aS gag Zeige ie * 5 . 1 4 5 1 S ee e l 2 2 555 — PPP 1 . — R————— U erhe Kedaktlon: Gießen Bahnhofstraße 23 Ferusprecher 2008. 7 7 Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Expedition: Gießen Vahuhofstraße 23 Ferusprecher 2006. Die Oberh. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Der Abonnementspreis mit den Beilagen, Das Blaft der Frau und Land⸗ svirtschaftliche Beilage“ beträ t monatlich 3000.— Mk. einschl. Bringerloßn. Durch die Post bezog. 3000.— ek. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120.— Mt Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder deren Raum lotal 60.— Mk. auswärts 80.— Mk., die Reklamemillimeterzeile 900.— Met, Ben größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen-Annahme bis 6 Uhr abends. ö— Nr. 73 Gießen, Miltwoch, den 28. März 1923 13. Jahrgang De galitische Lage in Ungarn. (Von unferem Budapester Korrespondenten.) Nach Zusammentritt der zweiten Nationalversammlung, in die auch die Sozialdemokratische Partei ihren Einzug hielt, gab man sich allgemein der Hoffnung hin, daß in der Innenpolitik Ungarns eine Wendung zum Bessern eintreten werde. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Graf Bethlen hinter den Kulissen auch versucht hat, das Steuer anders zu richten, aber bei der Zusammensetzung der Einheitspartei, auf die er sich stützt, nimmt es nicht wunder, wenn ein derartiger Ver⸗ such von vornherein gescheitert ist. Die sogenannte Einheits⸗ partei, in der es alles andere, nur keine einheitliche Auf⸗ fassung über die einzuschlagende Politik gibt, besteht aus Kleinbauern, Großgrundbesitzern, Nationalisten, Erwachen⸗ den, Christlich⸗Nationalen und Sozialen, Altliberalen und Konservativen, Erzreaktionären und Klerikalen. Alle zu⸗ sammen besitzen im Parlament eine Zweidrittelmehrheit. Es ist deshalb nicht zu verwundern, daß es der im allge⸗ meinen wenig geeinten Oppofition bisher nicht gelungen ist, das Internierungslager von Zalaegerszeg unmöglich zu machen und den numerus elausus aus der ungarischen Ge⸗ setzessammlung herauszubringen. Solange eine Institution wie die genannte in Ungarn besteht und die ungarische Ge⸗ setzgebung von einem Geiste beherrscht wird, der„nichts ver⸗ gessen, nichts verzeihen!“ will,— kann nach Auffassung der Sozialdemokratie überhaupt keine Rede davon sein, daß der Kurs ein versöhnender geworden ist. 6 Die Sozialdemokratische Partei führt einen ent⸗ schlossenen und zähen Kampf gegen das herrschende System. Das schmerzt die Regierenden bitter. Sie versuchen deshalb jetzt, durch weitere Ausnahmegesetze, insbesondere durch eine Revision der Geschäftsordnung der Nationalversammlung re Herrlichkeit weiter zu sichern. An dem einzigen Ort, an dem in Ungarn noch die freie Rede gestattet ist, auf der Parlamentstribüne, soll in Zukunft durch Gesetz eine Ein⸗ schränkung der Redefreiheit erfolgen. Von allen Seiten der Opposition, ebenso aus dem Lande, kommen entschiedene Proteste gegen diesen Plan. Ob er dennoch durchgeführt wird, bleibt abzuwarten. Charakteristisch für die politischen Zustände in Ungarn sind die Begleitumstände, unter denen die Gedenkfeier Alexander Petöfis, des größten ungarischen Freiheits⸗ dichters, stattfanden. Ueberall im Ausland gab es nur eine ungeteilte Verehrung für den von Vaterlandsliebe durch⸗ drungenen Revolutionäre. Nur in Ungarn kam es am 15. März infolge der Hetze der christlichen Presse zu skandalösen Studentendemonstrotionen. Zuvor hatte der Minister des Innern die Petöfi⸗Feier der Sozialdemokrati⸗ schen Partei, die am Sonntag den 18. März stattfinden sollte, verboten. Die Zusanagenstöße der Stundenten mit den Polizisten erfolgten vor dem Verlag einer liberalen Zeitung. Es steht fest, daß ausschließlich die Studenten hieran die Schuld trugen. Trotzdem erklärte der Minister des Innern einer Hochschul⸗Deputation, die wegen der Rüpeleien ihrer Kollegen vorsprach die Kommilitonen zu be⸗ schwichtigen, da Pre Sache in guten Händen sei. Daß an dem fraglicken Tage an den Universitäten der Unterricht stockte, daß jüdische Studenten, Polizisten— beileibe keine Juden— verhaftet und eingesperrt, ja geprügelt wurden, für all das batte Herr Rakowski Tadels. Dieser Skandal wird in der Nationalversammlung noch zur Debatte stehen. 6 In dieser kurzen Uebersicht über die allgemeine politische Lage in Ungarn müssen auch die bevorstehenden Neuwahlen verzeichnet werden. Die eine Wahl findet in Komarom, die andere in Baja statt. Die Regierung legt auf beide großes Gewicht, denn ir beiden Bezirken wird geheim ge⸗ wählt, und sie stellt also in jedem Bezirk einen Minister als Kandidaten auf, der Handels- und den Unterrichtsminister. Für die vereinigte Opposition kandidiert in Komarom der von der Regierung gefürchtere Legitimist Edmund Beniczky, in Baja der Sozialdemekrat Alexander Rady. Es wird an beiden Orten ein heißer Kampf geführt. Die Regierung arbeitet mit Hochdruck und nicht ohne Terror, um die beiden Mandate, die in ihrem Besitz waren, nicht zu verlieren. — m— kein einziges Wort des Neparationsgespräche. Die Frage der Sicherheit zurückgestellt? Der Pariser Temps teilt in seinem letzten Leitartikel mit, daß die Sicherheitsfrage„vorläufig“ zurückgestellt wor⸗ den ist und daß sie bei eventl. Verhandlungen über die Repa⸗ rationsfrage nicht mit erörtert werden soll. Selbstverständ⸗ lich, so sagt das Blatt, sei die Sicherheitsfrage für Frankreich und Belgien von äußerster Wichtigkeit; aber die erste Be⸗ dingung der Sicherheit sei die Erlangung von Zahlungen. Zunächst müßte man daher über die Reparationsfrage, über die Zahlungen und die Zahlungsgarantien sprechen. So⸗ lange hierüber eine Einigung nicht erzielt sei, könnten alle anderen Projekte nur eine Verzögerung der Lösung be— deuten. Am Mittwoch wird im englischen Unterhause er⸗ neut zur Ruhraktion Stellung genommen werden. Es ver⸗ lautet, daß Lloyd George die Absicht hat, Bonar Law zu interpellieren. Stinnes in Rom. Die Reise von Stinnes nach Rom gibt zu den ver⸗ schiedenartigsten Vermutungen Anlaß. Insbesondere be⸗ schäftigt sich die französische Presse sehr mit dem Zweck seiner Reise. Zutreffend ist, daß sich Stinnes mit dem Präsidenten des amerikanische Stahltrusts über„geschäftliche Unternehmungen“ unterhalten hat, dagegen ist es unrichtig, daß er Besprechungen mit dem Führer der fran⸗ zösischen Delegation zum Handelskongreß gehabt hat. Clementel, der französische Delegationsleiter, erklärt in den französischen Zeitungen: „Ich habe Herrn Stinnes nicht gesprochen und habe auch nicht versucht, ihn zu sprechen. Ob etwas Wahres an den Gerüchten ist, die über die Absichten des Herrn Stinnes verbreitet werden, weiß ich nicht. Es ist möglich, daß er seine Ankunft in Rom beschleunigt hat, nachdem der Wort⸗ laut der Entschließung bekannt geworden ist, Handelskongreß gefaßt hat. Diese Resolution, der sich Hunderte von Delegierten angeschlossen haben, kann von der französischen Delegation mit Genugtuung beurteilt werden. Ihre wichtigste Bestimmung für uns ist, daß sie jede Inter⸗ vention auf einen besser geeigneten Zeitpunkt verschiebt, um der französischen Regierung keine Schwierigkeiten zu be⸗ reiten.“ Daraus folgt, daß die Stellung der Delegation bereits festgelegt ist, wenn Stinnes mit den einen oder anderen die der sprechen sollte. Kein Kompromiß, kein Mißverständnis ist also möglich. Der Besuch des Herrn Stinnes in Rom mag sehr wichtig sein, aber eine unangenehme Ueberraschung für Frankreich kann er nicht zur Folge haben. Der internationale Handelskammerkongreß. Die Verhandlungen in Rom, die nach dem Abschluß des inter⸗ nationalen Handelskammerkongresses in nichtöffentlicher Form fortgeführt zu werden scheinen, finden lebhaftes Interesse. Die Ankunft des Herrn Stinnes in Rom trägt dazu in allererster Linie bei, zumal es in der Meldung hieß, daß Stinnes nach Rom ge⸗ kommen sei, um mit amerikanischen Großindu⸗ striellen zu verhandeln. Die Meldungen sind inzwischen sehr zahlreich und sehr widersprechend eingegangen. Der amerikanische Präsident des Kongresses, Booth, erklärte, bisher mit Herrn Stinnes keine Zusammenkunft gehabt zu haben. Dagegen ist bekannt, daß andere Mitglieder der amerikanischen Vertretung mit dem deutschen Großindustriellen Zusammenksinfte hatten. Unter diesen befindet sich vor allem der amerikanische Finanzmann und Vorsitzende des Wiedergutmachungsausschusses des Kongresses, Kent. Mit ihm hatte Herr Stinnes Sonntag nach⸗ mittag und Montag vormittag lange Besprechungen. Obwohl über diese Unterredungen strenges Stillschweigen gewahrt wird, glaubt Havas doch melden zu können, daß Herr Stinnes in der Absicht nach Rom gekommen sei, um in der amerikanischen Vertretung zu sondieren und zu erfahren, ob in diesen Kreisen Geneigtheit zu Verhandlungen über die Ruhrfrage besteht. Den französischen Meldungen zufolge wären die meisten amerikanischen Vertreter in dieser Frage sehr zurückhaltend, da sie der Ansicht sind, daß man mit jedem voreiligen Schritt nur das Bestreden, die Amersfaner für die Lösung der Frage der interalliierten Schulden und der Wiedergutmachungsfrage zu interessieren, schaden würde Es sei unter allen Umständen wenig wahrscheintich, daß die amerikanischen Vertreter den deutschen Anregungen Folge leisten würden, solange sie glauben, daß diese auch nur im geringsten der französischen Re⸗ gierung unangenehm sind Im(übrigen, so wird gemeldet, bleibt Herr Clementel, der ursprünglich schon obzureisen gedachte, n in Rom, um den französischen Standpfinkt den amerikanischen Delegierten gegenüber erfolgreich vertreten zu können. Weiteren Erklärungen zufolge, die Herr Clementel sowie Herr Booth der Presse gegenüber machten, wäre die Entschließung des Kongresses so zu verstehen, daß wohl die Beendigung der bisherigen kriegs⸗ mäßigen Zustände gewünscht wird, daß aber gleichzeitig zum Schutze der neuen friedlichen Zustände eine Sicherstellung der Ostgrenze Europas, hauptsächlich zum Zwecke der Beruhigung Frankreichs, verlangt wird. Solange die Ruhrfrage sich in ihrem jetzigen Stadium befindet, werde überdies ein Vermittlungsschritt für un⸗ möglich angesehen. In dem Augenblick jedoch, wo Verhandlungen beginnen sollten, wird der Kongreß sein Wort mitsprechen und Prͤsident Booth wird zu diesem Zweck seinen Aufenthalt jetzt in Paris nehmen. Sie protestieren! Der„Saalschutz“ der Freiheitspartei. Die deutschvölkischen Hochverräter protestieren lustig weiter. Man muß die Charakterlosigkeit und Frechheit be⸗ wundern, mit der diese Landesverräter— so darf man sie beruhigt nennen— die behördlichen Stellen überlaufen, um ihnen Protest auf Protest mündlich und schriftlich zuzustellen und versuchen, das Reich gegen den preußischen Innenminister auszuspielen. Auch der Banden⸗ führer Roßbach besitzt nicht die Scham, aus dem Gefängnis heraus zu schweigen. Er protestiert nicht nur, sondern schreibt als Untersuchungsgefangener auch eifrig Briefe an seine Freunde und Bekannten, die seine Freilassung bewerk— stelligen sollen. Anläßlich der Anwesenheit des Reichs⸗ kanzlers in Süddeutschland richtete er z. B. einen Brief an einen Münchener Bekannten, der aufgefordert wurde, den ebenfalls in der bayerischen Hauptstadt weilenden Putschisten Graefe zu ersuchen, für Roßbach beim Reichskanzler um Frei⸗ lassung zu plädieren. Roßbach berief sich bei dieser Gelegen- heit auf eine Unterredung, die dieser in Anwesenheit v. Graefes mit Cuno gehabt haben will. Auch diese Angabe beruht auf Schwindel, wie alle übrigen Feststellungen dieses Bandenführers nur infame Lügen sind. Bet allem Protesteifer vergessen die Völkischen die ein⸗ fachsten formaljuristischen Voraussetzungen. Der Reichs— minister des Innern wird z. B. aufgefordert, das Verbot der Deutschvölkischen Freiheitspartei wieder aufzuheben, ob⸗ wohl er hierzu gar nicht berechtigt ist, ganz abgesehen davon, daß Oeser, selbst wenn er hierzu das Recht besäße, einen derartigen Schritt nicht unternommen haben würde, weil er des Reiches nicht als einziger Reichsminister mit dem preußischen Minister des Innern über die gegen die Deutschvölkische Freiheitspartei ergriffenen Maßnahmen einer Meinung ist. Die einzige Instanz, die die Auflösung der Freiheits- partei widerrusen könnte, ist der Staatsgerichtshof. Auf Grund des vorliegenden Materials müssen wir aber der Ueberzeugung sein— und das muß schließlich jeder noch logisch Denkende— daß der Staatsgerichtshof den preußischen Minister Severing ebensowenig desavonisieren kann. wie die Reichsregierung eine andere Haltung ein⸗ nehmen könnte als sie vom preußischen Innenminister zu den Tatsachen eingenommen wurde. Stündlich mehrt sich das Material, das für den geplanten Hochverrat der Dentsch⸗ völkischen spricht. Selbst aus Baden ist der Reichsregierung Beweisstoff dafür geliefert worden, daß ein Putsch der rechtsradikalen Elemente unmittelbar bevorstand, und ebenso hat das vorliegende, der Reichsregierung bekannte Mater am Montag aus Thüringen eine Vervoll⸗ ständigung erfahren. Es handelt sich um mehr als um Pläne irgendwelcher Fanatiker. Was sagt die Zeit, jenes volks. parteiliche Organ, das gloubte dem preußischen Innen minister wegen seiner Maßnahmen in den Rücken zu fallen, dazu, daß der Polizei nicht nur bekannt geworden ist, welche inoffiziellen, sondern auch offiziellen Aufgaben der von dem „militärischen Aktionskomitee“ der Freiheitspartei or⸗ ganisierte„Sgalschutz“ hatte, ja, daß ihr genaue Umzingelungspläne für Berlin, fein sänberlich nach militärischer Art ausgearbeitet, in die Finger gefallen sind? Wenn die Herren Richter und Boelitz als volksparteiliche Minister im preußischen Kabinett in der für Dienstag vorgesehenen Kabinettssitzung das Material sichten werden, das in der/ fraglichen Angelegenheit im Besitz des preußischen Innenministers ist, dann werden sie mit uns der Auffassung sein, daß sich die volksvaxteiliche Zeit durch ihre Angriffe gegen den preußischen Minister des Innern einen Blödsinn geleistet hat, der seinesgleichen sucht und der in Anbetracht der außenpolitischen Situation im umgekehrten Falle vielleicht als„Landesverrat der Sozial⸗ demokratie“ bezeichnet worden wäre. Leider gestatten das außenpolitische Interesse und der Fortgang der Untersuchung gegen die Landesverräter keine Veröffentlichung des vorhandenen Materials. Davon ist niemand mehr überz Er schweial nat als Severing gelbst. Vshald DorlanftF nd ine zu anf dafür nichts sürdrae) Angriefe üder sich ergehen lassen; er schweigt, trotzdem in der Oeffentlichkeit durch den Protesteifer der Deutsch⸗ völtischen der Eindruck entstehen könnte, daß sein Material nicht ganz stichhaltig sei. Severing hat aus vaterländischen Interessen gehandelt. aus dem gleichen Grunde schweigt er! Aus vaterländischen Interesse erwarten wir von ihm weitere Taten. Herr Graefe hat in öffentlicher Reichstagssitzung er⸗ klärt. daß seine Partei das Verbot des preußischen Innen- ministers nicht anerkennt. Das Entscheidende an der Maß- nahme des preußischen Ministers ist nicht, daß Herr Graefe ihr seine Anerkennung zollt, Staatsgewalt, ihr zur Durchführung verhilft. Dafür Sorge zu tragen ist Aufgabe des preußischen Ministers des Innern! Generalappell und Parademars f. Der Aufmarsch der Nationalsozialisten am Sonntag in München deutet darauf bin, daß zweifellos mehr geplant war, als ein Generalappell, daß aber das feste Zupacken der spreußischen Regierung gegen deutschvölkische und national sozialistsche Putschisten die bayerischen Hitlergarden davon ashielt, zur Tat zu schreiten. In der Frühe des Sonntags trafen nicht nur aus boyerischen Städten, wie Regensburg, Augsburg und Nürnberg, sondern auch weiter her, selbst aus Berlin. Abteilungen von Hakenkreuzlern, zum Teil mit 1 ein, sodaß die Stadt München zeitweise einem Feldlager glich. Neberall begegnete man größeren und kleineren Abteilungen, die ohne Rücksicht auf die Bannmeile des Landtags die Stadt durchzogen. An mindestens vier Stellen der Umgebung wurden Felddienstübungen abge· halten. Der Tagesbefehl für eine große Geländeübung im Forstenrieder Park lautete:„Abmarsch 8 Uhr. Beginn der Uebung 10 Uhr, Ende 4 Uhr, dann gemeinsamer Marsch durch die Stadt mit fünf Musikkorps.“ Diese Uebung fand ihren Abschluß mit einem Parademarsch vor Hitler und dem Regierungspräsidenten v. Kahr. Wie sehr man mit einer bevorstehenden putschistischen geht erneut daraus hervor, daß die in Nürnberg unter dem Decknamen Betätigung rechnet, Nationalsozialisten „Treuschaft“ ein „Geiselkommando“ gebildet haben. Unter der Parole„Brechung des Wider⸗ standes“, wenn die Reichsregierung schwach wird, hat dieses Kommando die Aufgabe, Geiseln festzunehmen. Als solche sind die Gewerkschafts⸗ und die sozialdemokratischen Partei⸗ führer in Aussicht genommen. Auf diese Weise will man die Arbeiterbewegung mit Beginn des Rechtsputsches „köpfen“ und dann die Organisationen selbst sprengen. Die Mitglieder des Geiselkommandos sind vereidigt und logen⸗ mäßig in Meister, Gesellen und Lehrlinge eingeteilt. Der erste Vorsitzende der„Treuschaft“ ist ein Professor, der zweite ein politisch bisher nicht hervorgetretener Arzt. Der deutschnationale Handlungsgehilfen⸗ 15 verband. Vor wenigen Tagen teilten wir mit, daß der„Blücherhund“, ein Awleger der deutschvölkischen Bewegung, ein Attentat auf eine Syna⸗ goge in Fraulfurt a. M. geplant hat. Natürlich fehlen auch bei den fetzigen Machenschaften prominente D. H. V.⸗Mitglieder nicht. Der Kreisleiter des„Blücherbundes“, Herr Bau, ist nach einer Mitteilung der Frankf. Zig. Nr. 212 vom 21. März d. Js. Angestellter des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes, und zwar Privat⸗ sekretür des deutschnationalen Stadtverordneten Schellin, Ge⸗ schäftsführer des Deutschnationalen Handlungsgehilsenverbandes in Frankfurt a. M. Schellin, der erst vor wenigen Tagen auf einer vaterländischen Kundgebung in Offenbach geredet hat, gibt in einer sondern daß die Polizei, die Auschrist an die Frauchuszer Fig. zu, vnß Bau ber tym als Sleno. kypist“ beschastigt war. Sec oflperstäudlich will er von den Machen⸗ schaften des Bau nichts gemußt haben. Als im vergangenen Jahre Rathenau ermordet wurde, bestritt der Deutschnationale Handlungs⸗ gehilsenverband auch, daß er von der Hetze verschiedener maßgebender Mitglieder seiner Organfsation gegen die Republik und seine Reprä⸗ sentanten nicht unterrichtet war, um später zuzugeben, daß sich doch einzelne Angehörige altiv an der Verhetzung des Volkes beteillgten. Insofern besagt die Erklärung des deulschnatkonalen Herrn Schellin gar nichts, sie könnte im Vergleich zu dem Verhalten des Deutsch⸗ nationalen Handlungsgehilfenvevbandes höchstens bewaisen, daß er in der Tat von dem Attentat auf die Synagoge und der Beteiligung seines Stenotypisten gewußt hat. Verbot in Thüringen und Sachsen. Das thüringische Staatsministerium hat durch Verordnung vom 26. März ebenfalls die deulschvölkische Freiheitspurtei ver⸗ baten. Auch in Thüringen mußten die amtlichen Stellen auf Grund des auntlichen Molcrials der Auffassung werden, daß„Die deutsch⸗ völtische Freiheitspartei nichts anderes ist als das Firmenschild für eine ganze Reihe rechtsradikale Verbände, die bereits aufge⸗ löst waren. Jallreiche Personen, die der thüringischen 34. Hun⸗ derischaft angesbren, wurden festgenommen. 5 Es ist zu erwarten, daß für Baden ebenfalls in nächster Zeit die Auflösung der deutschvöllischen Freiheitspartei ausgesprochen wird, und sich vielleicht noch andere Länder zu der Maßnahme des preußischen Innenministers gezwungen sehen loerden. Wie wir erfahren lat sich der Reichs minister des Inneen nor Bekaynt⸗ werden des Sereringschen Auflöfungserlasses in der Oeffentlich eit bereit erklärt, dicsen Schritt des preußischen Innenministers den übrigen Landeszegferungen zur Nachahmung zu empfehlen. Das Ministerium des Innern hat auf Grund des 8 14 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutze ber Republik die Nationglioziolistische eutsche Arbeitergortei mit sämtlichen Ortsgruppen für das Ge⸗ et des Freistaats Sachsen aufgelöst und verboten. f Kein einziges Ziel erreicht. Der Sonderberichterstatter unseres Amsterdamer Partei- blattes im Ruhrgebiet schreibt seinem Blatte: „Die Besatzungsmacht hat kein einziges ihrer Ziele er⸗ reicht. Die Bevölkerung steht ihr ebenso fest entschlossen ab⸗ lehnend gegenüber, wie am ersten Tag des Einbruchs. Es ist der Besatzungsmacht nicht gelungen, Kohlen zu erhalten. Das einzige Ergebnis ist: Riesenschaden für Deutschland und Riesenschaden für Frankreich und Belgien und Unruhe auf der ganzen Welt.“ 5 Neues Eisenbahnunglück im Ruhrgebiet. Wie heute bekannt wird, ist am Samstag ein Personen⸗ zug, der von Franzosen gefohren wurde, auf der Strecke Oberhausen⸗Duisburg, kurz vor der Einfahrt in den Duis⸗ burger Bahnhof, mit allen Achsen entgleist. Die Unfallstelle wurde sofort abgesperrt, jedoch hat man beobachten können, wie verletzte Zivilpersonen fortgetragen wurden. Näheres ließ fich wegen der Absperrung nicht feststellen. 5 Der Eisenbahn„verkehr“. Die Franzosen haben nach eigenen Angaben 20 000 Kilometer der deulschen Reichsbahn besetzt und lassen darauf täglich 137 Per⸗ sonenzüge verkehren. Zum Beweis flür die sich ständig steigernde Be⸗ mutzung dieser Militärzüge durch die deutsche Bevölkerung führten sie jetzt als Beispiel an, daß die framzösische Mil itärbahn im besetzten Gebiet innerhalb 5 Tagen 22 Millionen Mark an Fahrgeldern ein⸗ genommen habe. Diese Zahlen, die die Franzosen selbst angeben, er⸗ möglichen folgende Berechnung: Von der Eimahme von 22 Millionen Mark entfallen bei 20 000 Kilometer 1100 Mk. auf 1 Klm. bei 137 Zügen und in 5 Tagen; auf einen Zug also der 137ste Teil= 8,02 Mark und auf einen Tag 1,60 Mark. Legt man den Fahrpreis 4. Klasse mit 16 Mark für den Kilometer zugrunde, so ergibt sich, daß die Frangosen nach ihren eigenen Behauptungen in den als besondere Leisning erwähnten 5 Tagen an einem Tag auf je einen Kilometer I Wer Gumwbse zucken maler, zer brese Berechne age s%½ Person befördert haben. Daß das etwas wenig ist, wird selbst kann. 137 Züge zur Bewältigung dieses„Verkehrs“ i zu lassen, steht nach reichlicher Verschwendung aus, gang a davon, daß bis heute weder die genannte Zahl an Zügen fährt, noch die genannten Einnahmen erzielt sinb. 97 Die ersten Versuche der Belgier. Am Sonntag morgen um 6 Uhr rickte auf der Zeche„ baben“ bei Gladbeck ein Bataillon Belgier an und besetzte sämlise Anlagen. Damit machen die Belgier zum ersten Mal selbst den Bi such, sich auf diese Weise Koks und Kohle unmittelbar von den Zechen zu beschaffen. n Sonntag haben sie vermutlich des halb gewã weil sie an diesem Tage mit keinem großen Widerstand der.. schaft rechneten. Der Betriebsrat erklärte jedoch sosort, daß die beiterschaft die Arbeit niederlegen und uur die Nolstandsarbeiten 2g. richten werbe, solange belgisches Militär die Zeche besetzt halte. Ti sächlich ruhte die Arbeit am Montag morgen vollständig. Der Vo sitzende des Betriebsrates ist Kommunist! Die Zeche„Rheinbaben beschäftigt iusgesamt 6000 Aebeiter und förderte durchschnite Tonnen täglich; sie 12 die größte staatliche Zeche im Gebiet ve linghausen. A Franzosen sind am Sonntag zur B. weiterer Zechen, so„Schlägel und Eisen“ bei Westerholt ge Auf der Zeche„Concordia“ haben sie am Samstag mit dem port von Kohle begonnen. a„ List und Gewalt. 0 9 Um die Schu ierigkeiten, die den Franzosen und Belgiern dun Erhebungen der 10prozentigen Aus fuhrabgabe aus dem 9000 10 Gebiet mit England erwachsen sind, zu behoben, faben sie zwischen Venrath und Düsseldorf⸗Reichholz eine neutrale Zone von hunde Metern geschaffen. Dadurch gelangt die Ware aus dem englischin Gebiet zunächst in unbesetztes deutsches Land, woraus Franzosey und Belgiern dann die Ermächtigung zur Erhebung der Abgah herleiten. 9 5 „2 storben sind. a Raub. 143 In Offenburg ist die französische Besatzung dazu Eber Reparaturarbeiten dienen, nach Straßburg abzutransportieren. dies auch mit den großen Masschinen machen zu können, hab oͤrei schwere Kräne aus Straßburg herbeigebracht. Beschlagnahme sämtlicher Waren im besetzt Gebiet. f Das Ministerium der befreiten Gebiete gibt folgende Note Die Hohe Interalliterte Kommisston in Koblenz und der Ob fehlshaber der Rheinarmee haben durch Verordnung vom 15. und einen Erlaß von. 23. März die Beschlagnahme säumt 0 . auf Grund ten zu schaffen. Die Besteller werden demnach die Waren, die bestellt haben, unter den von ihnen vereinbarten Bedin komen. Ste können sich an die Aemter in Wiesbaden wen um alle Auskünfte über den Stand der Bestellung und den punkt, zu dem sie die Lieferungen erwarten dürfen, zu bekommen Die gesschädigten Franzosen, die Lieferungsverträge mit Deutsche außerhalb des besetzten Gebietes geschlossen haben und die dau Kenntnis haben sollten, daß sich Wanen wie die von ihnen stellten im besetzten Gebiet befinden, können sich gleichfalls a Wiedergutmachungsämter in Wesdaden wenden, um ihnen tilung darüber zufzmmen zu lassen und gegebenenfalls die Be schlagnahme er Waren zu ermögli Die genannte Behörde u besetzten Gebket hat anderseits die chlagnahme aller G. stande und Erzeugnisse verfügt, die von Franzosen bei D l auf dem gewöhnlschen Geschäftswege bestellt worden sind ui für die volle Bezahlung geleistet wurde oder für die der 125 zösische Vesteller bereit ist, die im Augenblick der Lieferung daf Zelt Der Deserteur. Noman von Robert Buchanan. Mutter Derval bekreuzigte sich, stöhnte vor Entsetzen auf und kniete nieder, um das Totengebet zu sprechen; Marcelle stand wie festgewurzelt, kein Laut entrang sich ihrem ge⸗ quälten Herzen, ihren Augen enkquoll keine erlösende Träne. Der alte Korporal erbleichte und schien von Ge⸗ wissensbissen gequält, während der Geistliche die Hände rang und aufschrie:„Furchtbar! Er hat sich in den Ab- grund gestürzt!“ Ja, es war ein furchtbarer Augenblick,“ bestätigte Pipriac zähneklappernd.„Unten war's pechschwarz und wir konnten nichts sehen. Mit anhaltendem Atem lauschten wir, aber wir vernahmen nur ein leichtes Geräusch, wie wenn man ein Ei aufschlägt— dann war es wieder still—“ Hat er etwas gesprochen? Hat er geschrieen?“ fragten die Jungens. „Kein Laut kam während der ganzen Zeit von seinen Lippen. Er ist geradeaus wie ein Stein in die Tiefe ge⸗ sunken und wenn er seinen Schadel nicht an den Felsen zerschellt hat, dann ist er im Meer ertrunken. Korporal Derval, alter Kamerad, sag' nicht, daß der alte Piprige ihn in den Tod gejagt hat! Ich wollte ihn retten, so wahr ich vor Dir stehe, aber er wollte nicht gerettet werden! In dem Kampfe habe ich wohl mit meinem Bajonette seinen rechten Arm gestreift, aber es geschah er, um ihn kampfunfähig zu machen. Pierre, zeig' mal die Jacke. Siehst Du, Korporal, ich habe den ganzen Aermel aufgeschlitzt, hier ist er ein wenig feucht, wahrscheinlich von seinem Blute——“ „Herr des Himmels, erbarme Dich, mein armer, armer Rohan!“ schrie der Geistliche schrockensbleich auf. „Warum hat sich der Dummkopf nicht ergeben?“ grollte Pipriac.„Niemand darf mich beschuldigen, ihn getötet zu haben. Er wollte sich aus dem Leben schaffen— und viel⸗ leicht auch uns. Trotz alledem tut es mir aufrichtig leid, ihn verwundet zu haben. André, laß mich Dein Bajonett sehen.“ Der Gendarm trat ror und reichte seinem Vorgesetzten stumm die verlangte Waffe. Alle Anwesenden, bis auf Mutter Derval, die noch immer vor dem Madonnenbilde betend kniete, scharten sich um den Sergeant. Marcelle hatte sich vorgedrängt und starrte mit weitaufgerissenen Augen, wie gebannt, auf die im Lampenschein glitzernde Klinge. 59 „Kein Zweifel, das ist Blut! Es ist das letzte, was wir in dieser Welt von Rohan Gwenfern sehen werden!“ bemerkte Pipriac, seinen Zeigefinger an den Lippen netzend und dann mit demselben über die blanke Klinge fahrend. Er hielt ihn gegen das Licht und alle stimmten darin überein, daß er von Blut feucht sei. Ein Gemurmel des Entsetzens ging durch das Gemach, Marcelle sank, wie vom Blitz getroffen, ohn⸗ mächtig zu Boden. Früh am nächsten Morgen— es war stille See— ver- sammelten sich unter der großen Klippe, auf deren Gipfel der Menhir emporragte, zahlreiche Dorfbewohner. Auf- blickend, gewahrten sie eine steile Wand, an der nur eine Ziege emporzuklettern vermochte. Tatsächlich bewegte sich die uns bereits bekannte Jannedik zwischen dem zerklüfteten Gestein, nach saftigen Grashälmchen suchend. Hie und da blickte sie von ihrer schwindeligen Höhe auf die plaudernde Menge hinab, um dann ihren Weg gemächlich weiter zu ver⸗ folgen. Am Fuße der Klippe lagen losgelöste Erd⸗ und Fels⸗ stücke, aber von Rohan Gwenferns sterblichen Resten ver⸗ mochte man keine Spur zu entdecken. Die Hochflut freilich stieg beträchtlich über den Fuß der Klippe und war“gewöhn⸗ lich recht bewegt und tief, so daß man allgemein zu der Ueberzeugung gelangte, Rohan müsse mit der Ebbe ins Meer gespüt worden sein. Pipriac und feine Satelliten, von Korporal Derval be⸗ gleitet, durchsuchten jede Spalte und Nische des Strandes; mit Stöcken und Bajonetten wurden die unglaublichsten Stellen und Winkel durchstöbert, wehklagend und seufzend unglückten zu. Die männliche Jugend des Dorfes, mit Mikel Grallon, Alain und Jannick an der Spitze, stand ab⸗ seits in einer Gruppe und stellte allerlei Vermutungen auf. Einige Fischer waren in ihren Booten aufs Meer hinaus⸗ gesegelt, um nach dem Leichnam zu fahnden.* Mutig und voll Selbstbeherrschung, wie Marcelle von Natur war, ließ sie sich nicht abhalten, ebenfalls an der Suche teilzunehmen. Von jenem Augenblick an, da sie ohn⸗ mächtig zu Boden gesunken war, hatte sie weder eine Träne vergessen, noch auch mit jemandem eine Silbe gesprochen. Es 5 Seelenqualen, mit denen man allein fertig werden muß. sah eine Menge von Weibern dieser Suche nach dem Ver⸗ Körper sei aller Wahrscheinlichkeit nach gefunken und lan sam von den Wellen ins offene Meer gespült worden. würde einige Tage dauern, ehe sein Leichnam sich an die Oberfläche erheben würde, wenn dies überhaupt je der del sein werde. 2 Aunter uns gesagt,“ meinte Pipriac.„Ihm ist woll wo er ist! Besser, von den mitleidigen Wellen. Se als erschossen. Man hätte ihn wie einen kyllen Hund nfede geknallt und er wußte das! Pflicht ist Pflicht— da gibt! nichts!“ f Mikel Grallon, an den diese Worte gerichtet waren nickte zustimmend. Der brave Junge war in jeder B. ziehung unermüdlich, sowohl in den Späherdiensten, die dem Sergeant leistete, wie auch in den Trostsprüchen, die.. Mareelle erteilte. Er wurde nicht müde, ihr zu versichern daß ihr Vetter seinem Schicksal nicht hätte entrinnen können In Anbetracht des schweren Unglücks, das die Familie be troffen, trug er eine allzu fröhliche Miene zur Schau. Marcelle konnte das Gesckwätz der Leute nicht la ertragen und lenkte ihre Schritte langsam in die Rick von Tante Luises Hütte. Die Sonne schien ihr ins Gesitll aber sie beachtete es nicht, wie sie jetzt überhaupt niche anderes beachtete als ihren namenlosen Schmerz. öffnete leise die Tür und fand die Witwe an ihrem g wohnten Platz aufrecht vor dem Feuer sitzend und mit ihren abgehärmten Gesicht tränenlosen Auges in die Glut starren) Dicht neben ihr stand Jan Goron, der in leisem Ton zu il sprach, aber innehielt, als Marcelle eintrat.„ Merkwürdigerweise zeigte die Witwe keinerlei See eines überwältigenden Schmerzes. Die Nachricht von di furchtbaren Katastrophe schien sie nicht niedergeschmetterk? haben; vielleicht war es gerade der ungeheuere Schm. sie aufrecht hielt. g Slill wie ein Gespenst huschte Marcelle durch da mach und setzte sich neben die Tanke:„Alle behaupten, 10 ö gebe keine Hoffnung mehr, Tante Luise!“ haucht sie 10 vernehmbar. 1 e Kein Klagelaut drang über die Lippen der Goron, dessen Haltung eine nervöse Erregung ver Marcelle scharf an, während er sagte:„Ich war heute vor Ihnen dort und konnte keine Spur finden. Das Die allgemeine Meinung ging dahin, daß Rohan zer⸗ schmettert worden sein müsse, ehe er ins Meer fiel; sein furchtbares Ende!“ (Jortsetzung folgt.) . berhegun inen 5e vottieten 0 nen, habt: n besetzh ö ade Non u d der Oi dom 15.. E — —— e 2 2 E 5 * e en m die der. serung k en und b. worden. u sich m. pt je du um if, ö bers Hund mb, t 10 f niche be in jeher zensten, il 5 N Gießen, Mittwoch, den 26. März 1923. Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 73 Gießen und Umgebung. 5 Ruhrhilfe. An das Gewerkschaftskartell Gießen gingen weiter ein: Personal der Heil⸗ und Pflegeanstalt 14 900 44 Metall⸗Arbelter der Firma Bänninger Gießen 105350% Metall⸗Arbeiter der Finma Kaufmann. Gleßen 11380 Arbeiter der Hartstein⸗Industrie, Nieder⸗Ofleiden 113050% Transportarbeiter Gießen 4600, Bäcker vom Konsumverein, Gießen 14 000 4 Gastwirtsgehilfen, Gießen 12 250 4 Den Gebern besten Sammelgelder können auf das Postscheckkonto Nr. 64422 Frankfurt a. M., Otto Ottilie. Gießen, eingezahlt werden. . Gewerkschaftskartell Gießen und Umgegend. * 2 1 92* 1 0 2 Für die Bedrängten im Nuhrgebiet Es gingen weiter bei uns ein: 5 5 Von Gästen bei Göricke⸗Garbenteich 3500 A, e verein Germania⸗Alten⸗Busock 13 000 ,. zusammen 16 500 l. Bereits quittiert 378 950.—. Zusammen 395 450 /, Den Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne entgegengenommen. Verlag der Oberhessischen Volkszeitung. Gießener Anzeiger und Rechtsputsch. Der Gießenere Anzeiger ist ein reaktionäres Blatt von der besonderen Nüance: verschwommene Hinter ⸗ hältigkeit. Was erfuhren die Leser dieser Zeitung am Freitag und Samstag über die hochverräterische Ver⸗ schwörung des Rechtsbolschewismus gegen die Republik, von der alle Blätter angefüllt sind? Am Freitag eine kleine Wolffdepesche, in der übrigend klipp und klar zu lesen stand, daß die polizeiliche Durchsuchung in den Geschäftsräumen der Deutschvölkischen Freiheitspartei in Berlin und in anderen preußischen Städten ein er⸗ drückendes Material wegen hochverräteri⸗ scher Umtriebe zutage gefördert hat. Am Samstag— nichts von den Tatsachen, nur unter den„Letzten Nach⸗ richten“ ein Wolffsches Telegrammchen von abfälligen Aeußerungen zweier Pariser Blätter über Severings Ent⸗ hüllungen. Und auch am Montag nur Telegramme über die Beschwerden der angeschuldigten Reichstagsabgeordneten Wulle, Henning und v. Graefe und über die Interpellation der deutschnationalen Reichstagsfraktion, betreffend das Verbot der Selbstschutzorganisationen und die Auflösung der Deutschvölkischen Freiheitspartei. Der Anzeiger bringt also planmäßig nur Urteile über das Vorgehen des Ministers Severing, nicht aber die von diesem ausführlichst mitge⸗ teilten Tatsachen und Vorkommnisse gefährlichster anti⸗ republikanischer Machenschaften, die zu seinem Vorgehen ge⸗ führt haben.„ So unterrichtet der Generalanzeiger für Oberhessen seine Leser in Stadt und Land über die für Wohl und Wehe Deutschlands wichtigsten Angelegenheiten— durch Schweigen und Verschweigen. In dieser Methode liegt zweifellos be wußte Vertuschun gsabsicht. Doch nein, halt! Der„Wochenrückblick“ hat sich eingehender, reflektierend und raisonnierend, mit den Tat⸗ sachen beschäftigt, die der Anzeiger als solche seinen Lesern verheimlicht. Die Leser des Blattes wissen ja zwar nicht, daß der preußische Minister des Innern, Severing, aus Briefen und sonstigen Urkunden authentisch eine weit⸗ verzweigte Verschwörung der sogenannten Selbstschutzorgani⸗ sationen des Rechtsbolschewismus enthüllt hat, die, besser und weiter organisiert als seinerzeit der Kapp⸗Putsch, in Aussicht genommen hatte, noch vor dem 31. März die Weimarer Verfassung und die Republik zu stürzen, sozialisti⸗ schen Ministern womöglich das Schicksal Rathenaus zu be⸗ reiten und vorläufig eine Militärdiktatur zu errichten, kurzum mit allen„Novemberverbrechern“ und dem ganzen „Novemberverbrechen“ gründlich aufzuräumen. Der Gießener Anzeiger lobt vor allen Dingen sauersüß Severing, daß er sich gehütet habe,„etwa die berüchtigte Parole Wirths: Der Feind steht rechts! zu wiederholen.“ Das ist für den Anzeiger die Hauptsache. Sodann meint er:„Severing will geheime Fäden gefunden haben.“ Er redet von„angeblichen“ Beziehungen zwischen den ver⸗ hafteten Personen und gewissen Führern der äußersten Rechten. Es ist eine glatte Lüge, wenn er weiterhin mit⸗ teilt:„Um welche Putschabsichten oder Gewaltpläne es sich hierbei handelte, wurde von dem sozialdemokratischen Mini⸗ ster nicht gesagt.“ Er will stark hoffen, daß sich die Zu⸗ sammenhänge vielleicht harmloser herausstellen, als der von rechts stark befehdete Minister sie jetzt hinstellt.“— Man sieht: Verbreitung von Nebel und Dunst, Abschwächungen, Beschönigungen auf der ganzen Linie. Selbstverständlich. Die Unschuld der Wulle⸗Brüder liegt eben dem Anzeiger unendlich am Herzen. Auf keinen Fall möchte er es voreilig mit den Deutschvölkischen verderben, die ja im Freistaat Hessen sozusagen unter dem Protektorate des Ministers Freiherrn von Brentano stehen. Die Leute um Wulle, Henning und v. Graefe sind und bleiben relativ harmlos für den Anzeiger. Gilt es ihm doch vor allem darum, den Gießener Antisemiten und ihrem versteckten Anhang unter den„Gebildeten“ nicht vor den Kopf zu stoßen. Und nun gar der Nationalheros und Erfinder der Dolchstoßlegende Ludendorff! Kiüßzum, innerste Seelengemein⸗ schaft des Anzeigers mit der ganzen Hitlerei! Mit peinlicher Objektivität erklärt demnach der Wochen- rückblickler:„Severing will das Endurteil der Zuständigkeit der Gerichte überlassen. Warten wir also weiter ab!“ Der Anzeiger wartet also weiter ab, indes Severing be⸗ richtet hat, daß an einem der letzten Sonntage Reichswehr⸗ offiziere, Hauptleute und Majore, aus allen Teilen des Reiches bei dem berüchtigten Hauptmann Roßbach in Pots⸗ dam versammelt waren, um die Ausführung der Putschpläne endgültig zu besprechen, und während selbst ein so zahm r Staatsmann wie der Reichswehrminister Geßler bereits er⸗ klärt hat, für solche Reichswehroffiziere sei kein Platz mehr in dem deutschen Heere. Der Gießener Anzeiger aber warte und wartet und wartet, bis 5 Nein, er kann auch anders. Am Schlusse faßt sich der Wullegönner ein national⸗liberales Herz. Kühn besteigt er das Roß der hohen Politik und erklärt es für das gute Recht des Ministers Severing,„ja für seine Pflicht, staats⸗ feindliche Organisationen auszurotten.“ Teufel, klingt das energisch! Severing, merken Sie sich's: staatsfeind: liche Organisationen! Nun, werden Sie ja wissen, wie Sie zu handeln haben. Staatsfeinde stehen immer nur auf der Linken. Feste druf, Severing, auf die Kommunisten! „Mit aller Energie!“ Aber... aber—, nun kommt die Fraktion Drehscheibe im Anzeiger noch einmal zu Wort. Wir zitieren den Schlußsatz:„Aber auch Minister Severing wird beherzigen müssen, daß jetzt alles auf die Gesichtspunkte unseres großen Außenzieles eingestellt werden muß, damit der Feind sich nicht freut, wenn der innere Zwiespalt bei uns sich vergrößert.“ Severing, nun wissen Sie es wieder! Sie dürfen die„Einheitsfront“ nicht stören. Sie müssen Während Sie die„Pflicht“ haben, den Linksbolschewismus auszurotten, so haben Sie nach rechts hin beide Augen zu⸗ zudrücken! Die gesamten Rechtsbolschewisten, d. h. die Hitler⸗ banden, die Ludendorffianer, die Nationalsozialisten, die Deutschfascisten, die Deutschvölkischen, die Antisemiten nebst allen Roßbach⸗, Ehrhardt usw. Selbstschutzvereinen, sowie die Organisation Consul, die ja nur den Erzberger und den Rathenau so ein bischen gemordet und nach dem Scheide⸗ mann etwas Blausäure gespritzt hat, alle diese Ueber- und Oberpatrioten sind doch im Grunde an sich harmlose, höch⸗ stens etwas phantastische„Realpolitiker“. Erich, komm zu⸗ rück, es soll Dir alles verziehen werden! Was macht es auch aus, wenn solche Hitzköpfe in ihrem treudeutschen Ueber⸗ schwang gelegentlich einmal die Republik zu stürzen ver⸗ suchen, da sie doch tatsächlich nach den„Novemberverbrechern“ später auch die äußeren Erbfeinde, die Franzosen durch das „Volk in Waffen“ vernichten lassen wollen! Die gute Ab⸗ sicht heiligt das Mittel. Also beileibe nicht zu streng urteile und verfahren gegenüber diesen in ihren„Motiven“ so hoch⸗ stehenden Tugendbündlern, die sich höchstens einmal in ihren Plänen und Maßnahmen gegen den inneren Feind ver⸗ greifen! Gilt es doch, augenblicklich einzig und allein,„sich auf die Gesichtspunkte unseres großen Außenzieles einzu⸗ stellen“, also, um eine„Vergrößerung des inneren Zwie⸗ spalts“ zu vermeiden und somit„dem Feinde die Freude zu verderben“, die berühmte Einheitsfront Breitscheid(der Anzeiger rümpft die Nase)— Wulle(der Anzeiger schmun⸗ zelt) auf jeden Fall zu wahren! Wahrscheinlich im ganzen genommen wieder einmal ein unvergleichliches Musterbeispiel unverfälschter Reaktions⸗ politik des General-Anzeigers für Oberhessen! ph. — Wahlverein Gießen. Eine Mitgliederversammlung findet morgen Donnerstag abend 8 Uhr im Gewerkschaftshause statt. Auf der Tagesordnung steht„Hessische Angelegenheiten“ worüber die Landttagsabgg. Kiel und Mann sprechen werden Auf diese Versammlung sei an dieser Stelle besonders hingewiesen, die Parteigenossen wollen sich zahlreich einfinden. — Wegen Gewährung freier Lernmittel an den Gießener Volksschulen müssen sich die Eltern oder die Kinder bei Beginn des Schuljahres an die Klassenlehrer wenden. Die Einkommensgrenze für die Gewährung freier Lernmittel an der Volks⸗ und Fortbil⸗ dungsschule ist auf 400 000 Mk. bei einem schulpflichtigen Kinde festgesetzt worden. Für jedes weitere Kind erhöht sich die Ein⸗ kommensgrenze um 100 000 Mk. Auf die in unserem Montags⸗ blatte enthaltene Bekanntmachung des Oberbürgermeisters sei“ hingewiesen.. — Deutschvölkische Jugendvergiftung in Gießen. Schon vor geraumer Zeit wurde von uns gegeißelt, daß ein deutsch⸗ völkischer Jugendverband,„Pfadfinderkorps“ genannt oder unter einer ähnlichen Flagge zu einer Sedanfeier ein⸗ lade. An derselben Stelle und in demselben Schaufenster (Ricker sche Buchhandlung, Erker nach der Bis marck⸗ straße) sind ständig Plakate ähnlichen Inhaltes aufge⸗ hängt. Seit einigen Wochen zum Exempel figuriert ein handschriftlich hergestelltes Programm unter der Spitzmarke „Pfadfinderhorst, Gießen“.(Minister Severing wies ja in seiner Anklagerede bereits darauf hin, daß immer unter einem anderen Namen diese Sammelbecken der Reaktion sich von neuem zu bilden pflegen.) Der„Feldzugs⸗ plan“ klingt ja keineswegs„staatsgefährlich“. Es ist die Rede von Probefahrten für die ganze Radfahrerabteilung, tagsüber mit Abkochen, Landesverbandstag zu Ehren des— Reichsfeldmeisters(1)... usw. 4 Hier zeigt sich, wie auf alle mögliche Art versucht wird, die Jugend für die„völkischen“ Interessen— denn darum handelt sichs ohne Zweifel— einzufangen. Welcher Geist der Jugend dort beigebracht wird, haben ja traurige Vor kommnisse in den letzten Jahren gezeigt. — Die Freie Turnerschaft unternimmt am Karfreitag einen Turngang nach dem Stoppelberg bei Wetzlar. Der Abmarsch er⸗ folgt morgens 7½ Uhr von der Lahnbrücke aus und führt der Weg durch die Orte Heuchelheim, Atzbach, Dorlar nach Wetzlar, von wo aus der Aufstieg nach dem Stoppelberg in einer Stunde zu erreichen ist. Nach längerer Rast auf dem Stoppelberg, welcher zugleich bei gutem Wetter einen prächtigen Ausblick auf die Um⸗ gebung bietet, erfolgt der Rückmarsch über Münchholzhausen nach Gießen. Die Mitglieder sowie Freunde des Arbeiter-Turn⸗ und Sportbundes werden nochmals besonders darauf aufmerksam gemacht. 7 — Jugendfürsorge und Wohlfahrtspflege. Im Rahmen des vom Bezirksvorstand unserer Partei veranstalteten Kursus für Jugendfürsorge und Wohlfahrtspflege fand am Sonntag nachmit⸗ tag im Gewerkschaftshaus der zweite Vortrag statt. Genossin Quarck⸗ Frankfurt referierte über das Reichsjugendwohlfahrts⸗ gesetz und die Jugendämter, ihre Zusammensetzung usw. Die Referentin suchte den reichhaltigen Stoff mit Wärme den Zuhörern nahe zu bringen. Sie ging zunächst auf den sehr wichtigen Punkt ein, wie notwendig ein Mitwirken gerade der Arbeiterkreise bei den Vorarbeiten und der Durchführung der neuen Jugendwohl⸗ fahrtseinrichtung ist. Denn dieses Gesetz soll allen Kindern zu⸗ gute kommen, und der Einfluß der schon lange bestehenden bür⸗ 0 N n.... 2 Die Verfolgungen der Juden. Das Attentat auf den Minister Rathenau hat nicht nur mit einem Schlage die Gefahr. in der sich die Republik befindet erkennen lassen, es hat uns ebenso an all die Leiden und Verfolgungen, denen die Juden ausgesetzes sind, erinnert, Als kurz nach der Re⸗ volution sich in den größeren Städten die Tätigkeit des neuge⸗ gründeten deutschvölkischen Scheltz und Trutzbundes bemerkbar machte, sehlte es micht an entschiedenen Stimmen, die auf diese Gefahr für die Republik deutlich hinwiesen. Aber zunächst waren noch andere Gefahren da, da wurde die eine aus dem Auge ver⸗ loren und vielleicht auch unterschätzt. Dennoch konnte man die rührige Tätigkeit der gehemen und offenen Agenten dieses Bundes bald überall bemerken. leberall, auf Straßen, in Wirtshäusern, in Geschäftslokolen aut den CLisenbehn, überall, wo über die Zeit geredet wurde, sehlte es nicht an Leuten, die die Juden beschuldig⸗ ten, den Untergang Deutschlands besorgt zu haben. Schon nach einem halben Jahre waren sie mit einem Machtdünkel ausgestattet, daß sie ernsthaft glaubten. Niesenversammlungen einfach ausein⸗ ander jagen zu können. Was einige Jahrzehnte nur eine lächerliche Episode gewesen, sollte jetzt mit Mitteln reich versehen, zu einem Schrecken werden. Die Gesch lte der Juden ist eine Geschichte der Leiden und Verfolgungen. Mit der babylonischen Gefangenschaft bis zum Judenvogrem und den Attentaten auf Rathenau und Harden zieht sich eine Kette von Drangsalen und Hetzen. Kein Volk der Erde hat gleiches über sich ergehen lassen müssen. Man hat den Neger versklavt, die Indianer ausgerottet, den Kuli ver⸗ tert, aber den Juden hat man über die Erde gehetzt. Von der Erlaubnis aus der babylonischen Gefangenschaft nach der Heimat zurückzukehren, hatte nur ein Teil Gebrauch gemacht. Viele hatten schon vorher versuckt diefer Knechtschaft zu entfliehen, und das ist der Zeitpunkt, mit dem die Verbreitung der Juden über die ganze Erde begann. 1 Aus der Gefangenschaft mach Palästina zurückgekehct, fehlte es nicht an tapferen ung tatkräftigen Männern, den alten Judenstaat W aufzurichten: doch nun kamen die Römer und maßten sich die Oberherrschaft an, die im Jahre 70 nach einer heldenmütigen Verteidigung Jerusalem eroberten und den Tempel mit dem Aller⸗ heiligsten in Asche legten Im Jahre 72 fielen die letzten Boll⸗ werke des jüidische, Staates das Land wurde an römische Soldaten 0 beginnend verteilt oder veräußert. Der Staat Israel hatte aufgehört, die nationale Selbständigkest war durch die Gewalt der Römer dahin, die Juden waren vaterlandslos, sie zerstreuten sich über die ganze Erde, jetzt nur noch allein durch die Gesetze ihrer Religion ver⸗ bunden. Die Geschichte ihrer Leiden beginnt, kein Volk nahm sich ihrer an, keine Weltmacht meldete sich, die für das Recht der kleinen Völker eintrat, wohin sie kamen, wurden sie beselndet, verfolgt, bedrückt, mit Abgaben überhäuft, vom ehrbaren Erwerb ausge⸗ schlossen. an den Schulen nicht zugelassen. Der in Palästina ver⸗ bliebene Rest nahm keineswegs die Bedrückung willenlos auf; ihr Verlangen nach staatlicher Selbständigkclt rief sie zu mehrfachen Erhebungen auf, die Niederschlagung eines solchen Aufstandes kostete mehr denn eine halbe Million Menschen, die hervorragendsten jüdischen Persönlichkeiten verfielen der Hinrichtung. Jerusalem wurde völlig zerstört und als eine römische Militärstadt neu aufge⸗ baut. Die Bedrückung in ihrem Stammlande war ärger als in der Fremde, in Rom genossen sie sogar einige Zeit die Rechts⸗ gleichheit mit den römischen Bürgern. Nur in Spanien genossen sie eine gewisse Achtung und be⸗ kleideten viele öffentliche Aemter; sie hatten eine eigene Gerichts⸗ barkeit, völlige Religionsfreihsit, und alle Berufe und Gewerbe standen ihnen offen bekleideten die höchsten öffentlichen Aemter und stellten die berühmtesten Aerzte Gelehrten und Dich⸗ Sie ter. Unbekümmert um die päpstlichen Edikte wurden ihnen volle Freihah t der Religionsübung und die billige Gleichberechtigung zuteil. Aber schließbich fiel es auch hier einem Erzbischof bei, über die Junden herzuziehen so daß es zu den schrecklichsten Judenver⸗ solgungen kam, die gegen Ende des 14. Jahrhunderts begannen. und nunmehr kein Ende nahmen. Besondere Judengesetze schrieben ihnen Kleidung und Wohnstätten vor machten sie rechtlos, bis Inquisition und Ausweisung einsetzten und 300 000 Juden besttz⸗ und heimatlos Spanien verließen.. In Deutschland haben sich Juden schon sehr frühzeitig nieder⸗ gelassen, besonders im Süden während sie im Norden erst viel später auftraten. In Köln lassen sie sich schon vom Jahre 321 nachweisen, in Mainz aber erst vom 9. Jahrhundert an, in den anderen Städten noch später, Bis zum Beginn der Kreuzzlige blieben die Juden in Deutschland unbehelligt, konnten alle Berufe ausüben und genossen jedes gesellschaftliche Ansehen. Der Bischof von Speyer erwirkte ihnen im Jahre 1090 das Recht der eigenen Gerichtsbarkeit, des Grunderwerbs, des freien Handels im ganzen Reiche den Eid nach den eigenen Gesetzen abzulegen usw. Aber dann kamen die Kreuzfahrer mit ihrem fanatischen Glaubenseifer und tauften, plünderten und ermordeten sie zur höheren Chre Gottes; sie wurden aus den Städten vertrieben und siedelten sich von da an zumeist auf dem Lande an. Im Jahre 1298 wurden sie in 146 Gemeinden förmlich und regelrecht niedergemetzelt. Das 14. Jahrhundert wurde eine Kette der schrocklichsten Verfolgungen. Hunderte wurden in manchen Jahren einsach niedergemasht, willkommene Gelegenheit, sich von lästhgen Gläubigern zu defreten. Immer wieder sanden erst Plünderungen. dann Ermordungen, startt. Dabei wußten die Juden zu ihrem Schutz Abgaben an den Kaisee entrichten, der ihnen besondere Schutzbriefe hierfür aus⸗ stellte. Ter Kaifer verpfändete sogar dieses Schutzrecht an Städte und Adlige. Gegen hohe Abgaben wurde ihnen sicheres Bereit gewährt, doch ohne jede Garantie und dieser Zoll wurde ahne jede Gegenteistung bis zum Ende des 18. Jahrhunderts von ihtten erhoben, in einicen Landesteilen auch noch länger. Jede Geld at des Kaisers ließ eine neue Judensteuer ersinden. Durch Vorschrig einer besonderen Kleidung und der Beschränkung des Wohnens wurden sie vor der Bevölkerung verächtlich gemacht. Von allen Gewerben, Berufen und dem Handel ausgeschlossen, blieb ihnen allein das Psand⸗ und Geldgeschäft, mit dem sie ihr Leben fristen und die hohen und vielen Abgaben bestreiten mußten. Erst der als großer Deutscher gefeierte Luther erwirkte den Juden einige Erleichterung. In seiner 1523 erschienenen Schrift „Daß Jesus ein geborener Jude gewesen“ ermahnte er, die Juden als Blutsfreunde und Brüder zu behandeln. Dennoch blieben alle Ausnahmebestimmungen erhalten und die Bedrückungen und Be⸗ schuldigungen nahmen kein Ende. Aus Bayern, der Pfalz und Oesterreich ausgewiesen, ließen sich die Juden jetzt mehr im Norden nieder. Erst mit dem Auftreten der Mendelsohn, Dohn und Lessing, mit der nach der franzßsischen. Revolution in Frankreich prokla⸗ mierten Gleichberechtigung kamen bessore Zeiten. Aber die jahr⸗ hundertelangen Verfolgungen und die sorgsam gepflegten Vor⸗ urteile würken noch heute nach und lassen übersehen, daß viele Be⸗ sonderheiten nichts anderes als die sich rächende Schuld sind. In ganz bestimmte Bahnen gedrängt, konnte die Entwicklung keine andere sein. Daß sich die Art trotz der ganz systematischen Be⸗ drückung doch hat erhalten können das sollte eigentlich für sie surechen. Dr. H. Rohden. — 8——— —— 2 15 2. 5 4 2 . 8 4 7 Ff, i Ze 1 42 K 7 — 2 . 3 1 1 ff vorbeftrufk rgenaunte, en Hellen erhiel ohn Jede te Me gaßlung zu seisten. Die razzpsen, die sich biese Ves ordnung zunutze machen wollen, müssen sich an die ssen⸗sische Wlederantmachungsämter in Wiesbaden wenden und ihnen alle nonbendigen Angaben mitteilen, damit die bestelten Waren be⸗ schlagnahent und ihnen zur Verfügung gestellt verden konnen Massenausweisungen. Montag vormittag zwischen 5 und 8 Uhr wurden unter einem großen Aufgebot van der französischen Besatzungsbehörde nicht weniger als 20 Mitglieder der Regierung in Wiesbaden aus ihren Wohnungen geholt und zwangsweise bis an die Grenze des besetzten Gebiets vor Frankfurt geschafft und hier ausgewiesen. In einigen Fällen gingen die Franzosen mit besonderer Härte vor. Es handelt sich um folgende Herren: Regierungsrat Dr. Zaun, Regierungs⸗ umd Gewerberat Dr. Hesse, Oberbaurat Stiehl, Baurat Dr. Neumann, Regie vungsrat Trapp, Gewerbemedlzinalrat Dr. Bethke, die Reglerumgs⸗Obersekretäre Leber, Flick, Lange, Geibel, Ries, Sander Behre, Kusche, Cronhardt, Müller, Kanzlei⸗Inspektor Uhlemann, Kanzlei Sekretär de Marne, aliptkassen⸗Kassierer Battenfeld, Bureaudiätar Opfermann. Ferner wurde der 18jährige Oberprimaner Wey⸗ rauch, der einen Protest wegen der Ausweisung seines Schuldirek⸗ tors mitunterschrieben hatte und deshalb seit drei Wochen in Unter⸗ suchungshaft saß, ausgewiesen. Sämtliche Ausgewiesene trafen mit⸗ tags gegen 11 Uhr in Frankfurt ein. Neue Zwangsmaßnahmen gegen die Eisenbahner. In Auswirkung des Befehls, nur der französischen Eisenbahn⸗ regie zu gehorchen, wurde im Bezirk Mainz mit Masfsnausweisungen von Ei kamten begonnen. In den Stationen Wiesbaden, Mainz, Bingen, Bingerbrück, Ganalgesheim und Kreuznach mußten bisher mehr als 50 Eisenbahner die innegehabten Dienstwohnungen sofort wumen und wurden erbarmungslos auf die Straße gesetzt, Politische Uebersicht. Konferenz der sozialistischen Parlamentarier. Die Verhandlungen zwischen den Vertretern der sozia⸗ listischen Parlamentsfraktionen Englands, Frankreichs, Bel⸗ giens und Italiens und des Deutschen Sozialdemokratischen Parteivorstandes wurden am Montag abend abgeschlossen. Mit ihrem Ergebnis wird sich am 29. März die erneut in Paris zusammentretende Konserenz der sozialistischen Parla⸗ mentarier befassen, zu deren Auffassung sodann der deutsche Parteivorstand wiederum Stellung nehmen wird. Die Aus⸗ sprache in Berlin ergab volle Uebereinstimmung: Die sozia⸗ listischen Parteien sind entschlossen, ihre Kräfte darauf zu konzentrieren, dem Ruhrabenteuer ein möglichst schnelles Ende zu bereiten und eine endgültige Lösung der Repa⸗ rationsfrage herbeizuführen, die zur Wiedergutmachung der Kriegszerstörungen führt, der Wahrung des europäischen Friedens dient und der Leistungsfähigkeit Deutschlands Rechnung trägt. ö 0 Der Kampf gegen den Mädchenhandel. Die ungeheure Not, unter der weite Kreise des deutschen Volkes leiden, lastet ganz besonders auf dem weiblichen Teil der Bevölkerung. Ein nicht in übertresfendes Oster⸗Angebot Mengenabgabe vorbehalten! — 95 ö 8 Sport⸗Mützen von 1500.— an Blaue Flieger⸗Nützen von 1900.— an Selbstbinder bete. 750.— en heiten von Strickbinder on 750.— an Woll-Filz von Haar- Filz Woll-Velour 6500.— Seid.-Velour an V Hosenträger Sportstutzeu i. W. u. Bw. Weib ben nie dem durch die Kolegs ger er ehen FaseHdersch und der dadurch bedingten Unmöglich beit für einen großen Prozentsatz der Frauen, sich zu verheivaten, hat diese Not zu Erscheinungen ge⸗ führt, die sogar die Aufmerksazakelt des Völkerbundes auf sich gelenkt haben. Eine Massenaus wanderung weiblicher Arbeitskräfte aus Deutschland, besonders in dis benachbarten hochvalutarischen Länder, und zahlreiche Fälle von Mädchenhandel, dem gerade deutsche Mädchen in den letzten Jahren zum Opfer follen, hat den Völkerbund zu Er⸗ hebungen über diese raurige Kriegssolgeerscheinung veranlaßt. Dabei hat er u. a. sestgestellt, daß in wenigen Monaten allein über 90 000 funge dcutsche Mädchen in Holland Stellung, meist als Haus⸗ angestellte, angenommen ho en, pfelsach in der Hoffnung, auf Grund des hohen Standes des holländischen Geldes sich Erfparnisse sammeln und die Voraussetzung für eine Verhetratung schaffen zu können. Dabei gab es allerdings viel schwere Enttäuschungen, weil die Be⸗ zahlung der deutschen Mädchen bei dem großen Angebot sehr schlecht ist und die Lebens haltung im Auslande dem Stand der eigenen Währung angepaßt und sehr teuer ist. Viel trauriger ist aber die Tatsache, daß allein in der Zeit vom November 1919 bis zum Mai 1921, also in 1½ Jahren, mehr als 3700 deutsche Mädchen in öffent⸗ liche Häuser nicht nur Europas, sondern vor allem auch der neuen Welt, geraten sind. Hier ist es besonders Südamerika, und in Europa 0 es die Balkanstaaten, in denen deutsche Mädchen die Bordelle füllen. Zur Prüfung und Abstellung dieser bedenklichen Erscheinung der Zunahme des Mäbdchenhandels tritt am 25. März in Genf, dem Sitze des Völkerbundrates, eine besondere Kommission zusammen, die be⸗ reits vor Jahresfrist Fragebogen an alle Länder verschickt hat, um dadurch die Grundlagen für die internationale soziale Fürsorge⸗ und Abwehrtätigkeit auf diesem Gebiete zu bekommen. Im Juni letzten Jahres hatte die Kommission in einer Sitzung beschlossen, auch in Deutschland und Amerika, die Großmächte, die nicht im Völkerbund vertreten sind, das Ersuchen zu richten, einen Vertreter für die Kom⸗ mission zu ernennen. Der Völkerbundsrat ist diesem Beschlusse bei⸗ getreten, und Deutschland wird voraussichtlich als Vertreter den Präsidenten Jung des deutschen Nationalkomitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels, ernennen. Die hohen Kosten, die sich zurzeit für einen Aufenthalt von drei Tagen in Genf auf rund eine Million Mark belaufen würden, machen es allerdings der Regierung und dem Na⸗ tional komitee unmöglich, sich schon bei der jetzigen Tagung versönlich vertreten zu lassen. Sachlich wird jedoch Deutschland, entsprechend dem großen Interesse, das die dort behandelten Fragen in der Nach⸗ kriegszeit für das deutsche Volk bekommen haben, mit dieser Kom⸗ mission des Völkerbundes zusammemarbeiten. Maßnahmen gegen die deutschvölkischen Wühlereien. Aus Thüringen wird vom Presseamt mitgeteilt: Die gleichzeitig mit den preußischen Erhebungen über gegen⸗ revolutioncre Machenschaften der rechtsradikalen Kreise in Thüringen eingeleiteten Untersuchungen haben außerordentlich belastendes Ma⸗ terial ergeben. Danach kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die Deutschvölkische Freiheiispartei in Ziel, Taklik und Organisastion mit der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei ohne weiteres identifiziert werden kann. In Thüringen ist die Nationalsozialistische Arbeiterpartei ver⸗ boten. Sie setzt aber ihre Arbeit unter der Flagge der Deutschvölki⸗ schen Freiehitspartei fort. In einer größeren Zahl von Städten Thüringens sind durch die amtlichen Erhebungen organisierte mili⸗ tärische Kampfeinheiten der Nationalsozialisten festgestellt worden. Auch wurden mehrfach Waffen und nicht geringe Munitionsmengen beschlagnahmt. Militärische Uebungen, zum Teil unter Leitung von — 3 2——— 1 Offeieren Haben statig funden. Ter engste Zug enhaug Heer Veranstaltungen mit der Hitlerbewegung ist erwiesen. Die Thür. Regierung hat umfangreiches Beweismaterial in ihren Händen über den rein putschistischen Charakter der rechtsradikalen Bewegung, die nicht mur über zahlreiche sestorganisierte Hundertschaften verfügt, son⸗ dern ihre Organssation bereits zu ausgesprochenen militärischen Ver⸗ bänden(Bataillone und Regimenter) durchorgansstert hat. Die Er⸗ mittelungen, die schon jetzt einwandfrei ergeben haben, daß der Rechts ⸗ rabikalismus auf den Bürgerkrieg und zwar auf nahe Sicht hin⸗ arbeitet, werden mit aller Tatkraft fortgesetzt. * Wozu? Der Hauptbahnhof Oberhausen, der von Belgiern und Fran⸗ zosen vom 23. Januar bis 16. März besetzt gehalten wurde, befindet sich nach den jetzt vorliegenden amtlichen Feststellungen in einem derartigen Zustand der Zerstörung und Verwüstung, daß der Betrieb vorläufig noch nicht wieder aufgenommen werden kann. Sämtliche Burecuein richtungen, Maschimen usw. sind planmäßig zerstört, alle Akten zerstreut, die Fenster⸗ und Türscheiben eingeschlagen, die Ge⸗ päckstlicke in den Gepäckaufbewahrungsräumen und die Güter in den Eilgüterschuppen ausnahmslos gestohlen, auch die großen Lagerhallen des Glite rbahnhofes find ausgeraubt. Der Schaden kann nur dann eiwigermaßen geschätzt werden, wenn man bedenkt, daß in den Lager⸗ hallen täglich dreihundert Eisenbahnwagen entladen und ebensoviele beladen werden. Was nicht mitgeschleppt wurde, ist zerstört. Bonbons, Waschpulver und Kautabak liegen zentnerweise im Schmutz. Die Eisenbahnwagen eines noch nicht entladenen Zuges wurden fämtlich erbrochen und der Inhalt gestohlen oder zerstört. Neue Fahrräder wurden der Bereifung beraubt und zertrümmert, Nähmaschinen und Harmoniums zerschlagen, Leder, Schuhwaren, Farbwaren und alle möglichen Gegenstände umhergeworfen. Mehrere Wagen Umzugsgut sind ebenfalls übel mitgenommen: Matratzen, Sofas und Wäsche sind zerschnitten, die Möbel zertrümmert und die Familienbilder zer⸗ schlagen. Im ganzen Bahnhof ist keine einzige Fensterscheibe mehr ganz. Die Umiformstücke der Beamten sind zerschmitten und mit Kot beschmiert. Warum, wozu solche ebenso planmäßigen wie sinnlosen Zer⸗ störungen? Wächst die blinde Vernichtungswut der losgelassenen Soldakeska der französischen Regierung über den Kopf oder ordnet die letztere selbst die Verwüstungen, um ihr„Hindenburgprogramm“ am Dollarstand unverändert: ca. 20 900 Mark. Versammlungskalender. Gießen. Freie Turnerschaft. Am Karfrettag: Turn⸗ gang nach dem Stoppelbera bei Wetzlar. Abmarsch 7% Uhr pünkt⸗ lich von der Lahnbrücke. Alten⸗Buseck. Freie Turnerschaft. Donnerstag, den 29. März abends 8½ Uhr Mitglieder⸗Versammlung. Um voll⸗ zähliches Erscheinen sämtlicher Mitglieder wird gebeten. D. V. Kesfelbach. Wahlverein Samstag, den 31. Mäcz abends 8 Uhr findet unsere Monatsversammklung im Vereinslokal statt. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Alle Genossen müssen erscheinen. Mitgliedsbücher sind mitzubringen. Geschäftliches. Im Zeichen der Teuerung steht die Welt. Deshalb muß die Hausfrau wenigstens für ein billiges Familiengetränk sorgen. Legt sie Wert auf Güte und Wohlgeschmack, so fällt ihr die Wahl nicht schwer, zumal viele ihrer Nachbarinnen das vorzügliche Haus⸗ getränk seit Jahrzehnten kennen und schätzen. Es heißt:„Kathrei⸗ ers Malgzkaffe.“ Sto Hamenkaus Weinrich Haun Giessen Bahnhofstrasse Telephon-1403 empfiehlt In nur zuverlässiger Siuytkenhalter 750er Aermelhalter 250 an 155 Ab. 75 Oan Bauer! Tuchhandlung Vereinigte sopfaldemokratische Partei für Herren⸗ und Damen⸗Belleidung Qnalitätsware. Reichhalt. Auswahl Billigste Preise Einen Posten blauen Cheviot Ia Ware, 18500 Mk. pro Mtr. Fernsprecher 1669, Moltkestraße 221 Haltestelle d. Straßenbahn(Rote Linie) Ortsverein Gießen. ö Donnerstag, 29. März, abends 8 Uhr im Gewerkschafthaus Mitglieder⸗Versammlung Tagesordnung: Bericht der Landtagsabgeordneten Kiel und Mann über hessische Angelegenheiten. Schleifenbinder Waal e bon N an N Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand Fertige Schleifen 95.—5 755 l unschet cn Uöpfc Preislagen dle lemüse- 8 3— 55 rr l 3 1 Schillerkragen, Pique 10 wei neue Schriften Spazierstöck f 1 a Ut! pazierst E Sportserpiteur mit Kragen 2750.— nhensamhen, N 800 barer 1 5 e 5 i e f rstellen, i über Sowje 03 Schirme Norm al⸗Hosen pa Qual. 8500.— ee e he bererschtenen ist, find eindenefen: 1 Seu De. Schäffer 8 e 500— Rolle Der Arbeiter in Sowjetrußland. Normal⸗Hemden, wollgem. 9500. tele 8 i onen . 8 20 0. Eifeler Die Bilanz d. kommunistischen Wirtschaftspolktik 1 1 krad Eiusatzhemden wß.⸗Matco 12 500.—[csg see Pelle 24 Mete: 118 kurerde oder Stwerlschaften 1 Poli reg 280000. 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