A 7 bernsprether 2008. Kedaltlon: Cießen Bahuboffraße 25 berhessi Organ für die Interessen des werktätigen Volke der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. közeit 1 Cwedition: Gießen Bahuhofstraße 23 Fernsprecher 2008. die Oberb. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen Fer Abonnementspreis mit den Beilagen, Das Blatt der Frau und„Land- birtschaftliche Beilage“ beträgt monatlich 780.— Mek. einschl. Bringerlohn. d s r einschl. Be W- Durch die Post bezogen 788— Gelchen Erfolg haben die„Taten“ sierung gehabt? urch sie veranlaßten Verhängung des Ausnahmezustandes uin ihr Gegenteil verkehrt. stellgeld. Einzelnumm. 30.— Mt Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich; R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie., sämtlich in Gieszen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Angeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(O mm breit) oder deren Raum lokal 10— Mt, auswärts 15.— Met., die Reklamemillimetergeile 50.— Mk. Ben größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabalt gewährt— Anzeigen-Annahme bis 6 Uhr abends. Nr. 24 Gießen, Dienstag, den 30. Januar 1923 183. Jahrgang Hitler siegt! Die bayerische„Ordnungs“⸗Regierung kapituliert. Wird Hitler den angekündigten Kampf wagen? Wird ie bayerische Regierung den Kampf annehmen? Auf diese eiden Fragen mußte der letzte Samstag die Antwort ringen. Sie ist da und lautet: Hitler hat den Kampf ge— wagt! Die bayerische Regierung hat kapituliert! Als am Freitag gemeldet wurde, die bayerische Re— erung hobe den Ausnahmezustand verhängt und den Zarteilag der Nationalsozialisten und die mit ihm zu⸗ ammenhängenden Veranstaltungen verboten, da klatschten ie bürgerlichen demokratischen Blätter lebhaften Beifall. Man muß diese feste Haltung der bayerischen Regierung it Genugtuung verzeichnen. Sie verdient den Dank des zanzen deutschen Volkes dafür, daß sie nunmehr auch in Zaten den Willen bekundet hat, einer etwaigen Ruhestörung srößeren Umfanges mit Nachdruck zu begegnen und ihr orzubeugen“, so schrieb die demokratische Vossische Zeitung. der dayerischen Re- Die Nationalsozialisten dürfen trotz der ren Parteitag abhalten, ihr am Freitag beschlagnahmtes glatt ist wieder frei. Dafür sind aber im Zeichen des Aus- ahmezustandes die Versammlungen der verfassungstreuen Bozialdemokratie, ferner die Versammlungen und das Organ der kommunistischen Partei verboten geblieben. Weil ie Nationalsozialisten der Regierung den Kampf bis aufs Messer angesagt haben, und weil die Sozialdemokraten re Anhänger zum Schutze der bestehenden Staatsordnung zufriefen, wurden ihre Versammlungen verboten und Hitler darf als Triumphator seine Heerscharen in München guflern. Das Berliner Tageblatt schrieb am Samstag über das gerbot der sozialdemokratischen Versammlung:„Wenn die sayerische Regierung wirklich auf Grund der Ausnah sever— ednung Versammlungen dieser Art verbietet, die vom sahten nationalen Geist erfüllt sind und Versammlungen der dationalsozialisten zuläßt, die nach eigenem Eingeständnis ie deutsche Einmütigkeit verhöhnen und angreifen, dann Hürde allerdings die Verfügung zum Schutz der Ordnung Es wäre das ein schwächliches Zurückweichen vor bösartigen Störenfrieden, das sich bald itter rächen würde.“ Die Münchener Post gibt der Vermutung Ausdruck, daß; ir Staatsregierung aus Abneigung gegen die Anerkennung er republikanischen Staatsform nicht das Reqgublikschut⸗ hesetz zur Bekämpfung des Nationalsozialtsmus herange- wogen hat, und daß sie durch ihre Verorduung den Aus- nahmezustand wieder einschmuggeln wollte, den sie unter der stegierung Wirth aufheben mußte. Der Vorstand der sozial— emokratischen Partei Münchens wendet sich in einem Auf— nuf an die iterschaft, in dem darauf hingewiesen wird, aß der Ausnahmezustand sich bisher nur gegen die Izialistische Arbeiterschaft gewendet habe. Es liege ein achgeben gegenüber Leuten vor, die von der Regierung elbst als Verfassungsbrecher bezeichnet worden seien. Hier— nurch mache sich die Regierung vor der ganzen Welt lächer— fich. Es wäre zu befürchten, daß der Ausnahmezustaud sich lediglich gegen die sozialistischen Arbeiter richten werde. Nach all dem, was wir seit den Tagen des Kapp- butsches in Bayern erlebt haben, sind die Befürchtungen unserer bayerischen Parteigenossen leider nur zu berechtigt. Zon einer Regierung, deren Chef Arm in Arm mit Hitler und dem Ueber⸗Hitler Ludendorff marschiert, und deren wichtigster Minister, der Innenminister Schweyer im stabinelt für die Wiedererrichtung der Einwohnerwehren sintritt, ist kein Kampf gegen die Zerstörer der Reichseinheit und die Feinde der Verfassung zu erwarten. Die bayerischen Urbeiter aber werden auch unter dem sich gegen sie wendenden Ausnahmezustand den Kampf für die Erhaltung der eutschen Republik mit derselben bewundernswerten Energie Heiter führen wie bisher. Die ganze Arbeiterschaft Deutsch— nds wird getreu dem Gelöbnis. das sie auf den letzten Der Kohlenkrieg des franz. Imperialismus. Noch keine Errichtung der Zollgrenze. Nach allen Nachrichten, die aus der Peripherie des Einbruchsgebietes kommen, ist anzunehmen, daß die Fran— zosen die Errichtung der Zollinie hinausschlieben, um durch eine längere Beobachtung einen gewissen Ueber blick über die Ein- und Ausfuhr zu erhalten. Die militärischen Absperrungsmaßnahmen der französisch⸗ belgischen Besatzungstruppe um das Industriegeblet gab unserem Essener Korrespondenten am Sonntag Veranlassung, die Peri⸗ pherie des neu besetzten Gebietes zu besuchen. Er schreibt uns darüber: Insbesondere lag uns daran festzustellen, ob im Ernst eine Zoll-Linje, die schon in den allernächsten Tagen in Erscheinung treten könnte, in Vorbereitung ist. Rein äußerlich fiel die äußerst starke Truppenkonzentration besonders auf. Es gibt wohl kaum eine französtsche Waffen- gattung, die an der Peripherie des neu besetzten Gebietes nicht vertreten ist. Während die weiter im Innern liegenden Landge— biete von Soldaten fast frei sind. Neben sehr vielen Aurto-Tauls sind mehrere 12 Zentimeter-Vatterien zu sehen. Stark fallen auch die vielen Sanitätskolonnen ins Auge und besonders rege ist der Autokolonnenverkehr. Zolltechnische Vorbereitungen haben wir uscht bemerkt. Die verschiedensten Vertreter der maßgebenden Behörden in den von den Französen selbst als künftige Zollstationen bezeichweten Ori shasten sind von der Besatzung über die zolltehnii hen Vorde⸗ reitungen irgend welcher Art bisher nicht unte eich et worden. Ste haben auch nicht den Eindruck, daß Vorbereitungen im Garn ge siud und eine Erhebung von Zoll schon in den a! lernächsten Tagen ermöglichen könnten, glauben aber aus Unterredungen, die sie zum Teil mit französischen Off'ziexen hatten, die Ver- nrutung hetzen zu können, daß die jetzt eingeleiteten malitäxrischen Mot nehmen in ihrem Endziel auf die Schaffaag einee Zoll-Linie Uinauslausen. Mit einer Kontrolle der Güterzüge ist in aller kür⸗ zester Zeit bestimmt zu rechnen. Vorläufig wurde nur der Bahn⸗ hofsvorsteher in Hörde, das als Zollstation von der französischen Presse bezeichnet wurde, von einem französischen Offizier offiziell gefragt, ob er bereit sei, alle passiexenden Güterzige in Zukunft 15 Minuten halten zu lassen, um eine Kontrolle zu ermöglichen. Die maßgebenden Eisenbahnbeamten glauben, daß durch eine Ueberwachung des Güterverkehrs für das innere Deutschland, wenigstens für die erste Zeit nicht zu unterschätzende verkehrs⸗ technische Schwierigkeiten eintreten, auf die man sich vorbereiten sollte. Im Einzelnen sind sie aber der Meinung, daß es, den Fran⸗ zosen nicht genügt, das Verkehrswesen in dem bisherigen Maße regelrecht aufrecht zu erhalten. 1 75 Zusammenfassend kann man sagen, daß eine Zoll-Linie in den nächsten Tagen nicht in Erscheinung treten wird, daß; aber mit einer Ueberwachung der Züge bestimmt zu rechnen ist. Was wollen die Fraumänner? Wie der Sonderkorrespondent des Soz. Parlaments- dienstes aus äußerst zuverlässiger französischer Quelle er- fährt, läuft die französische Taktik darauf hinaus, die Ruhr— talbahn, das ist die Strecke von Diisseldorf— Kettwig Hattingen nach Schwerte vollständig zu militarisieren, um die zur Versorgung der Truppen notwendigen An- und Ab- transporte sicher zu stellen. Außerdem soll die Linie Düsseldorf— Oberhausen— Osterfeld— Recklinghausen— Lünen zum gleichen Zweck vollkommen militaristert werden. Kontrollstellen zur Ueberwachung der auf den anderen Strecken fahrenden deutschen Züge sollen sofort eingerichtet werden. Erst nachdem die gesamten Eisenbahnlinien fest de der Hand der Besatzung sind, will man an die Errichten von Zollstellen gehen. Wo der Militarismus haust. Die Anforderungen der Vesatzungsbehörde sollen der Stadt Essen bisher Ausgaben in Höhe von 250 Millionen Mark verursacht haben. Diese Ausgaben bestanden in der Lieferung von 164 Betten, 175 Tischen, 304 Stühlen und Sesseln, 24 Schreibtischen, 40 Beleuchtungs⸗ körpern, 5 Vorhängen, 670 Strohsäcken, 314 Matratzen, 360 Bett⸗ decken, 144 Vettischern, 18 Handtüchern, 118 Haushaltungsgegenstän⸗ den, 15 Oesen, 22 Schränken, 20 Schilderhäusern, 87 Wegschildern, serner Bureauutensilien, darunter 9 Schveibmaschinen. Die Klagen über umfangreiche Lebensmittelankäufe durch Angehörige der Be⸗ satzungsbehörde mehren sich fortwährend. Im stüdtischen Kranken- haus in Essen sind 250 Betten beschlagnahmt, ebenso die beiden Jso⸗ lier-Pavillons. Die französischen Streikprovokationen. Aus dem Ruhrgebiet wird uns unterm 28. Januar ge- schrieben: Jin allgemeinen hat die Lage im Verlaufe der letzten beiden Tage wesentliche Aenderungen nicht erfahren. Die Truppenbewegungen werden in erheblich geringerem Umfange fortgesetzt, woraus zu schlie ßen ist, daß der militärische Gürtel um das besetzte Gebiet geschlossen ist. Auf der Eisenbahn ist das Personal, das bereits am Freitag und vorher in den Streik trat, auch weiterhin im Ausstand. Einzelne Bahnhöfe haben sich neu angeschlossen. Die Versuche der Besatzung. Lebensmitteltransporte zu fahren, endeten wieder mit mehreren Zug- entgleisungen. Die Franzosen arbeiten darauf hin, das Eisenbahnpersonal zum Streik zu provozieren, da die gestern gehandhabte und heute vereinzelt fortgesetzte Methode, das Personal aus den Bahnhöfen ohne wefteres auszuweisen und dann selbst den Dienst zu verrichten, als bequem empfunden wird. Ihr Verlangen geht dahin, wenigstens, soweit die Strecke Duisburg⸗ Oberhausen-Essen in Frage kommt, den Dienst nicht vom deutschen Personal verrichten zu lassen. Das geht daraus hervor, daß das zweimalige Angebot des Duisburger Oberbüürgermeisters, im Streik des Duisburger Vahnpersonals zu vermitteln, von der Besatzungs⸗ behörde gar nicht beantwortet wurde. Im deutschen Interesse ist dringend zu wiünschen, daß sich die Eisenbahner nicht bei Kleinlich⸗ keiten zum Streik hinreißen lassen. Zu berücksichtigen ist, daß ein Verkehrsstreik in dem Umfange, wie wir ihn jetzt im Zentrum des Industriegebietes zu verzeichnen haben, auch gewisse Gefahren für die deutsche Bevölkerung, insbesondere die Arbeiterschaft, mit sich bringt. Eimmal stockt die Lebensmittel zufuhr, hinzu kommt, daß der weiter verarbeitenden Industrie keine Rohprodukte zugeflührt werden können, sodaß mit Betriebseinstellungen zu rechnen ist. Unsere Eisen⸗ bahner haben die Taktik der Frangosen erkannt, sie werden ent⸗ sprechend handeln. Bergaebeiterstreiks sind im Ruhrgebset nicht zu Fesigestellt ist aber, daß die Besatzung einen allgemesnen Bergarbeiterstreit wünscht, um auf diesem Wege die Bergarbeiter für sich zu gewinnen. Die Franzosen haben, wie einwandsfrei nachgewfesen, werden kann, Agktatoren zu den einzelnen Zechen entkandt und die Betriebsräte verzeichnen. aufgefordert, so hohe Forderungen zu stellen, daß sie von den Zechen abgelehnt werden. In solchen Fällen will dann die Be⸗ satzung eingrelsen und den Arbeftern den geforderten Betrag Auf der Zeche Westend bei Dufsburg⸗ Meiderich wurde Lohnfsorderung abgelehnt. Die Besaß⸗ zahlen. z. B. eine kommunistische ieee eee garteitagen ablegte, gemeinsam mit ihren bayerischen Brüdern diesen Kampf zum Sieg führen. Das Pro ramm der Mü che ner Faseisten. Der Hitlerparteltag in Milnchen verlief, wie man bis jetzt über- sehen kann, ohne größeren Zwischenfall. Um den Velagerungszustand und die damit verbotenen Vorschristen und Verbote kümmerten sich die Nationalsogiallsten allerdings nicht im geringsten. Man veran- staltete die geplanten 12 Versammlungen, obwohl nur 6 gestattet waren. Dabei nahm man ilberall eine gemelnsame Resolution an, die nicht nur gegen den„Versuch der Sabotage des Parteitags durch die bayerische Regierung“ protestierte, sondern überdies verlangte nun, den Tiraden der Festredner entsprechend, u. a. folgendes: „Sosortige Ungültigkeitserklärung des Versailler Friedensver— trags. Einstellung aller Geld- und Sachlieserungen an die gesamte Entente, Durchführung einer Geld- und Währungsreform, Erlaß eines Gesetzes zum Schutze des Vaterlandes(als ob das nicht schon bestände im Gesetz zum Schuß ber Republit), rücksichtsloser Kampf gegen alle Vaterlandsverräter(wie sie sie ausfassen), Aufhebung des Gesetzes zum Schutze der Republik, Befreiung aller elngekerlerten Vaterlandskümpfer, dafür Bestrafsung der„Nopember-Verbrecher“ und schließlich die Tobesstrase sür Schieber und Wucherer.“ Die Fahnenweihe der Stucmeruppen. Am Sonntag sand dann nach dem Auftakt vom Samstag die ür sie war der Zirkus Krone vorgesehen. schwarzem Hakenkreuz auf weißem Felde, die Fahnenträger vfelsach in Unfsorm und Stahlhelm. So groß die Aufmachung war, so ge- ring die Anteilnahme der Bevölkerung, die recht spärlich in den Strassen vertreten war. Natürlich kümmerte man sich auch um die Banamelle nicht, zog mit Bannern durch sie vor das Armeemuseum, wo Oberst Kylande seiner Freude darilber Ausdruck gab, daß Herr Hitler und seine Leute die bayerlsche Ordnungsregierung auf die Knie gezwungen haben und der Velage rungszustand sich nur gegen links auswirkt, wie das in Bayern so üblich ist. Die Thüringer Regierung greift ein. Abgefaßte Faselsten. In Gera wurde am Samstag abend im D. Zug Leipzig.— München ein Transport von etwa vlerhundert Nationalsozlalisten von der Thüringer Landespolizel abgesaßt, und in der Geraer Kaserne in Haft gesetzt. Unter den Verbafteten befand sich eine große Anzahl Offizsere, während der ganze Zug unter Führung des in Thüringen bekannten Hauptmanns Lampel stand. Eine An- zahl der Leute war mit Pistolen, Revolvern und Gummiknippeln ausgerlstet. Stahlhelm, Halenkreuze, Maschinengewehre und an⸗ dere Abzeichen verschiedener Art wurden sestgestellt. Unter den Zioilmänteln trugen. viele Teilnehmer Uniformen. Sämtliche Leute mußten die Resse abbrechen und wurden einstweilen in der Gerger Kaserne internlert. Inzwischen hat eine Vernehmung aller Teilnehmer an dleser Fahrt stattgefunden. Ejne eingeleitete Unter ⸗ suchung wird ergeben, inwleweit sich einzelne Teilnehmer der Erxpebstion strasbar gemacht hahen. Der ganze Transport ist heute nachmittag nach Leipzig abgeschoben worden. Das Thürlngische Stankamintsterlum hat, veranlaßt durch biesen Vorfall, auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung unter dem 27. Januar zur Aufrechterhaltung begw. Miederher⸗ stellung der öffentlichen Slcherheit ung Ordnung für den Stadt- und Landkrels Gera den Ausnahmezustand verhängt. Zur Durch- führung der Verordnung it der Kreisdirektor, Genosse Drechsler. zum Regierungstommissar ernannt worden. ungsbehörde erklärte sich sofort bereit, die geforderten Beträge zu zahlen. Die Bergarheiterschaft ist auf diese Methode aufmerksam gemacht, sie wird wissen, was sich den Agitatoren gegenüber ge⸗ bührt. die die vorstehende Methode empfehlen! Die Besatzung schätzt die Stimmung der Arbeiterschafto falsch ein. Unsere Arbeiter sind sue der Tragweite des Ahwehrkampfes, den sie gegenwärtig subren. ewußt, das zeigte die heute nachmit⸗ tag abgehaltene Konferenz der Bezirksleiter“ der freien Gewerk⸗ schaften in Essen. Die Berichte, die hier unter den einzelnen Or⸗ ganisationsvertretern, seien es Bergarbeiter, Eisenbahner, Bin⸗ nenschtiffer oder Metallarbefter, wiedergegeben wurden, sprachen für 5 d e Kampfesstimmung. Kampf der Gewalt ist und leibt die Pärole des werktätigen Volkes an der Ruhr! r Einstellung des linksreinischen Zugverkehrs. Am Sams ag vormittag sollten auf dem Bahnhof Koblenz Sen eu und e regitirsert werden.— Französische Truppencdteilungen besetzten den Hauglbahnhof und den Bahnhof An 3. Das Eisenbahngersonal stellte den Dienst ein. Bis fezen 1 Uhr kanten noch Züge aus der Nichtung Köln an. Abge⸗ lassen würden dagegen keine weiteren, so duß der gesamte Verkehr i MNheinfeite als eingestestt gelten kaun. Die Eisen⸗ bahner haben beschlossen., den Dienst nicht eher wieder aufzu⸗ 0„bes die Bahnhöse von den Truppen geräumt und die Re⸗ Afseron des Eisenbahnmaterials aufgehört hat. Auf der rechten Seite geht der Verkehr zumichst in beiden Richtungen weiter. Die ee e 255 Anssicht ien e 8 ö en Reisenden begaben sich zum größten Teil na ieder⸗ E Ehrenbreitstein. Französische Eisenbahner in der Pfalz. Seit Samstag ist die Hauptstrecke Homburg(Pfalz) bis Lud⸗ wigshafen mit französischem Eisenbahnperfonak besetzt Eine milt⸗ sche Besetzung fand nicht statt. Wie die(französische) Sub⸗ kommission der Ludwighafener Reichsbahndirvektion mitteilt, soll Die Besetzung mit französischem Bähnpersonal etwaige störende Eingrifso von dritter Seite verhüten. Die Sußkommission erklärte der Direktion ausdrücklich, daß das franzöfische Personal Be⸗ sehl habe, nicht in den Betrieb einzugreisen, ebenso sich jeder Fragestellung an die deutschen Eisenbahnbeamten mit Bezug auf den Betrieb zu enthalten. Auch hätten sie nicht zu böfürchten, etwa von franzäßschem Personal verdrängt zu werden. Es kommen ur die hefetzte Strecke etwa 1000 französische Eisenbahner in Be⸗ Hach. Bis lebt wickelt ich der Betrieb ruhen ab. Französische Kriegsmarine für die Nheiunschiffahrt. 2 Meldungen aus Brest zufolge sind dort 25 Mgrine⸗ iziere und 150 Matrofen eingeladen worden, ü die hisfahrt im Rhein⸗ und Ruhrgebiet in Gang zu bringen. Delegerungszustaud im Katleugebiet von Mörs. Die Juteralliierte Rheinlandkommission hat über den Teil der belgischen Besatzungszone, in dem das Kontroll- gebiet Mörs liegt, den Belagerungszustand verhängt. Di lärung für diefe Maßnahme ergibt sich aus folgender Abeböbng: 20 Vorgehen 12 Nhe agen den Landrat 10 den Mürgermefster von Moers, die von der belgischen Besatzungsbehörde ihres Amtes enthoben worden sind, hat im linksrheinischen Jndustrie⸗ felt der Klei men liegen still. Die öffentlichen Aemker, Poft⸗, Tele⸗ graph und Fern 1 Fend idem Verdehr geren: das Jernspreachamt vermittelt nur Dienstgospräche. Auch die Schulen find oschtussem Die Geschäftsleute sowohl in Moers wie in Homberg bahnen sich an der Kundgebung durch Schließung der Läden beteiligt. en enn end über Aachen. Am Sams dag vormittag verhängte die belgische Besatzungsbe⸗ hörde auc iget dachen der Veindkrints ud dis dum 5. Februar. Die Weilänmter von Due burg und Düsseldorf 5 e 7 besetzt. 5 Die Franzosen haben am Sonntag die Postämter von Duisburg und Diffeldorf mit Truppen besetzen lassen umd die Beamten und Beanttimien aus dem Gebäude gewaltsaun entfernt, angeblich, weil Frensprechleitunsen der Franzssen zerstört sein sollten. Die franzö⸗ sische Besatzungsbehörde hät den Bürgermeister Schmidt und den Regierungsrat Börke von Düsseldorf ausgewiesen und in das unbe⸗ Lei Gebet egen 10 Pas mheinlaupkabet durch geschnitten. 1. 6 je die Telegraphen⸗Union aus zuwerlässtger Quelle erfährt, * 0 1 15 iederherstellungsarbetten ausfüh e Zugentgleisungen. Die Versuche der Franzosen, mit eigenem Personal auf den stilliegenden Strecken des Ruhrgebietes den ale e wie⸗ der aufzunehmen, sind bisher fast ganz erfolglos gebli en. verschiedenen Stellen sind Züge, die von den Franzosen mit ihrem Personal abgelassen en, entgleist, sodaß die Verwirrung auf den Eisenbahnstrecken immer größer wird. Unter den vielen Entgleifungen der von den Franzosen versuchten Transporte, ist auch die des Sonderzuges des Chefs der Ingenieure, Coste, zu er⸗ wähnen. Der Salonwagen entgleiste auf der Strecke Düsseldorf⸗ 8 7 Am Sonntag wurden im Industriegebiet nur 5 W verfangt, 7000 leere. Wügen waren noch vorhanden. 5 Ausweisungen und Proteste. 2 5 2 g 7 Die Ausweisungen gehen in Massen weiter Oberbürgermeisten Dr. Külb von Age it am Saus tag abend ins Krankenhaus abgeschobe nach Darmstadt en worden. 5 N tenvexsammlung nahm Stellung gegen die Ausweisung Bürger⸗ Reiste Welann iömete dem Scheidenden herzliche e worte. Ir einer Entschrteung sprachen ihm dre Stastvetovöneten Dauk und Anerkennung aus und erklärten, er Heile nach mie vor der Oberbürgermeister. 5 5 Der Erlaß, wonach die Polizei der De hörde unter⸗ stellt ist, wurde wieder gufgehoben. Das Hauptzollamt ist van französischen Zollbeamten besetzt. Am Sonntag früh wurde der Bürgermoistre- Hill mit. Vestündiger Frist von Alzen ausgewiesen. Kein Hungerkrieg? Die aus den militärischen Absperrungsmaßnahmen mit Recht gefolgerten Befürchtungen, daß Frankreich darauf hin⸗ zielt, die Arbeiterschaft des Ruhrgebietes durch Hunger ge⸗ fügig zu machen, hat den Regierungsprasidenten in Düssel⸗ dorf, Genossen Grützner, veranlaßt, ein Schreiben an General Denvinges zu richten. Grützner verlangt in dem Schreihen. eine authentische umgehende Erklärung, ob irgend ekwas, was einer Hungerblockade auch nur im ent⸗ ferntesten ähnele, von den Regierungen Frankreichs und Belgiens beabsichtigt sei. 0 e a General Denvingens bat nach Riicksprache mit General Degoutte auf die Ueberreichung des Schxriftstückes eine mündliche Antwort gegeben, in der er u. a. mitteilte, daß die Gerüchte über eine geplante Alsshungerung ahne jede Grundlage seien. Die französische Besatzung würde der Durchführung der Lebensmitteltransporte keine Schwierig⸗ Denvinges noch ausdrücklich darauf hin, daß das Ruhrgebiet nicht ausgehungert werden soll. Eine bestätigende schrist⸗ liche Antwort soll sofort folgen.. 2 1 0 Ausschlaggebend für die Wirkung dieser Erklärung ist natürlich deren schriftliche Wiedergabe. Trotz der Zusiche⸗ rung, daß an eine Aushungerung nicht gedacht sei, müssen die deutschen Behörden jedoch für kurz oder lang mit einer systematischen Abschnürung des Industriegebietes vom übrigen Reiche rechnen. Soweit wir unterrichtet find, ist eine derartige Maßnahme den in Essen weilenden französi.⸗ schen Journalisten auch als in der Absicht Frankreichs und Belgiens liegend, halbamtlich mitgeteilt worden. Der Hin⸗ weis, daß vorkäufig kein Zoll erhohen werden soll besagt gar nichts. Vaflänig sind die Franzosen aufferstande, Zoll zu erhehen, weil die notwendigen Vorbereitungen hierzu nach nicht abgeschlossen find. Wenn man nicht daran denkt, Zölle zu kassieren, warum werden dann aus Elfaß⸗ Lothringen deutschsprechende Zollbeamte angefordert? Der Wine zum Abwehrkampf unerschüttert. Samstag nachmittag fand in Essen eine Besprechung sämtlicher Bezirksleiter der freien Gewerkschaften in Gegen⸗ wart des Regierungsprässdenten Grützner über die allge⸗ meine Lage statt. Die Konferenz suar einmütig der Auf⸗ fassung, daß der Kampf gegen die Gewalt im Ruhrgebiet im bisherigen Maße fortgeführt werden muß. Scharfe Kritik wurde au den nationalistischen Demonstrationen geübt, die in den letzten Tagen in den einzelnen Städten des Ruhr⸗ gebietes stattfanden. Es wurde der Wunsch geäußert, daß die Reichsregierung in einer öffentlichen Aufforderung die Bevölkerung nochmals ermahnt, Kundgebungen zu unter⸗ 88 e schaft nur geschwächt werden kaun. Auch sversorgung stand zur Debatte. N der Zechendirektoren Menschen. An di Vor gebungen beim b 82 2 si 2* 7 ligten sich ungefähr 400 sich ein F Umzur d die gebracht. Aufnahme der Arbeik könnte auch Fört spät lungen. 90 kann? Man gibt zu berstehen, daß die Was wird werden Pumkte hervorzuhesen: Die amerihzmische Vosatzu gültig an Frankreich übergeben. Damit hat sich den Macht raukreę die Lage für Deutsckland, d Volksgenossen am Rhein. Eugland wird sich dem amerikanischen Schri e Fe Entschluß d lassen, durch die der entschlossene Abwehrwille der! Wie die Kommunisten den französischen AQnmperialismus bekämpfen. dem Burgplatz in Essen fand am Samstag antiche, Senoner statt, die als Antwort den der er Arbeite wurden Nieder⸗ auf die S. P. D. und die Arbeiterzeitung Arbeitsaufnahme in Trier. Der französische Bezirksdelegierte hat im Laufe Samstag nachmittag auf den Druck der Gewerkschaften der Straßenverkehr zur Nachtzeit ist wieder gestattet. Verordnungen, die ihrem Wesen nach dem kleinen lagerungszustand gleichkommen, bleiben aufrecht erha Für den Rest des Tages unterblieben größere A Die Gewerkschaftsinter nationale. In der am 25. Januar abgehaltenen Sitzung Internationalen Gewerkschaftsbundes wurde besch alle angeschloffenen Gewerkschaftszentraken zwersuc dem Vorbilde des Niederländischen Gewerksckaftsdu der eine erstmalige Spende von 150000 Guld Verfügung der Arbeiter des Ruhrgebietes gemucht zu fokgen und der deutschen Arbeitern in ihrem K gegen die Besetzung des Ruhrgebietes anfehnliche! betrüge zur Verfügung zu steklen Das Gelv solk dm dem Juternationaken Gewerkschaftsdund kur Einyes vernedmen mit dem deutschen Gewerkschastsbund au schließlich zur Unterstützung des proteturtschen Kauf gierung durchaus nicht grundfsttzlich gegen eine Re debatte im Völkerbund ist, aber diefe Debatte a t genbli für unannehmbar dn Nerger a eee, Frankreich stimmen und guf einer derartigen Debgzze hen Je fai de Neolt ech ze er d eben. Unter den welkpolitischen Ereignissen der letzten Tage sind vie Brückenkopf Coblenz nach Abzug der amerikanis a Vereipigten. Staaten demonstrativ pon den. Esszanissen in Eurm abgewandt. De and kann dses mag sie auch einen lichen Sta Fra Ar hebelern J „im Nheinlond, desto ungiuffiger, nd die Weiden. — strupgen bseiben es euglischen 115 rde müitnehr d die Lebe edacht war. Esch N er erfolgen. frältz 5 a b 8 en Truppen. die Neger tt nicht anschliah 5 Roman van Nobert Buchanan. Meister Arfoll war ein Wanderschullehrer, der unter⸗ richtend von Ott zu Ort, von Gehöft zu Gehöft zog. Rohan gehörte bei seinen vielen Schülern. Gar oft hatte er seinen Lehren gelauscht— bei schönem Wetter auf der Wiese, bei Ichlechtem in einer stillen Küstenhöhle. Arfoll war ein Tläumer und hatte auch den Knaben träumen gelehrt. Er hesuchte nie eine Kirche und betete nur in Gottes freier otur, deren größter Bewunderer er war; er plädierte für vollkommene Religionsfreiheit, und doch lehrte er kleine Kinder die Bibel lesen— dieses Buch der Bücher, wie er agte. Gar mancher Priester, gar mancher Soldat nannte ihn Freund, und doch haßte er nichts so sehr wie kirchliche Zeremonien und Feldschlachten. Kurz und bündig: er war ein Ausgestoßener, sein Bett die Erde, sein Dach das Himmelszelt, aber er war von der Heiligkeit der Natur er⸗ füllt und irrte wie ein ruheloser Geist von Ork zu Ort, heiligend und geheiligt. Seit seinem letzten Besuch in der Gegend waren bereits einige Monate verfkossen; deshalb erregte sein plötzliches Er⸗ scheinen Staimen. b f 5 „Sie find ein seltener Gast, Moeister Arfoll,“ bemerkte Rohan, nachdem sie sich die Hände gereicht. „Ich hin diesmal recht weit fortgewesen— bis Brest,“ lautete seine Antwort.„Ach, meine Reise war eine sebr, sehr traurige; in jedem Dorfe habe ich Rachel um ihre. Kinder weinen gesehen. Große Veränderungen sind vor sich ge— anden und wir häben noch gräßere zu erwarten, mein „Föhn. Ich bin zurückgekehrt und finde den Menhir unver⸗ ändert. Nichts ist bleibend als der Tod. nur dieser ist ewig.“ 5 8 Sie bringen also böse Nachrichten. Meister Arfoll?“ fragte Rohan bostürzt Der Deserteunr. „Woher sollte ich gute bringen? Ach, meine Kinder, ihr seid noch jung und begreift noch nicht den Jammex der Welt. Sagt mir, warum soll gerade dieses kalte, leblose Ding bleibend fein,“ fuhr er, abermals auf den Menhir deutend, fort,„wenn Menschen, Städte, Wälder, Verge und Flüsse, Götter auf ihren Thronen und große Herrscher guf den ihrigen vergehen und kein Zeichen zurücklassen, daß sie je gewesen? Vor tausend und abertausend Jahren floß Blut und diese Geschichte wiederholt sich heute noch— Menschen werden noch immer geopfert.“ Er sagte dies in leisem, traurigem Tone, als ob er mit sich selbst spräche. Und jetzt bemerkten die zwei jungen Menschenkinder erst, daß er ein Buch in der Hand hielt, aus dem er gelesen batte— eine alte Pibel in der Bretagner Mundart, aus der er zu lehren pflegte. Alle drei schritten jetzt fürbaß nebeneinander her. bis sie das Ende des grünen Platequs erreichten. Tief unter ibnen, fast am Meeresrande, lag Kromlaix ausgebreitet mit seinen blau und weiß getünchten, mit Schindel und Stein⸗ dächern bedeckten Häusern. Zwischen diesen zerstreut er⸗ hoben sich auch einige aus alten Fischerbooten errichtete und mit Stroh bedeckte ärmliche Hütten die zumeist nur als Aufbewahrungsert für Netze, Segel. Ruder und andere zum Fischfang nötige Dinge dienten oder als Kuhställe ver⸗ wendet würden, aber manche waren doch auch von armen Familien bewohnt. 5 72 N 3 Das Dorf liegt dicht am wilden Ozean gebettet: seine Wasser kriecken unterirdisch mefsenpeit landeinwärts,“ bis sie endlich in die grünen, salzigen Pfützen sprudeln, die die öden, meloncholischen Sümpfe von Ker on bilden. Es ist ein einsames Dorf, meilenweit von anderen entfernt und täglich den Stürmen ausgesetzt, die ihm Vernschtüng bringen können. Soweit das Auge blickt, nichts. als eine endlose Wasserfläche und eine zerrissene, zerkbiftete Aippenwelt, welcher Sturm und Wasser die phantastischsten und über⸗ tigendsten Gestalten⸗ wäl Leute hinunterblickten, atmete die ganze und Heiterkeit. Um die Boole herum Männer lungerten in Gruppen von zweien von dem vam Meere heraufgewehten Salzr schreckliche Geschichte würde er erzäblan l Fluß das Tal durchschlängelte Eine große Götter an.“ a f „Ich habe schon den urs davon erzö der Weihnacht lauscht, könne unter dem W ihrem Tode daß sie all das gebört babe.“ glguben Sie sehr pieles nicht. Wutter Brien fromme Frau und pfleate nie zu lügen (Fortsegung solgt! verliehen haben. An stürmischen Tagen macht es einen ganz traurigen und düsteren Ein, druck. Zur Zeit aber, da Arfoll und die beiden jungen Sande, ihr Pfeifchen rauchend oder Netze flickend. Der Rauch stieg aus den Schornsteinen kerszengexade zum Him mel empor, und dieser leuchtete im helsten Blau. Ae w still, und man glaubte das Dorf atmen zu hören pie schlafendes Wesen. Auf efner kleinen Antißhe erhob sich vom Friedhof umfäumte rotgranttene Dorfkirche, deren Turm mit grünen Moosen überrankt war, das Doch glitzerle „Wenn der Stein dort drüben raden önnze, el saogte Meister Arfoll, in die Tiefe blickend.„Es gaß eine Zeit, da der Runde ein michtiger Krwafd asisdehte und ei 4 „ bkühende Sad erstreckte sich an seinen Ufern und das Volk botete seltsam merkte Rohan.„Wie merkwürdig! Man sagt au läuten und die Toten durch die Straßen ziehen hören alte Brieux, die vergangene Weihnachten arb, erzählte „Das ist Altweibergeschwätz, Aberglauhe! Die Toe schlafen,“ entgegnete der bande ehren n 1 9 5 Dieses Lächeln empörte die abergläubische Märcellez sie nahm ihren Mut zusammen, um die alten W 29 zu verteidigen:„Sie glaußen's nicht, Menter Arfolfs“ Gegend Frieden wien a, und dreien“ N 1 bi ei 15 In *„ hlen hör ch asser die Glocen 4811 1 v war eine D 1 ch in das 1 as 0 5 1 Verkrags⸗ net hat) N10 0 5 den. Euts. hell der er lis en Gerichte 1 e 1 g 1 ug. wie sedt N 1 in, N Ne 5 0 ae ee e e are ge ut. 2 r 2 sclend del alle bat das Morgtöriuinsgesucht 25 1005 das Mor msgesu eu der Londdner Jaglungsdlan wieder in is dat 4. Jau Jedoch nach diesen kleine i platz Die Abschnütring des Ruhrgebiets“ solkte in der Nacht zum Semstag vollzogen sein, jedoch ist der Verkehr zwischen dem Ruhr⸗ gebiet und dem Reich auch aun Samstag noch nicht unterbunden ge⸗ wesen. Es war von nornherein nicht damit zu rechwen, daß derart einschtieidende Veränderungen gleich nach Inkrafttreten der Maßiahmen jäßin funktionierten. Es wird abzuwarten sein, meichem Maß die Abriegelnng des Ruhrgebietes Frankreich ge⸗ * E ird. F ere 4 Nee 1 7 Man wird damit rechnen mlissen, daß Frankreich zunächst , en ae endete Sehen g a u verzeichnen hat, daß im Laufe der Zeit sich aber ernstere Wir⸗ ungen he kaltesstelten werden. In dem Maße, wie das geschleht, stoiceert sich der Abwehrkamuf. Ihn nicht ins Choatische ausmünden iu fessen wird ee ernste⸗ Kufgabe seim Was wir bisher im Ruhr⸗ gebiet falen, mar ledlalich 1 h Vorpostengenlänkel. e bibensiver die Abschittririg gelingt, desto größer müssen die 8985 fer dee Reschseinheit Were kommt Ac Ker an, di Teng zn derzögein und z verhüten, daß der von Frankresch an die Stelle des deutschen Verwaltangsapparates gefetzte Apparat funktioniert. Man wird da hinarbeiten müssen, daß der fratzö⸗ g e e e NHukosten arbeitet und daß Frank⸗ Witze dent 5 ie einen möglichst geringen Gewifm erzselt. Wizeuelbeklich liegen die Dinge do, daß der französtsche Frank l 5 ufen, weir ihr die Koks⸗ ohlen⸗ uur aus dem. Puhrgebtet fehlt. Durch die lee passive Resistenz 4 en sich also lass Erfolge erzielen. Man wird diese Methode nüch⸗ deer ud energisch sortsetzen können. Gelingt es, die sranzössichee Aktion für längere „Zeit in ein Unternehmen mit Unterbilanz zu ge⸗ b e dic ee Frahtreich an seiwan empfirdlichsten zu txeften. ichternheit und Ausdauer, Sparsamkeit mit den ö u Käß Einsetzen des Widerstandes an den Punkten, ice Ar been hotig 0 It hesagt worden, der Kampf lichen Schoerigleiten bieten, wenn es gelinge, dae Nuurebiet mit bensmftteln as übrige Deutschland mit Köhle zu versorgen. Das iit richtig. Es ist 3 band spontane Sammlungen für 25 n. Fe e— 8 5 Ausland reichliche Mittel zu⸗ en. e Sammlungen zeigen, für die Tae e der ae den militärischen Zwang stehenden n der e ale. 2 W der ganzen in reichem Waße zufließen. Ar ollte ein Ansporn 125 5 5 5 en Sersch 3 1 o mehr, äs die eiste Uebersich üben die zu⸗ 5 geben saheint, daß der dringend⸗ Angriffsflächen ergeben, sind in diesem 0 Ni dafür zu sen Notlage abgegalsen weden dunn. Nicht vergessen werden solk, nere Iuternakanale zu dem Kamwpfsends genen der fangs. fischen Pelitariesmns mit Gus erster Sele fegerragen hal Ach das ist ein Beweis dafür, daß das Wort von der interngtionglen Soli⸗ ö t der Arbeer e nicht Scha all unnd Rauch ist. 5 Politische Uebersicht. Die deutschen Verkehrsbeschrän kungen. Die Reichseisenbahn verwaltung gibt bekannt, daß wegen Kohlenmangels eine Reihe Fernzüge nach allen Richtungen von gestern ab ausfallen müssen. Näheres ist auf den Bahn⸗ höfen zu erfahren. Ein chräu kung der Lebenshaltung. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft teilt mit: Durch den Einmarsch der Franzosen in das Ruhr- gebiet ist das Wirtschaftsleben Deutschlands und die Lebens⸗ haltung eines jeden Deutschen auf das empfindlichste be⸗ droht. Mangel und Not werden durch die Abschnürung des wichtigsten Wirtschaftsgebietes noch mehr anschwellen. Wie im Kriege muß auch jetzt wieder die Lebenshaltung einge⸗ schränkt werden. Entsprechend dem Ernste und der Not der Zeit wird diese Einschränkung auch vor allem in den Gastftäkken sichtbaren Ausdruck finden müssen. Aus diesen Gründen und zur Aufsparung von Lebensmitteln ist das Reichsministerium für Ernährung und Landmirtschaft mit Hotel- und den Spitzenverbänden des deutschen Schank⸗, Gasthausgewerbes in Verhandlungen eingetreten, mit dem Ziele, solche Einschränkungen des Verbrauches zur Kenntnis zu bringen. Die Verhandlungen haben ein erfreuliches Er⸗ gebnis gehabt, da sich die Verbände bereit erklärten, im Wege der Vereinbarung für alle angeschlossenen Betriebe die erforderlichen Einschränkungen eintreten zu lassen. Nach diesen Vereinbarungen soll vor a dm eine wesentliche Ver⸗ einfachung der Speisekarte in Kraft trete. Weiter soll in Zukunft an Gäste nur eine Mahlzeit mit einem Hauptgericht abgegeben werden.— Das Ganze ist wieber einmal die de⸗ rühmte Pelzwäsche des Sprichworkgz. Wo bleibt vor allem die Zwangserfassung der Lebenmittelvorräte und landwirt⸗ schaftlichen Erzeugnissenms* 5 Um die Verbilligung der Baustoffe. Dem Reich mag sau ep für Wohnungswesen wurde heute regierungsseits über die Bemühungen zur Verbilltgung der Ban⸗ stoffe, insbesondere der Ziegel-, Zement⸗ und Kaltindustrie, be⸗ richtet, Nach dem Berichte wird soch eine Verbilligung der Pro⸗ dukte der Zementindustrie um 30 Prozent ermöglichen lassen. Auch eine Vorbilligung von Ka Desgleichen bieten die Verhandlungen mit den Dachziegelfabrikan⸗ ten Aussicht auf Verbilligung von 5—8 Prozent. Ein Vertreter Reichs arbeitsministeriums führte aus daß die Kosten der hebung der Asohnungshauabgade 5—6 Prazent betragen. Für 1022 sejen 4 Milliarden eingegangen. Das 700 zur Ferrigstellung der Vaaten für 1022 durchaus nicht genügt, södaß das Reich etwa 1 Millfarden vorschießen mußte. Jede Aussicht guf Linderung der Wohnungsnot sei getommen.“ Zur weiteren Klärung der Sache wurde ein Untergusschuß eingesetzt. — 4 F A Härter fr Hrertert- wr lEnm 10 Prozent dürfte zu erzielen sein. e 12 Deulischer Reichstag. Auf der e e e e d ie zweite ung ges Fugen ik eicgehee das in Rechtsaus schuß, lu verschledenen Punkten geändert wurde. In 8 7 werden als zulässige, Keen ehe 5 Verwarnung, 2. Ueberwelsung in die Zucht der Exziehihngaborechligten, oder der Schule. J. rie vlegung Lesonderer Berbflichtungen,*. Schaal sicht 7 Fürsorgeergichung feftgefetzt.“ Wein für die Skrästck eines Jugendlichen Jluchthausferase angedroht ist, so tritt an ihre Stelle Gefän ilsstrase. Nach K 23 sollen Jugenbsachen mit Straf⸗ en Eumuchsene nicht verbunden werben. und lebenslängliches Zuchthaus darf nie erkannt werden, sondern sachen gegen Meß“ Todesstrafe bei den entsprechetden Straftaten nur auf Gefängnis bis 10 Jahren. Strafaussetzung ist bei guter Führung gestattet. Nach J 1 des Gesetzes gilt als Jugendlicher, wer übler 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist. Nach, 8. 2 ist reine Straftat eines noch nicht Vierzehnjährigen nicht strafhar. 7 r n 1 ade Er ausschusses die Annahme der Vorlage ur die folgende Eni⸗ b J 80 ge Ne gierung zu Ligue Fahin 15 wirken, aß flix das Asut des d ed lers, wie überhaupt ilk das Ant des Sirafrichters gerade die besibeschigsten Richter herangefogen werden. 0 Neichsiustizminister Dy. Heinze: 64 kommt darauf an, die Jugend auf den rechten Weg zu leiten. Wo Erzlehungsbäßnahmen. Erfolg versprechen, soll von ester Sträfe abgefehen werden. Die Jugendgerichte haben bie Aufgabe, die verirrte Jugend wieder zu einem rechtschaffenen Leben zurückzuleiteu. Für die wertvolle Mitarbeit an diesem schon von meinenr Amtsvorgänger eingebrachten Gesetzentwurf danke och insbesondere dem Stiastechtslehrer Dr. von Liszt und allen, die in aufopfernder Tätigfeit mit den ölshevigen unzulttnglichen Ge⸗ feen verfücht haben bon den verirrten Seckten woch zu vetten, was irgend wie zu relten war. Das Gesetz bedeutet eine gewaltige Verbesserung des biskerigen Rechtszustandes, es ist in dieser Zcit ein TDröst und ein Lichtblick, daß wir heute zu dem Ziele gelangen, unsers Jugend, auf der unse re Zukunft für die Befreiung ies 3 Tullt, vor Schuld und Verderben zu bewahren. Beifall. g 5 5 Angenommen wird zu§ 15 ein deutschnationaler Antrag, die Strafe Nicht- bei, sondern nach Ablauf der Bewährungsfrist zu er⸗ lafsen, wenn sich der Vernrteilte bewährt hat. Cbenso wird zu § 16 ein deutschnationaler Autrag angenommen, wonach der Stras⸗ vollgug gegen einen Jugendlichen so zu bewirken ist, daß„unter Wahrung des Ernstes der Strase“ seine Erziehung nde wird. — Gegel diese befden Anträse stinumte die gesamte Linke Bei der Abflimmung über einen Antrag der Bayerischen Volkspartei, wongch die Landesregierungen die Rechte und Pflich⸗ ten, die das Gesetz den Jugendämtern zuweist, Vereinsgungen übertragen können, die sich mit der Jugendfürsorge beschäftigen, ergibt sich die Beschlußunfähigkeit des Hauses, sadaß der Präsident Line 1585 Sitzung einberuft— 2 Iii der neuen Sftzung wird nach kurzer Debatte, in der Abg. * 1 Frau Schröder. sragen so erweitert wird, daß es alle umfaßt, die in Nat geraten sind und nicht nur die Kleinrentner, der Gesetzentwurk. dem Saaial⸗ politischen Ausschuß überwiesen.— In allen drei Lesungen wird der Gesetzentwurf augenommen, der den letzten Termin für die Ab⸗ lieferung des Umtagegetreides auf den 15. März goc verlegt. Abg. Bartz(Komm.) beantragt, auf die Tage sordmeng der nächsten Sitzung eine N Wine e e über die innere Lage mit Nücksicht auf Bauern zu setzen. Das wird abgelehnt, dagegen auf Antrag Leicht(B. V.) der Präsident ermächligt, eine solche-Eiklärung gegebenenfalls noch auf die eee zu setzen. Nächste Sitzung Mittwoch 2 Uhr.— Schluß 5 Uhr. ,* 8* 0* Hessen und Nachbargebiete. 7* 8 6 e— 42 AA Gießen und Umgebung Geschichts kalender. 30. Januar. 1648 Westfälischer Friede zu Münster, Ende des 90jährigen Kriegs. 1649 König Karl L. von England enthauntet. 1877 Veröffentlichung der deutschen Zivilprozeßordnung. 1889 Geheimnißvoller Tod des Kronprinzen Rudolf von Oester⸗ reich im Jagdschloß Meyerling bel Baden. 5 1019 Erlaß einer neuen Landarbeitsverordnung in Preußen. An unsere Leser! Um die Oberhessische Volkszeitung entsprechend dem in⸗ folge der äußeren Verhältnisse erhöhten Bezugspreis weiter auszugestallen, soweit es im Rahmen der durch die hohen Papierpreise gebotenen Raumibeschränkung irgend möglich ist, haben wir die Redaktion des Blattes durch Hinzuziehung einiger Parteigenossen verstärkt. Wir richten aber auch an alle weileren Freunde unserer Zeitung, die dazu in der Lage sind, die Bitte, unsere Absicht durch geeignete Beiträge aus ihrem besonderen Gebiet zu unterstützen. Um auch besonders unseren ländlichen Lesern entgegen⸗ zukommen, wird alle 14 Tage eine Beilage erscheinen, die den Interessen der ländlichen Arbeiterschaft und der Klein⸗ Damit die Zeitung ihre Aufgabe als Nachrichtenblatt besser erfüllen kann, fordern wir diejenigen Leser, die über bemerkenswerte Vorgänge in ihrer Gemeinde wie in weite rem Umkreis uns als ständige Berichterstatter Gegen das übliche Honorar) mit kurzen Mitteilungen von allgemeinem Interesse versehen wollen, auf, sich bei der Reédakkion zu melden. 7 Schriftleitung und Verlag der Oberhessischen Volkszeitung. 1 2 17 7 15 9 1 8 3 7 Vaterländische Streit casse. Es gingen weiter bei uns ein: L. Vende 1000. Mark, See g midt 6599.— Mark, Direktion, Prokuristen und Angestellten der Ja. Lackfabrik Gebr. Cb A.-G.„1, Rate, 108.000.—. Mark, Prof. Koub 100.— Mark, L. Ament 50.— Mark, Joh. Haarlos 50.— Mark. Zufammen 115 700,— Mark, Bereits quittiert 2.300.— Mark. Sunzpa 139 000. Mark. g Den Gebern herzlichen Dank. entgegengenommen. 2„ BVixlag der Ober hessischen Volkszeitung. Finanzielles der Stadt Gießen. Ju unserer Nummer 22 vom Samstag gaben wir die Schlußzahlen der Rechnung der Stadtkasse vom Jahre 1920 wieder und bemerkten dabei daß dieser Rechnungsabschluß noch ein zienilich günstiges Vild aufweise. Bemerkenswert ist dabei noch, daß der Abschluß der Betriebsrechnung er⸗ folgen konnte, ohne daß Mittel aus dem Vermögen it An⸗ suruch genommen wurden und weiter kaun festgestellt wer- den, daß der damals aufgestellte Voranschlag den wirklichen Anforderungen Ziemlich entsprach, trotz der Steigerung der Weitere Spenden werden gerne * (Soz.) fordert, daß das Gesetz über Kleinremer⸗ eteraßen infolge der Geldentwertung. Diese war auer⸗ dings noch nicht in deu micht zur mogluch gelen sörkgeschritten, wie ez im letzten Jahre der Jall war Des kal werden auch die Abschlsüsse für 1921 und 1922 ganz andere Ziffern aufweisen und für die Stadt icht das günstige Bild bieten, Die Turchsicht der einzelnen Posten des Nechnungsabschlusses biete t manches Inkeressante, darum sei hier auf die hauptsächlichsten Ziffern eingegangen. Tgraus ergiht sich auch ein Bild über die Aufgaben, welche die Stadtverwaltung zu erfirllen hat. In der Rechnung sind nicht weniger wie 83 Titel(Konten) aufgeführt, von denen jeder ein fü sich buchmäßig abschließendes Glied gon dem gesamten Verwaltungsorganismus darstellt. Die Gesamtrechnung zerfällt in zwei Teile: 0 a) Die Vetriebsrechnung. In dieser werden die Aus⸗ i gaben des lfd. Betriebs und die zu deren Deckung zur Verfügung stehenden Ein⸗ nahmen verrechnet. in welcher die Vermögens⸗ werte biichmaßig behandelt „„ Der Abschluß der Betriebsrechnung hat ich, wie im Samsagsblatte bereits angefiihrt wie folgt gestaltet: 0 Einnahmen 12209 668. 82 k. Ausgaben 19 146.797.00 Mk. bleibt Ueber schuß 62 870,92 Mk. welcher in näch dem folgenden Jahr zu Übertragenden Aus⸗ stön den bestehl⸗ e N E eee Unter Ausständen sind Einahmeposten zu verstehen. die noch eingehen follen. Die Stadkkasse bleibt deshalb mit der Sunne diefer Posten belastet Die Gesammtetsnahmen und „Ausgaben der Betriehsrechmung hahen nach dem Vof⸗ anschlag 17 501 299,55 Mk. betragen. 1 Der Abschluß der Vermögensrechnung stellt sich wie folgt: g 7 b) Die Vermögensrechnung, Einnahmen 29 695 051,64 Mk. 5 Ausgaben 79 495 74,03 Mk. bleibt Ueberschuß 7 259 310,61 Mk. Bei den nun folgenden Einahme⸗ und Ausgabe⸗ summen der hauptsächlichsten Titel sind die Voranschlags⸗ hahlen in Klammer angegeben. 5 Gebäude: Einnahmen 106 406.12 Mk.(73 975,71 Mk.) Ausgaben 197.754. 0 Mk.(60 815,— Mk.) Zuschuß 91 31880 Mk. P Grundstücke: Einnahmen 444 348 82 Mk.(395 578,93 Mk.) Ausgaben 178 588.25 Mf.(113 752 91 Mk) 5—— Ueberschuß— 285-7 MF. Von dem städtischen Grundbesitz ist das Ackerland zum größten Teil verpachtet, die Wiesen befinden sich in Selbst⸗ bewirtschaftung. 5 5 Waldungen: Einnahmen 2381 986.37 Mt.(1 954 895.— Ausgaben 432 1 40 Mk. 389.158,94) Heberschuß 190221491 ME. Der Waldwirtschaftsbetrieb hat also nach Abzug aller Kosten(Werbungsköfken, Auffichtskosten— Steuern usw.) einen Ueberschuß von 1.902 214,81. Mk. erhracht. Infolge der riesig gestiegenen Solunsise werden die Einnahmen alls den Waldwirtschaft in den Jahren 1921 und 1922 ganz bedeutend höhere sein: auf der anderen Seite stehen diesen aber gewaltige Ausgaben der Stadt auf den verschiedensten Gebieten gegenüber.„ Elektrizitätswerk: Einnahmen 206 720,53 Mk.(101 485,90) Ausgaben— Es wird hier der Ueberschuß der Kasse der Elektrizitäts⸗ werke und der Keberlandanlage nach Abzug der Beträge für Verzinsung und Tilgüng des Nitlagskapitals und der für Erneuerungen gakwendigen Nügligen in Einnahme ver⸗ rechnet. Dasselbe ist beim Gaswerk und Wasserwerk der Fall. Gaswerk: Einnahmen Ausgaben 8 Wasserwerks Einnahmen(39 000.— Mk.) Ausgaben 275 870,38 Mk.— Zur vollen Durchführung der Verzinsung und Tilgung des Anlagekapitals, sowie der erforderlichen Rückstellungen wurde ein Zuschuß aus. der Stadtkasse in Höhe von 275 870,38 Mk. notwendig. 15 —Schlachthor und Floischbeschau⸗ —— 449 849,76 Mk.(200 000.— Mt.) Einnahmen 111 510,14 Mk.(60 310.— Mk.) Ausgaben 524 995 79 Mk.(484 060,38-M.) Zuschuß 413.485,65 Mk. ö Durch die eingeleiteten Ersparnismaßnahmen, sowie entsprechende Erhöhung der Gebühren wird in den folgenden Jahren wieder erreicht- werden, daf; sich dieser Betrieb selost erhalt ohne daß wenigstens keine größeren Zuschüsse er⸗ forderlich werden. Die geringeren Einnahmen sind durch bedeutenden Rückgang der Schlachkungen veranlaßt. (Fortsetzung folgt.) Zum Landeswahlleiter für den Volksstaat Hessen wurde der Ministerialrat im Staatsministerium Bornemann Darmstadt, Neckarstr. 7) und zu seinem Stellvertreter der Legationsrat Dre Heinema num(Darmstadt, Neckarstr. 7) ernannt. »Aus dem Ministerium des Illuern. Der Oberregierungs⸗ rat Dr. Emmerling, der in seiner Eigenschaft als Leiter des Landespolizeiwesens in schwere Gegensätze zum Vorstand des Polizeibeamtenderbandes- geraten war, hat dem Minister mitgeteilt, daß er sein Amt als Polizeireferent im Innen⸗ ministeriüm niederlegk. Deutsche Volkspartei und Staatspräsident Ulrich. Zum 70. Geburtstag des Genossen C. Ulrich schreibt das der Deutschen Volkspartei nahestehende Darimstädter⸗ Tagblatt: „Der hessische Staatspräsident Ulrich feier: deute feigen stebzigsten Geburtstas Politischer Kamaf war sein Abeinbalt. Im härtesten Kamp aber dem gegen den fremden Unterdrücker. steht er an dissem Doge. Dinter dem Führer abet, der mit um deugsamer Eutschlossenheit gewillt it, diesen Kampf gegen. den außeren Feind bis zum Ende durchzuführen. steßn in diesem Lam pfe ohne Unterfchled der Partei das gango beisische Volks.“ Die Abg. Osann und Dingeldey haben dem Genossen Ulrich Glückwunschschreiben geschickt. 77TTTTTTTTTTT 5 8 3 5 5. 3 n 8 F 8 8 R B — 57 ung vom 1. Januar wie folgt festgesetzt: ler, Karl Weller.— Der Schule — Nachahmun len. Die Diroktion, die Prokuristen] Wirkung vom 1. Januar wie folgt sestgesetzt: Fur empfauger von] seitens der Eltern: Stein, Hch. We ad 1 1 der. Gebr. Löb 25 haben[ Invaliden⸗ und Altersrenten auf 120 000 Mk.(bisher 43 200).[hof in der Gießener Straße bedarf einer e Gerne, Fur die Bedrängten im Ruhrgebiet als 1. Rate den Betrag von für Empfänger von Witwen⸗ oder Witwerrenten auf 108 000 Mk. und wird an die Baukommission verwiesen.— esuch des 108 000 Mark gezeichnet.(bisher 34 200), für Empfänger von e— 90 Ml. wand, 56g 8 wird 1 5 u. Bense en 1 a bis 19 200); diese Grenze erhöht sich für jedes um wird, de erfügung en. Ders — Höhere Straßenbahn⸗Fahrpreise. Nach einer Bekanntmachung e 15000 Mt(bisher 3600) Hie Freigrenze für das Ar⸗ Zweck eingerichtet werden. Für Licht und Heizung kommt der Vereim des Geltrizitätswerls im heutigen Blatte ist der F eis der beitseinkommen soll jetzt 120 000 Mk.(bisher 30 000) betragen. auf.— Amwohner der Kirchstraße beantragen die Versetzung Straßenbahn bis zu neun Teilstrecken auf 30 Mk., über 9 Teilstrecken 508 Gemen d da n einer Straßenlampe. Der Bürgermeister wird beauftragt, die nuf 40 Mark festgesetzt worden. Die Preise der Fahrscheinhefte und 70. 5 55 E 2 5 räbers festgesetzt, die für] Kostenfrage festzustellen.— Die stattgefundene Holzsubmission, Monatsabnonnements find aus der Bekannmnachung, auf die wir] tag wurde die Entlohnung 0 ber den Ver. die einen Erlos von 41980570 Mk. einbringt, wird genehmigt.- wei chtlich e eee Von reiben der Oberförsterei bezüglich ber Holz haue r- e i 0 kauf des Gemeindeholzes beraten, das sosort bezahlt werden soll. einem Sch 5 9 f — Wieder eine Steigerung der Strompreise. Wie das städt. Hierbei nahm man wenie Rücksicht auf die Geringbemittelten, die löhne wird Kenntnis genommen. Der Gemeinderat bleibt auf Glektrizitätswerk in der Veröffentlichung im heutigen Blatte be- dazu nicht in n sind Für die hessische Nothilfe sind hiec seinem alten Beschluß besteehn.— Es wird beschlossen die Bekannt⸗ f kannt gibt, ist der Strompreis für Beleuchtung auf 285 Mk., für 1 8 7 Kartoffeln.— Schließlich machumgen der Gemeinde im Gießener Anzeiger und der Ober⸗ 11 Kraft auf 220 Mk. festgeseczt tan nach pig Geraete der Schulschener ul Pesprechung ie beseachen Veltsde weng zu weroffentichen— Die Bad häufe?? — Hundeplage. Von einem Leser wird uns geschrieden: hat ein Mann schon 10 Jahre in Benutzung, ohne daß die Ge⸗ sollen repariert 0 95 8 0. fen 9* Uu.. 2 Ae 1 ‚ 58 kurzem wurde in der e ee e 100 9 über meinde dafür einen Pfennig bekommt. e 1 1 Leb rerin 19110 urid. ie Hundesteuer beraten und diese auf 1 hinaufge⸗ 27. Wieseck. Gemeinderatssitzung vom 26. Jannar. Da e 8 e ei ches dagegen gehade wenn das Flffaltg erhohen werder ole Jusskrb ein den fed van Spo rtefa mei ber due rect beheben wuahe. e J der Ars rbekkrng ure Serge der Bi, f 9 8 1500 Mk.— 8 erde e it nicht daran] unglinstige sind, außerdem wertrolles Wiesengelände verloren geht, lage eines Gänsepferchs wird die Baukommission beauftragt. 2 u denken, daß die Hundehaltung etwas eingeschränkt wird, was wird die Errichtung eines neuen Sportplatzes beschlossen. Der]— unter Mitteilungen nimmt der Gemeinderat von den Ver⸗ 115 Beine Erachtens sehr notwendig wäre. Denn die Verunrefnigung] Gemeinderat ist mit der Oberförsterei darin einig, daß sich die Ur e] handlungen mit Bidderus Kenntnis.— In einer Wahlvereins ve. der Straßen durch die Hundeviecher ist derart, daß man ohne[sulieum“ hierzu am besten eignet. Mit den Arbeiten soll so schnell[ sammlung wurde über Gemeindeangelegenheiten gesprochen, n Uebertreibung von einem öffentlichen Mißstand, einer Hundeplage als möglich begonnen werden. Als Umkleideraum wird ein Block-] Redner unternahm es, einen Blick in die ungewisse Zukunft zu mw sprechen kann. Auf den Trottoirs liegt fast alle 20 Schritt ein haus errichtet.— Das Wassergeld mußte um ein Bedeutendes] Irgend ein Dewmzjant hielt es für notwendig, einen Teil diefe: Andenken, das ein Pinscher. Dackel oder irgend eine Straßen erhöht merden, bedingt durch die häufigen Rohrbrüche, von denen jetzt Betrachung dem Gemeinderechner Möbus entstellt z urs eng. Kveuzung dieser Gattung Vierfüßler liegen ließ. Bei Dunkelheit[eime solche Reparatur ungefähr 50000 Mark kostet. Es müssen für] was diesem Veranlassung gab, ein äußerst umfangreiches und 1 verungliicken die Straßenpassanten in jenen Ablagen, was bei den[1923 bezahlt werden: Für Haushaltungen 1000 Mk., für Einzels] zweckloses Schreiben zu verfasfen, das von gang falschen Voraus. wenigsten dazu beitragen dürfte ihre Freundschaft für Hunde zu stehende 30⁰ Mk., Großvieh 300 Mk., Kleinvieh und Schweine 100 setzungen ausgeht. Die Befürchtungen dieses Herrn werden zerstört 0 erhöhen, noch weniger bei denen, die die Schuhe putzen müssen!—] Mark, Ziegen 50 Mk. Wassermesser pro Kubikmeter 60 Mk. große und der Blirgermeister beauftragt, Herrn Möbus mitzuteilen, in In- Mit Recht führte in der erwähnten Stadtverordneten⸗Sitzung ein[ Strahlapparate 450 Mk. kleine 300 Mk., Wasserklossets 350 Mk., kunft vorsichtiger zu sein und sich erft mit den Tatsachen vertraut zu Stadtverordneter aus, daß manche Leute einen Hund füttern, die[Badeeinrichtungen 300 Mk.— Die Wohnungsluxussteuer machen. 5 9 das Geld besser verwenden sollten.— In Wieseck sollen nach Ge- soll auf Wunsch des Kreisamtes in einigen Punkten abgeändert wer⸗ ö 2 einderatsbeschluß, wie ich in der Oberhessischen Volkszeitung las, den. Die Angelegenheit wird der Finamzkommission überwiesen.— Versammlungskalender 1 Bie G n fe aich auf ber Straße herumlaufen— mir wäre es schon[Die Errichtung einer Leichenhalle, bedingt durch die Gießen. Arbelter⸗Wohlfahrts⸗Augschu k. Dies lieber es liefen auf den Dorfstraßen Gänse in großer Menge her⸗ Kommualisierung des Beerdigungswesens ist notwendig geworden. tag den 30 e 8 9 Uhr im Gewerkschaftshaus(Neben (bas wäre ein Jeichen von Wollstae), als in der Stadt so Dieselbe wird beschlossen, die Ausarbeitung der Bau- umd Finang⸗ zimmer) Sitzung. e aller Mitglieder des Ortsausschusse: iele Hunde, diese höchst unnützen Fresser!“ g 5 kommisston zugeteilt, Damit wird eine Begräbnisordnung notwendig Nr Wir wollen hierzu nichts sagen, nur bemerken, daß es auch notwendig, die den Leichenhauszwang vorsieht.— Die Wahl Beuern. Volks verein. Samstag, den Februar, 0 Leute gibt, die anderer Ansicht sind als der Einsender. des Schulvorstandes findet dadurch seine Erledigung, daß die abends 8 libr Mitglie rsammlumg. Vollfählig bee r 5 — Die Unterstützungssätze für Sozialrentner werden nach den bisher darin Tätigen für die nächsten J Jahre wieder gewählt wer⸗ 1 dae 33 500 Ml.. g f Beschlüssen des Reichstagsansschusses für Sozialpolitik mit! den: seitens der Gemeindevertretung Bremer, Vogelhöfer, Kümmel, Do arstan gestern mittag 12 Uhr: ca. 5 f hilft in der Küche sparen München a 5* welche 0 25 i Dünne Suppen und Fleischbrühe, Gemüse und Soßen Bügeln leu ö erhalten sofort kräftigen Wohigeschmack durch Zusatz 1. 5 e e einiger Tropfen MAGele Würze. u. Damenwäsche wird ö lich MAGGI Würze 5 5 8 15 noch angenommen. 1175 Man verlange ausurück 2 Vorteilhaftester Bezug in plombierten e Nr. ö. Fraun Muth ö 1 eee eee 5— 1 Wasch⸗ und Plättanstal, e N 2 Sollar. 1167 f ö Sthördliche er Oekwentmes ag 5 8585 Edele Gel ieee 1.5 Die Fahrpreise der Straßenbahn sind ab 28. Jan. 2 Soeben erschien: 8 0 ds. Irs. wie folgt festgesetzt: Bekanntma un* ür eine Fahrt bis zu 9 Teilstrecken Mk. 30.— Die Grundzüge des Infolge der außerordentlichen Steigerung der Preise. 0„von mehr als 9 5 55* 2 Schlichtungswesens 2 1 olge der außerorden 5 f 1 fe a ae: e c e Seele eie 8 Fog. en e en, 0 eee Fahrscheinheftchen, enthaltend 12 Fahrscheine Ich erkläre hiermit, daß die in der Ober⸗ Kester ungsrat 9750 ren geg Ministerium 5 ö für 1 Mk. 25 I für die Kyrh. gültig für mehr als 9 Teilstrecken Mk. 400.— hessischen Volkszeitung in Nummer 13 vom LE 5 A e F 9 A 8 10 U g U Das Monats abonnement beträgt 1500.— ienst 23 r unter Strata autem Umschlag auf besserem Papier gedru 1 Die Allen abe a. 42 5000; erhöht. Das Monatsabounement für“ Kinder Schüler Ae e 15 7 5 35 4 Preis 420 Mark 3 Die Strompreise werden monatlich berrechnet und und Schülerinnen bis zum vollendeten 14 Lebens⸗ 4 N Der Verfasser des bekannten„Kommentars 9 veröffentlicht und a h den verflossenen Monat jahre beträgt Mk. 750.— Alle Bekaunten und Geschäftsfreunde bitte 1E Schr i die wich ecru in diezes 0 ab 1. Februar 1923 zur ebung. Gießen, den 27. Januar 1922 1211 fich, hiervon gefl. Kenntnis nehmen zu wollen rift die wichtigsten Grundfragen des „. 22. ei Schlichtungswesens, die jeden Prattiker wie . eee erre 2 Dirertien der Eletirizitätswerke und und mir das bisher bewiesene Wohlwollen Teer de nenen ee f Straßenbahn der Stadt Gießen Straßenbahn der Stadt Gießen. und Vertrauen auch fernerhin eutgegenzu⸗ rechts in gleicher Weise interessieren wird. ö traßenba 175* Stolte ori 1213 Das Heft ist für Gewerkschaften und Arbeit- tote. ringen · A geberverbände, für Betriebs vertretungen und L —— 7 9 9„ E Arbeitgeber, wie für ark eee de 7 Für Säuglinge, ältere Kinder,** Demobilmachungskommissare, Gewerbe⸗Auf⸗ kranke u. schwache Erwachsene. t ratur einkt Het UK 2 sichtsbeamten, Richter und Rechtsanwälte von 0 die unubertroftene, kràttigende AT 21 1 2 98 00 öl 1 Obere. B lte it 0 und leicht verdauliche Nanrung. 185 Achhandlun kkht Olkozeitun 0 ee Fordern Sie in Apotheken und empfiehlt Niegelpfad 18a. b f 135—14 0 N Drogerien das„Kufeke“. Kochbuch. 3 Oberhess. 2 e eee N lassenschühbert Geöffnet ununterbrochen von 8—6 Uhr e eren 21 Seele see telle e Geöffnet ununterbrochen von 8—6 Uhr Tausende und Ahertausende danken uns, dass wir in den letzten Jahren jede Preissteigerung in Schuhwaren zur rechten Zeit bekannt gemacht haben. Auch heute wollen wir es tun. Die neue Preissteigerung ist so enorm wie noch nie und täglich wird die Ware teurer. Wir haben diese Steigerung vorausgesehen und können unseren Kunden verraten, dass wir noch nie ein solch grosses Lager hatten wie heute und nie leistungsfähiger waren wie jetzt. Sie sparen jetzt viele Tausende bei uns, aber säumen Sie nicht und decken Sie sofort Ihren Bedarf, am besten in den Vormittagsstunden wegen des grossen Andranges an den Nachmittagen. 1210 Maassenschühberkauf im n Schuhhaus Esanuel