung handelt die zum Teil im Lager der bürger⸗ lichen Parteien stehen; 3. aber waren die bürgerlichen Parteien nicht frei in ihrer Entschließung, weil es zwischen 2 Zentrum und Sozialdemokratie bereits bei den Ausschuß⸗ beratungen zu einer Verständigung gekommen war, die den g andern bürgerlichen Parteien die Freiheit ihrer Ent⸗ schließung nahnt. g Es ist deshalb ein Schlag gegen die Arbeiterklasse, wenn ö die Kommunisten die Haltung der Sozialdemokratie wie f üblich als Verrat bekämpfen. Demgegenüber sei festgestellt, daß die Kommunisten im Ausschuß nur die vierkache Ab⸗ gabe beantragten, als die Sozialdemokratie bereits das Zehnfache beantragt hatte. Diese Tatsache allein beweist schon, wi e schamlos gelogen es ist, wenn die kommunisti⸗ 1 schen Zeitungen in den letzten Tagen der Sozialdemo⸗ 5 kratie vorwerfen, sie habe dem Brotwurcher freie Bahn ge⸗ schafsen, und damit ihre üblichen phrasenhaften Forde⸗ 5 rungen zu begründen versucht Aus den vorstehenden sach⸗ lichen Darlegungen ergibt sich jedenfalls das eine, daß die Sozjoldemokratie im Reichstag praktisch und nicht ohne Er⸗ folg bemüht war, einen Schutz für die hilflosen Kreise der Bevölkerung gegenüber der freien Brotwirtschaft aufzurichten, wahrend die Kommunisten wieder einmal nur leeres Stroh gedroschen haben. nicht bringen werden. Wir müssen im Rahmen des passiven Widerstandes bleiben, diese Waffe des Geistes, die einzige, die wir haben, anwenden, bis es zum toten Ende kommt. Alles, was die Staatsautorität gefährdet, alles, was Parteihader und Zwistigkeit in das Volk hineinge⸗ fragen habe, muß hinter die eine großse Frage zurücktreten: Wie rette ich mein Vaterland? Wir können jetzt keine Parteipläne mit Dynamit und Revolver durchführen. Dazu ist es jetzt nicht an der Zeit. Eine rüiickhaltlose Billigung der Politik des preußischen Innenministers gegen die Landesverräter ließ Cuno aber auch diesmal vermissen. Scheinbar ist er sich nicht bewußt, daß Moralpredigten an die Abenteurer der Deuischvölkischen Partei nichts nutzen. sondern diese Gesellschaft nur durch Stratmaßnahmen kuriert werden kann. Wo blieb eine ent⸗ sprechende Androhung? Protest der Pfalz. Landau, 29. Juni,(Eig. Drahtb.) Die Regierung der Pfalz wendet sich erneut gegen den Versuch, den„aktiven Widerstand“ an Stelle der passiven Resistenz zu setzen. In einem neuen Aufruf an die Be⸗ völkerung sagt sie wörtlich: Solche Störungen(Dynamit⸗ atetnutate) verdrängen die Linie des passiven Widerstandes, bringen ihm keinen Nutzen und führen nur unabsehbares Unheil für die Unbeteiligten herbei.“ — Putschpläne in Hamburg. Hamburg, 28. Juni.(Eig. Drahtb.) In der letzten Sitzung der Hamburger Bürgerschaft machte der Stadbemokmteiscg Abgeordnete Ehrenteit Enthüllungen über einen gut vorbereiteten Anschlag gegen die Republik, dessen fein gesponnene Fäden durch die Aufmerksamkeit der Polizei⸗ behbrgle zerrissen worden sind. Aus dem Material ergibt sich, daß seit 1919 in Groß⸗Hamburg auf Veranlassung des Stabes des Wehrkreiskommandos in Schwerin eine Nachrichtenstelle existiert. Weder die hamburgische, noch die preußische Regierung waren von der Existenz dieser Nachrichtenstelle unterrichtet. Auch die Regierung Wirth wußte nichts darüber. Diese Nachrichtenstelle hat bereits beim Kapp⸗Putsch bei der Vorbereitung und Durch⸗ führung ihre Hand im Spiele gehabt. Auch davon wußte weder die Hamburger noch die preußische Regierung, noch die vorherige Reichs⸗ regierung. Diese Nachrichtenstelle, die 5 aus privaten Mitteln unterhalten wird, befaßt sich noch heute mit der Ueberwachung von Versammlungen und Personen der links von den Deutschngtionalen stehenden Parteien. Zur Aufgabe der Nachrichteastelle gehörte, das Reichswehrkommando über interne Vorgänge innerhalb der Re⸗ gierungs parteien, über die Parteiführer und ihre Gewohnheiten zu unterrichten. Zu diesem Zwecke waren — 20 besoldete Agenten 5 in Hamburg⸗Altona tätig. Diese hatten die Mitgliedschaft in den einzelnen Parteien zu erwerben und zu versuchen, auch an vertrau⸗ lichen Zusammenkünften teilzunehmen und das Wehrkreiskommando davon zu unterrichten. Der Nachrichtenstelle ist weiter ein i 1 eigener Erkennungsdienst angegliedert, dem die Aufgabe zugewiesen ist, die„Haupthetzer“ zu siberwachen und Tatsachen und Ansprachen zu sammeln, die als Un⸗ terlagen für eine spätere Inhaftierung dienen könnten. Ferner sollten Personen ausfindig gemacht werden, die später als Zeugen gegen die„Haupthetzer“ guftreten würden. Nach einem streng geheimen Bericht an das Wehrkreiskommando hat vor einiger Zeit eine Besprechung über die Organisation des Nachrichtendienstes in Norddeutschland im Hamburger Hotel„Atlantic“ stattgefunden. Es wurde verlangt, den preußischen Staatskommissar zur Aufrecht⸗ erhaltung der Ordnung nach Möglichkeit von dem Nachrichtendienst auszuschalten. Der Verbindungsmann des Wehrkreiskommandos, Oherstleutnant von Brederlow⸗Altona, riet aber von der Ausschal⸗ ö ab, weil der Staatskommissar dann die„ A Die Verhandlungen gehen weiter. Baldwin für eine schnelle Regelung. Brüssel, 29. Juni.(Eig. Drahtb.) Die Regierungs⸗ krise in Belgien wird in Kürze ihre Lösung erfahren, nach⸗ dem Theunis gestern von der Rechten und den Liberalen das Vertrauen zugesagt wurde. Diese Wendung wurde durch ein Kompromiß der Klerikalen und Liberalen in den Fragen der Genter Universität und 14monatigen Dienstzeit ermöglicht. Theunis hat deshalb auch gestern dem König erklärt, daß er den Auftrag zur Kabinettsbildung annehme. Nunmehr werden die Verhandlungen über die Lösung der Ruhrfrage wieder in Fluß kommen. Der englische Ministerpräsident Baldwin legt nach einer Darstellung, die er gestern im Kabinettsrat gab, großen Wert auf eine schnelle Regelung, zu der er an sich schon von der Opposition dauernd gedrängt wird. Frankreich ist zu Zugeständnissen bereit, aber nicht derart, daß sie zu einer vernünftigen Regelung führen könnten. Neuerdings nimmt die Pariser Presse auch gegen das Schreiben des Papstes über die Ruhrfrage Stellung, das der Temps jetzt vollständig ablehnt. Die Vernunft läßt lange auf sich warten in Frankreich, trotzdem Poincarés Ruhrpolitik das Land 500 600 Franken täglich kosten soll. Die Pariser Presse und der Schritt des Papstes Die Presse beschäftigt sich weiterhin mit dem Brief des Papstes und trotz der neuen Auslegungen des Heiligen Stuhles, die im Observatore Romano erschtenen sind, herrscht mit der Haltung des Heiligen Stuhles allgemeine Unzufriedenheit. Es ist dieses eine Art und Weise, schreibt der Petit Parisen, die dafür sorgen wird, daß die Fragen nicht leichter zu einer Lösung gebraucht werden. Diese Art und Weise wird zweifellos Deutschland gefallen, wo man in diesem Brief einen neuen Grund sehen wird, zu lapieren, auszuweichen und Widerstand zu leisten. Wir wollen nicht hoffen, daß der Papst ein derartiges Resultat wünscht. Zahlreich sind im übrigen die Kommentare, die feststellen, daß die Haltung des Heiligen Stuhles wesentlich von der Englands und Italsens abweicht. Insbesondere die Meldungen der französischen Presse aus Rom, die über die Auffassung in Italien berichten, nehmen diesen Standpunkt ein. 0 Hervs in der Victoire spricht von dem päpstlichen Irrtum Die Presse der Linken stellt sich mehr oder weniger offen auf die Seite der päpstlichen Ausführungen. Das Oeuvre überschreibt seinen Leitartikel:„Eine Offenstve des Papstes gegen Herrn Poincars“. Das Blatt führt aus: Schon drohe die Regierung dem Vatikan, man werde die Rückwirkungen der Haltung des Vatikans in den Beziehungen zwischen Paris und dem Heiligen Stuhl zu sühten bekommen. Wir, lo fährt das Blatt fert, die weder f Beziehungen beim Vatikan noch b Politik des Herrn Po eintreten, wir stellen einfach fest, eine Offensipe in der g Welt gegen die Politik Poincarés unternommen worden Eine zweite Niederlage Poincarés im Seng Nach der Niederlage in Sachen Cachin und Genossen vor Senat 1 15 Pee in einer militaristischen Rüstungsa legenheit eine zweite Schlappe erlitten. Wie wir dei Brüsseler Peuple entnehmen, wurde bei Veratung des Budge riegsministeriums der von der Regferung geforderte Kredit 235 Millionen Franken für die Verwaltung der Armee in ie abgelehnt. Der Senat einem Ausschußantrag zu, der 15 Millionen Franken von der gierungsforderung streicht. f Es ist besonders erfreulich. wenn im waffenstarrenden Fr reich gerade eine Militärvorlage erheblich reduziert wird geg Regierung. 8 0 Genug der Toten! Räumt das Ruhrgebiet! Unter der Ueberschrift:„Vier Deutsche getötet, drei ne mit 177 gegen 115 Stimmen Wiederhestellungsarbeiten für die Monarchie erschweren könne. Aus dem vorliegenden Material ergibt sich, daß auch Beamten von Behörden mit diesem illegalen Nachrich⸗ tendienst zusammenarbeiten, 8 g die Herstellung der Monarchie geplant ist, daß führende Militärs aus Schwerin und Stettin ö ö Träger dieser Bewegung sind, alle Parteien mit Ausnahme der Deutschnationalen, bespitzelt und Mittel der Republik für die antirepublikanische Propaganda benutzt werden. Im Wehrkreiskommando Stettin sind die. Bestrebungen vorhanden wie beim Schweriner Kommando. Da sich die leitenden Personen der beiden Kommandos aber scheinbar unter⸗ einander nicht trauen, hat das Stettiner Kommando in Hamburg einen besonderen Vertrauensmann namens Niemann, der dem Stet⸗ tiner Kommando Informationen liefert. 5 Ein gewisser Hans Kreuzfeld erwarb die Mitgliedschaft in der SPD. und im Metallarbeiterverband und versuchte, im Auftrage Von einem Hamburger Ko summen zur Verfügung gestellt, u. a. von Die seinsten Damen⸗ blusen, Spitzen, Wollsachen, Florstrümpfe usw, werden Plaue en Age. ape ste un 13 quemste Weise bei vollfommenster Schonung nicht nun. chemisch cer J sondern sie erhalten auch wieder ein prachtvolles frisches Aussehen und neuen Griff. Ehemisch⸗reinige nur mit Heitmann's Reformia. —— Der verlorene Sohn. Roman von Hall Caine. 20 Und darauf kam der Rechtsanwalt mit einem großen Bündel Papiere herein und legte sie auf den Tisch. „Ha, ha!“ lachte der Rektor.„Eines reichen Mannes Kind bedarf einer sorgfaltigen Taufe, wie es scheint!“ g„Sie haben Recht, Rektor, und es hat meinem Schreiber den ganzen Tag gelostet, den Kontrakt abzuschreiben, aber das war es nicht, was mich so verzögerte— diese waren es.“ „Die Ringe!“ riesen die älteren Damen, als der Rechts⸗ anwalt ein kleines Plüschetui aus der Tasche zog. „Ja, Sie werden sich erinnern, daß gestern morgen, als die Ringe bestellt werden sollten, Magnus nirgends zu finden war, und ich sie selber bestellen mußte. Gut, ich glaubte nun genügend eingehend in meiner Anweisung ge— wesen zu sein; wie Sie aber wissen, geht das Gerücht in der Stadt herum, daß es Oskar und nicht Magnus ist, der Thora heiraten wird— kein Mensch glaubt es anders— und was muß nun der Olaf, der Goldschmied doch wohl tun als„Oskar“ in einen der Ringe hineingravieren!“ „Nicht möglich!“ sagte Oskar und versuchte in das allge⸗ meine Lachen einzustimmen. Wa, ganz gewiß, und da das Mißverständnis erst im letzten Moment entdeckt wurde, konnte ich nichts anderes mehr tun als, wie Sie sehen, den Namen„Oskar“ aus⸗ kratzen zu lassen— ihn durch„Magnus“ zu ersetzen, war es indes zu spat.“ „Wo nur Magnus bleiben mag?“ sagter der Gouver— neur, unruhig ans Fenster tretend. „Sorge Dich nicht um Magnus, Stephen,“ sagte Anna, „der wird meinem seligen Vater täglich ähnlicher, und wenn der versprochen hatte, zu einer bestimmten Stunde irgendwo zu sein, war er auf die Minute da. und wenn es ihm auch ein paar Ponys hätte kosten sollen, zur Stelle zu gelangen.“ Die Domuhr schlug fünf, und wirklich, ehe der Schall des letzten Klanges erklungen war, trat Magnus in die Stube. Er sah vernachlässigt und fast unsauber in seiner Joppe und seinen hohen Stiefeln aus und war der einzige im Zimmer, der es nicht der Mühe wert gehalten hatte, sich für die Gelegenheit umzukleiden. Des Gouverneurs Antlitz verfinsterte sich bei seinem Anblick und der Faktor sagte ge⸗ kränkten Tones: „Nun laßt uns keine Zeit verlieren und ans Werk gehen, mich hat schon die ganze letzte halbe Stunde nach einer Pfeife verlangt.“ Der Rechtsanwalt öffnete sein Portfolio und die Ver⸗ e scharten sich um den Tisch, als Tante Margret ausrief: „Magnus, gibst Du dies zu? Hier Thoras Seite.“ 12 5 „Laß ihn ruhig,“ sagte Magnus.„dieser Platz ist gut genug für mich,“ und er setzte sich neben seine Mutter auf einen niedrigen Stuhl. 6 „Nun also,“ sagte der Faktor,„laßt den, der die beste Stimme hat, den Rundgesang beginnen.“ „Dann muß es der Rechtsanwalt sein,“ sagte der Rektor,„denn jedes Rechtsanwalts Stimme ist silberrein, wenigstens gibt er sie dafür aus.“ 5 Und bann öffnete der Rechtsanwalt unter allgemeinem Gelächter den Heiratskontrakt und begann ihn vorzulesen. Elftes Kapitel. Die Versammelten horchten gespannt, und am Ende jeder Klausel sagte der Gouverneur, die mit aufgestützten Ellenbogen und in der Hand ruhenden Kopf dasaß:„Gut! Sehr gut! Großmütig! Aeußerst großmütig!“ Als der Rechtsanwalt geendet hatte, lehnten die übrigen alten Leute sich mit einem tiefen Seufzer der Befriedigung in ihre Stühle zurück. Der Gouverneur aber stand auf, schritt zum Faktor hinüber und sagte, ihm die Hände schüttelnd: 5 „Ganz wie Du, alter Freund!“ Der Faktor war über den Eindruck, den das Dokument hervorgerufen hatte, äußerst befriedigt und wurde vergnügt und fast humoristisch. Die Art und Weise eines Auktio⸗ nators nachahmend, rief er:„Bietet jemand höher? Dann zum ersten, zum zweiten— und zum—“ „Halt!“ sagt der Gouverneur.„Sollten wir nicht lieber die jungen Leute selbst um ihre Meinung fragen? Schließlich betrifft sie die Sache doch am nächsten, und 2 55 eine Kuh selten stößt, wenn man ihr Klee zu⸗ rägt—“ Ein allgemeines Kichern und Kopfnicken und ver⸗ schiedene gemurmelte Erwiderungen wie:„stimmt!“,„nur der Form wegen!“ folgten dieser Bemerkung. „Gut also, Thora, was hast Du zu sagen?“ fragte der Faktor, eine entzückte Zustimmungsäußerung erwartend; Thora jedoch antwortete nur ganz schüchtern: „Ich weiß nicht. Solltest Du nicht lieber Magnus erst fragen?“ i „Gewiß, mein Kind— selbstverständlich Magnus zu⸗ Was sagst Du also, Magnus? Irgendwelche Ein⸗ sitzt Oskar an Evyst, wände zu machen? Kleine Verbesserungen? Wie gefäl Dir der Kontrakt?“ 5 Zum Erstaunen der älteren Leute trat eine verle Pause ein, und dann folgte eine große Ueberrasch Magnus, der mit gesenktem Kopfe dagesessen hatte, ein bleiches und streng gespanntes Gesicht und antwor „Mir gefällt der Kontrakt durchaus nicht, Faktor, ich kann ihn nicht unterschreiben.“ 1 sicher, ob f Die älteren Leute waren sich nicht ganz recht gehört, und wechselten verwunderte Blicke, wü Thora und Oskar, die sich die Sache teilweise e n konnten, atemlos dasaßen. Der Faktor war der erste, der seine Fassung wieder errang und sagte in einem halb weg⸗ werfenden Ton: „Stehen die Sachen so! Ich dachte, ich verstände etwas auf derartige Angelegenheiten, wenn Du glaubst, einen besseren Kontrakt aufsetzen zu kö Magnus—“ g 5 Hier fiel der Gouverneur dem Faktor in die Rede sagte besänftigend:„Irgend eine Kleinigkeit, ohne Zweife zegen welchen Punkt hast Du Einwendungen zu erhebe mein Sohn?“ Ein Moment gespannter Pause folgte wieder, und sagte Magnus barschen Tones: 5 „Dieser Kontrakt verpflichtet mich, mein ganzes in Island zu verbringen— das ist Sklaverei und ich! werfe mich ihr nicht.“. „Aber, mein lieber Magnus,“ sagte Anna,„durchsch Du denn den Grund nicht? Thora ist in der Beziehun Jaktors einzige Tochter— sein einziges Kind— und sie ihn verläßt, wer ist da, ihn aufzuheitern und ih gemütliches Heim zu bereiten? Nimm Vernur Magnus!“ ö „Sollten wir nicht lieber den jungen Mann zu Ende reden lassen, Anna, er mag noch andere Einwendungen haben. Wie?“ sagte der Faktor. 5 5 „Ja,“ erwiderte Magnus.„Diesem Kontrakt trete sch durch meine Heirat mit Thora als Teilhaber das Geschäft ein, aber nur mit einem Viertel Anteil. Tei haberschaft ist Teilhaberschaft, und wo zwei Teilhab sollte es halb und halb gehen— mir kommt die Die Anwesenden lauschten bestürzt, und der gann zu lachen.„Weshalb nicht?“ sagte er zynischen „In schlechtem Wetter wird alles zu Heu gemacht so wie ich um einen Schwiegersohn verlegen ist nicht an Kleiniakeiten stoßen.“ a a (Jortsetzung folgt.) 2 f Woermann⸗Linie, Müller. ö In einer Denkschrift, die von dem Hamburger Verbindungsma am 25. März nach Stettin gesandt wurde, ist 155 Plan r. militärischen Besetzung Hambur N enthalten, Vehring, der Vorsitzende 75 Pa der Nieder⸗ den 1 wird als der Mann bezeichnet, bei dem alle Fäden zu⸗ h sammenlaufen. Die Vororte Barmbeck, Hammerbroock und die nörd⸗ N lichen Vororte Hamburgs sollen, um größere Unruhen im Keim zu en ersticken, vor dem Einmarsch der Truppen N mit Artillersefeuer belegt N W werden. Aus dem Material ergibt sich weiter, daß der Leiter der 1»technischen Nothilfe“ Bayer, mit der illegalen Nachrichtenstelle u n i 111 7 t 1 eng daten ee auch als zuverlässig bezeichnet f d. a 1 0 res or a. D. Hellfritz ist im Mat U ein umfangreicher Schlach ö angre htplan gegen den inneren Fe 15 ö O das sind die Pazifisten und die Sozialisten e N Aus diesem Plan ergißt sich, daß Verbindung besteht zwischen dem n„Bund der Niederdeutschen“ f 1„BI ö und ben deutschnationalen Wander⸗ 1 vögeln, den deutschnationalen e e e dem„Vismarc⸗ tbiel N Bund“. Besondere Aufmerksamkeit ist der f 5 g f Beseitigung der Führer des roten Widerstandes ö 1 gewidmet. Es heißt da wieder in der Denkschrift:„Je rücksichtsloser K Ie die Gewalt angewandt wird, desto schneller geht es. Mit Aufrührern 1 1 wird nicht unterhandelt“ Den Unterführern dieser Bewegung ist 1 schren von General Hellfritz die Verpflichtung auferlegt worden, im Falle tag leer einer Verhaftung und gerichtlichen Vernehmung keine Angaben zu Saft ane machen. sondern den General Hellfritz als den allein Insormierten te geg hinzustellen. Es wurde ferner eine fertig ausgearbeitete Verord⸗ 1 f 41 Wen und 265 17 die landesstaalliche rs. bond 1 E i 1 r— Able n einem bestimmten Teil der Reichswehr 8 lag 15 N g An das Reichsgericht! abgesg. 5 Berlin, 29. Juni.(Eig. Drahtb. N. mer Die Unterfuchung der Verbrechen der. dite ene un 5 wird schon in den nächsten Tagen dem Reichsgericht übergeben wer⸗ i e e e. er e de J ie ö„die einen ichs⸗ die dn 0 1 e fähre dn 5 ee Aber wischen fährt die deutschvölkische Presse fort, den Meuchel⸗ 1 mord an Cadom als harmlos hinzustellen. Veuerdings bemüht sie de dn sich, einen der Hauptbeteiligten, der auch Gewährsmann des Vor⸗ 22 5 einer Irrenanstalt gesessen und werde auch jetzt im Gefängnis für n, ad m geistesgestört bebolten menen steht fest, daß unser Gewährs⸗ bam mann ein Oberleutnant der alten Armee jst, die doch In% früher„Charakterköpfe“ zu sein pflegten. 8, Das Mitglied der Roßbachzentrale in Wannsee, Bernhard, wur⸗ snd de nach kurzem Verhör wieder aus der Haft entlassen. de Mein Die deutschvölkische Kloake. 1 Am Dienstag erklärte Herr v. Graefe in einer 15 deutschvölkischen Versammlung der Partei, daß es eine e„verbrecherische Unterstellung“ sei, die Deutschoölkische Frei⸗ nch n heitspartei mit der mecklenburgischen Mordfeme in Zu⸗ iicher un; sammenhang zu bringen. Herr Wulle bestatigt diese Ver⸗ un laß 4 logenheit in der Donnerstag⸗Morgenausgabe des Deutschen A 14 Tageblatt, versucht aber gleichzeitig das Verbrechen seines A115— 14 Anhangs verständlich zu machen und die maßgebenden 5 Persönlichkeiten der deutschen Republik a n. als die intellektuellen Urheber deutschvölkischer duch n Missetaten hinzustellen. Schneller als die Herren gedacht 2 5 haben, werden ihre verlogenen Angaben aufgedeckt. Be⸗ kanntlich sind die beiden Spezialadiutanten des Ober⸗ 14 leutnants Roßbach am Dienstag in der Roßbach⸗Zentrale rden 1 in Wannsee verhaftet und in das Gefängnis des Berliner be.. Polizeipräsidiums eingeliefert worden. Ihre Vernehmung 1 1 bestätigte den dringenden Verdacht, daß sie einem der ö N Mordteilnehmer nach Begehung der Tat eine „ Anterkunft vermittelt und 30000 Mark 28 Reisegeld gegeben haben. Der eine der Verhafteten 5 9 namens Richter bestellte den betreffenden Mordteilnehmer 3 zur Entgegennahme des Geldes in das frühere Bureau der 1 Deutschvölkischen Freiheitspartei in Berlin, Dessauerstr. 5 und verwies ihn wegen eines weiteren Unterkommens an einen bekannten Führer der Deutschvölkischen Freiheits⸗ partei in Hannover. 5 Damit sind die Behauptungen der Rechtspresse, daß irgend eine politische Organisation nichts von der Mordtat in Mecklenburg gewußt hat, hinfällig, und der Parchimer Mord findet seine Bestätigung als politisches Verbrechen. Aber auch noch in anderer Hinsicht wirkte die Vernehmung der Roßbach⸗Adjutanten aufklarend. Bekanntlich wurde auf Anordnung des preußischen Innenministers das Bureau der Deutschvölkischen Freiheitspartei nach deren Auflösung geschlossen. Damit beschäftigte sich auf Grund des Geschreis der deutschvölkischen Abgeordneten der Ver⸗ fuassungsausschuß des Reichstages. Auf die Zureden des Deutschen Volksparteilers Dr. Kahl beschloß er. Herrn Wulle drei Zimmer für seine„parlamen⸗ tarischen Arbeiten“ zur Verfügung zu stellen. Welcher Art diese„parlamentarischen Arbeiten“ sind, ist jetzt bewiesen. Sie dienen der Vorbereitung und der Unter⸗ stützung von Mordtaten! Auch die sonstigem 6 N N 0 Verleumdungen und Behauptungen dier Deutschvölkischen werden 1 1 sich bald als das been wee, „ i 5 logenheiten! Neuer- 0 was sie sind: infame Verlog ele. die deutschvölkische Presse z. B., daß das 25 uin ö Attentat in Münster von entlassenem Druckerei⸗Personal 1 41 ausgeführt wurde. Der Sinn dieser Angabe ist natürlich l auch diesmal, die Spur der Täter zu verwischen. Wir hoffen, dae, daß es der Berliner Polizei gelingt. die infolge der cen,, mangelnden Fähigkeiten der Polizei in Münster nach dem 0 g Tatort entsandt werden mußte, die deutschvöllische Absicht 0 0 u pereiteln. Politische Uebersicht. Die Dirne des Schwerkapitals. 5 N 5 i hingewiesen, die die 1 Wir haben schon öfter auf 5 ne durch kapitalistische une mehr lber bent neh nenden elan die aggängtglel f 5 ür die freiheitliche Entwicklung, die b ee e e de e * ö Liesem Thema schreibt Georg n 1 7 Hal 10 10 Männer N45 Reichsverbandes der deutschen Frese e i riege die Not der gg e d l en e e aden ndane dec rode taufte Anteile von F er 1 9 0 durch die von ihnen schon während des Kriege 1 — 8 wärts sei, als irrsinnig auszugeben, er habe schon früher in gegründeten Unternehmungen in Massen zusammen. Es gibt heute schlecht gerechnet ein Dutzend G. m. b. His mit allen mög⸗ lichen lateinischen und deutschen Namen, die nur dazu dienen, entweder Presseanteile aufzukausen oder die aufgekauften Blätter mit Lieferungen zu unterstützen oder sie mit Inseraten zu spicken. Weiß das deutsche Volk eigentlich, daß schlecht gerechnet 90 Prozent der deutschen Presse heute im Besitz solcher indu⸗ strieller Großunternehmer und ihrer Tochtergesellschaften sind? Hier liegt die Gefahr für die Unabhängigkeit der deutschen Presse. Hier liegt die Gefahr für die Unabhängigkeit des Jour⸗ nalistenstandes. Hier ist eine Kontrolle der Oeffentlichkeit aus⸗ geschlossen. un die Einwirkungen, die diese Zeitungskönige auf die öffentliche Meinung üben wollen, sollen ja eben ver⸗ schleiert werden. Verschleiert durch die Zeitungen, die sich nach wie vor unabhängig gebärden, die nach wie vor so tun, als ob sie den Zwecken des Volkes dienten, während sie in Wirklichkeit wirtschaftliche Interessenvertretung betreiben. Nur unklarer und verlogener, als das ehrliche Interessenpertretungen zu tun egen. Das Publikum würde diese Zeitungen nicht mehr lesen, wenn es die Zwecke kennte, die ihre Besitzer verfolgen, und deshalb müssen ihm dsese Zwecke verborgen werden. In diesen Groß⸗ unternehmungen spielt der Journalist die Rolle des Angestellten eines literarischen Bureaus in einer kapitalistischen Großunter⸗ nehmung. Die meisten von ihnen mögen dies gar nicht wissen.“ Einer der machtvollsten Faktoren im öffentlichen Leben ist die Presse. Sie ist das wichtigste Ausdrucksneittel der öffentlichen Meinung und gleichzeitig die Beherrscherin der Volksmeinung. Die Presse dient aber jetzt schon überwiegend kapitalistischen Interessen, während das Volk zum allergrößten Teil kapitallos, proletaxisch ist. Künftig soll, wie Georg Bernhardt nachweist, der kapitalistische Einfluß durch die Presse immer noch mehr verstärkt werden. Da muß sich endlich unter den Arbeitern und allen freiheitlich Gesinnten das Bewußtsein Bahn brechen, daß die mühevolle und opferwillige Arbeit, die in Partei und Gewerkschaft und vor allem in der Ar⸗ beiterpresse für das Wohl des Volkes geleiftet wird, durch weit⸗ gehendste Unterstützung gefördert werden muß. Wer Anspruch dar⸗ auf erhebt, sein Teil mit beizutragen, daß öͤie Partei und Gewerk⸗ schaft wuchtig, die Interessen der arbeitenden Bevölkerung vertreten und zur Geltung bringen soll, hat die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die kapitalistischen Blätter aus den Wohnungen seiner Genossen restlos verschwinden. Dann nur wird die Arbeiterpresse zum Sprach⸗ rohr der überwiegenden Mehrheit des Volkes werden, dann ist die Garantie gegeben, daß sich die berechtigten Forderungen der Ar⸗ beiterschaft in der Oeffentlichkeit durchsetzen, sich Geltung und Er⸗ flillung erzwingen. Denn in demselben Augenblick, in dem die arbeitende Bevölkerung sich nicht mehr von der bürgerlichen Presse irreführen und einlullen läßt, ist auch die Macht der Ausplünderer in der Oeffentlichkeit gebrochen. ö Je stärker der Rückhalt einer fresen und wahrheitsuchenden Presse im Volke ist, desto mächtiger ist die Gerechtigkeit, desto größer ist die Freiheit und desto kleiner ist auf der Gegenseite die Aus⸗ beutung und Unterdrlückung. Deutschvölkische Mörderverehrung. Wie dem Dan schen Volksblatt aus Sagaleck mitgeteilt wird, wurden von eutschwölkischen anläßlich des Jahrestages des Rathengumordes die Gräber der beiden Rathenaumörder Fischer und Kern viel besucht, die bekanntlich unmittelbar vor ihrer Ver⸗ haftung in der Burg Sagleck Selbstmord verübten. Für die Gräber trafen täglich Kränze ein, die mit großen schwarz⸗weiß⸗ roten Fahnen und entsprechenden Inschriften geschmückt waren. Ansichten mit den geschmickten Gräbern wurden in großen Mengen herge⸗ stellt und vertrieben. Ende des Landarbeiterstreiks. Nach langwierigen Verhandlungen ist es dem vom Reichsarbeitsministerum eimgesetzten Schiedsgericht ge⸗ lungen, eine Beendigung des seit fünf Wochen in Schlesien andauernden Landarbeiterstreiks herbeizuführen. Der Deut⸗ sche Landarbeiterverband hat den Schiedsspruch anerkannt. Stell? man die Forderungen des Arbeitgeberverbandes, der seit Beginn des Streiks die bedingungslose Unterwerfung der Streikenden verlangte, im Vergleich zu dem Ergebnis des Schiedsspruchs, dann ist festzustellen, daß der Ausgang des Streiks für die Landarbeiter immerhin ein zufrieden⸗ stellender ist. Maßregelungen der Streikenden dürfen nicht vorgenommen werden. Soweit bereits Entlassungen vor⸗ genommen wurden, haben beide Parteien den Schlichtungs⸗ ausschuß anzurufen. Auch die Erklärung des Arbeitgeber⸗ verbandes vom 18. Juni, daß der am 14. Februar 1923 mit dem Deutschen Landarbeiterverband abgeschlossene Tarif⸗ vertrag als aufgelöst zu betrachten sei und nur dann wieder hergestellt wird, wenn der Deutsche Landarbeiterverband die Bedingungen des Arbeitgeberverbandes, die er während des Streiks gestellt hat, anerkennt, ist als hinfällig zu betrachten. In dem Schiedsspruch wird gesagt, daß der Tarifvertrag vom 14. Februar einschließlich der inzwischen hervor⸗ gerufenen Lohnbewegung weiterhin maßgebend ist. Die Lohnfrage selbst wird in Verhandlungen, die am 30. Juni in Breslau stattfinden, erneut geregelt. Das Ansinnen der Arbeitgeber, erst am 7. Juli zu verhandeln, wurde abge⸗ lehnt. Der Deutsche Landarbeiterverband hatte während des Streiks selbst erklart, daß er auf eine Bezahlung der Streiklage, soweit es den Barlohn betrifft, verzichte. In dem Schiedsspruch ist festgelegt, daß die Deputatentlohnung aber während der Streiktage in den Monaten August bis einschließlich September verrechnet werden soll. Das Mißtrauensvotum gegen Dr. Zeiger abgelehnt. In der Sitzung des Landtages am Donnerstag wurde der Miß⸗ trauensantrag der Deutschen Volkspartei gegen den Ministerpräst⸗ denten Dr. Zeigner wegen seiner vielgenannten Rede in Nieder⸗ planitz behandelt. Nach einer außerordentlich lebhaften Aussprache und nachdem Dr. Zeigner seine durch die Presse entstellten Aus⸗ führungen berichtigt hatte, wurde der Mißtrauensantrag abgelehnt und zwar mit 48 Stimmen der Sozialdemokratie und Kommunisten gegen 43 Stimmen der bürgerlichen Parteien, von denen drei Abge⸗ ordnete bei der Abstimmung fehlten. Die Devisenordnung im Rheinland. Herr Poincars beeilt sich erneut, im Kampfe gegen die deutsche Mark nicht hinter dem deutschen Schieber⸗ und Spekulantentum zurückzustehen. Schon bei der Auflegung der Dollaranleihe hat der Vertreter Frankreichs in der Reparationskommission gegen die Zu⸗ lässigkeit dieser Anleihe Einspruch erhoben und dadurch den deut⸗ schen Drückebergern, die Dollarschatzanweisungen zu zeichnen in der Lage gewesen wären, einen willkommenen Vorwand geliefert, dies nicht zu tun. Jetzt ist ein ähnlicher Schritt erfolgt und in die Tat unngesetzt worden. Die interalliierte Rheinlandkommission, die be⸗ kanntlich nur noch in Abwesenheit der Vertreter Englands, Italtens und Amerikas Mehrheitsbeschlüsse faßt, hat die Durchführung der jüngsten Devisenverordnung für das altbesetzte Gebiet untersagt und angeordnet, daß Zuwiderhandlungen von Banken und Privatper⸗ sonen nicht bestraft werden dürfen. Die Besatzungsbehörden der neubesetzten Landesteile haben sich diesem Schritt für das Einbruchs⸗ gebiet angeschlossen. Wir erwarten, daß die Regierung trotzdem versucht, ihrer neuesten Verordnung gegen die Devisenspekulation auch im besetzten Gebiet Geltung zu verschaffen. Schließlich hat sie F vor allem gegen widerspenstige Bankinstitute Mittel zur Hand, ble auch im besetzten Gebset und trotz des Shutzes fremder Militärs ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Wie bewußt die Besatzungsbehörden nach Weisung aus Paris systematisch auf den weiteren Verfall der deutschen Mark hinarbei⸗ ten, ergibt sich auch aus ihrer zielbewußten Fortsetzung der Be⸗ raubung der Reichsbankstellen im besetzten Gebiet. Vor wenigen Tagen plünderten die Franzosen den Tresor der Reichsbaulstelle Mülheim(Ruhr) im Betrage von 7 Milliarden Mark; am gleichen Tage raubten sie auf der Reichsbanknebenstelle Oberhausen 28,44 Millionen Mark. admit haben sie allein der Reichsbank rund 190 Milliarden Mark entwendet. Daneben benutzen sie auch weiterhin sich bietende Gelegenheiten, um in Druck befindliches deutsches Papiergeld selbst herzustellen und sich so der völkerrechtswidrigen Geldfälschung schuldig zu machen. So ngen sie nor wenigen Tagen Druckereiarbeiter in Mülheim, deutsches iergeld für sie zu num⸗ merieren und zu schneiden, um diese Fälschungen dann für eigene Rechnung in Umlauf zu setzen, Einigung in Danzig. 5 Die Vereinigung eines Teiles der Kommunistischen Partei Danzigs mit der Sozialdemokratie ist nunmehr vollzogen. Die sozialdemokratische Volkstagsfraktion verfügt damit jetzt über 36 Mandate und ist dadurch die größte Fraktion des Volkstags geworden. Diejenigen Mit⸗ glieder der Kommunistischen Partei, die den Uebertritt nicht mitgemacht haben, haben eine neue Kommunistische Partei gebildet und verfügen au chnoch über einige Mandate. Atlentat in Rom. Rom, 29. Juni.(Eig. Drohtb.) Die Attentate auf maßgebende politische Persönlichkeiten nehmen immer mehr überhand. Erst vorgestern wurde auf den serbischen Minister⸗ prüsidenten Paschitsch ein Anschlag verübt, gestern wurde nun der Praäsident der italienischen Kammer von einem Unbekannten durch einen Dolchstich in den Magen lebensgefährlich verletzt. Es soll sich dabei um die Tat eines Arbeitslosen handeln. Der Zustand des Präsidenten wird als hoffnungslos bezeichnet. 0 8 5 Arbeiter- und Angestelltenbewegung. Ein kommunistisches Schulbeispiel von gewerkschaftlichem Dilettantismus. Wir lesen im Hamburger Echo: 55 Der Streik auf der Abwrackwerft von Kubatz ist seit 1 Tagen beendet. Eine Kritik an seiner Inszenierung kann N deshalb auch keinen Abbruch mehr tun. Mit voller Absicht haben sich die Gewerkschaften während der Dauer dieses unt 1 7 Kampfes jeder Einmischung oder abfälligen Aeußerung enthalten, um den Machern keine Gelegenheit zu der Ausrede zu geben, man wäre ihnen in den Rücken gefallen. Der Kampf ist von kommu⸗ nistischen Drahtziehern angezettelt; sie allein tragen die Verant⸗ wortung für den kläglichen Ausgang. Oder ist das Ergebnis des Streiks nicht kläglich? Hier sei es wie folgt kurz zufsammengefaßt: Von rund 240 Streikenden wurden nur 135 wieder eingestellt; es blieben also etwa 100 Arbeiter auf der Strecke, Für die Wieder⸗ eingestellten wurde der Tonnenakkordpreis von 180 auf 165 Mark herabgedrückt. In einer Zeit stärkster Preissteigerungen konnte sich der Unternehmer also einen Abbau der Akkordvergütung von 15 Mark erlauben, was ihm unter anderen Umständen nie geglückt wäre. Das aber galt nur vorläufig. Ueber den endgültigen Akkordabbau sollte eine Kommission von unparteiischen Sachver⸗ ständigen entscheiden. Wohl selten ist ein Streik mit einem solchen Fiasko abge⸗ schlossen worden. Wie war dies möglich? Weil dieser Sreik unter Außerachtlassung aller wirtschaftlichen Voraussetzungen und der elementarsten gewerkschaftlichen Grundsätze geführt wurde, und zwar lediglich inszeniert aus kommunistischem Kraftmeiertum. Das alles wußte man schon, als der Streik begonnen wurde. hon damals vertraten die aus hier nicht näher zu erörternden Gründen entlassenen Arbeiter(deren Entlassung gerade den Streik hervor⸗ rief) sowie der Arbeiterrat den Standpunkt, daß man aus diesen Differenzen mit den Unternehmern keine große Aktion machen könne und wolle. Am nächsten Tage hatten sich die Kommumisten die Sache— wahrscheinlich auf einen Wink ihrer roten Gewerk⸗ schaftszentrale hin— anders überlegt. Man dürfe sich die„Provo⸗ kationen nicht gefallen lassen,“ so hieß es und damit wurde der„ Streik eingeleitet. Da die Gewerkschaften auf Grund ihrer Satzungen den Ausstand nicht finanzieren konnen, im übrigen den Streikenden aber auch nichts in den Weg legten, machten die Sowjet⸗ anhänger die Sache eben„über die Köpfe der Gewerkschafts führer hinweg“. Man ging überall in den Betrieben herum und knüpfte den Arbeitern für eine aussichtslose Sache ihre sauer verdienten f Papiermark ab. Trotzdem den Führern der Bewegung bekannt war, daß man den Unternehmer nicht nur nicht schädigen konnte, sondern ihm obendrein noch einen riesigen Gefallen tat, wurde über⸗ all für den Streik die Werbetrommel gerührt. Das Unternehmen existiert bekanntlich von dem Verkauf abmontierter Schiffe. Das Schrott und sonstige Alteisenmaterial wanderte größtenteils ins Ruhrgebiet zur Weiterverarbeitung. Infolge der Ruhrbesetzung konnte die Firma ihre Schrottbestände nicht absetzen; sie konnte lediglich auf Lager arbeiten. Sobald also die Aufspeicherung der Schrottbestände nicht mehr möglich war, mußte zu Arbeitsstreckun⸗ gen und Entlassungen geschritten werden. Dieser Augenblick stand vor der Tür, als die Kommunisten den Streik begannen. Man kam also bei steigender Arbeitslosigkeit dem Unternehmer entgegen. Dieser sparte obendrein noch für Wochen und Monate jede Lohn⸗ zahlung. Das alles wußte man und trotzdem dieser unsinnige Streik aus kommunistischen Prestigerücksichten. Vier⸗ oder fünfmal wurde verhandelt; die Bedingungen der Unternehmer wurden immer härter und endlich nach Monaten mußte man den Kampf mit großen Verschlechterungen abbrechen. Monatelang ist den Arbeitern jede Verdienstmöglichkeit geraubt worden; die Familien gerieten ins Elend und mußten schwere Entbehrungen ertragen; Nichtbeteiligte haben erhebliche Beträge beigesteuert; über ein Drittel der Be⸗ schäftigten wurde nicht wieder eingestellt und die übrigen nur zu einem niedrigeren Lohn. Der Unternehmer hat sich dabei ins Fäustchen gelacht und die Kommunisten glauben oder erzählen es wenigstens ihren Nachläufern, daß sie dem Arbeitgeber einmal„die Zähne gezeigt“ haben. So wird mit den Interessen der Arbeitex⸗ schaft Schindluder getrieben. Dies Schulbeispiel für gewerkschaft⸗ lichen Dilettantismus verdient die weiteste Verbreitung, damit jeder erbennt, wohin kommunistischer Irrsinn führt. Die wilde Streikleitung in OS. bläst ab.— Die Gewerkschaften holen mehr heraus, als die Streikleitung forderte. Aus Hindenburg wird uns gemeldet: Der Streik flaut allgemein ab. Insgesamt arbeiteten in der Metallindustrie bereits am Donnerstag wieder weit über 50 Proz. der gesamten Belegschaften. Zu diesem Rückgang der Streik⸗ bewegung haben die am Mittwoch in Gleiwitz zum Abschluß ge⸗ kommenen Lohnverhandlungen für die Eisenhütten nicht unwesent⸗ lich beigetragen. Während die wilde Streikleitung im Verlauf der Verhandlungen nur eine 100prozentige Erhöhung der Maflöhne verlangte, gelang es den Gewerkschaften eine durchschnittliche Erhöhung von 134 Prozent zu erzielen. Augen⸗ blicklich richten die Gewerkschaften ihre Aufmerksamkeit besonders darauf, für die Arbeiter, die in den Streik gehetzt wurden, den Ur⸗ laub zu sichern. Ob das gelingt, ist fraglich. Es ist zu erwarten, daß die wilde Streikleitung in Anbetracht der allgemeinen Wieder⸗ aufnahme der Arbeit zum Abbruch des Streiks auffordert. dee ———— e eee Wee .. 8 1 1* eee Go Gkalsteeltnee 0 Bis einschl. Sonntag stadt in Sicht) 00 2. Ferner: Sorgenkinder. Liliputaner-Groteske in 2 Akten. Als Extra-Einlage: Die Maske des Indianers 5 8 . in 5 Akt. v. O. G. Götz Ab Montag: Gesellschaftsdrama in 5 Akten mit Olal Fönss in der Hauptrolle. Ferner: Urne No. 13 Detektiv-Abenteuer in 5 Akten. Als Beiprogramm: N Ein glänzendes Lustspiel. Beginn der Vorstellg. 4, 6 u. 8, 15 Uhr 0 Sonntag Anfang 3 Uhr. Verstärktes Orchester. Corny a. der Brautschau Y 5 ö In Vorbereitung: Die große internationale Ausstattungs- f 1 Operette in 5 Akten von Georg Okon- 5 kowski und Ludwig Czerny Die blonde Geisha In der Hauptrolle Ada Svedin u. Charles WIlls Karser. GSS SSS mein Geschäft befindet sich jetzt] 4 Neuenweg 4 im früheren Geschäftslokal der Färberei Braubach& Fischer J. P. M o u o ahrrad⸗ u. Nähmaschinen⸗ Handlung Mechan. Reparatur ⸗Werkstätte. 2 Städt. Arbeitsamt Gießen Liebigstraße 16 Telephon 2054 3 Arbeits vermittlung und Berufsberatung für beiderlei Geschlecht, u. a. auch für Kriegerwalsen und Kriegsbeschädigtenkinder. Es können eingestellt werben: a bet hie ligen Acbestaeber s: 1 Metalldrücker, 1 Gürtler, Werkzeugmacher, 5 8 Maurer. Lehrlinge: 1 Einrahmer, 2 Schmiede, Kellner. * bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 Gärtuer(verheiratet), 1 Provisionsreisender, 1 Holz⸗ laler, 1 Schäftemacher, 1 Polsterer, 1 Dreher, 1 Uhr⸗ nacher, 2 Schreiner, 2 jüngere Kellner, 1 Schlosser. Lehrlinge: 1 Steinmetz, 1 Spengler und In⸗ sstallateur, 1 Land wirtschaftseleve. s suchen Arbeit: „ Schriftsetzer, Buchdrucker, 2 Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hausdurschen und usläufer, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Schuh⸗ acher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler, 1 landwirts 1 Verwalter, Bäcker und Metzger, 1 Kraftfahrer, 1 Buch⸗ binder, Mechaniker, 1 Heizer, 1 Wagner, mehrere Anstreicher u. Weißbinder, 2 Bautechniker, 1 Maschineu⸗ baupraktikant, 1 Zahntechniker, mehrere Elektromon⸗ teure, 3 Schneider, 2 Gärtner, 1 Zuschneider. i Lehrlinge: 1 Kaufmann, 2 Autoschlosser, 2 Schlosser, 1 Spengler, 3 Mechaniker, 3 Elektromon⸗ teure, 2 Schuhmacher mit Kost und Wohnung, 1 Schreiner desgl., 1 Schneider, 1 Schlosser oder Schmied auf dem Lande. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls eutgegen⸗ genommen. Weibliche Abteilung: Es könen eingestellt werden: a) bei hiesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und ⸗mädchen für einzelne Tage, tüchtige Allein⸗ mädchen, 1 einfache Stütze, mehrere Küchenmädchen. D bel auswärtigen Arbeitgebern: Mehrere landwirtschaftliche Dienstmädchen, Dienst⸗ mädchen, Hausmädchen, Alleinmädchen, 1 Stütze, 1 Pflegerin in ein Erholungsheim, 2 Friseusen, 2 Servier⸗ fräuleins für Holel, Haus- und Küchenmädchen füc die Saison. E luchen Arbeit: 2 Hüglerinnen, 2 Kontoristinnen, 1 Flickerin, zwei Verkäuferinnen, einige Lauffrauen, auch für Nach⸗ mittagsbeschäftigung, Mädchen für tagsüber, Fabrit⸗ arbeiterinnen, 2 Waschfrauen, 2 Bureaulehrmädchen. Die Berufsberatung und Arbeits⸗ Vermittlung für Musiker findet Dienstag, Donnerstag und Samstag von 10—132 Uhr statt. dene 8 28. Juni. Elisabetbe Herr, geb. Koob, Ww. 1 N Jahre alt, Licherstraße 14. 25 Ter 20. 25 2 1 nach b 2 E05 fnhnelt as ben 51 8 1 alafe, Dad Böppen, 9880 ünd asse Ffeksehgerfchte erhatten augenbffecffok unverglelchlichen Wohlgeschmack mit einigen Tropfen 1 MA Würze Vorteilhaftester Bezug in grossen Originalflaschen Nr. 6; Unbegrenzt haltbar auch bei offener Flasche. Bezirks⸗ Furnfest des Arbeiter-Turn- u. Sportbund(9. Kreis, 3. Bez.) EEE Test-Programm: Samstag, den 7. Juli: Abends 7 Uhr Kampfrichter sitzung. 8,30 Uhr Fackelzug vom Vereinslokal nach dem Festplatz. Nach Ankunft Begrüßungs⸗Abend: Konzert und turuerische Aufführungen. Sonntag, den S. Juli: am Samstag, 7. u. gonntag, 8. Juli 1923 in Großen Linden Vormittags 6 Uhr Weckruf. 7,15 Uhr Antreten der Wetturner. 1 Uhr Aufstellung des Festzuges. 1,30 Uhr Umzug durch den Ort. Nach Ankunft Begrüßungsansprache, anschließend Massen⸗Freiübungen u. Keulenschwingen der Turner. Vereinsriegen⸗Wettnurnen. Um 6 Uhr Preisverteilung.— Tanz auf 2 Tanzböden. Montag, den 9. Juli: Grosses Volksfest Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Fest-Ausschuß rr Danksagung. dem uns so schwer betroffenen Verlust, zahlreiche Beteiligung bei der Be- erdigung sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Giessen, den 28. Juni 1923. Frau Elise Volz nebst Kinder. Für die innige Anteilnahme an sowie für die überaus In Mamen der Faugrnden Hinterbliebenen Ns dorla- Lichtspiele Selterswes Ab heute bis Sonntag: Der Wirbelwind 5. Tell und Schluss: 4 lie debrecken des Löxeakhgs 6 Akte.— Ferner: biesSchuldige IIka 1 1115 Zelenka. Loos, Eatkner ren. Lustspiel: Konsumverein Giessen u. Umg. G. m. b. H. Der schwarze Bräutigam 5 57 Ausserdem ein reizendes Karlchen 2 Nach dem gleichnamigen Roman von Rich. Voß.— Darsteller: Fünliehe Zur gefl. Beachtung für unsere Mitglieder! Mit dem 30. Juni schliesst unser 22. Geschätfsjahr. Um die Jahresrechnung baldigst fertigstellen zu können, bitten wir allle bis zum 30, Juni in den Ver- teilungsstellen vereinnahmten kleinen Rabattmarken so fort dortselbst gegen solche von 10 O00. Mark umautauschen. Die Markenkarten. volle sowie zum Teil beklebte, werden mit der Anteilkarte bezw. dem Anteilschein in ein in der Verteilungsstelle vorrätigesCouvert gesteckt, auf welchem ebenso wie auf den Marlkcenkarten der Vordruck genau auszufüllen ist. Die Abgabe kann nur vom 2. bis 14. Juli erfolgen und zwar jedes Mitglied in der in seinem Wohnbezirk gelegenen Verteilungsstelle geg. Quittung vom Lagerhalter. %% leistet Süßstoff alerbeste Olenste. Er iss vöflig rein ohne Nebengeschmack, bequem zu verwenden, billig und bekömmlich. Eine H Packung, eutspricht! der Süßtraft von 1 Pfund Zucker. 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Die erfahrene Mutter gibt ihrem Kinde, wenn sie es nicht g 0 ont- 0 60 schon bisher damit ernährt hat, jetzt unbe⸗ 0 dingt„Kufeke“, denn dieses bewährte Nähr⸗ mittel beugt in wirksamer Weise den Unregel⸗ mäßigkeiten der Verdauung vor, kräftigt das von 2855 Säuglingen auch gern genommen, es il Verbaltus zu seiner Güte sehr preiswert und Preis der — E eee — 85 kritischen Stellungnahme. In Line lolche Wiek san unf chleßt sich vollinhaltlich der Resolution J. Gießen, Samstag, den 30. Juni 1923. Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 147 Sießen und Umgebung. Stürkt die„surchtbare Macht“! daß die Presse eine Macht ist, das haben auch die Deutschvölkischen erkannt, die Hetzer gegen i die Rkissbächler und Förderer der dunkelsten reaktionären Ge⸗ Sheimorganisationen. Ihre Werbeabteilung B ist rührig am Werke, der famosen Deutschen Zeitung, einem der aller⸗ schlimmsten reaktionären Hetzblatter. weit und breit Em⸗ gang zu verschaffen. An die Ortsgruppen der Deutsch⸗ 0 onalen Volkspartei und an andere„nationale“ Ver⸗ nde aller Art hat das genannte Werbebureau soeben ein ndschreiben gerichtet, das wir hier im Wortlaut folgen lassen. denn es illustriert alles das treffend, was wir hier über die Macht und den Einfluß der Presse sagten. Ins⸗ besondere aber ersehen unsere Leser daraus, welche gewaltige Bedeutung die Reaktionäre gerade der sozialdemokratischen Presse beimessen. Das Rundschreiben lautet: 1 1 Sehr geehrter Herr Vorsitzender!. „Wir gestatten uns, in einer gerade jetzt sehr wichtigen Sache an Sie heranzutreten. die die nationale Presse, ins⸗ 1 unser führendes Blatt, die Deutsche Zeitung 5 Es ist leider nur zu wahr, daß unsere nationale Presse in ihren Gesinnungskreisen und Organisationen nicht die Unterstützung und Förderung findet, wie die fozialistischen und liberalen Zeitungen bei ihren An⸗ hängern. Wir erinnern daran, wie schon während des Krieges, dann in der Revolution und bis heute noch die sozialistischen Organisationen es als eine ihrer Haupt⸗ aufgaben betrachten ihre Mittel und ihre Mitglieder ganz in den Dienst der Verbreitung und Förderung ihrer Zeitungen zu stellen. Tatkräftig und bis in die kleinsten Kreise ihrer Gewerkschaften und Organisationen hinein hat sich auch das letzte Mitglied der sozialistischen Ver⸗ bande für die Machtverbreitung und den täglichen Ein⸗ fluß seiner Presse eingesetzt. Noch heute(wo diese Pest schon so gewaltig überhand genommen hat) erleben wir es hier in Berlin z. B., daß beim Ausfall von Boten⸗ frauen oder sonstwelchen Störungen in der Zustellung ohne weiteres Gewerkschafts⸗ und Parteimitglieder be⸗ dingungslos einspringen, um nur den hemmungslosen Fortgang dieser politischen Maschine zu sichern. Wir geben zu, daß unsere nationalen Freunde die Werbemöglichkeiten bei Bekannten. in Betrieben und Werkstätten nicht so bedenkenlos wie dort ausnutzen können, und der Welle oftmals an der Rücksicht auf ihre Existenz scheitern muß. Aber wir haben jetzt einen Werbe⸗ plan, der es. selbst jedem einzelnen ermöglicht, tatkräftig und individuell mitzuwirken, ohne daß seine Person dabei bekannt wird, oder dem zu Werbenden gegenüber in Erscheinung tritt. Wir bitten Sie, sehr geehrter Herr Vorfitzender, sich dieses Werbeplanes, den wir hier bei⸗ fügen, anzunehmen, ihn Ihren Mitgliedern zu erläutern und sie unter Hinweis auf die furchtbare Macht der maixistisch⸗jüdischen Presse zur Tat anspornen und sich auch wiederholt nach dem Ergebnis zu erkundigen. Die Werbeprämie, die wir für jeden neugewonnenen Freund unserer Zeitung aussetzen, beträgt jetzt 800 Mark und im nächsten Monat schon 1400 Mark. Sie soll Anreiz sein, die Bemühungen entschädigen und vielleicht manchem einen willkommenen Nebenverdienst für seine Mitwir⸗ kung an einer so bedeutsamen nationalen Sache ver⸗ schaffen e 5 1 a Daß die Deutschpölkischen don den sozialdemokratischen . als von der„marristisch⸗jüdischen“ Presse fprechen, darüber sehen wir hinweg. Solche Lächerlichkeiten⸗ gehören nun einmal zur deutschoölkischen Agitationsmethode Daß die Herrschaften aber von unserer Presse als von einer „furchtbaren Macht“ reden, das ist es, was sich jeder Sozial⸗ ddemokrat hinter die Ohren schreiben und sich fragen sollte, ob er persönlich denn auch allerwegen bemüht ist, diese furchtbare Macht“ immerdar zu mehren und zu stärken. Keine Abbestellung der sozialdemokratischen Zeitung, — denn das hieße Schwächung der politischen Macht des kämpfenden sozialistischen Proletariats— Treue zum denn das Arbeiterblatte, weitere Verbreitung desselben, 1 heißt Stärkung der von der Reaktion so ungemein ge⸗ fürchteten Macht des sozialdemokratischen Proletarigts! Der Kampf um die Sommerferien. Artikel unter dieser Ueberschrift(Nr. 000) schrie⸗ 1 967 Verlauf einer Elternversammlung im Gym ⸗ nasium am vorigen Montag noch nicht bekannt. Die ganze Art, wie in dieser hauptsächlich 111 e 1 a 1 5 samm ie F elt wurde, veran! 3 b ne 7 Sache halten 9 7 natürlich den in N ikel rtretenen Standpunkt fest. Wir billigen es also, 1 5 55 9 der Eltern das Bildungsamt ersucht wird, aus den bekannten Gründen von einer Kürzung der Sommerferien ab⸗ usehen. Die besondere Eingabe jedoch, die in der Versammlung zustande kam, aber nicht in ihr formuliert und nicht im Wortlaut durch Abstimmung gutgeheißen wurde, hat offenbar durch die 15 ine Form angenommen, die ihr den ktion e 5 5 Harafter e verleiht. Wir teilen sie hier mit, wie sie 0 i de. 550 Gießener Anzeiger veröffentlicht wur 5 f ine i estsaal des Gymnasiums zu Gießen n beute Elternversammlung hat mit Seserants bavon gantute genere 102 bislang nicht beat ö schaft Gießens 9 55 2 t — 5 e deshalb die Befürchtung besteht, daß die Ver⸗ 0 der Sommerferien auf drei Wochen zur ee soll. Die Elternversammlung weist das Landesamt für das Bildun uf die Schwere der Verantwortung hin, die durch jen das Landesamt auf sich laden und bem ärztlichen Gutachten der Elternversammlung in der Höheren Mädchenschule am 18. Juni 1923 an. Im besonderen würde sie es als rechtswidrig betrachten, wenn eine Ferienverlängerung des vorigen Schuljahres an den Ferien des laufenden Jahres in Abzug t werden sollte. Bei dem so ungünstigen Gesundheits⸗ und Ernährungszustand der hiesigen Schüler steht zu befürchten, daß zahlreiche begründete Zeugnisse um Befreiung vom Schulunterricht einlaufen würden, sodaß eine geregelte Fortführung des Unterrichts nicht möglich wäre. Einem baldigen Entscheid im Sinne dieser Eingabe sieht die Elternversammlung entgegen, da sie im Falle der Ablehnung im Interesse der Gesundheit der Kinder weitere Schritte höheren Orts tun will.“ Wäre namentlich der Schlußsatz, dessen Inhalt nur von einem Diskusstonsredner vorgetragen wurde, zur Abstimmung ge⸗ kommen, so hätten zweifellos manche Teilnehmer der Versammlung ihn abgelehnt. Ueber den Charakter der Drohung wird sich übrigens niemand wundern, der erfährt, mit welcher Schärfe der Hauptredner, Univ. ⸗ Prof. Dr. Herzog seine Abneigung gegen das Bildungsamt über⸗ auszudrücken beliebte. Demagogischer konnte man die Sache nicht behandeln. Der Redner begann mit dem Satze:„Wenn das Bildungsamt nur 5 Minuten Nachdenken auf die Sache verwandt hätte, so würde es anders entschieden haben.“ Also Vorwurf der Unfähigkeit, Leichtfertigkeit und Pflichtvergessenheit! Und der Red⸗ ner schloß mit dem Satz:„Man muß die Sache energisch dem Bil⸗ dungsamt vortragen; denn das Bildungsamt weicht immer zurück, wenn man ihm energisch kommt.“ Also Vorwurf der Feigheit! Von den Exaltationen einer ihre Entrfstung über das verbrecherische Bil⸗ dungsamt nur so heraussprudelnden Universitätsdame wollen wir lieber schweigen. Sehr bezeichnend war auch die Haltung des größten Teiles der Versammlung, der alle Angriffe auf das Bildungsamt mit gerade nicht„vornehm“ anmutendem Beifall unterstrich und auch sonst dem Ernst der Sache angemessene Würde vermissen ließ. Die Herrschaften fühlten sich offenbar ganz unter sich. 5 1 5450 Unser Abonnementspreis. Sprunghaft klettern seit einigen Wochen die Preise in allen Branchen in die Höhe. Daß die Preise der Materialien für das Buchdruckgewerbe davon nicht verschont bleiben, dürfte wohl jedem Leser als selbstverständlich erscheinen. Und hier ist es immer wieder das Papier, das bei Fest⸗ setzung des Abonnementspreises den Ausschlag gibt. So zwingen die Verhältnisse uns leider, den Abonne⸗ mentspreis unseres Blattes stark zu erhöhen. Wir sind genötigt, f 5 für den Monat Juli 18000 Mark und 1000 Mark für Trägerlohn 5 zu erheben. Wir hoffen, hiermit ohne eine Nacherhöhung auskommen zu können. g Wir sind überzeugt, bei unserer Leserschaft auf volles! Verständnis für die Preisfestsetzung zu stoßen, die sich auf der niedrigsten Stufe bewegt. Wir fordern nur, was unbedingt notwendig ist. Umso mehr dürfen wir Ver⸗ ständnis für die Schwierigkeiten unseres Betriebes und . Treue zum Parteiblatt erwarten. Die Zeiten sind bitter ernst. Deutschlands Schicksal steht vor der Entscheidung. Kein sozialdemokratischer Wähler darf da ohne Parteiblatt sein! Wer die Geschicke des Volkes, die seine eigenen Geschicke sind, mitbestimmen und beeinflussen will, muß jetzt informiert sein. Informiert vom Standpunkt der Partei der Minderbemittelten, d. h. der deutschen Sozialdemokratie. Nur die Volkszeitung gewährleistet diese Information! Also Treue dem Arbeiterblatt in schwerster Zeit! Verlag der Oberhessischen Volkszeitung. 9 8 Der die sachlichen Auskünfte erteilende Direktor glitt merk⸗ würdigerweise über einen sehr wichtigen Punkt hinweg, der die Ent⸗ scheidung über den vorzeitigen Schluß des Unterrichts an den höhe⸗ ren Schulen zu Ostern einzig bestimmt hat, nämlich daß nach einer bestehenden Verordnung die Schulen derselben Stadt gemeinsam zu schließen haben. Auch wäre es interessant gewesen, zu erfahren, in welcher Form die letzte Eingabe der Direktoren der höheren Schulen an das Bildungsamt gehalten war, die den Zweck hatte, eine Fortführung des Unterrichts um einige Tage zu erreichen. Wir glauben zu wissen, daß gerade diese Eingabe, die nicht in der Form eines Ersuchens, sondern einer bloßen Mitteilung gekleidet war, den telephonischen„Befehl“ veranlaßt hatte. Erstaunlich war übrigens, daß der auch die Versammlung leitende Direktor es nicht für nötig hielt, auch nur die schärfsten Angriffe gegen seine vorge⸗ setzte Behörde zurückzuweisen. Wir hegen die Befürchtung, daß es durch diese drohende Eingabe dem Bildungsamt nur erschwert wird, den berechtigten Gießener Ferienwünschen zu entsprechen. — 48 5% Fleischausfall. 0 Nach der Statistik der beschaupflichtigen Schlachtungen, die jetzt für die ersten drei Monate dieses Jahres vorliegt, ist die Zahl der Viehschlachtungen in Deutschland gegenüber dem letzten Vierteljahr 1922 abermals sehr erheblich zurückgegangen. Es wurden ge⸗ schlachtet: 9 1. Vierteljahr 1923 4. Vierteljahr 1922 Rindvieh leinschließlich Kälber) 1334573 1473 000 Schweine 1725 441 1 763 400 Schafe 241 816 539 800 Ziegen 42 808 65 000 Pferde 52 579 98 500 Hunde 4141 4500 „Die Schlachtungen der Kälber für sich sind um rund 113 000 höher als im Vierteljahr vorher, trotzdem sind die Rindviehschlach⸗ tungen, weil die der Bullen, Ochsen, Kühe und Jungrinder um über 30 Prozent zurückgegangen sind, insgesamt niedriger. Auch die l Pferde⸗ und Hundeschlachtungen sind gesunken, sind aber trotzdem noch beträchtlich zahlreicher als vor dem Kriege. Unter Zugrundelegung des vom Reichsgesundheitsamt festge⸗ stellten Durchschnittsschlachtgewichts ergeben die Schlachtungen der ersten, dret Monate dieses Jahres eine Fleischmenge von rund 3,05 Millionen Doppelzentner, während die Schlachtungen im gleichen Zeitraum des Jahres 1913 eine Fleischmenge von 5,90 Millionen Doppelzentner lieferten. Es besteht also gegenüber der Vorkriegs⸗ zeit ein Fleischausfall von 2,85 Millionen Doppelzenter oder 48 Prozent, also eine Minderung um fast die Hälfte. Da wir in Deutschland heute eine Einwohnerzahl von rund 65 Millionen haben, entfallen auf den Kopf der deutschen Bevölkerung im ersten Viertel⸗ jahr 4,54 Kilogramm oder pro Tag ganze 50 Gramm, inländisches Fleisch. Die Einfuhr von ausländischem Fleisch fällt demgegen⸗ über nicht sehr ins Gewicht. Es sind in diesem Zeitraum nur 114 780 Doppelzentner Fleisch, Speck und Wurst aus dem Auslande gekommen oder pro Kopf und Tag der Bevölkerung 2 Gramm. Es steht also fest, daß in Deutschland im ersten Vierteljahr jeder Ein⸗ wohner durchschnittlich nur 52 Gramm Fleisch täglich zur Verfügung hatte— und wie viele Hunderttausende von ihnen haben überhaupt bein Fleisch gehabt. 5 5. Bundestag des Deutschen Arbeiter⸗Süngerbündes. i Nach einer Pause von drei Jahren tagt am 17. und 18. Jun das Parlament der deutschen Arbeitersänger in den„Stadthaus sälen“ in Erfurt. Wie jede Arbeiterorganisation, ist auch der Ar⸗ beitersängerbund dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse im be⸗ sonderen Maße ausgesetzt. Der Bundes⸗Generalversammlung, die der inneren und äußeren Weiterentwicklung der Arbeitersänger⸗ bewegung Richtung und Ziel zu geben hat, lag diesmal also die Lö⸗ sung besonders schwierigen Fragen, hauptsächlich finanzieller Beziehung, ob. Der Verbandsvorsitzende Jul. Meyer(Berlin) eröffnete die Verhandlungen mit begrüßenden Worten an die Er⸗ schtenenen, besonders an die Vertreter der ausländischen Bruderor⸗ ganisationen Oesterreichs, der Schweiz, und der Tschechoslowakei, di die Grüße ihrer Organisationen überbrachten. 5 Der Bericht der Mandatsprüfungskommisfion stellt die Anwesenheit von 42 Delegterte aus 29 Gauen des Bundes fest; nicht vertreten find die Gaue Danzig, Oberschlesten, Mecklen⸗ burg und Pfalz. Der Delegierte des letzten Gaues ist nach einge⸗ gangener Mitteilung von der französischen Besatzungsbehörde an der Reise in das unbesetzte Deutschland verhindert wo Die Liederprüfungskommission vertritt Werner(Frankfurt a. M.), die Kontrollkommission Schmidt(Leipzig). Vom Bundesvor⸗ stand sind Meyer, Kroh, Kaiser und Fehsel anwesend. Bundesvorsitzender Meyer(Berlin) erstattete den Rechen ⸗ schafftsbericht für die Zett vom 1. April 1920 bis 31. Ma 1923. Die äußere Aufwärtsentwicklung des Bundes zeigt sich in der Zunahme dex Mitgliederzahl. Der Bund umfaßte im April 1923 zusammen 263 669 Mitglieder(darunter 34 700 Frauen) i 3732 Männerchören, 743 gemischten und 691 Frauenchören. Mehr an Männerchören gegen 1920 beträgt 1556, an Chören 241, an Frauenchören 390 Vereine. Die fortwährende, wucherische und von keiner Seite gehemmte Erhöhung der Papier⸗ preise hat sich beim Druck des Notenmaterials und bei Herausgabe der obligatorischen Lieder im vollsten Maße ausgewirkt. Die meister⸗Kurse in der Staatl. Hochschule in Berlin haben gute Er⸗ gebnisse für den Arbeitergesang gezeitigt. Das 1921 erlassene Preisausschreiben brachte 750 Kompositionen, von denen 45 Ankauf gelangten. Der Verlag des Bundes, der den Vereinen gute Material zu günstigen Bedingungen vermittelt, ist in seinem weite.— ren Ausbau durch fehlende Mittel gehemmt. Der Berichterstatter wandte sich scharf gegen die den Vereinen auferlegte Bergnü⸗ gungssteuer, die kulturelle Bedeutung der Chorvereine müsse den Behörden gegenüber nachdrücklich unterstrichen werden. Di Zuerkennung der Gemeinnützigkeit sei von Regterungsstellen ver weigert worden, von denen man eine andere Auffassung müsse. Der Bund steht mit den Arbeitersängern der amerikanischen Staaten in Verbindung, die Solidarität hat ihren Ausdruck in der Gewährung eines Dollar darlehns gefunden, das zum Teil mit der Ueberweisung von Liedern abgegolten werden soll. In dem zur Hebung des Chorgesangs ins Leben gerufenen Reichsaus⸗ schuß ist der Bund vertreten. In seinen Erläuterungen zu dem ebenfalls gedruckt vorliegen⸗ den Kassenbericht verwies Bundessekretär Kaiser(Berlin) auf die Schwierigkeiten der Finanzgestaltung. Die Beitragsfrag muß eine Regelung erfahren, die eine gesunde Weite rentwicklung des Bundes verbürgt. Den Bericht über das Bundesorgan, die Deutsche Arbeiter⸗Sängerzeitung, gaben die Sgb. Fehsel(Berlin) und Werner(Frankfurt a. M.). Der ständig gestiegene Bezugspreis der Zeitung hat leider eine wesentliche Ver⸗ minderung der Leserzahl zur Folge gehabt. Die Bundesleitung ist bestrebt, den Bezugspreis so niedrig zu halten, als es die kata⸗ strophale Geldentwertung zuläßt; aus der Bundeskasse wurde ei Zuschuß von einer Million Mark geleistet. Rege Aufklärung deu Bundesorgan überall Eingang verschaffen, um es bei besseren Zeitverhältnissen ständig ausbauen zu können. Die Generalver⸗ sammlung nahm sodann die Berichte der Liederprüfungs⸗ und Kon⸗ trollkommission durch Werner(Frankfurt a. M.) bzw. Schmidt (Leipzig) entgegen. a In der Aussprache über die Vorstandsberichte traten zum Teil scharfe Gegensätzlichkeiten zu der Haltung der Bundesleitung in organisatorischer, taktischer und künstlerischer Hinsicht hervor. Bei aller Schärfe verschiedener oppositioneller Redner blieb die Dis⸗ kussion auf einer Basis, die erkennen ließ, daß man im Arbeiter⸗ i die Person von der Sache zu trennen weiß, und das Streben auf planmäßige Förderung und Entwicklung der mit der gesamten Arbeiterbewegung eng verbundenen Sängerorganisa⸗ tion in den Vordergrund stellt. Von mehreren Rednern wurde die mangelnde Anteilnahme der Arbefterpresse an der Arbeitersänger⸗ sache mißbilligend gerügt. Der Bund erfahre leider in weiten Kreisen nicht die ihm als machtvoller Kultur⸗ und Bildungsfaktor gebührende Würdigung. 5 5 Die Beratung der eingegangenen Anträge nahm den größten Teil des zweiten Verhandlungstages in Anspruch. Den Kernpunkt der Erörterungen bildeten die Beitragsfrage, die Arbeiter⸗Sänger⸗ zeitung und die Versorgung der Bundespereine mit, Liedermaterial. Eine weitere Reihe von Anträgen galt dem organisatorischen Aus⸗ bau und den kulturellen Aufgaben des Bundes. Entsprechend dem vom Sgbr. Töpper(Karlsruhe) erstatteten Bericht der vorberaten⸗ den Kommission beschloß die Generalversammlung einstimmig, daß der Zentralvorstand alljährlich je ein obligatorisches Lied für die drei Chorgattungen, Männer, Mischchor und Frauen. herauszubringen habe. Ein weiterer Beschluß macht es sämtlichen Bundesvereinen zur statutarischen Pflicht, auf je 50 Mitglieder mindestens ein Exemplar der Sängerzeitung zu abonnieren. Ein⸗ stimmig wurde ferner beschlossen, den Bundesbeitrag auf monatlich 50 Mark für jedes aktive Mitglied zu erhöhen. Es wurde der Er⸗ wartung Ausdruck gegeben, daß alle Bundesvereine, besonders die der ländlichen Bezirke, diese im Interesse der gesamten Organisation unumgänglichen Maßnahmen zu würdigen wissen. Die Herausgabe eines Bundesliederbuches soll den Vorstand beschäftigen. Einer Anregung des Berliner Volkschors, eine zentrale Vermitt⸗ lungsstelle zum Austauschgroßer Chorwerke zu schaffen. wurde stattgegeben. Zur Hebung und Förderung der Musikkultur innerhalb des ASB. soll ein dreiköpfiger künstlerischer Bei⸗ rat eingesetzt werden. Für die Drucklegung und Herausgabe neuer Kompositionen soll ausschließlich der Bundesvorstand zuständig sein. Angenommen wurde ferner der vom Gau Schlesien eingebrachte Antrag: ee erg aa er e eee eee N „Der Bundestag erblickt ia der musfkalischen Erzke⸗ hung der Jugend eine Kulturaufgabe, die mit allen Mitteln gefördert werden muß. Unsere Volksschüler haben ein Recht auf eine gute musikalische Erziehung. Dem Gehörsingen wird leider immer noch ein zu großer Raum gewährt. Der Ministertalerlaß vom 10. Januar 1914, welcher eine gute musikalische Erziehung fordert, bleibt vielfach unbeachtet. Der heutige Bundestag richtet hiermit an das Ministertum des Innern, Abteilung für Kirchen und Schulen, die Bitte, die unterstellten Dienstbehörden und Lehrer anzuweisen, der musikalischen Erziehung unserer Volksschüler mehr Beachtung zu schenken.“ Die Wahl der Bundesleitung, deren Geschäftsführung am Vor⸗ 9 7 einer scharfen Kritik unterzogen worden war, hatte zum Er⸗ gebnis daß Sabr. Meyer und Fehsel(Berlin) als gleichberech⸗ tigte Vorsitzende amtieren sollen, für die Kassengeschäfte wurde Sgbr. Kaiser bestimmt. Dem Berliner Gau wurde nahegelegt, bei der Hinzuwahl der fünf unbesoldeten Mitglieder seinen Vor⸗ sitzenden mitzudelegieren. Die Kontrollkommission behält ihren Sitz in Leipzig, als Vorsitzender wurde Sgbr. Otto Schmidt wieder⸗ gewählt, auch die Liederprüfungskommission bleibt bis auf einige Ergänzungen die alte. Die Haltung der behördlichen Stellen, die die Frage der Ge⸗ meinnützigkeit für die Gesangvereine verneinen, wurde auf das schärfste mißbilligt. Die Aussprache fand ihren Niederschlag in der Annahme einer Entschließung, die von der Regierung für die konzerte der Vereine die gleiche Behandlung fordert, wie sie den Jugendpflege und Leibesübungen treibenden Korporationen zuteil wind. Bis zur Abänderung der gesetzlichen Bestimmungen vom ). Juni 1921, nach der die Vereine zur Vergüngungssteuer heranzu⸗ ziehen sind, wird die Regierung ersucht, Konzertveranstaltungen, die zum Zwecke der Kunstpflege und Volksbildung unternommen werden, als gemeinnützig zu erklären. Nach Ablehnung einiger veitergehenden Anträge wurde eine Entschließung des Gaues Rheinland, die den Bundesvereinen die Pflege proletarischer TDunst und Ausdruckskultur, mehr als bisher, neben ihren sonstigen Aufgaben 70 Pflicht macht, angenommen. In seinem Schlußwort interzog Vorsitzender Meyer die zweitägigen Beratungen einer usammenfassenden Betrachtung. Er bezeichnete die in den letzten rei Jahren eingetretene Auswärtsentwicklung des Bundes als inen Beweis für die Kraft und Stärke des Arbeitergesanges. Es ei bedauerlich, daß den Vereinen, die Kultur und Kunst in weite Arbeiterkreise zu tragen bemitht seien, jede Fahrgeldermäßigung des Eisenbahnfiskus versagt set. Daß viele Arbeiter sänger noch mmer innerhalb bürgerlicher Vereine ihre Zett verbringen, sei be⸗ hauerlich, hoffentlich lasse die Zukunft auch die abseits stehende Be⸗ imten⸗ und Angestelltenschaft den Weg in die von Klassenbewußt⸗ ein erfüllte Arbeitersängerbewegung finden. Die Heranziehung der Frauen für die Kulturarbeit des Arbettergesanges müsse eine der rtehmsten Gegenwartsgufgaben sein. Der gemeinsame Gesang hes schwungvollen„Tord Foleson“ bildete den stimmungsvollen Ausklang der in allen ihren Teilen sachlich verlaufenen bedeutungs⸗ zollen Tagung, die eine fruchtbringende Auswirkung auf alle Oltieder des Arbeitersängerbundes erwarten läßt. 5 Zugverkehr nach Darmsadt-Mannheim unterbrochen Langen, 29. Juni.(Eig. Drahtb.) Heute, Freitag, morgen kurz vor 6 Uhr haben die Franzosen den Bahn⸗ hof Langen besetzt. Gleichzeitig haben die Fran⸗ zosen die Eisenbahnwerkstätten in Nied a. M. besetzt. Die Arbeiter dort können nicht arbeiten. Bei Langen haben die Besatzungstruppen die Eisenbahnschienen aufgerissen. Da⸗ urch ist der gesamte Zugverkehr nach dem Süden, u. a. nach Darmstadt, Mannheim, Basel gesperrt. Donnerstag nachmittag ist der Bürgermeister von Höchst von den Franzosen verhaftet und nach Wiesbaden transportiert worden. Er wird vermutlich vor ein Kriegsgericht gestellt werden, wegen Nicht⸗ defolgung der 5 in den Bahnübergängen. Dasselbe Schicksal hat den Bürgermeister don Nied ereilt. Ferner hat, der Kreisdelegierte von Höchst zwei Be⸗ — erlassen. Nach dem einen ist es seit Dienstag strengstens unter⸗ die Grenze zwischen 8 Uhr abends und 5% Uhr morgens zu überschreiten. Bei Tage ist das Ueberschreiten nur den Benutzern der Regiezlige gestattet. Die andere Verordnung beschränkt den Last⸗ wagenverkehr.— Man vermutet, daß diese Maßnahmen auf das Bombenattentat in Wiesbaden zurückzuführen sind. . Lichtbildersammlung für den Schulunterricht. Der Landtag hatte dieser Tage der Regierungsvorlage zuge⸗ stimmt, eine Lichtbildersammlung aus Privatbesitz zu erwerben. Ueber die Bedeutung dieser. heißt es in der Vorlage: Der klinstlerische Nachlaß der kürzlich in Darmstadt verstorbenen Photographin Frl. Susanne Homann, einer anerkannten Künstlerin auf dem Gebiete der Landschafts⸗ und Architekturphotographie, ent⸗ hält ein hervorragendes Bildermaterial, das dem Staat zum Kauf angeboten worden ist. Die Homannschen Aufnahmen haben nicht nur in Hessen selbst, sondern weit über die hessischen Landesgrenzen hinaus, auch ins Ausland, den Ruf hessischer Lichtbilderkunst ge⸗ tragen. Mit dem Erwerb dieses Nachlasses wird eine Sammlung von höchstem Wert gewonnen, ferner wird damit zugleich eine Ehrenpflicht erfüllt, indem dem Lande das Lebenswerk einer Künst⸗ lerin erhalten bleibt, deren Bestreben es war, durch ihr künstleri⸗ sches Schaffen den Sinn für die Heimatschönheiten in weitesten Kreisen zu verbreiten und so die Liebe zur Heimat, namentlich auch auf dem Wege über die Schule, zu erwecken und zu vertiefen. Dieser Erfüllung erzieherischer und ideeller Aufgaben steht aber ein sehr greifbarer praktischer Vorteil zur Seite, da der reiche Nachlaß an Diapositiven und dazu gehörigen Negativen und an Postkarten für die Zwecke der Förderung der Volksbildung des Heimatschutzes und der Denkmalpflege, sodann auch für den hessischen Schulunterricht, ferner für Zwecke des Verkaufs und für Zwecke des Tauschverkehrs nutzbar zu machen ist, sodaß die für den Erwerb notwendige Summe nur als Vorschuß zu betrachten ist, der auf einige Jahre zu leisten ist und durch kaufmännische Verwertung verzinst und amortistert werden kann. Der Staat sollte sich daher diese sich ihm vielleicht nicht wieder bietende Gelegenheit nicht entgehen lassen. Nach einem aufgestellten Inventarverzeichnis handelt es sich um etwa 5500 photographische Platten, 2100 Diapositive und rund 20 000 Serien Postkarten zu je 12 Stück, außerdem Diapositivapparate, e Regale und sonstige photographische Gebrauchsgegen⸗ Gleichzeitig mit dieser Sammlung soll auch eine größere Anzahl photographischer Platten, die sämtlich hessische Bau⸗ und Kunstdenk⸗ mäler zum Gegenstand haben und deren Ankauf durch das Denkmal⸗ —— ebenfalls zu günstigem Preis beantragt wird, miterworben werden. Für diese Bestände kann bei Berücksichtigung der hier in Be⸗ tracht zu ziehenden Verhältnisse unseres Erachtens unbedenklich ein Preis von 21 Millionen Mark geboten werden. Da die Nachfrage nach dem Material schon jetzt groß ist, mit Bestimmtheit auf eine günstige Verzinsung alsbald und demnächst auch mit einer Kapital⸗ abtragung zu rechnen. Das Nähere ergibt sich aus den beiliegenden heiden Gutachten der Ministerialabteilung für Bauwesen und der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung. 5 Mit Zustimmung des Finanzministersums beantragen wir da⸗ her, der Landtag möge für Ankauf des vorstehend beschriebenen Bild⸗ materials aus der Homannschen Werkstätte für moderne Lichtbild⸗ kunst einen Betrag in Höhe von 21 Millionen Mark mit der Maß⸗ gabe bewilligen, daß ein für den Staat möglichst günstiger Kaufver⸗ trag mit den Erben der Fräulein Susanne Homann abgeschlossen wird, wobei die Erben unter Umständen an einem höheren Erlös aus dem Verkauf der Postlartenbestände, als er bei Festsetzung einer erordnung betreffend das Niederlassen der Schranken RR Kaufsumme von 21 Millionen Mark angenommen ist, mitbeteiligt werden und zwar bis höchstens zu 7 der Mehrerlössumme; daß ferner dabei gleichzeitig mit dem Lichtbilderverlag von Benzinger in rt, dem vertragsmäßig die Verwertung der Homannschen Diapositive auf 3 Jahre noch zusteht, eine neue eb 8 möglichst günstige Abmachung getroffen wird; daß endlich aus der bewilligten Summe ein Betrag bis zur Höhe von 1000 000 Mark für Ankauf der in zweiter Linie erwähnten Platten verwendet werden darf. — Der Posttarif ab 1. August. Wie bereits berichtet, tritt außer der Portoerhöhung am 1. Juli eine weitere Er⸗ höhung aller Post⸗, Fernsprech⸗ und Telegraphengebühren ab 1. August in Kraft. Die Beratungen über die neue Gebührenvorlage sind im Reichspostministerium abge⸗ schlossen worden. Der vom Verkehrsbeirat beim Post⸗ ministerium gebildete Tarifausschuß tritt am 3. Juli zu⸗ sammen, um zu den Vorschlägen der Reichspostverwaltung Stellung zu nehmen. Das Reichspostministerium schlägt im allgemeinen eine Er hö hung um das 3 fache der am 1. Juli in Kraft tretenden Gebühren vor. Ausgangspunkt der neuen Regelung soll eine Fernsprechgebühr von 1000 Mark sein. Ueber die Höhe der übrigen Gebühren wird uns folgendes mitgeteilt: Post karten im Ortsver⸗ kehr 200 Mark, im Fernverkehr 400 Mark, Brief im Orts⸗ verkehr 400 bis 1 Mark, im Fernverkehr 1000 bis 1800 Mark, Drucksachen 200 bis 1800 Mark, die Ver⸗ sicherungsgebühren bleiben unverändert. Postan⸗ weisungen kosten bis 10 000 Mark 800 Mark, von 10 000 bis 50 000 Mark 1000 Mark, von 50 000 bis 100 000 Mark 1200 Mark, und für jede weitere 100 000 Mark bis zum höchstzulässigen Betrag von 500 000 Mark je 600 Mark mehr. Gewöhnliche Telegramme auf alle Entfernungen: Wortgebühr 800 Mark. Grundgebühr 1600 Mark. Sämt⸗ liche Fernsprechgebühren werden verdreieindrittel⸗ sucht. Ortsgesprächgebühr 500 Mark. Die neue Reglung wird von der Reichspostverwaltung mit der gegen⸗ wärtigen Steigerung der ungedeckten Ausgaben begründet. Der Fehltbetrag für 1923 wird auf 8 Milliarden ver⸗ anschlagt.. — Niederländische Hilfe an Kinder aus dem Ruhrgebiet. Het Volk veröffentlicht in seiner Ausgabe vom 21. Juni einen Aufruf der Amsterdamer Ortsgruppe der Sozialdemokratischen Arbeiter⸗ partei und des Amsterdamschen Bestuurdersbond(Gewerkschafts⸗ kartell), worin die Mitglieder der Partei und der Gewerlsschaften, die ein oder mehrere Kinder aus dem Ruhrgebiet auf die Mindest⸗ dauer von drei Monaten bet sich in Pflege nehmen wollen, aufge⸗ fordert werden, sich zu melden. g Gemeinnũtzige Möbelversorgung für das Rhein-, Main- und Lahngebiet G. m. b. H. Giessen à. L. Lindenplatz 1.— Möbel auf Teilzahlung. Frankfurt a. M., 26. Juni. Bestrafte Ausbenter. Die Inhaberin der Modewarenhandlung Elise Triebig und deren Ge⸗ schäftsführer Otto Schenk, in der Neuen Mainzer⸗Straße 25, haben Heimarbeiterinnen in schamloser Weise dadurch ausgebeutet, daß sie die mit Hungerlöhnen bezahlte Arbeit dieser Heimarbeiterinnen mit übermäßig hohem Gewinn weiterverkauft haben. Die Polizei hat jetzt das Geschäft geschlossen. 0 Frankfurt a. M., 26. Juni. Auch ein Bombenattentat. Mit Sturmeseile verbreitete sich heute früh in der Stadt das Gerücht von einem vereitelten Bombenattentat auf die Börse. Die Sache war so: Ulkige Nachtschwärmer hatten in früheren Morgenstunden ein altes französisches 7,5 Zentimeter Artilleriegeschoß mit einem langen Bindfaden vor dem Börsengebäude niedergelegt. Es gab Alarm, eine Hundertschaft Grüner rückte an, sperrte den Platz weit ab, Tausende von Menschen standen hinter der Postenkette und harrten des furcht⸗ baren Ereignisses. Keiner wagte sich an die Bombe. Endlich geht ein beherzter Mann, ein ehemaliger Feuerwerker, näher, sieht sich das Ding an, nimmt den Zünder heraus und aus dem Innern der Mord⸗ waffe strömt in endloser Fülle Sand, Sand und abermals Sand. Das Vaterland und die Frankfurter Börse waren gerettet. Frankfurt a. M., 24. Jum. Ein wucherischer Buch⸗ händler und seine gerechte Strafe. In bitterster Not verkaufte vor einigen Wochen ein aus Metz vertriebener Konditor einen Klavierauszug aus„Martha“ an den Buchhändler Naumann in der Goethestraße für 600 Mark. Wenige Tage darauf erhielt der junge Mann Arbeit als Kohlenschipper im Osthafen. Sobald er den ersten Verdienst in Händen hatte, versuchte er die Noten zurück zu erwerben. Es wurden ihm für dasselbe Buch sage und schreibe, 13000 Mark von Naumann abgefordert. Der Mann er⸗ stattete Anzeige wegen Wuchers und hatte den Erfolg, daß das Schöffengericht den Buchhändler zu vier Wochen Gefängnis und 800 000 Mark Geldstrafe verurteilte. Naumann legte gegen das Urteil Berufung ein. Die Wucherabtetlung stellte den Wucher sest und sagte außerdem, daß auch geistige Arbester vor der Ausbeutung geschützt werden müßten, und daß die vorliegenden Noten, die ein Sachverständiger als Luxuserwerb bezeichnet hatte einen Gegen⸗ stand des täglichen Bedarfs darstellten. Der Angeklagte wurde wegen Preiswuchers zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Zahlt Buße, so wird die Strasvollstreckung auf drei Jahre bedingt ausge⸗ setzt. Außerdem wird das Urteil in den hiesigen Tageszeitungen mit der Ueberschrift„An den Pranger“ veröffentlicht. k Die Post bestraft ihre eigene Saumseligleit. Am 3. Februar 1909 sandte der Kreisarzt in Eleve eine Post⸗ karte versehen mit dem Stempel„Frei laut Avers Nr. 21“ an einen Buchdruckereibesitzer nach Altenkirchen. Die Karte kam jetzt mach 14 Jahren, 4 Monaten und 17 Tagen bei dem Empfänger an, der aber, da das„Frei laut Avers“ keine Gültigkeit mehr hat, mit einem Strasporto von 60 Mark beglückt wurde. Der Emp⸗ fänger will beantragen daß dem Reichstag ein Gesetz zur Rücker⸗ stattung der 60 Mark aus Staatsmitteln unterbreitet wird. Lastanto mit Vieh umgekippt. Auf der Neuenhainer Straße bei Bad Soden i. T. geriet ein mit Vieh beladenes Lastauto ins Rollen und sauste in immer größerer Geschwindigkeit die stelle Straße hinab. An einer scharfen Wegbiegung kippte der Wagen um. Während die beiden Lenker wie durch ein Wunder nur mit kleinen Hautabschürfungen davonfamen, wurden die Schlachttiere so schwer verletzt, daß sie an Ort und Stelle abgestochen werden mußten. Der zerbrochene Regenschirm. Ein Junggeselle saß mit einem jungen Ehepaar seiner Bekannt⸗ schaft in der Elektrischen. Es war ein regnerischer Morgen. Die junge Frau hatte ihren Schirm so neben sich hingestellt, daß er den Ein⸗ und Aussteigenden beinahe den Weg versperrte. Ein kleiner unachtsamer Bursche stolperte beim Verlassen des Wagens darüber Rolle Toilettenpapier. Sie kostete 1500 Mark und enthielt hren, 5 vom 23. bis einschließlich 30. Junt auf 7800 Mark und die ü 720 Buseck bei Gostwirt Koch . ð vb Kleine Nachrichten. 9 „Quartal ist im Laufe dieser Woche zum Versand gekommen. Orts⸗ er einen Monat nach Rechtskraft des Urteils zwei Millionen Mark und zerbrach den Schirm.„S, das tut mir sehr leid“, stammelle mit einem puterroten Gesicht.„Das macht nichts, mein Junge, bin überzeugt, daß Du es nicht absichtlich getan hast“, sagte lächeln die junge Frau, ohne eine Spur von Unwillen und Aerger zu zeigen. „Nun, daß muß ich sagen“, rief bewundernd der Junggeselle,„Deine Gattin ist in der Tat ein Engel. Jede andere Frau würde den dummen Jungen wenigstens mit ihren Blicken durchbohrt haben, wenn sie ihn nicht mit Worten niedergeschmettert hätte“.„Ja, sie ist ein Engel“, bestätigte der Gatte, indem er die Stücke des Regen⸗ schirms aufhob und seine Frau belustigt anlächelte.„Aber, weißt Du, sie hat mich schon seit einem Monat vergeblich um einen Schirm gequält, und jetzt weiß sie, daß ich ihr einen kaufen muß“. l Vorschlag zur Markstabilisierung. Gestern kaufte ich eine Rolle— bitte nicht zu erröten— eie 13 ge⸗ nauer Zählung 50 Blatt, das einzelne Blatt also zu 30 Mark. dem weiß ich, wie Zwanzigmarkscheine mit erheblichem Nutzen verwenden sind. Besitzern von Zwanzigmarkscheinen bin ich mein Geheimnis mitzuteflen. Es ermöglicht eine Aufwertung de Papiergeldes um 50 Prozent. Sedif Alam. Auch in Ssegerländern ist nichts heilig. 1 Die Flöte aus Holz mit einem Schlüssel aus Elfenbein, auf der“ Mozart als Kind spielte, wurde aus dem Museum für Mustkinstru⸗“ mente in Brlissel gestohlen.. N 0 1 72 17 A. 5 1 109 5 Arbeitsrecht, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung. 0 1„Ausschuß der Provinz Oberhessen. 92 Fee ee 28. Juni 1923 15 a Die Fabrik feuerfester Erzeugnisse Scheidhauer u. Gleßing 155 in Mainzlar soll den Stundenlohn der Betriebsarbeiter über 5 Jahren für die Zeit vom 16.—22. Juni auf 6000 und filr 1 Löhne in demselben Verhältnis erhöhen. Die Streitteile erhielten Erde für ihre Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Schi 5 edsspruches. 1 83 Ohne öffentliche Verhandlung erledigten die Streitteile Fe Lohnstreitigkeiten der Bad⸗Nauheimer und Friedberger Transport⸗ arbeiter und bei der Gießener Darmgroßhandlung Jalob.. Den Klndigungseinspruch eines Hausmädchens der leßener Universitäts⸗Nervenklinik wies der Schl.⸗A. aß. 2 99 „ Humoristisches. 1 Der Druckfehlerteufel, eimnal außer Rand und Band g. kennt keinerlei Rücksichten. Sveben lesen wir in dem Romane dess e e e e Bord“, versicherte fie. weiber ir es gu er an, ö „Hier draußen auf dem Deck habe chmckeipifiiit ckckckck 1 „Hier draußen auf dem Deck habe ich meinen kleinen Garten, einen Kasten mit Hyazinthenzwiebeln!“ 85 1 l Nur gut, daß unter der sicherlich nicht allgemein beraten Fremdsprache gleich die Uebersetzung steht. b. Der umgetaufte Gasthof. In einem kleinem Städtchen lebt — so wird in der„Leipziger Illustrierten Zeitung“ erzählt— eine Wirtin, die sehr hübsch war und deshalb von manchem Reisenden besucht wurde. Ihr Gasthof hieß„Zur schönen Gans“ Als nun der Magistrat befahl, die ähnlich klingenden Gasthof⸗ mamen, wie„Zur schwarzen Gans“, Zur goldenen Gans“ zu ändern, 5 1 e N* e Wirtin in gr erlegenheit. e taufte aber dann, um der Obrigkeit 1 ihrer Eitelkeit zu genügen, den Gasthof:„Zur hübschen Wirtin, vormals schönen Gans“.— Lokale Partei nachrichten. Unterbezirk 2 Großen⸗Buseck. Sonntag, den 1. Juli, nachmittags 2½ Uhr, in Großen. 8 14 Unterbezirks⸗ Konferenz ö Tagesordnung: 9 e 1. Abrechnung von der Maifeier. e 2. Delegiertenwahl zum Landesparteitag. 155 3. Verschiedenes.„ Die Ortsvereine werden ersucht, zu dieser Tages- ordnung Stellung zu nehmen und Delegierte zur Konferenz zu entsenden. N 1 10 Der Unterbezirksleiter: Her ben Bezirksverband S. P. D. Hessen⸗Nassau. Sit Frankfurt a. M., Allerbeiliaenstr. 57, I., Tel. Oansa 8441 ö An unsere Ortsvorstände! 11 Werte Genossen! Das Abkechnungsmaterial für das neue vereine, die bis zum Schluß des Monats nicht im Besitz desselben sind, wollen sich umgehend an uns wenden. l g Die Abrechnungen für das Quartal April⸗Juni bitten wir so⸗ fort fertigzustellen und dem Bezirkssekretariat zuzusenden. Dringend ersuchen wir wiederholt darum, einkassierte Geldern nicht ungensitzt liegen zu lassen, sondern sofort der 1 18 0 Überweisen. Wer anders handelt, schädigt die Partei un ö f schickt entwertetes Geld.. Die Finanznot der Partei ist groß! Eine Anzahl unserer Ortsvereine haben freiwillig der r kasse ihre Lokal⸗Kassenbestände überwiesen, um so die Geldno Partei zu lindern. Ein Beispiel, das wir allen Ortsvereinen nur empfehlen können. 5 25 Die Partei muß dem arbeitenden Volke erhalten bleiben, denn ohne Organisationen der Arbeiter ist eine Revoluttonser ug der Verhältnisse unmöglich. Sie ist das Kampfesorgan, mit dem wir die Reaktion besiegen können und wollen. Deshalb, Genossen, helst und zeigt Opfermut!. 1 Alle in besseren Einkommensverhältnissen befindlichen 8 genossen machen wir ganz besonders auf den Notfonds der. aufmerksagi und erbitten freiwillige Beiträge auf das Postscheck⸗ konto Nr. 29450, Fritz Daemisch, Frankfurt a. M, Allerheiligenstraße 57, überweisen zu wollen. a Mit Parteigruß! 1 9 Der Bezirksvorstand. J. A.: Fr. Daemisch⸗ 3 Versammlungskalender. 218 — Wieseck. Wahlverein. Samstag, den 30. Junk, abends 8% Uhr, bei Gastwirt Wilhelm Bierau: Oeffentliche Ber⸗ sammlung. Tagesordnung: Wohnungsbauabgabe und Woh⸗ nungswirtschaft: Referent Landtagsabgeordneter Mann⸗ Gießen. — Wieseck. Freie Turnerschaft. Samstag, den 30. Juni, abends 9 Uhr Mitglieder⸗Versammlung. Tagesordnung: Bezirksagktationssest in Großen⸗Linden am 8. Juli. 5 — Gießen. Freie Turnerschaft. Samstag, den 30. Jun abends 8% Uhr, Monatsversammlung im Gewerlschaftshaus(Tur⸗ nerzimmer). Tagesordnung: Bezirks⸗Turnfest in Großen⸗Linden am 7. und 8. Juli. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist erwünscht. — Rüddingshausen. Sozialdem. Wahlverein. den 30. Juni, abends 9 Uhr Versammlung im Vereinslokale. Tages⸗ ordnung: Bericht des Delegierten von der Bezirks⸗Konferenz in Gießen. Die Genossen werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Geschäftliches. N Allen jungen Gemssen, wie Karotten, Zuckererbsen, Bohnen, Spinat usw., welche ja bekanntlich immer etwes weichlich 1 geben einige Tropfen der altbewährten Maggi's Würze, vor dem Anrichten beigefügt, Fleischgeschmack. Es muß aber auch wirk⸗ lich Maggi's Würze sein. 5 5