8 . 2 8 5 eee, 5 3 2 4 7 25 . 2 . S hat am Samstag sämtliche Oberpräsidenten angewiesen, die u ge mehrere rechtsradikale Hochverräter, die unter der Republik lltebung bezweckten. bhat der preußische Minister des Innern dem deutschen Volke minister auszuspielen. Hberhe g 58 a Organ für die Intere wer der Provinz Oberhessen und der Nachbar lkazeitung ssen des werktätigen Volke Ge 5 gebiete. disneher Zul er enen mit den Beilagen„Das Blatt der Frau und„Land⸗ 5 2* 1 g Dur o le left berg. 5000.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120.— Mt Verantwortlicher Redakteur: Für den Inseratenteil verantport Cie., sämtlich in Gießen. Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis he trägt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder deren — Mk., auswärts 80.— Mk., die Reklamemillimeterzeile 500.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. — 0 E Gießen, Dienstag, den 27. März 1923 18. Jahrgang Deer deutschvölkische Hochverrat. Schupo alarmbereit.— Die zweifelhafte D. V.— Cunos Fehlgriff. Cuno trotzdem am Sonntag die Führer des geplanten Hochverrats, die Graefe, Wulle und Henning, empfangen hat, um mit ihnen über die Auflös zu konferieren. Damit hat der Rei gerade keinen guten Die jenen Verrätern, bürgerlichen Redner zeichnet wurden, Handlungsweise wohnten Graefe, von den maßgebenden preußischen nicht empfangen werden, davon sind wir überzeugt. Festnahmen in Breslau. lau wurde eine Anzahl Personen im Zusammen⸗ sch⸗völkischen Putschabsichten fest ch Witt, der Ingenieur Heinz „ serner eine F Der preußische Minister des Innern, Genosse Severing, Polizei in Alarmbereitschaft zu halten. Gleichzeitig ist gegen die in Berlin in Polizeigewahrsam genommenen Deutschvölkischen Führer 5 10 richterlicher Haftbefehl 5 ergangen. Beide Tatsachen sprechen dafür, daß Gefahr im Verzuge war und die verhafteten rechtsradikalen Elemente micht so harmlos find, wie Graefe, Wulle und Henning es jetzt dank ihrer Immunität und dank der ihnen angeborenen Verlogenheit behaupten. Severing, dessen Zurückhaltung und Klugheit bei allen Koalitionsparteien, aber auch bei den Gegnern, geachtet wird, ist nicht der Mann, der vielleicht aus Mervofität die Polizei in Alarm versetzen könnte. Wenn er sschon handelt und die Staatsgewalt in Alarm versetzt, dann müssen, davon sind nicht allein wir überzeugt, triftige Gründe vorliegen. Die richterlichen Haftbefehle gegen bereits zur Seltenheit wurden, bestätigen ebenfalls daß die weutschvölkische Turnerschaft, und wie die harmlosen Klubs dalle geheißen haben, mehr als körperliche und geistige Durch die Vereitelung eines deutschvölkischen Putsches einen großen Dienst erwiesen. Um die Abwehrfront an der Ruhr gegen den äußeren Feind vor dem endgültigen Zu⸗ ssammenbruch zu bewahren, mußte Severing so handeln, wie ter gehandelt hat. Man solste deshalb annehmen, daß ihm won allen Seiten Dank zuteil wird und sich insbesondere die Kreise auf seine Seite stellen würden, denen die Abwehr⸗ front an der Ruhr mit dem Mundwerk über alles geht. Stgtt dessen sagen jedoch die Deutschnationalen dem preußischen Minister des 5 Innern den Kampf. fan. Damit identifizieren sie sich mit den Hochverrätern um Wulle, Graefe und Henning. Es zeigt sich also in erfreu⸗ licher Klarheit, daß die Abwehrfront für die Deutschnatio⸗ nalen lediglich Kulisse zur Verwirklichung einer Rechts⸗ politik sein sollte, daß ihnen die Interessen, die an der Ruhr verfochten werden, gleichgültig sind, nachdem sie sich davon überzeugen mußten, daß sich die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes unter dem Vorwand der Stärkung der Ab⸗ wehr von der Rechten nicht mißbrauchen lassen will. Wir betonen deshalb heute nochmals, daß es für uns niemals eine Gemeinschaft mit jener Partei geben konn, die sich mit Hochverrätern identifiziert. Solchen„vaterlandslosen Ge⸗ sellen“ gebührt nur unser entschiedener Kampf. Ob auch die Volkspartei zu dieser Kategorie von Deutschen gehört, wird sich bald zeigen müssen. Im Preußischen Landtag ist der volksparteiliche Fraktionsredner aus Anlaß der sozial⸗ demokratischen Interpellation über die Selbstschutzorgani⸗ sationen erfreulicherweise von jenem Gesindel abgerückt, das die Not des Volkes benutzen will, um seinen Interessen mit Gewalt zum Ziele zu verhelfen. Dagegen hat ein Teil der Reichstagsfraktion der Volkspartei am Samstag bei der Ab⸗ stimmung über den Antrag Graefe den Eindruck erweckt, daß sie mit Graefe über die widerrechtliche Auflöfung seiner Putschorganisation eines Sinnes ist. Noch offener gebärdet sich das parteioffizielle Organ der Volkspartei, die Zeit. Dieses Blatt wendet sich nicht nur dagegen, daß der Name Ludendorff gemeinsam mit den Putschisten genannt wird, trotzdem Ludendorffs Beteiligung offiziell festgestellt ist, sondern erkennt den Hochverratern noch eine„ehrliche Vaterlandsliebe“ zu und bemüht sich mit den Deutschnatio⸗ nalen, die Reichsregierung gegen den preußischen Innen⸗ Es wird Zeit, daß Herr Stresemann bald Heerschau hält und Klarheit darüber schafft. ob die Volkspartei ernsthaft auch das deutschvölkische Verbrecher⸗ tum deckt. Der Reichsregierung wird nichts anderes übrig bleiben, als sich der Auffassung des preußischen Innenministers an⸗ zuschließen. Das ergibt sich schon daraus, daß Severing seine Aktion in Uebereinstimmung mit maßgebenden Persön⸗ lichkeiten des Reiches eingeleitet hat, nachdem auch diese Persoönlichkeiten der Auffasfung waren, daß die Pläne der gemeingefährlichen Hochverrat hinausliefen. Das dürfte auch dem Reichskanzler bekannt Verwunderung darüber Deutschoölkischen auf einen sein. Wir müssen deshalb unsere nst erwiesen. die Tür zu weisen. Auch in Bres hang mit den deut der Ingenieur Eri Kaufmann Haus Werner Stirius, aus Breslau und ein ehemaliger lin. Die Verhaftungen liegen zum Tei 0 Reichswehrossiziere als Roßbächer⸗ Von unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt: An der von Roßbach am Samstag in Waunsee abgehaltenen Kon⸗ ferenz haben insgesamt drei Reichswehroffiziere teilgeno Reichswehroffiziere des Reichswehrministeriums in der Versammlung zu infor⸗ chtgemäß über den Verlauf der rgesetzte Behörde berichtet. Außerdem daß die Reichswehr und insbesondere auch Geueral v. Seeckt bereits lange Zeit vor der Verhaftung Roßbachs auf das schärfste vor diesem gefährlichen politischen Abenteurer gewarnt und sein gemeingefährliches Treiben auf das schärfste verurteilt hat. Hochverräterisches Treiben in Baden. rbotenen Organisatio⸗ lten in den letzten Wochen an „ Ne u⸗ Es fehlt richtunggebende war dieser drei anwesend, offizieller Mission um sich über die Vorgänge mieren und hat auch pfli Versammlung seine vo können wir feststellen, Auch in Baden versuchen die ver nen Anhänger zu gewinnen. Sie hie verschiedenen Orten Versammlungen ab, so in Karlsruh Viel Erfolg hatten sie nicht. und Bayern vielfach stadt und Bonndorf. hier das in Norddeutschland oggressive antisemitische Element. In der Karlsruher Ver⸗ an der etwa 300 Personen teilnahmen, wurden von Red⸗ nern, die sich als Arbeiter bezeichneten, sprachen gehalten. Die Versammlung in Bonndorf sah in der Haupt⸗ Der badische Minister des Innern ie in dieser Zeit mehr denn je ge⸗ Gefühlspolitiker für die Zu⸗ sache ländliche Besucher. hat Vorsorge getroffen, daß d fährlichen Bestrebungen einsichtsloser kunft unterbunden werden. Thüringen packt scharf zu. umfangreiches Beweis material. Dem Berliner Tageblatt wird aus Weimar gemeldet: Die gleichzeitig mit den preußischen Ermittelungsverfahren über die Methode rechtsradikaler Kreise in Thüringen ein⸗ geleiteten Untersuchungen haben außerordentlich belastendes Danach kann es keinem Zweifel unter- liegen, daß die deutschvölkische Freiheitspartei nach Taktik und Ziel mit der nationalsozialistischen Arbeiterpartei ohne weiteres identifiziert werden kann. gierung hat umfangreiches Beweismaterial in ihren Händen. der rechtsradikalen Bewegung ver⸗ über zahlreiche festorganisterte ihre Organisation den(Bataillon Die Ermittelungen daß die Rechts⸗ f nahe Sicht Material ergeben. Die thüringische! Ueber den Charakter daß sie nicht nur Hundertschaften verfügt, bereits zu ausgesprochen militärischen Verbän und Regimenter) durchorganisiert ist. haben schon jetzt radikalen auf einen Bürgerkrieg und zwar au hinarbeiten. Die Untersuchungen werden von der thüringi⸗ schen Regierung mit Nachdruck fortgesetzt. Drei Hitlerkuriere abgefangen. d drei Kuriere Hitlers abgefangen ür die„Stoßtruppen“ gender Bericht drei Kuriere verhaftet worden, in daß sich sich sondern daß einwandfrei In Thüringen sin die mit Marschbefehlen f Dem Berl. Tagbl. ist darüber fo der Samstag nacht sind in Gera deren Besitz sich geheime die Mitglieder der Hundertschaft auf thüringischen Weida, sich bis h Von dort aus erhielt Die drei Kuriere kamen von Plauen her im Auto die Plauer Hundertschaft ussagen der Kuriere sind in der vergangenen weitere Automobile mit Kurieren mit augen. Sämtliche Offiziere trugen die offiziellen Befehle befanden. Darauf hieß es, in Hof Bayern), soweit sie Boden befinden, also vor allem die Truppen in eute mittag um 12 Uhr in Hof einzufinden hätten. en sie weitere Marschziele, die geheim zu hal- mobil, hatten. Nacht noch abge⸗ bereits alarmiert ähnlichen Aufträgen Armbinden ver aussprechen, daß stationglsozialisten. ung der Freiheitspartei chskanzler der Sache Er hätte besser getan, m Preußischen Landtag von einem u. a. als politische Hochstapler be⸗ Nur eine derartige an Kadavergehorsam ge⸗ Wulle und Henning wirken können. Instanzen Hochverräter Daß genommen, nämlich Wistinghausen, der rau von Reichenau Leutnant von Tettenborn aus Ber⸗ l bereits einige Tage zursick. die üblichen konfusen An⸗ 7 worden, waren. zugegangen. In pieren sich alle die grö organisationen: Exkr d. h. weiß⸗blau großl Auf Seiten Rupprechts steh allem Herr v. Kahr, Esche rich, Pittinger, Prof. Bauer, der Bund Bayern und Reich und ein Teil der sogenannten Vereinigten Vaterländischen Verbände. auf die eigentliche des Bundes Ober seitigen Werkzeuge de ziemlich unverblümt m⸗ in nicht gebilligt werden und unter den Führern Hitler ans Ruder käme. Bürgern der Bayernhetze“ nennen, durch Bayern und nicht rechtfertigt ist. Augenblicklich droht Ludendorff, gegen den da er Bayern nicht durch einen Putsch versauen solle. Wie Hitler hetzt. Die sozialdemokratische einer neuen Rede Hitlers, d Beschimpfung des deutschen Proletariats geleistet hat.„Die Deutschen verdienen, als Sklaven behandelt zu werden, da sie ein erniedrigtes Volk sind. Das deutsche Volk ist ein verlumptes und charakterloses Volk, das zu feige ist, einen andern als passiven Widerstand zu Hitler verspricht weiter den Putsch für die nächste Zeit, den die Landesverräter Fuchs, Machaus, Berger trotz des stürmischen Ver⸗ 3 Oberstleutnants Richert nicht durchführen konnten:„Der Kampf ist noch nicht zu Ende, die Erlösung wird von der Seite kom⸗ men, von der sie kommen muß. Es darf nicht heißen, daß wir nach dem Norden sehen müissen, marschieren, um dem deutschen Volk zu zeigen, was„deutsch“ heißt.“ t die übliche Hetze gegen den. Reichspräsidenten Ebert gar nicht daran, national zu sein, jetzt uschein, weil es mal nicht anders geht. Er hört sich Vaterlandsliebe an und hatte die„Gnade“, das Deutschlandlied zur Nationalhymne zu erheben!“ Um die sittliche Unreife Adolf Hiklers vollständig deutlich zu machen, zitiert die Münchener Post noch einen Ausspruch, den Hitler im Jannar angesichts des tat:„Ich bedauere, d ins Ruhrgebiet eingerü Deutschnationale Unverschämtheit. Die Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Volks⸗ hat eine Interpellation im Reichstag eingebracht. die die Reichsregierung fragt, was sie gegen den„Ueber- griff“ des preußischen Ministers des Innern in Sachen Selbstschutzorganisationen zu tun gedenkt. Ferner hat die Fraktion folgenden Antrag eingereicht: Der Reichstag wolle die Reichsregierung aufzufordern, dahin zu wirken, daß den landesverräterischen und zum Umsturz auf- hetzenden Aeußerungen der kommunistischen Presse, ins: besondere Roten Fahne, den militärischen Vorbereitungen und dem gewaltsamen öffentlichen Vorgehen linksradikaler Organisationen mit allen strafrechtlichen und polizeilichen Mitteln entgegengetreten wird. de; Natürlich fehlt nich „Frliher dachte gibt er sich den A sogar bisweilen Die Hochspannung in Bayern. Mag man die Gefahr eines Rechtsputsches in Preußen durch das energische Zugreifen des preußtischen Innenministeys Genossen Severing als vorläufig gebannt ansehen, so ist in ayern die politische Situation gegenwärtig noch als höchst kririsch zu be⸗ Nur die Uneinigkeit der beiden rechtsradikalen Macht⸗ d das Fehlen einer Putschparole halten bisher den schwebenden Zustand aufrecht. 3 Um zwei gegensätzliche Persönlichkeiten, die sich zur Erreichung ihrer ehrgeizigen Ziele gegensätzlicher Prinzipten bedienen, grup⸗ ßeren und kleineren Putsch⸗ und Kampf⸗ onprinz Rupprecht gegen General Ludendorff, bayerisch gegen schwarz⸗weiß⸗rot großdeutsch. bt die stärkste Partei Bayerns, stehen, von bekannten Namen vor General Ludendorff stützt sich dagegen n Kampforganisationen der Nationalsozialisten, land, der Reichsflagge usw. und ist deshalb Rupprecht militärisch weit überlegen Die g steht zwischen diesen beiden Macht⸗ Wirkungsmöglichkeit sehr stark beein⸗ Verseuchung ihres Beamten⸗ und Polizei⸗ llerdings noch nicht gegenseitig e beschimpft, ein„ lauchtes Haupt“ genannt: aber umso hitziger führen die beider⸗ n Kampf. Ludendorff warf den Weißblauen Neigung zu Landesverrat und Zusammen⸗ Franzosen vor und mußte sich dafür von der volksparteilichen Presse mit einer ganzen Serie von Schimpf⸗ namen belegen lassen. Nun Herrn v. Soden über die nehmen und erscheint in bengalischer Beleuchtung treudeuts 5 Gesinnung und heftiger Franzosenfeindschaft. Mit dieser„Reini⸗ ur“ verbindet Rupprecht jedoch noch einen Hieb auf Schildknappen Hitler und Kylander, deren Opposition Politik passiven Widerstandes in diesem Augenblick könne. Hitlers Programm sei ganz negativ, 7 der Nationalsozialisten seien zu viele Fana⸗ tiker und ehrgeizige Leute, die hoffen, Minister zu werden, wenn Kurz, es handle sich um Leute, denen die zur Leitung von Staatsgeschäften nötige politische Vorbereitung ab⸗ Man dürfe heute um keinen Preis den Eindruck erwecken, daß Frankreich für die Verwirklichung seiner Pläne auf die inneren Parteikämpfe in Deutschland zählen dürfe. Heute handle es sich um die Existenz Deutschlands! Diese schönen W. Herr Rupprecht von Wittel läßt sich auch Rupprecht durch einen schwebenden politischen Fragen 2 orte sind so lange politisch wertlos, bis nicht sbach einen klaren und bündigen Thron⸗ verzicht ausspricht und sich in Reih und Glied mit allen anderen Deutschen Republik stellt. Bis zum Tage dieses Ver⸗ zichtes wird sich Erkronprinz Rupprecht durch die republikanische und insbesondere sozialdemokratische Presse der liebevollen Auf⸗ merksamkeit erfreuen müssen, die seine Anhänger„vergiftende die jedoch durch die Gefahren, die ständig zuletzt Rupprecht selbst drohen, voll ge⸗ die größere akute Gefahr von General s Wort des Dr. Heim gemünzt war, daß Münchener Post bringt Auszüge aus ie alles übertreffen, was Hitler bisher an sondern wir müssen gegen den Norden Einbruchs der Franzosen ins Ruhrgebiet aß die Fronzosen nicht schon vor vier Jahren ickt sind, denn dann würde Auer schon längst r—ů—— — 8 7 5 1 Ablenkungsmandver. Mit außergewöhnlichem Eifer sucht die deutschnationale Presse nach kommunistischen Hundertschaften in Preußen, die ebenfalls das Ziel eines Umsturzes verfolgen sollen. Sie will damit den Beweis von der parteimäßigen Einstellung des preußischen Innenministers liefern, der wohl rechts⸗ radikale Organisationen auflöst, sich aber an linksradikale Selbstschutzverbände nicht heranwagt. Der Eifer der deutsch⸗ nationalen Presse und der vom gleichen Geist beseelten Korrespondenzen war nicht vergebens. Man hat kommunisti⸗ sche Hundertschaften entdeckt! Diese Entdeckung begrenzt sich aber ausschließlich auf das neubesetzte Gebiet, wo be⸗ kanntlich durch die Maßnahmen der Besatzung die Polizei⸗ gewalt des preußischen Innenministers ausgeschaltet ist. 11 stört die deutschnationale Presse jedoch nicht, prompt stellt sie in ihrer Verlogenheit eine parteimäßige Einstellung Severings fest! Trotzdem bleibt die deutschnationale Ent⸗ deckung ein glänzender Reinfall! Zur Kennzeichnung der Deutschvölkischen. Für die Charaktereigenschaften der deutschvölkischen Führer richt folgende Tatsache: Die Deutschvölkische Freiheitspartei sah i Hauptziele in der gewaltsamen Aenderung der Stgatsver⸗ fassung und der Bekämpfung des Judentums. Dos hindert diese —.—.— Gesellschaft jedoch nicht, die große Berlinor Presse über rgendwelche Beschlüsse der Deutschvölkischen Freiheitspartet oder etzt über Maßnahmen gegen die Auflösung dieser Organisation musschließlich durch eine Korrespondenz unterrichten zu lassen, die seit un ihrer Existenz sich in dem Besitz eines Juden befindet. Es handelt sich um die sogenannte B. S.⸗Korrespondenz, deren In⸗ haber Herr Martin Sochachewski ist. In die Putschpläne der bayerischen Hochverräter ist, wie be⸗ wd auch ein Kohlenhändler namens Johannes k ver⸗ wicke Unser Prager Parteiblatt, Der Sozialdemokrat, ist in der Lage, einige Einzelheiten aus der Vorgeschichte dieses Hakenkreuz⸗ lers mitzuteilen. Herr Johannes Munk hieß früher Jakob Mund und ist in Brünn als Jude geboren. In Prag hatte er vor dem Kriege die Vertretung der Firma Beyersdorsf u. Biach in Wien. 5 dieser Stelle hatte er Gelegenheit, sich für seine spätere Lauf⸗ ahn vorzubereiten. Nach der Aufdeckung eines Fehlbetrages von 0 000 Friedenskronen verschwand er nach Amerika, wo er eine Auskocherei errichtete. Da diese nicht reussierte, kam er bei Aus⸗ des Krieges wieder nach Europa zurück. Er trat aus dem Judentum aus und änderte seinen Vornamen in Johannes um. In München etablierte er sich als Kohlenhändler und suchte An⸗ schluß an die rassenreinen Arier. Schließlich landete er bei den Monarchisten, die wahrscheinlich nach dem Gelingen des Putsches ine Händlertalente gewürdigt hätten. 1 Graefe und Wulle protestieren weiter. Graefe, Wulle und Konsorten protestieren weiter. Selbst am Sonntag haben sie die behördlichen Instanzen nicht in Ruhe gelassen. Belästigt wurden der Reichsinnenminister und der Reichsminister der Justiz. Dr. Heinze suchten die Hochverräter in persönlicher Aussprache ihre Auffassung mit⸗ uteilen. Dem Reichsinnenminister wurde eine schriftliche Eingabe überreicht, in der ebenfalls der Versuch gemacht wird, ihn gegen die preußische Regierung auszuspielen. Er soll die verfassungsmäßige Zulassung des Verbots durch den Minister eines Einzelstaates sofort prüfen. Außerdem haben Graefe und Wulle die Haftentlassung ihrer in Haft befindlichen Instrumente durch die Rechtsvertretung ge⸗ fordert, da die Beschuldigung der Zugehörigkeit zu einem Geheimbund und des Hochverrats nicht zuträfe, ferner Ver⸗ dunkelungsgefahr und Fluchtverdacht nicht vorläge. Im Laufe des heutigen Tages soll auch der preußische Innen⸗ minister, Genosse Severing, mit einem schriftlichen Protest „beehrt“ werden. 5 Daß das etwas hilft, das werden die Hochverräter selbst nicht glauben, wie wir nicht glauben, daß alle ihre Proteste auch nur den Staatsgerichtshof veranlassen könnten, die Entscheidung des preußischen Ministers der Innern zu revidieren. Neue Neparationsprobleme. Poincarés Fühlhörner. b Der französische Ministerpräsident wird voraussichtlich noch vor den Osterferien in der Kammer eine Erklärung über die Ruhraktion abgeben. Wenn Poincars sich dazu entschlossen hat, so ist das ein Beweis dafür, daß die Unge⸗ duld selbst der Kammermitglieder größer und größer wird und daß man endlich aus offiziellem Munde in breiter Oeffentlichkeit über das Fiasko etwas hören will. Es bleibt kaum zu erwarten, daß durch die angekündigte Erklärung des französischen Ministerpräsidenten die Situation insofern geklärt wird, daß bald die Möglichkeit zu Verhandlungen entsteht. Vorläufig läßt die französische Regierung und die ihr nahestehende Presse die verschiedensten Reparations⸗ probleme in die Debatte werfen, ohne sich jedoch gebunden zu fühlen, wenn von der Gegenseite im Grunde Ueberein⸗ stimmung mit diesen Plänen herrscht. Neuerdings lehnt das Echo de Paris das Londoner Zahlungsstatut als Grund⸗ lage für eine Neuregelung der Reparationsfrage ab. Es befürwortet jedoch einen Zahlungsplan, wonach die deut⸗ schen Verpflichtungen zu bemessen wären: 1. Nach den für den Wiedergufbau der verschiebenen in Betracht kommenden Länder erforderlichen Summen. Dieser Teil der Re⸗ paration wäre mit einer Priorität auszustatten. „ Nach dem Betrag der englischen Schuld bei den Vereinigten Staaten, zuzüglich des Betrags der französischen und jtalienischen Schulden bei England und Amerika. Nach der Höhe der Besatzungskosten, die auf Grund einer ersten Hypothek zu ersehen wären. Ein amerikanischer Reparationsplan? Die römische Tribung veröffentlicht folgende Mit⸗ teilung, die in Paris unter Vorbehalt wiedergegeben wird. Danach hat der Vorsitzende auf dem internationalen Handelskammerkongreß in Rom, Fahy, erklärt, daß er ein Programm zur sofortigen Regelung der Reparationsfrage fertig habe, daß er dieses Programm aber nicht veröffentlichen wolle, bevor er die Zustimmung sämtlicher Alliierten dafür gewonnen hat. Das Programm soll darauf hinauslaufen, daß die amerikanischen Finanz- leute bereit sind, Frankreich den Betrag von 26 Milliarden Goldmark zu zahlen, wenn Frankreich sich dafür bereit er⸗ klärt, die Reparationsfrage ein für allemal als erledigt an⸗ zusehen. f Ramsey Macdonald über die Rolle Englands. Aus London wird gemeldet, daß der englische Arbeiterführer Ramsey Macdonald bei einem Festessen der auswärtigen Presse eine Ansprache hielt, in der er u. a. sagte: Frankreich und England müssen Freunde sein. Was imser Land vermeiden muß, ist, daß es in der Rolle eines Erzengels Gabriel, der vom Himmel auf die Erde ge⸗ kommen, auftritt und der Menschheit die Wohltaten seiner Erfahrung darbietet. Die Arbeiterpartei glaube nicht, daß das ihre Arbeit sei. Was wir wollen ist, daß die verschiedenen Länder unser Land als Bundesgenossen und Freund ansehen und daß wir zusammen die großen Probleme prüfen, die die Menschheit beun ruhigen. Macdonald sprach wekterhin von der interalliierten sozialistischen Abordmmg, die nach Berlin gesandt wurde, um über die Lage in Deutschland und r. ̃ ²˙ T. der amerikanischen Abordnung i ichten der aldemokratt 0 ne dee ee, sich ressionen handeln, sondern un Voyschläge, die 901 werden fl 5 ö Die Berliner Verhandlungen der Sozial⸗ demokraten. 791 7% Die am Samstag begonnenen Verhandlungen 112 5 dem Parteivorstand und Vertretern der Sozialdemokrat aller Ententestaaten werden erst heute zum Abschluß g i Die Besprechungen tragen einen durchaus freundschaftli ö Charakter und haben zu einer völligen Uebereinstimmung in Behandlung des Ruhrproblems und der Besetzung ge führt. In der Montagssitzung wird das aufzustellende gramm abgeschlossen werden, damit es dann in einer n Konferenz der maßgebenden Genossen aus den En ländern beraten und über seine Ausführung Beschluß„ faßt werden kann. g 3 Wir verlangen Klarheit von Cuno. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat beschlossen, in der bevorstehenden Sitzung des Auswärtigen Ausschusseß des Reichstags die Regierung um Auskunft darüber zu 0 suchen, was der Kanzler gemeint hatte, wenn er in München sagte:„Jede Diskussion über die Beendigung des gegen wärtigen Konfliktes muß von der vorbehaltlosen Räumun des Ruhrreviers ausgehen.“ Ferner wollen die Sozialdeme kraten über die Frage der Angebote der deutschen Regi und die damit zusammenhängende Möglichkeit einer Lösun des Reparationsproblems debattieren. f Mit Rücksicht darauf und weil der Kanzler am Samst an den Ausschußberatungen nicht hatte teilnehmen könne wird die Tagung des Ausschusses erst am Dienstag sta finden. Die Sozialdemokratie legt größten Wert auf Cunde Anwesenheit, da jetzt endlich eine Klärung geschaffen werden soll über die Außenpolitik der gegenwärtigen Regierung Dazu ist die Anwesenheit des verantwortlichen Letters det Reichspolitik notwendig, da sonst vielleicht der Fall 1. treten könnte, daß sein Vertreter bei der nächsten Gelegen heit desavouiert wird und wir vor der gleichen Situation wie heute stehen. f 05 1 Peinliche Anfrage an Poincaré. 9 Die Humanité richtet an Poincaré öffentlich die frage, ob es wahr sei, daß er die Absicht habe, kurz„vor vollständigen Niederlage des Ruhrunternehmens“ dir Kammer aufzulösen und Neuwahlen zu veranstalten. Das Blatt beruft sich darauf, daß von diesem Plon gesprochen worden ist und daß die Neuwahlen im September statt, fänden. 9 Neue Truppen nach der Ruhr. 0 Das 2. Jägerbataillon, das in Conde stationiert ist, hat Befehl 1 bekommen, am kommenden Montag in das Ruhrgebiet abzurücken 1 1 1 2 Palitische Uebersicht. Wie's die Steuerdrückeberger treiben. Bei den Steuerdebatten der letzten Zeit ist immer wieder von bürgerlicher Seite behauptet worden, daß die Steuern den Besitz unerträglich belasten. In Berlin ist in den letzten Tagen eine große Metallfirma, die vor noch nicht langer Zeit gegründet ist, in Zahlungsschwierigkejten geraten. Da⸗ bei stellt sich heraus, daß die Inhaber der Firma einen selbst für die heutige Verhältnisse unerhört großen Privatbesitz haben. In dem Bericht der Voss. Ztg, wird mitgeteilt: „Die gesamten Passiven erstrecken sich einschließlich der April⸗Engagements auf 4,5 Milliarden Mark, denen an ve ungefälr 1 Milliarde gegenüberstehen. Außerdem haben sich die Inhaber der Firmu bereit erklärt den größeren Teil ihres seh, beträchtlichen Privatbesitzes der Masse zur Verfügung zu stellenn Da sich hierunter flinf Automobile, zwei Motorbote, viele Perser⸗ teppiche, Klubsessel, ein Flügel und beträchtliche Werte an Geldz⸗ und Schmucksachen befinden, wozu noch Beteiligungen an anderen Firmen und ein nennenswerter Effektenbesitz tritt, können ein⸗ 2 1 Der Deserteur. 0 Roman von Robert Buchanan. Der Korporal humpelte zu einem Schränkchen und goß dort etwas Cognak in ein Glas, das er dem Sergeant reichte:„Trink' das, Kamerad, es ist besser als Wasser und wird Dir endlich die Zunge lösen. Was ist geschehen und wen hast Du gesehen?“ 5 i„Ich will Dir sagen, was und wen ich gesehen habe, Alter!“ rief Pipriac, sich den Schweiß mit einem großen baumwollenen Taschentuch, welches das Bildnis des auf seinem Schlachtroß sitzenden Marschalls Ney trug, von der Stirn wischen.„Alle Wetter, Deinen sauberen Couan von einem Neffen habe ich gesehen!“ „Rohan?“ schrie der Korporal mit Donnerstimme, während die beiden Frauen vor Angst und Entsetzen auf⸗ sprangen und der Geistliche erbleichte. „Ja, Rohan Gwenfern, den Malefizkerl— oder seinen Geist, das bleibt sich gleich. Befindet sich jemand in diesem Gemach, der seine Kleider erkennen würde? Wir haben sie ihm vom Leibe gezogen, wie einem Aal die Haut! Man sagt dem Aal nach, daß er aus seiner Haut schlüpfen kann: nun denn, das kann auch der, von dem ich spreche. Pierre! André! Wer von Euch hat den Plunder?“ Die beiden mit ihren Namen angesprochenen Gendarmen traten vor; der eine hatte eine zerfetzte Bauernfacke, der andere einen breitkremyigen Bauernbut in der Hand. 5„Wenn ein Geist Kleider trägt, so gehören sie ihm. Doch das ist jetzt alles eins, denn er wird sie nie mehr brauchen.“ Die beiden Kleidungsstücke gingen von Hand zu Hand, doch trugen sie keinerlei Merkmale, die darauf hindeuteten, daß sie dem Flüchtling gehörten. Pipriac sank erschöpft in einen Stuhl und gewann seine Sprache erst wieder, nachdem er sich mit einem zweiten Gläschen Schnaps gestärkt hatte:„Sein Blut komme über sein eigenes Haupt, ich trage keine Schuld an dem Unglück!“ l Der strenge Ausdruck, den das Gesicht des Korporals bei Nennung von Rohans Namen angenommen hatte, war gewichen. Er wollte etwas sagen, aber Marcelle trat, blaß bis an die Lippen, zwischen ihn und Pipriac:„Was wollen Sie damit sagen?“ schrie sie auf.„Sie haben ihn doch nicht——2?“ Dabei warf sie einen entsetzten Blick auf die aufgepflanzten Bajonette der Leute. „Der olte Pipriac ist zwar ein schlechter Kerl, aber so schlecht ist er nicht, meine Liebe! Zum Teufel, war er denn nicht seines Vaters Sohn und war Raoul Gwenfern nicht Pen Pipriacs bester Kamerad? Beim Antlitz des Kaisers! ich habe dem Schurken kein Haar gekrümmt!“ „Gott sei Dank! Dann ist er Euch entronnen?“ rief der Geistliche. „Doch nicht! Ich will Euch allen, die Ihr hier seid, die Geschichte haarklein erzählen. Ihr wißt, wir haben ihn bereits für tot gehalten, da wir vergebens Himmel und Hölle nach ihm durchstöbert hatten. In der ganzen Gegend gibt es außer dem Meeresgrund kein Plätzchen, das wir nicht durchsucht haben. Ein anderes Geschäft veranlaßte uns heute trotz des abscheulichen Wetters auszugehen. Auf dem Rückweg von einem kleinen Gehöft, wo wir einen guten Schluck entdeckt hatten, kamen wir an dem großen Stein dort drüben vorbei. Da erblickten wir einen Mann, vom Mondschein beleuchtet, mit dem Rücken uns zugekehrt. Ich erkannte ihn sofort, obgleich ich sein Gesicht nicht sehen konnte. Als er sich umdrehte und uns anstarrte, war er so blaß, daß ich ihn für einen Geist hielt— das gestehe ich offen. Der arme Teufel sah so mager und abgezehrt aus, so weiß wie der Tod. Korporal, es war Dein Neffe— Rohan Gwenfern.“ 2 „Er ist nicht mehr mein Neffe,“ grollte der Veteran, aber seine Stimme zitterte dabei merklich. „Ich weiß nicht, wie es gekommen ist, aber im nächsten Augenblick stürzten wir uns auf ihn— ich Andrs, Pierre und die anderen. Andrs war der einzige, der ihn festhalten konnte, uns andere schüttelte er wie Mäuse ab. Ehe wir uns versahen, war er zwanzig Meter weit gelaufen und hatte Andrs nach sich geschleppt. Zum Teufel! Er sah wie der Löwe von Algier aus, der den Mann wegschleppt! Andre Hilfe; ihn konnte der Deserteur nicht abschütteln. festigten unsere Bajonette und stürmten nach.“ Im Eifer der Erzählung war der Sergeant aufge⸗ sprungen, alle Anwesenden umstanden ihn im Kreise und lauschten mit gespannter Neugier. 4 „Nur keine Gewalt!“ kommandierte ich.„Fangt ihn lebendig! Als wir ihn wieder packten, waren wir kein zehn Schritte von dem Rande der großen Klippe entfernt, die wie eine glatte Wand aussieht. Die Flut war gerade hoch und das Wasser unten pechschwarz. Wir sechs kriegten ihn bald unter, aber es bedurfte unserer ganzen Kraft- das kann ich Euch verfichern. Wir hielten ihn so fest, daß et sich nicht rühren konnte!“ Wir 55. „Bravo!“ schrie Mikel Grallon. N „Du hast leicht„Bravo“ schreien,“ fuhr der Sergeant wütend auf.„Nicht einmal der Mann mit dem Pferdefuß hätte den Kerl bändigen können! Er lag eine Minute ganz ruhig, dann begann er sich herumzuwälzen. Ihr seid Fischer und habt wohl oft versucht, einen Meeraal festzuhalten, ohne daß es Euch gelungen wäre, Nun so ging es uns mit ihm Ehe wir recht ahnten, was er eigentlich im Sinne hatte, hatte er sich bis an die äußerste Kante der Klippe gekugelt.“ Marcelle schrie entsetzt auf, auch die übrigen Anwesenden überlief eine Gänsehaut. 1 „Wir waren sechs gegen einen und trotzdem konnten wir ihn nicht zurückhalten. Ich umklammerte mit beiden Händen seine Jacke, André hielt ihn an den Beinen fest, die anderen an den Armen. Als ich endlich begriff, was er vorhatte, stockte mein Herz, ich riß Andre das Bajonett aus den Händen, denn ich sah nur einen Ausweg, hielt den Burschen noch immer mit einer Hand fest und schrie ihn an:„Taufend Teufel, halt still oder ich ersteche Dich!“ Er sah mich fest an, sein Gesicht war leichenblaß, seine Lippen fest aufein⸗ ander gepreßt. Ich werde den Blick nie vergessen! Im nächsten Augenblick lag er flach auf dem Bauche, und schlüpfte aus der Jacke. Himmel und Hergott, ihr hättet das sehen müssen! Ich sag, Euch, der Kerl hat den Teufel im Leibe! Die Erde gab unter der Schwere seines Körpers hatte seine Flinte und Mütze fallen lassen und schrie um nach und ehe wir auch nur ein Glied rühren konnten, war er in der Tiefe verschwundey!“(Fortsetzung folgt. 1 — . r.., S S 2 2 S2 GGW ich die P rz„dor d mens“ alten. gesproß ember fit aben sich h il ihres ag zu sell⸗ viele Pert. rte au geh 5 n an anden bönnen eb — u. Wit h. ant auß Kreise m „Fangt 1 * zurzer Zeit einen P sinanzministerium zu dieser interessanten Frage. 55 N dierungsvorlagen. Der Betriebsstock der Seni wan ü se Denkt, und stellt i e e 9 Wat lich an ezer often die vorhandenen Aklwmassen mit 255 Mee bewertet werden.“ Danach haben die Betreffenden in verhältnismäßig besitz von 1,5 Milliarden Mark er⸗ porben. Diese Talsache ist eine Bestätigung für die immer on uns vertretene Auffassung, daß in Zeiten der Geldent⸗ wertung die Steuerlasten der Besitzenden sich außerordent⸗ ich verinindern und die Steuergesetzgebung durch das Ver⸗ stecken von Geldwerten in Sachwerten zur Steuerhinter⸗ ziehung geradezu anreizt. Es wäre interessant, zu erfahren, uh dent katsächlichen Vermögensbesitz der Inhaber der Firma won 1.3 Milliarden Mark auch eine entsprechende Steuer⸗ leistung gegenüberstand. Vielleicht äußert sich das Reichs- 0 FVaollar und Fleischpreise. Obtbohl nach dem Rückgang der Einfuhr von Futtermitteln, der in den 1 Jahren zu verzeichnen war, die deutsche Viehzucht fast zutsschlie ßlich mit inländischem Getreide und Hackfrlchten arbeitet, hat siich bekanntlich der Fleischpreis dank dem Segen der freien Wirtschaft nußerordeitlich dem Dollarpreis angepaßt. Die Folge davon war, daß sowohl die Einfuhr von Gefrierfleisch wie diejenige von antsländischem Vieh sich eine ganze Zeitlang billiger stellte als das Hetsch inländischer Erzeugung. Erst nachdem die fremde Konkurrenz ssich Wed gingen die Viehpreise zuriick, aber auch jetzt vollzog sich bote Abwärtsbewegung mit dem Fallen des Dollars viel langsamer, als früher die Preise mit dem Steigen des Dollars emporgeschnellt waren. Ein Bild von der Preisentwicklung am Viehmarkt gibt solgende Uebersicht der Höchstpreise, die für je ein Pfund Lebend⸗ gewicht der bezeichneten Viehgattung bezahlt wurden: 75 Stand des Dollars Rinder Kälber Schafe Schweine 16. Januar 11875 1100 1150 750 1500 31 Januar 49000 2900 2400 2500 3400 17. Februar 19500 2800 2600 2100 3200 15. März 20822 2500 2500 2200 2900 „Ttot Prefsabbau am Viehmarkt dem die Fleischpreise im Klein⸗ handel wiederum nur zögernd gefolgt sind, ist für breite Bevölke⸗ nungsmassen das Fleisch ein immer noch umerschwingliches Nahrungs⸗ mittel. Es wird weiter Aufgabe der Behörden sein, durch die Begün⸗ tigung der Einfuhr billigeren Fleisches und die scharfe Handhabung ber Wucherbestunnmmgen die Fleischpreise zu senken. 1 Der Fiuanzausschußt erledigte am Freitag zunächst zwei Re⸗ wird mit Müchsicht auf die Geldentwertung und die ständig wachsenden An⸗ forderungen auf 6 Milliarden erhöht und die Regierung er⸗ mächtigt, die hierzu erforderlichen Beträge im Wege des Staats⸗ kredits flüssig zu machen. Weiter wird zur Deckung des Geld⸗ bedarfs für außerordentliche Staatsausgaben, vornehmlich für VBaugzwecke, der Betrag von 2862 450 000 Mk. bewilligt.— Eine Reihe von Anträgen und Vorftellungen zu den gestern verab⸗ schiedeten Kapiteln wurden für erledigt erklärt. Kapitel 4 Weingüter) wird genehmigt Bei Kapitel 6(Bad Nauheim und Bad Salzhausen) wird von der Regierung auf Anfrage mitgeteilt, daß die Bäderpreise auf Grund der Selbstkosten berechnet werden und gleitend gestaltet sind. Danach kostet ein Bad zurzeit, 5250 Mk., für Ausländer den dreifachen. nämlich 15 750 Mk.— Eine schärfere Erfassung der Ausländer, die von einer Seite gefordert wurde, lehnt die Regierung ab, da sie nicht dem Interesse Bad⸗ Maußeims entspricht. Hierauf ergriff der Finanzminister das Wort zu einem längeren Ueberblick über die Finanzlage des Landes. Daraus geht hervor, daß die wirtschaftliche Entwicklung, seit der Aufstellung des Voranschlags, dazu geführt, daß alle Zahlen des Vor heute weit überschritten. Der Minister entwickelt im einzelnen, wie er sich die Deckung des gewachsenen Bedarfs die Erhöhung der Grundsteiter in Aussicht. Da⸗ meben teilte er mit, daß im Schoße der Regierung furzeit ein Prößeres, sich auf alle Ressorts exstreckendes Sparprogramm aus⸗ geaybeitet werde. In die Besprechung der Einzelheiten wurde nicht zeingetreten, die Regierung vielmehr aufgefordert, ihre Vor⸗ sschläge schriftlich vorzulegen. Die Kapitel 810(Steuer) wurden Harauf angenommen. Zum Schluß wurde Kap. 7(Landes⸗ theater) besprochen. Die Regierung macht Mitteilung über die [Einnahmeentwicklung des Theaters. Daraus geht hervor, daß die (Einnahmen auf das 1300 fache, die Ausgabe auf das 900fache ge⸗ sstiegen fund. Auch der Fehlbetrag ist nicht so gestiegen, wie die allgemeine Geldentwertung. Auf eine Anfrage wurde mitgeteilt, daß für frühere Angestellte des Landestheaters über die Rechtsver⸗ zpflichtung hinaus 15,9 Mill. Mark aufgewendet werden. Eine Schließung des Theaters(die nicht gefordert wurde) würde im zersten Jahre weiterlaufende Verpflichtungen von 600 Millionen Mark erfordern g. Deuntscher Reichstag. Obstruktion der Brotverteuerer.— Putschistenverbrüderung. 5 Berlin, 24. März. 1 wit kel pe entf war gen hs ktiene “ berläuterte. Wer diese Denlschrift durchblättert, steht vor Zahlen, die Dieses Gesetz ermäßigt den Zoll und verlängert die Bestimmungen über die Zahlung von Arbeitslosenunterstützung an die durch das CTabaksteuergesetz geschädigten 5 13 bis zu welchem Termin die Arbeitslosenversicherung in Kraft treten 1 Bielefeld wies in sachkundiger WMẽeiterberatung des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft schaft, der sie die Schuld 0 erst im Mat möglich sei, Schon bei Beginn der Samstagssitzung zeigte sich, daß viele bürgerliche Abgeordnete in Ferienstimmung heimgereist waren, eine Tatsache, die an diesenm Tage noch lebhafe Auseinandersetzungen (heraufbeschwören sollte. Zunächst begann die Sitzung friedlich mit teiner fachlichen Rede des Reichsschatzministers, der eine dem Hause worgelegte 5 Denkschrift über die Rheinland⸗Besatzung iin eindringlicher Weise die ganze Verwlüstung des Reparations⸗ problems durch die Besatzung darum. Ein lebhaftes Geplänkel gab les dann bei der dritten Lesung der Abänderung des Tabaksteuergesetzes. Tabakarbeiter bis zum 1. Januar 1924, soll. Die Kommunisten, die sich um die ganze Materie nicht geküm⸗ mert hatten, veranstalteten plötzlich in gewohnter Weise im Plenum ein Theater und stell ten unfinnige Antriige. Genosse Schreck⸗ Weise nach, daß die Haltung unserer Fraktion durchaus auf den Schutz der Tabakarbeiter eingestellt sei. Dann traten in der bie Bauernvertreter der bürgerlichen Parteien an die Rednertribüne. Alle sangen sie ein Triumphlied auf den Untergang der Zwangswirt⸗ an der Produktionsverminderung beimaßen. Sie begrüßten die Zusagen auf Einführung der freien Wirtschaft auch bei Zucker und Getreide. Darin waren sie klar, aber recht unklar waven sie in dem, was sie über die Anträge sagten, die verlangen, daß die Brotperteuerung für die bedürftiasten Schichten auf die leistungsfähigen Schultern abgewälzt werden soll. insere Fraktion verlangte bon dem Reichsfinanzminister eine Erklärung, die Hermes persönlich in gewunde ner Form abgab. Er erklärte, daß ein ab⸗ schließendes Urteil über das Vorgehen Severings gegen die Deutschvölkische Freiheitspartei wenn das 3 15 1 vorliege. Inzwisch tten sich die Reihen der bürgerlichen Par⸗ ae 80 Ke und es ergab sich bei der ersten Abstimmung Halses. N Zu Beginn der wenige Minuten darauf eröffpeten newer stellte Diltmann vor dem ganzen Lande die hflich le 7. Atzeng Belt e cepung zum Haushalt die Beschlußunfähigteit des zen, den Gaushall fe das Ernährungsmimsterlum noch vor Ostern an den beiden letzten Tagen dieser Woche zu verabschieden. Gerade die Rechtsparteien hätten immer wieder unter Hinweis auf die Früh⸗ jahrsbestellung verlangt, daß Klarheit liber die künftige Ernährungs⸗ wirtschaft geschafsen werde. Jetzt aber zeige sich, daß ein großer Teil der bürgerlichen Abgeordneten so pflichtvergessen sei, daß sie nicht einmal einen Tag für diese wichtigste Frage opfern wollten. Die Führer der bürgerlichen Parteien waren gegemiber diesen Feststellungen in umso größerer Verlegenheit, als Genosse Hermann Müller im weiteren Verlauf der Geschäftsordnung auf die deutschnationgle Kreuzzeitung hinweisen konnte, die noch am heuligen Morgen schrieb, daß mit eimer bürgerlichen Mehrheit, die mir auf Freifahrtkarten und Diäten Wert zu legen scheine, keine Politik ge⸗ macht werden könne. 1 Nachdem mehrere Sitzungen, die der Präsident infolge jedes⸗ maliger Beschlußunfähigkeit in kurzer Aufeinanderfolge einberief, auf⸗ geflogen waren, nahm in der letzten dieser Sitzungen der deutsch⸗ völkische Abgeordnete v. Graefe das Wort zu einer frechen Erklärung, die sich gegen angebliche Ulebergriffe des preußischen Ministers des Innern te. Er verlangte, daß noch am Samstag über 5 die Möglichkeiten weiterer Besitzbesteuerung gesprochen werden sollte. Während seiner Rede kam es zu stürmischen Auseinandersetzungen zwischen den knieschlotternden Deutschvölkischen und den Kommunisten. Graefe konnte selbst im Reichstag nicht unter⸗ lassen, sich die Pose eines„Helden“ zu geben. Aber er hatte an⸗ scheinend nicht erwartet, daß der Kommunist Maltzan seiner Auf⸗ forderung auf die Tribüne zu kommen, um ihm zu zeigen, was„feig“ ist, erust nehmm würde. So zeigte sich abermals die große Feigheit des Maulhelden Graefe, trotzdem ihm der vor Angft kreidehleiche Henning zu Hilfe eflen wollte. Es gelang dem Präfldenten Löbe, die Augeregten der äußer⸗ sten Rechten und der äußersten Linken zu beruhigen, sobaß die Deutschnationalen bald Gelegenheit hatten, ihre 5 Solidarität mit den Putschisten durch Schultz⸗Bromberg zu offenbaren. Sie kündigten eine Inter⸗ pellation an, in der die Auflösung der Freiheitspartei als ein Präze⸗ denzfall in der Geschichte bezeichnet wird, weshalb Gen. Müller schnell Gelegenheit nahm, sie in Kiirze an ihre Schandtaten aus der Zeit des Sozitlistengesetzes zu erinnern. Als der Reichstagspräsident den dringenden Antrag des Deutschvölkischen Graefe, noch am Sams⸗ tag über die Auflösung der Freiheitspartei im Reichstag zu beraten, zur Abstimuunng stellte, zeigte sich, daß 6 auch die Partei des Herrn Stresemann, die in Preußen bekanntlich mit in der Regierung sitzt, den Hoch⸗ verrat der Deutschvölkischen nicht als solchen ansieht. Gegen den An⸗ trag Graefe stimmten unter wenigen anderem Volksparteilern in Abwesenheit des Herrn Stresemann die Abgg. Kahl und Rießer, ferner natürlich die Sozialde okratie und mit ihr das Zentrum und die Demokraten geschlossen. Es ist anzunehmen, daß bald nach dem Wiederzusammentritt des Reichstags am 11. April die Putschpläne der Luddendorf und Konsorten auch das Reichsparlament beschäf⸗ tigen werden. 5 Gießen und Umgebung. Wie kommt die Reichsinderziffer zustande? Der„Reschsi wird heute viel sach Berechnungen im wirtschaftlichen und privaten Leben zugrunde gelegt, ohne daß man sich allgemein über das Zustandekommen der Inder⸗ ziffern klar wäre. Eine kurze Darlegung über die Art der Berechnung wird daher unsern 1 Lesern willkommen sein. Die Reichsinderziffern über die Lebenshaltungskosten werden auf Grund amtlicher Preiserhebungen berechnet, die sich auf Nahrungsmittel, Wohnungsmiete, Heiz⸗ und Leuchtstoffe und Bekleidungs⸗ gegenstände erstrecken und fortlaufend in 71 deut ⸗ schen Städten vorgenommen werden. Unter Berück⸗ sichtigung des Bedarfs einer aus zwei Erwachsenen und drei Kindern im Alter von 12, 7 und 1½ Jahren bestehenden Familie ist eine Normalration für einen Vier ⸗ wochenbedarf aufgestellt worden, deren Kosten jeweils festgestellt werden. Hierbei wurde von den Verhältnissen der Nachkriegszeit ausgegangen. Die Normalration ist zu dem Zwecke festgesetzt worden, um jedem der erfaßten Lebensbedürfnisse und Nahrungsmittel das seiner Wichtig ⸗ keit entsprechende Maß in der Gesamtlebenshaltung zuzu⸗ weisen. Brot ist deshalb beispielsweise mit 47 Kg. ein⸗ gesetzt worden, Kartoffeln mit 70 Kg., Speck mit 1,5 Kg. und Fett mit 4,5 Kg. usw. Für das Wohn ⸗ bedürfnis ist die Zweizimmerwohnung mit Küche an⸗ genommen. Damit soll aber keineswegs gesagt werden, daß nun eine Familie unter allen Umständen mit diesem be⸗ schränkten Maß von Lebensbedürfnissen auskommen könne. Die Reichsindexziffern können und sollen unter keinen Um⸗ ständen zur Bestimmung eines Existenzminimums dienen, sondern nur angeben, in welchem Verhältnis die Gesamtkosten der Lebenshaltung im Durchschnitt des einen Monats gegenüber dem anderen jeweils sich verändert haben. Wie wird nun die Reichsindexziffer berechnet? In den 71 Städten finden monatlich an zwei Stich⸗ tagen, die im ersten und letzten Drittel jedes Monats liegen, Preiserhebungen statt, deren Zuverlässigkeit auch dadurch verbürgt ist, daß sowohl Arbeitgeber- als Arbeitnehmerver⸗ tretungen stets dabei mitwirken. Die für die einzelnen Ge⸗ meinden ermittelten Stichtags⸗Teuerungszahlen werden in Gemeinde⸗Größenklassen zusammengefaßt und mit der Ein⸗ wohnerzahl aller derselben Größenklasse angehörenden deut⸗ schen Städte gewogen. Aus diesen gewogenen Durchschnitts⸗ zahlen wird die Reichs⸗Durchschnittsziffer gebildet, die mit der Friedens⸗Tenerungszahl(= 1) in Beziehung gebracht, die Stichtags⸗Reichsindexziffer ergibt. Das Mittel der beiden Stichtagszahlen ist die Reichsinderziffer für den Monatsdurchschnitt. Wodurch wird die Höhe der Reichsinderziffer beeinflußt, warum erscheint sie niedriger als z. B. die Preis- vervielfachung der meisten Lebensmittel? Bei der Berechnung der Reichsindexziffer ist natürlich auch die Woh nungsmiete mit berüöcksichtigt, die vor dem Kriege 23,5 v. H. sämtlicher in die Berechnung ein- bezogener Lebensbedürfnisse betrug, während sie im Februar 1923 nur 0/5 v. H. davon ausmachte, d. h. nur etwa einen doppelten Stundenlohn gegenüber fast einem Wochenlohn vor dem Kriege. Auch das Markenbrot, das im Februar nur etwa das 1500fache des Friedenspreises kostete, und die Kartoffeln mit dem 2000fachen Preis beein- der bürgerlichen Frartionen felt, Es sel ausbrüd ereinbact wor⸗ flussen, besondexs durch ihre verhältnismäßig großen Mengen in der Ernährungsrakion, die Höhe der Neichs⸗ indexziffer beträchtlich. Aber auch diese wichtigsten Lebens⸗ mittel müssen ihren Einfluß bei Feststellung der Indexrziffer behalten, will man nicht das ganze Bild bewußt fälschen. Die sprunghafte Entwicklung der Teuerung ist in den letzten drei Monaten von Stockungen und auch vorüber ⸗ gehenden Preissenkungen unterbrochen worden, die es schwierig machten, auf Grund von zwei Stichtags⸗ erhehungen einen annähernd zuverlässigen Durchschnitt für die Teuerung im Monat festzuhalten. Im Januar er⸗ scheint die Reichsinderziffer mit einer Steigerung von nur 63,5 v. H. zu niedrig, weil sie durch die nach dem Ruhreinfall einsetzende außerordentliche Preissteigerung im Anfang Februar schon längst überholt war. An dem Stichtag im ersten Drittel des Monats war die Preissteigerung eben noch ganz gering. Für Februar liegen die Dinge nun um⸗ gekehrt. Die Reichsinderziffer weist für diesen Monat eine Steigerung von 136 v. H. auf, was vielen zu hoch erscheint. Die Reichsinderziffer hat jedoch sowohl für den Januar wie für den Februar ein den durchschnittlichen Ver⸗ hältnissen in beiden Monaten entsprechendes Bild der Teuerung gegeben. 1 Ne terungen im Postverkehr. Am 1. April wird im inneren deutschen Verkehr sowie im Ver⸗ kehr mit Freie Stadt Danzig, Luxemburg, Memelgebiet und Oester⸗ reich für Warenprobensendungen eine Vorstufe bis zum Gewich von 100 Gramm zum Gebithrensatz von 60 Mark eingeführt. Im Paketverkehr werden 3 Entfernungszonen g Die Paketgebuhr beträgt danach vom 1. April l an: in der 1. Zone 2. Zone 3. Zone für Pakete(bis 75 km)(über 78375 lem)(ber 7 E bis 3 Kilo 300 Mk. 600 Mk. 600 Mk. über 3 bis 5 Kilo 500 Mk. 1000 Mk. 1000 Mk. über 5 bis 6 Kilo 600 Mk. 1200 Mk. 1800 M. über 6 bis 7 Kilo 700 Mk. 1400 Mk. 2100 Mr. über 7 bis 8 Kilo 800 Mk. 1600 Mk. 2400 Mk. über 8 bis 9 Kilo 900 Mk. 1800 Mk. 2700 Mk. über 9 bis 10 Kilo 1000 Mk. 2000 Mk. 3000 Mk. über 10 bis 11 Kilo 1150 Mk. 2300 Mk. 3450 Mk. üüber 11 bis 12 Kilo 1300 Mk. 2600 Mk. 3900 Mk. über 12 bis 13 Kilo 1450 Mk. 2900 Mk. 4350 M. iiber 13 bis 14 Kilo 1600 Mk.“ 3200 Mk. 4800 Mk. über 14 bis 15 Kilo 1750 Mk. 3500 Mk. 5250 Mk. über 15 bis 16 Kilo 1900 Mk. 3800 Mk. 5700 Mk. über 16 bis 17 Kilo 2050 Mk. 4100 Mk. 6150 Mk. über 17 bis 18 Kilo 2200 Mk. 4400 Mk. 6600 Mk. iber 18 bis 19 Kilo 2350 Mk. 4700 Mk. 7050 Mk. A— 5 7 2800 Mk. 5000 M. 7500 M, ungspakete bis 5 Ki 250 Mk. 500 Mk. 500 Mk. Paketbestellgeld und Paketausgabegebühr wer⸗ ben vom 1. April an nicht mehr erhoben. Eine deutsch⸗völkische„Aktion“. Am Samstag wurde wieder einmal ein Beleidigungs⸗ prozeß des Oberlehrers Dr. Lenz gegen den Redakteur der Oberhess. Volksztg., Vetters, vor dem Gießener Schöffen⸗ gericht verhandelt. Wie früher bereits mitgeteilt, sollte die Beleidigung in zwei Ende Oktober in unserem Blatte erschie⸗ nenen Artikeln bestehen, in denen die Vorgänge an der Oberrealschule behandelt wurden. Bekanntlich kamen in der genannten Schule mehrfach Dinge vor, die fich mit der Verfassung und den Anordnungen der Regierung nicht ver⸗ einbaren ließen. Diese Dinge waren Gegenstand der Unter⸗ suchung von Seiten des Landesbildungsamts, die damit endete, daß Direktor Schnell und Dr. Lenz im Interesse des Dienstes versetzt wurden. Ersterer zog vor, um seine Pen⸗ sionjerung einzukommen. Von verschiedenen Seiten wur⸗ den Anstrengungen gemacht, die Versetzung des Dr. Lenz rückgängig zu machen und auch Schüler aufgefordert, ein diesbezügliches Schriftstück zu unterschreiben. Diese Sache wurde in dem einen der Artikel kritisiert und dabei zugleich auf die agitatorische Tätigkeit des Dr. Lenz für die„Deutsch⸗ Völkischen“ hingewiesen. Unter anderem war von dem„dis. ziplinierten“ Dr. Lenz die Rede, wodurch sich dieer beleidigt fühlte. Die Verhandlung vor dem Schöffengericht führte Amts⸗ gerichtsrat Steinberger, den Angeklagten vertrat Rechtsan⸗ walt Dr. Aaron, den Kläger Rechtsanwalt Fischer. Vom Angeklagten wird bestritten, daß in den erwähnten Artikeln Beleidigungen enthalten seien, es handele sich bei den Vor⸗ gängen in der Oberrealschule um öffentliche Angelegen⸗ heiten, zu denen die Zeitung Stellung genommen habe. Als Zeugen waren vom Kläger der Präsident des Landes- bildungsamtes Prof. Urstadt, Direktor Schnell und Prof. Michel und Weißgerber benannt worden. Die Regierung hatte jedoch diesen die Erlaubnis zur Aussage nicht erteilt. Der Vertreter des Klägers führte aus, daß Dr. Lenz schon öfters von der Oberhess. Volkszta. angegriffen worden sei, verlas Artikel, die Gegenstand früherer Verhandlungen gewesen waren. und folgerte daraus die beleidigende Absicht des Beklagten. Er beantragte eine Gefängnisstrafell! Mit Rücksicht auf die„Schwere“ der Tat eine Gefängnisstrafe!!! Dr. Aaron als Verteidiger des Beklagten widerlegte die Ausführungen des Vorredners und wies nach, daß in den fraglichen Artikeln eine Beleidigung des Klägers nicht ge⸗ funden werden könne. Daß dieser nicht„diszipliniert“ im juristischen Sinne, sondern nur im Interesse des Dienstes versetzt worden sei, werde zugegeben, doch sei das gebrauchte Wort so aufzufässen, wie es in Laienkreisen verstanden werde. Daß der Privatkläger nach eigenen Aeußerungen seine Ver- setzung als Strafversetzung aufgefaßt habe, wurde unter Beweis gestellt, der dahin zielende Antrag wurde abgelehnt. Das Gericht werde zur Freisprechung gelangen müssen— Dr. Lenz bekannte sich in längeren Ausführungen zur Deutschvölkischen Partei. Nach seiner Ueberzeugung wirke das Judentum unheilvoll im deutschen Volke und er werde es stets bekämpfen. Um seine Ansichten zu stützen, las er ein langes Stück aus einer Schrift Luthers vor und behauptete, auch Goethe und Schiller hätten ebenfalls gegen das Juden. tum Stellung genommen. Der Verteidiger trat auch diesen Ausführungen entgegen, worauf der Beklagte ver schiedene Behauptungen der Gegenseite richtig stellte und be⸗ merkte, daß man sich hier nicht mit den in früheren Pro- i zessen verhandelten Dingen, sondern nur mit dem zu be⸗ deen baße, was Gegenstand der Anklage sek. Er hahe sich keiner Beleidigung schuldig gemacht, auch keine beabsichtigt und ersuchte deshalb um Freisprechung.— Das Urteil soll am Mittwoch, 11 Uhr vormittags verkündet werden. Wir werden dann später noch auf die Sache zurückkommen. — Zuviel Sonntagsheiligung. Am Sonntag wurde die Abendvorstellung im Theater abgesagt, wie mitgeteilt wurde,„auf Verfügung der Regierung“. Es sollte Grabbes„Don Juan und Faust“ zum ersten Mal aufgeführt werden. Soviel wir uns er⸗ innern, haben noch im jeden Jahre am Palmensonntag Vor⸗ stellungon stattgefunden, wenn dieser Sonntag noch in die Spielzeit tel. Es ist auch kein Grund vorhanden, warum das nicht ge⸗ schehen soll. Die Verfügung bedeutet eine Schädügung der Theater, e ohnehin gegenwärtig mit finanziellen Schwierigkeiten schwer zu kämpsen haben. Man geht wohl nicht fehl, wenn man vermutet, daß die Regie rung in diesem Falle dem Wunsche der Kirche nachge⸗ geben hat. Ist damit etwas Nützliches getan? Wir meinen, es wird niemand an seinem Seelenheil geschädigt, wenn am Palmen⸗ sonntagsabend Theater gespielt wird. Sogar frommen Leuten kauns nicht schaden, wenn sie an diesem Tage eine gute Vor⸗ stellung besuchen. Was kostet die Ausrüstung der A⸗B⸗C⸗Schützen? Der Familien⸗ ter der in diesem Jahre einen Sprößling in die Schule schichen soll muß einen sehr, sehr tiefen Griff in seinen Geldbeutel tum. schoner 100 Mk., ein Schulranzen wind, daß er aus Leder besteht. So kostet 1923 die Ausrüstung eines Schulanfängers eine Summe, für die man sich noch vor fünf Jahren eine Billa bauen lassem konnte samt Einrichtung. Diebstähle. Entwendet wurde aus einer Schlosserei eine elektrisch Bohrmaschine Type G. J. 114 flir 200 Volt Gleich⸗ strom mit Oesenhandgriffen und Aluminium⸗Armatuxen mit Zu⸗ u e .— Aus einer? mung e„ e bis 15 Pfund, ein Segeltuchreisekoffer, ein Paar Arbeitssschuhe, Größe 47, mehrere Bürsten und ein Haarbesen ohne Stiel. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt dle Kriminalabteilung entgegen.. Für Warenprobensendungen wird vom 1. April ab im inneren deutschen Verkehr sowie im Verkehr mit Freie Stadt Danzig, g. Memelgebiet und Oesterreich eine Vorstufe bis zum Gewicht von 100 Gr. zum Gebührensatz von 60 Mk. eingeführt. kreis Friedberg⸗Büdingen. Butzbach. Kommunalisierung des Hebamme n⸗ weseus bezweckt ein Antrag, der im der Sitzung des Gemeinde⸗ rats in voriger Woche angenommen wurde. Zwei Hebammen, die jetzt schon amtieren, sollen von der Stadt angestellt und ent⸗ sprechend der Gruppe 3, Stufe 9 der Beamtenbesoldung bezahlt werden. Der Wohlfahrtsausschuß und der Finanzausschuß sollen die Angelegenheit beraten und dafür sorgen, daß dem Gemeinderat alsbald eine Vorlage zur Genehmigung vorgelegt wird. Kreis Wetzlar. nütz Unternehmungen sowie von wissenschaftlichen Arbeiten zur Förderung des Kleingarten⸗ů, Wohnungs⸗ und Siedlungs⸗ 1. zu erweitern, daraus den gemein⸗ nützigen eee ee ee kurzfristige 8 Maß⸗ nahmen zu treffen, die eine spekulative Verwertung der seit 1919 mit öffentlichen Mitteln errichteten Wohnungsbauten nach Rück⸗ zahlung dieser Zuschüsse, die beim gegenwärtigen Stand ber Valuta leicht möglich ist, unter allen Umftänden unmöglich machen. Westerwald und Unterlahn. Zwei Schweine gestohlen. In Allendorf im Oberlahnkreis wurde vorige Woche, wie das W. T. berichtet, ein Einbruchsdiebstahl von unerhörter Dreistigkeit ausgeführt. Bei dem Landwirt Kurz wurden zwei Schweine im Gewicht von ca. 80 Pfd. im Stalle a b⸗ geschlachtet und gestohlen. Dabei stahlen die Einbrecher noch Leib wäsche für Erwachsene und hießen auch bei dem Gendarmen die Wäsche mitgehen. Die mit dem Polizeihund aufgenommene Spur führte gegen Limburg. Im nahen Walde fand man ein blutiges Beil, mit dem offenbar die Schweine abgeschlachtet worden waven. Die Besitzer der Tiere miissen einen sehr guten Schlaf gehabt haben, denn man kann doch kaum annehmen, daß die Schweine sich ganz lautlos abschlachten ließen. i Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M. 23. März. Müllionen⸗Diebstähle und Riesen⸗Schiebereien. In der hiesigen Gold⸗ u. Silber⸗ scheideanstalt dam mam riesenhaften Diebstählen von Schmelzöfen, Schmelzticgeln und anderen Schmelzeinrichtungen auf die Spur. Die Diebstähle erstrecken sich auf einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren. Als Haupttäter kamen Angestellte in Frage, die schon länger als 30 Jahre bei der Firma tätig waren und großes Vertrauen genossen. In die Diebstahlsaffäre ist eine ganze Reihe kleinerer Schmelzen und Aufkaufsstellen verwickelt.— Für 15 Millionen Wäsche gestohlen. Aus dem Lager der Textilgroßhandlung von Rosenzweig u. Co. wurden in einer ber letzten Nächte Baumwoll⸗ waren und Hemden im Werte von 15 Millionen Mark gestohlen.— Riesenschiebungen mit Arzneimitteln. Viele Schieber⸗ hände zunschen sich erst in dem Gewinn, den Hehler aus großen Mengen zestohlener Arzneimitteln erzielten. Als die Ware, die größle. aus Anti⸗Tetanus, Morphium und Tuberkulin und aus dem He Sanitätsdepot in Dresden stammte, hier ein Frankfurter Schieberkreise kam, hatte sie bereits den fünffachen Preis erklettert. Frankfurt a. M., 24. März. Lausbubenphantasie. Ein elffähriger Schulbube brachte von einem Ausflug die Nachricht mit Hause, man habe im Biegwalde leinem kleinen Gehölz bei Frulffnrrt) einen abgeschnittenen Menschenlopf, einen Dolch und einen Topf mit Blu gefunden. Es mußte also unzweifelhaft eine grausige Mordtat vorliegen. Die Polizei wurde benachrichtigt, die sofort die Mordkommission in den Wald entsandte Es stellte sich heraus, daß der Bube die ganze Geschichte sich aus dem Finger ge⸗ sogen hatte. Dem Bürschchen wurde ein Kapitel aus dem„Klopstock“ auf einer geeigneten Körperstelle vorgelesen. Frankfurt a. M., 25. März. Verhafteter Millionen- defraudant. Im Hauptbahnhof wurde der Sparkassenange⸗ stellte Heinrich Effertz aus Köln verhaftet, der einem Elber⸗ felder Herrn einen Kaffer gestohlen hatte. Bei feiner Festnahme verschiedener Größe, stellte sich schließlich heraus, daß er der wegen linterschlagung von neun Millionen Mark zum Nachteil der Kölner Sparkasse gesuchte Effertz war. Das Geld hatte der lebefreudige Mann bis auf einen unbedeutenden Rest durchgebracht. 5 Frankfurt a. M., 25. März. Scheckfälscher. Der Mon⸗ teur Heinrich Ferling ist nach Entwendung und Schecks über nahezu drei Millionen Mark flüchtig gegangen. 51 a. M., 25. März. Die Autoraserei. Frankfurter Auto überfuhr in Rüsselsheim ein zweijähriges Kind und tötete es auf der Stelle. 5 Daurmstadt, 24. März. Einem Herzschlag erlegen ist in einer hiesigen Wirtschaft ein aus Straßburg ausgewiesener 67⸗ jähriger Beamter. 0 Darmstadt, 24. März. Die Raubmörder von Ga⸗ dernhe im, die Gebrüder Roßmann, die vom Schwurgericht zu den höchst zulässigen Strafen von 15 Jahren Gefängnis, bezw. 15 kammer wegen verschiedenen Diebstählen(vor dem Raubmord) zu verantworten. Beide leugneten hartnäckig, wurden aber trotzdem für schuldig befunden und die Strafe in die bereits erwähnte ein⸗ bezogen, da eine Erhöhung nicht mehr möglich ist. Groß⸗Gerau, 24. März. Schwer verunglückt jst auf der Straße von Mainz hierher ein Radfahrer, der sich an ein mit Anhänger festgehalten hatte. Er stürzte, wobei ihm ein Bein abgefahren wurde. 5 Die Homburger Phantasiegeschichte, 15 von der wir berichteten, ist tatsächlich der Phantasie des fungen Mannes ent gen, den man am Sonntag vormittag an einen Baum gebunden und„beraubt“ vorfand. Kein Franzose hat den Mann bis hierher geführt und ihn dann aus geplündert. Der Polizei hat der Mann, es ist der Metzger Hans Mösel aus Neu⸗ markt(Oberpfalz), gestanden, daß er die ganze Geschichde er⸗ funden hat. 0 f Biebrich. Vergewaltigung einer Achtzehnfährd⸗ gen. Die Frankf. Ztg berichtet: Ein Fall scheußlichster Vergewal⸗ tigung eines achtzehnjährigen aus Bayern stammenden hiefigen Dienstmädchens durch französische Soldaten ist hier zur Anzeige ge⸗ langt. Das Mädchen befand sich auf dem Rückwege aus Mainz in der Nähe der Kaiserbrücke, als es plötzlich, es war am hellen Tage, von zwei Soldaten, einem Franzosen und einem Marokkaner, angehalten wurde. Es mußte zur„Paßkontrolle“ mit ihnen gehen, und in dem Wachzimmer im Turmhäuschen auf der Brücke wurde es von den beiden Unholden trotz heftigster Gegenwehr vergewaltigt. Die daten warfen dem Mädchen dann 1000 und 300 Mark hin, und es nahm in der Angst, sonst in den Rheim geworfen zu werden, das Geld und lief davon. Anzeige wurde sofort erstattet; das in bestem Ler⸗ mund stehende Mädchen wurde bereits von einem franmzöschen Arzt untersucht, und die Militärbehörde hat die eingehendste Untersuchung des Falles zugesagt. Der Brand des Wiesbadener Staatstheaters. Zu 9 Brande des 5 3 noch e 1 auch die stattung zu der 17 ron 7 große Prunkvorhang ein Raub der Flammen geworden sind. Die Oper kann also nicht mehr gegeben werden. i Mordversuch. 8 An einem Müdchen aus Damm wurde am Tage von einem i uch mit Not⸗ Vom Scherenklub. Nach dem Besuch bei einem in Flammersfeld in Garnison liegenden Franzosen wurde ein deutsches? aus Siegburg von jungen Burschen auf dem Bahnhof Au ergriffen. Vor allem Volk schnitt man dem Frauenzimmer, trotzdem es jämmerlich heulte und winselnd um Guade bot, die Kopfhaare bis auf die Haarwurzeln ab. N Flammentob. Beim Anfachen des Herdfeuers mit Petroleum gerieten in Hangenmeilingen b. Hadamar die Kleider der 15jährigen Rosa Laßmann in Brand. Das junge Mädchen erlitt dabei derart schwere Brandwunden, daß es nach kurzer Zeit verschied. Visttator teilte Zettel aus, auf denen einige Rechenaufgaben gelöst werden und ein Diktat zur Niederschrift kommen sollte. Er bat die anwesenden Dorfväter, ihn zu unterstützen und mit zu rechnen und zu schreiben. Am Schlusse sammelte er die Bogen wieder ein, auch die der Väter, um sie einer Prüfung zu unterwerfen. Dabei zeigte sich, daß die Kinder besser gerechnet und weniger orthographische Fehler gemacht hatten, als ihre Eltern. Diese konnten mi nach diesem, flür sie nicht gerade schmeschelhaften Resultat ihre Beschwerde nicht mehr aufrecht erhalten und zogen wie die begossenen Pudel ab. Geistlicher Sittlichkeitsverbrecher. Nach einer Meldung der Pfälzischen Post wurde der katholische Geistliche Rasenhaß in Neustadt a. H.(Pfalz) wegen schwerer Stttlichkeitsverb rechen, die er an Kindern vorgenommen hatte, dieser Tage verhaftet. Ein Frauenmörder. Aus Durlach bei Karlsruhe wird ge⸗ meldet: In der vergangenen Nacht wurde von Schutzleuten die Leiche der etwa 27 Jahre alten Kriegerwitwe Hedwig Kurtz in einem Sack eingepackt in ihrer Wohnung in der Lammstraße auf⸗ gefunden. Als Mörder ist ihr Geliebter, der Fabrikarbeiter Wilhelm, verhaftet worden. Er hat die Tat bereits einge⸗ shanden. Auch soll er zugegeben haben, daß er an einem zwe i⸗ ten Morde zusammen mit einem anderen beteiligt gewesen ist, der in Berlin⸗Wilmersdorf ausgeführt wurde. Nach seiner Aus⸗ sage soll der andere Täter aber inzwischen gestorben sein. Ein blutiges Familiendrama ereignete sich in Leipzig⸗Stötteritz. Dort wurde eine 53jährige Frau und ihr 22jähriger Sohn von dem Schwiegersohn, der mit seiner Frau in Scheidung liegt, durch mehrere Revolverschüsse getötet. Polizeibeamte fanden in der Woh⸗ nung der Ermordeten alle Möbel kurz und klein geschlagen und am Boden liegend die Leichen der Frau und ihres Sohnes. Der Täter wurde sestgenommen. Der Krokodilsmagen als Schatzgrube. Eine merkwürdige Menge von Gegenständen häufte bei der letzten mee e Sitzung der Londonex Zoologischen Gesellschaft einer r Vor⸗ tragenden auf einen Tisch auf. Es war ein Zoologe aus dem Tonganfika⸗Gebiet, C. F. Swynerton, der allerlei von der Nah⸗ rung der Krokodile erzählte. So berichtete er von einem riestgen Kvokodil, das ein Eingeborener erlegte und in dessen Magen sich eine Börse mit 60 goldenen Sovereigns befand. Es war dies augenscheinlich der Besitz eines Viehhändlers, der nach dem Ver⸗ auf seiner Tiere auf einem Boot zurückruderte und mit feinem Schatz dem gefräßigen Tier zun Opfer fiel. Als andere„Deli⸗ katessen“ der Krokodile wurden von Swynnerton vorgelegt, 11 Ichwere messingene Armringe, 3 breite Drahtarmbänder, eine Hals⸗ lette aus Glasperlen, große Stücke schwere Taue, 18 Steine von einige Schwänze von Stachelschweinen. 0 verwefgerke Essertz sede Mitskunft iber seine Perfonfichkeft. f außerdem Fäl schung eines Ein Jahren Zuchthaus verurteilt wurden, hatten sich vor der Straf⸗ an Ait, und Befnkrochen ver r Nen. Thi nknochen verschebener. Gegenstände waren in den Mägen der Krofobfle den, die sich mit diesem unverdaulichen Inhalt a recht wohl gefühlt hatten, bis sie eine Kugel erlegte. Parteinachrichten. Sozialistischer Studententag. 10 auf der so zial istischen deutschen österreichischen Universitäten und der 3 Staats⸗ und Wirtschaftswissenschaften vertreten waren. Kassen⸗ und Tätigkeitsbericht des Verbandes geht hewor, daß f Tätigteit der eingelnen Ortsgruppen in jeder Beziehung eine w rege war. Die Zahl der Mitglieder und Ortsgruppen ist gewo 2 Die Politik des Sozialistischen Studentenverbandes be Kartell republikanischer Studenten wurde gebilligt. osse Pw. Dr. Sinzheimer, der die Delegiertenwersammlung in Namen Parteivorstandes begrüßt hatte, referierte später iwer die Aufgaß 900 eee. ice Been zu W Partei.& en, mi rmischem unen debe in l einer Broschüre herausgegeben werden. Den Nen folgte eine ausführliche Debatte. 10 2 Arbeitsrecht, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 23. März. 1 Die Gießener Wein und Spirttnosenhand⸗ lungen sollen vom 12. März 1923 an die Arbeiterinnen 50 P, zent der Löhne der Küferhilfsarbeiter zahlen. Die Oberhessische Maschinenfabrik in Alsfeld g eee gun 221 zwar, mie fee behaplet im Einverständnis mit den Arbei Deutsche b ruch dagegen. d. pruch von 20 Arbestern 1 vom 12. 2. 20 wies der Schlichtungsausschuß ab denn Antragsteller blieben den Beweis für die falsche Aus. wahl der Kündigungen f Jedoch erklärte er das Arbeitz⸗ verhältnis eines Betriebs ratsmitglledes für noch bestehend, we m datt gert. G nac 8 9 des 0 Die Damenschnederei A. i Gießen hat wegen Arbeitsmangel 3 hergehende Arbeitsstreckung gekündigt. Der gab ihr die Wiederei Den Klündi Kramer Nachfolger Arbeite rinnen ohne 1 8 Ve. der Einspruchsfrist ab.. r p 8 — 0 allen Schiedsswrlichen erhielten die Streütteile Erruummtz 1* 1 Versammlungs kalender. Gießen. Freie Turnerschaft. Am 0„ Tun. gang an e e ber Aebi Abmarsch 77 Uhr un lich von der Lahnbrücke. Dollarstand unverändert: ca. 20 900 Mark. Othördliche Bekanntmachungen Bekanntmachung. Die Stabtverordneten⸗Versammlung hat durch Be⸗ schluß vom 15. März 1923 für die Schloßgasse einen Baufluchtlinienplan aufgestellt. Der Plan liegt bis zum 7. April d. Is. bei dem Stadtbauamt Asterweg 9 zur Einficht offen. Einwendungen gegen den 1— find während der Offenlegungsfrist, dei Meidung Aus schlusses, bei mir vorzubringen. Gießen, den 21. März 1923. Der Oberbürgermeister: J. V.: Krenzlen. Bekanntmachung. Vom 1. Abril 1923 ab werden Beerdigungen grundsätzlich nur an Nachmittagen vorgenommen. Für die ausnahmsweise Zulassung einer Beerdigung am Vormittag ist ein Gebührenzuschlag, der auf dem je⸗ weiligen Arbeitslohn beruht und zusammen mit den übrigen Gebühren entsprechend zu verändern ist, zu erheben. Die Höhe desselben beträgt bis auf weiteres im Sommer 2000 M. und im Winter 6000 M. Gießen, den 21. März 1923. Der Oberbürgermeister. J. V.: Krenzin. Für die 1445⁵ Festtage: Feines Blütenmehl aß der 850.— 94 Auszusönest A M. 920.— Kartofelnehl wind w. heb.— Feeiufte Tafelmargarine 2800.— 1 Pfund⸗Würfel Mk. 55 Kokosfett.. Pfund Mt 3000.— anal; Wand wer. 3000.— lere“ Rot- 1. Peiß⸗Weine besonders Dreiswert. Schade& Füllgrabe. Filialen in allen Stadtteilen. * 3 Agltierf für die Ober CC T.. ˙- ̃˙—Ln——.