lachung die in Bad Negh ohne dort Ni zäder verabfolgt usweislarte im dh ubveizlarten en Zimmer Nr. 29 925 iter: elles e bene. 5 Böcher, 2 M geb. Rausch, Int 15 il, 3 Ubr nachm Fang, Juhrmam aße 40. ö il, 2 Uhr nachm r, Eisenbabnschen mmstraße 45. l. a br a —— jeines — data lurweif fab lage 7 1 datos! b erhe ö aul een Organ für die Interessen des werktätigen Volkes ane eff 25 auen a der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. e an itung ie Oberb. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(5 mm breit) ober deren Die Aponnementspreiz mit den Beilagen„Das Blatt der Frau und„Land⸗ Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Raum lokal 60.— Mk. auswärts 80.— Me- die ierdenben une eile Wirtschaftliche Beilage W 0. monatlich 3300.— Mk einschl. Bringerlohn. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. 300.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ Durch die Pot bezog. 2300.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120.— Pet Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends Gießen, Samstag, den 23. April 1923 183. Jahrgang Nr. 97 nn, Ein Aufrechter! Der Münchener Post schreibt ein gelegentlicher Mit⸗ arbeiter: In Nr. 1 u. 2 vom 15. Januar 1923 der Zeitschrift für Rechtspflege in Bayern, herausgegeben von Th. von der Pfordten, Rat am Obersten Lan⸗ desger icht in München, veröffentlicht der Oberlandes⸗ gerichtsrat und Universitätsprofessor Dr. Doe vr unter der Ueberschrift Zur Psychologie der schriftlichen Ur⸗ keils begründung einen Aufsatz, der wegen des Frei⸗ muts, mit dem hier ein Richter gegen einen krassen Mißstand der Strafrechtspflege ankämpft, verdient, in den weitesten Kreisen bekannt zu werden. Nach Paragraph 287 der Reichsstrafprozeßordnung er⸗ folgt die Verkündung des Urteils durch Verlesung der Ur⸗ teilsformel und Eröffnung der Urteilsgründe am Schlusse der Verhandlung oder spätestens mit Ablauf einer Woche nach dem Schlusse der Verhandlung. Letzteren Falles, und das ist die Ausnahme, sind die Urteilsgründe vor Verkün⸗ dung des Urteils schriftlich festzustellen. In der weitaus überwiegenden Anzahl der Fälle erfolgt die Urteilsverkün⸗ dung aber unverzüglich im Anschluß an die Hauptverhand⸗ lung; in diesem Falle können Tatbestand und Gründe des Urteils selbstverständlich noch nicht festgestellt sein, müssen vielmehr nachträglich festgelegt werden, und es ist klar, daß hierbei häufig Bedenken aufkommen, die das Urteil unhalt⸗ bar erscheinen lassen. Es ist aber da und muß gerechtfertigt werden. Welches Unheil hierdurch entsteht, führt Doerr in zwingend überzeugender Weise aus. Hören wir ihn selbst: „ die Abfassung der eigentlichen Urteilsgründe überläßt man einem Gerichtsmitgliede(natürlich mir einem Juristen und keinem Schöffen), dem dann lediglich die wenig dankbtre Aufgabe zukommt, nachträglich den Spruch unter allen Umständen zu rechtfertigen und vor allem möglichst„revisionssicher“ zu machen. Alle Gründlichkeit, die der„Urteilsverfasser“(richtiger Urteils grün de verfasser) hiernach aufwendet, kommt aber nicht mehr der Entscheidung selbst zustatten, da diese ja schon feststeht, auch wenn sich bei der Ausarbeitung der Gründe die Unhaltbarkeit der scheidung ergeben sollte. Der Scharfsinn des„Urteilsver⸗ fassers“ muß sich daher in ganz bestimmter und beschränkter Rich⸗ 8 bewegen, nicht in der Richtung, eine gerechte und zu⸗ treffende Entscheidung zu finden, sondern die bereits gefundene Entscheidung, mag fie gerecht oder un⸗ gerecht, richtig oder falsch sein, als die einzig richtige und gerechte hinzustellen. Zu diesem Zweck wird unmittelbar eine dem Urteil entsprechende Rechtsauffassung vertreten, obwohl man weiß, daß sie nicht zutrifft; zu dem gleichen Z3mecke wird aber auch der tatsächliche Sachverhalt gelegentlich e irgendein Umstand, der unbedingt gegen die Ent⸗ scheidung spräche, nicht erwähnt, ein anderer, der sie haltbar zu machen scheint, konstrutert und in den Vordergrund geschoben, kurz: bewußt oder unbewußt unwahres gesagt und Wahres verschwiegen. Ich will damit niemand einen Vor⸗ wurf machen muß aber die Dinge beim richtigen Namen nennen, wenn ich sie zutreffend schildern soll. Ich halte die ganze nachträgliche Urteilsbegründung, die genau besehen, gar nichts nützt, dem Urteilsfertiger nur die Zeit zu besserer Betätigung raubt, und ihm Gewissensbisse verursacht, wenn er die„Gründe“ selbst nicht billigt, für einen Unsinn, mit dem endlich aufgeräumt werden sollte.“ b Ein in Theorie und Praxis bewährter Richter schreibt sich diese Klage von der Seele, nicht, um seinen eigenen Stand herabzuwürdigen, sondern, um sein Teil dazu beizu⸗ tragen, daß endlich ein un he ilvolles System beseitigt wird, welches geeignet ist, auf die Richter korrumpierend zu wirken und unschuldig Verurteilten die Möglichkeit erfolg⸗ reicher Revision zu rauben. J 5 Jeder Kenner der Verhältnisse weiß, daß„frisierte“ Tatbestände, ja glatte Fälschung des Tatbestan⸗ des, die einzig und allein dem Zwecke dienen, den festge⸗ stellten Tatbestand zum hieb⸗ und stichfesten Träger des Urteilstenors zu machen, nicht zu den Seltenheiten von Straf⸗ kammerurteilen gehören. Was sonst wäre denn der Haupt- grund des fast allgemeinen Schreies nach der Berufung gegen Strafkammerurteile? g 5 Verfasser dieser Ausführungen hat vor ihrer Nieder⸗ schrift sich die Mühe genommen, namhafte hiesige und aus⸗ wärtige Juristen um ihre Meinung zu befragen, und sie alle stimmten darin überein, daß der von Doerr gekennzeichnete Mißstand da ist und tatsächlich zum Himmel schreit.„Nur völlige Unkenntnis oder freche Heuchelei“, schreibt einer jener Kenner,„kann leugnen, daß die Fälschung nicht nur von Tatbeständen, sondern auch von, Protokollen zum Zweck der Revisionssichermachung keineswegs zu den Seltenheiten gehört.“ Ein anderer meint:„Ist nicht das Reichsjustizministerium, das doch gewiß auch seine Pappen heimer kennt, dafür eingetreten, daß die Gründe der inappel⸗ labeln amtsgerichtlichen Urteile vor der Verkün dig⸗ ung feststehen müssen?“ Ein Dritter:„Was nützt Repision, wenn das Urteil um jeden Preis revisionssicher gemacht wird?“. Man sieht, die Umfrage hat sich gelohnt, obwohl sie im 7 genommen überflüssig war. Denn es wäre doch wohl Die Freiheitspartei vor dem Staatsgerichtshof Ausschluß der Oeffentlichkeit. Am Donnerstag begannen vor dem Staatsgerichtshof zum In einer längeren Rede erklärte der Verteidiger der Orts⸗ Schutze der Republik die Verhandlungen über die Beschwerde der[gruppe Halle, in der Deutschvölkischen Freihettspartet verkörpere Deutschvölkischen Freiheitspartei gegen deren Auflösung in Preußen sich die lauterste und reinste Gesinnung des deutschen Volkes. umd anderen Ländern. Als Vertreter der aufgelösten Partei sind die Dann fragte Beisitzer Heine Herrn Gräfe, wie er dazu Abgeordneten Wulle, Henning und Graefe sowie Graf komme, die Roßbach⸗Versammlung als eine harmlose Geburtstags- m nicht bekannt sei, daß ein Reichswehr⸗ Reventl rschienen. en zur Seite steht Rechtsanwalt seter hinzustellen; ob ih e eren een Seen teh een offizier berichtet habe, Roßbach habe in dieser Versammlung über Herold. Den Vorsitz führt Präsident Schmidt. 1 5: 1 Der Heco eee Doehn, der die Ent⸗ die zum 31. März bevorstehende Auflösung der Vaterländischen stehung der Auflösung erläutert, stützt sich auf die schriftlichen Be⸗ Verbände und den sich daraus ergebenden Entscheidungskampf ge⸗ richte der drei Abgeordneten und des Reichskommissars Joie auf sprochen, in dem die Reichswehr neutral bloseen müsse, Gräfe be⸗ die Statuten und das„vorliegende“ Programm der Deutschvölkischen 55 e als unklar; andere Offiziere hätten diese erung nicht getan. N Freiheitspartei. Bei der Verlesung des 8 1 der Statuten, der besagt, 955 10 1 5 5b be Ae. bol, wird sesgefelt, 29e ber 1 5 Eger de eee Fr be Saule ie Eintragung ni 0 5 ee ee 5 N 4 5 Es folgt dann der Bericht über die Geschichte der Auflösung in i e wolle gewaltsam die Verfassung ändern. Preußen, die im wesentlichen aus der Debatte im Preußischen Land⸗ 45 an bead di. Bil Begganeung zes Werhois ju, daß be Pore: gerungen Age igesteung kme Eugene ar m, 5 5 N 70 5. gierungen Preußens, Thüringens und Sachsens zu Wort, die die Fortsetzung der verschiedensten„nationalistischen“ Verbände ist nochmals unter Darlegung des zum großen Teil bekannten und die Beseitigung des Parlamentarismus auf verfassungswidrigem] Materials die Auflösung der Deutschvölkischen Freiheitspartei be⸗ Wege erftrebt. Die Beschwerdeschrift bezeichnet alle Auflösungen und gründeten. Sie kommen zu dem Schluß, daß die Partei keine Verbote als unhaltbar. Die Parbei sei lediglich die Fortsetzung der politische Partei im allgemeinen Sinne ist, die eine Fortsetzung Deulschvölkischen Arbeits gemeinschaft. Ihre Turnerschaften hätten] der aufgelbsten Organisationen darstellt und in ihren Turner ⸗ der Ertüchtigung der Jugend und dem Schutze gegen den roten] schaften und Kampfkorps eine militärische Organisation besitzt, V%öCC/%C%é%ẽãy¹ „. dt Hi alt zu besettigen. 1 sei öffentlich bekannt gewesen und bedeute keinesfalls eine Ver⸗ daß dde Reichswehr an diesen Dingen nicht beteiligt ist. Weiteres schmelzung oder die Unterstellung der Deutschvölkischen Freiheits⸗][ Material wollen die Regierungsvertreter wegen Gefährdung der partei unter Hitlers Kommando. Mit den Waffenfunden bei ein⸗ Staatssicherheit in öffentlicher Sitzung nicht vortragen. zenlnen Parteimitgliedern habe die Partei selbst(1) nichts zu tun. Abg. Gräfe bestrestet, daß die Turnerschaften geheime mili⸗ Die sich unter dem Material befindlichen Programme und Organi⸗ tärische Organisationen sind und bittet um Ausschluß der Oeffent⸗ sationsentwürfe seien nur ungerücksichtigt gebliebene Vorschläge von lichkeit, um zu dieser Angelegenheit nähere Angaben machen zu einzelnen Mitgliedern. Umfangreich ist das zur Verlesung gelangende können. Er kann auf diese Aussagen umso weniger verzichten, als Material über den Zusammenschluß der in Preußen perbotenen] hier behauptet worden sei, die Reichswehr wisse nichts von den Nationalsogtalistischen Arbeitervartet und der Deutschvölkischen Frei. Dingen. Die deutschvälfischen Turnerschaften hätten sip zur zd. heitspartei. Der Berichterstatter teilt mit, daß auch der Reichs- wehr des äußeren Feindes der Reichsregierung offiztell zur Ver⸗ minister Dr. Oeser auf Grund des vorkandenen Materials der Auf⸗ fügung gestellt In Oberschlesien hätten die e Behörden fessung gewesen sei, daß die Deutschvölkische Freiheitspartei tatsäch⸗ sich jetzt wieder auf die Selbstschutzorganisationen besonnen, zu lich die Fortsetzung der Nagenalsoz allstschen Arbeiterpartet it. dene g agen it Heng elke vocals der Auffassung enthehen Der Berichterstatter beschäftigt sich dann noch mit dem deutsch⸗ 1 e teie e 11800. be 901 rölkishen Soldatenbund, dem P. F. K. und den Turnerschakten der] Areschluß der eff lichtet. Hierauf zieht sich der Herichtsdof Deusschwölkischen Freiheitspartei. Der Soldatenbund ist nach Anscht auric und schl un f 1b 5 fährdun j j; J 64 8 zurlick und schließt um 7 Uhr abends wegen Gefährdung der der preußischen Regierung eine Fortsetzung des aufgelösten Ver⸗ Staatssicherheit die Oeffenklichkeit aus bandes nationalgesinnter Soldaten. Die Turnerschaften bilden nach.. 2 Ansicht der preußischen Regierung eine Waffe, die die Deutschvölkische 0 5 2 . 7 1. e Die Die deutschen Vorschläge. Bezeichnung V. K. K. heiße nach den Angaben der Be werdeführer. Völkische Kampf⸗Korps und bedeute die Zusammenfassung aller]. Nach den vorläufigen Beratungen maßgebender Re⸗ vaterländischen Organisatjonen. gierungsstellen über ein deutsches Angebot zu schließen, e 8. 05 1 daß 95. dürfte die Absendung einer Note an sämtliche alliierten völkische Freiheitspartei eine politis ei ist, die nicht verboten] Staaten und nicht ausschließlich an Frankreich allein zu Be⸗ werden könne. Der Stratsgerichtshof habe sich zunächst mit dieser 5 3.517 5 f Frage zu beschäftigen. Wenn er zu der Ansicht komme, daß auch ginn der kommenden Woche möglich sein. Falls nicht noch politische Pirtejen verboten werden dürften donn sei eine sehr lange unvorhergesehene Aenderungen eintreten, ist mit einem Verhandlung und im Interesse der Staatssicherheit der Ausschluß der[ziffernmäßigen Angebot zu rechnen, das im Rahmen des Oeffentlichkeit notwendig. 5 3 letzten deutschen Vorschlages für die Pariser Konferenz ge⸗ ) Saeders. holten sein sal. Dauber binn dien ale eren, tarismus durch eine wirkliche Volksvertretung ersetzen wolle. regierung unter gewissen Vorausetzungen bereit erklären, Turnerschaften ständen unter seiner Leitung: er übernehme für alles, die endgültige deutsche Leistungsfähigkeit von Autoritäten was sie offiziell getan hätten, die volle Verantwortung. Sie hätten abschätzen zu lassen. Es ist ganz selbstverständlich, daß die Aufgabe, nur in der Abwehr aktivistisch tätig zu sein. Roßbach Deutschland in dieser Abschätzungskommission vertreten sein 12 e e e aun e erh muß und daß sie vor allem in Deutschland in Bezug auf die etzungsversuche immnerha! er ruppe aufmerksam zu machen une 2 f 7 fee luer dle Hentscolkiche Frelbei sparte! auffulüren. Die be. Juan debe das notwendige Vertrauen bat. Einer kannte Wannsee⸗Versammlung sei lediglich eine„Geburtstagsfeier“ Kommission, die in der Mehrheit aus Vertretern der gewesen. Die völlischen Kampf⸗Korps seien geplant, aber noch nicht alliierten Staaten besteht, kann die deutsche Regierung die fertfagestellt. Sie bildeten den Zusammenschluß aller vaterländischen] Abschätzung unserer Leistungsfähigkeit nicht überlassen. Pertehrbe bie ch. m otsale der leich reatenmng ur Terfünung Ueber den wichtigsten Punt unseres Angebots die Garantte⸗ stellen sollten. Die Kampf⸗Korps seien keine Bestandteile der N schlie li ch di G1 dle bild wird für Deutschvölkischen Freiheitsvartei, aber die Turnerschaften der Parte frage, die schließlich auch die Grundlage bilden dn hätten sich verpflichtet, sch den Kampf⸗Korps zur Verfülgung zu kommende Anleihen, herrscht bei den vorbereitenden stellen. Instanzen der Regierung noch keine vollkommene Klarheit. Henning verliest daun zum Deweise für die angeblichen] Der Reichsverband wird zwar auch künftighin Garantien kommunistischen Zersetzungsbestrebungen in der Reichswehr zwei] übernehmen, jedoch scheint uns, daß man mit einer nackten Briefe, in denen darüber gesprochen wird, wie man Kommunisten 5 5 8 1 5 15. ble, Reichswehr hineinbringen könne. Der deutschvölkische Sol- Erklärung in einem deutschen Angebot nicht weit kommen datenbund fei nicht die Fortsetzung des Verbandes national. wird, sondern klipp und klar Art und Form dieser Garantien e e zum Ausdruck bringen muß. Die Sicherheitsfrage dürfte hafttgt. in 3 en oder Personen das ge⸗ 5 6 05 1. 1 N tan hätten, wisse er nicht. Jedenfalls aber könne man die Partei 5 5 Wehen e erfahren, der jeder Deutsche zustimmen nicht dafür verantwortlich machen. kann.— Der Reichspräsident kehrt am Freitag nach Berlin zurück. Es ist zu erwarten, daß sich dann auch das Reichs- undenkbar, daß der Herausgeber der Zeitschrift für Rechts⸗ kabinett insgesamt mit den Vorbereitungen des Angebots pflege, der Mitglied des obersten bayer. Ge⸗ in Gegenwart des Reichspräsidenten beschäftigen wird. 5 1 1 leon gerlgte Biß ict e Was die enelische Regierung erwartet. bares Notorium wäre, und man mag sich lediglich darüber Das Parlamentsmitglied Lambert(Arbeiterpartei) fragte im e 3 überh 1 8 Unterhaus den Premierminister, ob irgendein verantwortliches Ange⸗ wundern, aß es überhaupt so lange gedauert hat, bis sich bot, annehmbare Kriegsreparationen zahlen zu wollen, von der dent⸗ Richter fanden, die den Freimut haben, jenen Mißstand rück. schen Regierung gemacht worden sei und wenn sa, welche Summe haltlos aufzudecken. Offenbar stehen sie, und das ist ihr angeboten worden sei und welches die Summe sei, die die britische unbestreitbares Verdienst, auf dem Standpunkt, daß dem An- A als innerhalb der Leistungsfähigkeit Deutschlands liegend sehen der Rechtspflege durch ehrliches Bekennen und tapfere 1 K Vertetter den . 5 2: b 5 gierung erwiderte, der Premierminister sei Bekämpfung ihrer Mängel gedient, durch heuchlerische Ver- ch keines Angebotes bewußt das nicht bereits ene W leugnung aber erheblich geschadet wird. Und so bleibt nur sei, und sehe keinen Zweck in der Erwägung, ob Angebote, die im zu wünschen, daß der Doerrsche Artikel bei den obersten] März und April 1921 gemacht wurden, zu der Zeit. als sie gemacht Justizstellen die Beachtun indet, die jent. Abhi wurden, angemessen waren. Sie seien zwei Jahre alt und Bedin⸗ Justizs 9 fi er verdient. Abhilfe] gungen unterworfen gewesen, 3. B. Oberschlesten, die jetzt nicht erfüllt gegen jenes unheilvolle System kann bei auch nur einigem werden könnten. Der deutsche Plan vom Dezember 1922 und die guten Willen leicht geschaffen werden. Antwort darauf, daß er als befriedigend angesehen werden könne, sei perössentlicht worden.(2] Was den dritten Tell der Frage betreffe, o sei die Summe, die im Januar als innerhalb der deutschen Zahlungs fähigkeit liegend angesehen wurde, 2500 Millionen Pfund gewesen. Ob darauf folgende Ereignisse diese Summe vermindert hätten, sei eine Frage, die der Premierminister gründlich durch Sach⸗ verständige würde geprüft sehen wollen, bevor er zu irgendeinem Schlusse käme. Opposition und Einsicht in Frankreich. Die französischen Nationalisten fürchten daß Frankreich in der Frage der Reparationen und der Ruhrpolitik an dem Verhandlungs⸗ tisch gezwungen werden könnte, an dem es selber neben Deutschland Platz neben müßte, und daß bei der dann zu erwartenden Liquidation des französischen Ruhrabenteuers England und mit ihm wenn auch nur indirekt, Amerika die Rolle des Schiedsrichters zwischen Deutsch⸗ land und Frankreich zufallen lönnte. Es ist unter diesen Umständen mir zu begreiflich, so berichtet der Pariser Korrespondent der Frank⸗ futer Zeitung, wenn die von der deutschen Rechtspresse geführte Kompagne gegen ein neues deutsches Angebot und gewisse Quer⸗ treibereien schwerindustrieller Kreise hier mit unverhohlener Genug⸗ tung registriert werden, und wenn Blätter wie der Temps, die jede Lösung, die zur Aufhebung der Ruhrbesetzung führen müßte, als für Frankreich unanmmehmbar zurückweisen, nichts unversucht lassen, zun die deutsche Regierung zu entmutigen, aus ihrer Passivität her⸗ aus zutreten. a Dagegen hat der Generalrat des Departements Haute⸗Vienne eine gegen die Ruhrpolitik der Regierung gerichtet Resolution ange⸗ nommen. Vor der Abstimmung entfernte sich der anwesende Präfekt. Die Entschließung geht davon aus, daß das sichere wirtschaftliche Gedeihen Frankreichs nur durch eine auf den endgültigen Frieden und die vollkommene Abrifstung gerichtete Politik zu erzielen sei. Sie bedauerte, daß die Regierung sich zu Handlungen habe hinreißen dassen, die die internationale Lage diplomatisch, fmanziell und wirt⸗ schaftlich komplizierten und die die Erfüllung der berechtigten Repa⸗ rati üche Frankreichs hinauszögen. Der Generalrat stellt fest. daß die erste Folge der Ruhrbesetzung in Meinungsverschiedenheiten mit Frankreichs Alliierten, in einer ungeheuren Erhöhung der mili⸗ dtärischen Ausgaben und einer Ausdehnung der militärischen Dienst⸗ zeit, ganz zu schweigen von der Verteuerung der Lebenshaltung sowie von einem Knappwerden der Brennstoffe, sich jetzt bereits zeigten. Der Generalrat richtet die Aufforderung an die Regierung, vernünftigen Vorschlägen Gehör zu geben, wenn direkte oder durch Vermittlung der Alliierten Frankreichs veranlaßte Vorschläge eingehen, sie zu prüfen. Diese Vorschläge milßten sich auf drei Ziele erstrecken: 1. Rasche Regelung des Wiederaufbaues der zerstörten Gebiete. 2. Eine Friedensgarantie in Form eines Paktes, dessen Durch⸗ flihrung der Kontrolle des Völkerbundes zu unterstellen wäre, der ein Angriffsverbot enthalte und ferner eine Entmilitaristerung einer breiten Zone auf beiden Seiten der Grenze vorsehe. 3. Reytsion der Friedensverträge. Der erste Teil der Entschließung bis zu der Stelle, wo die Re⸗ gierung aufgefordert wird, sich zu Verhandlungen bereitzuhalten, wurde mit 15 gegen 14 Stimuen, der Rest mit 26 gegen 3 Stimmen angenommen. Der Generalrat von Grenoble, der Über den Antrag verhan⸗ delte, die Haltung der Regierung in der Ruhrfrage zu billigen, konnte erst nach langer Aussprache eine Einigung auf die einfache Tagesordnung erzielen. Es wird erklärt, die Abstimmung schließe das Vertrauen für die Regierung in sich. Die Resolution wurde aber nur mit 17 gegen 16 Stimmen bei sieben Stimmenthaltungen langenommen. Stinnes und die Devisenspekulation. Der Soz. Parlamentsdienst schreibt uns: Der Reichsbankpräsident hat in seiner letzten Rede vor dem Zentralausschuß der Reichsbank unverblümt zugegeben, daß maßgebende Kreise der deutschen Wirtschaft an dem neuen Sturz der Mark nicht unschuldia sind. Leider pat er vergessen. die Namen zu nennen. während sonst gerade seine ihm politisch nahestehenden Freunde Todesstrafe für diejenigen fordern, die sich gegen das Vaterland vergehen. Trotz⸗ dem aber ist nicht unbekannt geblieben, daß auch Herr Stinnes u den Spekulanten gehörte. Acht Tage lang hat er sich den Vor⸗ wurf der Spekulation machen lassen. Erst jetzt erklärt seine Deut⸗ sche Allgendeine Zeitung„daß weder Slinnes noch seine Firma zurzeit des letzten Marksturzes Devisenkäufe vorgenommen Schon die Abfasfung dieses Dementis beweist, daß Stinnes zein reines Gewissen hat. Er mag behauptan und dementieren lassen sopiel und was er will, jedenfalls nehmen wir nicht das geringe von dem Gesagten zurück, sondern erweitern es im Gegenteil insofern. als wir feststellen, daß Stinnes am Tage, als die Stützungsaktion der Mark zum ersten Mal durchbrochen wurde, Massendemonstrationen und einen Generalstreik verleiten läßt, fordern ließ, ohne sie für Warenelnfuhr notwendig zu 5 — Herr Stinnes. ist ncht 8 daß 1 Zur Zeit des letzten Marksturzes Devisenkäufe vorgenommen haben. Nachdem Stinnes als würdiger Vertreter der deutschen Wirt⸗ t seine Devisengeschäft⸗ bestritten hat erwarten wir von der schskegierung, die im Besitz umfangreichen Materials über die letzten Börsenspekulationen ist. Aufklärung über den Vaterlands⸗ verrat. Sollte sie auch weiterhin zögern, dann dürfte die sozial⸗ demokratische Reichstagsfraktion ihr sehr bald den notwendigen Antrieb zur Aufklärung der Dinge geben, die zu wissen feder deulsche Steuerzahler ein autes Anrecht hat Im übrigen dürfte sich die Regierung in Uebereinstimmung auch mit der Reichstags⸗ fraktion der Vollspartei, insbesondere mit Herrn Stresemamm befinden, wenn sie die notwendige Untersuchung sofort einlestet. Die Opfer des Ruhreinbruchs. Im Ausschuß des preußischen Landtags gab der preußische Ministerpräsident Braun an der Hand der feststehenden Zahlen ein Bild von den rücksichtslosen Ausweisungen durch die Franzosen im altbesetzten und dem Einbruchsgebiet. Nach dem bis zum 15. April vorliegenden Material sind im altbesetzten Gebiet 3885 Reichs⸗ Staats⸗ und Gemeindebeamte und 156 Private, also 4042 Per⸗ sonen ausgewiesen worden. Im Einbruchsgebiet sind es 816 Be⸗ amte und 26 Private, in beiden Landesteilen zusammen also 4884 Ausgewiesene, eine Zahl, die sicherlich in den letzten Tagen auf 5000 gestiegen ist. Rechnet man die Jamilien der Betreffenden hinzu so kommt man auf eine Zahl von rund 20 000 Menschen. Außerdem wurden, wie der Ministerpräsident weiter mitteilte, 687 Beamte und 85 Privatpersonen zusammen 772 Personen, verhaftet. Im Zusammenhang mit der Ruhraktion im Einbruchsgebiet wur⸗ den 250 ePrsonen zu insgesamt 87 Jahren, 1 Monat und 2 Tagen Gefängnis verurteilt. An Geldstrafen wurden bisher etwa 1 Mil⸗ liarde 200 Millionen verhängt. Schienenspreugung bei Düsseldorf. Der Kohlentrausport. Die Oiberte berichtet aus Düsseldorf: Mittwoch abend explo⸗ dierte bet der Durchfahrt einez Zuges eine Bombe in der Nähe der Station Villingen. Die Schienen wurden auf eine Länge von 10 Metern herausgeschleudert Auch die Lokomotive ist beschädlgt worben. Der Bahnhofsvorsteher der Station ist in Haft genom⸗ men worden. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag wurde gegen einen Personenzug auf der Strecke Essen⸗Altenessen ein Anschlag verübt. Der französische Kommandant hat deshalb den zwischen Essen⸗Nord und Altenessen von deutscher Seite eingerichteten Pendelverkehr, durch den die Verbindung zwischen der Köln⸗ Mindener und der Bergisch⸗Märkischen Strecke aufrecht erhalten wurde, verboten Ferner forderte er die Essener Stadtverwaltung auf, innerhalb drei Tagen die Täter auszuliefern, andernfalls sollen der stellvertretende Bürgermeister und der Polizeikommissar des in Frage kommenden Revers verhaftet werden.— In Witten⸗ West ist eine neue Kontrollstelle für Güterzüge eingerichtet.— Am 24. 4. wurden auf der militarisierten Nordstrecke 14 Züge mit 239 Kols⸗, 8 Brikett⸗ und 192 Kohlenwaggons und auf der Süd⸗ strecke drei Züge mit 50 Koks⸗ und 27 Brikett⸗ und Kohlenwaggons abtransportiert. Zum Abtransport von Brennstoffen wurden am 25. 4. im besetzten Gebiet 4005 Wagen bei einem Ausfall von 648 Wagen, im unbesetzten Gebiet 2190 Wagen ohne Aussall gestellt. Kommunistische Attivität. Alle Versammlungen der politischen Parteien und Gewerk⸗ schaften bedürsen im Ruhrgebiet der Genehmigung der zuständigen französischen oder belgischen Kommandanten. Nur die Veranstal⸗ tungen der Kommunisten genießen ein besonderes Vorrecht. Die K. P. D. darf in dieser Hinsicht tun und lassen was sie will, weil die Besatzung die einzigen Hoffnungen auf sie setzt. Am Mittwoch haben die kommunisftischen Betriebsräte aus der Berg⸗ und Hüttenindustrie Rheinlands und Westfalens ohne Behinderung durch die Besatzung in Essen getagt, um sich mit dem sogenannten „Kohlen⸗ und Lohndiebstahl des französischen Imperialisuus und die Sicherung der Deputatkohle“ zu beschäftigen.„Einstimmig“ wurde die Errichtung einer„Arbeiterregierung“ verlangt und be⸗ schlossen, die Deputatkohle in Zutunft ohne Erlaubnis der franzö⸗ sischen und belgischen Offiziere zu holen und auf den einzelnen Bergwerken sofort Kohlenverteilungsausschüsse zu bilden. Schon aus der Verknüpfung politischer Forderungen mit wirtschaftlichen Wünschen ergibt sich der Sinn der kommuntstischen Aktion. In einem Aufruf haben die vier Bergarbeiterverbände bereits darauf hingewiesen, daß die kommunistischen Bestrebungen darauf hin⸗ auslaufen, politische Ziele zu erreichen und den passtven Abwehr⸗ kampf in einen aktiven zu verwandeln. Es ist deshalb kaum an⸗ zunehmen, daß sich die Bergarbeiterschaft des Ruhrrevjers zu Der Deserteur. 5 0 Roman von Robert Buchanan. Ohne das leiseste Erkennungszeichen von sich zu geben, 1 5 Rohan auf den Speiseschrank und stammelte heiser: Brot!“ Jetzt erst fiel es den beiden ein, daß der Aermste ausge⸗ hungert sei und das wilde Feuer in seinen Augen vom Hunger herrühre. Marcelle brachte schnell, was sie Eßbares im Schranke fand und stellte es vor Rohan hin. Er griff hastig nach einem Stück Brot und verschlang es gierig, ohne echt zu kauen. Mutter Gwenfern glaubte, ihr Herz müsse bei diesem Anblick brechen, sie sank vor ihm nieder und schluchzte bitterlich:„O, mein Sohn, mein armer Sohn, was hat man aus Dir gemacht!“ 5 Er schien sie gar nicht zu hören, seine ganze Aufmerk- umkeit war auf den Teller gerichtet, nur seine Blicke irrten rastlos in dem kleinen Gemach umher. Marcelle brachte ihm ein Fläschchen Schnaps; er tat einen großen Schluck und erst nachdem er getrunken und eine wohltuende Wärme seinen Körper duschströmte, ließ er seinen Blick auf ihr ruhen:„Bist Du es, Morcelle?“ fragte er, sie erkennend. „Sie antwortete nicht, denn Tränen erstickten ihre Stimme. Er lachte schrill auf und wandte sich an seine noch immer vor ihm kniende Mutter:„Ich war dem Verhungern nahe deshalb bin ich zu Dir gekommen. Sie suchen mich dort oben im Trou und werden mir nicht hierher folgen. Wenn ie es tun, sollen sie mich bereit finden! Hast Du gehört, was mit Pipriac geschehen ist? Der alte Narr hat seine 2 erhalten— er ist selbst schuld daran! Welch' furchtbare Nacht ist doch heute!“ Wieder stieß er ein kurzes, hartes Lachen aus, das den Frauen ins Herz schnitt, dann heftete er seinen fieberhaften Blick auf Marcelle und fuhr fort: „Du hast Dir Deine Schönheit bewahrt, Kleine! Freilich weißt Du nicht. was Hunger heißt, sollst es auch nie wissen! Hunger tut weh; ohne Hunger wäre die ganze Geschichte die reinste Komödie gewesen! Sieh' mal, ich habe kein Lot Fleisch mehr an den Knochen; wenn Du mich draußen getroffen ättest, Du würdest mich sicherlich für ein Gespenst gehalten fürchtest Dich vor mir, Marcelle Derval! Base hat Angst vor mir!“ „Nein, nein, Rohan, ich habe keine Angst,“ schluchzte das Mädchen, kaum mehr seiner Sinne mächtig. Er starrte sie ein bis zwei Pulsschläge lang forschend an, dann hob und senkte sich seine Brust krampfhaft, er preßte die Hand aufs Herz und fragte hastig:„Weshalb blickst Du mich also so ängstlich an? Du hassest mich, nicht wahr? Himmlische Mutter, sei mir gnädig, sie haßt mich!“ „Nein, nein, Rohan! So wahr mir Gott helfe, ich hasse Dich nicht!“ Sie fiel vor ihm nieder und umklammerte aufschluchzend seine Kniee, während die Mutter seine Rechte mit heißen Küssen bedeckte. Er saß eine Weile wie ver⸗ zaubert da, sein ganzer Körper zitterte vor Erregung; end: lich raffte er sich auf und entriß seiner Mutter die Hand: „Ihr Weiber seid wohl toll geworden? Ihr wißt nicht, wen Ihr umarmt; Ihr wißt nicht, wem Ihr Obdach gebt? Gott und die Menschen sind gegen mich, denn ich bin ein Mörder und für Mörder gibt es kein Erbarmen! Ja, ich habe Pipriac, den besten Freund meines seligen Vaters, erschlagen. Ach, wenn Ihr das gesehen hättet— es war furchtbar! Das Felsstück hat seine Brust wie eine Eierschale zerdrückt! Der brave, alte Pipriac den mein Vater so sehr liebte, war augen- blicklich tot, und meine Hände haben ihn getötet!“ Ein dumpfes Stöhnen entrang sich den Lippen der beiden Frauen, aber sie schmiegten sich nur noch enger an Rohan und bedeckten seine abgezehrten Hände mit heißen Küssen. Er schien bis in die innerste Seele erschüttert, seine fieberhaft glänzenden Augen füllten sich mit Tränen. Mit zitternden Armen zog er die beiden Frauen an seine Brust:„Mutter, geliebte Mutter. Du hassest mich also nicht? Und Du, Mar- celle, fürchtest Dich nicht vor dem Mörder?“ kam es keuchend von seinen blassen Lippen. Das abgehärmte alte Weib und das bleiche junge Mäd- chen blickten mit der gleichen leidenschaftlichen Liebe zu ihm empor. Durch seine Leiden und Sünden war er ihnen nur noch teuerer geworden. Seine Augen blieben auf dem süßen Kindergesicht seiner Base haften; ihre treue Anhänglichkeit war ihm eine unerwartete Offenbarung. Blitzartig tauchte die glückliche Vergangenheit vor seinem geistigen Auge auf. O Gott, meine haben. Warum siebst Du mich so eigentümlich an? Du 100 ond Ffund Skerking as And rund 2 Mitfonen Gefdanatk, an⸗ 1 boden bas lnmmürpcde Sedürfris nac eisen vel- g schäft einwandfrei feststeht. 4 f b Die Vorbereitungen in Lausanne. In der Sitzung am Donnerstag wurden die te Fragen weiter besprochen. Der Temms berichtet über de fremdenden Eindruck, den die einladenden Mächte durch türkischen Ansprüche erhielten. Als die— 1 wurde, erklärte Jsmed Pascha er müsse Sowjetrußland, sal —— habe, seine Unterschrift unter den Vertrag zu fen elegenhei geben Bi N des Artikels 81 des Friedensverm * ßs durch das Wirtschaftskomitee der Orientkonferenz, d Wirkung Fr 2 tert it er Sen denen ber maligen Zeutralmächte oder deren Angehörigen behandelt. Der Korrespondent der Daily Mail glaubt die Gründe ronzösisch⸗türhi Mißstimm aus sicherer Ju 3 1 1— von Angora soll an 1. Wenn E Mosul aufgebe, würde Frankreich und dee mech ena pteer Sbagt an de Tire abtreten. 2. Frankreich würde einen Betrag von 12 Millionen f trag slellt die 2 Hälfte der 1914 abgeschlossenen Anleihe dar I Turtel würde 88 die Anleihe und ebenso die Eif konzessionen anerkennen und ratifizieren. e 8 ö das lürkische Programm unterstützen. 5 Der deutsche Steuerskandal. 60 In der soeben erschienenen U ebersicht des Reich finanzministeriums über die Einkommen (Nr. 94 des Deutschen Reichsanzeigers) wird mitgeteilt, N im Monat März eingegangen sind aus dem Lohnabgg 179 079 338 667 Mark, aus der Einkommensteuer der N Gehaltsempfänger haben fast 20 mal so viel an Steven aufgebracht wie die kapitalistischen Kreise. Das ist ag geradezu ungeheuerlicher Zustand, der einfach nicht ß 9 die Türken es ab bei dieser Liquidation mitzuwirken. Geheimllauseln enthalten. 0 9 Sterling in bar ober in Kriegsmaterial übergeben. D f 3. Frankreich würde vor oder während Politische Uebersicht. N 18 Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben im Monat 1 0 anlagungspflichtigen 9 543 700 771 Mark. Die Lohn ⸗ 1 länger zu ertragen ist. * Das Urteil im Prozeß Kuttner—Davidso, In dem Prozeß gegen Davidsohn verkündete das N 1 9 dem Fall Eichhorn nimmt das Gericht folgende stellung an: Eichhorn war ein 1 Mann, der sich gebührlich benommen hat und mit seinem Gewehr wenig gemäß umqung: daher bildete er eine Gefahr. Da er sich Patrouille nicht genügend ausweisen kann, soll er abgeführt e den. Zu diesem Zweck wird er entwaffnet. Darüber ist er erh Es gelingt ihm sich wieder Wafsen zu verschaffen, und 8 Karabiner und zwei Handgranaten. Diese sollten ihm 8— dabei fe. 9 1 zur—* eine Handgranate und es lac suß nahe. r abt will. Denn in dem angetrunkenen, erregten Zustand ist nicht im Klaren gewesen. daß er sich selbst in entsicherte Handgranate wird ihm vom Jetzt greift er zur zweiten Handgra 5 f was sich aus den Bekundungen einer N 0 Den Aussagen der drei Frauen. die b haben, daß Eichen waffenlos war, hat das Gericht keine entf de Bedeutung gemsseu, da sie nicht von der Nähe beobachtet haben und 5 Frauen bei solchen Vorfällen außerordentlich erregt sind und. zuverlässig beobachten. Das Gericht läßt dahingestellt, ob zweite Handgranate entsichert war oder nicht, da sich die 0 aussagen nudersprechen. Im Augenblick, wo Eichhorn mit ein Kind. Die Frauen beobachteten ihn voll Angst W Scheu, doch plötzlich sprang er auf und lauschte, mit 0 4 Ausdruck eines gehetzten Wildes, der sie bei seinem E 1 so sehr erschreckt hatte. Trotz des heftigen Windes u Regens hatte sein scharfes Ohr Fußtritte auf dem Kies bot b dem Hause vernommen. Noch ehe einer von ihnen ein Wal gesprochen, klopfte es an die Tür. 1 „Pustet das Licht aus!“ flüsterte Marcelle, was Roh sofort tat. In der Hütte war's nun ganz finster. Er Flüchtling verkroch sich in die entfernteste Ecke der Kü 5 den großen Schrank, während Marcelle zur b schritt. „Ihr da drinnen, öffnet sofort! Oder wollt Ihr einn guten Christen die ganze Nacht im strömenden Regen stehn lassen? Ich bin durchnäßt wie eine ertrunkene Ratte.“ „Wir können niemandem Einlaß gewähren, denn es f spät und wir sind schon zu Bette.“ 5 „Ich erkenne Deine Stimme, Marcelle Derval. J habe in diesem Hundewetter den langen Weg gemacht, Dich zu finden und Dir eine Neuigkeit zu melden. Oeffß sofort; ich bin's. Mikel Grallon!“ 1 „Wer immer Du bist, trolle Dich hinweg!“ rief Marcelk energisch. Oeffne die Türe sofort, wenn Du nicht willst, daß ich sie breche!“ Noch während er das sagte, schlug der Mann seinen Fäusten so heftig gegen dieselbe, daß die Klinke nach gab und der schwache Riegel unter den Schlägen von sell aufsprang. Mutter Gwenfern stieß einen Angstschrei auß als Mikel Grallon über die Schwelle stolperte. Marcel! versperrte ihm den Eingang mit ihrem eigenen kräftig Körper:„Was bringt Dich zu dieser ungewöhnlichen St i her?“ herrschte sie den Burschen zornig an.„Ich verbiecß Dir, auch nur noch einen Schritt weiter zu gehen! Sieh! Du nicht, wie Du die arme alte Frau erschreckt haste Ab wenn doch einer meiner Brüder oder Onkel Ewen hier wg Du würdest es nicht wagen, die Schwelle zu übertretes Bei Gott, ich, ein schwaches Mädchen, vergreife mich an Di wenn Du nicht sofort gehst!“ Er bedeckte sein Gesicht mit beiden Händen und schluchzte wie Fortsetzung folgt.) — 1 4 gender 0 leiten lassen: Die Grundlage der Privatklage war der Brief SSS /, 8 „Nicht früher, bis ich Dich gesehen und gesprochen 5 S 4 Die Lohn. Die Sozfaldemokratie hat keinen Anlaß, die Klassengegensätze zu ei seinem igen Windes* auf dem fie on ihnen ein 1 bcrücksichtügt: % lich des Wahlkampfe Breihestsstrafe. Abstand genommen. 1 N n der Angeklagte wird wegen Verletzung des 8 186 zu Aufgaben des Landes, Staates trägt das Volf selbst. * 1 N Dandgranafe dan flerte, trafen ihn besde Schülsse 1 5 der Avmschuß daun der Brustschuß. Die—.— des Eichborn vor den beiden Schüssen haben bei dem Ueberzeuguna begründet, daß auch Eichhorn die zweite abzugsfersia machen und dann auch abziehen wollte, ö a Widerfacher vom Halse zu schaffen. Es stand also ein kechtswiöriger Angriff des Eichhorn bevor. Das Gericht ist der Meinung. daß das gegebene Mittel nach Lage der Sache war, durch einen 7 Schuß den Eichhorn schnell kampfunsählg zu machen⸗ Vel der Bemesfung der Strase hat das Gericht folgendes Die Aeuße rungen sind im politischen Kampf, anläß⸗ kampfes. gefallen: daher hat das Gericht von einer Die Tat wurde aber boe⸗ gangen vor Inkrafttreten des Geldstrafengesetzes. Die böchste Geldstrafe war bis dahin 600 Mark; dieses mildere Gesetz ist da⸗ her anzuwenden. Daher konnte nicht auf eine höhere Strafe wie 600 Mark erkannt werden. Dies hat das Gericht auch als ange⸗ messen erachtet. Es fällt daher folgendes Urteil: Das Vorurteil Mark und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Hessischer Landtag. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung 9.15 Uhr. 1 Eintritt in die Tagesordnung erhält Frau Roth. 5 7 Richtigstellung einer Bemerkung des Abg. Anthes das Wort. Im l 8 5 91 5 6 wi J e. ner, in deren 6 dun 1 0 ird Ph inanzminister Henrich macht hierauf Ausführungen zum Staatsvoranschlag. Zu Eingang gibt der Finanzminister noch erklärende Worte, weshalb er heute noch im Amte ist Die Außen litik erfordere größere Einheit, statt eine Vertiefung der Gegensätze.— Die hessische Anleihe zeige gerade kein erfreuliches Ergebnis. Die Folgen eines ängstlichen Zurückhaltens werden nicht gering sein. Für Wahnungsbeschaffungen waren 27½ Mil⸗ liarden vorgesehen, für 100 Beamtenwohnungen 4 Milliarden, für die Riedentwässerung 4—5 Milliarden. Der Gesamtbedarf steigt von 24 auf 88 Milliarden. Die fehlenden 67 Milliarden können aus anderen Quellen gedeckt werden. 1 Milliarde wird auf neue Steuern genommen und die restlichen 4 Milliarden auf Anleihe. Er wisse nicht, wovon die Forderung des ehemaligen Groß⸗ her bestritten werden soll, wenn dieser im Rechtsstreit siege und jährlich über 1 Milliarde oder als Abfindungssumme 25 bis 30 Milliarden zu beanspruchen hätte. Die aufgeblähten Ziffern des i seien bedenklich, wenn nicht das Land durch Kredit den Fehlbetrag ausgleicht. Versagt dies, dann muß der ge⸗ sammte Fehlbetrag durch Steuern godeckt werden. Das finanzielle Verhältnis zwischen Reich und Länder, sowie Gemeinden ist un⸗ erträglich geworden. Redner bespricht dann kurz die wichtigen f deren Lösung bevorsteht. Nun hat die Kritik der Volksvertreter das Wort. Die Regierung verlangt für ch keine Schonung. Die Verantwortung für die Erhaltung des Als erster Redner sprach in der Diskussion Abg. Kaul(Soz.) verdecken, sie träten gerade jetzt schärfer denn je in die Erscheinung. Trotzdem billige er die Arbeitsgemeinschaft mit bürgerlichen Parteien und bekannte sich zur jetzigen Koalition, die eine politische Notwendig⸗ keit Notwendig sei, daß auch die hessische Regierung in festerer Gest enheit dastehe. Er gedachte der kämpfenden Volksgenossen im besetzten Hessen in warmen Worten und dankte ihnen fütr ihre Atigkeit. Von der Reichs regierung forderte er ein festes An⸗ Volkes. 0 Präsident Adelung bedauert den eh der Abg. Anthes dem Abg. Ebner zugerufen, nicht gehört zu haben, weshalb er auch nicht rügen konnte, empfiehlt aber dem Abg. Ausdruck„Lausbub“, Sbner(Komm.), auch seinerseits nicht fortgesetzt die parlamentarische ö zu stören.— Der Ordmumngsruf gegen den Abg. Ebner von gelerz besteht nach der Abstimmung zu Recht.(Hierbei hatten die Abg. der Sozialdemokratie den Saal verlassen.) Abg. Brauer(Bod.) stellt fest, daß die Landwirtschaft am Abwehrkampf an der Rühr kraftvoll mit Taten beteiligt ist. Die Landwirtschaft bedarf noch dringend der Förderung, dazu gehört aber 8 von sedem Zweng. Er begrüßt den Ausbam der Wölfers⸗ heimer Anlagen. Das Ortsklassensystem miisse beseitigt werden. Weiterbe ratung Freitag vormittag 9 Uhr. Mitiert für die Oberhessische o Lehürdliche Pekaunktmachungen Bekanntmachung. den cee eg der Stadt Gießen für das Rl. 1922 Uetr. Der in der Sitzung der 0 Stadtverordneten⸗Ver⸗ sammlung vom 13. März 1923 festgesetzte Nach⸗ közeitung Steuerpflichtigen aufgefordert 5. Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe der Körperschaftssteuererklärung und zur Anmeldung steuerl A 1 De der Körperschaftssteuer unterliegenden Steuererklärung Körperschaftssteuerpflichtig Die Erweiterung der Preßsteinaulage in Wölfersheim. Die Brennmaterialiennot, die infolge der außen⸗ politischen Lage immer größer wird und deren Gestaltung für die Zukunft eine große Rolle besonders auch in Hessen sein wird, kann durch unsere einheimische Braunkohle wesent⸗ lich gelindert werden, zur Not schließlich vollkommen behoben werden. Ein weiterer JFortschritt auf diesem Gebiete soll daher durch Anlage einer Trockenanlage für Preßsteine in Wölfersheim gemacht werden. Es ist zuerst beabsichtigt. die seit 1919 stillgelegte Preßanlage mit Dampftrocknung, die sich bei dem Kraftwerk Wölfersheim befindet, wieder herzu⸗ stellen und in Betrieb zu nehmen. An den Wiederher stellungsarbeiten wird seit Wochen gearbeitet und kann der Betrieb voraussichtlich am 15. Mai wieder aufgenommen werden. Die für den Rest der Rechnungsjahres noch zu er · wartende Produktion wird auf 7 Millionen Preßsteine be⸗ rechnet. Für die Vermehrung der Produktion ist der Plan gefaßt, eine 300 Meter lange Trockenhalle zu erstellen, worin die Preßsteine auf dem Wege der billigen Lufttrocknung sertiggestellt werden sollen. Man rechnet bis Ende des Rech ⸗ nungsjahres mit der Ferkigstellung von weiteren 2 Mil⸗ lionen Preßstemen, vorausgesetzt, daß es gelingt, diese Halle bis 1. Juli zu erstellen. Die Materialien dafür sind bereits gesichert. Das Holz wird den staatlichen Forsten entnommen. Nachdem die Eruben mit Seilbahnen ausgestattet sind, bleibt eine genügende Menge Kohlen zur Fabrikation von Preßsteinen zur Verfügung. Die Mindestproduktion der gesamten Anlagen wird mit 16 Millionen, der voraussicht⸗ liche Bedarf(für Bad⸗Nauheim, Deputatkohlen, hessische Behörden, Landabiatz) wud auf 11,1 Millionen geschätzt, so⸗ daß für andere Zwecke 4,9 Millionen gleich etwa 100 000 Zentner verwendet werden können. Für 1924 soll die Produktion weiter erhöß! werden, doch fällt dafür Alt⸗ Wölfersheim aus da diese Grube bis dorthin völlig abge · baut ist. Trotzdem rechnet man 1924 mit einem Ueber schuß von 120 000 Zentner. Die Rentabilität der neuen Anlage darf als gesichert betrachtet werden. Kleine Nachrichten. Aus dem besetzten Gebiet. Limburg. Die Besetzung ist im Bezirk Limburg auf die Dörfer Neesbach und Mensfelden, sowie uuf den Bahnhof Nie ⸗ derbrechen ausgedehnt worden. Verhaftungen und Ausweisungen. In Kaiserslautern murde der 70 jährige zweite Bürgermeister Relle in seiner Wohmug verhaftet, weil er angeblich die Verbreitung eines Flug⸗ blattes nicht verhindert„in dem Namen von Leuten genannt sind, die in fpanzösischen Dienst getreten waren.— In Zwei⸗ brücken wurde Justizrat Schuler, einer der ersten Juristen der Pfalz, verhaftet und in das Landgerichtsgefängnis eingeliefert.— Aus Wiesbaden ausgewiesen wurde Gewerkschaftssekretär Gen. Demmer, der s. Zt. für die sozialdemokratische Partei den Aufruf der dortigen Parteien und Beamten gegen die neuen Ordonnanzen unterschrieben hatte. Frankfurt a. M., 20. April. Frankfurter Viehmarkt. Auftrieb: 35 Färsen und Kühe, 752 Kälber, 193 Schafe und 316 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber feinster Qualität 300 000 bis 330 000 Mark, mittlerer Qualität 240 000 bis 290 000 Mark, geringerer Qualität 180 000 bis 230 000 Mark, Schafe 180 000 bis 220 000 Mark, Schweine unter 80 Kilo, 320 000 bis 350 000 Mark; von 80 bis 100 Kilo 370 000 bis 380 000 Mark, über 100 Kilo 370 000 bis 300 000 Mark. Der Markt wurde bei langsamem Geschäst gerchumt. Entsetzlicher Tod zweier Kinder. In Buxtehude erlitten zwei zwölfjährige Mädchen, die seit vier Tagen spurlos verschwunden waren, einen furchtbaren Tod. Es hat sich nunmehr herausgestellt. daß sie auf dem Boden des Hauses spielten und dabei in eine schwere Truhe gestiegen waren; der schwere Deckel war dabei zugefallen. Den Kindern war es nicht möglich, ihn wieder zu öffnen. Man fand die Kinder als Leichen vor. Millioneneinbruch in Dahlem. Am Hirschsprung in Dahlem, der feudalsten Gegend dieses von alten und neuen Reichen bewohnten Vorortes von Berlin, kletterten Einbrecher über die Hecke eines Gar⸗ tens, beschmicrten im hohen Erdgeschoß einer von einer Dame be⸗ wohnten Villa eine Scheibe mit Seife, drlückten sie ein, wiegelten das Fenster auf und verschafften sich so Zutritt zu den Wohnräumen. Sie erbeuteten Millionenwerte, darunter besonders wertvolle Tep⸗ piche, einen 342% Meter großen Buchara, eine 1 71 Meter große Samarkandbrücke, dessen Muster ein indischer Torbogen ist, einen Schirwan, einen Kelim und einen 2½ 3 Meter großen Aphgan. Die Bestohlene hat auf die Wiederherbeischaffung eine Be⸗ lohnung von 2 Millionen Mark ausgesetzt. Diese und ähnliche Vor⸗ fälle mögen für die von ihnen Betroffenen äußerst fatal sein. Be⸗ weisen sie aber nicht immer wieder von neuem, daß der Privatbesitz unermeßliche Reichtümer aufgestapelt und damit dem Volksganzen entzogen hat? zuständigen Finanzamt an de tagen abzugeben. ich wichtiger Vorgänge amm 4. Wer die Frist erklärung versäumt, zur Abgabe angehalten, schlaa bis zu 10 v H. Steuer auferlegt werden. werden hiermit zur Abgabe eimer sind insbe⸗ zeschrieben— einzureichen oder mi auch kann der endgülti geg Februargehaltssätze der Werkmeister in den Arbeitsrecht, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen Dem Antrag des Deutschen Werkmeisterverb en den Arbe Sitzung vom 20. April 1923. andes itgeberverband für Lahngau und Oberhessen, bie 4 füdlichen Kreisen der Provinz für den Monat März zu erhöhen, gab der Schlichtungs⸗ Ausschuß nicht statt. bau in Gießen gab er auf, die Der Gese lÜschaft für Beton⸗ und Eisenbeton⸗ technischen Angestellten nach dem Fach⸗Bezirkstarif zu enlohnen. Die Angestelltengewerkschaften und die einigungen des Gießener Einzelhandels schlossen Arbeitgeberver⸗ nach öffentlicher Verhandlung einen Manteltarisvertrag ab. Ohne öffentliche Verhandlung einigten sich der Deulsche Werk. meister⸗Verband, und der Arbeitgeberverband für der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband die Kreise Alsfeld und Lauterbach in Tarifstreitigkeiten. Stiftung, Lohnforderungen leitung unter Berufung Reichsarbeitsministerfums abgelehnt. Die Angestellten haben Fr. Ztg. mit knapper Mehrheit gegen den Anschluß an bei In der optischen Industrie, Glaswerk von Schott und Gen., ist am Dienstag ein ter. Streik in den Jenger Zeißwerken. bei den Firmen Karl Zeiß und dem beides Betriebe der Karl Zeiß⸗ Streik ausgebrochen. Die der Arbeiterschaft wurden von der Geschäfts⸗ auf die noch ausstehende Entscheidung des Es streiken etwa 5000 Ar⸗ sich nach einer Nachricht der die Be⸗ wegung der Arbeiter ausgesprochen. L0 Auf zur Maifeier! Rüstet und trefft die Vorbereitungen, die Maiseier überall zu staltet. Kein anderer Festtag im Jahre ift so mit Wollen der Arbeiterklasse verbunden, wie tag der Arbeit. Ihn würdig kale Parteinachrichten. Maiseier 1923. der 1. Mai, begehen, muß Ehrenfache ö zu für jeden Sozalisten, sür jeden gewerkschaftlich organisterten Arbeiter sein. Maiseier⸗Veranstaltungen finden statt: Eimhäuser. Referent: Parteisekretär Grünberg. Unterbezirksmaifeler, Witwe Baltrog. Referent: Rechtsanwalt Watzenborn⸗Steinberg. 2 versammlung Schmidt, Gie Altenbuseck. Gießen. im ßen. Anschlie ßend Feier zur Ludwigshöhe. Sonntag, den 29. April. Unterbezirksmaffeter, nachmittags 2 Uhr im Lokale Häuser, Gießen. nachmittags 2 Uhr im Lokale Homberger, Gießen. % Uhr 1 Schulhof der neuen Schule. Referent: Lehrer Dienstag, den 1. Mai. Demonstrations⸗Versammlung 17½ Uhr auf Obwaldse garten. Demonstrationszug durch die Stadt, anschließend Feier auf der„Lieb nachmittags. Ref.: Reich 1 Alsfeld. Demonstrations⸗Versammlung Marktplatz. Referent: Landtags ab nachm. 2 Uhr auf dem, g. Kiel, Gießen * te— Lollar. Bezirksmaifeier. Demonstvations⸗Versammlung 2 Uhr Beckmann, Gießen. Anschlie dend Feier in den Sälen der Linde und Germania. Großen⸗Linden. Bezirksmaifeier. Nachmittags 3 Uhr lung in der Turnhalle mit anschließender Jeier daselbst. Versamm⸗ Referent: Landtagsabg. Mann, Gießen. Lokale Herm. Greilich. Referent: Reichs tagsabg. Klein⸗Linden. Oeffentliche Versammlung, Lokale„Zur deutschen Ei Arbeiter! Parteigenossen! Sorgt für Massenbesuch feier⸗Veranstaltungen. Die Maffeier muß auch zugleich 115 unsere Sache se gegentiber stehen. Unsere Kinder sind bringen und 7 Tag r Utphe. Bezirksmaifeier 2% Uhr nachmittags. Resere Allendorf a. Lokal von Heinrich Bergen II. Referent:: Heuchelheim heute noch Demonstrationsversammlung im Freien nt: Parteisekretär Häuser, Gießen. d. Lumda. Bezirksmafseser, nachmittags 2 Uhr im Moosdorf, Gleßen. . Deffentliche Versammlung, ü Beckmann, Gleßen. abends 8½ Uhr, im/ “ Referent: Lehrer Schmidt, Gießen. bei den Mai⸗ ich ein Werbetag ein, um alle die noch Fernstehenden zu gewinnen, enwelt ialismus ebenfalls zur Feier mitzu⸗ schulfrei zu machen. orstand der Vereinigten Sozialdem. Partei. verständnislos der nofsinnen werden ersucht, sich an der dem Oswaldbsgarten stattfindenden restlos zu beteiligen. Treffpunkt der Genoffinnen an Versammlungskalender. Gießen. J rauengruppe der Ver. soz. Partei. Die Ge⸗ am Dienstag, den 1. Mai auf Demonstrationsversammlung Trink⸗ halle, Oswaldsgarten, Punkt 1% Uhr. Wieseck. Wahlverein. Sonntag, 29. April, abends 8 Uhr Versammlung bei Bierau. ndlich vor dem bekannten Amts⸗ Beizufügen sind Bilanzen mit Verlustvechrungen, berichte. Mibgliederversammlungsprotoko e. zur Abgabe der Steuer⸗ kann mit Ordnungsstrafen ihm ein Zu⸗ g fesigesetzten Eine Vertrauens sache Säuglinge und kleine keine unsicheren Versuche anstelen oder, scheinend sehr billigen Preis bestechen lassen, sich an das in seiner Güte und Mirkung durch Jahrzehnte Be⸗ währte halten und ihrem D Kindernahrung, Kufeke, unerreicht, sie Gedeihen und schi ee Auch ist r zergleich zu vielen anderen Lebensmitteln und in seiner giebigkeit liegt ein großer Vorteil für die Geschäfts⸗ tragsvoranschlaa zur Betriebs rechnung der Stadt sondere: 5 Giesten für daß Rechnungsjahr 1922 liegt vom J. die Erwerbsgesellschaften, wie Alktiengesell⸗ 5 Wer die Körper schaftssteuer hinterzieht oder 28. Nori ius 8, ab während einef Woche auf scbaften Kommanditgesellschaften auf Aktien, zu finlerkehen verucht oder den beg 1 dem Stabebaus Bergstraße, Zimmer 17. zur Ein⸗ Cezellshale nt beshea ter Fasenen alle audlung feines Vorteile mean ennie gun A. Peelgen, könen mnechelg, der Rte Berggewerkschaften sowie Kolom algesell⸗ dae t 95 1 1 5. 1 16 Beteilig Aan schasten⸗ 8 ann aaf Gefangn veacunosfris den Voranschlag einsehen und pei] II. bie Erwerbs und Wirtschastsgenossen⸗ kraft Neben der Gelostrafe kann aaf Gefängnis dem Sberbürgermesster schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen den Juhalt vorbringen. i den 24. Apeil 1923. Der Sberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Die Stadtverwaltung hat an den nachstehenden schaften: IV. die nicht anzusehen III. die eingetragenen Vereine; en(außer Gesellschaften, Gesellschafter als Kommanditgese schaften); V. die Stiftungen, erkannt werden rechtsfähigen Personenvereinigun⸗ bei denen die Unternehmer des Betriebs B. offene Handels⸗ oder bei Nachzahlungen Vermeidung auif sind, z. Anflalten und Zweckver⸗ 6 Erwerbsgesellschaften(Abf. Zu Nr. 1) haben N schläge Voraus, und de Nörperschaftssteuer 10 Mk. nach unten zu abzu⸗ runten sind Val. im einzelnen das beim Fiua Stellen in anbringen lassen, in denen mägen. ef 5 0 jahr 1922 bis zum 30. Dezember 1922 abgelaufen künftig ede en Bekanntmachungen zum Ausländische Gesellschasten stud. e 55 1 ale Vorauszahlung für dag Geschäfts⸗ Ausbau dommen werden wenn de in Aalanrde ran ente heben oeggenerbe ahr 1022 20 bis geen J. dür ide ede Wang Bergstraße 20(am Eingang von der berge dan eien ständigen Vertreter ein Gewerbe deg in dem Abschluß, für das Geschaftssahe . betreiben. 5 1 1921/2 ausgewiesenen Reingewinng und der flir Stadthaus Garten straße 2 3. Die Steuererklärung ist beim zuständigen das Geschästssahr 1921½2 verteslten Gewinn⸗ Einfriediuna des Eckhauses Westanlage⸗Ner⸗ Finanzamt innerhalb von zwei Monaten nach, 3 0 anteile r stadt. lauf des Tages abzudeben an dem das——— en e Leers a Bwedvern Destliches Torhaus am Walltor(Walltorstr. 58), ergebnis iber Jahresabschlußz; von den zuftändte„en binnen 2 83 nach eintritt des Er⸗ Toreinfabrt Asterweg 9(Stadtbauamt), Vorgarten des Hauses Westanlage 1, Frlibere Ohrenklinik Liebigstvaße 18. Gießen den 25. April 1923. Der Oberbürgermeister: Ke[ler. zur Abgabe der Steuererklärung gen Oraanen festgestellt wo ines Steuererklärungsvordrucks nicht Vordrucke sind beim den ist. Die Pflicht Sbeuererklärung ist vom Empfang abhängig Finanzamt erhältlich. 2 schriftlich— zweckmäßig eim⸗ß eignässes anzuzeigen: sa it 1. ibre Gründung sowie den Eintritt von Tat⸗ sachen. die ihre Steuerpflicht oder eine ver⸗ änderte Steuerpflicht zur Folge haben; ist die Wahl eines Nährmittels fü Kinder. Eine verständige Mutter wir sich durch einen an⸗ sondern sie wird Kinde„Kufeke“ geben Die 1 ist in ihren Erfolgen noch immer ewährleistet den Kleinen ein autes, gesundes schüst sie vor den gefährlichen Welte „Kufeke“ immer noch preiswert 4. r. sparsame Hausfrau. 2. den Erwerb der Nechtssähigkeit, den Uebei⸗ gana aus einer Nechts⸗ oder Gesellschafts⸗ form in eine andere sowie die Ver⸗ schmelzung(Fuston) mit einer anderen Ge. sell ichast · g. die Verlegung des Ortes der Leitung uder des Sitzes in das Inland sowie die Ver⸗ leaung beider in das Ausland; 4. die Beschlußfassung über die Auflösung oder den Eintritt der Auflösung aus anderen Gründen: 5. die Sauschn⸗ der 2 im Handelse, Vereins⸗ oder Genossenschafts⸗ vegister. Das Unterlassen der Anzeige ist nach 8 377 der 15 Mk. bedroht e eine— 100 000 Mk. bedr N der aur Anzeige verpflichteten PVerson un Pele Gieten Butzbach, Grünberg, Hungen. Aneil 1923. en Die Finanzämter. Betreffend: Mahnung steuer, Umsatzsteuer, Nachträgl. Brandver⸗ Gießen, den 25. April 1928. Finanzkasse Gleßen. J. A: Ham ba ch. Beendigung Vermögensa andersetzung(Liquidation) und die Löschung 148 Belauntmachung. We und Kirchen. 55 sicherungsbeitrag für das Steuerjahr 1911 ö 18 eee 1 sind r Bei. ung der li. gebühren an unten ö 1. Aubalk zn nnen,. Meidung 5 osten. f N . Volkshochschule biessen Geschäftsstelle Löberstrasse 26, 2. St. 30. April— 14. Juli 1923 Uebersicht uber die geplanten Arbeits gemeinschaften, Vortragsreihen and Elementarkurse: Montag Dienstas Aussprache über Die sexuelle Kulturprobleme Frage und die der Gegenwart rziehung 8-10 Uhr 8-9 Uhr Haus Thoma und die deutsche Kunst der Gegenwart 8-10 Uhr Meer und Festland im Wechsel der Zeiten 810 Uhr Bildung der Mineralien und Gesteine 810 Uhr Mittwoch Donnerstag Religiöse Vergleichende Kragen der Betrachtung aus- Gegenwart gewählt. Kunstwerke 810 Uhr 8—10 Uhr Deutsche LIteratur- Wirtschafts- geschichte von 1648 und Verkehrs- bis Klopstock geographie 810 Uhr 8-10 Uhr Freitag Ausgew. Kapitel aus der einheimisch. Pflanzenwelt 8—10 Uhr Schubert 0 8-10 Uhr Landschaftsphotographie.— 8-10 Uhr Chorsinsen deutscher Volkslieder. Bo- dprechung: Mittwoch, den 9. Mal,& Uhr. neimatkundliche Ausflüge: Besprech: Samstag. 12. Mai, 8 Uhr. Aiementarkurse(Deutsch, Rechnen, Fran- AZ ösisch, Englisch, Latein). Besprechung: Montag, 80. April, 8 Uhr. ormnastikkurse für Männer und Frauen. Besprechung: Montag, 7. Mai, 8 Uhr. Besinn von Montag, den 30. April an. Ausnahmen: Die Arbeitsgemeinschaft „Aussprache über Kulturprobleme 1 Gegenwart“ beginnt erst am Montag, 17. Mai. ort der Veranstaltungen: Oberreal- schule Einganz vonder Bismarckstr.) Ausnahmen: Die Arbeitsgemeinschaft, Aus- eprache uber Kulturprobleme der Gegen wart' und die Vortragsreihe, Sexu- elle Frage u. Erzlehung' finden in der Universität statt. Gebühren: 1000 Mark der Kursus. Alles Nähere im Arbeitsplan des b. Se- mesters, der in den durch Ausllang bezeich- neten Geschäkten und auf der Geschäftsstelle Ekostenlos zu haben ist. 15³ Deer. Gegr. 1864 E. v. Jegr. 1864 9 90 r— J. Sonntag. 14. Mal, nachm. 4%½ Uhr in der neuen Aula der Universität S KONZERT Leitung: Herr Otto Görlach Mitwirkende: Frl. Clara Weber, Konzertsüngerin aus Augsburg Herr jullus Hahn, Pianist aus Giessen. ö Es gelangen zum Vortrag: Chöre von Geller, Sendl, Othegraven, Atten- bboter, Kirchl, Reinthaler,. Kögler und Arnold.“ Lieder für Sopran von Brahms, Nicolai, Trunk und Häring.— Klaviersoli von Mendelsohn Bartholdi, Chopin, Weber, Schubert und Liszt. Eintrittskarten im Vorverkauf bei Herrn Chal lier, Neuen weg und nachmittags an der Kasse. Eintrittspreise: 1 Pl. 1000 Mk. 2. Platz 800 Mk., 3. Plalz 600 Mk. II. Samstag. 12. Mal, abends 8s Uhr in der neuen Aula der Universität mit gleichem Programm wie am Sonntag, 13. Mai Sualöfnung 7 Uhr 0 Eintrittskarten für Mitglieder und deren nächste Angehörige(höchstens 3 Stück) können gegen Vorzeigen der blauen Mitgliedskarte und Ent- a richtung einer Gebühr von 100 Mk. für jede Karte bei Herrn Friseur Lotz Bahnhofstr. 33. Bauer wer Gesangverein 6 ö 1 Konzert für Mitglieder 1 6 b in Empfang genommen werden. 147 jeder Herr findet bei mir reichhaltige Auswahl in neuen 1 und getragenen Anzügen, wie Anzüge für Bur⸗ schen, für jeden passend, auch in neuen Bozener Mänteln, desgl. in neuen Loden⸗ Joppen sowie feldgrauen Joppen, feldgrauen Hosen, gestreiften Hosen in allen Farben, 1 Pilot⸗Hosen und neuen feldgrauen Bridges Hosen, auch in anderen Farben preiswert Auch leichte Sommerjoppen sehr preiswert. I. Rosenzweig Giessen, eltersweg 58, l. 155 * 0 70 Kein Laden. 2 (Eingang Ecke Volksbad) nein Laden 0 110 Ohme ChHiori Wescru DBielcru uDα GdeSHHLöe rt. geeienet für alle Anelruqe Hersteller: uuuRKET A cit., euss Erne, o Ger in alter bewöhrter Güte! Nteheiensse nd U Arten von Wäsche. 10 Sein *„NEMKO, Gierreres egαι˙ν νιο˙α Sieh. Sci E. d. m. b. Unser Personal hat beschlossen, den I. Mai als Feiertag zu begehen. Wir empfehlen unseren verehrl. Mitgliedern sich mit ihren Ein- käufen einzurichten, da auch unsere Verteilungsstellen am Dienstag, den I. Mai geschlossen bleiben. Der Vorstand — 18 5—— — Ii 2 2 2 wer zum Süßen von Speisen, Getränken usw. sowie zur Bereitung don Kompotten oder zum Einlochen von Obst usw. Güßstoff verwendet. 75 Vorzüglich— billig- bekömmlich.. inch in solonfalwaren⸗. Drogendandlungen 1 und Aposheken. e FF In keinem Derhülfnis zur Geldentwertung stehen diese Woche noch die Preise in meinem Spezialhaus für Arbeitet⸗Gekleidung. Die seit einigen Wochen vorgenommene Frels- Reduktion ermöglicht es, meinem geehrten Kundenkreise in der besten deutschen Werkstätte gearbeitete Arbeitsschuhe, Paletots, Litevken, Drell-Anzüge, blaue Schlosser“ Anzüge, Arbeitshosen, feldgraue und feldgrüne Hosen, Sonntags- hosen, Weghosen, feldgraue u. feldgrüne Litevken, Sommeranzüge, und Joppen und amerikanischen Arbeitsschuhen sich einzudecken.— Verkauf von Montag, den 30. April bis 8. Mai 1923. Besichtigung meiner grossen Läger ohne Kaufzwang erbeten. Arbeiter-Bekleidungshaus K. Grünewald, Giessen, Erlengasse 15. kansunperein Flehen l. Ing. 2 ö Ne I l 9 2 2 S n R ee 1 N a f 100 8 1 9 1 2 6 2 70 2 N 5 5 95 Vornehmstes und grösstes Theater am Platze. 0 D 8 28— f Huch damstag und zonnag können wir das in Spiel und Ausstattung einzig dastehende Orientalische Märchen N. in 6 Akten 8. G 0 1001 Nacht 8 A* — 5 4 zur Aufführung bringen. Da das Stück die grössten Er- wartungen übertrifft, können wir nur Jedermann raten. 5 nmdglichst die Mittagsvorstellungen zu besuchen, um einen N 8 guten Platz zu bekommen.— Ausserdem läuft noch der 0 9 Grosstadt-Schlager: 99 F220 99 2 11 “bas grösste Zugstück der Welt 5 0 5 Akte zu Wasser und zu Lande 60 von ans Gaus. ö 2 (Zum Teil aut der Adria aufgenommen) 8 1 2 0. 8 2 == Ion Hong al. 4 he Mütbed 2.5 usedlekleh= f Der Liebe Pilgerfahrt 9 N 0 Bobsport 55 3 l 2 D D 1 Beginn der Vorstellungen: Wegen der Länge N des Programms finden dieselben pünktlich wie folgt statt: EN. Samstag 4, 6 und 8 Uhr— Sonntag ab 3 Uhr N Letzte Vorstellung 8 Uhr— die anderen Tage ab 6 Uhr. kribes doldkeuorchetee— Halige Lolnsprese 79 ieee d Gesucht wird eine zuverlässige unabh. 8 U 8 Frau oder Madchen D Astorla- Lichtspiele zur Führung eines kleinen— Haushalts nach Alsfeld. Näh. d. d. Geschäftsst. d. Bl PFF — 5 F Die unterzeichneten Banken bringen Mk. 100 000 000.— mit April/Oktober-Zinsen zum festgesetzten Kurs von 100% netto zum Verkauf. bolumerz- und Priralbank J. A, Pilale biegen Deulsche Jereinspank, Titale diesen Uandels- und beverbepank e. b. U b. H., diggen Hileldellsche bredibank, Piiae biegen a er Unsere Frauen 0 bedürf. heute mehr denn je d. Belehrg. Üb. d. Verhalt. feeblssrett 4 Alelle r währd. d. Schwangersch, i. Wochenbett, nach der Geburt usw. Das einz. dastehd. Werk:„Die Ent-— stehg,, Entwieklg. u. Geburt d. Menschen““ 2 V. P. Leiller gibt in 31 Kapitl. u. 274 Naturabbildg. Frauen U. Mädczen d. beste 5 0 5 hierzu: Aus d. groß. Inhalt: Mensch.! Körper/ Weibl. Becken vor, währd. und nach der erhalten i nentg Sehwangersch. Geschlechtslb. Ehe/ Befruchtg e eee 6 0 0 Unkruchtbarkeit des] Rat und Ans funf Weibdes Gewollte Kinderlosigkeit Schwungersch . normal. u. krankh. Verlauf/ Geburt i. d. verschied L Aechtzen elegenbeuen Lagen[ Wochenbett T Pflege, Ernährg. u. Krankht.! g d. Säuglings Wochnerinnenpflege/ Spülungen] im alten Nathan Frauenleiden usw., usw) Preis bis zum 5. Mai d. Mark alag 14. anstatt Mk. 12 500.— bei Nachnahme nur Mk. 8000. Mittwoq; e von 6 bis, 7½ Uhr. bei Voreinsdg. a. Postscheckkto. 6458 Magdeburg nur Mk. 7000.—! Zu bezlehen nur vom Buchversand E. FRITZ. Hagdeh ses 6. Bandstr. 1. 150 15% Giessener Stadtanleihe von 1923 Die Anleihe ist bis 1926 unkündbar. Darnrsdädler- 1. Jelonabauk Jommandigeseltscha aut Iäten, Zwaheiengszunn beben rekion dar Discönlo-Leselschal, Weigszele eben 2— e — Ä. ———— ——— 157 Zirlrus ran lie Insel des debreckens. Ferner: N Nach dem Gesetz der Sioux enen Fenn u, H N R * 1 0 Uns dünketkuch un hn Oeffent l. Vortrag am Sonntag, d. 29. April Seher. nd — Redner: H. Struve, Cassel Heiterer Abend zum Besten der Ruhrhilie ———ññ oriliparzer, Benedix. Nestroꝝ Ales Inn ind dle., dr g 5e Luer lay. Vorverkauf b. Challier. Preis 600, 500, 300 u. 200 ll zahlt die höchsten Preise Zufall Wolkeugasse. e empliehlt Oberhess. volkszg ut fur Sde und inre kindet del Storungen der Verdauung. Buchhandlg. G71 beseit. Krätzurgan ieee unauffäll., mild, unschädl. Jucken u. fast alle Hautleid. Drog. Karn, Schulstr. Auch Berst 482 0 die richtige Kost. Veriangen Sie in der Apotnete ode Partei-Literatu dei Schwebe und Appetitios ,d. Drogerie qrotis das. Kufehe· Kkochduem N 8 2 9 stspiole, — untag: rar bent 2 G86: 5 isse. lebnis 40 * Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 97 Gießen, Samstag, den 28. April 1923. Sießen und Umgebung. Fürdie Bedrängten im Ruhrgebiet Es gingen weiter bei uns ein: Von Beamten und Angestellten des Finanzamtes Gießen 104 000 (Mark. Bereits quittiert 720860 Mk., zusammen 824 860 Mk. Den Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne entgegengenommen. 551 Verlag ber Oberhessischen Volkszeitung. Reichswirtschaftsminister Dr. Becker als Parteimann. In unserem Bericht über die Rede Dr. Beckers am vorigen Sonntag haben wir die ruhige und sachliche Form anerkannt, in der der Redner sich seiner Hauptaufgabe, der Besprechung der Ruhrbesetzung und der damit in Zusammen⸗ hang stehenden Fragen, entledigte. Wenn wir heute noch einmal auf die Rede zurückkommen, so veranlassen uns dazu die einleitenden Ausführungen, in denen sich Dr. Becker mit den Aufgaben des Kabinetts Cuno beschäf⸗ tigte und die bei aller Sachlichkeit doch die parteipolitische Einstellung nicht verkennen ließen. Das wäre an sich nichts Auffälliges, da im demokratisch⸗parlamentarischen Staat die Minister zugleich Vertreter bestimmter politischer Parteien ind. Der Gesichtswinkel, unter dem etwa ein sozialdemo⸗ kratischer Minister politische Dinge ansieht, wird also immer ein anderer sein als der eines volksparteilichen Ministers. 8 bei der Behandlung politischer Vorgänge in der Oeffentlichkeit ist doch der parteipolitischen Auffassung eine bestimmte Grenze gezogen, nämlich durch die Tat sachen selbst, und es muß unter allen Umständen gefordert werden, daß dieses Tatsächliche voll zu seinem Rechte kommt und das Gesamtbild nicht durch Beiseitelassen wesent⸗ licher Teile entstellt wird. So begreiflich wir es auch finden, daß Dr. Becker sich bemüht, die Erfolge der Regierung, der er selbst angehört, im hellsten Licht erscheinen zu lassen, so müssen wir doch feststellen, daß er die Grenze, von der wir eben sprachen, nicht immer eingehalten hat. Schon die einleitende Bezeichnung des Kabinetts Cuno als einer„über den Parteien stehenden Regierung, bei deren Zustandekommen der Parteigeist nicht richtunggebend war“, setzte bei den Zuhörern ein sehr kurzes Gedächtnis und ein sehr hohes Maß von Naivität voraus. Daß in Wirklichkeit diese Regierung eine einseitig„bürgerliche“ ist und die von ihr(d. h. den sie tragenden politischen Parteien) be⸗ triebene Politik bewußt gegen die Arbeiterparteien und ihren Einfluß auf die Reichspolitik eingestellt ist, das weiß doch schließlich selbst ein politisches Kind; man kann sich auch die Nachweise im Gießener Anzeiger holen. Wenn dann Dr. Becker weiter als wichtigsten inner⸗ politischen„Erfolg“ der Regierung Cuno die„Be⸗ friedung im Innern“ herausstrich, so kann diese Be⸗ hauptung und ganz besonders die Art ihrer Begründung bei dem, der die Entwicklung der Dinge während der letzten Monate aufmerksam verfolgt hat, nur ein Lächeln hervor ⸗ rufen. Man höre: Das Kabinett Wirth hat den partei⸗ politischen Frieden nicht erhalten können; durch den Ruf„der Feind steht rechts“ und das Gesetz zum Schutz der Republik wurde eine Kluft aufgerissen, die— heute geschlossen ist; auch im Reichstag pflegen die einzelnen Parteien ein ganz anderes Zusammenarbeiten als früher; Beweis: der har monische Verlauf der letzten Verhandlungen über die außerpolitischen Fragen; wenn auch in den taktischen Fragen keine völlige Einigkeit bestand, so doch in der Grundauf⸗ fassung, daß heute eine andere auswärtige Politik gemacht werden müsse als früher. ö Der Herr Minister hat sich die Sache doth etwas z u leicht gemacht. Hat vielleicht die Regierung Wirth die Ge⸗ walttaten der Rechtsradilalen, das Scheidemann-Attentat und den Rathenau⸗Mord und so manches andere er fun ⸗ den, nur um ein Schutzgesetz für die Republik machen zu können? Wenn heute innenpolitisch größere Ruhe und Festigkeit eingetreten ist, so ist das ganz und gar nicht auf das Walten der Cuno⸗Regierung zurückzuführen, das ist anderen Faktoren zuzuschreiben, insbesondere auch dem Umstand, daß die Deutsche Volkspartei, die mit den Deutsch⸗ Dr. Beckers. man“ sei im nationalen Seite an Seite, die Regierung Wirth be⸗ schimpfte, jetzt in der Regierung ist, daß sie den politischen Realitäten mehr Rechnung trägt, sich also den weiter links stehenden Parteien mehr genähert hat, daß die äußerste Rechte dadurch isoliert und in ihrer Aktionsfähigkeit ge⸗ schwächt ist usw. Die Dinge liegen also einfach so: Die Deutsche Volkspartei mit dem Schwergewicht der mit ihr verbundenen Großindustrie usw., die dem Kabinett Wirth Schwierigkeiten auf Schwierigkeiten machte und dadurch seine Politik lahm legte, ist jetzt die Hauptstütze des neuen Kabinelts, das für seine Politik nun freie Bahn hat. Ist das aber ein Verdienst des Kabinetts Cuno? i Wie steht es aber überhaupt mit dem„harmonischen Zusammenarbeiten“ der Parteien? Bei den Parteien der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft(Volkspartei bis Demo⸗ kraten) ja, da kann man von einem solchen wohl sprechen. Bei der Steuergesetzgebung war es sogar sehr har⸗ monisch, diesmal sogar mit Einschluß der äußersten Rechten, zum Zwecke der Schonung des Besitzes. Aber wie war das Verhältnis zur großen sozialdemokratischen Partei? Wir meinen, hier könnte man schon eher von„Disharmo nie“ sprechen. Und die allerletzten Reichstagsver⸗ handlungen über das Gesetz zum Schutze der Versamm⸗ lungen haben gezeigt, daß, wenn eine Kluft sich geschlossen hat, sich dafür eine andere um so weiter aufgetan hat. Dank der allgemeinen Politik des Kabi⸗ netts Cuno! Mas soll man aber gar sagen zu der letzten Behauptung a Reichstag einig gewesen in der Grundauffassung, daß heute eine andere auswär ⸗ tige Politik gemacht werden müsse als in den letzten drei Jahren? Das schlägt doch der Wahrheit vollständig ins Gesicht. Ist die auswärtige Politik des Kabinetts Cuno nicht die notwendige Fortfüh⸗ rung der Politik der Regierung Wirth? Hat sie nicht auch der Entente ein Angebot gemacht(Bergmann bei der Pariser Konferenz)? Ein Unterschied besteht freilich gegenüber früher: Industrie und Handel, die sich der Politik Wirths stets versagt hatten, sind jetzt bereit, die notwen⸗ digen Garantien zu leisten. Das Bild ist also dieses: die Volkspartei, die die Politik Wirths sabotiert hat, stützt heute die gleichgerichtete Politik Cunos. Wie kann aber ein Mensch mit gesunden Sinnen diese echr national ⸗ liberale Schaukelpolitik als einen Erfolg der neuen Regierung bezeichnen? Daß Cuno keine andere aus⸗ wärtige Politik machen kann als Wirth und daß diese Er⸗ kenntnis heute auch sich bei einer Reichspartei durchgesetzt hat, ist gerade der stärkste Beweis für die Richtigkeit der Wirthschen Politik; alle Verdunkelungsversuche dieser Tat⸗ sache müssen abgewiesen werden. Auf der gleichen Höhe steht die Behauptung Dr. Beckers, die Regierung Cuno habe das Verhältnis von Reich und Ländern, besonders zu Bayern, das unter Wirth immer schlechter geworden sei, zu einem erträglichen gestaltet. Die Sache erledigt sich mit einem Satz: Bavern, das die Reichspolitik unter der Regierung Wirth ständig sabotiert hat, tut das auch heute noch, aber die Regierung Cuno läßt sich das gefallen! Also ein Erfolg der Regierung Cuno? Als zweite Aufgabe der Regierung Cuno bezeichnete Dr. Becker das Aufhalten des fortgesetzten Mark⸗ sturzes. Die Senkung des Dollarpreises und zeitweilige Stabilisierung der Mark wurde natürlich ebenfalls als ein wichtiger Erfolg der neuen Regierung gepriesen. Aber es liegt auch hier wieder ein Verschleierungsversuch vor. Die Tatsachen sind diese: Am 22. Dezember stand der Dollar auf rund 6500 Mk., nach dem Ruhreinbruch stieg er auf 50 000 und„stabilistert“ wurde er bekanntlich auf 20 0001 Also gegenüber dem früheren Stand keine absolute, son⸗ dern nur eine relative Senkung! Und diese Herab⸗ drückung des Kurses war auch nur durch das endliche Eingreifen der Reichsbankherren möglich die unter Wirth der ganzen zerrütteten Währung gegenüber die kalte Ruhe ihres Gemüts trotz allem Drängen nie verloren hatte. Also auch dies wieder ein Erfolg der Regierung Cuno? Die politische Entwicklung der letzten Monate hat wieder einmal gezeigt, daß Gestaltung und Richtung aller Politik einzig und allein durch die Gesamtverhältnisse be⸗ stimmt wird. Wirkliche Politiker wissen daraus die Folge⸗ rungen zu ziehen, wie das Beispiel des ebenfalls deutschvolks⸗ parteilichen Dr. Stresemann beweist. Dr. Becker soll ein kluger Mann, ja ein Finanzgenie sein, aber es kommt öfter vor, daß ein großer Mathematiker, der sogar ein Finanz ⸗ genie sein kann, doch in der Politik ein rei ner Waisen⸗ knabe ist. Unter diesem Gesichtspunkt braucht man die innerpolitischen Ausführungen des Reichsministers Dr. Becker nicht allzu tragisch zu nehmen. Der Einspruch zurückgewiesen. Das hessische Volk muß zahlen. Gegen die einstweilige Verfügung an den hessischen Staat, an den ehemaligen Großherzog auf die von diesen geltend gemachten Forderungen vorläufig 30 Millionen Mark auszuzahlen, hatte der Staat Einspruch erhoben, der aber Dienstag durch Endurteil kosteupflichtig abgewie⸗ sen, worden ist. Es ist überaus bezeichnend, in einer Zeit der schwersten Not gerade von einem bedrückten Volk eine der⸗ artige Zahlung zu verlangen. Preisschilder an ausgestellte notwendige Bedarfsartikel! Unter dem 23. April 1923 ist von dem Ministerium des Innern und dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft eine Verordnung über die Preisbeschilderung von Gegenständen des notwendigen Lebensbedarfs erlassen worden. Diese bestimmt, daß die im Klein⸗ handel feilgehaltenen Waren der in der Verordnung näher bezeich⸗ neten Art, die in Schausenstern, Schaukästen oder Auslagen anderer Art, auf dem Wochenmarkt, in Markthallen oder im Straßenhandel dem Publikum sichtbar ausgestellt oder angepriesen werden, mit Preis- schildern zu versehen sind, aus denen der genaue Verkaufspreis der einzelnen Ware ersichtlich ist. Der Preis ist tunlichst für ein genzes Pfund, Kilogramm, Liter, Meter, Stlick oder eine sonstige handels⸗ übliche Einheit der Ware in deutlich lesbaren Zahlen, in deutscher Währung an gut sichtbarer Stelle anzugeben. Die Preisbeschilderung ist nicht erforderlich, wenn die Ware zweifelsfrei bezeichnet in einem Preisverzeichnis aufgenommen ist, das an einer dem Publikum von der Straße aus sichtbaren Stelle deutlich lesbar angebracht ist. Auf Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften sind empfindliche Strafen gesetzt. Die Polizeibehörden sind zur strengen Durchführung der Ver⸗ ordnung angewiesen. Es empfiehlt sich, für die in Betracht kommen⸗ den Geschäftsinhaber, insbesondere die Ladenbesitzer, sich mit den betreffenden Vorschriften vertraut zu machen und sie genau zu be⸗ achten. Die Teuerungszahlen der 5 größten Städte Hessens be⸗ trugen auf Grund der Preise vom 11. April 1923 ausschließ⸗ lich Bekleidung für Mainz 269 374(247 282), Darmstadt 268 139(262 203), Worms 271669(246 220, Offenbach 257842(243 261), Gießen 278 145(242 113). Die Teuerung ausschließlich Bekleidung ist vom 7. März um 5,2 Prozent, einschließlich Bekleidung um 3,06 Prozent, und vom 21. März ausschließlich Bekleidung um 7,7 Prozent und einschließlich Bekleidung um 5,9 Prozent gestiegen. — Konsumverein Gießen. Das Personal des Konsumvereins hat beschlossen, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern. Gegenwärtig sind, wie nebenbei bemerkt sei, über 100 Personen in der Genossen⸗ schaft beschäftigt. Von der Verwaltung werden die Mitglieder durch Anzeige im heutigen Blatte ersucht, sich mit ihren Einkäufen einzu⸗ richten, weil am 1. Mai die Verkaufsstellen geschlossen bleiben. — Volkshochschule Gießen. Im Anzeigenteil der heutigen Nummer ist eine Uebersicht über die Kurse enthalten, die im neuen Semester abgehalten werden. Wer die Volkshochschule be⸗ suchen will, hat gegen eine Einschreibegebühr von 50 Mk. eine Aus- weiskarte zu lösen. Diese Karte berechtigt ihn, eine Woche lang die⸗ jenigen Kurse zu besuchen, die ihn interessieren und unter denen er seine Auswahl zu treffen gedenkt. Nach Ablauf der Probewoche müssen dann die gewählten Kurse bezahlt werden. Das Semester beginnt am 30. April und dauert 10 Wochen. Ein Kurs kostet 1000 Mark. Das ist, wie ein Vergleich mit anderem lehrt, ein sehr nied- riger Preis. Trotzdem können die Gebühren in Raten bezahlt werden oder es können bei Bedarf noch weitere Erleichterungen eintreten. Hier sind vielleicht nochmals einige Erklärungen über die Volkshoch⸗ schule und ihre Arbeit am Platze: Die Volkshochschule ist keine Fach⸗ schule. Sie dient der Vertiefung der Allgemeinbildung. Ihr tel find geistig bewußte, selbständige Persönlich⸗ keiten, auf denen allein eine neue geistige Volksgemeinschaft be⸗ ruhen kann. Sie bedarf der tätigen Teilnahme aller, die an wirk⸗ lichen so zialen Fortschrit glauben und ihn verwirk⸗ lichen wollen. Sie will ihr Ziel erreichen, indem sie es jedem denkenden Volksgenossen ermöglicht, in freber Arbeit un d Kritik zu den Grundlagen aller Gebiete menschlicher Erkenntnis vorzudringen. Die Volkshochschule ist eine gemeinnützige Einrichtung, die sich an alle Kreise des Volkes wendet. Das kommt auch in der Zusammensetzung ihres Vorstandes zum Ausdruck, in dem Angehörige aller Kreise zusammenarbeiten. Er besteht zur Zeit aus folgenden Mitgliedern: pf. 17 0 0 tt 205 9 5 9 8 112* Dr. Flörke Prof. Dr. Haupt, eisekretär user, M Hüter, Rektor Müller, Direktor Dr. 114 flihrer Simon, Reallehrer Will, Bankbeamter Wolf. Kirchen⸗ und Umsatz* — Gießener Stadtanleihe, Wie wir hören, legt die Stadt Gießen eine neue Stadtanleihe in Höhe von Mk. 100 000 000.— auf. Die Bedingungen für die Anleihe werden folgende sein: ne 15 Prozent, Ausgabekurs:(Preis) 100 Prozent, Zinstermin: April Oktober, Kündigung: ab 1. April 1926. Der Verkauf wird durch nachstehende Gießener Banken vorgenommen: Commerz⸗⸗ und Privat bank A.⸗G., Filiale Gießen— Darmstädter⸗ und Natio⸗ nalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Zweigniederlassung Gießen— Deutsche Vereinsbank, Filiale Gießen— Direktion der Dislonto⸗Gesellschaft, Zweigstelle Gießen— Handels⸗ und Gewerbe⸗ bank e. G. m. b. H., Gießen— Mitteldeulsche Kreditbank Filiale Gießen. — Ein Fünshundertmarkstück soll in einiger Zeit zur Ausgabe gelangen. Das Geldstück soll aus Aluminium angefertigt werden und die Größe eines sogenannten Verfassungstalers haben, von denen man, nebenbei bemerkt, mrr noch sehr selten einen sieht. Zunächst 5 Ausprägung von 180 Millionen Stlick der neuen Minze vor⸗ gesehen. — Der Bauer'sche Gesangverein veranstaltet am Sonntag, den 13. Mai, nachmittags 4½ Uhr in der neuen Aula der Universität ein Konzert mit interessantem und reichhaltigem Programm. Zur Mitwirkung sind Frl. Clara Weber, Konzertsängerin aus Augs⸗ burg und Herr Pianist Jul. Hahn aus Gießen gewonnen. Frl. Weber, die als vortreffliche Ltedersängerin noch von ihrem Auf⸗ treten in früheren Jahren in bester ErEinnerung steht, wird auch in 2 Männerchören mit Sopransolo mitwirken. Freunden guter Musik sei der Besuch des Konzerts bestens empfohlen. — Selbstmord. In der Nacht zum Dienstag verübte ein Reichs⸗ wehrsoldat in der Kaserne Selbstmord dadurch, daß er sich eimen Schuß mit dem Dienstgewehr in den Oberkörper beibrachte. Die Kugel hatte die Lunge durchbohrt, den Tod aber nicht sofort herbel⸗ geführt. Man brachte den Lebensmiiden in die Klinik, wo er nach kurzer Zeit verstarb. Aus einem hinterlassenen Briefe ist zu ent⸗ nehmen, daß der junge Mann aus Liebeskummer den Tod gesucht hit. — Zum Besten der Ruhrhilse wird am 1. Mai, abends ein „Heiterer Abend“ veranstaltet, der unter Leitung von Dr. List im Saale des Kathol. Vereinshauses stattfindet. Zur Aufführung kommen Einakter von Grillparzer, Benedix und Nestroy. Wir weisen auf das Inserat im heutigen Blatte hin. 1 — Bühnenfest. Heute abend veranstaltet das Künstlerpersonal des Stadttheaters ein Bühnenfest. Zur Aufführung kommt der Schwank„Die spnische Fliege“, außerdem musikalische und sonstige Darbietungen. Zum Schluß Ball. — Watzenborn⸗Steinberg. Unsere diesjährige Maifeier sindet Sonntag, 29. April im Lolale zur Ludwigshöhe statt. Nach⸗ mittags 2 Uhr stellt sich der Festzug an der neuen Schule auf. Eine zahlreiche Beteiligung der Parteigenossen und der Arbeiterschaft darf wohl erwartet werden. Jeder denkende Arbeiter muß seine Ehre 92 setzen, den Weltseiertag seiner Bedeutung entsprechend zu begehen. d. Hungen. Ein schwerer U nglücksfall, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen, ereignete sich gestern abend auf der Braunkohlengrube„Friedrich“, Trais⸗Horloff. Die im Tagbau beschäftigten Leute hatten bereits Feierabend, als beim Verlesen zwei Mann fehlten. Als man rasch nach der zum Bruch abgebauten Stelle eilte, um nach den Vermißten zu suchen, war diese zusammengebrochen und hatte die beiden Bergleute Albert und Müller aus Rudingshain unter sich begraben. Trotz sofortiger Hilfeleistung konnten die beiden, von denen der erstere berhelratet, letzterer erst. 19 Jahre alt ist, nur als Leichen ge⸗ borgen werden. 5 — Nieder⸗Bessingen. In der Gemeinderats⸗Sitzung am 24. April wurde zunächst die Haferverteilung an die Faselhalter ge⸗ regelt.— Der Pächter der hiesigen Schafweide hatte um Ueber⸗ lassen von Wiesen zu Weidezwecken gebeten; die kalte trockene Witterung erzeugt kein Gras, weiter sallen größere Weideflächen aus, welche aufgeforstet werden. Der Gemeinderat erbietet sich, 11 205 qm in den Waldwiesen(schlechte Wiesen) abzugeben, zum Preise eines Durchschnittsmorgens zu Heu und Grummet, te 1923.— Zum Schuldiener hat sich nun auch jemand gemeldet. Die geforderten 80 000 Mk. pro Jahr werden genehmigt. Putz⸗ material stellt die Gemeinde.— Bei einer Besprechung über das Kriegerdenkmal wurde von unserer Seite mit Erfolg dagegen pro⸗ testiert auf die Tasel der gefallenen Krieger den Dienstgrad zu setzen. Weiter machte der Bürgermeister gegen, Schluß der Sitzung eine Beachtung verdienende Mitteilung: Die Butzbach⸗Licher Eisenbahn⸗Aktiengesellschaft wird die(Gemeinde) Aktien zum 10. Mai 1923 kündigen. Die hiesige Gemeinde besitzt 60 000 Mk. ver⸗ zinsbare und 3000 Mk. unverzinsbare Aktien von der Bahn. Die Gemeinden haben dann überhaupt kein Mitbestimmungsrecht Über den Personenzugsverkehr mehr. Wie will man denn eigentlich die 60 600 Goldmark ersetzen? Jede Gemeinde wird durch diese Tat⸗ sache in Mitleidenschaft gezogen!— Der Bürgermeister wird be⸗ auftragt, sich wegen der Sache mit Herrn Pfarrer Nies, Ettings⸗ hausen und den anderen Bürgermeistereien, zwecks gemeinsam zu unternehmenden Schritten zu verständigen. Gegen solche“ Zu⸗ mutungen müßte Kreis, Provinz und Staat bezw. der Landtag energisch eingreifen, hauptsächlich auch, deshalb, weil das Geld da⸗ mals auf kreisamtliches Anraten gegeben wurde! An Dollarstand Freitag mittag 12 Uhr: 29 000 Mark. Schultz⸗Lupitz(1831—1899) erwiesen worden, dem es gelang, S e Die Gründüngung. Schon im Altertum kannte man den Nutzen des Unterpflügens gtümer Pflanzen für die Feldkultur. Von den Römern steht fest, daß ste dieses Düngungsverfahren angewandt haben. Auch die Chi⸗ nesen kennen es. Die erfahrungsmäßige Beobachtung genügte, um die verbessernde Emwirkung des Unterpflügens grüner Pflanzen auf die physikalische Bodenbeschaffenheit zu erkennen. Die umter⸗ gepflligte Pflanzensulbstanz trägt zur Feuchterhaltung des leichten und zur Auflockerung des schweren Bodens bei. Auch wird der Boden durch die startze Beschattung während des Wachstums der Grün⸗ dülmengspflanzen in unkrautfreiem, mürbem Zustand erhalten. Außerdem beeimflussen die Pflanzen die Verwitterung und Zer⸗ der Gesteinsreste.. 771 vollen Wert der Gründüngung erfaßte man jedoch erst mit der Entdeckung, daß man durch sie den Stickstoffgehalt des Bodens vermehren könne. Die Leguminosen besitzen die Fähigkeit, ihren Stickstofsbedarf ans der Luft zu decken, auf Grund lebensgemein⸗ cher Vorgänge an ihren Wurzeln. Reißt man eine dieser Pflanzen aus, so findet man zahlreiche Knötchen von Stecknadelkopf⸗ bis Erbsengröße an den Wurzelfasern hängen. Diese Erscheinung beruht auf dem Dasein von Bakterien, welche die Eigenschaft haben, Salpeter zu bilden. Diese Entdeckung bildet die wissenschaftliche Grundlage der modernen Gründüngungslehre. Ihre Nutzbarmachung für die land wirtschaflliche Praxis ist dann durch die Versuche 050 kalten, mageren Sandboden seines Gutes Lupitz(in der Altmark) durch die Gründüngung in Verbindung mit starker Nainit⸗Phosphat⸗ düngung sichere und reiche Ernten abzugewinnen. Das System Schultz⸗Lupitz ist dann bahnbrechend gewesen. 2 Böden, in denen es an den Bakterien fehlt, die dire Stick⸗ (toffettahrung der Leguminofen vermitteln, hat die Wifsenschaft das Swppeln und Wurzeln als Dlingumg flir die folgende Frucht. 2. Man baut stickstoffmehrende Pflanzen als Hauptfrucht und ee abzwerntende Hauptfrucht und hinterläßt dem Boden mur die ganze Erntesubstanz zur Düngung für das im zweiten folgende Kul turgewächs. Hierbei opfert man eine volle Jah⸗ resernte, weshalb dieses Verfahren auch mir auf gang leichten, cockenen, armen Sendbäden oder klimatssch sehr umgülnstig gelegenen Bod en zur Amvendung gebracht wird. 3. Man sät Serradella oder Lupinen oder beides oder Kleearten in 7 als Haumptfrucht zu bauende e uud pflüigt die nach dem en des Getreides sich entwickelnden Pflanzen im Spät⸗ Hevöst, Winter ober zeitsgen Frühjahr in den Boden. 4. Man füt Lupinen zwischen die Kartoffelreihen und pflügt ste im Spätherbst, Winter oder Frühjahr in den Boden. 5. Man sät Lupinen oder Wicken oder Erbsen oder ein Gemenge von Erbsen, Wicken und Pferdebohnen im die nach dem Abernten der Hauefrucht gestürzte Styppel und pflügt die Pflanzen im Spät⸗ herbst, Winter oder Frühjahr in den Boden. 6. Man sät Jukarnatklee in die nach dem Abernten der Haupt⸗ 1 Stoppel, nimmt im Mai einen Futterschnitt, pflügt um und läßt die Stoppeln und Wurzeln zur Düngung von Kar⸗ toffeln oder Futterrüben dienen. Weniger befriedigend sind die Erfahrungen, die man auf frucht⸗ bauen Lehmböden oder gar auf schweren Tonböden mit der Grün⸗ dlin kultur gemacht hat. Hier ist die Zwischenkultur oft schwer in ordmingsmäßigen Gang der sonstigen Bestellungsarbeit ein⸗ Fuftigen. Verzögerungen und Störungen können aber großen Schaden bringen. Auch sauen, wie wir wissen, die Leguminosen keinen Stick⸗ stoff gus der Luft, wenn ihnen der Boden reichen Vorrat bietet. Wagner sagt hierüber:„Je rescher der Boden ist, je mehr er in inem 11 Düngungszustand sich befindet, je größer der Fonds Gchalt an slichstoffreichem Humus ist, der sich durch langjährige e in ihm gesammelt hat, umso schwieriger ist es, durch Imsschenkultren von Gründiüngungsyflanzen viel eintosphävischer Stickstoff einzufangen.“ Er warnt daher vor vieh⸗ armer Gründüngungswirtschaft auf schwerem Boden und macht dar⸗ auf aufmerksam, daß man ja auch im Stallmist mit atmosuhärischem Stickstoff duunge, da die Futterfelder und zum großen Teil auch die Wiesen ebensosohr vom Stickstoff der atmosphärischen Luft zehren wie die Grlindüngungspflanzen: der Unterschied bestehe nur derin, baß man die Gr ügungssubstanz direkt in den Boden bringe, während das Grünm⸗ und Trockenfutter erst durch den Viehstall wan⸗ dere. Die billige Stiestoffguelle der Luft werde nicht nur Lurch Gründüngungskultur, sondern auch durch verstärkten Futterbau aus⸗ genutzt, und zwar umsomehr, je reichlicher man die Pflanzen mit Phosnhorsäure und Kali ernähre. Seine Ausfithrungen faßt er in den Rat zusammen: Möglichst viel von beiden—„Futterstickstoff“ und„Düngerstickstoff“— aus der Atmospbäre einzufangen suchen, das werde noch für die weitaus meisten Wirtschaften das empfehlens⸗ werteste sein.* Dis Grlindüngung ist sonach im Rahmen des gemischten Be⸗ triebs in zweckmäßiger Verbindung mit der künstlichen und der Stall⸗ mistölingung ein überaus wertvolles Hilfsmittel zur Steigerung der Bodenausnutzung, ein Hilfsmittel, dessen sich der Kleine ebensogut bedienen kann wie der Große. ) Die Möglichkeit einer solchen Impfung hat findige Geschäfts⸗ leute veranlaßt, Vakterienimpfdlinger(U⸗Kulturen) und Bakterien⸗ dünger schlechtweg herz n. Sie rechnen damit, daß die Land⸗ wirte, soweit sie sich nicht eingehender mit theorettschen Fragen be⸗ schäftigen, die Fähigkeit der verschicdenen Baktlerienarten nicht aus⸗ etumder halten. Genauen Düngungsversuchen haben diese Erzeug⸗ nisse wicht standhalten können, mit Ausnahme vielleicht des Guanols (nit Torsmull vergorene Melasseschlempe). Ob aber die in einzelnen. Fällen hiermit erreichte Ertragssteigerung auf eine Eimwirkung auf die Vakterientätigkeit zurückzuführen ist, ist noch fraglich. 8 Keimfähigkeit, Keimkraft, Keimungsenergie. Ein gesundes ausgereiftes Samenkorn ist bei richtiger Behand⸗ lung keimfähig. Dazu gehört eine dem Entwicklungsgang der Art entsprechende Menge Wärme, Feuchtigkeit, Luft und bei manchen Samen auch Licht. Die Dauer der Keimzeit ist bekanntlich bei allen Pflanzen verschieden. Manche Samen keimen schon nach einigen Stun⸗ den und Tagen, andere, z. B. Obstkerne, brauchen ein Jahr, auch zwei und mehr Jahre, bis sie aufgehen. Eine mehr oder weniger lange Zeit zwischen der Erntereife und der Keimungsreife wird als Samenruhe bereichnet. Diese Ruhe⸗ zeit ist eine Notwendigkeit. Der Samen bedarf einer vorbereiten⸗ den, sehr langsam erfolgenden Umbildung der Samenbestandteile, ehe er zur Keimung veif und jähig wird. Als Ursache der so häusig beobachteten Trägheit in der Keimung gilt der unentwickelte Zustang des Keimlings und der ungeeignete Wassergehalt des Samens oder die Unfähigkeit des Samens, das zur Einleitung des Keimungsvorganges notwendige Wasser in sich auf⸗ zunehmen. der Samen schwer durchdringen kann. . 5 22 Den 8 1 oder enmigen Werde b auch das 0 zustande A„ noch ungefähr 30 Prozent Keimkraft besitzt. 1 und Keimumgsenergie sind denmach zwei verschiedene Begriffe, die man beim Anfauf wohl unterscheiden muß. Eine Samenart kann 95 Prozent Keimkraft besitzen, d. h. ste keimt beim richtigen Versuch mit 95 von 100 Samenkörnern, aber damtt ist noch nicht bewiesen, daß sie bei der Aussant ins freie Land die richtige Keinwungsenergie besitzt. Die Keimungsenergie einer Samenprobe wird nach einer bestümmten Zeitdauer festgesetzt, z. B. flir Kohlarten, Erbe, Kresse, Linse, Rettich, Sofabohne 3 Tage, für Bohne, Gurke, Klirbis, Spinat 4 Tage, für die Salatrübe 5 Tage, für Kerbel, Möhre, Fenchel 6 Tage usw. Diese Zeiten sind allerdings ermittelt durch Versuche mit einem Keimapparat bei ständiger Wärme von 20 Grad Celsius und Vorquellen des Samens. 0 5 1 Erst die beiden Erschesmungen Keimkraft und ie lassen einen bestimmten Schluß auf den Wert des Samens zu. Die Versuchsstationen rechnen mit dieser Tatsache. Der Samenkäufer ist aber meistens nicht über diese Dinge unterrichtet. Er beachtet also nicht, daß ein Samen sehr gut keimfähig sein kamn, aber trotzdem in⸗ folge mangelnder Keimungsenergie ein schlechtes Ergebnis liefern kann, weil die verzögerte Keimung im Boden gewöhnlich die erste Veranlassung zu 55 W oder zu einem bleibenden Nachteil der werdenden Pflanzen wird. Deshalb ist es notwendig, alle Sämereien vor der Aussaat nicht mir auf Keimfähigkeit, sondern auch Keimkraft und Keimungsenergie zu prüfen. 5 Die Mittel zur Steigerung der Keimkraft. Feuchtigkeit und Wärme regen die Keimkraft des Samens an. Deshalb werden schwer keimende Samen und solche, die möglichst schnell keimen sollen, diefen beiden Einflüssen einige Zeit lang ausgesetzt. Das Vorquellen oder Ein weichen der Samen in lauwarmem Wasser ist ein bekanntes Verfahren. Die wissenschast⸗ lichen Versuche haben ergeben, daß Keimkraft und Keimungs⸗ energie durch das Vorquellen beträchtlich gesteigert werden. Die Wärme des Wassers und die Zeitdauer des Quellens sind natürlich dgbei von großem Einfluß. Das Portoplasma(Grundsubstanz der pflanzlichen Zelle) im Samen ist bei der Keimung gewissen Ver⸗ änderungen unterworfen, die nicht wieder rückgängig gemacht werden können, selbst wenn entgegengesetzte Verhältnisse einwirken. Man kann demnach vorgequollenen Samen nicht wieder stark oder dauernd trocknen, ohne befürchten müssen, daß die Keim⸗ kraft ernstlich gefährdet wird. Für die Praxis besteht deshalb die Frage, welcher Zustand des Einweichens und Vor⸗ keimens bei 10—15 Grad C. Wasserwürme und 12—36 Stunden e am glinstigsten ist. Man kann 3 Grade unter⸗ iden: 0 1. Die Samen find ausschließlich mit Wasser gesättigt, olso lediglich gequollen. 2. Die Wurzel löft sich aurs dem Samenkorn. 3. Sie steht straff ab und zeigt Wärzchen, die bei großen Samen mit dem bloßen Auge, sonst mit einer Lupe sichtbar sind. i i Dieser letztere Zustand ist der beste. Gewöhnlich ist es die richtige Zeit, mit dem Einweichen aufzithören, wenn das über⸗ stehende Wasser speichelartige Schaumstellen zu bilden beginnt. Das ist ein Anzeichen, daß im Samen die für das Keimen wichtige Umsetzung der Stärke in Zucker beginnt. Dann aber sollte man den Samen noch nicht gleich verwenden, sondern in flacher Schicht abtrocknen lassen. Das befördert nicht nur seine Keim⸗ kraft, sondern erleichtert bei feinen Sämereien auch die Saat. Das Vorkeimen ist eine besonders bei verspäteter Aus⸗ saat im Frühjahr wichtige Erleichterung. Die Vorteile sind mannigfach. Man holt bei verspäteter Saat noch Zett ein. In trockenen Böden(und in feuchten im Falle von dürren Zeiten) sichert man der Saat durch die mitgegebene Wassermenge die Keimung. Gurken, Bohnen, die wegen Frostgefahr erst Ende Mai gelegt werden, holen die früheren Aussaaten ein. Allerdings muß bei trockener Witterung gegossen werden, und es darf die Wärme zur Ent⸗ wicklung nicht fehlen. Sonst bringt das Vorkeimen keinen Vorteil, sondern Schaden, weil bei nachfolgender trockener Witterung der Samen vermälzt und bei feuchter Witterung leicht verfault. Wo aber alle Vedingungen gegeben sind, diese Gefahren zu um⸗ gehen, ist das Ankeimen ein vorzügliches Mittel, manche Samen mit langsamer Entwicklung schnell vorwärts zu bringen, wie z. B. Sellerie⸗, Möhrensamen usw. Nach 24⸗ bis 30stündigem Einquellen in Wasser mischt man solche Samen mit feuchtem Sand, etwa 5 Liter Sand zu 7 Kllo Samen. Das Gemenge wird in einer 5 Zentimeter hohen Schicht an einem warmen Orte ausgebrestet und bleibt solange liegen, bis sich die Keimspitzen zeigen, worauf der Samen ausgestreut wird. Während der Liegezeit wird er täglich einmal umgersihrt und mit der Hand durchgerieben, damit sich die einzelnen Samenkörner von einander trennen. Das Vorkeimen empfiehlt sich im Freien nur bei vorgerückter Jahreszeit und ferner, wenn man so vorgekeimtem Samen einige Aufmerksamkeit schenken kann. Dem gekeimten Samen darf es nie an der nötigen Feuchtigkeit fehlen, sonst vertrockenen die Keime und der Samen geht nicht auf. Begießt man aber den Samen bei zu großer Trockenheit recht oft, dann schwimmt die begossene Erde leicht zusammen und wird bei trockener Lust so fest und hart, daß 8 Man kann aber diesem Uebelstand vorbeugen, wenn die Saatbeete nach dem Begießen leicht mit Komposterde überdeckt werden. Gartenarbeit im April. Das Aussäen der verschiedenartigsten Sämereien nimmt einen großen Anteil an den Aprilarbeiten. Es scheint ganz leicht und ein⸗ sach zu sein, das Aussäen, nud doch will es verstanden sein, soll der Erfolg nicht in Frage gestellt werden. Schon die Zeit der Aussaat will richrig abgepaßt sein. Darüber geben nun zwar die den Samen zumeist beigegebenen Kylturanweisungen Ausschlüsse, allein es wollen much die Boden⸗ und klimatischen Verhältniffe berücksichtigt sein. In kaltem, festem Boden liegt die Saat länger als in warmem, locke rm Boden, bis sie keimt. Zu frlihe Aussaat in schwerem Boden bann leicht zum Faulen führen; in lockerm, leicht erwärmtem Boden können die aufgelaufenen, zu früh gesäten Sämlinge unter Um⸗ ständen Opfer von Nachtfrösten werden. Ueber all diese Erscheinungen muß man Beobachtungen sammeln und danach verfahren. Aber auch die reine technische Handhabung der Aussfaat will geübt sein. Für gewöhnlich sät der Kleingärtner viel zu dicht; er treibt große Verschwendung mit dem Saalgut. Diese Verschwendung fällt bei den heutigen Preisen für Samen ganz besonders ins Gewicht; sie wiegt doppelt schwer bei der in diesem Jahre in manchen Sämereien herr⸗ schenden Knappheit. Am übelsten ist das dichte Aussäen bei den feinen und feinsten Sämereien. Da helfen selbst die sonst ganz prak⸗ Barfenbau tischen Aussaatapparate, die unter dem Namen„Samensparer“ im Handel sind, nicht. Das beste Mittel, das zudem nichts kostet, besteht! 8 SSS// 2— in der Vermischung der feinen Saat mit einer Handvoll Sand oder trockener, krümeliger Erde. Sar und! Erde werden auf einem Zeitungsblatt tüchtig du inander gen sodaß man annehmen darf, die Samenkörner hätten sich gleich lutter. 1 5 2 10 815 1 gesät. Will man breitwürfig äen, mp e Sand zur Mischung zu nehmen; man kaum damm bei der. deutlich sehen, wo schon gesät wurde, es läßt sich doppeltes ua auf dem gleichen Erdsleck vermeiden. Benutzt man keinen streuapparat, so kniffe man eine alte Postkarte der Länge nach 1 ein umgekehrtes Dach entsteht. Daunen und Mittelfinger der 6 Hand legt mam von außen an die Seiten, der Zeigefinger 0 in die Rinne zu liegen. Nun schüttet man mit der linken dan Samen auf das und das Aussäen kann vor sich gehen. dei Schütteln läßt die Samen herabgleiten. Feinen Samen darf 10 Freien nur bei Windstille aussäen, sonst trägt der Wind den G davon. Ob breitwürsig oder in Reihen ausgesät werden soll, f hängig vom Zweck der Aussaat. Sollen die Sämlinge vom später versetzt werden, so kann man breitwürfig aussäen. die Sämlinge jedoch an Ort und Stelle, so ist Nee saat vorzuziehen, weil man später zwischen den Reihen lockern kann. Größere Samen werden in einzelne Löcher kleinere werden in Rillen gesät. Der Samen darf nicht zu die Erde kommen. Ganz feiner Samen wird auf die Erde gestr. nach der Aussaat wird das Saatbeet mit einem flachen Bre und gleichmäßig angedrückt. Dies und das dann e 1 brausen mit Wasser öringt den Samen tief genug in die erde, gröbere Samen dürfen höchstens von je einer Erdschicht bedeckt den, die doppelt so hoch ist, als die Samen dick sind. Gang Samen, wie Bohnen umd dergleichen können schon etwas tiefer Boden kommen. Die Erde der Saatbeete soll möglichst Nach dem Besäen folgt das Andrücken, dann ein leichtes Uebe bin mit ganz feinlöchertger Brause. Bei Aussaat in Rillen werden Rillen nach der Aussgat mit dem Rechen zugezogen. And rücken bleibt, wenn der Boden nicht ganz leicht ist. Bei se m 85 sollte man in die Rillen lockere, leichte Erde tun. der hn trocken, so wird auch bei Reihensaat leicht angebraust, sonst m bleibt die Bewässerung. Saatbeete, von denen die Sämlinge ü verstopft werden, sollen an leicht beschatteter Stelle liegen: auh falls muß man durch beigesteckte Reiser den Schatten er möcht Alle Saatbeete sind regelmäßig feucht zu halten; ein mal Versehen kann die ganze Aussaat verderben. Ebenso können die linge, oder gar die Aussaat schon, verdorben werden, wen Ueberbrausen zu stark ist; die zarten Sämlinge vertragen starken Wasserstrahl. * * 1 Haus und Garten. Der Torfmull, früher unbeachtet, ist dem modernen Gin inzwischen ein ganz hervorragendes Kulturhilfs mittel genen Früher wurde er nur in gewissen Spezialkulturen mit gutem 1 verwendet. Nunmehr aber hat er sich auch fitr alle ade Zwecke als außerordentlich nützlich erwiesen. Nach Gärme Fachblatt, dem vortrefflich orientterten Fachorgan des Verba 1 Gärtner und Gärtnereßarbefter, dem wir diese Darlegung entuen dient er vor allem als Ausgleich gewisser phystkalischer Eigensch des Bodens. Schwerer Lehm⸗ und Letteboden ist meist sehr 0 stoffreich, doch vermag er vielfach diesen Reichtum nicht f geben, weil er zu bindig ist. Die zarten Wurzeln der Ki turn die der Nährstoffe bedürftig sind, vermögen micht in den Bode züd ringen. Dem kann durch Torfmull abgeholfen werden. Elm Boden wird beim Ackern oder Umgraben entsprechend mit fe Torfmull durchsetzt, hiermit durchlässig und infolgedessen zur der meisten Pflanzen geeignet. Im Gegensatz hierzu wird f sandiger Boden durch Torfmull bindiger gemacht und dau gleiche obige Zweck erreicht. Ganz besonders aber wird das 0 wurzelvermögen aller Pflanzen. der krautartigen so wohl 0 Holzartigen, durch Torfmull außerordentlich gefördert und diet! durch lebens⸗ und wide rstandsfähiger gemacht. Als weiterer des Torfmulls kommt sodann noch in Betracht, daß er die 8 besitzt, außerordentlich viel Feuchtigkeit aufzunehmen und diese g sehr lange zu halten vermag, gleich einem Se lIso a. Schutz gegen Trockenheit sowohl wie gegen übermäßige Nässe.* die Kapillarität(Wasserversorgungssähigkeit) der Böden wird Torfmull wesentlich gefördert. An sich ist der Torfmull 51 nährstoffarm, doch kann man nicht nur zwei, sondern sogar FIlfegen mit einer Klappe schlagen, wenn man in folgender verfährt: Man zerkleinert den in gepreßten Ballen gelieferten 0 mull so fein wie möglich und streut ihn alsdann in die Klosetiee Hier wirkt er zunächst als sehr gutes Mittel zur Geruchs binn Ferner saugt 0 nach und nach voll Dungstoff. Nach einsger wieder aus der Grube geholt und auf Kulturland gebracht, bessert er die Böden sowohl in mechanischer Hinsicht, wie er deren Nährstoffgehalt entsprechend erhöht. Als Einstreu für Gessh ställe ist der Torfmull gleichfalls sehr zu empfehlen, wie bere der vorletzten Beilage(Die Nutzung des Geflügeldungs) darge wur 7 de. Für Frühkartoffelpflanzung empfiehlt sich das Vorkeimen Knollen. Das gibt zeitjgere Ernte Als beim gewöhnlichen Au der Knollen in das freie Land. Zum Vorkeimen sind mtr due gesunde Knollen verwendbar, die etwa die Größe eines Hühner haben. Kleinere sind für diesen Zweck wenig geeignet. Ganz g Knollen zerschneidet man in diesen teuren Zeiten am besten di daß man das spitze Knollenende, an dem die meisten Augen b pflegen, für das Antreiben bemttzt, während der andere T u Küche wandert. Die Knollen werden in kleine, flache Kästen gl dicht nebeneinander. Die glästen stellt man darauf, wo eine möst gleichmäßige Wärme von etwa 10 Grad Celsius herrscht und Licht hinkommt. Die Knollen treiben nun aus und können Ait April in den Boden gelegt werden. Man muß vorgekeimte Kuß etwas kfefer legen als andere. Der Boden muß leicht sein. S Boden durchwärmt sich nicht genügend ssir diese Kultur. Ein A von 30 Zentimeter von Knolle zu Knolle genügt in der Reihe Reihen können 40 Zentimeter auseinander liegen. Selbstgezüchteter Zwiebelsamen. Wer seinen* 4 Zwiebelsamen selbst ziehen will, muß jetzt schon für nächstes vorsorgen, indem er seine Saatzwiebeln sichert. Bei der n werden die Zwiebeln herausgenommen und zum Abtrocknen e Tage auf dem Felde oder in einer luftigen Halle dünn an breitet. Später speichert man sie auf einem luftigen Boden Im Herbst oder Winter kann man dann die Knollen a 9 Man unterscheidet dabei Zwiebeln, die für die Küche geeignel dann die kleinen und kleinsten, die als Steckzwiebeln dienen schließlich die schönsten und kräftigsten, die man als Sam tr besonders sorgfältig aufbewahrt. Sie sind frostfrei und lu aber nicht zu warm zu überwintern, damit sie nicht vorzeltig treiben. Im Frühjahr werden sie bei 20 bis 30 Zentimeter fernung im Verband gepflanzt und zwar auf ein mögli 1 krautfreies Feld, weil das Jäten später schwer wird. Im J schießen die Zwiebeln in Blüte, Ende August tritt mit dem e het werden der Körner die Samenreife ein. Dann schneidet man) Fruchtstände ab, breitet sie auf einem luftigen Boden dünn wendet sie täglich, damit sie gut trocknen können. Späte Samen ausgedroschen und nochmals zum Trocknen all Pflamt man mehrere Sorten zur Samenzucht, so muß man weiten Abstand forgen, weil sonst durch Frembbefruchtung arten entstehen.