1 Iberhessisce Volkszeitung 0 9* 14 we ae Organ für die Interessen des werktätigen Volkes wanna VFiusubessrase 23 N d 1 Sthuboffraße 23 dhe an. der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. e dg ovi e er Nachbarge. dahin 0 3 f 9 ö N Die Oberh. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Der Angeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder deren Der Abonnementspreis mit den Beilagen, Das Blast der Frau und„Land⸗ Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Raum lokal 10.— Mt, auswärts 15.— Mk., die Reklamemillimeterzeile wirtschaftliche Beilage“ beträgt monatlich 780.— Mek. einschl. Bringerlohn. Verlag von Hermann Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. 50.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ 1 Durch die Post bezogen 780.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 80.— Mk Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. 1 J 8 1 Nr. 23 Gießen, Montag, den 29. Januar 1923 13. Jahrgang — 1 2 Verhaftung von Nationalsozialisten in Berlin Am Vorabend des Hitlerputsches ae i 5 it chmittag k d Lehrt unter Am Vorabend des Hülerputsches. dene benen an gegrdalele. ee Fulionalsiziale Kanpfansage an die bayerische Regierung.] Janern and drohte mit Gewalt, In vel Stunden kante angehen d ak ben ehe weh Ace weren, e 5 die Regierung erledigt sein. Die Veranstaltungen würden 5 Ausnahmezustand in Bayern. doch abgehalten. Infolge dieser Drohung beschloß der 1 Deutschland kämpft einen verzweifelten Kampf um die Ministerrat, ganze Maßnahmen zu freffen und verhängte Das Moratorium wird verweigert. — tteutonicus erwacht ist. Erhaltung der Reichseinheit. In diesem Kampfe steht die Alrbeiterschaft in erster Linie. Sie hat ihre ganze Kraft darauf konzentriert, den französischen Einfall in das Ruhr- gebiet abzuwehren und den Bestand der deutschen Republik 4 zu sichern. Zur selben Zeit aber gibt es Leute, die glauben, unter dem furchtbaren außenpolitischen Druck ihre inner⸗ politischen Ziele erlangen zu können. Trotz aller Dementis der bayerischen Regierung wollen die Alarmrufe aus der „ Ordnungszelle“ nicht verstummen. Der schon einmal abge⸗ sagte Parteitag der Nationalsozialisten, den große Massen⸗ kundgebungen einleiten sollen und in dessen Verlauf man die Standartenweihe vornehmen will, beginnt nun endgültig am 27. Januar. Inzwischen haben in München allerlei „Reichsgründungsfeiern“ stattgefunden. Der Exkronprinz Rupprecht ließ sich in öffentlicher Versammlung als„König 1 Rupprecht“ begrüßen und nahm spater von seinem Palais 1 aus die Huldigungen„seines“ Volkes entgegen. Auch Ludendorff hat sich bei ähnlicher Gelegenheit vernehmen lassen. Er kündigte an daß der„furor teutonicus aus zzurückgehaltener Glut in mächtigen Flammen empor⸗ teigen“ werde, und beschwor seine Zuhörer, dafür zu sorgen, „daß der friedricianische Wille das ganze Volf durchdringt. Die Einheitsfront ist nicht da, solange die betätigende Vater⸗ landsliebe verboten, gehemmt oder bestraft wird... Die Jagd der Nationalsozialisten auf die Entente⸗ kommissionen und die Zertrümmerung von Fensterscheiben hat- gezeigt, daß wenigstens in München schon der furor Adolf Hitler will jetzt offenbar diese 1 Stimmung ausnutzen und den Kampf wagen. 9 sammlung unter freiem Himmel verboten. Die bayeri⸗ ssche Regierung, deren Chef noch vor wenigen Tagen neben Hitler und Ludendorff saß, scheint für die nächsten Tage das Schlimmste zu befürchten. Sie hat die für den 27. Januar angekündigten Veranstaltungen der National- dis aufs Messer angekündigt und erklärt, daß er seine Ver⸗ die bayerische Regierung betont, etwaige gewaltsame Aktionen der Nationalsozialisten mit aller ihr zu Gebote ftehenden Macht zu unterdrücken. Die fkandalösen Vorgänge am National⸗Trauertag in München haben der Welt gezeigt, auf welcher Seite die hayerische Polizei steht. Nach diesen Ereignissen muß man dem jetzt beginnenden Kampf in München mit größter Be⸗ ssorgnis entgegensehen. Es hat keinen Sinn, an die Münchener Fanatiker Mahnungen zu richten. Sie werden sie nicht beachten. Aber mit aller Deutlichkeit soll diesen Jaeinden der Reichseinheit gesagt werden, daß der Wille der Arbeiterschaft, das Deutsche Reich, die Deutsche Republik zu erhalten, eisenhart ist, ganz gleich, ob Franzosen, Belgier, sfommunisten oder Fascisten ihr ans Leben wollen. Wenn Herr Hitler den Kampf aufnimmt und unsern deutschen Brüdern an der Ruhr in den Rücken fällt, dann wird die Heutsche Arbeiterschaft und darüber hinaus die ganze repu⸗ HBlikanische Bevölkerung ihre Kraft in so hohem Maße ver⸗ stärken, daß sie den Kampf für die Deutsche Republik auch noch gegen die bewaffneten Banden der Nationalsozialisten erfolgreich zu Ende führen kann. Hitler droht mit Gewalt. Die untersagten Kundgebungen. 0 Wie offiziös bekannt gegeben wird, scheinen der bayeri⸗ schen Regierung endlich doch so langsam die Augen aufzu⸗ gehen. Die Vorgänge in der Nationalsozialistischen Arbeiter- partei haben die Befürchtung hervorgerufen, daß anläßlich des Parteitages vom Samstag bis Montag ernste Dinge vassieren könnten. Die Regierung hatte daher jede Ver⸗ Daraufhin be⸗ chwerte sich der Parteiführer Hitler bei dem Minister des e 5 N l immer k„zu bee. ssozialisten verboten. Hitler hat ihr daraufhin den Kampf 1 4 dec affen eh Aceh anstaltungen unter allen Umständen abhalten wird, während den Belagerungszustand. Zu Verhaftungen ist es noch nicht gekommen. An Einzelheiten über diese Vorgänge erfährt T.⸗U. folgendes: Freitag vormittag erschienen zwei Vertreter Hitlers im Ministerium des Innern und ließen sich zu der Drohung hinreißen, daß sie die untersagte Kundgebung doch veranstalten würden. Die Dinge müßten dann eben ihren Lauf nehmen. Feiglinge seien unter ihnen nicht. Der Minister erwiderte, daß die Regierung bei ihrem Beschlusse bleibe. Der Ministerrat trat im Laufe des gestrigen Tages zusommen und kam einstimmig zu der Ueberzeugung, daß Maßnahmen getroffen werden müssen, die auf alle Fälle die Sicherheit gewährleisteten. Infolgedessen wurde gestern nachmittag der Ausnahmezustand erklärt. Der Minister des Innern ist zum bayerischen Generalstaatskommissar mit diktatorischen Vollmachten, die Regierungspräsidenten der rechtsrheinischen Bezirke sowie die Polizeipräsidenten von München und Nürnberg sind zu Staatskommissaren ernannt worden. Um alle parteipolitischen Auseinandersetzungen im gegenwärtigen Augenblick zu vermeiden, wurden auch die für gestern geplanten Versammlungen der Sozialdemo⸗ kraten und der Kommunisten abgesagt. Alle Plakatanschläge usw. find von jetzt an anzeige⸗ und genehmigungspflichtig. Verhaftungen sind bisher nicht erfolgt. Die Verhängung des Ausnahmezustandes. Die Bekanntmachung der bayerischen Regierung über die ee des Ausnahmezustandes im rechtsrheinischen Bayern autet: Der Druck des Feindes auf Deutschland verlangt zurzeit die Zusammenfassung aller Kräfte zur einheitlichen Abwehr. Jetzt ist nicht Zeit zu politischen Auseinandersetzungen, durch welche die Gefahr von Zusammenstößen unter den Deutschen selbst herauf⸗ beschworen wird Den Führern der Nationalsozialistischen Deut⸗ schen Arbeiterpartei wurde daher eröffnet, daß unter diesen Um⸗ ständen anläßlich ihres Parteftages Veranstaltungen und Festlich⸗ keiten unter freiem Himmel nicht zugelassen werden könnten. Sie lehnte die Beachtung dieser Verordnung ab und drohte der Staats- gewalt Gewalt entgegenzusetzen. Damit hat die Nationalsozia⸗ listische Arbeiterpartei den gesetzmäßigen Boden verlassen und der verfassungsmäßigen Regierung den Kampf angesagt. Um jede Störung von Ruhe und Ordnung, von welcher Seite sie auch hat die bayerische Staats⸗ regierung beschlossen, den Ausnahmezustand zu verhängen. Sie erwartet von allen Staatsbürgern die genaueste Beachtung der bestehenden Gesetze und der ergehenden Anordnungen. Die Lage sehr ernst. Der Innen minister als Generalkomissar. Wie weit es die bayerische Regierung trotz aller Warnungen mit den Nationalsozialisten hat kommen lassen, ersieht man am besten davaus, daß der bayerische Innenminister Schweyer jetzt selbst zu⸗ geben muß, daß Hitler dem Münchener Polizei⸗Präsidenten der ihm Kenntnis gab von der Verhängung des Belagerungszustandes und von dem Verbot jeder Versammlung und Kundgebung unter freiem Himmel, erklärte, daß er sich diesem Beschluß unter keinen Umstän⸗ den fügen werde. Die Welle des Nationalismus werden über das Land gehen und binnen zwei Stunden werde die Regierung erledigt sein. Eine gütliche Verständigung mit dem Innenminister lehnte Hitler ab, vielmehr schickte er seine beiden Stoßtruppenführer Amann und Klintzsch, den Begünstigern der Erzbergermörder, um den Innen⸗ minister zur Rede zu stellen und ihm in heftiger Tonart zu erklären: „Wir Nationalsozialisten wollen überhaupt keine Einheitsfront.“ Wie ernst die bayerische Regierung die innenpolitische Lage im Augenblick wertet, ersieht man daraus, daß sie nicht nur den Belage⸗ rungsgustand anordnete, sondern den Junenminister zugleich auch zum General-Kommissar ernannt hat, auf den die gesamte vollziehende Gewalt übergegangen ist. Er selbst und ebenso der Polizeipräsident bon München und Nürnberg und die Regierungspräsidenten können gegebenenfalls die Hilfe der Wehrmacht anfordern. Die persönliche Freiheit wird stark beschränkt, ebenso die Preßfreiheit, das Vereins- und Versammlungsrecht, das Brief-, Post-, Telegraphen⸗ und Fern⸗ sprechgeheimnis. Haussuchungen und Beschlagnahmungen können vorgenommen, die Schutzhaft verhängt werden. Die Mobilmachun der Hitlergarden im N.eiche. Aus durchaus zuverlässiger Quelle erfahren wir. Hamburger Mitglieder der nationalsozjalistischen Gruppe wie in anderen Städten am 25. Januar Marschbesehl nach Miinchen erhalten haben. Die Leute haben Fahrkarten und ein Reisegeld von 16000 Mk. pro Mann bekommen. In Hamburg sollte von der Reichsbahn verwaltung ein Sonderzug für 1000 Personen gestellt werben, diesem Verlangen konnte aber wegen Waglenmangel nicht entsprochen werden Die Leute der Hamburger Expedition wurden also auf die einzelnen Personenzüge verlellt. In Hannover sollen ebenfalls 1500 Mann in Marsch gesetzt sein. Die Nachricht von der Alarmierung der Natonalsozlalisten wird auch von anderer Seite in Hamburg als richtig bestätigt. daß die ebenso Bis 31. Januar eine ½ Milliarde Gold zu zahlen. Die Reparations kommission erklärte in ihrer gestrigen Sitzung Deutschland als allgemeiner Ver⸗ fehlung(de tlaut general) schuldig und lehnte darum das deutsche Moratoriumsgesuch ab. Für diese Entschließung stimmten die französischen, bel⸗ gischen und italienischen Vertreter, während die englischen sich der Stimme enthielten. Die Kom⸗ mission entschied dahin, daß nunmehr das Schema des Londoner Abkommens vom Jahre 1921 wie⸗ der in Kraft trete und an die deutsche Regierung die Mitteilung zu richten ist, daß sie am 31. Januar eine halbe Milliarde Goldmark zu zahlen habe. Alle noch so feierlichen Feststellungen über die deutschen Verfehlungen können die unumstößliche Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß das deutsche Volk unter dem ver⸗ nichtenden Drucke eines überwahnsinnig gewordenen Mili ⸗ tarismus und Imperialismus längst schon zahlungsunfähig geworden ist und es bleiben wird, wenn Europa sich nicht von den Fesseln der Millerand⸗Poincaréschen Tollheits⸗ politik endlich freimacht. Sollte jetzt, nachdem die Ent⸗ scheidung der Reparationskommission gefallen ist, Englands Stunde gekommen sein? Nach dem sogenannten Friedens- vertrage ist der Beschluß der Repko den beteiligten Re⸗ gierungen mitzuteilen, die ihrerseits zu beschließen haben, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Damit muß England aus seiner Reserve heraus und in die Diskussion der Deutschlandfrage eintreten. Was wird England tun? An seiner Haltung hängt nunmehr zum letzten Male das Schick⸗ sal Deutschlands und Europas. Wir in Deutschland können nichts anderes tun, als das Gewissen der Welt und die Solidarität der englischen und internationalen Arbeiter ⸗ schaft aufzurufen, im übrigen aber abzuwarten, ob Rettung oder Chaos kommt. Ein drittes gibt es nicht mehr. Das Schreckensregiment im besetzten Deutschland. Deutsches Volksopfer. In einem feierlichen Aufruf wenden sich der Reichs. präsident zusammen mit der Reichsregierung und der Länderregierungen an die deutschen Volksgenossen, es solle ein Volksopfer für die Durchführung des uns vom fran⸗ zösischen Imperalismus aufgewungenen wirtschaftlichen Abwehrkampfes gespendet werden. Ebonso wirbt ein Aufruf der wirtschaftlichen Spitzenorganisationen(Arbeitnehmer und Unternehmer) für Notsammlungen. U. a. haben unter- zeichnet der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, Afa und Allgemeiner Deutscher Beamtenbund.— Den Warnern vor einem angeblich drohenden„Burgfrieden“ nach dem Muster der Augusttage von 1914 sei nur ein Satz entgegen gehalten: Hilfsgemeinschaft in der höchsten Not ist noch lange keine Gesinnungsgemeinschaft. Wenn unsere gewerkschaft⸗ lichen Organisationen sich mit den deutschen Unternehmer- verbänden zur Unterstützung der Opfer des imperialistischen Großkapitalismus Frankreichs zusammenschließen, so werden sie darüber trotzdem nicht vergessen, daß auch die deutschen Kapitalisten stets ihre Klassengegner bleiben. Immer neue Verhaftungen u. nusweisungen Das Schreckensregiment der Besatzungsgewalthaber gegen die Beamtenschaft wird immer schlimmer. Aus Essen, Düsseldorf, Aachen, Trier, Boppard, Wiesbaden, Ems und anderen Orten werden fast stündlich neue Gewaltmaß⸗ nahmen gemeldet. In Duisburg wurde der leitende Redakteur des sozial⸗ demokratischen„Volksblattes von den Belgiern nach langem Verhör ohne Angabe von Gründen verhaftet und in das Ge⸗ fängnis abgeführt. Der Mainzer Oberbürgermeister ausgewiesen In Mainz wurden, wie bereits gemeldet, wegen der Kund⸗ gebungen aus Anlaß der Kriegsgerichtsverhandlungen der Polfzei⸗ direttor Frohmann und der Poligzeikammissar Enders ausgewiesen. Ausgewiesen wurde auch der Obersorstrat Kutsch. Oberbürgermeister Dr. Külb wurde nachträglich wegen der Kundgebungen, die im Anschluß an den Prozeß gegen die Zechen besitzer erfolgten, von der Besatzungsbehörde ebenfalls ausgewiesen. Die Ausweisung jollte offenbar schon am Donnerstag erfolgen und u unterblieb zunächst nur, weil der Oberbürgermeister, der scho lange leidend ist, erkrankt, nicht transportfähig war. Die frapzö⸗ sische Vehörde erkundigte sich heute, wann die Wiederherstellung so⸗ weit gediehen sein werde, und nuf ärztliche Auskunft, daß dies unter Umständen nach zwei Tagen der Fal sein könne, wurde ent⸗ schieden, der Oberbürgermeister habe längstens innergalb von zwei Tagen das besetzte Gebiet zu verlassen; es ist ihm dazu die Ve⸗ nutzung eines Krantcrautos leines deutschen natürlich) freigestellt. Auch die Familie Külbs wurde ausgewiesen; für sie läust die Frist vier Tage nach der Abfahrt Dr. Külbs ab.. Die ausgewiesenen Beamten wurden, wie vorher Präsident Schlutius und Geheimrat Raiffeisen, in der Nacht an die Grenze des besetzten Gebietes gebracht und auf freiem Felde ausgesetzt. Man hatte sie, ohne ihnen die Absicht der Ausweisung mitzuteilen, auf das Bureau des französischen Delegierten bestellt und dann dort von 9 bis 12 Uhr festge⸗ halten, ohne ihnen zu gestatten, ihre Familien vor der Ab⸗ fahrt von der Tatsache der Ausweisung zu benachrichtigen. In Trier wütet der Säbel. Nachdem in der Nacht zum Freitag infolge der Ver⸗ hängung des Belagerungszustandes die Straßen von Trier mit französischem Militär besetzt worden sind, ist es Freitag vormittag verschiedentlich zu ernsten Zwischenfällen und kommen. Zahlreiche Personen, darunter Frauen und Kinder, sind verwundet worden, doch läßt sich die Zahl der Verletzten nicht feststellen, da ein Betreten der Straßen mit Lebensgefahr verbunden ist. Die französischen Spahis durchrasen die Stadt und hauen mit gezogenen Säbeln auf die friedlichsten Passanten ein. Der tägliche Verkehr ruht. Die Trierische Landeszeitung ist für drei Tage verhoten wor⸗ den. Die nächst Ausgabe erscheint am Montag. Der Direktor ler Trierischen Lanbcszeitung wurde von Marakkanern angefallen und verpreigelt. Ferner wird noch aus Trier gemeldet: Obwohl der Proteststreik um 2 Uhr beendet sein sollte, ruhte (die Arheit am Nachmittag noch vollständig; nur einige Lebens⸗ mittelgeschäfte hatten geöffnet. Die Post wollte um 2 Uhr den [Dienst wieder aufnehmen, da aber das Gebäude von französischen Soldaten mit Maschinengewehren besetzt war, verließen die Be⸗ amten die Räume sogleich wieder und stellten die Bedingung, daß zunächst die Besatzung zurückgezogen werden müsse. Das geschah und unter dem Johlen der Bevölkerung zog die Besatzung ab. Die Franzosen versuchten im Laufe des Tages mehrfach, Eisenbahnzüge abzulassen; da aber Stellwerke und Weichen nicht bedient wurden, gelang ihr Versuch nicht. Im Laufe des Tages ers Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und den Be⸗ satzungsbehörden statt. Die Kommunisten verlangten, daß der Generalstreik erklärt werden soll, falls die Ausweisungen nicht rückgängig gemacht würden, Man einigte sich zunächst auf Wieder⸗ aufnahme der Arbeit bei Zurlückziehung der Besatzung von Eisen⸗ bahn und Post. Im Augenblick schweben noch Verhandlungen über ie Forderung der Zurücknahme der Ausweisungen. Für den Fall der Ablehnung dieser Forderung soll der Generalstreik erklärt werden. Die Spahis erneuerten im Laufe des Nachmittogs ihre An⸗ gra auf die Zivilbevölkerung, indem sie mit gezogenem Säbel Durch die Straßen und über die Bürgersteige ritten und die Passanten, auch einzelne Personen, mit der Klinge bearbeiteten. Es werden zahlreiche Verletzungen gemeldet. Die Erregung unter der Bevölkerung ist auf das Höchste gestiegen und man befürchtet Schlimmes, wenn die Franzosen nicht endlich einlenken. 0 Nach weiteren Verhandlungen wurde die Bestimmung, daß die Einwohner nach 8 Uhr abends sich nicht mehr auf der Stro ze Hin dürften, aufgehoben. Zusammenstöße mit französischem Militär sind auch am Abend wieder vorgekommen. ausgewiesenen Oberbean⸗ten Den Familien der aus Trier 5 eine Verlängerung der wurde auf Grund der Verhandlungen Frist auf vierzehn Tagc zugestanden. Auch die Belgier hauen ein. Am Freitag vormitiag versammelten sich in Duisburg die Kom⸗ munalbeamten, die Eisenbahn⸗, Post⸗ und Hafenbeamten auf dem Königsplatz, um gegen die Verhaftung des Forstbeamten Berg zu protestieren. Von hier aus bildete sich ein Demonstrationszug, der sich zum Landgericht bewegte. wo Versuche des Bürgermeisters sowie 0 —. der Abgeordneten verschiedener Stadtverordnetenfraktionen, den Ver⸗ hafteten frei zu bekommen, mißlangen. Der Demonstrationszug, der aus mehreren 1000 durch die Straßen der Stadt unter Absingen patrotischer Lieder. Vor der Kommandantur wurden die Demonstranten durch belgische Kaval⸗ lerie auseinandergetrieben. Mehrere Personen wurden wahllos aus der Menge herausgegriffen und verhaftet. Ob es Tote gegeben hat, steht noch nicht fest. Die Belgier sind mit blanken Waffen vorgegan⸗ gen. Eine Anzahl Personen wurde durch Sübelhiebe verletzt. Die Abwehr. Neue Arbeitsniederlegungen. Die Arbeitsniederlegungen von Eisenbahnbeamten und Arbeitern infolge der Eingriffe der Franzosen haben sich vermehrt. Auf dem Telegraphenamt in Bochum ist eine französische Wache und zwei deutsche Schutzpolizisten unter⸗ gebracht. Die deutschen Beamten sind nun verhaftet wor⸗ den, als sie dem Telegrapheninspektor zu Hilfe kommen wollten, weil dieser sich der Wegnahme eines Telephon apparate. durch einen französischen Offizier widersetzte. Das gesamte Schutzpersonal Dortmunds hat beschlossen, die fran⸗ zösischen Offiziere trotz des ausdrücklichen Befehles nicht zu grüßen. 5 Streikandrohungen in Mainz. Am Donnerstag haben die Franzosen das städtische Gaswerk besetzt. Die Arbeiter forderten Entfernung der Truppen bis Frei⸗ tag mittag 12 Uhr, wid rigenfalls man das Gas⸗ und bas Elek⸗ trizitätswerk stillegen würde. Da reasfhin zogen sich die F.onzosen zurück. Die Verkehrslage. Die Verkehrslage im Ruhrrevier wird von Tag zu Tag schwieriger. Zu den Stationen, die schon am Donnerstag infolge des Abwehrstreiks des Personals wegen der Ueber⸗ griffe der Besatzungstruppen stillagen, ist am Freitag auch der Bahnhof Kettwig getreten. Die zahlreichen Betriebs⸗ einstellungen beeinträchtigen auch in hohem Maße die Wagengestellung. Am Donnerstag wurden für den Kohlen⸗ versand 15 694 und für andere Güter 4444 Wagen gestellt, während 1708 Wagen für Kohlen und 667 für andere Güter fehlten. Der Bestand an leeren Wagen beträgt im Ruhr⸗ revier 15000, sodaß den heutigen Anforderungen von 16 795 Wagen für den Kohlenversand und 4487 für andere Güter wieder nicht genügt werden kann. Der Betrieb bei der Eisenbahndirektion in Essen wird täglich schwieriger. Jetzt haben die Franzosen von den Fernsprechleitungen der Eisenbahndirektion sieben für sich mit Beschlag belegt, sodaß der Telephonverkehr der Eisen⸗ bahndirektion in hohem Maße behindert wird. Im übrigen läßt sich aus verschiedenen Maßnahmen der Eisenbahn⸗ abteilung der Besatzungstruppen schließen, daß die Fran⸗ zosen die Absicht haben, die Köln— Mindener Eisenbahn⸗ strecke von Recklinghausen fiber Bottrop, Oberhausen, Duis⸗ burg und Weddau nach Düsseldorf, auf der bekanntlich der Betrieb vollständig eingestellt ist, mit eigenem Personal für ihre Zwecke in Betrieb zu bringen. Außerdem beabsichtigen sie anscheinend, von Kettwig aus eine Nebenlinie nach Essen und Mülheim einzurichten. In Oberstein an der Nahe ruht der Post⸗ und Eisen⸗ bahnverkehr vollständig. Koblenz unter der Trikolore. Ueber die Stadt Koblenz ist nach dem Abzug der Amerikaner der Belagerungszustand erhängt worden mecen der Menschen⸗ ansammlungen, zu denen es bei der Durchfahrt der Ruhr⸗ industriellen gekommen ist, obwohl dabei keinerlei Ausschreit⸗ ungen vorgekommen ß'ud⸗ Teilnehmern bestand, bewegte sich dann weiter die zweite Etappe ihrer Ruhraktion mit dem Versuch ei 1 4 W „ Neger Notkenwechsel. 8 Anläßlich der durch die interalliierte Rheinlandk sion erfolgten Ausweisungen deutscher Beamten und Familien aus dem besetzten Gebiet haben die deutschen treter in Paris, London und Brüssel den dortigen Re gen weisungsgemäß eine Note überreicht, in der dag energisch protestiert wird. Alle in der letzten Zeit vorge menen Verhaftungen sind darin namentlich verzeichnet. besondere wird auf die rücksichtslose Brutalität hingewi mit der dabei vorgegangen worden ist. Eine Abschrift Note ist gleichfalls der interalliierten Kommission in Kob übergeben worden. Bisher hat Poinars auf die vorhergegangenen deut Proteste in einer aufreizend überheblichen und verle⸗ Tonart geantwortet. Die Durchführung der Zollinie? Allem Anschein nach soll heute nacht 12 die Zollinie durchgeführt werden. An den Gre des Ruhrgebiets sind große Truppenmassen in wegung In nördlicher Richtung geht die Li über Großenbaum nach Duisburg⸗Oberhar Bottrop⸗Gladbeck⸗West⸗Recklinghausen. Die 3. linie ist bereits gezogen im Süden über Waltr Lünen nach Dortmund⸗Hörde auf Hagen⸗Vorhall Bewahrheitet sich diese Meldung, dann bedeutet 5 höchste Gefahr für Deutschland. Damit wäre die Reichs heit in Stücke gegangen. Welche Folgen die Durchfüh der Zollinie auf die Haltung der Arbeiterschaft haben würd läßt sich gar nicht ausdenken. B Ergänzend fügen wir noch hinzu, daß nach einer M dung des Petit Parisien aus Düsseldorf, der französi Wirtschaftsminister Le Trocquer fest entschlossen sein den Weisungen der französischen Regierung gemäß jed Widerstand Deutschlands so schnell wie möglich zu bre um jede Kohlenausfuhr in das unbesetzte Gebiet zu hindern. Le Trocquer und Weygand haben sich nach begeben, wo sie eine Konfzrenz im Gebäude des Kohle syndikats hatten. Coste und eine Anzahl der maßge französischen Ingenieure wohnten der Konferenz bei. Coste bei den Arbeiterführern. in denen Graf Verhandlungen begrüßen würde. 1 Gegen maßregeln der Reichsregierung. Der Tag berichtet: Das Reichskabinett hat gestern nach, mittag während der Etatsberatung im Reichstag Sitzung abgehalten, die sich mit der Vorbereitung Maßnahmen gegn die Aktion der Franzosen im Ruh beschäftigte. Man erwartet, daß die französische Reg Der Deserteur. 0 Roman von Robert Buchanan. „Hast Du meine Mutter noch nicht von den großen Steinen in der Ebene erzählen hören? Das sollen eben⸗ falls verzauberte Menschen sein, die in gewissen Nächten lebendig werden, im Fluß baden und ihren Durst löschen.“ „Ach, das ist zu albern!“ „Ist es auch albern, zu behaupten, daß all die Stein⸗ gesichter an unseren Kirchenwänden einst Teufeln ange⸗ hörten, die den Versuch gemacht, in den geheiligten Raum einzudringen, während die erste Messe gelesen werden sollte, von Gottes Engeln aber daran verhindert und zu Stein verwandelt wurden? Ich habe das den Pfarrer oft erzählen (hören.“ „Das mag vielleicht wahr sein“ bemerkte Marcelle, (saber wir vermögen diese Dinge nicht zu verstehen.“ „Glaubst Du? Meister Arfoll sagt, daß auch das (albern sei.“ „Meister Arfoll ist ein eigentümlicher Mensch!“ ent⸗ gegnete Marcelle nach kurzem Schweigen.„Manche be— (haupten sogar, daß er nicht an Gott glaubt.“ „Höre nicht darauf! Er ist ein guter Mensch.“ „Ich selbst habe ihn schon schlechte Dinge sagen gehört — Onkel meinte sogar, es seien Gotteslästerungen gewesen. Es ist schmachvoll— er wünschte dem Kaiser Böses, ja sogar den Tod!“ sprudelte Marcelle mit zorngeröteten Wangen hervor; ihre Stimme zitterte förmlich vor Entrüstung. „Sagte er das?“ fragte Rohan nachdenklich. 1„Ja; ich habe es mit meinen eigenen Ohren gehört! ([Himmlischer Vater, daß ein lebender Mensch dem guten großen Kaiser Böses wünschen kann! Wenn mein Onkel ihn gehört hätte, wäre sicherlich Blut geflossen. Mein Herz stockte, als ich ihn so sprechen hörte.“ ü Rohan antwortete nicht gleich: er war sich bewußt, auf gefährlichem Boden zu stehen; daher hielt er, als er endlich sprach, seine Augen krampfhaft aufs Gras geheftet: „Marcelle, es gibt viele, die so denken wie Meister Arfoll.“ „Wie meinst Du dos, Rohan?“ „Daß der Kaiser zu weit gegangen ist, und daß es für Brest besser wäre, wenn er tot wöre!“ 9 „Mehr als das: besser, wenn er nie das Licht der Welt erblickt hätte!“ f Marcelles Gesicht drückte Zorn und Angst aus. Kein Wunder, denn es ist fürchterlich, wenn man einen Glauben, an dem man mit Leib und Seele hängt, angreifen hört, namentlich wenn dieser Glaube eine an Wahnsinn grenzende Anbetung ist. Sie zitterte und ballte die Fauste. „Denkst auch Du so, Rohan?“ sagte sie flüsternd und trat einen Schritt zurück. „Du bist zu voreilig, Marcelle,“ entgegnete Rohan ein⸗ lenkend;„ich sagte nicht, daß Meister Arfoll recht habe.“ „Er ist ein Teufel!“ wetterte das Mädchen mit einer Heftigkeit, die ihr Soldatenblut verriet.„Schon oft haben solche Feiglinge und Teufel dem großen Kaiser beinahe das Herz gebrochen. Sie lieben weder Frankreich noch den Kaiser; Gott wird sie in der anderen Welt für ihren Un⸗ glauben bestrafen.“ „Vielleicht werden sie schon in dieser Welt bestraft,“ sagte Rohan mit leichtem Sarkasmus, der aber von dem er⸗ zürnten Mädchen nicht beachtet wurde. „Es ist schändlich, den guten Kaiser zu ärgern,“ fuhr sie unbeirrt fort„der sein Volk als seine Kinder liebt, der nicht stolz ist, der meinem Onkel die Hand gedrückt und ihn „Kamerad“ genannt hat, der für Frankreich sterben würde, dessen Namen er in der ganzen Welt berühmt gemacht hat. Er wird von allen guten Franzosen angebetet. Er ist der Nächste nach Gott, der Heiligen Jungfrau und ihrem Sohn, er ist ein Heiliger und erhaben! Ich bete jede Nacht, bevor ich einschlafe, zuerst für ihn und dann erst für meinen Onkel. Wenn ich ein Mann wäre, würde ich für ihn kämpfen. Mein Onkel hat sein armes Bein für ihn geopfert— ich würde mein Herz und meine Seele opfern!“ Ihr Gesicht glühte vor Begeisterung, sie hatte die Hände wie zum Gebet gefaltet. Rohan blickte stumm vor sich nieder. Plötzlich blieb sie stehen, blitzte ihn mit einem mehr zornigen als liebevollen Blick an und fragte mit harter Stimme:„Sprich, Rohan, bist auch Du gegen ihn? Hassest Du ihn?“ „Gott behüte! Ich hasse überhaupt niemanden. Aber weshalb fragst Du?“ entgegnete Rohan zitternd und den Augenblick verwünschend, da er dies heikle Thema ange⸗ schlagen. 5„Weil ich dann Dich hassen würde, wie ich alle Feinde Gottes und des großen Kaisers hasse!“ rief sie erblassend. g Rohan war unter ihren heftig hervorgestoßenen Worten wie unter Peitschenhieben zusammengezuckt und einen Augenblick keiner Antwort mächtig. Sie standen im Schatten des Menhir. Kaum einige Schritte von ihnen entfernt, mannt worden. dicht am Rande einer Klippe, stand eine Gestalt, die in d klaren, fast durchsichtigen Luft übermenschlich groß erschie Unheimlich mager, fast wie ein Skelett, mit vorgeben Schultern, schneeweißem, wallendem Haupthaarx, dün langen Beinen und Armen stand sie bewegungslos, wie Stein erstarrt, da. ö „Sieh doch, Marcelle,“ flüsterte Rohan, endlich se Sprache mächtig,„da steht Meister Arfoll in eigener Perf Das Mädchen wich zurück. In ihrem Antlitz spieg sich noch immer die Entrüstung, von der sie vorhin i Rohan nahm ihren Arm und zog sie n sich fort, ihr Liebesworte ins Ohr flüsternd. Sie gab nach, vermochte aber nicht, ihren Mißmut ganz zu unterdrüc Ihre Fußtritte veranlaßten den in tiefe Gedanken sunkenen Mann aufzublicken und ihnen sein Antlitz zuzu⸗ wenden. Sah schon seine Gestalt geisterhaft genug aus, wie erst sein Gesicht mit dem langen Oval, den zahllosen Runzeln, der mächtigen gebogenen Nase, den schmalen, blut leeren Lippen und Wangen! Nur die großen, schwarzen Augen mit dem unheimlichen, unrubigen Ausdruck und dem wilden Feuer verliehen diesem Gesicht Leben. Der Mann machte den Eindruck, als ob er eben von den Toten auf⸗ erstanden wäre. ö 8 3 Als er Rohan erkannte, verklärte ein glückseliges Lac sein Gesicht und verschönte es förmlich, aber so rasch wie gekommen, verschwand es auch wieder und machte dem gespannten Ausdruck Platz. „Rohan!“ rief er mit meine hübsche Marcelle!“ 5 Rohan lüftete seinen Hut ehrerbietig wie vor ei Höhergestellten, während Marcelle noch immer ihre Zurü haltung bewahrte, schuldbewußt errötete und sich nicht rührte. 3 Von diesem Manne ging etwas aus, das sie wie alle anderen mit Scheu erfüllte. In seiner Abwesenheit miß er ihr entschieden, sie mochte ihn nicht leiden; befand sie aber in seiner Nähe, so übte er auf sie, wie auf alle Mensch einen unwiderstehlichen Zauber aus, dem sie sich nicht ziehen konnte. Meister Arfoll war— das zeigte schon f zerschlissene Kleidung— arm wie eine Kirchenmaus, d sehr unbeleibt, und doch besaß er jene magnetische dämonische Macht, die Goethe an Bonaparte entdeckt haben glaubte und die er als— ob gut oder schlecht wandt— für alle machtvollen Individualitäten char ö stisch bezeichnete. 5 klarer, melodischer Stimme.„Und 1 (FTortsetzung folat.) —— d 2** . r 92— 2 vollstandigen militärischen und wirtschaftspolitischen Ab⸗ schnürung des Ruhrgebiels beginnt. Die Einzelheiten der 1 der Regierung hängen natürlich von den Maßnahmen ab, die die französische Regierung anordnen wird. Schon jetzt steht aber fest, daß die deutsche Regierung auch gegen solche Maßnahmen mit Unterstützung der ge. samten Bevölkerung und der Beamtenschaft im Ruhrgebiet erfolgreiche Gegenmaßregeln anwenden kann. England noch immer untätig. Der Verlauf des englischen Ministerrats am Donners⸗ dag zeigt, daß die englische Regierung auch jetzt es nicht für catsam hält, aus ihrer abwartenden Haltung hervorzutreten. Nach Beendigung des Ministerrats wurde von unter- srichteter Seite die englische Auffassung dahin zusammen⸗ gefaßt, das Kabinett sei der Ansicht, daß sich die Politik der Nichteinmischung unter den gegenwärtigen Verhältnissen als der klügste Weg erweisen werde. ö Amerika sendet Lebensmittel. Im Weißen Hause wurde von den Beamten den Presse⸗ ertretern mitgeteilt, die Regierung erwarte einen Parla⸗ mentsantrag, in den nächsten Monaten bis zum 1. Septem⸗ er etwa 2000 Tonnen amerikanische Lebensmittel nach utschland zu senden, um den schlimmsten Folgen der Ruhr⸗ besetzung zu begegnen. Einen solchen Parlamentsbeschluß würde die Regierung ohne Verzug ausführen. Einschränkung des Personenverkehrs. 0 Der Personenzugverkehr der Reichsbahnen soll in der nächsten Zeit um insgesamt rund 15—20 Prozent eingeschränkt werden. Die Einschränkung erfolgt zum Teil sofort, zum Teil von Mitte nächster Woche ab. Wenn auch die Dienstkohlenlage der Reichsbahn zur Zeit nicht gänstig ist(Vorrat für etwa 40 Tage), so müssen doch bei der Ungewißheit der weiteren Lieferung von Kohlen in das nicht besetzte Gebiet die Ersparnismaßnahmen sofort einsetzen. Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. — Geschichtstalender. 29. Januar. 1763 Joh Gottl. Seume, demokratischer Schriftsteller. geboren. 1860 Ernst ng ade in Bonn gestorben. 1895 Untergang des Dampfers„Elbe“. 41905 Stürmische Reichstagssitzung; v. Oldenburg ⸗ Januschau er⸗ klärt der Kaiser müsse das Recht haben, den Reichstag durch deinen mit 10 Mann jederzeit aufzulösen. 5 Vaterländische Streittasse. Es gingen weiter bei uns ein: 8 W. 10 600.— Mark J. D 50.— Mark J. Ittmann 10 000.— Vork. zusammen 20 050.— Mark; bereits quittiert 3250.— Mark. Summa 23 300. Mark. Den Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne entgegengenommen. Verlag der Oberhessischen Volkszeitung. Totenbestattung durch die Gemeinde. Diese Frage wurde in letzter Zeit öfter behandelt, weil die Entwickelung der Verhältnisse dazu drängt. Nur ziem⸗ lich gut situierte Familien sind in der Lage, die Kosten einer Beerdigung zu bestreiten, wenn eins ihrer Mitglieder ver⸗ stirbt. Eine ganze Anzahl Landgemeinden haben bereits Schritte getan, um in dieser Beziehung Erleichterungen zu schaffen und zwar dadurch, daß sie wenigstens das Holz zu den Särgen zur Verfügung stellen. Hierbei waltete gewiß die beste Absicht ob. Daß es aber damit nicht getan ist, sondern die Gemeinde noch weitere Maßnahmen treffen muß, beweist eine Zuschrift, die uns aus Beuern zugeht. Darin heißt es: „Voriges Jahr beschloß unser alter Gemeind⸗rat noch in seiner letzten Sitzung das Holz zu den Särgen für die verstorbe⸗ nen Gemeindeangehörigen von der Gemeinde zu stellen. Ende vorigen Jahres mußten die Angehörigen eines hier Verstorbenen für den Sarg 20 000 Mk. bezahlen, wobei der Schreiner das Holz dazu lieferte. Vierzehn Tage später war die erste Beerdigung, bei welcher die Gemeinde das Holz zum Sarge geliefert hatte, und hier war der Sarg mit 24500 Mark berechnet! Diese Rech⸗ nung sollte doch der Preisprüfungsstelle übergeben werden. Der Gemeinde wäre vielleicht zu empfehlen eine Anzahl Särge an⸗ fertigen zu lassen und diese auf dem Submissionswege zu vergeben. Was nützt die Holzlieferung von der Gemeinde, wenn die Leute dann doch noch so hohe Preise bezahlen müssen?“ Das ist allerdings selbst in der heutigen Zeit keine so ganz gewöhnliche Sache. Wenn der Sarg bei Holzstellung drech die Gemeinde teuerer ist, als wenn der Schreiner das Holz dazu liefert, kann es doch kaum mit rechten Dingen zugehen. Unter den Gewerbetreibenden gibts leider auch solche, die in ihren Preisforderungen kein Maß und Ziel kennen; wenn dann aber die Gemeinden die Arbeiten in eigene Ausführung übernehmen, dann wird großes Geschrei erhoben über„Schädigung des Handwerks“. Die Gemeinde⸗ vertretungen sollten sich dadurch nicht beirren lassen, sondern tun, was im Interesse der Gesamtheit liegt. — Polizeistunde 11 Uhr! Nunmehr ist die Polizei- stunde auch in Hessen in Stadt und auf dem Lande, auf 11 Uhr festgesetzt und in Bezug auf Tanzlustbarkeiten, karnevalistische Veranstaltungen und Festlichkeiten die Ein⸗ schränkungen angeordnet, die in der Nummer unseres Blattes vom letzten Donnerstag veröffentlicht waren. Da⸗ nach wird zu Tanzbelustigungen bis auf weiters keine Er⸗ laubnis erteilt, auch nicht für geschlossene Gesellschaften. Theater und sonstige Veranstaltungen müssen spätestens 11 Uhr abends beendet sein. Man wird gegen diese Anord- nungen im allgemeinen nicht viel einwenden können, sie sind in heutiger Zeit vielleicht am Platze. Wer aber etwa der Ansicht sein sollte, daß wir dadurch von allen Uebeln erlöst würden, befindet sich gründlich auf dem Holzwege. Leute, die sich's leisten können, geniert die Feierabendstunde nicht, die können sich's auch zu Hause wohl sein lassen. So werden diese Anordnungen wirkungslose Mittelchen bleiben. Zur wirtschaftlichen Gesundung wären schon vor drei Jahren entschiedene Maßnahmen nötig gewesen. Und jetzt. Helfferich als Schützer der Republik. Zu Beginn der Reichstagssitzung vom Freitag versuchte der Reichsfinanzminister die Kritik unseres Genossen Wels vom Tage zuvor zu entkräften. Er gab eine Darstellung der Stundung der Kohlensteuern an die Bergherren, die wesentlich harmloser klang, als das, was bisher in der Presse und in den Ausschsissen des Reichs⸗ tages bekannt geworden war. Danach siid die gestundeten Kohlen⸗ steuern bis auf etwa 2 Milliarden Mark, die in den nächsten Wochen zurückgezahlt werden sollen, schon wieder in die Reichskasse geflossen. Wenn die heutige Darstellung des Reichsfinanzmnisters richtig ist, so bleibt aufzuklären, wie es kommt, daß sein Staatssekretär bis in die jüngste Zeit ganz andere Zahlen genannt hat. Unerschlttert bleibt die Grundlage unserer Kritik, denn die Bergherren haben die ge⸗ stundeten Kohlensteuern in wesentlich entwertetem Gelde an das N A.— 2 4 e eee Reich zurückgeben können. Eine Rede besonderer Art hielt daun der Führer der Deutschnationalen, Herr Dr. Helsserich. Er gab sich alle Mühe, sein sonst so lebhaftes und aggressives Temperament zu zügeln, auch die Zwischenrufe der Linken konnten ihn nur an wenigen Siellen zu heftigen Erwiderungen reizen. Helfferich ging sogar so weit, seier⸗ lichst zu erklären, daß er jeden Versuch eines Angriffes auf die repu⸗ blikanische Reichsversassung un jetzigen Augenblick für em Verbrechen ansehen würde. Nach einer langen komumnistischen Rede zog Genosse Breitscheid mit aller Deutlichkeit den Trennungsstrich gegen die Im⸗ perialisten. Er betonte, daß unser Protest der wirksamste sei, da die Arbeiterschaft auch zur Zeit der höchsten Macht Deutschlands im Geiste der Völberverständigung und gegen den Krieg gewirkt hat. Nach der Rede Breitscheids zerflatterte die Aussprache in kleinlichem Gerede und in persönlichen Bemerkungen, die keineswegs dem furchtbaren Ernste dieser für das Reich schicksals ollen Stunde gerecht wurde. könnte noch manches geschehen. Man denke an die pensio⸗ nierten Offiziere, für die das Volk viele Milliarden auf⸗ bringen muß, ohne daß sie auch nur das Geringste dafür leisten! Parasiten am Volkskörper!! Soweit sie gesund und arbeitsfähig sind dürfte ihnen Pension nicht gewährt werden. — Zur Berufswahl. Wir werden um Aufnahme des Folgenden ersucht: Ende März d. J. verläßt wieder eine große Anzahl von Jungens und Mädels die Schule, um sich einem Beruf zuzuwenden. In den Familien wird eifrig die Frage diskutiert:„Was soll der Junge oder was soll das Mädchen werden?“ Es ist manchmal sehr schwer, einen geeigneten Beruf zu wählen. Gerade in den letzten Jahren war es an der Tagesordnung, daß sich viele Eltern für sogenannte Mode⸗ berufe erklärten. Es wurde auch sehr oft darauf gesehen, was für Entschädigungen die Lehrlinge in den einzelnen Berufen erhalten. Man soll eigentlich bei der Berufswahl nicht davon ausgehen. was momentan für eine Lehrlingsentschädigung gewährt wird, sondern man soll vielmehr die Aussicht, im Beruf vorwärts zu lommen, vor⸗ anstellen. Leider sind nicht alle Eltern dazu in der Lage, den Jungen oder das Mädel einen Beruf erlernen zu lassen, da sie durch die Not der Zeit auf jede Verdienstmöglichkeit angewiesen sind. Zu den sogenannten„Modeberufen“ gehört auch der des Kauf⸗ manns. Viele Leute glauben, daß der Angestelltenberuf nicht so große Anforderungen an den Einzelnen stellt. Diese Auffassung ist irrig, denn auch in diesem Beruf hängt alles von dem Können des Ein⸗ zelnen ab. Eine gute allgemeine Schulbildung und besondere Fähig⸗ keiten im Rechnen, der deutschen Sprache und Geographie sind uner⸗ läßliche Bedingungen. Für das weitere Fortkommen sind auch Kennt⸗ nisse von fremden Sprachen und Kurzschrift unbedingt erforderlich. Der Junge oder das Mädel, der diesen Beruf ergreift, muß vor allen Dingen auch eine leichte Auffassungsgabe und Anpassungs⸗ fähigkeit besitzen. Gerade der Beruf des Angestellten ist sehr über⸗ füllt, trotzdem kann man sehr oft die Wahrnehmung machen, daß es Firmen sehr schwer fällt, tüchtige Angestellte zu bekommen. Wer also den Angestelltenberuf ergreifen will, muß sich von vornherein darüber klar sein, daß er nur dann Aussicht auf ein Fortkommen hat, wenn er den Anforderungen, die das heutige Geschäftsleben an ihn stellt, vollauf gewachsen ist. In Frage kommt auch noch die körperliche Verfassung der Jugendlichen, denn es ist sehr anstrengend, den ganzen Tag hinter dem Ladentisch zu stehen oder auf dem Bureau in dumpfiger Luft zu arbeiten. Ehe also die Eltern sich entscheiden, was der Junge oder das Mädel werden soll, ist es notwendig, sich mit der zuständigen Berufs⸗ organisation in Verbindung zu setzen. Es kann nicht oft genug davor gewarnt werden, Lehrverträge, ohne Erkundigungen über diese oder jene Firma eingeholt zu haben, ab zuschließen. Die zuständige Be⸗ rufsorganisation für Handlungsgehilfen und Angestellte ist der Zentralverband der Angestellten in Berlin, der in fast allen größeren Orten eigene Geschäftsstellen mit einer Berufs⸗ beratung besitzt. Hier erhalten die Eltern fachmännischen Rat und Auskunft. Für die Jugendlichen selbst hat der Zentralverband be⸗ sondere Jugendgruppen geschaffen, die unter Anleitung von älteren erwachsenen Kollegen die Berufsausbildung fördern und auch die Geselligbeit der Jugendlichen untereinander pflegen. Noch einmal wollen wir die dringende Mahmung an die Erzieher richten, sich vor Abschluß von Lehrverträgen und vor dem endgül⸗ tigen Beschluß lüber die Berufswahl selbst, mit dem Zentralverband der Angestellten in Verbindung zu setzen. Die Geschäftsstelle befindet sich in Gießen: Hotel Einhorn, Eingang Wetzsteingasse. Wir wollen Taten sehen! Wer heute über die Möglichkeiten der Abwehr des fran⸗ zösischen Gewaltstreiches nachdenkt, wird sehr bald mit aller Klarheit herausfinden, daß diese Abwehr nicht mit den Waffen des preußischen Militarismus, daß diese Abwehr nicht durch die Kohlenbarone und Großindustriellen, auch nicht durch die Regierung Cuno mit Aussicht auf Erfolg ge⸗ führt werden kann. Einzig und allein die Bergknappen im Ruhrgebiet werden den Kampf mit wirtschaftlichen Waffen entscheiden. Dem arbeitenden Volke gebührt die Führung in diesem furchtbaren Kampf gegen den französischen Imperialismus. Denn nur durch den zähen wirtschaftlichen Kampf des ar⸗ beitenden Volkes werden wir gegen den französischen Mili— tarismus siegreich sein. Diese gewaltige Stellung der Ar- beiterschaft in diesem Kampfe muß mit Naturnotwendigkeit dazu führen, daß die Rechte des deutschen arbeitenden Volkes mehr als bisher befestigt werden, muß dazu führen, daß endlich die Republik von der Gesamtheit des deutschen Volkes anerkannt wird und der monarchistische Spuk ver⸗ schwindet. Die Aufgabe aber der nicht am Kampf Beteiligten, das heißt der Erzeuger und Produzenten, ist es, den Mund zu halten und Taten zu vollbringen. Diese dürfen nicht be⸗ stehen in monarchistischer Hetze und Beschimpfung, diese Taten müssen bestehen in der Beschafung von billigen Lebensmitteln für das darbende und kämpfende arbeitende Volk. Die Spitzenverbände des gesamten deutschen Unter- nehmertums, darunter auch der Reichsverband der deutschen Industrie, die Vereinigung der Arbeitgeberverbände und der Reichslandbund, haben dem Reichskanzler die Versicherung abgegeben, daß sie die Reichsregierung angesichts der gegen— wärtigen Situation mit allen ihnen zu Gebote stehenden Kräften unterstützen Sie haben ferner, wie einer amtlichen Erklärung diese Besprechung zu entnehmen war, die Einheitsfront des gesamten deutschen Volkes ver⸗ langt und betont, daß von dieser Jupersicht getragen die Wirtschaftsverbände alle Opfer bringe. würden, die die Not des Vaterlandes erheischten. Außerdem hat der würden. Über Reichs⸗ kanzler Cuno im Auswärtigen Ausschuß erklärt, es gälte jetzt, jede unnötige Teuerung abzuwehren, die sich insbesondere aus der wahnsinnigen sprunghaften Steigerung der fremden Währungen ergeben werde. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo die Wirtschaftsverbände, vor allem die Landbünde, beweisen können und beweisen müssen, daß auch sie bereit sind, Opfer zu bringen. Die Mark sinkt gewaltig. Das Fleisch, die Butter und alle anderen Lebens- und Bedarfsartikel steigen unerhört im Preise. Wo sind nun die Herren Graf Westarp, Bayer, Bechly, Graf Moltke, Graefe mit ihrem gesamten Junker⸗ anhang, die zu Opfern bereit sind? Das monarchistische Phrasendreschen kann uns nicht helfen. Nur billige Lebens⸗ mittel können uns über das schwerste hinweghelfen. Wir wollen Taten sehen. Sind diese Herrschaften frei⸗ willig zu Opfern nicht bereit, nun gut, dann tue die Re⸗ gierung Cuno ihre Pflicht und beschaffe diese Lebensmittel durch Zwang. Neue scharfe Demobilmachungsbestimmungen sind notwendig, die Volksernöhrung ist sicherzustellen, der Wucher ist rücksichtsloser zu bekämpfen. Nur dann können wir diesen Kampf siegreich zu Ende führen. 2 Verbesserung der Boden. und Wasserverhältnisse im Ried. Der Hess. Feldbereinigungskommissar Schnittispahn schreibt Im Vordergrund aller land wirtschaftlichen Unternehmungen muß die Förderung der Bodenkultur stehen. Die Steigerung unserer landwirtschaftlichen Erzeugung ist die Fringendste und be⸗ deutfaniste Aufgabe der nächsten Zukunst. Die Not unserer Zeit erfordert es, dem Grund und Boden die höchsten Exträge abzu⸗ ringen. Diese unter den heutigen und künftigen Verhältnissen durchaus notwendige möglichst zweckmäßige und intensive Boden⸗ lultur kann indessen wesentlich nur durch das Feldbereinigungs⸗ verfahren erreicht werden. Die Grundbesitzer können daher ihrer Pflicht zur möglichsten Ausnutzung ihrer Grundstücke nur gerecht werden, wenn sie das Feldbereinigungs verfahren durchführen. Diese Einsicht sckeint sich endlich auch bei den Landwirten des Rieds welche zugleich vor der Durchführung dex geplanten Ried⸗ entwässerung stehen, durchzuringen. Man hat hier auch erkannt, daß die Riedentwässernna ohne gleichzeitige Feldbereinigung zweck näßig nicht durchführbar ist. 5 Die Verbindung der Ausführung der Riedentwässerung mit der Durchführung der Feldbereinigung gewährt u. a. folgende Hauptvorteile: 1. das zur Ausführung der Anlagen der Entwässerung erforder⸗ liche Gelände kann im Wege der Feldbereinigung gestellt wer⸗ en ohne daß dafür die erheblichen Kosten für Kaufverträge, für Vermessung[Meßbriese), Aussteinung oder sogar für die zwangsweise Enteignung entstehen. Die Anlage der Vorflur⸗ und sonstigen Entwässerungsgräben, sowie aller mit der Ent⸗ wässerung im Zusammonhang stehenden Anlagen kann ohne Rücksicht auf die derzeitigen Grundstücksgrenzen so ausgeführt werden, wie es der Zweck der Anlagen erfordert. „Es enkstehen keine dauernden unwirtschaftlichen Restparzellen, weil durch das Feldbereinigungsverfahren die neuen Grund⸗ stücke in wirtschastlich praktische Formen und Größen in dem neuen Gräben⸗ und Wegnetz gebildet werden. Vorübergehende um wirtschaftliche Restparzellen welche bei etwaiger zeitlich früherer Fertigstellung der Gräben als der Fertigstellung der neuen Grundstücke entstehen können. werden durch vorüber⸗ gehende Verpachtung oder Nutznießung seitens der bisherigen Besitzer bewirtschaftet und mit der Bildung der Ersatzgrund⸗ stücke endgültia wieder beseitigt. Bei der Geländlausscheidung im Wege der Felddereinigung werden die Gemeinden das zur Ausführung der Anlagen not⸗ wendige Gelände wesentlich billiger erhalten als sonst. weil mit den Beteiligten ein weitgehender Geländetausch statt⸗ findeen kann. Ebenso gereicht es den Beteiligten zum be⸗ sonderen Vorteil, daß sie für das Gelände nicht mit Geld, sondern mit Ersatzgelände wieder abgefunden werden können. Soweit ausnahmsweise. infolge unzureichenden Gemeinde⸗ besitzes die Gemeinden den Wert des Geländes für besondere mit zur Entwässerung gehörigen Aulagen nicht in ihrem Ge⸗ ländeanspruch haben oder davon nicht entbehren können, kann dieser Geländebedarf auf eine möglichst große Zahl von in⸗ teressterten Grundeigentümer verteilt werden. um dadurch zu verhüten, daß das Gelände nur von denjenigen Eigentümern gestellt wird deren Grundstücke zufällig in die betreffenden Anlagen sallen. Dies ait insbesondere von der Geländebe⸗ schaffung für Reaulierung von Bächen und etwa erforderlicher Pumpstationen. Pas Gelände für die sonstigen Gräben wird im Ausgleichsverfahren durch gleichmäßigen Abzug von allen beteiligten Grundbesitzern beschafft. 4. Die Regelung aller etwaiger Auszug⸗ und Pachtentschädigungen ans Anlaßeder Ausfführung der Anlage kann gleichfalls im Wege e ee e mit der Folge statt⸗ finden. dier bestrittene. Fragen die Beschreituna des Rechtswegs ausgeschlossen ist, weil darüber die Instanzen der Feldbereinigung zuständig werden, die für eine sachgemäße Erledigung volle Gewähr bieten. 5. Die gesamten Nusflihrungskosten können durch das Rechnungs⸗ wesen der Feldbereiniaung lausen sodaß dafür ein besonderes Rechnungswesen nicht erforderlich wird. Auch die Kosten der Bauaufsicht werden sich wesentlich ver⸗ mindern bei gleichzeitiger Ausführung der Feldbereinigungs⸗ arbeiten. „Der höhere land wirtschastliche Wert des zur Melkoratton vor⸗ geseßhenen Geländes kann in der Geländeanrechnung dei der Geländeausgabe im Wege der Feldbereintgung wenigstens zum Teil zum Ausdruck gebracht werden und das hierdurch entstehende Massegelände zum Kostenbeitrag verwertet werden. Hoffentlich stärkt dieser Hinweis auf besondere Vorteile die bisherige Erkenntnis und erleichtert damit das Zustandekommen des gesamten großzügigen volkswirtschaftlichen Unternehmens der Riedentwässerung in Verbindung mit Feldbereinsaung. Einer besonderen Aufgabe muß es überlassen bleiben, die Vorteile des Feldbereinigurgßdersahreus allgemein zu schildern. uns d 80 * „ Gewerkschaftskartell und Arbestsgemeinschaft für Angestellte. Heute, Montag. abends 6 Uhr, findet eine Sade, sammlung des Gewerkschaftskartells und der Arbeitsgemeinschaft für Angestellte(Afa) im Gewerkschafts⸗ hause statt. Diese Versammlung soll sich mit den Unter ⸗ stützungsmaßnahmen für das Ruhrgebie be⸗ fassen. Die Vertreter wollen dazu vollzählig erscheinen. MNNicht mehr„Qnäkerspeisung“. Vom Wohlfahrtsamt wird us geschrieben: Der Deutsche Zentral⸗Ausschuß für die Aus⸗ landehilfe weist darauf hin, daß die Lebensmittel für die sog. Quäkerspeisung jetzt ausschließlich von Deutsch⸗Ameri⸗ kanern gespendet werden. Der Ausdruck„Quäkerspeisung“ ist e nicht mehr zutveffend und besser zu ver⸗ me g— Mietrecht der Gegenwart. Dieses Thema behandelte am Donnerstag in dem ersten der vom Wahlverein veranstalteten Bildungs vorträge Justizinspektor Schröder. Es eigte sich, daß den Vorträgen lebhaftes Interesse entgegenge⸗ bracht wird, die Teilnehmerzahl war erfreulich groß und mit 0 ksamkeit wurden die Ausführungen des Redners verfolgt. ieser behandelte erst den Mieterschutz im Allgemeinen, besprach n die Maßnahmen gegen den Wohnungsmangel und schließlich das Reichsmietengesetz in seinen einzelnen Teilen und wichtigsten Bestimmungen. Eine rege Diskussion schloß sich an den Vortrag an, woraus man entnehmen konnte, wie angebracht die Erörterung dieses Gegenstandes war.— Für den nächsten Vortrag am e ist„Die Entwicklung der Menschheit“ von Prof. Hüter als Thema vorgesehen. — Volksbildung⸗ und Unterhaltungsabend. Nächsten Sams⸗ tag. 3. Februar, wird im Saale der Liebigshöhe ein Unter⸗ haltungsabend abgehalten, der vom Gewerkschaftsbund ver⸗ anstaltet ist. Hierbei wirken eine Anzahl Mitglieder des Stadt⸗ theaters mit, deren Namen dafür bürgen, daß etwas Gediegenes geboten wird. Das reichhaltige Programm wird im Laufe der che noch veröffentlicht werden. Sehr angebracht erscheint es, aß für den Abend Restauration nicht vorgesehen ist, das kann ür die Darbietungen mur von Vorteil sein, denn bekanntlich ist s Geklapper mit den Gläsern usw., das Hin⸗ und Herlaufen ßerst störend für die Vortragenden. Mitwirken werden die . Kitty Franke Rose Rubner. Schubert⸗ Jüngling, Cläre ürk und die Herren R. Hellborn, K. Juhnke, W. Leutheiser, K. Richter. Es ist wünschenswert, daß dieser Abend recht zahlreich besucht wird. Eintrittskarten à 100 Mk. sind schon jetzt in allen Sewerkschaftsburegus und in der Expedition der Oberhessischen 981 Volkszeitung zu haben. 1— Diebstähle. In der Nacht zum 23. ds. Mts. wurden aus 9 8 einem en Vorplatz ein fast neuer schwarzer Eisen⸗ . bahnermantel. eine blaue Litewka und ein grauer Knabenüber⸗ 22 5 zieher entwendet. „ Aus Handel und Verkehr. Mit zehn Millionen Mark Kapftal eker, rungs⸗ und Genußmittel fabrik, die Lactowerk⸗ N Aktiengesellschaft gegründet Es handelt sich um eine Familien⸗ die Herren Zureda Merklinger. sseker ir. in Horchheim be Worms. Dem Auffichts vat ge⸗ die Herren Schredelseker sen., Landtagsabg. R. A. Nuß, Bankier Kübling(Lütscher u. Co.), Basel, an. Kreis Alsfeld⸗Lauterbach.. 1 Lauterbach. Das Spielen mit Schußwaffen. Ein 1 eben wurde am Mittwoch durch die Spieleref mit einem r ö vernichtet, das in der Sägerei von Henkel ein paar Lehr⸗ lingen in die Hände geraten war. Die Flinte, die dem Nachtwächter gehörte, entlud sich und der Schuß tötete einen der Lehrlinge. Von Nah und Fern. 1 Frankfurt a. M., 21 Jannar. Frankfurter Vieh⸗ 0 markt. Auftrieb: 33 Rinder 590 Kälber. 198 Schafe und 316 4 Schweine Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber feinster Qualität Mf. 100 000—120 000, mittlerer Qualität Mk. 90 000—100 000, geringerer Qualität Mk. 80 000—90 000, Schafe Mr. 60 000110 000. Schweine unter 80 Kilo Mk. 160 000 bis 170 000, von 80—100 Kilo Mk. 175 000190 000, von 100 bis 150 Kilo 190 000—200 000 Mk. über 150 Kilo 200 000-210 000 Lokale Parteinachrichten. Vereinigte Sozialdemokratische Partei, Gießen. Program m des Bildungskursus im Winter 1922—1923, abends 8 Uhr pünktlich, im Gewerkschaftshaus. 2. Donnerstag, 1. Febr. 1923:„Entwicklung der Mensch⸗ heit“. Referent: Gen.. Hüter, Gießen. 3. Donnerstag, 8. Febr. 1923:„Entwicklung der Mensch⸗ heit“. 2. Vortrag Gen. Prof. Hüter, Gießen. 4. Donnerstag, 15. Jebr. 1923:„Das neue Schulgesetz“. Referent: Genosse Schmidt, Lehrer, Gießen. 5. Freitag, 23. Febr. 1923:„Der Mond“, Lichtbildervortrag. Referent: Prof. Koob, Studienrat, Gießen. 6. Donnerstag, 1. März 1923:„Die französische Revo⸗ Intion“. Ref.: Gen. Prof. v.. Gießen. 7. Donnerstag, 8. März 1923:„Die amerikanische Ver⸗ fassung“. Referent: Genosse Dr. Aaron, Rechts⸗ anwalt, Gießen. 8. Donnerstag, 15. März 1923:„Sozialismus, Religion uad Kun st“. Referent: Gen. Prof. Dr. Kinkel, Gießen. Für alle Vorträge wird ein einmaliges Eintrittsgeld von 60 Mk. erhoben. Die Karten werden in der Oberhessischen Volks⸗ zeitung ausgegeben. Außerdem werden für einzelne Vorträge Karten zu 10.— ausgegeben. Die Ausgabe dieser Karten erfolgt am Abend des Vortrages am Eingang. Die Vorträge finden ohne Restauration Rauchen ist verboten! 8 5 Zu diesen Vorträgen ist Jedermann frenndlichst eingeladen. Der Vorstand. 6 * An die Ortsvereinel Trotz mehrmaliger Mahnung in der Parteipresse und durch Zirkular sind noch 124 Ortsvereine mit der Quartalsabrechnung im Rückstand. Wir ersuchen die Mitgliedschaften erneut, diese umgehend fertigzustellen und an das Bezirkssekretariat einzuschicken. Der Partei⸗ vorstand in Berlin drängt auf pünktliche Abrechnung und hat die Gesamtmitgliedschaft einen Anspruch darauf, daß alle Ortsvereine ihre Pflicht erfüllen. Ordeung und Pünktlichkeit muß in jedem Orts⸗ verein herrschen. Mit Parteigruß! W. Widmann, Bezirkssekretär. 8880060606060 6 06060609 5 Das Geschäft verlief ruhig. Schweine hinterließen Ueber⸗ stand. 8 Frankfurt a. M., 26. Januar. Sittlichkeitsver⸗ brechen durch Hupnose. Ein rätselhafter Fall von Sitt⸗ lichkeitsverbrechen beschäftiat gegenwärtig die Kriminalpolizei und die Aerzte. Ein junges Mädchen aus Eberstadt wurde auf der Fahrt von Gernsheim wo es in Stellung war, von einem etwa 35jährigen Mann scharf fixiert, sodaß es schließlich in willenlosem Zustande dem Manme vom hiesigen Hauptbahnhose in eine Woh⸗ nung folgte. Hier wurde das Mädchen von dem Manne und drei weiteren Personen vergewaltigt und mißhandelt. Es wurde später in der Elbestraße in bewußtlosem Zustande aufgefunden und nach dem Krankenhause überführt. Als es nach Tagen zur Be⸗ sinnung kam beschrieb es genau das Zimmer und seine Einrich⸗ tung. ohne aber den Wea nach der Wohnung beschreiben zu können. Das Mädchen wurde nun von einem Arzte abermals in hypnotischen Zustand versetzt und führte nun den Arzt und mehrere Polizeibeamte ohne weiteres in die Wohnung und das Laboratorium eines Dentisten an der Kaiserstraße. Die Räum⸗ lichkeiten stimmten haarscharf mit der früher gegebenen Be⸗ schreibung überein. Der Dentist bestreitet die Tat, scheint auch als Täter nicht in Frage zu kommen, da er ein bis jetzt nicht wider⸗ legtes Alibi nachweisen konnte. Dagegen scheint es nicht ausge⸗ schlossen, daß der im Hause wohnende Bruder des Dentisten als Täter in Frage kommt. Das Mädchen will ihn mit Bestimmtheit als die Person wiedererkennen die es in die Wohnung gebracht und zuerst vergewaltigt hat. Der Beschuldigte leugnet jedoch die Tat und verdächtigt einen Gehilfen seines Bruders, sowie die Freunde des G. Weine Ermittlungen sind im Gange. Frankfurt 3. N., 28. Jan. Beschlagnahme Fra furter Kohlenkähne. Vier mit Braunkohlen beladene für das Frankfurter Wohlfahrtsamt zur Verteilung an Unt stützungsberechtigte bestimmte Kähne wurden gestern früh von Franzosen in Guftavsburg bei Mainz beschlagnahmt. „Bird nicht jenühmig.. In einem Städtchen der Umgegend kursiert folgende reizende G schichte: Der Direktor des Germanischen Museums in Nürnberg rührte die Stadt, dabei erinnerte er sich, daß in S eine Sehen würdigkeit bewahrt werde. Deshalb ging er zum Biirgermeister, sich die Erlaubnis zur Besichtigung zu holen. Er traf den wortkargen Ortsgewaltigen zu Hause und ftellte sich vor:„Ich bin der Direkt des Germanischen Museums und wollte bitten...“ Der Bürge meister ließ ihn nicht ausreden:„Wird nich jenähmigt!“ Der Dir tor war sprachlos und wollte einwenden:„Ja, aber erlauben Sie mal...“ Darob der Hüter der Stadtordnung:„Ich erlaub jarnichts. Wird ni jenähmigt und damit punktum! Vor 14 'ne Menagerie, vorige Woche ein Panoptikum, diese Woche Karussell und nun noch ein Germanisches Museum? Wird mi jenähmigt!“ Und ließ den verblüfften Direktor stehen. 1 SL Sport= * Lollar I. gegen Wieseck I. 7:4(5210 f am 21. Januar in Lollar. 8 Um 2% Uhr gab der Schiedsrichter den Ball frei. W. hatt 57 Anstoß, brach sofort durch und erzielte das 1. Tor. L. Elf erholle —— — — 1 —— die Mannschasten mit einem kräftigen„Frei Sei!“ Das Spiel leider fehr unter dem dicken Schnee, denn die Leistungen konnten 1015 1. zur Gelumg lommen. Der Schiedsrichter 9 e Sonntag, den 11. Februar 1923 findet vormittags 10 Uhr im Gewerkschaftshaus in Gießen eine Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses statt, und liegen zur Erledigung vor: 4 N 1. Spielabbruch Hungen I.— Lollar I.(Schiedsrichterheleidigung). 1 2. Spielabbruch Lollar I.— Wieseck I.(Schiedsrichterbele digung). 3. Spielabbruch Allendorf I.— Lollar I. ö 4. Spielabbruch Annerod I.— Lollar I. 5 N 9 Weitere Anträge haben bis zum 1. Februar 1923 an Sport- 1 10 genosse Schäfer⸗Wieseck zu erfolgen. Sportgen. Hede rich und Zeugen a seinerseits müssen erscheinen. d Der Spielausschuß 9. Kreis, 3. Bezirk. J. A.: Jung 5 Aus den amtlichen Bekanntmachungen. Das Amtsverkündigungsblatt für den Kreis Gießen usw. Nr. 8 9 vom 26. Jammar 1923 enthält: Jagdwaffenpässe.— Fische — Wahl der Kreisausschußmitglieder.— Errichtung einer Lackf in der Gemarkung Großen⸗Buseck.— Polizeistunde.— Er! 5 örtlicher Kirchensteuern.— Unterhaltung der Kreisstraßen. Straßensperrung.— Baumfrevel.— Viehseuchen.— Erhöhung 13 Preise für Brennstoffe.— Bildung einer Wassergenossenschaft in der Gemarkung Lindenstruth.— Maßnahmen zur Beseitigung der Hoch⸗ wassergefahr für die Stadt Lich.— Statistik der Faselhaltung.— Feldbereinigung Heuchelheim.— Polizeistunde in Gießen. Viehseuchen. In Annerod wurde unter dem Rindviehbestand der ansteckende Scheidenkatarrh festgestellt.— In Ulfa, Kreis Schotten, ist die MWaul⸗ und Klauenseuche ausgebrochen Dollarstand Samstag mittag 12 Uhr: 27 000 Mark. Versammlungskalender Lollar. Arbeiterjugend⸗Vereim Montag, den 29. Januar Generalversammlung in der alten Schule. Tages⸗ ordnung wird dort bekanntgegeben. Zahlreich erscheinen! Gießen. Arbecer⸗Wohlfahrsts⸗Alusschuß. Diens⸗ tag den 30. Jamar, abends 9 Uhr im Gewerkschaftshaus(Neben⸗ zimmer) Sitzung. Erscheinen aller Mitglieder des Ortsausschusses notwendig.. Beuern. Volksverein. Samstag, den 3. Februar, abends 8 Uhr Mitgliederversammlung. Vollzählig erscheinen! Städt. Arbeitsamt Gießen Kebigstraße 16 Telephon 2054 4 Kostenlose Arbeits vermittlung und Berufsberatung für ö beiderlei Geschlecht, u. a. auch für Kriegerwaisen und 5 0 Kriegsbeschädigtenkinder. 17 4 Fönnen eingesdellt werben: 455 a) bei biestgen Acbeltseber n: 1 Dreher, 1 Provistonsreisender. Lehrlinge: 1 Friseur, 1 Bäcker, 2 Lackierer, 1 Einrahmer, 2 Schmiede, 2 Gärtner, 1 Schuhmacher, ö 1 Maler und Weißbinder, 1 Glaser, 1 Metzger, ein 15 Buchbinder, 2 Schreiner, 1 Spengler und Installateur, * 2 Kellner, 1 Schneider, 1 Schriftsetzer. N W bei auswärtigen Arbeitgebern: LTüchtige 2 Kerumacherf für unsere Formerei zum sofortigen Eintritt gesucht. Wetzlarer Metallfabrik G. m. h. H. Weular, Hessenstr. 17. N 1186 Preis Mk. 50.— 2 landwirtschaftliche Knech te, m. Hauer, 1 verheirate⸗ tur Knecht mit älteren Kindern, 3 Dreher, 2 Sattler und Polsterer. 5 1 Lehrlinge: 1 Steinmetz. 1 8 suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker. 2 Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hausburschen und Ausläufer, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Schuh⸗ . acher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler, 1 landw. Verwalter, 11170 Bäcker und Metzger, 2 Kellner, 1 Kraftfahrer, 1 Buch⸗ Nie e inder, Mechaniker, 1 Heizer, 1 Wagner, mehrere 105 Anstreicher, 3 Weißbinder, 1 Konditor, 1 Maschinen⸗ 1 Ingenieur, 1 Müller, 2 Bautechniker, 1 Maschinen⸗ Nele tichtige in der Textilbranche nach Butzbach sofort gesucht. Offerten unter Nr. 1188 an die Oberhess. Volkszeitung erbeten. e Soeben erschien in unserem Verlage: Toni Sender: Große Koalition Gegen ein Bündnis mit der Schwer ⸗Industie dnbnndg. degesssceBoltgelung Voranzeige. Sanistag, den 3. Februar 1923 abends punkt 8 Uhr auf der Liebigshöhe g Volksbildungs und Unterhaltunesben. Näheres siehe Hauptinserat in der nächsten 08 Donnerstagsnummer. All gemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund und Au Ortsausschuß Gießen u. Umg.(Cewerkschaftskartell.) 1 Bruchkranke aufer Libassie mit Inhalt Buseck. Verloren Handtäschchen eben Reistirchen nach Großen⸗ Schwester Rosa Tietze, Rödagen. können nach bewährter Methode ohne Operation und Berufsstörung geheilt werden. Sprachstunden in Giessen Hotel Schwab am Dienstag, den 30. Jan. von 4 bis 6 Uhr. 1164 Dr. med. Hausmann, Siudtthente! 15. Vorstellung im Dienstag⸗Abonnement von Braunsteinbergwerk bis zur Stadt von einem armen Arbeiter am 10. techniker, 1 Zahntechniker. Januar verloren. 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